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Den Kuchen gerechter verteilen

Author: Tunger-Zanetti, Andreas
Publisher: Zenodo
DOI: 10.5281/zenodo.17551510
Source: https://zenodo.org/records/17551510/files/Tunger-Zanetti_2025_Den_Kuchen_gerechter_verteilen_ohne-Bilder.pdf
DEN KUCHEN GERECHTER VERTEILEN
And eas ' ünge -Zane i -23.09.2025
Sollen Un e nehmen Ki chens eue n zahlen? Und wenn ja -was soll mi diesen E ägen geschehen? And eas Tunge -Zane i, Ge
schä s üh e des Zen ums Religions o schung an de Uni e si ä Luze n, disku ie diese F agen mi Blick au die En wicklung
de Religionslandscha in de Schweiz. E plädie da ü , die heu igen Sys eme san zu e o mie en. Konk e : Auch ande e Ge
meinscha en als die Landeski chen sollen zum Zug kommen.
Wenn es ums Geld geh , in e essie sich auch die Poli ik ü Religion. Regelmässig schlagen Poli ike innen und Poli ike im einen ode
ande en Kan on o , die Ki chens eue p lich ü ju is ische Pe sonen abzuscha en. Ih A gumen lau e , diese S eue sei unlogisch, da
Un e nehmen und ande e ju is ische Pe sonen nich eligiös seien und somi im Un e schied zu na ü lichen Pe sonen nich aus eine
Religionsgemeinscha aus e en könn en.
Das Bundesge ich ha dies jedoch s e s ü belanglos e klä . Es sieh die S eue in denjenigen Kan onen, die sie kennen, ü ech mässig
an, solange sie nich in einem demok a ischen P ozess abgescha wi d. (Die S eue p lich ü Un e nehmen bes eh nich in den Kan o
nen Aa gau, Appenzell-Ausse hoden, Basel-S ad , Gen , Scha hausen und Waad ; im Tessin is sie au Gemeindeebene ge egel , im
Kan on Neuenbu g is sie eiwillig. [Engi/Pahud de Mo anges 2024, S. 71)
Un e nehme innen und Un e nehme , die selbs eine nich -ch is lichen eligiösen T adi ion angehö en, monie en bisweilen, die S eue 
e äge wü den unge ech e eil , da sie ak isch nu den Landeski chen (in wenigen Kan onen auch ane kann en ch is ka holischen
und jüdischen Gemeinden) zugu ekommen. Diese K i ik komm de olgende Vo schlag en gegen.
WICHTIGER EINNAHMENPOSTEN FÜR LANDESKIRCHEN
Bishe sind alle Ve suche, die Ki chens eue p lich ü Un e nehmen au dem Weg übe die Poli ik ode übe die Ge ich e abzuscha en,
geschei e . Die wiede keh enden Deba en zeigen abe , dass das gel ende Sys em nich meh alle Bü ge innen und Bü ge übe zeug .
Jünge e Vo s össe in den Kan onspa lamen en Be n (Mo ion Ca los Reinha d) und Zug (Be ich s-Mo ion Anas as Ode ma und wei e
W haben denn auch das Thema um assende au geg i en. Im Fall Be ns haben die beiden Rech swissenscha le Lo enz Engi und Rene
Pahud de Mo anges zum Spiel aum ü Ve ände ungen auch be ei s ein um assendes Gu ach en o geleg .
DAS GELTENDE SYSTEM ÜBERZEUGT NICHT MEHR ALLE BÜRGERINNEN UND BÜRGER.
De Au wand is e s ändlich, denn es geh um ansehnliche Be äge, die schnell einmal e liche Millionen F anken ausmachen. So kamen
2024 bei de ömisch-ka holischen Ki che des Kan ons Luze n knapp 40 Millionen F anken, und ein D i el de gesam en Einkün e,
aus den S eue n ü Un e nehmen. Fü die Re o mie e Ki che Luze n und Umgebung wa es im selben Jah soga knapp meh als die
Häl e de gesam en Einnahmen. In ande en Kan onen is de An eil bedeu end ie e . Diese Einkün e sind umso wich ige ü die Ki 
chen, als die Zahl de Ki chenmi gliede wei e hin abnimm . Alle dings schwank de E ag mi dem Gang de Geschä e bei den Fi 
men und mi de allgemeinen Wi scha sen wicklung. Daniel Kosch ha die He aus o de ungen de Landeski chen ü die gesam e Ein
nahmensei e 2022 in einem Bei ag au eligion.ch be ei s nähe da ges ell .
GELD DER UNTERNEHMEN NUR FÜR KULTURELLE UND SOZIALE ZWECKE
Ve wenden dü en die Emp änge die Einnahmen aus diese Quelle je nach Kan on nich beliebig. So sehen die Kan one Zü ich und Lu
ze n jeweils eine posi i ode nega i o mulie e Zweckbindung o . Demnach dü en hie die Gelde nich ü den Kul us, sonde n nu
ü soziale und kul u elle Zwecke e wende we den. Die en sp echenden Ak i i ä en und Angebo e müssen ü die Allgemeinhei auch
ohne Ki chenmi gliedscha zugänglich sein. Beispiele sind e wa die Sozialbe a ungss ellen, das Engagemen zuguns en Obdachlose und
ande e ands ändige Menschen ode Kinde - und Jugendp ojek e im Qua ie ohne eligiösen P og amm eil. Auch de in e eligiöse
Dialog und gemeinsame P ojek e mi Religionsgemeinscha en ande e eligiöse T adi ion we den so eilweise (mi -) inanzie .
• DIE EMPFÄNGER DÜRFEN DIE EINNAHMEN NICHT BELIEBIG VERWENDEN .
Die Bedeu ung de Ki chen ü die Gesellscha eich also auch heu e, o z sinkende Mi gliedzahlen, wei übe die Ki chenmaue n
hinaus. Viele Bü ge innen und Bü ge , ob Ki chenmi glied ode nich , p ak izie end ode nich , sehen dies und s ellen die Ki chens eu
e p lich ü Un e nehmen do , wo es sie gib , nich in F age. Fiele sie weg, so en s ünden g osse Lücken im Angebo de sozialen und
kul u ellen Diens e, on denen die Gesellscha als ganze heu e p o i ie . Religionsgemeinscha en e b ingen dank eligiöse Mo i a ion,
Rah.mung und ih e iel äl igen S uk u en wich ige Diens e am Nächs en güns ige , als de S aa ode p i a e Ak eu e dies könn en. Viel
sp ich also da ü , die S eue als solche beizubehal en.
Die Ki chen leis en Bei äge ii soziale und kul u elle Zwecke. So inanzie en sie zum Beispiel einen Teil de in e eligiösen A bei . Bild:
Ne zwe k e en /RAS COTIS 2024. Fo o: @Ch is oph Knoch
AUF DER SUCHE NACH EINEM GERECHTEREN SYSTEM
Nu eben: Is das Sys em ü eine eligiös plu ale Gesellscha ge ech ausges al e ? Ch is ian Rebe ha in seinem Bei ag au eligion.ch
be ei s 2022 übe zeugend da geleg , wa um die G undsä ze de Neu ali ä des S aa es und de Gleichbehandlung es gebie en, den K eis
de Ansp uchsbe ech ig en auszuwei en. Denn die Landeski chen sind nich die einzigen Religionsgemeinscha en, die sich sozial und
kul u ell zuguns en des Gemeinwohls engagie en. Wa um sollen sie da ü g osse Be äge e hal en, ande e abe übe haup keine?
LANDES KIRCHEN SIND NICHT OIE EINZIGEN RELIGIONSGEMEINSCHAFTEN, OIE SICH
ZUGUNSTEN DES GEMEINWOHLS ENGAGIEREN.
Auch die Ve eilung im Einzelnen gil es zu p ü en: Bishe ich e sich de Schlüssel in den jeweiligen Kan onen nach den Mi gliede zah
len de Landeski chen. Das wa sinn oll in Zei en, als p ak isch jede Bü ge und jede Bü ge in eine Landeski che angehö e. Das is
längs nich meh de Fall. In Basel-S ad machen die Angehö igen de e o mie en und de ka holischen Landeski che zusammen nu
noch wenig meh als einen Vie el alle Einwohne innen und Einwohne aus, die Kon essionslosen jedoch be ei s 55 P ozen In den üb
igen Kan onen s ellen die Landeski chen noch zwischen 42 (Solo hum) und 78 (Appenzell-Inne hoden) P ozen ; in Gen und Neuen
bu g, wo es keine ö en lich- ech liche Ane kennung gib , machen Re o mie e und Ka holiken zusammen 35 bzw. 33 P ozen aus.
Bei eine Re o m des Sys ems müssen die Angehö igen wei e e eligiöse T adi ionen (F eiki chen, nich ch is liche Religionen) einbe
zogen we den. Sinn olle weise soll en auch Ve eine mi dem Haup zweck de in e eligiösen Zusammena bei ansp uchsbe ech ig sein.
Ausse dem s ell sich die F age: Soll man den K eis de Ansp uchsbe ech ig en allen alls gleich ü alle zi ilgesellscha lichen Ve eine ö 
nen? Dies is denkba , scha abe e mu lich neue Abg en ungsp obleme. Zudem bes eh ü nich - eligiöse gemeinnü zige O ganisa
ionen be ei s eine Vielzahl an Un e s ü zun�- und Fö de möglichkei en on den kan onalen Lo e ie onds b� hin zu den zahl eichen
S i ungen.
Wie abe könn e ein neues Sys em konk e aussehen? Will man keine öllige Abkeh on den heu igen Schweize Sys emen in Be ach
ziehen, lieg in meinen Augen das Folgende nahe.
s eue ung ih e Mi gliede . Dieses P i ileg e gib sich aus ih em S a us als Kö pe scha ö en lichen Rech s.
GEMACHLICHER WANDEL ZU ERWARTEN
Die Wi kungen des neuen Sys ems dü en sich e s nach und nach eins ellen -da ü nachhal ig. Fü die Landeski chen ände sich so
gu wie nich s. Sie we den an änglich nu minimale Abs iche aus diese Einnahmenquelle e spü en, denn nu wenige un e den
Religionsgemeinscha en e üllen die K i e ien schon heu e, sodass sie die en sp echenden An äge s ellen könn en. Manche wollen wei
e hin au Dis anz zum S aa und umso enge e Bindung an ih e Mi gliede auch in ma e iellen Dingen se zen -eine Hal ung, die un e
F eiki chen, abe auch Gemeinscha en ande e eligiöse T adi ion du chaus e b ei e is . Eine d i e G uppe on Gemeinscha en wi d
Vo - und Nach eile abwägen und die E ah ungen on Pionie en abwa en wollen, be o sie sich allen alls in Rich ung de Zula<isungs
k i e ien umo ganisie en. Solche Klä ungsp ozess b auchen Zei .
INSGESAMT DÜRFTE DAS VORGESCHLAGENE SYSTEM DEM RELIGIÖSEN FRIEDEN DIENEN.
Insgesam dü e das o geschlagene Sys em dem eligiösen F ieden dienen: Es e eil o handene Mi el ge ech e , jedoch anhand all
gemein akzep ie ba e K i e ien. De inanzielle An eiz läd zugleich alle Religionsgemeinscha en ein, ü sich zu klä en, inwiewei sie
sich gegenübe de Gesellscha engagie en und dami gegenübe dem S aa e p lich en möch en.
Die bishe lee ausgegangenen Gemeinscha en we den eigens ändige und müss en z.B. kün ig auch ih en inanziellen Bei ag an in e 
eligiöse Zusammena bei leis en, wäh end heu e as ausschliesslich die Landeski chen diesen Be eich inanzie en; hie wü den die Lan
deski chen also en la<i e . Die Allgemeinhei p o i ie on gemeinwohlo ien ie en Ak i i ä en eine g össe en Zahl on Religionsge
meinscha en. Das Sys em be uh au F eiwilligkei , is leich e einzu üh en als die ö en lich- ech liche Ane kennung neue Religionsge
meinscha en und lexibel bezüglich de Anzahl de begüns ig en O ganisa ionen. Die Hü den soll en im neuen Sys em nich zu hoch
angese z we den, sons wi d es una ak i und wi d nich genu z , die in eg a i e Wi kung wü de e ehl .
Wei e e Li e a u :
Ecoplan: Zukun de Ki chen inanzen. Abschä zung und Analyse. S udie im Au ag de E angelisch-Re o mie en Ki che Schweiz
(EKS) und de Römisch-Ka holischen Zen alkon e enz de Schweiz (RKZ), Be n: Ecoplan, 2022. Online: h ps://www. kz.ch/ leadmin/
use ..upload/ Dokumen e/ 4 . ..Ki che ..und _Geld/ 4.2 _Gu ach en -Dokumen a ion/Ecoplan-2ukun ..Ki chen inanzen -8e ich ..de .. pd
Engi, Lo enz / Pahud de Mo anges, Rene: Wei e en wicklung de Ki chens eue n ju is ische Pe sonen im Kan on Be n. Gu ach en zu
handen de Di ek ion ü Inne es und Jus iz des Kan ons Be n -Beau ag e ü ki chliche und eligiöse Angelegenhei en, F eibu g: In
s i u ü Religions ech , 2024. Online: h ps://www.bk adij.be.ch/con en /dam/bk a_..dij/dokumen e/de/gu ach en-kichens eue 
ju is ische-pe sonen.pd
AUTOR
And eas Tunge -Zane i
Geschä s üh e des Zen ums Religions o schung an de Uni e si ä Luze n III D . And eas Tunge -Zane i s udie e Islamwis
senscha , O ien alische Sp achen und allgemeine Geschich e an de Uni e si ä Be n. Sein P omo ionss udium e olg e dann in
F eibu g i.B . und Tunis. E p omo ie e mi eine Disse a ion übe die Beziehungen zwischen Is anbul und Tunis zwischen
1860-1913. Sei 2007 is e Geschä s üh e des Zen ums Religions o schung an de Uni e si ä Luze n.