S udien- und
Be a ungss elle ü
Kinde - und
Jugendli e a u
Geo g Hueme / Gunda Mai bäu l /
E ns Seibe (Hg.)
»De Dachs
sch eib hie
bei Ke zenlich «
Zum E zählkosmos on
E win Mose
(Didak ik-)Beilage
okus
Imp essum
© STUBE 2025
Fe nku s Kinde - und Jugendli e a u
Hg. on Heidi Lexe und Ka h in Wexbe g
G a isches Konzep : heide & klausne
Layou : STUBE
Ve iel äl igung: DRUCKWERKSTATT
DOI-N . 10.5281/zenodo.17430199
STUBE– S udien- und Be a ungss elle
ü Kinde - und Jugendli e a u
A-1010 Wien, S ephanspla z 3/II/11
www.s ube.a
Ge ö de aus den Mi eln de Ab eilung Li e a u und Ve lagswesen des
Bundesminis e iums ü Wohnen, Kuns , Kul u , Medien und Spo sowie de
P i a en Pädagogischen Hochschule Bu genland
Tanja Lebe l
is sei 25 Jah en Pädagogin mi
Mon esso i-Ausbildung. Wäh end
ih e Tä igkei als Lei ung des
Kinde ga ens an de Akademie de
Bildenden Küns e in Wien s udie e
sie Bildungswissenscha . Ak uell is
sie Leh ende an de PPHB und ü
die Lei ung des Zen ums ü
Elemen a pädagogik e an wo lich.
Sie is in de E wachsenenbildung
und als psychoanaly isch-
pädagogische E ziehungsbe a e in
(APP Wien) ä ig.
Tanja Münichsdo e
is Kuns his o ike in sowie Kuns -
und Li e a u e mi le in. Sie
absol ie e den STUBE-Fe nku s ü
Kinde - & Jugendli e a u und
Leh gang »Ganz Oh « de
Biblio heks achs elle de Diözese
S . Pöl en. Sei 2007 is sie in de
Kuns e mi lung de Kuns meile
K ems ä ig.
Ju a P eisinge
is Pädagogin mi Schwe punk au
na u - und ie ges ü z em Le nen.
Sei 1999 un e ich e sie an Volks-
schule in Gols, da o wa sie als
Leh e in in Tad en ä ig. Nach de
Leh am sp ü ung absol ie e sie
Zusa zausbildungen in Hundege-
s ü z e Pädagogik sowie zu P axis-
leh e in. Da übe hinaus is sie Ab-
sol en in des Hochschulleh gangs
»Le n aum Na u und Ga enpädago-
gik«.
Hans-Joachim Gelbe g
wa Ve lege , Au o und
He ausgebe . 1971 g ünde e e den
Ve lag Bel z & Gelbe g, den e bis
1996 lei e e. Neben seine e le-
ge ischen Tä igkei e ö en lich e
e eigene Gedich e, Geschich en
und An hologien ü Kinde . Du ch
seine A bei p äg e e die Kinde -
buchlandscha im deu schsp ach-
igen Raum en scheidend und
e hiel zahl eiche Auszeichnungen.
Go ied Gusenbaue
is sei 2012 küns le ische Di ek o
des Ka ika u museum K ems. E
konzipie e das in e na ionale
Nex comic-Fes i al, das e bis 2012
lei e e und heu e als P og ammbei-
a beglei e . E ku a ie e zahl eiche
Auss ellungen. Gemeinsam mi dem
Land Niede ös e eich und Schi m-
he in Annema ie Sokol, Wi we und
Nachlass e wal e in on E ich
Sokol, en wickel e e den SOKOL
– P eis ü digi ale Ka ika u ,
k i ische Zeichenkuns und Sa i e.
Geo g Hueme
D . phil., is Li e a u wissenscha -
le und Kul u soziologe. E a bei e
als Ve agshochschulleh pe son
an de P i a en Pädagogischen
Hochschule Bu genland.
Gunda Mai bäu l
D .in phil., is Li e a u wissenscha -
le in mi einem Schwe punk au
Kinde - und Jugendli e a u . Sie
s udie e Ge manis ik und
Geschich e an de Uni e si ä
Wien. Sie un e ich e e an einem
Gymnasium in Wien, wa do p o .
Lei e in sowie Schulbiblio heka in
und is als Dozen in in de
E wachsenenbildung ä ig. Sie is
Mi beg ünde in de In e na ionalen
Ande s-Eliasson-Gesellscha
S ockholm/Wien.
E ns Seibe
PD D . phil., is Li e a u wissen-
scha le . E leh e an den Uni e si-
ä en Wien und G az, publizie e
um assend zu Geschich e de KJL
und wa langjäh ige Vo si zende
de on ihm geg ünde en Ös e ei-
chische Gesellscha ü Kinde -
und Jugendli e a u -Fo schung.
Inhal
Wü digungen
Hans-Joachim Gelbe g
Die e zaube en Bilde & Geschich en on E win
Mose . Rede zu E ö nung des E win Mose
Museums in Gols om 22. Mä z 2014
Go ied Gusenbaue / Tanja Münichsdo e
E win Mose : Fan as ische Geschich en –
Zu Auss ellung im Ka ika u museum K ems om 4.
Mä z 2023 bis zum 23. Juni 2024
Didak isches
Tanja Lebe l
Li e a isches Le nen in de ühen Kindhei –
Sp achbildung, Vo lesen und Philosophie en mi
E win Mose
Ju a P eisinge
»Schwebe-, Fla e -, Schwi -, Sause- und
Gaukelmaschinen« – Li e a isches und K ea i es
Le nen mi E win Mose s Flugobjek en. Ein
E ah ungsbe ich zu A bei mi E win Mose s
Büche n in de G undschule
Gunda Mai bäu l
E win Mose : »De Rabe Al ons« in de
Sekunda s u e I
4
9
12
22
30
4
Die e zaube en Bilde & Geschich en
on E win Mose 1
Rede zu E ö nung des E win Mose Museums in Gols
om 22. Mä z 2014
Von Hans-Joachim Gelbe g
Allen, die da ü geso g haben, dass dieses E win Mose Museum en s e-
hen konn e, möch e ich die Hand küssen. Einem Küns le den Raum anzu-
bie en, de seinen We ken Heima sein kann, das is doch ein wunde ba es
E eignis. Dazu möch e ich Ru h und E win Mose he zlich beglückwün-
schen. Anlass genug, um übe Mose und sein We k nachzudenken. Ge n
e inne e ich mich, wie alles ange angen ha mi seinen Büche n und Bil-
de n im P og amm Bel z & Gelbe g. Eines Tages, so Ende de siebzige
Jah e des e gangenen Jah hunde s, da besuch e mich in Weinheim ein
gewisse E win Mose , weil e Kinde büche illus ie en woll e. Als Bei-
spiele seine Zeichenkuns b ach e e ein a bige Fede zeichnungen mi ,
g oß o ma ige Fan asiebilde on schwebenden, liegenden, e digen E -
eignissen. Mein Ra , e kü z gesag , wa ielleich en scheidend. Das sind
ja gezeichne e Geschich en, Bilde olle E eignis. Und ganz ohne Wo e. Viel-
leich könn e man dennoch jeweils einige Sä ze hinzusch eiben, sozusagen als
akus ische Beglei musik.2 Wich ig ü den jungen Mose wa wohl, dass e
einen Ve lege bzw. Lek o ge unden ha e, de seine Bilde moch e und
e s and. Denn e zeichne e ja nich i gendwas, e zeichne e, was e in und
mi seine Fan asie e leb ha e. Vie zehn Tage spä e bekam ich in Wein-
heim Pos aus Gols (ode Wien?) mi eben diesen Zeichnungen. Jedem Bild
wa ein ku ze E zähl ex beige üg . E win Mose e zähl nich nu mi Bil-
de n, nun ha e auch Wo e ge unden.
Damals ahn e ich noch nich , we sich somi ankündig e, nämlich
ein Au o unzählige ku ze und lange Geschich en. Ein Dich e . Eine ,
de Romane sch eib und sie dann auch noch selbs illus ie . Was alles in
wenigen Jah en en s and, is heu e noch s aunenswe . Wie man weiß,
sind die meis en Kinde büche in de Regel spä es ens nach ün , sechs
Jah en om Ma k e schwunden; länge e bleiben sie meis nich . Nun,
ich habe Mose s Romane e neu gelesen – sie sind auch nach d eißig Jah-
en noch isch.
Mich ha on An ang an aszinie , wie E win Mose (scheinba mü-
helos) den Dingen Lu und Glück besche , so den Tie en, den S einen.
Wind, Nach und Himmel spielen mi . Alles komm zu Sp ache. Auch ein
angebissene Ap el. Genau das mach den Mose aus. So belausch e , wie
Hummel und Wespe mi einande eden, ode e sp ich mi eine Mücke:
Iiiiiiiiiiiiiiiii Ich liege im Be ./ Iiiiiiiiiiiiiiiii Eine Mücke summ ./
Iiiiiiiiiiiiiiiii Mücke, sei ne !/ Iiiiiiiiiiiiiiiii Mücke, lieg weg!// Du
wills mich wohl s echen,/ du du s iges Bies !/ Ich weiß, wie das/
bei euch Mücken so is !/ Hö mich an, liebe Mücke:/ Läss du mich
5
in Ruh,/ so schwö e ich,/ daß ich di auch nich s u!// Iiiiiiiiiiiiiiiii Ich
liege im Be ./ Iiiiiiiiiiiiiiiii Eine Mücke summ ./ Iiiiiiiiiiiiiiiii Mücke, sei
ne !/ Iiiiiiiiiiiiiiiii Bi e, lieg weg …/ Au!/ Pa sch! …/ Iiiiiiiiiiiiiiiii/ Na,
wa e, du/ hin e lis iges Vieh!3
Um noch in de Ch onik zu bleiben. Viele de Bild-Geschich en e schienen zu-
e s in meinen »Jah büche n de Kinde li e a u «, zunächs 1977 »Die Ge-
schich e on Philip Schnauze«, danach 1979 ein e s es Du zend in meinem
Jah buch »Das ach e Wel wunde «. Und dann gab es kein Hal en meh . E win
Mose wu de neben Janosch ein Haup au o des Ve lages. In asche Folge e -
schienen 1980 die Kindhei se inne ungen »Jensei s de g oßen Sümp e«, dann
1981 »G oß a e s Geschich en« und »Das Haus au dem liegenden Felsen«,
da in die g oß o ma igen Bilde des An angs. Und schon 1982 olg en »Ein Kä-
e wie ich« und »De Mond hin e den Scheunen«. Ku z, inne halb wenige
Jah e wu de aus diesen An ängen ein Mose -Büche be g.
Wohe nimm ein Au o , ein Küns le seine Bilde und Geschich en? Es
is sein Geheimnis und is doch e klä ba . Bei E win Mose is es zwei ellos die
Kindhei . Sie is ihm eine Wel olle Zuwendung. E heb den S ein und inde
da un e den Wu m. Kindhei – ein Wo , das Tü und To ö ne . Jede ha sie,
die eigene Kindhei . Fü E win Mose is sie Mi elpunk . Was e als Kind e le-
ben und wah nehmen und phan asie en und behal en du e, p äg sein küns -
le isches We k. E is ein E zähle und e zähl Geschich en, T äume, Sehnsüch-
e de Kindhei . Das Do , die Menschen, die Tie e, die Vögel, de Mond und ein
Ge ühl de Ha monie. So en s eh de eigene Blick au die Wel , in de wi leben.
Hans Ch is ian Ande sen, de Mä chene zähle , ha es so gesehen: Das Leben
is das schöns e Mä chen, da in kommen wi selbe o .4
Ande s gesag , wi spielen mi Geschich en und Bilde n, weil sie Nah ung
ü uns selbs sind. Und zwa om Kindsein an. Als Kind sind wi Küns le und
E inde . Das mach die Geschich en, die wi Kinde n e zählen, so we oll.
Wissen Sie, was ein Mehlkä e denk und ühl ? E win Mose weiß es, weil e die
Memoi en eines Mehlkä e s im Bu genland au gesch ieben ha . Ich bin doch
wi klich de einsams e, unglücklichs e und e lassens e Mehlkä e de Wel !5 Was
ü ein Ge ühlsausb uch! Doch gleich komm hin e he : Doch hal ! Selbs mi -
leid wa hie ehl am Pla z. Ich e such e, meine Ge ühle un e Kon olle zu b ingen
und zwang mich zu logischem Denken.6 Das is ein Zi a aus »Ein Kä e wie ich«.
Und beim Ze kauen kös lichen Mehls e äh man, unkundig wie wi nun mal
sind, was Mehlkä e beim Mehlkauen ühlen und denken:
De ie e Bissen abe is ü die Zukun . Is de ie e Bissen gu
ze kau im Magen gelande , so muß man ganz s a k an seine Zukun
denken. An die Pläne, die man o ha , an die g oßa igen Dinge, die
man im Leben un möch e, an die gewal igen und gu en Ta en, die man
ollb ingen möch e.7
Da haben wi sie wiede , die Mose sche Sinnwel . E win Mose s Romane, eben-
so iele seine Geschich en, e mi eln Lebensphilosophie. Eine (auch wenn
es nu ein Mehlkä e is ) denk nach übe alles und jedes, was eben unse Leben
ausmach : F eundscha , F eude, Liebe, Tod und wie e was möglich wi d, was
1 De Tex wu de in seine u sp üngli-
chen, mi Li e a u angaben e gänz-
en Fassung mi Genehmigung de
E bengemeinscha Gelbe gs e ö -
en lich , bei de auch die Rech e
liegen. © E bengemeinscha
Hans-Joachim Gelbe g (Ba ba a
Gelbe g, S e an Gelbe g)
2 E win Mose zi . in Gelbe g, Hans-Jo-
achim: Von Mäusen, Ka zen und
Menschen. Übe den Geschich ene -
zähle E win Mose . In: E win Mose :
Das g oße Fabulie buch. Geschich-
en & Bilde on übe all he . Mi
ielen e zaube en Bilde n. Wein-
heim, Basel: Bel z & Gelbe g 1995,
S. 5- 6
3 E win Mose : Die Mücke. In: E win
Mose : Das g oße Fabulie buch.
Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g
1995, S. 132.
4 Vgl. dazu Hans Ch is ian Ande sen/
Sabine F ied ichson: Das Leben is
das schöns e Mä chen, denn da in
kommen wi selbs o . Weinheim,
Basel: Bel z & Gelbe g 2005.
5 Ein Kä e wie ich. Die E lebnisse
eines Mehlkä e s. Weinheim, Basel:
Bel z & Gelbe g 1987, S. 63.
6 Ebda.
7 Ebda, S. 93.
6
eigen lich unmöglich schein . Zum Beispiel, wenn ein Rabe und ein Zaube e
die Lebens olle auschen. De Rabe wi d Mensch, leide ohne Menschensp a-
che, de Zaube e wi d Rabe, sp ich e doch die Rabensp ache. Diese Ra-
ben-S o y wa u sp ünglich eine ku ze Geschich e. Da in ha e ich mich gleich
e lieb . Ich and, es müss e ein Roman we den, eine mi ielen Fo se zun-
gen. So wu de aus de Geschich e ein wunde oll e eignis eiche Roman, biza
und mi kös liche Si ua ionskomik in einem ganz eigenen E zähl on. Hinzu
kamen iele a bige Bilde . (Nebenbei, welche Ve lag ließ damals einen Roman
a big bebilde n. Das mach e man nich , schon wegen de D uckkos en. Abe ,
wie gesag , ich wa e lieb in Mose s abige Wel .) Es wu de dann ein Roman,
de den Lese essel e, den Au o abe an gewisse G enzen üh e. Mein D än-
gen nach eine Fo se zung lehn e E win Mose en schieden ab. Es wa ihm
le z endlich das Böse, de Zaube des Bösen, zu g auslich gewo den. Hie spü e
ich ein ahnendes Angs po en ial. Vielleich mi ein G und, imme wiede Ha -
monie und Glück malend und sch eibend zu beschwö en. Ich glaube, dass E win
Mose Dunkelhei en in ensi spü e, sie abe in seinen Geschich en und Bilde n
unlichs e mied. Was Kinde n na ü lich ge äll , wenn alles gu ausgeh .
Was ü eine Pe spek i e, im Mauseblick die Wel zu sehen: Wi wissen, so
die Mäuse in »De Mond hin e den Scheunen«, wi wissen, dass die E de unse
Zuhause is , wi ühlen uns wohl au ih , abe wi ahnen gleichzei ig, dass es noch
ande e Wel en do d außen im All gib . Diese Ahnung weck unse e Neugie de und
se z unse e Phan asie in Gang …8 Ja, und o ih em Mauseloch spielen sie mi
de Ka ze das schöne Spiel: Ich sehe was, das du nich siehs , und das is …!
Wie gesag , in Mose s Geschich en sind Tie e auch Philosophen. Liebe, sag die
Eule, Liebe ha iel mi Ve s ehen zu un. Deswegen bemühe dich imme , die Wel
mi den Augen des ande en zu sehen. Und wei e : Wi sind uns e blich. Was on
uns s i b , wenn es sowei is , das is einzig und allein unse Kö pe . Wi selbs kön-
nen nich s e ben.9
Im Sinn diese Philosophie ha E win Mose eine Geschich e gesch ieben
– sie zähl zu meinen Lieblingen –, die äng so an: In einem Dachs uhlbalken
leb en einmal ün Holzwü me . Ih Leben bes and aus nagen, nagen und nochmals
nagen. In de Zei , in de sie nich nag en, schlie en sie, und das wa auch schon al-
les.10 (Eigen lich müss e man die Geschich e ganz o lesen.) Wi e ah en, wie
ein junge Holzwu m sein ödes Leben e ände n will, meh nich , und doch e -
ah en wi alle hand om Leben in unse e Wel . Auch, wenn es, wie in diesem
Fall, nu eine Holzwu m-Wel is .
Nach meinem Mose -Lieblingsbuch be ag , sage ich, das is wohl »De
Rabe Al ons« (Da is einmal ein Rabe gewesen…«,11 so äng es an), doch lieb
habe ich auch »G oß a e s Geschich en«, wie nämlich de G oß a e den k an-
ken He be gesund e zähl . Was ja g oße Kuns is . Dies alles in dem Do im
Bu genland zu Zei de Weinlese. Und wi wissen, welches Do gemein is .
Dazu, Sei e ü Sei e, unglaubliche 300 Fede zeichnungen innigs e A . Zudem
ein E olgsbuch, das nu um eine einzige Ju y-S imme den Deu schen Jugend-
li e a u p eis e pass ha .
Nun habe ich iel gesag zum E zähle Mose . Abe wie sieh es aus mi seinen
Bilde n? Von An ang an e zählen auch seine Bilde Geschich en. Hie in diesem
Museum we den sie gezeig . Man kann sie sich also selbe nache zählen. Kin-
7
de machen das mi Vo liebe. Dazu gehö en na ü lich auch die ielen Bilde ge-
schich en, imme wiede sind es Mäuseaben eue . Seine Zeichnungen, alle mi
Fede und schwa ze Tusche gezeichne und danach mi Aqua ell a ben kolo-
ie , inden di ek zum Beschaue und doch gib es imme wiede , hie und da,
kleine Geheimnisse. Mi innige Wonne kann man Baumhäuse mi phan as i-
schem Innenleben be ach en – Baumhaus, Vulkanhaus, Pilzhaus, das Haus au
dem liegenden Felsen … Auch au unzähligen g oß o ma igen Kalende blä -
e n inde sich Mose s T aum- und Wunschwel .
Al ed Kubin, de g oße Zeichne dunkle T aumwel en, e klä in einem We k-
be ich :
An E ah ung schwe , leich an Gepäck und hei e en Gemü s e eu sich
de Zeichne de wunde ba en Ein achhei seine Kuns , die es ihm
e laub , mi nich s als Fede , Tusche und Papie auszukommen. E
zaube sich seine Dinge und e inde und beg ünde Unmöglichkei en.12
Lassen Sie mich zum Schluss noch ein wenig spekulie en. Ich besi ze eine lan-
ge Lis e mi Ti eln on Geschich en, die E win Mose noch sch eiben woll e. Sie
lassen einen ande en Mose e mu en. Ja, was wä e, wenn? In unse e Phan a-
sie möch en wi mi e zählen. Ach, wenn wi doch – da wi die Ti el e ah en –
auch ih e Geschich en lesen könn en! Wie wi wissen, is das nich meh mög-
lich. Ich habe die Lis e in meine An hologie »Wo kommen die Wo e he ?«13
angebo en. So lese ich mal einige Ti el o : »Die Geschich e on de schönen
F au, die so ge ne hässlich sein woll e«, »Die Geschich e on de unheimlichen
Wohnung«, »Die Geschich e on dem Mann, de nich s ühl e«, »Die Geschich-
e on dem Mann mi den d ei E indungen«, »Die Geschich e on dem Mann,
de imme hölze ne wu de«, »Die Geschich e on dem Mann, de aus seinen
T äumen nich meh he aus and«.
Es äll mi schwe , au zuhö en mi meinen Eind ücken und E inne ungen.
Es is ja auch ein S ück meine eigenen Lebenszei , die ich hie e lek ie en du -
e. In eine Schlussbe ach ung on E win Mose zum g oßen »Fabulie buch«
mi ielen Bilde n und Geschich en, die ich auswähl e, lau e de le z e Sa z on
E win Mose : Kinde sind ein wildes, eies, wunde ba es Publikum.14
Ich glaube, liebe Damen und He en und Mose -Ve eh e , Sie sind es auch.
Sons wä en Sie ja nich hie .
8 E win Mose . De Mond hin e den
Scheunen. Weinheim, Basel: Bel z &
Gelbe g 1989, S.104.
9 Ebda, S. 171.
10 E win Mose : Die ün Holzwü me .
In: E win Mose : Fabulie buch.
Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g
1989, S. 20-23.
11 E win Mose : De Rabe Al ons. Eine
mä chenha e Geschich e in d ei-
undzwanzig Kapi eln on einem
Raben, de ein Mensch wa , und
einem Zaube e , de ein Rabe wa .
Mi ach undsechzig a bigen Bilde n
on E win Mose . Weinheim, Basel:
Bel z & Gelbe g 1998, S. 9.
12 Al ed Kubin: De Zeichne (1922). In:
Ul ich Rieme schmid (Hg.): Al ed
Kubin – Aus meine We ks a .
Gesammel e P osa mi 71 Abbildun-
gen. München: d 1973, S. 59–60.
13 Hans-Joachim Gelbe g (Hg.): Wo
kommen die Wo e he ? Neue
Gedich e ü Kinde und E wach-
sene. Weinheim, Basel: Bel z &
Gelbe g 2011.
14 Hans-Joachim Gelbe g: Von Mäusen,
Ka zen und Menschen. Übe den
Geschich ene zähle E win Mose .
In: E win Mose : Das g oße Fabulie -
buch. Geschich en & Bilde on
übe all he . Mi ielen e zaube en
Bilde n. Weinheim, Basel: Bel z &
Gelbe g 1995, S. 6.
8
Li e a u e zeichnis
P imä li e a u
Mose , E win: Fabulie buch. Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g 1989.
Mose , E win: Das g oße Fabulie buch. Geschich en & Bilde on übe all he . Mi ielen e -
zaube en Bilde n. Weinheim: Bel z & Gelbe g 1995.
Mose , E win: De Mond hin e den Scheunen. Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g 1989.
Mose , E win: Ein Kä e wie ich. Die E lebnisse eines Mehlkä e s. Weinheim, Basel:
Bel z & Gelbe g 1987 (= Gulli e Taschenbuch 29). [EA 1982]
Mose , E win: De Rabe Al ons. Eine mä chenha e Geschich e in d eiundzwanzig Kapi eln on
einem Raben, de ein Mensch wa , und einem Zaube e , de ein Rabe wa . Mi ach und-
sechzig a bigen Bilde n on E win Mose . Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g 1998
(= Gulli e Taschenbuch 303). [EA 1990]
Sekundä li e a u
Ande sen, Hans Ch is ian / Sabine F ied ichson: Das Leben is das schöns e Mä chen, denn
da in kommen wi selbs o . Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g 2005.
Gelbe g, Hans-Joachim: Von Mäusen, Ka zen und Menschen. Übe den Geschich ene zähle
E win Mose . In: E win Mose : Das g oße Fabulie buch. Geschich en & Bilde on übe -
all he . Mi ielen e zaube en Bilde n. Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g 1995. S. 5–6.
Gelbe g, Hans-Joachim (Hg.): Wo kommen die Wo e he ? Neue Gedich e ü Kinde und
E wachsene. Weinheim, Basel: Bel z & Gelbe g 2011.
Kubin, Al ed: De Zeichne (1922). In: Ul ich Rieme schmid (Hg.): Al ed Kubin – Aus meine
We ks a . Gesammel e P osa mi 71 Abbildungen. München: d 1973. S. 59–60.
9
1 Bis 2009 hieß diese so. Heu e heiß
e »Ös e eichische Kuns p eis ü
Kinde - und Jugendli e a u «. Mi
diese Auszeichnung wi d das küns -
le ische Gesam we k gewü dig .
E win Mose : Fan as ische Geschich en
Zu Auss ellung im Ka ika u museum K ems om 4. Mä z
2023 bis zum 23. Juni 2024
Von Go ied Gusenbaue und Tanja Münichsdo e
Im Auss ellungsp og amm des Ka ika u museums K ems spielen neben Ka i-
ka u en, Ca oons und sa i ischen G a iken auch Illus a ionen ü Kinde bü-
che eine bedeu ende Rolle. Ziel is es, besonde s dem jungen Publikum ein
einziga iges und be eiche ndes Museumse lebnis zu bie en. Es is uns – und
o allem dem Team de Kuns e mi lung – ein zen ales Anliegen, Kinde in
ih en F agen, Fan asien, Sehnsüch en und Ängs en e ns zu nehmen. Unse e
He angehensweise o ien ie sich dabei an einem iel ach zi ie en Lei sa z
aus dem Museums- und Ve mi lungsbe eich: Kinde sind nich das Publikum
on mo gen, sonde n be ei s das on heu e. Deshalb möch en wi das Museum
schon ü junge Besuche *innen als einen O e lebba machen, an dem ih e
Pe spek i en we geschä z we den und Gehö inden.
Die Ausgangssi ua ion ü das Museum wa übe aus inspi ie end: Die
an asie oll e zähl en und gezeichne en Kinde büche on E win Mose s ah-
len g oße Wa mhe zigkei aus und sind ein es e Bes and eil de deu schsp a-
chigen Kinde - und Jugendli e a u . Seine We ke wu den in meh als 20 Sp a-
chen übe se z und iel ach ausgezeichne . Zwei seine Büche s anden 1982
und 1983 au de Auswahllis e zum Deu schen Jugendli e a u p eis, und ü
»De Rabe Al ons« e hiel e 1992 den Ra en änge -Li e a u p eis de S ad
Hameln. 2006 wu de E win Mose zudem mi dem »Ös e eichischen Wü di-
gungsp eis ü Kinde - und Jugendli e a u «1 geeh . Mose s Bilde und Ge-
schich en e eichen alle Al e sg uppen. Sie un e hal en, machen Mu , nehmen
Ängs e, geben Ho nung und e mögen soga zu ös en.
Die inhal liche und küns le ische Pe spek i ie ung de Auss ellung en s and
in einem kleinen, engagie en Team: Gemeinsam mi Ru h Mose , Wi we und
Ku a o in, sowie de wissenscha lichen Mi a bei e in Anna S einmai en wi-
ckel en wi Ideen ü einen spiele ischen Zugang. Unse Ziel wa es, jungen Be-
suche *innen einen ungezwungenen, angenehmen und inspi ie enden Au -
en hal im Museum zu e möglichen. So wu den den gemü liche Vo lese-Oh-
ensessel, eine Leselounge sowie iel äl ige Lese- und Spielangebo e mi en in
de Auss ellung zu Ve ügung ges ell . Ein E win-Mose -Lesepass zum Mi -
nehmen lud dazu ein, das Museumse lebnis auch zu Hause wei e zu üh en.
Diese Angebo e e ö ne en Kinde n – gemeinsam mi ih en Familien und Be-
glei pe sonen – einen Raum ü In e ak ion, Vo leseak ionen und gemeinsa-
mes En decken. Vo lesen, als zen ale Aspek de Lese ö de ung, spiel e in de
konzep ionellen Aus ich ung eine wich ige Rolle: Es scha Nähe und Aus-
ausch, e schließ Wissen, ö de die Konzen a ion – und eg Fan asie sowie
Vo s ellungs e mögen an. Auch E win Mose selbs sah das k ea i e Scha en
als En deckungs eise: Büche sch eiben und Zeichnen is ü mich imme auch eine
Fo schungs eise, es ha mi de E o schung de Wel zu un, so wie ein kleine
16
be) und die Bewäl igung on inne en und äuße en schicksals äch igen Si ua-
ionen. Die Mäuse Tim und Tanja we den aus eine misslichen Lage, einem
Schneeges öbe , be ei – ausge echne on einem seh sonde ba en, ellbe-
wachsenen, weißen Schneemenschen, de allein haus . Diese zeig sich en ge-
gen e waigen e s en Ve mu ungen den Mäusekinde n gegenübe äuße liebe-
oll und ü so glich. Zwei el am Wesen des Schneemenschen kommen nu bei
den Lese *innen au , die Mäuse hingegen behandeln den »komischen Kauz« mi
eine kindlichen Un o eingenommenhei . Das Kennenle nen geh übe die e s e
Re ungsak ion hinaus und ende beim gemeinsamen Spiel zwischen Mäusen
und Schneemenschen. Aus de Zu allsbekann scha wi d meh , und eine
F eundscha en s eh . Neben den iel äl ig gezeichne en Cha ak e en, ih em
Mu und Ein alls eich um scheinen auch Möglichkei en, die du ch eine spon ane
Begegnung en s ehen können, au . In diesem Fall en wickel sich eine F eund-
scha , ein zen ales Thema im We k E win Mose s und de ühen Kindhei .
Mose s Figu en zeigen sich ambi alen und weisen En wicklungspo en-
ial au . Mose e laub seinen Figu en, sich on kul u ell beding en Zusch ei-
bungen und gängigen Annahmen übe diese zu be eien, z.B. in »De Wunsch-
hase«, die Figu des »Angs hasen«, de mu ig und zugleich ängs lich is , ode
de Fuchs, de gemeinhin als lis iges Tie gil und doch nich so schlau zu sein
schein . Dabei beinhal en E win Mose s We ke o mals zu ällige ode schick-
salsha e Momen e in Fo m on glücklichen Wendungen, die d ohende Ge ah-
en ode konk e e An o de ungen de Umwel abwenden konn en, z.B. in »Klei-
ne Ka ze Nina«, »Kon ad de Schneemensch« ode »De Wunschhase«.
4.1. Me hodisch-Didak ische Übe legungen zu ausgewähl en We ken
E win Mose s
Das Be ach en de Bilde büche E win Mose s on Kinde n ohne konk e e Le-
se ähigkei en e zeug inne e Bilde , ak i ie symbolisches Vo wissen und ge-
wäh leis e eine Anschluss ähigkei an die Handlungen de ik i en Figu en.
E win Mose hol sein junges Publikum du ch seine ansp echenden Illus a io-
nen bildlich und du ch seine eindeu ige, gu e s ändliche Sp ache a ek i ab.
Seine Geschich en knüp en an de kindlichen Lebenswel an und lassen Denk-,
Fan asie- und Spiel äume ü ih e eigenen In e p e a ionsweisen zu. Du ch E -
win Mose s Wahl des komplemen ä en Ve häl nisses zwischen Tex und Bild is
sowohl eine ealis ische Deu ung de konk e en Si ua ion als auch das eie As-
soziie en on Bedeu ungen und Geschehnissen möglich. Die Fo mulie ungs-
und Illus a ionsweise des Au o s begüns ig zudem einen Kompe enze we b
in de Sp achbildung ü die Kinde . Die Geschich en und Illus a ionen sind
ü Kinde on ein bis sechs Jah en zu emp ehlen. Die bun e und doch zu ück-
hal ende Fa bwahl und die bildne ische Technik sind (nich nu ) ü Kinde äs-
he isch in hohem Maße ansp echend. Die Be ach ung ode das Vo lesen de
Bilde büche lösen einen hohen Au o de ungscha ak e an das Kind aus. Sie
dienen als Einladung zum Sp echen. Die Bilde büche des Au o s beglei en
Kinde beim Übe gang in de Phase om Lus - zum Reali ä sp inzip und behan-
deln die menschliche Ambi alenz zwischen Reali ä sanpassung und Fan asie.
In den Geschich en und Bildda s ellungen des Au o s we den sowohl bildha e
als auch inhal liche Bezüge zu Kuns und Kul u he ges ell und die eigene
17
Iden i ä s indung un e s ü z . Zen ale Themen de ühen Kindhei s ehen
dabei im Zen um seines We kes: Von de Ich- zu Selbs bildung, Nähe und
T ennung, Alleinsein-Können und Gemeinscha . Auch schme zliche und
o zdem bewäl igba e E ah ungen mi Ich-Sein, Ande ssein, Fühlen und
Denken we den gezeig . E win Mose s Geschich en e möglichen dem Kind da-
bei sowohl die E ah ung de Iden i ika ion als auch die Dis anzie ung zu den
P o agonis *innen de E zählung. Zen al sind in Mose s We ken e schiedene
Si ua ionen und Geschich en, die on F eundscha und Beziehung handeln
z.B. »Bo is, de Ka e «; »Kleine Ka ze Nina«; »Manuel und Didi«; »Mein Baum-
haus«; »De Wunschhase« u. a.; we ebezogene Themen, wie die un e schiedli-
chen Lebenswel en ode die iel äl ige Ges al ung on F eundscha en, g ei
Mose au (z.B. »Mein Baumhaus« u.a.).
4.2. Ea ly Li e acy: (Dialogisches) Vo lesen, Lese- und
Sch eibe ah ungen mi E win Mose
Ea ly Li e acy, also E ah ungen mi dem Lesen- und Sch eibenle nen, begin-
nen nich in de Schule. E s e Lese- und Vo lesee ah ungen inden in de Fa-
milie und in den e s en, pädagogischen Bildungsein ich ungen s a . Bilde bü-
che on E win Mose e möglichen das E zählen bei Bildbe ach ungen und
das Dialogische Vo lesen du ch eine beziehungso ien ie e, pädagogische Hal-
ung: Eigene inne e Bilde , Lus olles und Unlus olles, Wünsche, Vo s ellun-
gen und Ängs e können und dü en zu Sp ache geb ach we den, genauso wie
an konk e e E ah ungen des Kindes angeschlossen we den kann. Auch p axis-
o ien ie e Möglichkei en des me hodisch-didak ischen Einsa zes seines
We ks zu En wicklung de Sch i sp ache sind umse zba . Exempla isch we -
den me hodisch-didak ische Übe legungen zu d ei ausgewähl en We ken on
E win Mose anges ell , die als Impulse ü eine Umse zung im elemen a päd-
agogischen Se ing zum Einsa z kommen können. Diese Übe legungen o ien-
ie en sich an den Bildungsbe eichen de G undlagendokumen e ü die Ele-
men a pädagogik18 und den oben genann en Theo ien zu En wicklungspsy-
chologie sowie den G undlagen de Mon esso i-Didak ik.19 Auch die Me hoden
des Philosophie ens mi Kinde n we den hema isie .20
4.3. Übe sich zu Umse zung on »Das Ka zen-ABC«, »De
Wunschhase« und »Kleine Ka ze Nina«
»Das Ka zen-ABC« (2025)
Inhal : Kennenle nen des ABCs du ch Bildbe ach ung und Vo lesen. Im Vo -
de g und s eh das Kennenle nen de Ve bindung on mündliche Sp ache und
gesch iebenem Symbol. Die Anlau e de Vo namen de P o agonis en we den
in ge eim en, ku zen Sä zen und um die Ka zenwel humo oll p äsen ie .
Emp ehlung: ab dem 1. Lebensjah
Ve schiedene Einsa zmöglichkei en und du chgängige Nu zung ü eine g oße
18 Vgl. e wa Cha lo e-Bühle -Ins i u
(CBI) ü das Bundesminis e ium ü
Bildung, Wissenscha und Fo -
schung (BMBWF): Bundeslände -
übe g ei ende BildungsRahmen-
Plan ü elemen a e Bildungsein-
ich ungen in Ös e eich.
2009/2020.
19 Vgl. dazu e wa Hol s iege: Modell
Mon esso i. (2004;) Axel Hol z:
Mon esso i-Pädagogik und Sp ach-
ö de ung. Ulm: Kinde s-Ve lag 1994;
Mon esso i, Ma ia: Das k ea i e Kind.
F eibu g im B eisgau: He de 2007.
20 Vgl. Ba ba a B üning: Philosophie en
mi Kinde n. Eine Ein üh ung in
Theo ie und P axis. Be lin: LIT-Ve -
lag 2015, S. 88 .
18
Al e sspanne möglich. Besonde es Fo ma des Pappbilde buches.
Isola ion de Eigenscha : Reduzie e Da s ellung: Ein*e P o agonis *in bzw.
eine ku ze Handlung au bildliche und ex liche Ebene bie e besonde s jun-
gen Kinde n ein gu es Ve s ändnis des Geschehens.
Du chgängige Anwendung in de g oßen Al e smischung de e s en Bildungs-
ein ich ung bis zu Schule du ch Va ia ion in de Anwendung möglich.
Übe legungen:
Lebenswel : Anknüp en an kul u elle, lebenswel liche E ah ungen mi Tie-
en, gesp ochene Sp ache und Sch i sp ache
Iden i ika ion: Iden i ika ionsmöglichkei und hohe Au o de ungscha ak-
e du ch » ie ische Ge äh en«
Ea ly Li e acy & Sp achbildung: du ch Bildbe ach ung, E zählen und dialo-
gischem Vo lesen. Reime und Rhy hmus des Buches e en beim Vo lesen au
kindliche Neugie an Wiede holung und Kennenle nen on S uk u und Tona-
li ä on Sp ache und Sch i
Lau ie ungsakzen e beim Vo lesen: Ve knüp ung on gesp ochene Sp ache
& Symbol in de Sch i sp ache
Vom Vo lesen zum e s en, eien Lesen
Vom E kennen einzelne Buchs aben als Symbole de Sch i zum e s en, eien
Sch eiben
Me hodische Umse zung:
Ka zen-Box mi P o agonis en des Bilde buchs als Spiel igu en ü eies, sym-
bolisches Spiel
Anlau box mi konk e en Gegens änden und Bild- bzw. Wo ka en mi Ka -
zennamen (e wei e ba zu: Vo namen de Kinde )
Bild-/Wo ka en zum e s en Lesen und Sch eiben
Klassi izie ungsma e ial zu Ka zen
Malhe e als Vo be ei ung au das Sch eibenle nen
E s lese-/E s sch eibehe e
ABC-Plaka e s ellung
Reimen und hy hmisch-musikalische Umse zung
»Kleine Ka ze Nina« (2023)
Inhal : Die Lebenswel de kleinen Ka ze Nina. Von Alleinsein-Können und
F eundscha , Spiel & Spaß und de »ande en« Sei e Ninas.
Emp ehlung: ab dem 2. Lebensjah
Klein o ma ig, ku ze Meh wo sä ze, ein ache, nach ollziehba e Handlungs-
e läu e de au egenden Lebenswel de Ka ze Nina.
Übe legungen:
Lebenswel : Anknüp en an kul u elle, lebenswel liche E ah ungen mi Tie-
en, gesp ochene Sp ache und Sch i sp ache
Iden i ika ion: Iden i ika ionsmöglichkei und hohe Au o de ungscha ak e
du ch » ie ische Ge äh en«
19
Ea ly Li e acy & Sp achbildung: du ch Bildbe ach ung, E zählen und dialo-
gischem Vo lesen.
Vom Geschich e hö en, zum Geschich e wei e en wickeln
Vom Vo lesen zum e s en, eien Lesen
Vom E kennen einzelne Buchs aben als Symbole de Sch i zum e s en, eien
Sch eiben
Me hodische Umse zung:
Ka ze-Nina-Box ü symbolisches Spiel und eie Assozia ion
Umse zung im Rollenspiel bzw. szenischem Spiel
Bild-Wo ka en
Bildka en zu Se iali ä
Wei e üh ung/Abände ung de Geschich e »Die ande e Sei e Ninas«
E s lese-/E s sch eibehe e
Einbe ung des We kes im Kon ex Biog a iea bei zum Thema »Ich«
We e e mi lung zum Thema »F eundscha «
»De Wunschhase« (2024)
Inhal : e s e Geschich e aus »De Wunschhase«: e zähl wi d on zwei Angs -
hasen, om Ängs lich-Sein und Schlau-Sein, wie sich Dinge übe aschend wen-
den können und wie es dazu komm , dass die Angs hasen sich nach de Fluch
o dem Fuchs und dem Luchs auch du ch F eundscha in zwei Wunschasen
e wandeln.
Emp ehlung: ab dem 3. Lebensjah
Übe legungen:
Lebenswel : Anknüp en an kul u elle, lebenswel liche E ah ungen mi Tie-
en, gesp ochene Sp ache und Sch i sp ache
Iden i ika ion: Iden i ika ionsmöglichkei und hohe Au o de ungscha ak-
e du ch » ie ische Ge äh en«
Soziale Kogni ion und Men alisie ungs ähigkei : Ein ühlen in das Gegen-
übe und nach ollziehen komplexe Denk-, Fühl- und Handlungsweisen
Philosophie en: Wünsche, Ängs e, Ho nungen, Übe aschungen, die das Le-
ben mi sich b ing , F eundscha und Wei e en wicklung als Folgen on Be-
gegnungen
Me akogni ion, Emo ion und We ebildung: Zusch eibungen, We e e c.,
die kul u ell o gegeben sind, zu Sp ache b ingen und k i isch hin e agen
Me hodische Umse zung:
Vo lesen bzw. Dialogisches Vo lesen
E s e Lese-/Sch eibhe e
Bildka en zu Se iali ä
Bild-/Wo ka en zu Ge ühlen
Szenisches Spiel / Umse zung als Thea e s ück
E zähl-Thea e bzw. Kamishibai
Bilde buch-Kino
Philosophie en: Phänomenko e zu »F eundscha «21 bzw. P ojek a bei zum
Thema: Wünsche, F eundscha , Angs und Mu 21 Ebd., S. 31.
20
Li e a u e zeichnis
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Mose , E win: Das Ka zen-ABC. Zü ich: No dSüd 2025.
Mose , E win: Das Weihnach sgeschenk. Zü ich: No dSüd 2024.
Mose , E win: De Wunschhase. Fabelha e Geschich en und Bilde on E win Mose . Wein-
heim, Basel Bel z& Gelbe g 2024.
Mose , E win: Die Maus im All. Zü ich: No dSüd 2024.
Mose , E win: Joschi Tin enka z. Zü ich: No dSüd 2024.
Mose , E win: Kleine Ka ze Nina. Zü ich: No dSüd 2023.
Mose , E win: Kon ad, de Schneemensch. Zü ich: No dSüd 2024.
Mose , E win: Manuel & Didi. Mäuseaben eue im Somme . Weinheim: Gulli e in de Ve lags-
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Sekundä li e a u
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22
»Schwebe-, Fla e -, Schwi -, Sause- und
Gaukelmaschinen«
Li e a isches und K ea i es Le nen mi E win Mose s
Flugobjek en
Von Ju a P eisinge 1
Sei Beginn meine Un e ich s ä igkei im Jah 1985 is es mi ein Anliegen,
meinen Schüle *innen in e essan e, spannende, an asie olle und inspi ie en-
de Kinde büche o zus ellen und mi diesen im Un e ich zu a bei en. Von
E win Mose sp achen mich die Illus a ionen besonde s an, die Geschich en
aszinie en mich und inspi ie en mich zu ielen Un e ich sideen. In meine
langen Un e ich s ä igkei habe ich mi den Kinde n be ei s iele un e schied-
liche P ojek e zu E win Mose e wi klich . Eine schöne E inne ung is de
B ie , den eine ie e Klasse an E win Mose im Jah 2004 sch ieb, und den e
selbs noch bean wo e e. Ich möch e ku z aus diesem B ie zi ie en, da e
schön zeig , wie seh e sie du ch sein Sch eiben zu eigenem K ea i sein e mu-
ig e. Au die F age, ob e Vo bilde hä e, an wo e e e wie olg :
Beim Zeichnen ha e ich siche du zende on Vo bilde n, F. K. Wäch e ,
Janosch, Jean Gi aud (ein Comiczeichne ) um die wich igs en zu nennen.
Abe noch heu e schaue ich mi jede gu e G a ik genau an und e suche
imme e was dazu zu le nen. […] Beim Sch eiben is es ähnlich. Man
kann sich einen Sch eibs il als Vo bild nehmen, abe zum eigenen S il
inde man am leich es en, indem man o en und genau eigene
Gedanken und E lebnisse besch eib . Sie kommen einem am An ang
ielleich unscheinba o , abe die eigenen Gedanken und E lebnisse
sind die, die noch kein Ande e ha e und dahe ü alle ande en am
in e essan es en sind. Wich ig is , daß man eh lich is , dann is man
au oma isch o iginell. Mach einen Ve such in diese Rich ung … 2
Dass meine Begeis e ung und Liebe zu den We ken auch die Kinde ‚ange-
s eck ‘ haben, zeigen olgende Äuße ungen eine zwei en Klasse aus dem F üh-
jah 2023. Die Kinde wa en damals ci ca 7 Jah e al , sie sch ieben:
An den E win Mose Büche n ge äll /ge allen mi , …
• dass sie so an asie oll und inspi ie end ü ande e Geschich en
sind. (Hannah)
• die bun en Zeichnungen. (Johanna)
• die Gedanken ü neue Idee zum Zeichnen. (Annabell)
• dass sie imme gu ausgehen. (Lau ens)
• dass die Tie e in den Büche n iele F eunde inden und au ih en
Reisen imme zusammenhal en. (Ma ha)
• dass sie mi Ene gie geben, die mich glücklich mach . (Emma)
• dass es so iele »e undene« Fah zeuge gib . (Lau enzo)
23
• dass man seh iel Fan asie »k ieg «. (Jonas)
• dass die Länge de Geschich en genau ich ig is – nich zu lange
und nich zu ku z, ein ach genau ich ig! (Lena)
Und in eine d i en Klasse hieß es: Büche machen lesesüch ig!
Die beiden Figu en Manuel und Didi aus de gleichnamigen Bilde buch eihe,
die seh belieb bei den Schüle *innen sind, ungie en heu e als Schulmasko -
chen. Es is ga nich selbs e s ändlich ü eine Ins i u ion, eine solch g oße
Bindung an das We k eines Sch i s elle s zu haben. Ich möch e ku z e klä en,
wie das gekommen is : Ru h Mose le n e ich 2013 kennen. Ich ha e sie in mei-
ne Klasse eingeladen, dami sie mi den Schüle *innen übe die Mose -Büche
sp ich . Kinde sind ja seh neugie ig und Ru h, die mi le weile eine F eundin
is , eine begeis e nde Li e a u e mi le in. Einige Zei spä e en s and nach
einem Besuch bei E win und Ru h Mose in Wien die Idee, unse e Volksschule
in »E win Mose Volksschule« umzubenennen. E win Mose , de in Gols au -
wuchs, ha e als Kind diese Schule selbs besuch . Ich and, dass ein in e na io-
nal geschä z e Kinde buchau o in seine Heima gemeinde nich nu du ch
das »E win Mose Museum«, sonde n auch du ch die Umbenennung de Schule
gewü dig we den soll e. E s ein paa Jäh e spä e , nach meh e en Gesp ächen
mi Ru h Mose , meinen Kolleg*innen und Ve e e *innen de Gemeinde, wu -
de die Idee e wi klich : Sei 1. Sep embe 2018 üh unse e Schule nun den
Namen »E win Mose Volksschule Gols«. Das Lei bild de Schule wu de on E -
win Mose s We ken inspi ie . Die We e, die uns besonde s wich ig sind, sind
auch au de Homepage de Schule ange üh : »Tole anz leben, we schä zend
mi einande umgehen, sich espek oll begegnen, F eundscha en genießen«,
Begeis e ung ü das Lesen ö de n, K ea i i ä wecken und Fan asie be lügeln
sowie »F eude an de Na u « spü en und die Be ei scha zum Schu z de Na u
en wickeln.3 Heu e besuchen 160 Schüle *innen unse e Schule, be eu on 18
Leh k ä en, die alle den E zählkosmos on E win Mose schä zen und leben-
dig hal en. He zs ück de Schule is die kleine Biblio hek im Eingangsbe eich:
Do s ehen iele Mose -Büche in Klassens ä ke be ei , können ausgebo g
we den und laden zum Kennenle nen und Schmöke n ein.
Fü mich is A bei en mi K ea i i ä ein wich iges Un e ich sp inzip: Im Juli,
wo es keinen Un e ich meh gib , bie e ich an meine Schule die »FAn a-
sie-LAss-RAus«-Nachmi age an, ku z FALARA, da geh es mi o allem um
den k ea i en Umgang mi un e schiedlichen Ma e ialien. E win Mose s Büche
haben an diesen Tagen einen g oßen S ellenwe . In meinem Un e ich e s ehe
ich Li e a u als Impulsgebe in, die kindliche Neugie de weck und die Ges al-
ungsk a sowie den Wissensd ang de Kinde ö de . E win Mose ha ganz un-
e schiedliche Kinde büche e ass . Vo allem seine Bilde büche mi ih en
an asie eichen Bildwel en bie en jünge en Kinde n einen leich en Zugang zu
Li e a u und un e s ü zen zugleich den spiele ischen Umgang mi Sp ache und
K ea i i ä . Dies schein mi ge ade heu e wich ig, da ich im Lau e de Jah e e -
ah en habe, wie seh gu gemach e Büche das sp achliche und li e a ische Le -
nen ö de n können. Fü mich s ellen die Mose -Büche hie ideale Eins iegslek-
ü en da , wiewohl ich auch die sechs Romane wie »Ka zenkönig Mauzenbe ge «,
»De Rabe Al ons« ode »De Mond hin e den Scheunen«, die ja o allem ab de
1 De Tex en s and im He ausgebe -
eam in enge Abs immung mi Ju a
P eisinge ; die im Bei ag e wähn en
Büche we den am Ende ange üh ,
wobei au noch im Handel lie e ba e
Exempla e we geleg wu de.
2 E win Mose : B ie an eine Klasse
de Volksschule Gols, im P i a besi z
de Ve asse in, maschinenge ipp ,
ün A4-Sei en, o. D. [2004], S. 4; um
die Lese eundlichkei zu e höhen,
wu de kleine e Tipp ehle im O igi-
nal ko igie , die al e Rech sch ei-
bung wu de beibehal en.
3 Genaue e In os zu den Schwe punk-
en de Schule, de auch diese
Besch eibung en nommen is ,
inden sich au de HP de Schule
(Rub ik S a ), gl. dazu h ps://
e win-mose - olksschule-gols.a /
[30.08.2025].
24
d i en Klasse bis in die Sekunda s u e gelesen we den können, seh schä ze.
Ich bin auch als P axisleh e in ä ig, s elle also ein Bindeglied on de Hoch-
schule zum Ein i in das Be u sleben da , und e suche angehenden Leh pe -
sonen meine Begeis e ung ü Kinde li e a u mi zugeben. E win Mose s Bü-
che bie en dabei ü den Un e ich eine eiche Fundg ube: Faszinie end und
an egend ü die kindliche Fan asie sind die iel äl igen Behausungen und
Fo bewegungsmi el, die mal an Land, mal un e de E de, im Wasse ode so-
ga im All o kommen. Die an as ischen Flugobjek e, au die ich im Folgenden
eingehe, spielen in den Büche n o eine zen ale Rolle: Sie eiben die Aben-
eue eisen de P o agonis *innen o an und üh en sie zu einem gu en Ende.4
2. Fliegen als Baus ein in Mose s E zählkosmos: No mach
e inde isch!
Die Sehnsuch nach dem Fliegen is eine an h opologische G undkons an e.
Das zeigen schon my hische S o e wie die g iechische Sage on »Daedalus und
Ika us«. Heu e e ö nen D ohnen und Raum ah neue Pe spek i en au Mobi-
li ä , Technik und Wissenscha . Kinde begegnen Flugobjek en in Bild- und
Tonmedien, in Sachbilde büche n, als Spielzeug ode du ch eale Beobach un-
gen am Himmel. Du ch die Li e a u , und speziell du ch Mose s Geschich en,
können sie ih e Eind ücke e lek ie en, Sinn und Zweck on Flugge ä en hin-
e agen und eigene Ideen en wickeln. Mose s Büche holen die Kinde do
ab, wo sie sind: Sie g ei en die kindliche Fan asie di ek au , ö de n sie und la-
den zum Mi machen, Wei e denken, Fabulie en, abe auch zum k ea i en Ex-
pe imen ie en ein. Die Ve bindung on Lesen, E zählen und k ea i e A bei
e ö ne somi eine neue Dimension des Le nens: Fan asie und Wissen gehen
Hand in Hand, S aunen wi d zum Ausgangspunk ü E kenn nis. Ich sehe die
wachen Augen de Kinde , hö e ih e spon anen Kommen a e, wenn wi die Bü-
che gemeinsam be ach en und lesen. Ich age sie dann: Fliegen is doch e -
was Faszinie endes, nich wah ?! We möch e es nich einmal ausp obie en?
We möch e nich liegen können wie ein Vogel? Ein Ge ühl on F eihei , Leich-
igkei und die Aussich au eine wei e, o ene Wel sind ü iele Menschen
e lockend. Ohne echnische Hil smi el is das abe nich möglich, und genau
hie e ö ne sich die aszinie ende Wel de Imagina ion.
Was mich an Mose s Kinde büche n aszinie : Es sind meis All agsge-
gens ände, die plö zlich zu Flugge ä en we den – ein Regenschi m, eine lie-
gende Kis e –, also Dinge, die in de kindlichen Vo s ellungswel p äsen sind
und mi denen Leh k ä e wunde ba a bei en können. Ein Beispiel is »Koko
mi dem Zaube schi m« aus »Das g oße Buch on Koko und Ki i«, das sich gu
ü die e s en Lesejah e eigne . De wunde same Schi m, mi dem de kleine
Koala liegen kann, b ing e s so ich ig Schwung in die Geschich e und mach
Koko zum Aben eu e . De Zaube schi m, de in ielen Lebenslagen Hil e bie-
e , e binde an asie olle Ideen mi s ingen en Handlungszusammenhän-
gen. Am Ende jedoch, als de P o agonis sein Glück ge unden ha , e lie de
Schi m seine Zaube k a . De eigen liche Zaube lieg nun – ielleich – in Ko-
kos neuem Leben mi seine F eundin Ki i. Auch die »Mose Minis«, die sich gu
ü Lesean änge *innen eignen, bie en hie eichlich Inspi a ion: Maus T ixi
25
aus »Die Maus im All«, mach sich mi eine selbs gebas el en Rake e au die
Suche nach eine neuen Heima au einem ande en Plane en. Seh schä ze ich
das Bilde buch »Die liegende Kis e«, da hie das Mi einande de Tie e im Mi -
elpunk s eh . Die Zaube kis e wi d nämlich zu eine liegenden A che Noah,
indem sie Tie e in No e e . Auch die Na u is imme eingebunden, wobei sie
ganz neue Eigenscha en bekomm : In de Geschich e om «Kü bis lugzeug«
äum de Mechanike Fa ald da on, ein Flugzeug zu bauen, abe es ehlen ihm
Geld und echnisches Wissen. Mi einem iesigen Kü bis aus seinem Ga en ge-
ling es ihm abe , seinen T aum zu e wi klichen. E mon ie einen Au omo-
o , Flügel und Räde an den Kü bis, und wie du ch Zaube hand heb das Flug-
zeug a sächlich ab. Es unk ionie so gu , dass e soga Rund lüge mi »Ka -
zenpassagie en«5 machen kann. Das Ende is besonde s schön, wenn
gemu maß wi d, wa um diese sel same P lanze übe haup liegen kann: I -
gendwie muss e es an dem Kü bis liegen. Es wa wah scheinlich ein Zaube kü bis,
und manchmal ahn e Ka e Fa ald dunkel, dass das Kü bis lugzeug nich einmal
unbeding einen Mo o b auch e …6 Das is wunde ba , weil es as an ein klassi-
sches Mä chen e inne . Magische Gegens ände wie Zaube kü bisse gib es ja
iele in de Li e a u : Bei »Aschenpu el« e wa – in de Fassung Pe aul s bzw.
im Zeichen ick ilm »Cinde ella« on Wal Disney, nich bei den B üde n
G imm – e wa e wandel sich ein Kü bis in eine p äch ige Ku sche. Gemein-
sam » abulie en« wi dann, das heiß wi machen uns Gedanken und auschen
Ideen aus. Mi ein achen Übe legungen möch e ich Kinde ü das Lesen ge-
winnen, sie an Li e a u he an üh en und ih e Au me ksamkei au e zähle i-
sche Mi el lenken, und gleichzei ig – Sch i ü Sch i – Li e a u wissen au -
bauen. Bei Mose inden wi klassische Themen de Li e a u : Es geh um Sehn-
such (»Das Kü bis lugzeug«, »De Schwebesessel«), um Solida i ä und
Hil sbe ei scha (»Das Ap ellu schi N . 3«, »Die Geschich e on de Gehma-
schine«, »Eisbä , E dbä und Mausbä «, »Das g oße Buch on Koko und Ki i«),
um die Ve besse ung on Lebensbedingungen (»Die Maus im All«, »Die Ge-
schich e on de Gehmaschine«, »Eisbä , E dbä und Mausbä «) und um die E -
üllung on T äumen (»Das Kü bis lugzeug«).
Mose s Bildgeschich en sind ü den Le n aum Schule geeigne , weil sie so
ielschich ig sind – No mach e inde isch! Maus T ixi e leb eigen lich eine
Fluch - bzw. Mig a ionsgeschich e: Ih e neuen Nachba *innen sind Ka zen,
dazu kommen de Sch o pla z, de Sch o händle und die Mülldeponie in un-
mi elba e Nähe – alles Bed ohungen ü das Leben de iedlichen Maus. T i-
xi bau sich eine Rake e und du chwande e schiedene Plane en, bis sie am
Ende ih Glück au dem Mäuseplane en inde . Do is sie keine Ge ah meh
ausgese z und ühl sich zugleich wohl. Das Besonde e da an: Es wi d nich
mo alisie , und doch e ö nen sich iele Anknüp ungspunk e zu Themen, die
Kinde bewegen – e wa die F agen: Wo ühle ich mich zuhause? Ode : Was be-
deu e Siche hei ( ü mich)? T ixi is abe auch ha näckig: Sie a bei e da an,
glücklich zu sein, s ell sich Hinde nissen – ein Mo i , das uns in Mose s Bü-
che n imme wiede begegne . Die o kommenden Flugge ä e we den dabei zu
Symbolen ü eine op imis ische, dem Leben zugewand e Suche de Figu en. So
bau Kapi än Jona han Maus, als e seek ank wi d, sein Damp schi mi hil e ei-
nes Heißlu ballons und eines P opelle s ku ze hand in eine Flugmaschine um.
Wiede inde sich am Ende ein schöne , Mu machende Schluss, in dem mi -
4 Diese Viel al wi d auch in de
ak uellen Auss ellung im E win
Mose Museum »Zu ebene E de und
au dem Dach« sich ba , die noch bis
Mä z 2026 zu sehen is und die Illus-
a ionen zu den e schiedenen
Flugge ä en zeig .
5 E win Mose : Das Kü bis lugzeug. In:
E win Mose : Fan as ische
Gu e-Nach -Geschich en. Weinheim,
Basel: Bel z & Gelbe g 2011, S. 87.
6 Ebda.
32
2. P ak ische Umse zung
2.1. Übe blick
Die hie skizzie en Übe legungen eine (einen länge en Zei aum um assen-
den) Un e ich ssequenz zu Mose s »De Rabe Al ons« nähe n sich in d ei Pha-
sen de äs he ischen Quali ä des Tex es an, wobei Schwe punk e au den Be-
ginn und das Ende geleg we den.
Den e s en Schwe punk bilde ein sch i weise Eins ieg in den Tex
(Phase 1). Einen ik i en Tex zu lesen heiß , eine neue, emde Wel zu be e-
en, in de sich die Lesenden e s zu ech inden müssen. »Gedankenexpe i-
men e« (eine Me hode des Philosophie ens mi Kinde n) o de Gesam lek ü-
e sollen den eigenen kindlichen E ah ungs- und Fan asie aum absei s de
Fik ion ö nen, um das Ein ühlen in den E lebens aum de P o agonis en o -
zube ei en und on Beginn de Lek ü e an die Au me ksamkei zu schä en, das
ik i e Geschehen mi eigenen k ea i en Denkp ozessen zu beglei en und die
ik i en Wel en in de eigenen Lebenswel zu spiegeln. De zwei e Schwe -
punk wi d nach eine zügigen Lek ü e de Aben eue eise (Phase 2) au das
le z e Kapi el geleg (Phase 3). Hie können E kenn nisse zu Leis ung on Li-
e a u (im Gegensa z zu p agma ischen Tex en) gewonnen we den, indem li-
e a ische Mi el, Andeu ungen und inhal liche Bezüge als G undlagen eine
In e p e a ion he ausgea bei e we den. De Zusa z eil und de Bei ag E ns
Seibe s in diesem He geben An egungen ü die e ie ende Beschä igung
mi dem Tex , ü den Blick in die We ks a eines Sch i s elle s und Hinweise
au hemengleiche Kinde - und Jugendli e a u sowie au den Reali ä sbezug
des Themas Iden i ä .
10 Vgl. Michael Kämpe - an den Boo-
gaa , Michael / Kaspa H. Spinne
(Hg.): Lese- und Li e a u un e ich
Teil 2. Kompe enzen und Un e -
ich sziele; Me hoden und Un e -
ich sma e ialien; Gegenwä ige
S and empi ische Un e ich s o -
schung. Bal mannsweile : Schneide
Ve lag Hohengeh en 2014, S. 197.
Inhal
Phase 1 (Kap. 1-4):
Die Ve wandlung
- ein (misslungenes)
Expe imen
Phase 2 (Kap. 5-22):
Die Ques – eine
aben eue liche
Suchwande ung
Phase 3 (Kap. 23):
Das Böse – ein
(scheinba ?) gu es
Ende
Zusa zma e ial
• Imagina ion, Vo -Denken
• Pe spek i enübe nahme
• Re lexion des Ve hal ens eine
Figu 10
• E kennen li e a ische Mi el
• E zählen in sch i lichen und
nich -sch i lichen Medien
• Tex -Bild-Ko espondenzen
• E kennen de S uk u eines
li e a ischen Tex es
(Handlungs e lau , Allusionen)
• E kennen de Meh deu igkei
on Tex en
• In e p e a ion
• Ve ie ung des Tex e s ändnisses
• Aus de We ks a eines Sch i s elle s
• Themen- und mo i gleiche Kinde - und Jugendli e a u
• Reali ä sbezüge
• Vo lesen
• Gedankenexpe imen
• close eading
• Bildbe ach ung und Bildbe-
sch eibung
• Ve schiedene Fo men des
Lesens
• L/S Gesp äch
• k ea i es A bei en
• close eading
• A bei sbla
• L/S Gesp äch (Heidelbe ge
Modell des li e a ischen
Gesp ächs)
Le nziele Me hoden
33
2. 2. Du ch üh ung
Kapi el 1: De Ausschluss aus de Gemeinscha – die Ve wandlung
Inhal : Sieben Raben be inden sich au dem Flug in den Süden ins Win e qua -
ie . Eine on ihnen, Al ons, kann nich gu liegen, e lieg zu langsam, muss
imme wiede as en und könn e dami das Leben alle ge äh den. E wi d zu-
ückgelassen, muss hie übe win e n, was auch heißen könn e, dass e e ie .
Al ons e kenn seine Ve an wo ung ü die G uppe und e kenn gleichzei ig,
dass e we los is . Angesich s eines Do es und seine Bewohne *innen en -
s eh de Wunsch nach de Ve wandlung in einen Menschen. Mi hil e des Zau-
be e s Moldo an, au den e bei de Suche nach Fu e s öß , kann diese
Wunsch e üll we den. Die beiden wollen sich au ein Spiel / eine Ve suchsan-
o dnung / ein Expe imen einlassen, das eine Nach und einen Tag daue n soll.
Eins ieg in Tex und Thema: Das e s e Kapi el wi d on de Leh e in / dem Leh-
e in ie ku zen Abschni en o gelesen und an en scheidenden S ellen un-
e b ochen (s. u.). Angelei e du ch F agen können sich Schüle *innen in indi-
iduellen Gedankenexpe imen en (als L/S-Gesp äch, als s umme Dialog, als
Pa ne a bei ) in die exis enzbed ohende Si ua ion Al ons‘ ein ühlen und
mögliche Reak ionen übe legen. Die Schüle *innen we den du ch diese Ge-
dankenexpe imen e nich nu an den Tex he ange üh , es we den du ch ih e
Übe legungen be ei s Zugänge ü die E schließung des Themas e ö ne
(Iden i ä swechsel; Spiel)
4 Gedankenexpe imen e:
(1) Vo lesen om Beginn bis Wi können dich nich b auchen (S. 9)
9Gedankenexpe imen (1): Reak ionen und Ge ühle on Al ons
(2) Vo lesen de Fo se zung bis „[…] De Al ons is au dem Baum si zen ge-
blieben und ha ihnen nachgeschau .“ (S. 10)
9Gedankenexpe imen (2): Al ons Vo haben und Pläne
(3) Vo lesen de nächs en ün Zeilen bis Wie de Al ons das gesehen ha , ha e
sich gedach : … (S. 10)
9Gedankenexpe imen (3): Al ons‘ Übe legungen angesich s de neuen Si-
ua ion
(4) Vo lesen de olgenden ie Sä ze bis Wenn ich doch nu ein Mensch wä e! (S. 11)
9Gedankenexpe imen (4): E wa ungen als Mensch
Tex lek ü e und Fes igung des Inhal s:
9F agen zum Tex e s ändnis: G ünde ü den Iden i ä swechsel
9Tex p oduk ion 1: Al ons e zähl seine Lebensgeschich e. Ausgangspunk :
… und e ha dem Zaube e gleich seine ganze Geschich e e zähl . (S. 11)
9Tex p oduk ion 2 (k ea i es Sch eiben): Wenn ich ein … wä ‘.
9Reali ä sbezug: übe einen no wendigen ode eiwilligen Wechsel de
Iden i ä (s. Zusa zma e ial)
34
An egungen zum Li e a ischen Le nen:
Zu Tex p oduk ion 1: Wie kann ich (m)eine Geschich e e zählen?
9E s e Annähe ung an e zähl heo e ische Übe legungen (Außenpe spek i-
e, Innenpe spek i e; Lee s ellen ode ( eies) Füllen on Lee s ellen; E -
zähls imme)
Zu Tex p oduk ion 2: Pa allel ex »Wenn ich ein Vöglein wä ...« (e . nu e s e
S ophe);
9Fäche übe g ei ende Zusammena bei mi Musik; Ku zin o ma ion zu Ge-
dich und Au o
Kapi el 2: E s e E ah ungen
Inhal : Die beiden P o agonis en machen die e s en E ah ungen in ih e neu-
en Exis enzweise.
Tex lek ü e, F agen zum Tex e s ändnis, A bei mi dem Tex :
9p äzises Lesen des 2. Kapi els, um inhal lichen und sp achlichen De ails
nachzuspü en (close eading)
9E ah ungen mi de neuen Iden i ä , das Expe imen als En äuschung:
Tex belege suchen, e s e Sch i e zum exak en Zi ie en (wö liche Wiede -
gabe eine Tex s elle, Sei enzahl)
Li e a isches Le nen (In e p e a ion) und k ea i e Au gabe:
9die Symbolha igkei de li e a ischen Sp ache e kennen: Käl e und Wä me
9Suche nach sp achlichen Bilde n ü Wä me und Käl e im Tex
9Suche nach den zugehö igen Illus a ionen im Tex – Bildbesch eibung
und Bildin e p e a ion
9Sch eiben eines inne en Monologs übe die en äuschenden E ah ungen
Lebenswi klichkei und ak uelle Bezüge:
9die e s e Beu eilung eines Menschen nach seinem Äuße en
9Sp achkompe enz als Vo ausse zung ü In eg a ion und Ve meidung on
Vo u eilen
9Bezug zum Thema Mig a ion/Mig an *innen
Kapi el 3: Das geschei e e Expe imen
Inhal : Al ons i au einen Lands eiche , de ihm hil zu übe leben. E
s iehl einen Man el ü ihn. Obwohl nun beide Lands eiche sind, beschließ
diese , seinen eigenen Weg zu gehen. Al ons und Moldo an e en zu ällig au -
einande . Sie müssen e kennen, dass das Expe imen de Ve wandlung ge-
schei e is und e en die En scheidung, zum Tu m des Zaube e s zu ückzu-
keh en und sich in ih e u sp ünglichen Ges al en zu ück zu e wandeln. Die
Geschich e könn e hie zu Ende sein. Die beiden haben nega i e und posi i e
E ah ungen gemach , ih e T äume sind an de Reali ä geschei e .
35
F agen zum Tex e s ändnis: Hil sbe ei scha des Lands eiche s; die Außen-
wi kung eine Pe son; die Beu eilung eine Pe son; das Ende des Expe imen s;
de Plan
K ea i es Sch eiben und szenische Da s ellung: e schiedene Fo men de Kom-
munika ion übe das Schei e n des Expe imen s ausp obie en
Dialog Al ons – Moldo an: sch i lich und szenisch
9eine Mi eilung an F eunde in ak uellen sozialen Medien
9ein E ah ungsbe ich in einem P in medium (A ikel in de Rabenp esse)
Kapi el 4: Die geschei e e Rück e wandlung
Inhal : De abgeb ann e Tu m und die e b ann en Zaube p laumen üh en
beide zu e sch eckenden E kenn nis, dass die Ve wandlung ein leich sinniges
Spiel wa . Die un e schiedlichen Reak ionen on Al ons und Moldo an machen
ih e seh un e schiedlichen Cha ak e e sich ba .
A bei sbla zu Tex e schließung
9Close eading zum E kennen de un e schiedlichen Reak ionen on Al ons
und Moldo an au die Ka as ophe
9Gegenübe s ellung de jeweiligen Aussagen und Reak ionen
Schluss olge ung (In e p e a ion und Beg i sbildung):
9Besch eibung und Cha ak e isie ung on Al ons und Moldo an au g und
de Tex belege
9Suche nach abs ak en Beg i en ü die beiden un e schiedlichen Cha ak-
e e Al ons und Moldo an, in denen die Gesam hei de wesen lichen
Me kmale zusammenge ass is
Kapi el 5 – 22: Die Ques – eine aben eue liche Suchwande ung
Inhal : Au g und des B andes konn en die beiden ih e u sp üngliche Ges al
nich annehmen, das Expe imen de Ve wandlung muss un eiwillig o ge-
se z we den. Al ons und Moldo an s eh eine lange, aben eue liche Reise zum
geheimnis ollen O de Zaube p laumen be o . Sie e en au Feinde und
Hel e und müssen Schwie igkei en übe winden, um ih Ziel zu e eichen. Da-
mi ha »De Rabe Al ons« die S uk u eine »Suchwande ung«, eine Ques
(d . Suche, Suchmission)
Lek ü e de 18 Kapi el:
9abschni sweises Lesen als indi iduelle Lek ü e zuhause ode im Un e -
ich , o be ei e es und nich o be ei e es Lesen; Vo lesen; Inszenie ung
eine Lesung in de Schulbüche ei (mi Mode a ion e c.)
A bei sbla : Fes hal en de wich igs en S a ionen de Reise zum Zaube -
schloss: kapi elweise ode in den inhal lich zusammengehö enden d ei g öße-
en Abschni en (Kapi el 5-8: die Reise zu Hexe Wanda Wunde schön; Kapi el
36
9-11: bei de Hexe; Kapi el 11/12-22: die Reise zum Zaube schloss).
9Das A bei sbla kann olgende, ü eine Ques ypische Ka ego ien en hal-
en: Reise ou e, Daue , Feinde/Schwie igkei en/Ge ah en, Hel e /F eun-
de, Besonde es.
Li e a isches Le nen: Das E zählp inzip de Ques wi d häu ig in de Gegen-
wa sli e a u , in Filmen und Compu e spielen e wende . Mi de Thema isie-
ung eine sei Jah hunde en wei e gegebenen E zähls uk u können ak uel-
le Un e hal ungsmedien als Teil – und am o läu igen Ende – eine langen T a-
di ionslinie gezeig we den.
9Al ons‘ und Moldo ans Reise kann Anlass ü ein Gesp äch übe p i a ge-
lesene Tex e und belieb e Compu e spiele geben.
Kapi el 22: Moldo ans S a egie gegen das Böse
Inhal : Moldo an wi d du ch die böse K a des Zaube e s langsam alle Ene gie
genommen. E , de G üble und Denke , e such du ch die Mach de Wo e
au Guguma z Ein luss zu bekommen.
Tex e schließung: Im Rededuell Moldo ans mi Guguma z (S. 172-176) sieh
Moldo an die Ve b echen des Zaube e s als E gebnis eines ühen T aumas, e
üh sie au Angs und Hass, au Ve ach ung de Menschen und Wunsch ih e
Behe schung, au Mach phan asien und Ve auens e lus zu ück. Die zen a-
len Aussagen dieses Duells be üh en emo ionale E ah ungen, die auch Kin-
de n diese Al e ss u e schon bekann sein können: Moldo ans Re ungs e -
such Ich muss eden, […]. Reden, eden, eden. (S. 174), Guguma z‘ Aussage Es
komm au diese Wel nu da au an, we de S ä ke e is . (S.174) und Moldo ans
Vo wu an Guguma z Du has nich einmal die G öße, das Risiko des Ve auens
au dich zu nehmen. Wenn du e aus , wi d man auch di e auen. (S. 176).
9In un e schiedlichen Gesp ächs o men kann de Wah hei sgehal diese
Sä ze aus de All agse ah ung de Schüle *innen übe p ü ode ela i-
ie ode alsi izie we den (posi i e E wa ungen, Risiko, En äuschun-
gen).
9In sch i lichen Au gabens ellungen können sich Schüle *innen mi ih en
indi iduellen E ah ungen in eine die Pe sönlichkei schü zenden, nich
ö en lichen Fo m auseinande se zen.
Li e a isches Le nen: Moldo an sieh Guguma z in einem selbs gebau en Kä ig
aus Angs , Hass und Einsamkei (S. 175).
9Die inhal liche Au lösung dieses sp achlichen Bildes gib einen Einblick in
die K a des me apho ischen Sp echens als li e a isches S ilmi el.
Kapi el 23: Ein (scheinba ) gu es Ende
Inhal : Das Aben eue ende ü alle Be eilig en wie in einem adi ionellen
Mä chen: Das Gu e wi d belohn und das Böse bes a . Die Redewendung
»Ende gu , alles gu « e üll sich.
37
F agen zu Tex e schließung:
9Wie ende die Geschich e ü die P o agonis en Al ons und Moldo an, ü
die Tie a mee, ü den Zaube e Guguma z.
9Was passie mi den ge undenen Schmucks ücken?
Close eading: Dem ypischen Mä chenende olg noch ein alle le z e , seh
ku ze Absa z. Eine de Schildk ö en übe leg , ob abgehack e Bäume wiede
aus eiben und F üch e agen können. Mose se z in de Kapi elübe sch i
ein F agezeichen hin e die Redewendung – »Ende gu , alles gu ?« – und s ell
dami den posi i en Ausgang in F age.
In e p e a ion: Diese Schildk ö e is – so is zu e mu en – de e wandel e
Zaube e . Das Böse in de Wel leb wei e , such Möglichkei en, wiede zu wü-
en. Moldo an ha also mi seinen o he anges ell en Übe legungen, dass sich
solche »Typen« du ch Nachdenken nich ände n we den, ech gehab . Das
üh zu Schluss olge ung: Das Unheil / das Böse kann (wah scheinlich) nich
ausge o e we den.
Li e a isches Le nen: die (Un-)Eindeu igkei on Li e a u
9das geschlossene Ende im Mä chen
9das o ene Ende on »De Rabe Al ons«
Allgemeine F agen:
9Gesp äch übe das Böse in de Wel
9Übe den Beg i des Bösen: böse Kinde / schlimme Kinde im All ag und
in de Li e a u (»Die bösen Buben in de Schule« on Johann Nepomuk
Nes oy; die bösen Buben »Max und Mo i z« on Wilhelm Busch); gu und
böse: die Ge ah on Schwa z-Weiß-Male ei
Zusa zma e ial
Tex bezogene Übe blicks agen und Au gaben:
9Tie – Mensch, Mensch – Tie mensch, Tie – Tie (Begegnung und Kommu-
nika ion)
9Das Böse / Die Spu en des Bösen in »De Rabe Al ons« (Menschen, Tie e,
Zaube e )
9Moldo an und Al ons – zwei seh un e schiedliche Cha ak e e (de G üble
Moldo an, de zagha e Al ons)
9Das Mo i des E zählens (E zählen als handlungskons i uie end, E -
zählau o de ungen im Tex , Zusammen assungen on E leb em)
9Sp achliche Besonde hei en E win Mose s (das Ös e eichische; Sen en-
zen übe Rache (Kap. 16), übe Mach (Kap. 22), übe Ve auen (Kap. 22));
Sp ache als Mi el de Kommunika ion (Al ons – Menschen; Al ons –
Moldo an; Al ons – Bä en)
Li e a isches Le nen: Aus de We ks a eines Sch i s elle s
9übe den Be u und die A bei sweise eines Sch i s elle s / eine Sch i -
s elle in: die En scheidung ü ein Thema, die Fo m, die Figu en, den
Handlungs e lau …; das (un-)bewuss e Ein ließen on Lek ü e- und Le-
bense ah ungen; die meh ache Ve wendung on Themen und Mo i en
(siehe dazu Bei ag Seibe )
9Die Ve wendung on Mä chenelemen en und -mo i en in (gegenwä ige )
Kinde - und Jugendli e a u : E win Mose nenn den „Raben Al ons“ nich
Mä chen, sonde n „eine mä chenha e Geschich e“. E e wende Mä chen-
elemen e, wie: Es wa einmal / Da is einmal […] gewesen; Zaube e ,
Hexen, sp echende Tie e, das Gegensa zpaa gu – böse, …
9Pa allelen und Anspielungen au die bekann en G imm-Mä chen »Die sie-
ben Raben« und »Die B eme S ad musikan en« (Kap. 17) und O ied
P eussle s »K aba «
9De Bezug zu We ken de (Wel -)Li e a u : »De Rabe Al ons« weis nich
nu Bezüge zu Mä chen au , sonde n zu einem de bedeu ends en deu sch-
sp achigen Ve e e de Li e a u des 20. Jah hunde s: zu F anz Ka ka
(1883 P ag/Ös e eich-Unga n – 1836 Kie ling bei Wien/Ös e eich).
Ma e ial zu Ka kas »Ve wandlung«:
9Vo lesen des Beginns de »Ve wandlung« und E zählen des Inhal s
F anz Ka ka »Die Ve wandlung« (Beginn):
Als G ego Samsa eines Mo gens aus un uhigen T äumen e wach e, and e sich in
seinem Be zu einem ungeheue en Ungezie e e wandel . E lag au seinem pan-
ze a ig ha en Rücken und sah, wenn e den Kop ein wenig hob, seinen gewölb en,
b aunen, on bogen ö migen Ve s ei ungen ge eil en Bauch, au dessen Höhe sich
die Be decke, zum gänzlichen Niede glei en be ei , kaum noch e hal en konn e.
Seine ielen, im Ve gleich zu seinem sons igen Um ang kläglich dünnen Beine lim-
me en ihm hil los o den Augen. Was is mi mi geschehen?, dach e e . Es wa
kein T aum. […].
Zum Inhal :
G ego emp inde sich zue s als Mensch und kann sich mi seine Tie ges al
nich ab inden. Seine Familie abe , Va e , Mu e und Schwes e , behandel ihn
wie ein Tie . E e s eh sie, abe sie e s ehen ihn nich , sie geben ihm Essen,
wie einem Tie , das ihm zu Beginn nich schmeck , an das e sich abe gewöhn ,
sie äumen sein Zimme aus, eiben ihn zu ück, wenn e e such , sein Zim-
me zu e lassen. G ego akzep ie diese Tie ges al imme meh , e kenn , wie
seh e seine Familie dami belas e (d.h. e denk imme noch wie ein Mensch)
und beschließ endlich, nich s meh zu essen, und e hunge . (Wie aus üh -
lich die Geschich e e zähl wi d, bleib de /dem L übe lassen)
9Pa allelen und Un e schied zwischen Ka kas »Die Ve wandlung« und Mo-
se s »De Rabe Al ons«
Pa allelen: Al ons e kenn , dass e das Übe leben de G uppe ge äh de , bleib
zu ück und ha den Wunsch, sich in einen Menschen zu e wandeln. G ego
Samsa ühl sich we los, als Ungezie e , als Pa asi , de de Familie zu Las
äll , obwohl e de Einzige is , de a bei e und dami die Familie e häl ; Ka ka
nimm diese Ungezie e -Me aphe wö lich. In seine neuen Exis enzweise als
Mensch muss Al ons e kennen, dass e die Sp ache nich e s eh und nich
38
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sp echen kann. Auch das ungewohn e Essen schmeck den beiden nich , abe
sie gewöhnen sich langsam da an. Auch G ego Samsa, als Kä e , kann sich
nich e s ändlich machen. Die Tie nah ung, die ihm o gese z wi d, lehn e
zue s ab, be o e sie le z lich akzep ie
Un e schied: Im Mä chen und bei Mose kann die Ve wandlung zu ückgenom-
men we den, nich so bei Ka ka, bei ihm ende sie mi dem Tod.
9Thema/Mo i de »Ve wandlung«, Rollen ausch ode Bezüge zu Ka ka in
de Kinde - und Jugendli e a u :
• Ma heu Ro h: My i s Ka ka (emp ohlen ab 9 J.)
• Law ence Da id / Delphine Do ande: Hil e, G ego is plö zlich ein Kä e
(in de Reihe »Lus au Lesen« ü E s lese , e leg im Ve lag E win Mose s,
Bel z und Gelbe g)
• Zo an D enka : Eddis e s e Lügengeschich e, 2000 (E s e Sa z: Heu e
mo gen bin ich au gewach und wa ein P e d.)
• Di k Walb ecke : Eine ä selha e Ve wandlung 2004 (Jugendbuch)
• Pe e Hacks: Me a Mo oss (Bilde buch 1976)
• Mi a Lobe: Das kleine Ich-bin-Ich
• Mä chen
Das kinde li e a ische Mo i de mundus in e susReali ä sbezüge: Ve wand-
lung, Rollen ausch, die Annahme neue Iden i ä en als kul u geschich liche
Reali ä , als exis en ielle No wendigkei ode als Missb auch ü k iminelle
Täuschungen.
9Ka ne al/Fasching (Li e a u hinweis: Salah Naou a: Supe lashboy –
Ka ne al und Rollen ausch, emp ohlen ab 10 J.)
9De Wechsel de Iden i ä als exis en ielle No wendigkei : Namenswechsel
in einem Zeugenschu zp og amm (zum ech lichen Schu z eine Pe son);
Iden i ä swechsel nach eine S a a ; Ände ung de Geschlech szugehö-
igkei
9Die missb äuchliche Ve wendung emde Iden i ä en: S ehlen on Iden i-
ä en im Ne z; Vo gabe alsche Iden i ä en am Tele on (Fake-An u e in e -
p esse ische Absich )
40
Li e a u e zeichnis
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