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Die monetäre Zahlungsbilanztheorie

Abstract

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Die monetäre Zahlungsbilanztheorie

Author: Knappe, Eckhard
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1980
DOI: 10.3790/ccm.13.4.532
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/292879/1/ccm.13.4.532.pdf
Knappe, Eckha d
A icle
Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Knappe, Eckha d (1980) : Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie, K edi und
Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 13, Iss. 4, pp. 532-561,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.13.4.532
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292879
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie*
Von Eckha d Knappe, F eibu g
I. P oblems ellung
Das E klä ungsziel de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie bes eh im
wesen lichen da in, eine An wo au die beiden olgenden F agen zu
geben:
— Au welche U sachen is — bei es en Wechselku sen — die Zah-
lungsbilanzsi ua ion eines Landes zu ückzu üh en?
— We den du ch ein Ungleichgewich de Zahlungsbilanz Anpassungs-
o gänge ausgelös , die on selbs wiede um zu einem Zahlungs-
bilanzgleichgewich zu ück üh en?
Beide F agen we den im Rahmen eines einhei lichen und geschlosse-
nen, heo e ischen Konzep es zu bean wo en e such .
Die heo e ischen G undlagen zu mone ä en Zahlungsbilanz heo ie
wu den Ende de 60e , An ang de 70e Jah e insbesonde e on R. A.
Mundeil und H. G. Johnson en wickel 1. Die mone ä e Zahlungsbilanz-
heo ie ha in de Folgezei zahl eiche E wei e ungen und eine b ei e
heo e ische Diskussion o allem im angelsächsischen Sp ach aum aus-
gelös 2 sowie eine Reihe empi ische Übe p ü ungs e suche induzie 3.
* De o liegende Bei ag s ell eine e wei e e Fassung des Habili a ions-
o ages da , den de Ve asse am 19.1.1978 o de Wi scha swissen-
scha lichen Fakul ä de Albe -Ludwigs-Uni e si ä F eibu g i. B . gehal-
en ha . Den Mi gliede n de Fakul ä skon e enz dank de Ve asse ü
zahl eiche k i ische An egungen.
1 Vgl. z. B. R. A. Mundell, In e na ional Economics, New Yo k u. a. 1968,
S. 119 und H. G. Johnson, The Mone a y App oach o Balance-o -Pay-
men s Theo y, in: de s., Fu he Essays in Mone a y Economics, London 1972,
S. 229 - 249, deu sche Ausgabe: Bei äge zu Geld heo ie und Wäh ungs-
poli ik, Be lin 1976, S. 221 - 240.
2 Vgl. R. Do nbusch, De alua ion, Money and Non-T aded Goods, in:
AER 63/1973, S. 871 - 880, gl. M. Mussa, A Mone a y App oach o Balance-
o -Paymen s Analysis, in: Jou nal o Money, C edi and Banking 6/1974,
S. 331 - 351, gl. J. A. F enkel/C. A. Rod iguez, Po olio Equilib ium and he
Balance-o -Paymen s: A Mone a y App oach, in: AER 65/1975, S. 674 - 688.
3 Die empi ischen A bei en we den noch im olgenden zi ie .
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heö ie 533
Mi le weile liegen auch eine Reihe deu schsp achige Ube sich s-
a ikel4 sowie zwei Readingsbände5 zum Konzep de mone ä en Zah-
lungsbilanz heo ie o .
Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie un e scheide sich on den a-
di ionellen Ansä zen de Zahlungsbilanz heo ie in d ei wesen lichen
Punk en:
(1) im Ausgangspunk de Be ach ung, (2) den un e s ell en Ve hal-
enshypo hesen sowie (3) den abgelei e en E gebnissen.
1. Ausgangspunk de Be ach ung
Wäh end die adi ionellen Zahlungsbilanz heo ien in de Regel aus-
gehen on den einzelnen Teilbilanzen de Zahlungsbilanz (Leis ungs-
bilanz, Kapi albilanz) und jeweils eigene Bes immungsg ünde ü diese
Teilbilanzen in eine Analyse de Gü e - und Kapi al ansak ionen
(Sozialp oduk wachs um, P eisni eaus eige ung, Zinsni eau u. a.) he -
auszua bei en e suchen, wi d die Zahlungsbilanz im Rahmen de
mone ä en Zahlungsbilanz heo ie als ein im wesen lichen mone ä es
P oblem behandel . Folge ich ig is die E klä ungsg öße de mone ä en
Zahlungsbilanz heo ie de Saldo de De isenbilanz (mone ä es Pen-
dan zu Leis ungs- und Kapi albilanz) und olge ich ig we den die Be-
s immungsg ünde des De isenbilanzsaldos auch in eine Analyse des
na ionalen Geldma k es zu e assen e such 6»7.
4 E. M. Ciaassen, De mone ä e Ansa z de Zahlungsbilanz heo ie, in:
WWA, 111-1975, S. 1-23, E. M. Ciaassen, Mone ä e Zahlungsbilanz heo ie,
in: WiS 6/1977, S. 253 - 258, M. Hiebe , G undlagen de Mone ä en Theo ie
de Zahlungsbilanz, in: WISU 8/1976, S. 365 - 369, A. K. Swoboda, Mone a y
App oaches o he Balance-o -Paymen s Theo y, in: E. M. Claassen/P. Salin
(H sg.), Recen Issues in In e na ional Mone a y Economics, Ams e dam
u.a. 1976, S. 3 - 23, deu sche Übe se zung: Mone ä e Ansä ze des in e nen
und ex e nen Gleichgewich s, in: E. M. Ciaassen (H sg): Kompendium de
Wäh ungs heo ie, München 1977, S. 107 - 126.
5 J. A. F enkel/H. G. Johnson (H sg.), The Mone a y App oach o he
Balance-o -Paymen s, London 1976, E. Claassen/P. Salin (H sg.), Recen
Issues in In e na ional Mone a y Economics, Ams e dam u. a. 1976.
6 Vgl. zu Un e scheidung des Ausgangspunk es W. Cézanne!J. Welche :
Gelds omanalyse und Zahlungsbilanz heo ie, in: Konjunk u poli ik 1976,
S. 226 - 246, bes. S. 227 .
7 Eine Gü e - und Kapi alma k analyse de Zahlungsbilanz müß e zu den-
selben E gebnissen kommen wie eine Geldma k analyse de Zahlungsbilanz,
da sich nach dem Wal asianischen Gese z die Geldma k si ua ion e mi eln
läß , wenn die Si ua ion au dem Gü e - und Kapi alma k bekann is .
Weisen z. B. bei eine Un e eilung de Volkswi scha in einen Gü e -,
Kapi al- und Geldma k Gü e - und Kapi alma k je einen Nach ageübe -
34 K edi und Kapi al 41980
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534 Eckha d Knappe
2. Ve hal enshypo hesen
Die adi ionelle Zahlungsbilanz heo ie geh da on aus, daß o
allem Sozialp oduk wachs um, P eis- und Zinsni eau eines Landes die
Zahlungsbilanzsi ua ion bes immen und daß diese Fak o en wenigs ens
zum Teil on de na ionalen Wi scha spoli ik (Finanz-, Geldpoli ik
u. a.) dieses Landes abhängig sind. Eine Reihe e schiedene Fak o en
wi ken dahe au die Zahlungsbilanzsi ua ion ein.
Demgegenübe geh man im Rahmen de mone ä en Zahlungsbilanz-
heo ie da on aus, daß ü eine kleine, o ene und eng mi dem Wel -
ma k e loch ene Volkswi scha P eis- und Zinsni eau du ch den
Wel ma k o gegeben sind (di ek e in e na ionale P eis- und Zins-
zusammenhang) und daß auch das Sozialp oduk wachs um exogen be-
s imm is . Diese G ößen können dahe auch nich p imä die Zah-
lungsbilanz beein lussen. Dahe bes imm die Wi scha spoli ik, die
nach mone a is ische Vo s ellung p imä Geldpoli ik sein muß, di ek
die Zahlungsbilanzsi ua ion. Wäh end die adi ionelle Zahlungsbilanz-
heo ie o allem keynesianischen Gedankengängen olg und on den
do un e s ell en Ve hal ensannahmen ausgeh , s ü z sich die mone ä e
Zahlungsbilanz heo ie o wiegend au mone a is ische Gedankengänge
und Ve hal ensannahmen.
3. Abgelei e e E gebnisse
Die gene elle These de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie läß sich,
g ob e ein ach , olgende maßen zusammen assen:
— In einem Sys em es e Wechselku se (und nu ü ein solches Wech-
selku ssys em wu de die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie zunächs
en wickel ) wi d de Saldo de Zahlungsbilanz eines Landes (hie
e s anden als De isenbilanzsaldo) bes immm du ch Ungleichge-
wich e au dem Geldma k dieses Landes, und zwa in de Weise,
daß Nach ageübe hänge unmi elba De isenbilanzübe schüsse
e u sachen e ice e sa.
— Da die De isenbilanzübe schüsse das Geldangebo de Volkswi -
scha e höhen, wi d das Geldma k ungleichgewich du ch eine
hang au , dann bes eh au dem Geldma k ein Angebo sübe hang, de de
Summe de beiden Nach ageübe hänge en sp ich . Vgl. ü eine He lei ung
de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie aus eine Analyse zweie Gü e mä k e,
des Kapi al- und Geldma k es. M. Hiebe G undlagen de mone ä en
Theo ie de Zahlungsbilanz, in: WiSu 8/1976, S. 365 - 369, bes. S. 366 .
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 535
Geldangebo sanpassung abgebau , wodu ch die U sache des Zah-
lungsbilanzungleichgewich es wiede um e schwinde (mone ä e
Zahlungsbilanzausgleichsmechanismus).
Nach de adi ionellen Zahlungsbilanz heo ie kann eine expansi e
Wi scha spoli ik beispielsweise hohe Wachs ums a en des Sozialp o-
duk es, hohen P eisni eauans ieg und ein nied iges Zinsni eau he bei-
üh en. Ein hohes Sozialp oduk wachs um induzie seine sei s hohe
Impo e, ein hohe P eisni eauans ieg begüns ig Impo e und e -
schwe Expo e, und ein nied iges inländisches Zinsni eau läß den
Kapi alexpo güns ige we den. Mi hin bewi ken alle d ei Folge-
wi kungen eine expansi en Wi scha spoli ik eine Passi ie ung de
Leis ungs- und Kapi albilanz.
Ganz ande s we den die Zusammenhänge im Rahmen de mone ä en
Zahlungsbilanz heo ie gesehen: hohes Sozialp oduk wachs um (das an-
nahmegemäß au exogene U sachen zu ückge üh wi d), hohe P eis-
ni eauans ieg und nied iges Zinsni eau (beide annahmegemäß du ch
die Wel ma k si ua ion bes imm ) e höhen die Geldnach age. S ei-
gende Geldnach age ( ela i e Ve knappung des Geldes) üh jedoch
di ek und unmi elba zu einem Geldzu luß aus dem Ausland, mi hin
zu eine Ak i ie ung de Zahlungsbilanz.
Diese ku zen Andeu ungen zeigen be ei s wesen liche und au den
e s en Blick übe aschende Un e schiede zwischen de adi ionellen
und de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie. Im olgenden sollen dahe
die G undzüge de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie da ges ell und
eine k i ischen Wü digung un e zogen we den.
II. Da s ellung de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie in G undzügen
1. Die geld heo e ischen G undlagen
Die Si ua ion au dem na ionalen Geldma k läß sich besch eiben
du ch eine Geldangebo s unk ion und eine Geldnach age unk ion. Das
Geldangebo eine Volkswi scha (Ms) e gib sich nach mone a is i-
sche Au assung als ein kons an es Viel aches de Geldbasis (H):
(1) Ms = a
• H
Dabei kann die G öße (a) als Symbol ü den Geldschöp ungsmul i-
plika o in e p e ie we den, on dem nach mone a is ische Au as-
sung angenommen wi d, daß e wenigs ens mi el is ig kons an is .
34*
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536 Eckha d Knappe
Um eine Ve bindung zwischen Binnen- und Außenwi scha he zu-
s ellen, kann die Geldbasis (H) ze leg we den in eine binnenwi -
scha liche (D) und in eine außenwi scha liche Komponen e (R):
H = R + D
Diese Iden i ä sbeziehung läß sich ablei en aus de Iden i ä de
No enbankbilanz eines Landes ( gl. Anhang l)8, de zu olge de Bes and
an Zen albankgeld (Geldbasis H)9 iden isch is mi de Summe aus
Bes and an De isen ese en (R) und de saldie en Res g öße de No-
enbankbilanz (D), die un e schiedlich als „heimische K edi ", binnen-
wi scha liche Komponen e de Zen albankgeldmenge ode ähnlich
bezeichne wi d.
Aus Gleichung (1) und de Iden i ä sgleichung e gib sich die Geld-
angebo s unk ion als:
(la) Ms = a
•
(R + D)
Die Geldnach age (MD) wi d in Abhängigkei om P eisni eau (P/),
dem ealen Sozialp oduk (Y ) und om Zinssa z (i/) des Inlandes ge-
sehen. P oblema isch is dabei o allem die le z genann e Abhängig-
kei : Wenn auch die Meinungen übe die G ößeno dnung de Zins-
elas izi ä auseinande gehen und wenn auch die Beg ündungen ü die
Zinselas izi ä de Geldnach age keineswegs einhei lich sind10, so is
doch heu e in de geld heo e ischen Diskussion auch on mone a is i-
sche Sei e die olgende Geldnach age unk ion wei gehend akzep ie :
s Eine kla e Au schlüsselung de de ini o ischen G undlagen inde sich
bei Cezanne/Welche , Gelds omanalyse ..., bes. S. 240 ., S. 227 .
• Geldbasis und Zen albankgeldmenge we den häu ig abweichend de i-
nie , doch sind diese Un e schiede au dem in de mone ä en Zahlungs-
bilanz heo ie zug unde geleg en Abs ak ionsni eau on un e geo dne e
Bedeu ung. Vgl. ü eine Übe sich übe die e schiedenen De ini ionen z. B.
D. Duwendag, K.-H. Ke e e , W. Kös e s, R. Pohl, D. B. Simme , Geld-
heo ie und Geldpoli ik, 2. Au l. Köln 1977, S. 37 . Vgl. auch M. J. M. Neu-
mann, Kons uk e de Zen albankgeldmenge, in: K edi und Kapi al 8/1975,
S.317 - 345.
10 Vgl. ü eine Ube sich übe die wich igs en empi ischen Geldnach age-
un e suchungen den Be ich : The Demand o Money in Thi een Eu opean
and Non-Eu opean Coun ies: A Tabula Su ey, on M. M. G. Fase/ J. B.
Kune, in: K edi und Kapi al 1/1975, S. 410 - 419. Vgl. ü eine Beg ündung
de Zinselas izi ä de Geldnach age unabhängig om Keynesianischen
Spekula ionsmo i A. Obe hause , Liquidi ä s heo ie des Geldes als Gegen-
konzep zum Mone a ismus, in: K edi und Kapi al 10/1977, S. 207 - 232,
bes. S. 222.
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 537
(2) MD = (PI,Y iiI)
Eine explizi e Fo mulie ung eine solchen Geldnach age unk ion,
wie sie häu ig empi ischen Un e suchungen zug unde lieg , ha dabei
die olgende Fo m:
(2a)« MD = P Y" .-±
xi
Da sich im Geldma k gleichgewich Geldangebo und Geldnach age
en sp echen müssen, lau e die Bedingung ü ein Gleichgewich au
dem Geldma k :
(3) Ms = Md
(3a) a
•
(R + D) = PI
•
Y?
•
ii
Lös man die Gleichung (3a) nach (R) au , so e häl man die Bedin-
gung ü den Bes and an De isen ese en eines Landes im Geld-
ma k gleichgewich :
(3b) R = P7.Y;~-^--D
%pj a
Übliche weise leg man den heo e ischen E ö e ungen de mone-
ä en Zahlungsbilanz heo ie und den empi ischen Un e suchungen
nich die Bedingung ü den gleichgewich igen De isen ese enbes and
(R), sonde n die Bedingung ü die gleichgewich ige Wachs ums a e de
De isen ese en (gn) zug unde.
Diese e gib sich du ch eine o male Ablei ung aus de Gleichung
(3b) und ha die Fo m:
(3c) (A) .gR = gpi + «.g ß. g^ - ga - (-|-)
•
gD
Die wich igs en Hypo hesen de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie
lassen sich jedoch auch an Gleichung (3a) und (3b) e läu e n12. Dahe
soll im olgenden auch wei e hin on diesen leich e zu du chschauen-
den Gleichungen ausgegangen we den.
11 Dabei s ell (<x) die Einkommenselas izi ä und (ß) die Zinselas izi ä de
gesam wi scha lichen Geldnach age da .
12 Vgl. ü die o male Ablei ung de Gleichung (3c) den Anhang 2.
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538 Eckha d Knappe
Es wu de be ei s da au hingewiesen, daß das E klä ungsziel de
mone ä en Zahlungsbilanz heo ie nich da in bes eh , die Bes im-
mungsg ünde ü die Höhe des gleichgewich igen De isenbes andes
eines Landes abzulei en, sonde n die Bes immungsg ünde ü den
Saldo de Zahlungs-, d. h. de De isenbilanz, ode ande s ausged ück ,
die Bes immungsg ünde ü die Ve ände ung des De isenbes andes
(A R)
inne halb eines Jah es.
Nach de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie wä e de De isenbilanz-
saldo (
A R)
zu e klä en als Reak ion au Ungleichgewich e des na io-
nalen Geldma k es, als Anpassungsp ozeß an ein neues Geldma k -
gleichgewich , sowei diese P ozeß inne halb des E assungszei au-
mes de Zahlungsbilanz abläu (i. d. R. 1 Jah ).
Ausgangspunk wä e dahe ein Ungleichgewich au dem na ionalen
Geldma k , beispielsweise die Si ua ion eines Angebo sübe hanges, de
sich cha ak e isie en läß du ch die Ungleichung
(3a') a-(R + D) >
P Ya '-^~
(Geldangebo ) (Geldnach age)
Die Ungleichung besag : Bei einem bes imm en P eisni eau (P/)
einem bes imm en ealen Sozialp oduk (Y ) und einem bes imm en
Zinssa z (i/) eines Landes is de a sächliche Geldbes and (Ms) g öße
als die on den Wi scha ssubjek en eiwillig geplan e Kassenhal-
ung (Mz>).
Als mögliche Anpassungs eak ionen au ein solches Geldma k un-
gleichgewich we den nun in de adi ionellen Geld- und Beschä i-
gungs heo ie alle möglichen Al e na i en disku ie : Es können sowohl
die G ößen de linken Gleichungssei e sinken als auch die G ößen de
ech en Gleichungssei e ans eigen. Da diese Ungleichgewich ssi ua ion
auch gekennzeichne we den kann als eine Si ua ion, in de die a -
sächliche Kassenhal ung de Wi scha ssubjek e zu g oß is — g öße
als die on ihnen in Abhängigkei on Einkommen (Y ), P eisni eau
(P/) und Zinssa z (i/) gewünsch e Kassenhal ung — we den die Wi -
scha ssubjek e einmal nach Wegen suchen, die „übe schüssige" Kas-
senhal ung abzubauen, indem sie au Geldsubs i u e ausweichen. In
de adi ionellen Geld heo ie we den hie p inzipiell zwei Al e na-
i en un e schieden. Nach de Vo s ellung de Klassike bes eh die
engs e Subs i u ionsbeziehung zwischen Geld und Gü e n, übe schüs-
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 539
sige Kassenhal ung bewi k dahe einen Subs i u ionsp ozeß on Geld
in Gü e , womi ein Angebo sübe hang au dem Geldma k unmi el-
ba zu eine s eigenden Gü e nach age üh en wü de, die wiede um
bei Vollbeschä igung (Y is kons an ) zu eine P eisni eaus eige ung
üh en wi d. Ein neues Geldma k gleichgewich wi d dahe du ch
P eisni eaus eige ungen und eine dami einhe gehende Ausdehnung
de Geldnach age e eich . Demgegenübe inden nach keynesianische
Vo s ellung die ypischen Subs i u ionsVo gänge zwischen „Geld" und
( es e zinslichen) „We papie en" s a . Ein übe schüssiges Geldangebo
wi d du ch e meh e We papie käu e abzubauen e such , die wie-
de um zu Ku ss eige ungen bzw. Zinssenkungen üh en. Diese Zins-
senkungen üh en nun ih e sei s zu eine Auswei ung de als zins-
elas isch angesehenen Geldnach age: Ein neues Geldma k gleichge-
wich wi d also auch nach keynesianische Au assung übe eine Aus-
dehnung de Geldnach age wiede he ges ell .
Die Mone a is en leugnen diese zwei e mögliche Reak ion du chaus
nich ; sie gehen alle dings da on aus, daß diese Ve suche nich zu einem
neuen Geldma k gleichgewich üh en we den, denn die Ve suche,
übe schüssige Geldbes ände übe We papie käu e abzubauen, we -
den zwa zu eine Zinssenkung üh en, eine Zinssenkung kann abe
die gesam wi scha liche Geldnach age nich e höhen. Nu die Ve -
suche, übe schüssige Geldbes ände zu Gü e nach age zu e wenden,
üh en zu eine E höhung des P eisni eaus, dami des nominalen So-
zialp oduk es und schließlich zu höhe e Geldnach age. Nach mone-
a is ische Vo s ellung is die Geldnach age nämlich om Volksein-
kommen, abe nich ode nu in seh ge ingem Maße on de Zinshöhe
abhängig.
Mi diesen mone ä en E ek en geh auße dem eine Übe agung
au eale G ößen einhe , denn gib man ealis ische weise die klas-
sische Vollbeschä igungsannahme au und be ücksich ig auch zumin-
des ens o übe gehend Un e beschä igungssi ua ionen, so we den die
Anpassungs eak ionen au einen Angebo sübe hang au dem Geld-
ma k , die nach mone a is ische Vo s ellung zu zusä zliche Gü e -
nach age üh en, auch die gesam wi scha liche P oduk ion e höhen.
Auch nach keynesianische In e p e a ion induzie en sinkende Zinsen
wenigs ens in ge ingem Um ang zusä zliche Gü e nach age nach In-
es i ionen und e höhen die gesam wi scha liche P oduk ion.
Im Rahmen de Geld heo ie we den also — wie gesag — alle Reak-
ionsmöglichkei en, die au de ech en Sei e de Gleichung (3a') e aß
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546 Eckha d Knappe
Un e schiedlich we den auch die Folgen eine gene ellen Zinssen-
kungs endenz im Inland gesehen. Nach de mone ä en Zahlungsbilanz-
heo ie bedeu en Zinssenkungen eine Auswei ung de Geldnach age,
eine Tendenz zu einem Nach ageübe hang au dem Geldma k und
dami Zahlungsbilanzübe schüsse, wäh end die adi ionelle Zahlungs-
bilanz heo ie bei eine Senkung des inländischen Zinsni eaus au eine
Ve minde ung des Ve häl nisses on Inlandszinsni eau und Auslands-
zinsni eau abs ell und olglich ehe Ne okapi alexpo e, also Kapi al-
bilanzde izi e e wa en läß .
Lediglich in Bezug au die Folgen eine kon ak i en Geldpoli ik,
die z. B. e such , die heimische Komponen e de Zen albankgeld-
e so gung (D) zu senken, üh en beide Theo ien zu ähnlichen E geb-
nissen, wenn auch de Wi kungszusammenhang gänzlich ande s ge-
sehen wi d. Nach de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie wü de eine
Ve minde ung de heimischen Komponen e de Zen albankgeldmenge
zu eine unmi elba en Ve minde ung des Geldangebo es und dami
eben alls zu einem Nach ageübe hang au dem Geldma k und zu
Zahlungsbilanzübe schüssen üh en. Nach de adi ionellen Zahlungs-
bilanz heo ie we den die Zusammenhänge wenige s eng und di -
izile gesehen. Eine Ve minde ung de heimischen Komponen e de
Zen albankgeld e so gung üh zunächs zu eine Ve minde ung des
Geldangebo es, obwohl diese Ve minde ung be ei s aglich e schein .
T i abe diese Geldangebo s e minde ung ein, so is zwei ens ag-
lich, ob da aus eine Senkung de mone ä en Gesam nach aga esul-
ie en wi d — imme hin is es möglich, daß eine Geldangebo s e -
knappung ausgeglichen wi d du ch eine S eige ung de Umlau ge-
schwindigkei des Geldes, was le z lich die mone ä e Gesam nach age
nich senken wü de. Nu dann, wenn in olge de kon ak i en Geld-
poli ik die mone ä e Gesam nach age zu ückgeh , wi d sich auch nach
adi ionelle Vo s ellung eine Ve minde ung des Ve häl nisses zwi-
schen inländischem und ausländischem P eisni eau eins ellen, was
wiede um endenziell einen Leis ungsbilanzübe schuß bewi k (aus-
eichend hohe Impo nach ageelas izi ä en, die eine No mal eak ion
de Leis ungsbilanz ga an ie en, o ausgese z ).
Pa allel zu diese Wi kungske e üh die Ve knappung des Zen-
albankgeldes zu eine Zinss eige ungs endenz im Inland, die das
Ve häl nis zwischen inländischem und ausländischem Zinsni eau e -
höh und olglich zu einem Kapi albilanzübe schuß üh . Aus beidem,
de Tendenz zu einem Leis ungsbilanzübe schuß und de Tendenz
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 547
zu einem Kapi albilanzübe schuß esul ie ein Übe schuß de De isen-
bilanz. Dami is die p ognos izie e Wi kung eine Ve knappung de
heimischen Komponen e de Zen albankgeldmenge nach de mone-
ä en Zahlungsbilanz heo ie und de adi ionellen Zahlungsbilanz-
heo ie gleich.
In de olgenden Übe sich sind die E gebnisse und Wi kungszu-
sammenhänge nach de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie und nach de
adi ionellen Zahlungsbilanz heo ie noch einmal schema isch zusam-
menges ell , wobei die e ikalen P eile jeweils E höhungen ode
Senkungen de da o s ehenden G öße, die ho izon alen P eile Wi -
kungs ich ungen symbolisie en.
Übe sich
E gebnisse de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie
Gene elle Zusammenhang zwischen Geldma k und Zahlungsbilanz
[MS > Md]
>»
R | (De isenab luß) >• MS [= (R, D)] |
(Zahlungsbilanz-
de izi )
[MS < MD] > R (De isenab luß) > Ms [= (R, D)]
(Zahlungsbilanz-
übe schuß)
Einzele gebnisse im Ve gleich:
Da enände ung Folge en sp echend de
mone ä en Zahlungsbilanz-
heo ie
Folge en sp echend de
„ adi ionellen" Zahlungs-
bilanz heo ie
Pz MDF > [MD>MS] >R
(De isenzu luß)
(Zahlungsbilanz-
übe schuß)
/
PA-w >- Leis ungsbilanz -
de izi
De isenab luß
MD T > [MD>MS] >R T
(De isenzu luß)
(Zahlungsbilanz-
übe schuß)
bei Kons anz de Impo -
quo e s eigen die Impo e
^ Leis ungsbilanz-
de izi
De isenab luß
i7 | MD ••> [MD>MS]
(De isenzu luß)
(Zahlungsbilanz-
übe schuß)
-H-
lA J T Ne okapi alexpo
Kapi albilanzde izi
De isenab luß
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548 Eckha d Knappe
D | Ms > [MD>MS] >R
(De isenzu luß)
(Zahlungsbilanz-
übe schuß)
F aglich ob
F aglich ob [V
•
Ms] |
Pi
(a) Tendenz zu
> Leis ungsbilanz-
übe schuß
(b) Tendenz zu i-^-
L
lA
•••>• Kapi albilanz-
übe schuß
III. E gebnisse empi ische Un e suchungen
zu mone ä en Zahlungsbilanz heo ie
Zu den Hypo hesen de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie gib es
mi le weile eine ganze Reihe empi ische Un e suchungen ü e -
schiedene Lände .
So wu de e such , die Hypo hesen zu es en ü Aus alien (J. R.
Zeche ), ü Schweden (A. H. Genbe g), ü Japan (D. L. Bean) ü
Spanien (M. Gui ian) sowie ü die Bundes epublik Deu schland (M.
Willms)17. Daneben is wei e hin zu e wähnen die Un e suchung on
J. A. F enkel, die sich au die Hype in la ion in Deu schland (1920 bis
1923)18 bezieh . Auße dem gib es eine Reihe on Un e suchungen, die
speziell au die „Mone ä e Kapi albilanz" ausge ich e sind, so die
Un e suchungen P. J. K. Kou i/M. G. Po e ü Aus alien, I alien,
Deu schland und die Niede lande19 sowie die Un e suchungen on
Kou i und on K. W. Riechel, beide ü die Bundes epublik Deu sch-
land20.
17 J. R. Zeche , Mone a y Equilib ium and In e na ional Rese e Flows in
Aus alia, in: s.u., S. 287 - 297, A. H. Genbe g, Aspec s o he Mone a y Ap-
p oach o Balance-o -Paymen s Theo y. An Empi ical S udy o Sweden, in:
s. u. S. 298 - 325, D. L. Bean, In e na ional Rese e Flows and Money Ma ke
Equilib ium: The Japanese Case, in: s. u. S. 326 - 337, M. Gui ian, The Balance
o Paymen s as a Mone a y Phenomenon: Empi ical E idence, Spain
1955 - 1971, in: s. u. S. 338 ., alle ie Bei äge in: J. A. F enkel/H. G. John-
son (H sg.): The Mone a y App oach o he Balance-o -Paymen s, London
1976, M. Willms, De mone ä e Zahlungsbilanzanpassungsp ozeß in einem
ökonome ischen Modell ü die Bundes epublik Deu schland, in: Zei sch i
ü Na ionalökonomie 37/1977, S. 83 - 108.
18 J. A. F enkel, A Mone a y App oach o he Exchange Ra e: Doc inal
Aspec s and Empi ical E idence, in: Scand. Jou nal o Economics 78/1976,
S.200 - 224.
19 P. J. K. Kou i/M. G. Po e , In e na ional Capi al Flows and Po olio
Equilib ium, in: Jou nal o Poli . Econ. 82/1974, S. 443 - 467.
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 549
In de Regel beziehen sich diese empi ischen Un e suchungen nich
au den heo e ischen Zusammenhang, de hie disku ie und in den
Gleichungen (3 a) bzw. (3 b) da ges ell wu de, d. h. au die F age nach
dem Gleichgewich sbes and an De isen ese en, sonde n die empi i-
schen Un e suchungen beziehen sich in de Regel au die Wachs ums-
a e de De isen ese en eines Landes, wobei die Wachs ums a e ü
ein Jah einen Indika o ü den Saldo de Zahlungsbilanz da s ell .
Die in den empi ischen Un e suchungen ge es e e Funk ion en sp ich
also in e wa de hie nu ku z angedeu e en Gleichung (3 c).
Zwa sind die E gebnisse de empi ischen Un e suchungen nich
imme eindeu ig und wide sp echen sich zum Teil, doch glauben die
meis en Ve asse aus den empi ischen E gebnissen eine Bes ä igung
de Hypo hesen de mone ä en Zahlungsbilanz ablei en zu können.
So e gab sich ein enge posi i e Zusammenhang zwischen de
Wachs ums a e des ealen Sozialp oduk es des {gyJ und de Wachs-
ums a e de De isen ese en^
•
De Zusammenhang wa in den
meis en un e such en Fällen posi i , in de Regel jedoch un e p opo -
ional.
Eben alls posi i ko elie wa en die In la ions a e (gpj) und die
Wachs ums a e de De isen ese en. Zei en hohe In la ions a en wa en
gleichzei ig Zei en hohe De isenbilanzübe schüsse bzw. ge inge De-
isenbilanzde izi e. Auch diese Zusammenhang wa in nahezu allen
Fällen posi i , meis soga übe p opo ional.
Eine nega i e Ko ela ion wu de es ges ell zwischen de Zuwachs-
a e des Zinsni eaus (i/) und de Wachs ums a e de De isen ese en.
In den meis en Tes ällen e gab sich ein nega i e und ge inge Zu-
sammenhang.
Eben alls eine nega i e Ko ela ion e gab sich zwischen de Wachs-
ums a e de inländischen Komponen e de Zen albankgeld e so -
gung ( K und de Wachs ums a e de De isen ese en, in allen
20 P. J. K. Kou i, Die Hypo hese kon e ka ie ende Kapi als öme, Eine
Falls udie ü die Bundes epublik Deu schland, in: K edi und Kapi al 1/1975,
S. 1 - 30, K. W. Riechel: Ku z is ige Kapi albewegungen, Geldma k gleich-
gewich und die E ek i i ä de Geldpoli ik, in: K edi und Kapi al 10/1977,
S. 183 - 205. Vgl. auch die k i ische Übe sich übe die empi ischen Un e -
suchungen on S . P. Magee: The Empi ical E idence on he Mone a y Ap-
p oach o he Balance-o -Paymen s and Exchange Ra es, in: AER 66/1976,
S.163 -170.
35 K edi und Kapi al 4/1980
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550 Eckha d Knappe
Fällen e gab sich ein nega i e Zusammenhang, de jedoch un e -
schiedlich s a k wa .
Aus den E gebnissen diese empi ischen Un e suchungen, au die
im Rahmen dieses Bei ages nich nähe eingegangen we den soll, wi d
übe wiegend eine o läu ige Bes ä igung de mone ä en Zahlungs-
bilanz heo ie abgelesen.
IV. Beu eilung de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie
Zum Abschluß dieses Bei ages soll nun e such we den, einige
Aussagen übe die empi ische Rele anz de mone ä en Zahlungsbi-
lanz heo ie, die, wie gezeig , zumindes au den e s en Blick den a-
di ionellen Zahlungsbilanz hesen diame al zu wide sp echen schein ,
abzulei en. Dabei soll schwe punk mäßig lediglich au d ei Thesen
zu mone ä en Zahlungsbilanz heo ie eingegangen we den.
(1) Die hie genann en empi ischen Un e suchungen zu mone ä en
Zahlungsbilanz heo ie we den häu ig als o läu ige Bes ä igung ih e
Hypo hesen gewe e . Es bleib jedoch zu agen, ob die empi ischen
Un e suchungen ein Indiz da ü da s ellen, daß die im Rahmen de
mone ä en Zahlungsbilanz heo ie au ges ell e U sache-Wi kungsbezie-
hung in den empi isch un e such en Fällen a sächlich o lag.
Die behaup e e U sache-Wi kungsbeziehung geh aus on eine
exogen o gegebenen En wicklung des ealen Sozialp oduk es (Y ), des
inländischen P eisni eaus (P/), des inländischen Zinsni eaus (i/) und
eine exogen o gegebenen En wicklung de na ionalen Geldpoli ik,
die au onom die En wicklung de heimischen Komponen e de Zen-
albankgeld e so gung (D) s eue . Dabei üh en ein s eigendes So-
zialp oduk und P eisni eau, ein sinkendes Zinsni eau sowie eine kon-
ak i e Geldpoli ik (D sink ) zu Zahlungsbilanzübe schüssen. Alle
diese U sachen üh en zu eine s eigenden Geldnach age bzw. einem
sinkenden Geldangebo und dami zunächs endenziell zu einem Nach-
ageübe hang au dem Geldma k .
De Nach ageübe hang au dem Geldma k , d. h. die Geldknapp-
hei , üh einmal endenziell dazu, daß das inländische Zinsni eau
übe das Wel ma k zinsni eau zu s eigen d oh , was jedoch du ch in-
duzie e Ne okapi alimpo e unmi elba e hinde wi d. Zum an-
de en bewi k die Geldknapphei , daß die mone ä e Gesam nach age
nach Gü e n geb ems wi d. Au den Gü e mä k en e gib sich dami
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 551
eine Si ua ion, in de das mone ä e Gesam angebo die mone ä e Ge-
sam nach age endenziell übe s eig (wobei das mone ä e Gesam -
angebo annahmegemäß exogen gegeben is , da eales Sozialp oduk
und P eisni eau du ch exogene Fak o en bes imm sind). Dieses Übe -
angebo au den Gü e mä k en üh nun zu eine P eissenkungs en-
denz — das inländische P eisni eau d oh un e das Wel ma k p eis-
ni eau zu sinken — was jedoch bei den un e s ell en hohen Elas izi-
ä en unmi elba du ch Leis ungsbilanzübe schüsse (De isenzu lüsse)
e hinde wi d.
Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie geh dahe — wie gesag —
da on aus, daß Ve ände ungen on Sozialp oduk , P eis- und Zins-
ni eau und heimische Komponen e de Zen albankgeldmenge un-
mi elba die Zahlungsbilanz beein lussen.
Nim könn e man zwa die empi ischen Un e suchungen, die in de
Ta eine en sp echende Ko ela ion zwischen ealem Sozialp oduk ,
P eisni eau, Zinsni eau und heimische Komponen e de Zen albank-
geldmenge au de einen und De isenbilanzsalden au de ande en Sei e
nachzuweisen scheinen, als eine o läu ige Bes ä igimg de genann en
Wi kungske e ansehen. Dies e schiene insbesonde e dann plausibel,
wenn es keine ande e heo e ische E klä ung ü die empi isch es -
ges ell e posi i e Ko ela ion zwischen ealem Sozialp oduk bzw.
P eisni eau und De isenzu lüssen bzw. ü die empi isch es ges ell e
nega i e Ko ela ion zwischen Zinsni eau, heimische Zen albank-
geld e so gung und De isenzu lüssen geben wü de.
Es exis ie jedoch auch im Rahmen de adi ionellen Zahlungs-
bilanz heo ie eine plausible E klä img ü die empi isch es ges ell en
Zusammenhänge, und zwa e schein es heo e isch genauso plausibel,
die U sache nich in den Wachs ums a en des ealen Sozialp oduk es
und des P eisni eaus, in de Abnahme des inländischen Zinsni eaus
und in de kon ak i en heimischen Geldpoli ik, die Folge in einem
Zahlungsbilanzübe schuß und De isenzu luß zu sehen, genauso plau-
sibel e schein de umgekeh e Zusammenhang, daß nämlich Zahlungs-
bilanzübe schüsse und De isenzu lüsse, die beispielsweise du ch die
adi ionelle Zahlungsbilanz heo ie e klä we den können, die U -
sache da s ellen und in de Folge zu einem Ans ieg des ealen Sozial-
p oduk es, zu einem Ans ieg des P eisni eaus, zu eine Ve minde ung
des Zinsni eaus und zu eine kon ak i en Geldpoli ik de No enbank
ge üh haben. Geh man nämlich da on aus, daß die p imä e U sache
in den De isenzu lüssen bes eh , so könn e die unmi elba e Folge in
35*
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552 Eckha d Knappe
eine Geldmengenausdehnung gesehen we den, die wiede um zu eine
Ve minde ung des inländischen Zinsni eaus, zu eine E höhung de
mone ä en Gesam nach age und schließlich zu eine Zunahme des
ealen Sozialp oduk es und des inländischen P eisni eaus ge üh
haben. Geh man gleichzei ig da on aus, daß au g und de De isen-
zu lüsse die No enbank aus So ge um die nega i en, s abili ä spoli i-
schen Wi kungen wenigs ens eilweise e such ha , die De isenzu-
lüsse du ch eine, wenn auch nich olls ändig e olg eiche, kon ak-
i e Geldpoli ik zu neu alisie en, könn e das gleichzei ige Au e en
on De isenzu lüssen au de einen und Zunahmen des ealen Sozial-
p oduk es, des P eisni eaus bzw. Abnahmen des Zinsni eaus und de
heimischen Komponen e de Zen albankgeld e so gung e klä we -
den, nun alle dings in eine Weise, die die U sache-Wi kungske e de
mone ä en Zahlungsbilanz heo ie quasi au den Kop s ell und die
sich du chaus im Rahmen de E klä ungsmus e de adi ionellen
Zahlungsbilanz heo ie häl .
Selbs dann, wenn man also die E gebnisse de empi ischen Un e -
suchungen ü gesiche häl , kann da aus keine o läu ige Bes ä igung
de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie gezogen we den, es kann le z -
lich nich gesag we den, ob es die exogenen Ve ände ungen on P eis-
ni eau, Sozialp oduk , Zinsni eau und heimische Geldpoli ik wa en,
die die Zahlungsbilanz bes imm en, ode ob es die Zahlungsbilanzsi ua-
ion wa , die ih e sei s Ein luß au P eisni eau, Sozialp oduk , Zins-
ni eau und heimische Geldpoli ik ausgeüb ha .
(2) Im Rahmen de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie wi d die These
au ges ell , daß sich Geldma k ungleichgewich e nich au das Ve -
häl nis zwischen in- und ausländischem P eisni eau bzw. au das Ve -
häl nis zwischen in- und ausländischem Zinsni eau auswi ken, son-
de n daß Geldma k ungleichgewich e bei kons an en P eis- und Zins-
e häl nissen di ek au die Zahlungsbilanzsi ua ion einwi ken. Hie
wä e die F age zu p ü en, ob die Annahme eines s eng wi ksamen,
di ek en in e na ionalen P eis- und Zinszusammenhanges als eali-
s isch angesehen we den kann ode ande s ausged ück , ob die An-
nahme eine hochelas ischen Reak ion de Leis ungsbilanz und de
Kapi albilanz be ei s au minimale Abweichungen in den in e na io-
nalen P eis- und Zins ela ionen de Reali ä en sp ich . Von diesen
beiden Thesen e schein die Behaup img eine hochelas ischen Reak-
ion de Kapi albilanz au be ei s minimale Abweichungen in den
in e na ionalen Zins ela ionen wenige p oblema isch zu sein, da eine
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 553
Reihe on empi ischen Un e suchungen in de Ta eine hohe Kapi al-
mobili ä und eine ela i elas ische Reak ion de Kapi albilanz nach-
zuweisen, alle dings eich die Elas izi ä de Kapi albilanz eak ionen
nich aus, um die Wi ksamkei eine na ionalen Geldpoli ik olls ändig
zu kon e ka ie en21.
Dagegen implizie e die These on eine hochelas ischen Reak ion
de Leis ungsbilanz au minimale Abweichungen in den in e na io-
nalen P eis ela ionen auße o den lich hohe P eiselas izi ä en de Im-
po gü e nach age, was zunächs in diame alem Wide sp uch zu de
adi ionellen Vo s ellung s eh , daß nämlich die Nach ageelas izi ä-
en ü Impo gü e insgesam ela i ge ing sind, und dami eine
No mal eak ion de Leis ungsbilanz au P eisni eau- und Wechsel-
ku sände ungen zumindes aglich e schein . Zwa geh die Meh zahl
de Wissenscha le heu e da on aus, daß die Impo gü e elas izi ä en
aus eichen, um eine de a ige No mal eak ion de Leis ungsbilanz
siche zus ellen. Doch s eh das imme noch im Wide sp uch zu den
ex emen Elas izi ä sannahmen im Rahmen de mone ä en Zahlungs-
bilanz heo ie.
Die Annahme des di ek en in e na ionalen P eiszusammenhangs und
dami die Annahme ex em elas ische Reak ionen de Leis ungsbilanz
dü e zunächs lediglich ü ela i homogene und leich ans e ie -
ba e Außenhandelsgü e gel en. Sie gil lediglich in besch änk em
Maße ü he e ogene Außenhandelsgü e , ü die sich be ei s spezielle
P ä e enzen he ausgebilde haben, und sie gil nich bzw. lediglich
indi ek ü nich handelba e Gü e des Sozialp oduk s, wie z. B. be-
s imm e Diens leis ungen, Bau en ode ähnliches. Man muß schließlich
da on ausgehen, daß die Elas izi ä de Leis ungsbilanz eak ion in
s a kem Maße on de Länge des Zei aumes abhäng , ü den die
Leis ungsbilanz eak ion un e such wi d. Die Reak ion de Leis ungs-
bilanz dü e dabei umso elas ische aus allen, je länge de be ach-
e e Zei aum is . Das gil ebenso ü die Elas izi ä de Kapi albi-
lanz eak ion, wie gene ell ü jede Elas izi ä sbe ach ung. Ande s
ausged ück bedeu e das, die on de mone ä en Zahlungsbilanz heo-
ie pos ulie en Wi kungen we den lediglich mi e hebliche zei liche
Ve zöge ung ein e en. Man mach dahe e hebliche Fehle , wenn man
so wie die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie on eine di ek en Wi -
kung zwischen Geldma k ungleichgewich und Zahlungsbilanzun-
gleichgewich ausgeh . Vielmeh muß man, um Fehle zu e meiden,
21 Vgl. Kou i, Die Hypo hese kon e ka ie ende Kapi als öme.
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554 Eckha d Knappe
in jedem Fall einen Zwischensch i in de Wi kungske e be ücksich-
igen: So e n die p imä e U sache a sächlich in einem Geldma k un-
gleichgewich lieg , üh dies zu gü e wi scha lichen Ungleichge-
wich en (und Kapi alma k ungleichgewich en). Diese gü e wi scha -
lichen Ungleichgewich e (Kapi alma k ungleichgewich e) üh en zu
eine Ve ände ung des P eisni eaus (Zinsni eaus), diese wiede um
zu Ände ungen in den in e na ionalen P eis ela ionen (in e na ionalen
Zins ela ionen) und e s diese Ve ände ungen in den in e na ionalen
P eis ela ionen (Zins ela ionen) sind es schließlich, die du chaus un-
ollkommen und mi e heblichen zei lichen Ve zöge ungen zu eine
Reak ion de Leis ungsbilanz (Kapi albilanz) üh en. Schließ man sich
eine solchen In e p e a ion de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie an,
dann is in de Ta de Un e schied zu adi ionellen Zahlungsbilanz
nich meh allzu g a ie end.
(3) Die zen ale These de mone ä en Zahlungsbilanz heo ie, Geld-
ma k ungleichgewich e seien die p imä e U sache ü De isenbilanz-
ungleichgewich e, wi d häu ig auch in eine noch spezielle en Ve sion
e e en und zwa seien es die Ve ände ungen in de inländischen
Zen albankpoli ik, die sich in eine Ve ände ung de heimischen
Komponen e de Zen albankgeldmenge
(A
D) niede schlagen, und die
sich le z lich di ek au die De isenbilanzsi ua ion auswi ken.
In diese spezielle en Ve sion is die Aussage de mone ä en Zah-
lungsbilanz heo ie nu au ech zu e hal en, wenn un e s ell we den
kann, daß übe eine Ve ände ung de heimischen Komponen e de
Zen albankgeldmenge unmi elba die mone ä e Gesam nach age de
Volkswi scha beein luß wi d. Nu dann wi k die heimische Kom-
ponen e des Zen albankgeldangebo es bei annahmegemäß exogen o -
gegebenem Angebo swe di ek au das gesam wi scha liche Gü e -
ma k gleichgewich , und dieses bes imm die P eisen wicklungs en-
denz und bei Gül igkei des di ek en in e na ionalen P eiszusammen-
hangs die Leis ungsbilanz. De Ein luß, den die heimische Komponen e
de Zen albankgeldmenge le z lich au die mone ä e Gesam nach age
(Y
•
P/) ausüb , läu jedoch übe eine Reihe on Zwischensch i en.
Da die No enbank nu einen Teil de heimischen Komponen e de
Zen albankgeldmenge di ek kon ollie , muß zunächs siche ges ell
sein, daß eine Ve ände ung de Zen albankpoli ik auch zu eine Ve -
ände ung de heimischen Komponen e de Zen albankgeldmenge (D)
insgesam üh . Dies muß wei e hin eine Ve ände ung des gesam en
Geldangebo es he o u en und die Geldangebo s e ände ung da
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Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie 555
schließlich nich du ch eine gegenläu ige Ve ände ung de Umlau ge-
schwindigkei kon e ka ie we den, sodaß die Geldangebo s e ände-
ung auch eine gleichge ich e e Ve ände ung de mone ä en Gesam -
nach age he o u . Übe alle diese Zwischensch i e is de Zusam-
menhang zwischen dem Teil de Zen albankgeldmenge, den die No-
enbank kon ollie und de mone ä en Gesam nach age seh lose.
Man muß ealis ische weise da on ausgehen, daß ein wei e Spiel-
aum ü au onome Ände ungen de einzelnen Komponen en de mo-
ne ä en Gesam nach age (In es i ionen, Konsum, S aa snach age)
auch bei gegebene No enbankpoli ik e bleib .
Eine ealis ische In e p e a ion de Zusammenhänge zwischen Geld-
ma k und Zahlungsbilanz muß dahe auch be ücksich igen, daß de
p imä e Ans oß on de au onomen En wicklung de Gesam nach age
ausgehen kann, die di ek ein gü e wi scha liches Ungleichgewich
he o u und di ek P eisni eau- und Sozialp oduk ände ungen be-
wi k , die ih e sei s wiede um die Leis ungsbilanz beein lussen. In
einem solchen Fall wä e die Si ua ion au dem Geldma k lediglich
eine Folge de au onomen Nach ageen wicklung, denn die au onome
En wicklung de Gesam nach age beein luß ih e sei s die Geldnach-
age, da z. B. eine au onome Zunahme de Gesam nach age inanzie
we den muß und somi auch die Geldnach age (aus dem Finanzie-
ungsmo i ) e höh . Je nachdem wie elas isch sich das Geldangebo
an die induzie e Ve ände ung de Geldnach age anpaß , komm es
zu meh ode wenige s a ken Zinswi kungen, die wiede Ein luß au
die Kapi albilanz haben.
Wie be ei s dieses ku ze Beispiel, das wei gehend keynesianischen
Vo s ellungen en sp ich , zeig , is die En wicklung au dem Geld-
ma k keineswegs imme die p imä e U sache ü Zahlungsbilanzun-
gleichgewich e, sonde n z. T. is die Geldma k si ua ion wiede um
Folge eine au onomen Nach ageen wicklung.
V. Schlußbeme kungen
Die mone ä e Zahlungsbilanz heo ie, die in ih e zen alen These
behaup e , daß Angebo s- bzw. Nach ageübe hänge au dem Geld-
ma k als p imä e U sache unmi elba die Si ua ion de Zahlungs-
(De isen-)bilanz beein lussen, s ell einen neuen, geschlossenen Ansa z
zu Klä ung de U sachen on Zahlungsbilanzungleichgewich en da .
Es handel sich um ein einhei liches Konzep , in dessen Rahmen so-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.13.4.532 | Gene a ed on 2023-01-16 12:45:37