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Aspekte der Friedensforschung und Entscheidungsprobleme in der Sozialpolitik

Sanmann, Horst

Abstract

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Full text

Sanmann, Ho s (Ed.) Book Aspek e de F iedens o schung und En scheidungsp obleme in de Sozialpoli ik Sch i en des Ve eins ü Socialpoli ik, No. 64 P o ided in Coope a ion wi h: Ve ein ü Socialpoli ik / Ge man Economic Associa ion Sugges ed Ci a ion: Sanmann, Ho s (Ed.) (1971) : Aspek e de F iedens o schung und En scheidungsp obleme in de Sozialpoli ik, Sch i en des Ve eins ü Socialpoli ik, No. 64, ISBN 978-3-428-42549-5, Duncke & Humblo , Be lin, h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/285465 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/legalcode.de OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Sch i en des Ve eins ü Socialpoli ik Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en Neue Folge Band 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 SCHRIFTEN DES VEREINS F JR SOCIALPOLITIK Gesellscha ü Wi scha s· und Sozialwissenscha en Neue Folge Band 64 Aspek e de F iedens o schung und En sooeidungsp obleme in de Sozialpoli ik VE RLAG VON DUN C K E R & H U M B LOT BE R L IN 1971 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Aspek e de F iedens o schung und En scheidungsp obleme in de Sozialpoli ik Von B uno S. F ey, Be nha d Külp, Elisabe h Lie mann-Keil, J ü gen Ze ehe He ausgegeben on Ho s Sanmann VERLAG VON DUNCKER & HU~/iBLÖT BERLIN1971 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Alle Rech e o behal en @ 1971 Duncke & Humblo , Be lln 41 Ged uck 1871 bei Be line Buchd ucke ei Union GmbH., Be lln 61 P ln ed in Ge many ISBN 3 428 02549 0 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Vo wo En scheidungsp obleme im Be eich de Sozialpoli ik wa en das Haup - hema, mi dem sich de sozialpoli ische Ausschuß unse es Ve eins in seine Si zung in Innsb uck im He bs 197IJ be aß e. Die dazu o geleg- en und disku ie en Re e a e on F au Kollegin Lie mann-Keil sowie de He en Kollegen Külp und Ze che we den hie mi de Ö en lich- kei übe geben. He Kollege F ey wa gebe en wo den, in Innsb uck aus seinem Haup a bei sgebie , de F iedens o schung, zu e e ie en. Das Re e a be üh die Sozialpoli ik scheinba nu am Rande. Ve gegenwä ig man sich indessen, daß Sozialpoli ik im klassisch- adi ionellen Sinn s e s sozialen F ieden im na ionalen Rahmen in endie e, so kann man F iedens o schung als das Bemühen wissenscha liche Sozialpoli ik um den sozialen F ieden im in e na ionalen Rahmen au assen; Sozial- poli ik e häl dami gewisse maßen eine neue Dimension. Abe auch de jenige, de diese Sich de Dinge nich eilen mag und die G enzen de Disziplin Sozialpoli ik enge gezogen sehen möch e, wi d, so ho e ich, das Re e a ü hin eichend in o ma i und an egend hal en, um seine Ve ö en lichung in Ges al eine Publika ion des Ausschusses ü Sozialpoli ik zu ole ie en. Im F ühjah 1971 De He ausgebe OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Inhal s e zeichnis De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung Von P o . D . B uno S. F ey, Kons anz u. Basel................. ....... 9 Aspek e de En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik Von P o . D . Jü gen Ze che, Be lin .................................. 37 Sozialpoli ische En scheidungen, Wahl- und Legisla u pe ioden. Ein Bei- ag zu Wähle - und Rep äsen an ens a egie Von P o . D . Elisabe h Lie mann-Keil, Saa b ücken .................. 61 De Ein luß de Schlich ung au den En scheidungsp ozeß de Ta i - e agspa eien Von P o . D . Be nha d Külp, Bochum ................................ 77 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 14 B uno S. F ey es wi d nu das " echnische" P oblem be üh , wie eine (i gendwie beschlossene) Ab üs ung die Wi scha beein luß . (Au die En schei- dungsp oblema ik und die be üh en In e essenlagen wi d wei e un en eingegangen.) Hie müssen zwei Gesich spunk e un e schieden we den: das Gleich- gewich eine abge üs e en Wi scha und de Obe gangsp ozeß. Die g undlegenden Un e suchungen au diesem Gebie sind in dem on Emile Benoi und Kenne h Boulding he ausgegebenen Sammelband "Disa mamen and he Economy"l1 zu inden: Wassily Leon ie und Ma in Ho enbe g benü zen die Inpu -Ou pu -Analyse und Daniel Sui s ein öko no me isches Modell, um die Auswi kungen eine Abnahme de Rüs ungsauslagen zu un e suchen, wäh end Richa d Nelson sich mi de F age beschä ig , wie de echnische Fo sch i beein luß wi d. Ähn-' liche Un e suchungen wu den auch du ch ame ikanische Behö den un e nommen 12• Sie kommen alle zum e wa gleichen E gebnis: Du ch die Ab üs ung we den zwa Pe sonen eigese z , abe es bes eh kein G und zu Annahme, daß du ch Fiskal- und Geldpoli ik diese Nach- ageaus all nich kompensie we den kann und daß im Gleichgewich die A bei slosenquo e zuzunehmen b auch . Die P obleme wäh end de übe gangszei sind zwa schwie ig, abe nich unübe windlich. Eine ande e Meinung wi d wiede um im du chaus e ns zunehmenden "Repo om he I on Moun ain" e e en l3 • Es we den zwei Ausgaben- ka ego ien gesehen, die als Subs i u ü die Rüs ungsau wendungen dienen können, nämlich soziale Diens e und Raum o schung. Nu diese beiden e üllen die om Repo ges ell en Bedingungen: nämlich (1) e schwende isch zu sein und (2) g oße Summen zu e schlingen l4 • Die übliche A gumen a ion wi d umgekeh : gewöhnlich wi d be- echne , wie iele Spi äle und Wohnungen ans elle z. B. eines Bombe s 11 New Yo k 1963. 12 z. B. Council o Economic Ad iso s: Repo o he Commi ee on he Economic Impac o De ense and Disa mamen ; Washing on D. C. 1965. Consequences o Disa mamen ; abged uck in: H. Hendlo i z (H sg.): Legal and Poli ical P oblems o Wo ld O de ; New Yo k 1962. Neue dings S. Melman (H sg.): The De ense Economy. Con e sion o Indus ies and Occupa ions o Ci ilian Needs; New Yo k 1970. 13 De Repo a gumen ie (besonde s hinsich lich de soziologischen und sozialpsychologischen Aspek e) iel allgemeine und schließ auch die Ve - häl nisse in den nich -kapi alis ischen (insbesonde e den kommunis ischen) S aa en ein. Auch einige Ma xis en, e wa Faul Ba an und Faul Sweezy in ih em Monopoly Capi alism (New Yo k 1966, S.153), glauben, daß eine ab- ge üs e e Gesellscha wi scha lich nich möglich is , wo ü "de Kapi a- lismus" e an wo lich gemach wi d. 14 Als d i e Bedingung wi d e lang , daß sie wie die Rüs ungsausgaben auße halb des P eissys ems sein müssen. Dies is jedoch om ökonomischen S andpunk gesehen m. E. nich zwingend. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de ökonomik zu F iedens o schung 15 gebau we den könn en. Es wi d abe kaum je ge ag , ob bei eine Ab üs ung übe haup genug Beda an so ielen Spi äle n und W ohnun- gen bes eh . Gemäß dem Repo sind die Kapi alauslagen ü alle de - a igen Au wendungen nu ü e wa 10-20 Jah e aus eichend g oß: "As an economic subs i u e o wa , i is inadequa e because i would be a oo cheap." (S. 60). Dieses E gebnis is ech übe aschend, kann abe nich ganz übe zeugen, besonde s wenn auch an die du ch die Besei igung de Slums en s ehenden Folgekos en gedach wi d. G öße e Chancen äumen die Au o en (de Au o ?) de Nach agescha ung du ch die -Raum o schung ein, besonde s weil ein Kapazi ä se ek as öllig ehl und de Ve schleude ung keine G enzen gese z sind. übe sehen wi d du ch den Repo die Möglichkei de Ve minde ung de A bei szei , die noch übe lange Zei hinweg möglich is . B. Wi scha liche K iegsg ünde Die Au assung is wei e b ei e , daß K iege o au wi scha liche G ünde zu ückgehen. Ma xis ische Impe ialismus heo ien e wa a la Rosa Luxembu g sehen da in soga eine de Haup u sachen ü K iege, wodu ch sich eine Ve knüp ung zwischen Wi scha ssys em und (impe.:. ialis ischen) K iegen e gib : Die "kapi alis ische" Wi scha is genö ig , sich ih e Rohs o quellen zu siche n und gleichzei ig neue Absa zmä k e ü ih e Indus iep oduk e zu inden, um dem Fall de P o i a e en - gegenzuwi ken. Nich nu Ma xis en haben jedoch wi scha liche Impe ialismus- heo ien au ges ell , und umgekeh gib es nich nu im "Kapi alismus" Impe ialismus, sonde n e is eine wei äl e e Ins i u ion, die mi den e schiedens en Wi scha ssys emen e einba is 15• Es gib nu wenige empi ische Un e suchungen au diesem Gebie , die eine Hil e zu Beu eilung de a ige Theo ien leis en könn en. E ns ha e Messungs e suche sind jedoch we oll, weil sons öllig aus de Lu geg i ene "Schä zungen" übe die Bedeu ung de wi - scha lichen K iegsu sachen e wende we den. Ein in e essan e Ansa z au diesem Gebie s amm on Cha les Wol l6. E such die G undlagen zu Messung des "We es" eines Landes 15 Vgl. e wa K. E. BouZding: The O ganiza ional Re olu ion; Chicago 1968. J. A. Schumpe e be ach e soga den Impe ialismus als ypisch an i-kapi a- lis isch (Impe ialism and Social Class; Ox o d .1951). R. WoZ in e p e ie den mode nen Impe ialismus du ch eine übe agung Galb ai hsche Ge- danken (The New Indus ial S a e; New Yo k 1967) au die in e na ionale Ebene (Mode n Impe ialism: The View om he Me opolis; in: Ame ican Ecnomic Re iew, Pape s and P oceedings, May 1970). Fü die ma xis ische Sich gl. e wa T. Kemp: Theo ies o Impe ialism; London 1967. 16 Some Aspec s o he "Value" o Less-De eloped Coun ies o he Uni ed S a es; in: B. M. Russe (H sg.): Economic Theo ies o In e na ional Poli ics; Chicago 1968, S. 279 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 16 B uno S. F ey ü die Ve einig en S aa en he auszua bei en. Die Kenn nis diese G öße is z. B. wich ig, wenn en schieden we den soll, welche Au wen- dungen die USA machen soll en, um ein Land in ih em Ein lußbe eich zu hal en. Gemäß Wol e gib sich de ein wi scha liche "We " eines Landes als Summe de diskon ie en zukün igen Gewinne de do be indlichen ame ikanischen In es i ionen plus de Konsumen enquo e aus den Impo en aus diesem Land plus de P oduzen en en e aus den Expo en nach diesem Land (imme im Ve gleich zu den nächs bes en Möglichkei en). Wenn - o z den heo e ischen Vo behal en -eine solche Messung als akzep abel e schein , kann wei e un e such we den, welche (posi i e ode nega i e) "Rendi e" e ziel wi d, wenn zum "Hal en" eines S aa es bes imm e wi scha liche und mili ä ische Au wendungen no wendig sind. Wenn es sich z. B. e weis , daß diese "wi scha liche" Rendi e seh ge ing ode ga nega i is , kann da aus geschlossen we den, daß en wede (1) nu ein Teil de Wi scha des dominie enden Landes da on p o i- ie , abe seinen Willen zum "Hal en" des ande en Landes poli isch du chse zen kann, ode (2) neben dem "wi scha lichen" We auch ganz ande e We e (z. B. P es ige) eine Rolle spielen (de en quan i a i e Bedeu ung dami ab- geschä z we den kann). Un e suchungen on Kenne h Boulding geben nun a sächlich einige Hinweise da au , daß sich K ieg und Impe ialismus als "In es i ionen" wi scha lich nich lohnen l7 • E ag danach, ob die eale Wachs ums- a e du ch K ieg und E obe ung emde Te i o ien e höh ode e - minde wi d. In eine his o ischen S udie ü Japan 18 inde e , daß das Wi scha swachs um du ch die impe ialis ische Poli ik de Ve gangen- hei geb ems und in de Gegenwa du ch den Ve zich da au ein- deu ig ges eige wu de. Ähnliche Un e suchungen e wa ü die Schweiz, Schweden ode F ank eich wü den wohl die gleichen E gebnisse b in- gen. Ein Que schni s e gleich zwischen "impe ialis ischen" und "nich - impe ialis ischen" Lände n ü e schiedene Pe ioden 19 gib de Hypo- hese übe einen nega i en Zusammenhang wei e e Un e s ü zung. Diese Que schni sanalyse is ech obe lächlich; sie is auch nu als Ans oß zu wei e gehenden s a is ischen Un e suchungen gemein . Boul- ding bilde ein ach zwei G uppen on Lände n ("impe ialis ische" und "nich -impe ialis ische") und e gleich de en Wachs ums a e mi ein- 17 Zum gleichen E gebnis komm K. Kno : On he Use o Mili a y Powe in he Nuclea Age; P ince on 1966. 18 K. Boulding and A. Gleason: Wa as an In es men : The S ange Case o Japan; in: Peace Resea ch Socie y (In e na ional) Pape s, Vol. VIII, 1965. 19 K. Boulding: The Role o Wa Indus y in In e na ional Con lic ; in: Jou nal o Social Issues, 23, Jan. 1967. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 17 ande . Wich ig wä e jedoch, alle ande en Ein lüsse auszuschal en, die nich s mi de ges ell en F age zu un haben. Zu denken is insbesonde e an den Ein luß des Auslas ungsg ades de In as uk u au die W achs ums a e 20• Fü eine sinn olle s a is ische Un e suchung is o allem auch ein heo e isches Modell no wendig, in dem de T ansmissionsmechanismus des "Impe ialismus" au die Wachs ums a e de Wi scha genau analy- sie und in meßba e Va iablen ans o mie wi d. Vo sich is auch no wendig bei de In e p e a ion eines es ges ell en Zusammenhanges: es is ebenso gu denkba , daß die G öße de Wachs ums a e den "Impe- ialismus", wie umgekeh , daß de "Impe ialismus" die Wachs ums- a e bes imm . Fü den e s en Fall könn e z. B. olgende maßen a gu- men ie we den: Je kleine die Wachs ums a e de Wi scha eines Landes, des o meh inne e Kon lik e bleiben ungelös und en s ehen, besonde s wenn die E wa ungen sich nich en sp echend anpassen 21 • Bei niede e Wachs ums a e e wandel sich das Kon lik smodell en- denziell on einem Posi i -Summen- zu einem Null-Summen-Spiel, d. h. zu eine Si ua ion des einen Kon lik s. Dadu ch wi d die "Lösung" bes ehende Kon lik e schwie ige ; Ansp üche an das Sozialp oduk , die bei schnelle s eigendem Ni eau ü alle G uppen gleichzei ig be iedig we den konn en, e weisen sich nun als inkompa ibel, d. h. neue in e ne Kon lik e en s ehen 22• Empi ische Un e suchungen - insbesonde e in den be ei s zi ie en A bei en on Michael Haas und Rudolph Rummel - bes ä igen da übe hinaus einen Zusammenhang zwischen in e nen und ex e nen Kon lik en 23, so daß sich ein gene elle 20 Diese Hypo hese wi d e wa e e en bei B. S. F ey: Eine poli ische Theo ied es wi scha lichen Wachs ums; in: Kyklos, 21, 1968. Vgl. auch das Modell bei R. L. F ey: In as uk u : G undlagen de Planung ö en liche In es i ionen; Tübingen 1970, Kapi el 4. 21 Dies wi d wiede um in meinem Kyklos-Au sa z (1968) un e s ell , wobei abe angenommen wi d, daß ein Regie ungswechsel die Vo ausse zungen zu Besei igung de Kon lik e (du ch In as uk u in es i ionen und nach- olgende E höhung de Wachs ums a e) scha . Eine in e essan e empi ische Un e suchung dieses Zusammenhangs in ex eme Ve sion inde sich bei R. Tan e and M. Midla sky: Re olu ions. A quan i a i e Analysis; in: Jou nal o Con lic Resolu ion, 11, 1967. Sie inden die Hypo hese eine posi i en Ko ela ion zwischen Re olu ionspo en ial (als Di e enz zwischen Leis ung und Ansp üchen) und inne s aa liche Gewal samkei (d. h. gewal - ä ige Kon lik e) mi Ausnahme on Südame ika bes ä ig . 22 Die Nich e einba kei de Ansp üche en sp ich de De ini ion des Kon lik s bei K. Boulding: Con lic and De ense. A Gene al Theo y; Ann A bo 1962. 23 Die neues e S udie on J. Wilkenjeld kann jedoch nu einen ge ingen Teil de Ko a ianz äuße e Kon lik e du ch inne e Kon lik e (ode umge- keh ) "e klä en" (Some Fu he Findings Rega ding he Domes ic and Fo eign Con lic Beha io o Na ions; in: Jou nal o Peace Resea ch, 1969, S.147-156). Einige heo e ische übe legungen übe das Ausmaß und die Ve eilung de Ressou cen zwischen in e ne und ex e ne Kon lik egelung we den im Sinne d. "ökonomischen Theo ie de Poli ik" e such bei B. S. 2 Sch i en d. Ve eins . Socialpoli ik 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 18 B uno S. F ey (nega i e ) Zusammenhang zwischen de Wachs ums a e eine Wi - scha und Agg essionen nach außen ("Impe ialismus") kons uie en läß . Diese Hypo hese is zwa nich unplausibel, kann abe keineswegs als gesiche angenommen we den. Nu un o eingenommene und e ns ha e heo e ische und s a is ische Fo schungen können hie wei e e Klä ung b ingen. C. Wi scha als poli isches Ins umen Imme wiede wi d e such ,du ch wi scha liche Sank ionen Län- de zu einem gewünsch en Ve hal en zu zwingen. Dies wi d nich nu du ch einzelne Na ionen e such , sonde n gehö auch zu "F iedens- s a egie" des Völke bundes und de Ve ein en Na ionen. Wiede um handel es sich um ein seh wei es Gebie , bei dem abe wenig gesiche e E kenn nisse bes ehen. Die Theo ie de wi s~ha lichen Sank ionen is im P inzip ech ein ach. Die Wi kung des pa iellen ode o alen Boyko s bes imm e Impo e und Expo e kann mi Hil e eine Inpu - Ou pu -Ma ix des be o enen Landes be echne we den. Ap io i kann e wa e we den, daß de Wi kungsg ad maßgeblich on de Konzen- a ion de Wi scha in bezug au (1) die be o enen P oduk e und (2) die Lie e - und Abnehme lände abhäng . Je meh ein Land in diesem Sinne wi scha lich konzen ie is , des o an ällige is es gegenübe wi scha lichen Sank ionen. Mi Hil e de Inpu -Ou pu -Theo ie läß sich abe nu ein ge inge Teil selbs de ökonomischen Auswi kungen e assen. Zwei ellos we den du ch Boyko e wesen liche Ve ände ungen de Wi scha ss uk u (d. h. de Inpu -Ou pu -Koe izien en) und des Ve hal ens induzie , die mi be ücksich ig we den müssen. Noch schwie ige is die E assung de gesam gesellscha lichen Auswi kungen. Einen möglichen Ansa z- punk geben die on Kenne h Boulding en wickel en ideal ypischen Sys eme soziale Beziehungen, die e als g undlegendes Denkge üs in as allen Au sä zen e wende 24• (a) Im Tauschsys em we den die indi iduellen Beziehungen du ch die Zu- siche ung ge egel : "Wenn du ü mich e was Angenehmes us , dann we de ich di eben alls e was Angenehmes un." (b) Im D ohsys em he sch die Beziehung: "Tu e was Angenehmes ü mich, ode ich we de di e was Unangenehmes an un." F ey: A Gene al Model o Resou ce Alloca ion in a Democ acy; in: Gene al Sys ems, 23, 1968. 24 z. B. in den Sammelbänden: Beyond Economics, Essays on Socie y, Religion, and E hics; Ann A bo 1968, Economics as a Science; New Yo k 1970. Leide inden sich ni gendwo genaue e Aus üh ungen übe diese Klassi ika ion. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 19 (c) Das In eg a i sys em 25 wi d cha ak e isie du ch: "Falls du e was wünsches , eu es mich, wenn du es e eichs ." Wi scha liche Sank ionen gehö en as ausschließlich dem D oh- sys em an. Dieses ha nun abe die gegenübe den ande en Sys emen he o s echende Eigenscha , daß es zu einem Nega i -Summenspiel zu degene ie en endie , bei dem alle be eilig en Pa eien e lie en. De Haup g und lieg da in, daß D ohungen nu so lange wi ken, wie sie glaubha sind und dadu ch den Bed oh en auch wi klich beein- lussen. De D ohende muß also e suchen, du ch die gelegen liche Aus üh ung on solchen D ohungen Glaubwü digkei au zubauen. Dies is nu wi ksam, wenn diese "kleine" D ohung als Vo s u e zu wei e en Sank ionen da ges ell wi d. Dabei muß demons ie we den, daß de Übe gang zu den imme schwe e en Sank ionen mindes ens eil- weise dem eigenen E messen en zogen is . Dieses P inzip de S ä kung de eigenen Posi ion du ch "Selbs bindung" wi d du ch Thomas Schelling an ielen a sächlichen Beispielen gezeig 26 • Neben de Glaubwü digkei spiel auch die In o ma ion eine g oße Rolle zu E ek i i ä eine D ohung 27 • D ohsys eme haben also die Tendenz, beiden Pa eien Schaden zu- zu ügen und sind in diesem Falle siche lich gesellscha lich une wünsch . Diese Folge ung läß sich (zumindes mangels gesiche e E kenn nisse übe das Gegen eil) auch au wi scha liche Sank ionen übe agen. Ge ade die Ve ein en Na ionen soll en wegen de au gezeig en G und- endenz des D ohsys ems g öß e Vo sich in dessen Un e s ü zung wal en lassen. Au g und ande e Übe legungen komm Johan Gal ung in eine seh in e essan en S udie anhand de wi scha lichen Sank ionen gegen Rhodesien zu ähnlichen Schluß olge ungen 28• Wegen de nega i en Wi kung schläg e ande e Maßnahmen o , da un e auch posi i e wi scha liche Sank ionen, mi ande en Wo en: die Ve wendung des In eg a i sys ems zu Beein lussung de Poli ik eines Landes. 25 Das S udium dieses Sys ems, das in den eichen Volkswi scha en z. B. du ch die Sozial e siche ung und ande e Um e eilungsmechanismen e- p äsen ie wi d, is Gegens and eines neuen Zweiges de Ökonomik, de "economy o g an s". 26 S a egy and Con lic ; New Yo k 1963, A ms and In luence; New Ha en and London 1966, insbesonde e chap e 2: The A o Commi men . 27 Wie ScheUing ich ig sag , is ein Kidnappe öllig hil los, wenn e mi de Familie des En üh en keinen (di ek en ode indi ek en) Kon ak au - nehmen kann, weil seine D ohung nu wi ken kann, wenn sie e hal en (und geglaub ) wi d. 28 On he E ec s o In e na ional Economic Sanc ions. Wi h Examples om he Case o Rhodesia; in: Wo ld Poli ics, 1967. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 20 B unn S. F ey D. De e minan en de Rüs ungsausgaben In heo e ischen und besonde s öko no me ischen Modellen we den die Rüs ungsausgaben (m. W.) imme als exogene G öße behandel . Wegen de quan i a i en Bedeu ung diese Nach agekomponen e 29 is dieses Vü gehen jedüch höchs mangelha ; denn es is ge ade ü P ognüsen wenig sinn oll, wei kleine e Komponen en du ch kümpli- zie e Gleichungen zu schä zen, bei eine so. en scheidenden G öße abe keine wissenscha lich undie en E klä ungen zu e suchen. Diese K i ik gil in as allen Fällen auch ü die Gesam hei de S aa sausgaben. Im Gegensa z zu ande en Ausgaben können die Au wendungen ü das "K iegssys em" eines Landes nu im Ve häl nis zu den en sp echen- den Auslagen ande e Lände e klä we den, da sie allein genommen ja sinnlos sind. Dies üh zu de pa adoxen Si ua ion, daß zwa die "K iegssys eme" de e schiedenen Lände den Au ag haben, sich gegensei ig zu bekämp en, ü ih e Exis enz jedoch au einande ange- wiesen sind: in diesem Sinne bes eh eine In e essengemeinscha . Diese In e dependenz de Rüs ungsauslagen wi d du ch das bekann e Richa d- son-Müdell o e lich illus ie 30 • Diese Zusammenhang da jedoch auch wiede nich e absolu ie we den. Wenigs ens ku z is ig be ach e lassen sich die Rüs ungsau - wendungen auch du ch ande e Fak o en e klä en. De ehemalige ame i- kanische "Di ec o ü he Budge ", Cha les Schul ze, weis soga da au hin, daß spezi ische Ausgaben, die als An wo au D ohungen de Gegensei e (UdSSR und China) als nü wendig hinges ell wu den, o zdem zunehmen, auch wenn sich diese D ohung als un ich ig e - wiEsen ha . Schul zes A ikel 31 is eine Fundg ube ü die E o schung wei e e De e minan en de Ve eidigungsausgaben. IV. De Bei ag de Ökonomik als Denkme hode Die Ökonomik e wende iele lei Denkme hoden, die au die F ie- dens o schung angewende we den können. Au de einen Sei e lassen 29 Eine Schä zung de G ößeno dnung ü einzelne Lände und die ge- sam e E de inde sich z. B. bei E. Benoi and H. LubeH: The Wo ld Bu den ü Na iünal De ense; in: E. Benüi (H sg.): Disa mamen and Wü ld Ecünümic In e dependence; Oslü 1967. Die "Ne ü"-Ve eidigungsauslagen (bei Be ück- sich igung minimale inne e und äuße e Siche hei se ü de nisse) be agen nach diesen Au ü en e wa 10 Millia den Dülla , sind also unge äh neunmal so. g üß wie de Kapi als üm ün den " eichen" in die "a men" Lände . 30 Diese wich ige Ansa z wi d üm Au ü an ande e S elle disku ie : B. S. F ey: Beme kungen zu F iedens heo ie; in: Schweize ische Zei sch i ü Vülkswi scha und S a is ik, 106, 1970. Die Bei äge ün L. F. Richa dsün sind gesammel in: A ms and Insecu i y; Pi sbu gh 1960, und: S a is ics ü Deadly Qua els; 1960. De Au sa z "Eine ma hema ische Theü ie des We - üs ens" is abged uck bei W. Zap (H sg.): Theo ien des süzialen Wandels; "Neue Wissenscha liche Bibliü hek", Köln und Be lin 1969. 31 Reexamining he Mili a y Budge ; in: The Public In e es , 18, 1970, S. 14. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 21 sich die E kenn nisse gewisse Theo iezweige übe agen, au de ande en Sei e die noch abs ak e en Analyseins umen e. A. De Bei ag einige Theo iezweige An diese S elle kann nu eine Auswahl genann we den; Übe - agungen aus ande en Gebie en lassen sich jedoch eben alls o s ellen. 1. Ma k o men-, insbesonde e die Oligopol heo ie Die Analogie zwischen dem We bewe b oligopolis ische Fi men und demjenigen on Na ionen sind ech o ensich lich. Ans elle des P eis- und Mengenwe bewe bs in de Wi scha i die Rüs ung als In- s umen im Mach kamp de Na ionen. Neben diesen " echnologischen" Annahmen übe die zu Ve ügung s ehenden Ins umen e e en die P ä e enzen de En scheidungs äge , aus denen sich dann die gegen- sei igen Reak ionen de beiden Pa eien ablei en lassen. Es sind o allem diese Reak ionsmechanismen, die aus de Oligopol heo ie in die F iedens o schung übe nommen wu den. Eine de a ige Besch eibung des Rüs ungswe lau s inde sich e wa bei Ma in McGui e32, de de Reihe nach einige bekann e Duopollösungen anwende : Das Cou no - Modell, die Pa e oop imale Lösung e c. De Ein luß des In o ma ions- g ades de beiden Pa eien wi d dabei explizi be ücksich ig . 2. Lohn- und Ve eilungs heo ie Auch de Zusammenhang zwischen dem Ve eilungs-"Kamp " und den Beziehungen zwischen Na ionen is o ensich lich: Es bes ehen s a ke Analogien zwischen einem Kon lik zwischen "A bei " und "Kapi al" um das Sozialp oduk und e wa zwei Lände n um ein gemeinsam bean- sp uch es Rech (z. B. um ein S ück Land ode ein Fische eigewässe ). In e essan wä e o allem, die Regelmäßigkei en im Kon lik sablau kennenzule nen, die Bedingungen ü einen Zusammenb uch de Ve - handlungen (S eik, Ausspe ung, esp. K ieg) zu isolie en und die Möglichkei en ex e ne Beein lussung kennenzule nen. E. R. Li e nashs Un e suchung kollek i e Lohn e handlungen 33 zum Beispiel üh u. a. zu einem E gebnis, das di ek auch ü die F iedens o schung ele an is : die Be ei scha ex e ne In e en ion in einen S ei kann die Zahl o ene Kon lik e e höhen, weil die schwäche e Pa ei weiß, daß ein ü sie nach eilige langdaue nde S eik e mieden wi d. Es is 32 Sec ecy and he A ms Race; Camb idge (Mass.) 1965. 33 The Rela ion o Powe o he S uc u e and P ocess o Collec i e Ba gaining; in: Jou nal o Law and Economics, 6, 1965, wiede abged uck in: M. Russe (H sg.): Economic Theo ies o In e na ional Poli ics; a.a.O., S. 416 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 22 B uno S. F ey nich auszuschließen, daß die g oße Zahl de "kleinen" K iege nach 1945 wenigs ens eilweise au die Eing i sbe ei scha de Ve ein en Na ionen zu ückzu üh en is . 3. Beme kungen zu Kon li1c s heo ie Die Ve eilungs heo ie - wie auch die Ma k o men heo ie - kann in wesen lichen Teilen als zu Kon lik s heo ie gehö ig be ach e we - den. Genau das gleiche gil ü die F iedens o schung, die ja o auch als "Kon lik s o schung" bezeichne wi d. Meis ens wi d dabei un e s ell , daß de kausale und zei liche Ablau om Kon lik zum K ieg geh : Ein bes ehende Kon lik kann sich e schä en, was mögliche weise zu eine übe beansp uchung des bes ehenden Sys ems und zu dessen Zusammenb uch üh , was gleichbedeu end mi K ieg is . Eine ab- weichende Ansich wi d jedoch im "Repo om he I on Moun ain"34 e e en: K iege we den nich du ch zwischens aa liche Kon lik e aus- gelös , sonde n k iege ische Gesellscha en benö igen Kon lik e und üh en sie dahe he bei. De zei liche Ve lau on Kon lik en is zu de en Ve s ändnis und übe windung on g oße Bedeu ung. Diese Aspek e häl jedoch in de wissenscha lichen Li e a u nu ela i ge inge Au me ksamkei , e mu lich, weil die o male Spiel heo ie die zei liche Dimension (noch) nich e assen kann. Dies zeig sich auch da an, daß Spiele kaum je in de ex ensi en Fo m analysie we den, sonde n daß so o zu no malisie en Ma ix übe gegangen wi d 35 . In den meis en Kon lik en bes eh eine Tendenz zu Ve hä ung. De G und lieg da in, daß es ü eine einzelne Pa ei o eilha is , sich selbs zu binden. Da au wu de schon im Zusammenhang mi dem D ahsys em au me ksam gemach . Diese Selbs bindung üh abe dazu, daß eine Kon lik si ua ion on den Be eilig en so eng de inie wi d, daß de Kon lik unlösba zu we den endie : Jede Pa ei e heb An- sp üche, die unmöglich gleichzei ig e üll we den können. Wie bei dem (im nächs en Abschni disku ie en) "P isone s Dilemma"-Modell de Spiel heo ie handel es sich um eine Si ua ion, bei de indi iduell a ionales Ve hal en zu einem gesellscha lich allgemein une wünsch en E gebnis üh . Die Bedeu ung de Phase de Kon lik sde ini ion wi d auch in einem ande en spiel heo e ischen Modell deu lich: Im "Game o Chicken" , 34 a.a.O., S. 30. 35 Eine Ausnahme mach W. K elle, de bei ex ensi en Spielen Le n- unk ionen ein üh , die die Le n ähigkei beim Spielablau e assen sollen (P ä e enz- und En scheidungs heo ie; Tübingen 1968). De zei liche Aspek des Kon lik s wi d auch on J. C oss: The Economics o Ba gaining; New Yo k 1969, he o gehoben. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 23 das - wie Thomas Schilling übe zeugend zeig 36 - nich nu on Teenage n, sonde n auch on Na ionen gespiel wi d, komm es da au an, we bei eine on alen Gegenübe s ellung (e wa in Fo m zweie di ek au einande zu ah ende Au os) zue s ausweichen und sich dami als Feigling geschlagen geben muß. Bei diesem Spiel is de jenige im Vo eil, de glaubha machen kann, daß e unmöglich ausweichen kann (z. B. indem e das S eue des Wagens unau lösba es binde ). In diese Si ua ion muß de ande e sich geschlagen geben, wenn e nich einen ü beide ödlichen Ausgang iskie en will. Diese Übe - legungen gel en jedoch öllig symme isch ü beide Spiele , so daß diese S a egie on beiden angewende zu we den d oh . Die Tendenz zu Ve hä ung des Kon lik s du ch Selbs bindung, d. h. eine gewoll e Einengung des Kon lik s aumes, üh dahe nich sel en zu e hee en- den Folgen 37 . Is abe be ei s eine De ini ion des Kon lik s du ch die be eilig en Pa eien es geleg , so bes ehen imme noch zwei e olg e sp echende Möglichkei en: De Kon lik s aum kann e wei e we den, indem neue Spiele in den Kon lik einge üh we den (im in e na ionalen Sys em z. B. du ch Beizug de UNO ode , noch abs ak e , des "Wel gewissens") und/ode du ch zusä zliche Va iablen. Dadu ch bes eh die Chance, daß de du ch die an änglich Be eilig en als unlösba de inie e Kon- lik eine ande e Fo m annimm und ielleich soga zu einem Posi i - Summen Spiel wi d, das ein ache "lösba " wi d: i. Nach diesen Übe legungen soll e also die Haup au gabe de F iedens- o schung nich da in bes ehen, analog zu Spiel heo ie es de inie e Kon lik e zu lösen. Sie müß e ielmeh danach ach en: (a) Kon lik seinengende Selbs bindungen de be eilig en Na ionen nach Möglichkei zu e hinde n, 36 Vo allem in: A ms and In luence; a.a.O. 37 Diese Kon lik s e hä ung wi d z. B. im in e na ionalen Sys em he bei- ge üh , indem die Regie ung beim eigenen Volk ein bes imm es Bild ("Image") des Gegenspiele s e zeug . Mil on Rosenbe g zeig , daß nich sel en die Regie ungen dabei die Ge angenen ih e eigenen P opaganda we den (Images in Rela ion o he Policy P ocess; in: H. Kelman (H sg.): In e - na ional Beha io ; New Yo k 1965). 38 Die Wi scha sgeschich e bie e da ü ein he o agendes Beispiel: de Kon lik zwischen "A bei " und "Kapi al" hä e im u sp ünglichen Raum kaum "gelös " (ode zumindes gemilde ) we den können, weil die bei den Pa eien wei meh als das o handene eale Sozialp oduk beansp uch en. Eine en scheidende En schä ung des Gegensa zes wu de du ch die Ein üh- ung eine zusä zlichen Va iablen möglich, nämlich des echnischen Fo - sch i s, de eine E wei e ung des Kon lik aumes mi sich b ach e. Sobald jedoch de Kon lik in Fo m on An eilen es de inie wi d, kann de Kon iik s aum du ch den echnischen Fo sch i nich meh ausgewei e we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 30 B uno S. F ey im in e na ionalen Sys em noch wenige Raum ü mo alische und e hische We e on einzelnen Pe sonen o handen is und daß noch wenige Ro ung au Ve hal ens ände ung on Na ionen 57 bes eh : Ein Poli ike , de sich du ch einen F iedensplan zwa zu eine wel -gesell- scha lich höchs e wünsch en, den Vo eil de eigenen Na ion abe nich maximie enden Ak ion en schließ , läu Ge ah , die Wahlen zu e lie en, weil dann ein Opponen den Wähle n im Inland du ch ein al e na i es P og amm meh e sp echen und (annahmegemäß) auch meh e üllen kann. Eine ealis ische F iedenspoli ik da keineswegs nu da au ausge ich e sein, die maßgebenden Poli ike " ü den F ieden" zu gewinnen; einem Vo :gehen au diploma ische Ebene sind ge ade in demok a ischen Lände n deu liche G enzen gese z . Pe e Be nholz ha die Theo ie de S immenmaximie ung in eine Demok a ie au die E klä ung des "Wi scha simpe ialismus" ange- wende 58• So lei e e ab, daß die Regie ung S immen gewinn , wenn sie die Gü e - und Kapi alexpo e ö de und die Impo e on Gü e n (die auch im Inland p oduzie we den) hemm . In allen diesen Fällen we den nämlich die di ek begüns ig en Wähle - insbesonde e die Un e nehme und A bei nehme in de Expo indus ie - die Regie- ung un e s ü zen, wäh end die dadu ch (ce . pa .) e olgende ge inge - we ige Ve so gung mi Konsumgü e n, d. h. zu höhe en P eisen, wegen de indi ek en Ve u sachung kaum de Regie ung angelas e wi d. Besonde s bei schlech in o mie en Wähle n wi d also de Ne oe ek diese Maßnahmen in einem S immengewinn de Regie ung bes ehen. Es soll nu e wähn we den, daß die ökonomische Theo ie de Poli- ik au zwei wei e en Gebie en ü die F iedens o schung unen beh - liche Baus eine lie e n kann: (a) Die Theo ie de G uppen: Das In e esse eine einzelnen G uppe an F iedlosigkei und K ieg kann mögliche weise ganz ande s gelage sein als das eine ganzen Na ion. Es is zu un e suchen, in welchem Um ang de a ige Pa ikula in e essen zum Du chb uch kommen können (z. B. du ch "Log olling"). Neben de "O ganisa ions ähig- kei " - de en Bedingungen o allem Mancu Olson un e such 57 Einige Un e suchungen deu en da au hin, daß die Au assungen ("Images" ode P ä e enzen) de Be ölke ung übe das in e na ionale Sys em auße o den lich ha näckig sind: 40 P ozen de Menschen alle Lände können du ch as keine lei Einwi kung zu eine Re ision ih e Eins ellung inne halb on eine ode zwei Dekaden geb ach we den. Bei den es lichen 60 P ozen können Ände ungen nu du ch Kumula ion on spek akulä en Impulsen e eich we den. Lang is ig (d. h. übe Gene a ionen hinweg) bie en sich die bes en Ansa zpunk e beim Sozialisie ungsp ozeß de Jugend- lichen. Vgl. K. Deu sch and R. Me i : E ec s o E en s on Na ional and In e na ional Images, in: H. Kelman (H sg.): In e na ional Beha io , a.a.O. 58 Außenpoli ik und In e na ionale Wi scha sbeziehungen; S u ga 1966, p.176-185. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 31 ha 59 - is dabei auch die "Kon lik ähigkei " (Claus O e)60 zu beach en, d. h. die Möglichkei en eine G uppe, nö igen alls ih en S andpunk du ch Ve weige ung eine Leis ung (z. B. du ch S eiks) du ch:zuse z.en. An diese S elle wä e auch das besonde e In e esse de Rüs ungsindus ie (inc1usi e de do Beschä ig en) am K iegs- sys em zu behandeln. (b) Die Theo ie de Bü ok a ie. Nich umsons sp ich man heu e o neben den d ei adi ionellen on eine ie en Gewal im S aa , de Ve wal ung. Solange e wa die s aa liche Bü ok a ie sich einem F iedensplan en gegense z - und sei es auch nu in passi e Fo m - bes eh wenig Aussich au dessen Ve wi klichung. Die Un e - suchung de In e essenlage und Reak ion de s aa lichen Ve wal ung (inc1usi e de A mee) is ein wich iges E o de nis de F iedens- o schung. Hie inden sich Pa allelen zu mode nen Theo ie de "Manage -Un e nehmung"61. B. De Bei ag de abs ak en Analysewe kzeuge Neben den Übe agungen on Gedankengängen aus bes imm en Theo iez,weigen kann de Ökonom abe auch deswegen einen Bei ag zu F iedens o schung lie e n, weil e seine Ausbildung nach gewöhn is , ein bes imm es Ins umen a ium au gesellscha liche Zusammen- hänge anzuwenden. Einige diese Analysewe kzeuge wu den be ei s in o s ehenden Abschni en e wähn , insbesonde e die Spiel heo ie. N eben de allgemeinen Denkweise und Te minologie sind ü die F ie- dens o schung auch ganz bes imm e ypische Spiele wich ig, insbeson- de e das "P isone s Dilemma" und das "Game o Chicken". Neben die o malen ma hema ischen Lösungen e en die psychologischen Expe i- men e, die bei o sich ige In e p e a ion du chaus auch Hinweise au gesellscha liche Kon lik si ua ionen geben können. 1. Modelle de Gesellscha De wich igs e Bei ag des den Ökonomen geläu igen Ins umen- a iums bes eh siche lich in de Anwendung gesellscha liche Modelle. Es geh da um, diejenigen Aspek e de Wi klichkei zu e ein achen, die ü die F ages ellung unwesen lich sind, dami die wich igs en Beziehungen in " eine " Fo m un e such we den können. Beg i s- 59 The Logic o Collec i e Ac ion. Public Goods and he Theo y o G oups; a.a.O. 60 Poli ische He scha und Klassens uk u en; in: K ess und D. Seng- haas (H sg.): Poli ikwissenscha ; F ank u /M. 1969. 61 z. B. R. J. Monsen j ., and A. Downs: A Theo y o La ge Manage ial Fi ms; in: Jou nal o Poli ical Economy, 73, Juni 1965. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 32 B uno S. F ey paa e wie s a isch-dynamisch, s a ionä -wachsend, mik o-mak o, pa - ial- o al, s abil-labil, de e minis isch-s ochas isch hel en o schon wesen lich zu kla e en E assung eine bes imm en Si ua ion. Diese Beg i e s ammen zwa aus den Na u wissenscha en, abe sie können in gesellscha lichen Zusammenhängen o eine ganz ande e Bedeu ung haben 62 (ode sind manchmal auch übe haup nich anwendba ). Die Ökonomen haben in diese Hinsich siche lich einen S a N'o eil in de F iedens o schung, wobei Ausnahmen nu die Regel bes ä igen 63• Neue - dings e ö nen sich auch du ch die besonde s in de Poli ologie e - wende e Sys em heo ie 64 uch ba e Möglichkei en. 2. Quan i a i e Un e suchungen G oße E ah ung besi zen die Ökonomen auch in de quan i a i en E assung de Gesellscha . Hie könn e insbesonde e an d ei Be eiche gedach we den: (1) Volkswi scha liche Gesam echnung Die Ökonomen haben au diesem Gebie schon sei einige Zei einen Rahmen ge unden und e ügen nun übe länge e Zahlen- eihen. Auch wenn die wohlbekann en Unzulänglichkei en dieses Sys ems be ücksich ig we den, so bes eh doch im Ve gleich zu ande en Gebie en de Sozialwissenscha en ein g oße Vo sp ung. E s in jüngs e Zei e such en Poli ologen, en sp echende Da en ü ih en Be eich zu sammeln 65 • Ein ähnlich beme kenswe e Ve - such is die Kons uk ion on "gesellscha lichen Kennzi e n" (So- cial Indica o s), die eine sys ema ische, e gleichba e und egel- mäßige E assung all de jenigen ( ele an en) gesellscha lichen Da en ans eb , die nich schon in de olkswi scha lichen Gesam - echnung en hal en sind 66• Im enge en Be eich de F iedens o schung 62 Vgl. dazu e wa Ana ol Rapopo s Ein üh ung zu Clausewi zens "On Wa ", a.a.O. 63 Die bedeu ends e Ausnahme is wohl L. Richa dson, de als Me eo ologe mi Di e en ialgleichungssys emen e au wa . Typisch is abe imme hin, daß es sich bei de Me eo ologie um einen ( o de hand) eben alls nich exak e aßba en und p ognos izie ba en Be eich handel . 64 G undlegend is D. Eas on: A Sys em Analysis o Poli ical Li e; New Yo k 1965. Vgl. auch F. Naschold: Sys ems eue ung; S u ga 1969. 65 Vgl. B. Russe e al.: Wo ld Handbook o Poli ical and Social Indica o s; New Ha en 1964, D. J. Singe (H sg.): Quan i a i e In e na ional Poli ics: Insigh s and E idence; New Yo k 1966. 66 R. A. Baue (H sg.): Social Indica o s; Camb idge (Mass.) and London 1966, M. Olson j .: The Plan and Pu pose o a Social Repo ; in: Public In e es , 15, 1969. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 33 bes ehen einige Vo a bei en 67 , die jedoch ehe eine Sammlung unzu- sammenhängende S a is iken als eine sys ema ische E assung da s ellen. (2) Ökonome ische Me hoden und Gesam modelle In de F iedens o schung wi d siche lich die Fo mulie ung on ma hema ischen Modellen und die Schä zung de da in en hal enen Pa ame e eine g oße Rolle spielen. Ökonomen könn en dazu aus ih e E ah ung mi ökonome ischen Modellen we olle Bei äge lie e n. Wiede um e weis sich Lewis Richa dson68 als Pionie bei de F ie- dens o schung: e es e e sein aus zwei Di e en ialgleichungen be- s ehendes Modell des Rüs ungswe lau s ü die Zei o dem e s en Wel k ieg. Es gelang ihm, die Rüs ungsau wendungen de be ei- lig en Blöcke zu p ognos izie en. Das gleiche Modell wu de kü zlich auch au den Vie nam-K ieg angewende jJ9. Im Ve gleich zu gän- gigen ökonome ischen Modellen sind diese Ansä ze jedoch noch imme ech p imi i . (3) Simula ionsme hoden Auch au diesem Gebie besi zen die Ökonomen schon be äch liche E ah ung 70, die ü die F iedens o schung nü zlich gemach we - den könn e. Wiede um bie e jedoch auch die Poli ikwissenscha einige Ansa zpunk e 71 • (4) Nu zen-Kos en Analyse Diese Me hode wu de be ei s im Zusammenhang mi de Diskussion de Rolle wi scha liche Fak o en des "Impe ialismus" ges ei . In ielen ande en Be eichen des in e na ionalen Sys ems sind jedoch eben alls Ve gleiche on nich ein ach meßba en E ägen und Kos en no wendig, e wa um die Ve hal ensannahme eines Nu zen- maximie e s p ak isch anwenden zu können. Dabei e en die genau gleichen (ode zumindes ähnliche) P obleme au wie e wa bei de Nu zen-Kos en-Analyse im Be eich de s aa lichen Ve wal ung. 67 Insbesonde e L. Richa dson: S a is ics o Deadly Qua els, a.a.O., Qu. W igh : A S udy o Wa ; 2nd ed. Chicago 1965, J. D. Singe and M. Small: In e na ional Wa 1815-1965: A S a is ical Handbook; New Yo k 1969. 68 A ms and Insecu i y; a.a.O. 69 N. Z. Alcock and K. Lowe: The Vie nam Wa as a Richa dson-P ocess; in: Jou nal o Peace Resea ch, 1969. E s nach Fe igs ellung dieses Manu- sk ip es wu de ich au das ökonome ische Modell on J. C. Lambele : A Dynamic Model o he A ms Race in he Middle Eas , 1953-1965 (e schein in Gene al Sys ems, 1971) au me ksam. 70 Zu übe sich gl. e wa W. Meissne : Zu Me hodologie de Simula ion; in: Zei sch i ü die gesam e S aa swissenscha , 126, 1970. 71 H. Gue zkow e al.: Simula ion in In e na ional Rela ions; New Yo k 1963. 3 Sch i en d. Ve eins . Socialpoli ik 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 34 B uno S. F ey c. De a sächliche Bei ag de Ökonomen Nach eine Übe sich on Johan Gal ung 72 spielen die Wi scha s- wissenscha le in de F iedens o schung schon je z eine bedeu ende Rolle; nebs den Poli ologen und Soziologen sind sie am häu igs en an Fo schungsp ojek en au diesem Gebie be eilig . Wohl noch wich- ige als die quan i a i e Bedeu ung is die Quali ä de be eilig en Ökonomen: zu den wich igs en F iedens o sche n zählen zwei be ühm e Ökonomen, nämlich Kenne h Boulding, de Mi beg ünde des "Cen e o Resea ch on Con lic Resolu ion" in Ann A bo (Michigan) und des dazugehö enden "Jou nal o Con ic Resolu ion", und Wal eT Isa d, de wohl üh ende Regionalwissenscha le 73, de die "Peace Resea ch Socie y (In e na ional)" und die dazugehö enden "Pape s" geg ünde ha . Die Mi wi kung on Wassily Leon ie an de maßgebenden S udie übe die ökonomischen Auswi kungen de Ab üs ung wu de be ei s e wähn . . Sozialpoli ik und F iedens o schung Wi d "F iede" als ,Absenz on Gewal anwendung' e s anden, is die Übe windung de gesellscha lichen F iedlosi,gkei Au gabe de Sozial- poli ik. Sie bilde dami einen Teil de F iedens o schung (im wei es en Sinn), die da übe hinaus auch noch den Be eich de pe sönlichen Gewal anwendung einschließ . Die Sozialpoli ik im adi ionellen Sinn ha sich nu mi de F ied- losigkei inne halb eines Landes be aß . Ih e Haup au gabe bes and da in, die ü die Wohl ah schädlichen Sei en des Ma k es zu neu a- lisie en. Im Sinne on Bouldings gesellscha lichen Sys emen könn e die Sozialpoli ik als S adium de Ein üh ung des In eg a i sys ems in die Gesellscha angesehen we den. Die Sozialpoli ik muß nun - ebenso wie die üb igen Disziplinen schon lange zu o 74 - eine Hinwendung au die in e na ionale Ebene du ch üh en. Hie kann eben alls ih e Au gabe da in gesehen we den, dem In eg a i sys em in den Beziehungen zwischen Na ionen do zum Du chb uch zu e hel en, wo die ande en Sys eme zu une wünsch en E gebnissen üh en. 72 F iedens o schung; in: E. K ippendo (H sg.): F iedens o schung; a.a.O. 73 Soeben ha e jedoch (in Zusammena bei mi ande en) ein We k e - ö en lich , das ihn zum wah en Sozialwissenscha le s empel : Gene al Theo y: Social, Poli ical, Economic and Regional; Camb idge (Mass.) and London 1969. 74 Zum Beispiel haben schon die Vä e unse e Wissenscha (e wa Rica do) sich mi de in e na ionalen Wi scha be aß . De deu sche Name "Na io- nal"-Okonomie is inso e n schlech angemessen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 De Bei ag de Ökonomik zu F iedens o schung 35 Au in e na ionale Ebene is jedoch diese Au gabe schon on An ang an bedeu end schwie ige : Wäh end im Inland bei "geo dne en" Na io- nen o allem das Tauschsys em o he sch (und das In eg a i sys em z. B. in Fo m de Familie) und das D ohsys em keine g oße Bedeu ung besi z , is es im in e na ionalen Sys em genau umgekeh : Dominan is das D ohsys em, wenn auch das Tauschsys em (d. h. die in e na io- nalen Wi scha sbeziehungen) nich unwich ig is . Das In eg a i sys em is bis je z au in e na ionale Ebene ohne g oße Bedeu ung, was sich e wa in de ge ingen G öße de Hil e an die En wicklungslände im Ve gleich zu den Mili ä au wendungen mi alle Deu lichkei zeig . Zu einem be äch lichen Teil unk ionie das in e na ionale In eg a i - sys em nu spo adisch, e wa bei E dbeben- ode Hochwasse ka a- s ophen. Das D ohsys em is hingegen es e wu zel und allgegen- wä ig. Da das D ohsys em - wie gezeig - eine Tendenz zu Ve - hä ung und zum Nega i summenspiel ha , muß ein bes imm e Teil des in e na ionalen In eg a i sys ems dazu benü z we den, die Lage wenigs ens zu s abilisie en. Inne halb eine Na ion is die Au gabe de Sozialpoli ik nu schon da um iel ein ache , weil das Tauschsys em ein Posi i -Summenspiel is , aus dessen E ägnissen das In eg a i - sys em " inanzie " we den kann. Wenn da an gedach wi d, wie un- ollkommen die Sozialpoli ik inne halb de meis en Na ionen noch is , so dü en a o e io i an die in e na ionale Sozialpoli ik (F iedens- o schung) keine allzu hohen E wa ungen ges ell we den. Ge ade weil das In eg a i sys em zwischen den Na ionen noch schwach ausgebilde is und F iedlosigkei dominie , kann e wa e we den, daß Au wendungen ü die F iedens o schung eine hohe (gesellscha liche) Rendi e abwe en (V gl. Folge ung 3): au de einen Sei e is noch so wenig Fo schung au diesem Gebie ge ieben wo den, daß g oße G enze äge e wa e we den können, und au de ande en Sei e bes eh de mögliche E ag in nich wenige als de E hal ung de zukün igen Exis enz de Menschen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Aspek e de En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik Von Jü gen Ze che, Be lin I. Einlei ung In den Jah zehn en nach dem 2. Wel k ieg ha sich du ch die in e - disziplinä e Zusammena bei on Ma hema ike n, Wi scha swissen- scha le n, Poli ologen, Soziologen, Philosophen, Biologen u. a. eine A Me awissenscha en wickel , die du ch ih Anliegen gekennzeichne is , En scheidungs äge n Hil es ellung ü " a ionale"l En scheidungen bei de Lösung on P oblemen ode P oblemkomplexen zu geben. Die neuen En scheidungshil en kommen aus Be eichen wie: Cos -Bene i -Analysis, Ope a ions Resea ch, Kybe ne ik, In o ma ions heo ie, Sys ems Analy- sis, Planning-P og amming ... Budge ing-Sys em (PPBS), aus de s a is i- schen und spiel heo e ischen En scheidungs heo ie, u. a.m. Ein gemein- same Obe beg i wie "allgemeine Me hodologie" ode "P axeologie" ha sich bishe noch nich du chgese z 2• Von Wi scha swissenscha le n wi d die En wicklung zu eine anwendba en Kuns leh e (P axeologie)3 gesehen, bzw. die No wendigkei eine allgemeinen wi scha lichen Handlungsleh e als Gegens and des wi scha swissenscha lichen S u- diums be on 4• 1 Eine allgemeine Handlungs heo ie kann nu die o male Ra ionali ä um assen. Inhal lich läß sich Ra ionali ä nach dem Inhal de on de En scheidungseinhei anges eb en Ziele ode nach de Eigena de on ih zu Ziel e wi klichung e wand en Mi el bes immen. Man un e scheide also ökonomische Ra ionali ä , soziale Ra ionali ä (Paul Diesing) und poli i- sche Ra ionali ä (Heinz Ha mann). Ein Handeln, das ü einen Be eich " a ional" is , kann ü einen ande en nich - a ional, bedeu ungslos ode i a ional sein. Vgl. G. Ha iel: Wi scha liche und soziale Ra ionali ä . Un e suchungen zum Menschenbild in Ökonomie und Soziologie; S u ga 1968, S. 60 . 2 Vgl. H. Ri el: Zu wissenscha lichen und poli ischen Bedeu ung de En scheidungs heo ie; in: Fo schungsplanung. Eine S udie übe Ziele u. S uk u en ame ikanische Fo schungsins i u e. H sg. H. K auch, W. Kunz, H. Ri eI, München, Wien 1966; S.113. 3 Vgl. G. Gä gen: Theo ie de wi scha lichen En scheidung. Un e su- chungen zu Logik u. ökonomischen Bedeu ung des a ionalen HandeIns, 2. Au l., Tübingen 1968, Vo wo . 4 Vgl. R. Jochimsen: Wi scha swissenscha liches Schwe punk s udium. G undlagen eine Re o m des No mals udiums, in: Z. . d. ges. S ., 126. Bd., 1970, S.327. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 38 Jü gen Ze ehe Die bishe igen Um isse eine de a igen P axeologie lassen zwei Schwe punk e e kennen: die Sys em o schung und die En scheidungs- heo ie. Dem Thema en sp echend we den wi uns mi de En schei- dungs heo ie be assen und dabei eine Konzen a ion au bes imm e Blick ich ungen und Be ach ungsweisen o nehmen müssen. Zielse - zung dieses Bei ages is es 1. das En scheidungsmodell ü En scheidungen un e Unsiche hei als das allgemeins e Modell eines En scheidungsp ozesses zu en wickeln, 2. eine einhei liche Te minologie ü die Diskussion o zuschlagen und 3. einige Anwendungsmöglichkei en de En scheidungs heo ie ü die Sozialpoli ik mi Hil e on Beispielen au zuzeigen. Die heu e ele an en Zweige de En scheidungs heo ie bauen au den g undlegenden We ken on Ab aham Wald 5 und John on Neumann und Oska Mo gens e n6 au . Dabei ha Wald die Basis ü die s a is i- sche En scheidungs heo ie geleg , wäh end . Neumanns und Mo gen- s e ns Buch die G undlage ü die spiel heo e ische En scheidungs heo ie abgib . T o z de engen Ve wand scha bei de Zweige we den wi uns bei den Anwendungsbeispielen au die in e essan e e und allge- meine e En scheidungs heo ie, die Spiel heo ie, besch änken, die es mi En scheidungen bei Ungewißhei und a ional handelnden Gegenspiele n zu un ha . Dies gebie e auch de s ändig wachsende Um ang dieses neuen Wissenszweiges7• Die Fülle wissenscha liche In o ma ionen e klä u. a., wa um de olgende Ab iß übe das allgemeine En schei- dungsmodell no wendige weise un olls ändig bleiben muß. Die Zielse zung de p äsk ip i en En scheidungs heo ie is es, eine En scheidungseinhei (Pe son ode G uppe) En scheidungs egeln ü eine in ih em Sinne op imale En schei:dung zu geben s. Dabei kann die mode ne En scheidungs heo ie als eine Renaissance des U ili a ismus angesehen we den, so e n man nu die übe nahme seines Fo mal- ge üs es be ach e . Es geh ih um eine möglichs e schöp ende Expli- ka ion des Beg i s "Ra ionali ä "9. 5 A. Wald: S a is ical Decisions Func ions; New Yo k 1950. 6 J. . Neumann and O. Mo gens e n: Theo y o Games and Economic Beha io ; P ince on 1944. 7 Im Zei aum on 1950 bis 1967 e schienen allein im Teilbe eich de s a is ischen En scheidungs heo ie 638 Ti el mi 36522 Sei en. Vgl. G. Menges (H sg.): Bibliog aphie zu s a is ischen En scheidungs heo ie 1950-1967; Köln u. Opladen 1968, Vo w. S.8. B Vgl. W. K elle: Anwendung de En scheidungs heo ie au soziale P o- bleme; in: Die Rolle de Wissenscha in de mode nen Gesellscha , h sg. on H. Scholz, In e n. Tagung de Sozialakademie Do mund, Be lin 1969, S.159. 9 G. Gä gen: Theo ie de wi scha lichen En scheidung; a.a.O., S. 7 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik 39 Die B ücke zwischen eine Wissenscha om " a ionalen" En scheiden und den Wi scha swissenscha en wi d u. a. du ch das ökonomische P inzip ode Ra ionalp inzip gebilde , wie es bei de De ini ion de Wi scha swissenscha en als " he s udy o he p inciples go e ning he alloca ion o sca ce means among compe ing ends when he objec i e o he alloca ion is o maximize he a ainmen o he ends"10 heu e in wei en K eisen akzep ie wi d. Mi de En wicklung de subjek i is i- schen We leh e und de Au assung des ökonomischen We phänomens als eine ela ionis ischen Subjek -Objek -Beziehung wu de die hand- lungs- und en scheidungs heo e ische In e p e a ion des E kenn nis- objek s e möglich 11 • Die übe eins immung de Wi scha swissenscha mi den Elemen en des allgemeinen En scheidungsmodells is da in beg ünde , daß ökonomisches Handeln 1. eine Mi el-Zweck-Rela ion beinhal e , 2. als plan olles Handeln e s anden wi d und 3. als Maxi- mie ungs- bzw. Op imie ungss eben zu deu en is 12• 11. Die Kons i uen en des allgemeinen ökonomischen En scheidungsmodells A. En scheidung un e Siche hei Im olgenden soll ein allgemeines o males En scheidungsmodell da - ges ell we den, mi dem gezeig wi d, daß die allgemeins e Fo m dieses Modells de spiel heo e ischen F ages ellung nach . Neumann und Mo gens e n en sp ich . Im Mi elpunk des En scheidungsp ozesses s eh die En scheidungs- einhei (Spiele , Ak eu ). Du ch die En scheidung wi d eine Mi el-Ziel- Rela ion du ch bewuß es Planen he ges ell . Die En scheidungseinhei ha zwischen Handlungsal e na i en eine übe leg e Wahl zu e en. Am Ausgangspunk des En scheidungsp ozesses s eh eine Si ua ion als Ve ke ung on Rela ionen, de en S uk u du ch das Wi ksam- we den eine Handlungsmaxime ans o mie wi d 13 . Du ch die ele- an en Me kmale eine Si ua ion wi d das Ve hal en de En scheidungs- einhei inne halb eines Rahmens dadu ch es geleg , daß sie A und Anzahl de Handlungsal e na i en und de En scheidungs esul a e 10 L. Robbins and G. J. S igle : The Theo y o P ices; New Yo k 1946, S. 12. 11 Vgl. W. Webe , H. Albe und G. Kade: We ; in: HdSW, 11. Bd., 1961, S. 645 . 12 Vgl. G. Kade: Die G undannahmen de P eis heo ie. Eine K i ik an den Ausgangssä zen de mik oökonomischen Modellbildung; Be lin u. F ank- u /Mo 1962, S.47. 13 Vgl. J. V. Kempski: Handlung, Maxime und Si ua ion. Zu logischen Analyse de ma hema ischen Wi scha s heo ie; in: S udium Gene ale, Bd. 7, 1954. S.62. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungen un e ...,,- -..... Gewißhei e" e 22 e" Abbildung 4a Ungewißhei e 22 Abbildung4b >I>- 0') ..... ~: a'<l Cl> ~ N Cl> ..., ~ OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik 47 Die En scheidungs na ix (auch Auszahlungsma ix genann ) und En - scheidungs abelle wi d gewonnen, indem jedem E gebnis eij ein Nu zen- we Uij zugeo dne wi d. En scheidungs abelle Zl Zjl al uu u12 (1..2 ~l u..22 Du ch die En scheidungsma ix bzw. En scheidungs abelle lieg das En scheidungs esul a eine jeden Ak ionen-Kombina ion eindeu ig es . Die Zusammenhänge bis zu Au s ellung de En scheidungsma ix lassen sich du ch olgende Übe sich e deu lichen: Si ua ionen Handlungs· al e na i en I I E gebnisma ix Nu zen unk ion (Auszahlungsma ix) I I I I En scheidungsma ix Abbildung 5 Da jede En scheidungs äge nu seine eigene Handlungsal e na i e kon ollie , is dami die Rango dnung de En scheidungs esul a e ü die En scheidungseinhei noch nich gelös . Die Handlungsal e na i en eine En scheidungseinhei können ohne Kenn nis de Wahlen des Gegenspiele s nich di ek geo dne we den. Die O dnung geling abe un e de zusä zlichen Annahme, daß ü die Bewe ung ausschließlich die du ch die Handlungsal e na i e e eichba en minimalen En schei- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 48 Jü gen Ze che dungs esul a e ele an sein sollen. Fü den In e essenkon lik ha nun das he kömmliche Maximie ungsp inzip eine sinn olle Neu o mulie ung e ah en. Die op imale En scheidungs egel lau e : O dne jede Hand- lungsal e na i e das Minimum zu, das sie au jeden Fall e eichen wi d. Dann wähle die Handlungsal e na i e aus, die den maximalen We diese Minima e gib (Minimax-K i e ium). Allgemein lau e das K i- e ium: F (hol = Max Min F (T) hEH ER" Die En scheidungs egel ü den G enz all, daß es sich um zwei En - scheidungseinhei en (Spiele ) handel , kann du ch olgendes Beispiel noch e anschaulich we den. A habe die S a egien x und B die S a e- gien y. Zu Ve deu lichung wi d die spezielle E wa ungs unk ion E = 1/2 - (x - ~y + (Y - ~)2 gewähl und g aphisch da ges ell . E .Y Abbildung 6 Die un e schiedliche Höhe de Obe läche des gezeichne en Kö pe s gib die wechselnden E wa ungswe e ü A bei a iie endem x und y wiede . A wi d ein solches x wählen, das ihm bei allen Reak ionen des B e laub , den höchs möglichen Punk au de Obe läche zu e eichen. Im In e esse on B lieg es, sein y so zu wählen, daß de esul ie ende Punk möglichs ie lieg . Es gib ü dieses Spiel eine Lösung, wenn konsis en e und s abile Wahlen on x und y gleichzei ig ge o en OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik 49 we den. A e such eine Reihe minimale We e au de Obe läche zu maximie en, wäh end B e such , maximale We e zu minimie en. A bes imm also die ü ihn schlech es en We e (Minima), die B bei jede Wahl on A du chse zen kann, und such da on den ü sich güns igs en We (Maximum) aus. Das Umgekeh e gil ü B. Das En scheidungsmodell ü En scheidungen un e Unsiche hei s ell das allgemeins e Modell eines En scheidungsp ozesses da , das die o - he igen Bewe ungsmodelle - En scheidungen un e Siche hei , En - scheidungen un e Risiko - als Sonde älle en häl . Die e schiedenen In o ma ionsg ade de En scheidungseinhei - Siche hei , Risiko, Un- siche hei müssen als un e schiedliche G ade, nich als Wesensun e - schiede, in e p e ie we den. In bes imm en En scheidungssi ua ionen is das ein ache Minimax- K i e ium nich anwendba . Hinzu kommen zwei wei e e Nach eile: Es is seh pessimis isch und kann dem jeweiligen In o ma ionsg ad de En scheidungseinhei nich angepaß we den. Um diese Mängel zu eliminie en, we den bei Unsiche hei u. a. zwei seh bekann e En - scheidungs egeln angewand . 1. das Sa age-K i e ium, das das Minimax-K i e ium nich au die Risiko unk ion selbs , sonde n au die sog. En äuschungs unk ion (als Di e enz zwischen Risiko und dem kleins en Risiko jede Zeile) anwende und 2. das Hu wicz-K i e ium, bei dem nach Ein üh ung eines Op imis- muspa ame e s eine Funk ion aus gewogenen Mi elwe en de Zeilenmaxima und Zeilenminima gebilde und minimie wi d. Bei de Auswahl des En scheidungsk i e iums emp iehl sich ein Vo - gehen nach de Maxime: Wähle eine um so pessimis ische e En schei- dungs egel, je ge inge de G ad de In o ma ion is . D. En scheidung un e Ungewißhei : Spiel heo ie Nachdem wi die geb äuchlichs en En scheidungs egeln ü En schei- dungen un e Unsiche hei au ge üh haben, wollen wi einen übe - blick übe einige wich ige Beg i e und Ins umen e des spiel heo e- ischen Zweiges de En scheidungs heo ie geben, de die F agen be- an wo en soll, welches Ve hal en on Indi iduen ode G uppen un e den Bedingungen on Unsiche hei in bezug au eine Nu zen-Skala a ional genann we den kann. Im olgenden nennen wi die En schei- dungseinhei Spiele und die T ans o m·a ion on Si ua ionen du ch die Spiele , de en E gebnisse neben dem Zu all om Ve hal en de Spiele bes imm we den, Spiele de S a egie 21 • 21 Vgl. J. . Neumann und O. Mo gens e n: Spiel heo ie und wi scha - liches Ve hal en; Wü zbu g 1961, S.9. 4 Sch i en d. Ve eins . Socialpoli ik 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 50 Jü gen Ze che 1. Cha ak e is ika de Spiele de S a egie Ein Spiel wi d cha ak e isie du ch die Spiele , die Spiel egeln, die e zielba en Spiele löse, die Bewe ungs unk ionen de möglichen Resul- a e, die Va iablen eines jeden Spiele s und die In o ma ionsmöglich- kei en. Dabei is ein Spiele eine mi En scheidungsmöglichkei en ausges a e e au onome Einhei . Es muß sich also nich no wendig um eine Einzel- pe son handeln, wich ig is nu , daß ein bes imm es Ziel du ch Fällen eigene En scheidungen e olg wi d. Die Spiel egeln geben alle einem Spiele heo e isch o ens ehende Al e na i en an. Sie besi zen absolu e Gül igkei . Die S a egie eines Spiele s is eine olls ändige Menge on Ins uk- ionen, die un e Be ücksich igung alle In o ma ionen übe die Züge des Gegne s angib , welche eigenen Züge bis zum Ende des Spiels du ch- ge üh we den. Ku z o mulie können mi S a egien auch die allge- meinen P inzipien bezeichne we den, nach denen de Spiele jeweils seine Wahl i 22• Die Spiele löse e geben sich dann als eine Funk ion alle angewand en S a egien. Dabei muß jede Spiele übe eine Me hode e ügen, die ihm die En scheidung zwischen e schiedenen Spiele gebnissen e mög- lich . Diese Bewe ungs unk ion, die es e laub , die jeweiligen P ä e en- zen ode Nu zen zu besch eiben, wi d auch Nu zen unk ion genann . Das Ziel des Spiele s bes eh da in, ein Resul a zu e zielen, das seinen e zielba en Nu zen möglichs maximie . Vom Spiel is die Pa ie zu un e scheiden. Wäh end das Spiel ku z als "die Gesam hei alle Regeln, die es besch eiben" cha ak e isie we den kann, is die Pa ie "jedes spezielle Beispiel, bei dem ein Spiel au eine ganz spezielle A on An ang bis zu Ende gespiel wi d ... "23. En sp echend is zwischen Zug und Wahl zu un e scheiden. "Ein Zug is die Gelegenhei zu Wahl zwischen e schiedenen Al e na i en .. " und zwa un e Bedingungen, die du ch die Spiel egeln genau es geleg sind ... Die speziell gewähl e Al e na i e ... in eine konk e en Pa ie - is die Wah12 4 ." Das Spiel bes eh somi aus eine Summe on Zügen und die Pa ie aus eine Anzahl on Wahlen. 2. Klassi ika ion de Spiele Die s a egischen Spiele lassen sich nach de Zahl de Pe sonen, de Summe de Zahlungen am Spielende und de Zulässigkei ode Unzu- lässigkei on Absp achen (Koali ionen) klassi izie en. 22 Vgl. J. . Neumann und O. Mo gens e n: Spiel heo ie ... ; a.a.O., S.49, und M. Shubik: SpieI heo ie und Sozialwissenscha en; Hambu g 1963, S. 21 . 23 J. . Neumann und O. Mo gens e n: SpieI heo ie ... ; a.a.O., S.48. 24 J. . Neumann und O. Mo gens e n: Spiel heo ie ... ; a.a.O., ~. 49. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik 51 Nach de Zahl de Spiele un e scheide man 2-, 3-, 4- ... bis n- Pe sonenspiele. Eine olls ändige ma hema ische Theo ie is bishe nu ü Zwei-Pe sonen-Spiele en wickel wo den. Lösungen ü spezielle 3-, 4- und 5-Pe sonenspiele sind eben alls en wickel . Auch ü n-Pe - sonenspiele sind un e bes imm en Annahmen übe Koali ionsbildungen spezielle Lösungen und Eigenscha en abgelei e wo den. Eine allge- meine Theo ie bes eh hie ü jedoch noch nich 25• Is die Summe de an alle Spiele gezahl en Ne obe äge am Ende des Spiels gleich Null, so sp ich man on einem Nullsummen-Spiel. Dies is im allgemeinen bei Gesellscha sspielen de Fall. Bei ökono- mischen P oblemen, e wa dem de "Zu echnung" des Sozialp oduk es ode dem des bila e alen Monopols, kann die Summe de Auszahlungen ungleich Null sein. De a ige Spiele nennen wi Nich -Nullsummen- Spiele26• Die Nullsummen-Spiele we den auch s eng konku ie ende Spiele ("s ic ly compe i i e games") genann , da hie bei Absp achen und Koali ionen au g und des p inzipiellen In e essengegensa zes keinen Vo eil bie en. Bei Nich -Nullsummen-Spielen ("non-s ic ly compe i i e games") un e scheide man zwischen Spielen mi Zulässigkei on Absp achen und solchen ohne Zulässigkei on Absp achen. Bei den e s e en, koope a i e Spiele genann , haben die Spiele die F eihei , Ve bindun- gen un e einande au zunehmen, um gegensei ig e p lich ende übe - einkommen zu e en. Bei den nich -koope a i en Spielen bes eh diese Möglichkei nich 27• 3. n-Pe sonenspiele Be ei s bei n = 3 Spiele n kann neben den ölligen In e essengegen- sa z die Möglichkei de In e essengleich ich ung on 2 Spiele n e en. Obwohl das Minimax-K i e ium seine zen ale S ellung behäl , ha die mögliche Koali ionsbildung dazu ge üh , daß sich die n-Pe sonen-Spiel- heo ie ande s als die 2-Pe sonen-Theo ie en wickel ha . Die n-Pe so- nen-Spiel heo ie muß o allem eine zu iedens ellende Theo ie de Koali ionsbildung lie e n. Die Fes legung explizi e Annahmen übe Absp achen und den Aus ausch on In o ma ionen schein deshalb so schwie ig zu sein, weil in de Reali ä eine ungeheu e Viel al o ge- unden wi d. Fü die En wicklung eine zu iedens ellenden Theo ie de Koali ionsbHdung gib es o allem zwei wesen liche Hinde nisse. E s ens we den bei de heu igen Fo malisie ung de Spiele keine expli- 25 Vgl. M. Shubik: Spiel heo ie .,. ; a.a.O., S.65. 26 Vgl. J. . Neumann und O. Mo gens e n: Spiel heo ie ... ; a.a.O., S. 46 . 27 Zu Abg enzung de Beg i e gl. R. D. Luce and H. Rai a: Games and Decisions; a.a.O., S. 89 . 4' OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 52 Jü gen Ze che zi en Vo sch i en übe den Aus ausch on In o ma ionen und übe Zusammenschlüsse angewende . Zwei ens e geben sich inhä en e p ak- ische Schwie igkei en mi g öße we dendem n, da die Zahl mögliche Koali ionen mi eine une meßlichen Ra e wächs . Typisch ü die Theo ie des n-Pe sonen-Spiels is die cha ak e is ische Funk ion (C). Wi bezeichnen die Menge de Spiele 1, 2, ... , n, die an einem Spiel eilnehmen, mi N. Un e eine Koali ion e s eh man eine Teilmenge on N, und zwa da eine Koali ion on jede Teilmenge on Spiele n, also aus jede Teilmenge Cl on {1, 2, ... , n} gebilde we den. Ha sich ein Teil de Spiele zu eine Koali ion Cl e bünde , so sollen die üb igen Spiele zu eine Koali ion C2 zusammen e en. Cl und C2 sind also Mengen mi Cl n 02 = c ; und Cl U C2 = {1, 2, ... , n} So wi d aus dem n-Pe sonenspiel ein Zweipe sonenspiel mi endlichen Ak ionenmengen, und die Summe de gezahl en Ne obe äge an alle Koali ionen is O. Dieses Spiel ha einen We , nämlich den E wa - ungswe de Auszahlungen an Cl bei op imale S a egie beide Koali ionen. Fü jede Koali ion C e häl man einen We = (C), also eine Funk ion (C), die ü alle Teilmengen on {1, 2, ... , n} de inie is . Diese cha ak e is ische Funk ion (C) ha olgende Eigen- scha en: a) (0') = 0 b) (Cl) = - (Ci) c) V (Cl U C2) 2': (Cl) + (C2) ü Cl n C2 = 0' 28 Die Bedingung (c) bedeu e , daß Spiele , die sich zu eine Koali ion zusammenschließen, niemals wenige gewinnen können, als wenn sie einzeln ode in kleinen G uppen gegen alle üb igen spielen. Sie wi d deshalb auch Supe -Addi i i ä sbedingung genann . 4. De Shapley-We Lloyd S. Shapley en wickel e ein Lösungskonzep , das jede supe - addi i en cha ak e is ischen Funk ion einen eindeu ig bes imm en Aus- zahlungssek o zuo dne . De Shapley-We eines Spiels is de einzige We , de 4 FOl'de ungen e üll : 1. De We eines Spiels ü jeden Spiele i soll nich on eine Um- nume ie ung de Spiele beein luß we den. 2. Die Summe de We e eines Spiels ü jeden Spiele soll gleich dem We des ganzen Spiels sein, d. h. wenn alle Spiele eine Koali ion bilden. 28 Vgl. E. Bu ge : Ein üh ung in die Theo ie de Spiele; Be lin 1959, S. 129 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik 53 3. Fü i gend zwei Spiele soll de We des zusammengese z en Spiels gleich de Summe de We e de bei den einzelnen Spiele sein. 4. Ein unwich ige Spiele j, ü den gil : (C + j) = (C) + (j), e häl s e s nu die Auszahlung (j). Die We unk ion nach Shapley e echne man nach olgende Fo mel: Wi ( ) = N (s) ~ [ (e U i)- (C)] , wobei C U i = i gendeine Koali ion mi Spiele i, s = Zahl de Elemen e in de Koali ion C U i, (s-l) ! (N-s) N (s) = ---N-!--- N = Zahl alle Spiele , C = Koali ion de jenigen Spiele , die in de Reihen olge de be e en- den Zeile o dem Spiele i kommen 29 • Die obige Fo mel gib eine A gewogenes Mi el de Bei äge des Spiele s i zu jede mi ihm möglichen Koali ion wiede . An einem Beispiel wollen wi die Be echnung des Shapleywe es e läu e n 3o • In de Tabelle 1 is die cha ak e is ische Funk ion mi 3 Spiele n wiede gegeben. Jede Koali ion C wi d ein Auszahlungs- be ag (C) zugeo dne . In de Tabelle 2 is die Reihen olge wiede - gegeben, in de jede de 3 Spiele zu Bildung eine Koali ion bei agen kann. Bei 3 Spiele n gib es 6 Möglichkei en. In den Spal en 1, 2, 3 inden wi die Bei äge de einzelnen Spiele bei den e schiedenen Koali ionsmöglichkei en. Nach de spal enweisen Summie ung we den die Bei äge du ch die Zahl de möglichen Reihen olgen bei 3 Spiele n di idie . Als E gebnis e hal en wi die Komponen en Wi ( ) des Shapley- We es: W ( ) = (9, 4, 5) Wenn man die Bildung eine Meh hei als Ziel ansieh und die Spiele übe e schiedene S imm gewich e e ügen, so gib de Shapley-We des Spiels die ela i e Mach de Pe son (bzw. Pa ei ode G uppe) wiede 1• 29 En wicklung de Fo mel zu Be echnung des Shapley-We s in Anleh- nung an W. K eHe: P ä e enz- und En scheidungs heo ie; a.a.O., S.364. 30 R. Sel en b ing Anwendungsbeispiele ü die poli ische Wissenscha : Mach e eilung im Schweize Bundes a , P obleme de Koali ionsbildung, in e na ionales mili ä isches Gleichgewich . Vgl. R. Sel en: Anwendungen de Spiel heo ie au die poli ische Wissenscha , Manusk ip , S. 30 . 31 Vgl. L. S. Shapley und M. Shubik: A Me hod o E alua ing he Dis i- bu ion oi Powe in a Commi ee Sys em; in: Am. Pol. Science Re ., 48, 1954, S. 787 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 54 Jü gen Ze che Tabelle 1 Tabelle 2 C (C) Reihen- Bei äge on olge 1 2 1 4 2 0 1,2,3 4 10 3 2 1, 3, 2 4 4 1,2 14 2,1,3 14 0 1,3 14 2,3,1 10 0 2,3 8 3,1,2 12 4 1,2,3 18 3,2,1 10 6 54 I 24 I 111. Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik A. Die Mach e eilung in einem G emium 3 4 10 4 8 2 2 30 Wi wollen zue s die Mach e eilung in einem G emium, wie z. B. dem Au sich s a eines "G öß un e nehmens" mi Hil e des Shapley- We es un e suchen. De Au sich s a möge sich aus Ve e e n olgende G uppen zusam- mense zen: G uppe 1: Ve e e de A bei nehme , G uppe 2: Sogenann e unab- hängige Mi gliede , die on A bei nehme n und An eilseigne n gemein- sam gewähl we den müssen und die keine de bei den Sei en allein ep äsen ie en, G uppe 3: Ve e e de An eilseigne und als G uppe 4: Ve e e des "ö en lichen In e esses". Is das S immen e häl nis en sp echend obige Reihen olge 3 : 3: 4: 1, so läß sich mi Hil e des Shapley-We es zeigen, daß die "Mach " de e s en 3 G uppen o z ungleiche S immen e eilung gleich is . Jede Koali ion C, die übe die Meh hei de S immen e üg , e häl den We (C) = 1. E eich diese Koali ion nich die Meh hei de S immen, so be äg de We (C') = O. Die cha ak e is ische Funk ion wi d dann du ch Tabelle 3 wiede - gegeben. Die möglichen Koali ionen und die Bei äge de einzelnen G uppen sind in Tabelle 4 wiede gegeben. Summie en wi die Bei äge de G uppen 1 bis 4 und eilen wi du ch die Anzahl de möglichen Reihen olgen, in unse em Beispiel 24, so e hal en wi als E gebnis die Komponen en des Shapley-We es: (1 1 1 ) w ( ) = 3' 3' 3' 0 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 En scheidungs heo ie und Anwendungsbeispiele in de Sozialpoli ik 55 Tabelle 3 Tabelle 4 c (c) Reihen olge Bei äge on 1 I 2 3 4 1 0 2 0 1 234 0 1 0 0 3 0 124 3 0 1 0 0 4 0 1 324 0 0 1 0 1,2 1 1 342 0 0 1 0 1,3 142 3 0 1 0 0 1,4 0 1 432 0 0 1 0 1,2,3 2 1 3 4 1 0 0 0 1,2,4 2 143 1 0 0 0 1,3,4 1 2 3 1 4 0 0 1 0 1,2,3,4 1 234 1 0 0 1 0 2,3 1 2 4 1 3 1 0 0 0 2,4 0 243 1 0 0 1 0 2,3,4 1 3 1 2 4 1 0 0 0 3,4 0 3 142 1 0 0 0 3 2 1 4 0 1 0 0 3 2 4 1 0 1 0 0 3 4 1 2 1 0 0 0 342 1 0 1 0 0 4 1 2 3 0 1 0 0 4 1 3 2 0 0 1 0 4 2 1 3 1 0 0 0 4 2 3 1 0 0 1 0 4 3 1 2 1 0 0 0 4 3 2 1 0 1 0 0 8 8 8 I 0 Die Mach e eil sich somi au Ve e e de A bei nehme , soge- nann e Unabhängige und Ve e e de An eilseigne , o z ungleiche S immen e häl nisse, gleichmäßig. Die Ve e e des "ö en lichen In e esses" hä en wegen ih e zahlen- mäßigen Schwäche, bezogen au Meh hei sbildungen du ch Abs immun- gen, in diesem G emium keine Mach . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 62 Elisabe h Lie mann-Keil 11. Die spezielle F ages ellung Unse e F age is , inwiewei das Vo gehen im Rahmen de Sozial- poli ik du ch die Pe iodisie ung de En scheidungsp ozesse bzw. ih e jeweilige Un e b echung und Beendigung zu den Wahl e minen beein- luß wi d. Es in e essie en dabei die Auswi kungen und nich die Al e na i en. Die Wahlen - es wi d ein Meh hei swahl ech angenommen - sind ein Mi el, mi dessen Hil e kundge an wi d, inwiewei sich die Wähle mi de Poli ik ih e Rep äsen an en iden i izie en. Ökonomisch ausge- d ück : Ob die ü die Poli ike ich ungsweisende gesam wi scha - liche Nu zen unk ion die indi iduellen Nu zen unk ionen de einzelnen Wähle mi um aß . Bes eh eine Di e genz, sO' we den Ko ek u en de gesam wi scha lichen Nu zen unk ion e such we den. Dabei kann es zu Abwahl de jeweiligen Rep äsen an en kommen. Fü die KO' ek- u en muß alle dings mi Besch änkungen ge echne we den, weil die einmal es geleg en, gese zlichen Maßnahmen meh O'de wenige ü die olgenden Legisla u pe ioden gel en und den Ak ions adius de neu gewähl en Rep äsen an en einengen. Nach alledem bes eh eine Wechselbeziehung z.wischen den sozialpoli ischen pa lamen a ischen En scheidungen und dem ins i u ionellen Rahmen, in dem die En - scheidungen e olgen. Diese Beziehun,gen wu den bishe ela i wenig un e such und bei de En wicklung de Sozialpoli ik kaum be ück- sich ig . Die Bedeu ung de zei lichen Au eilung de En scheidungen is ü die Sozialpoli ik zwa ane kann . Sie is ahe hinsich lich ih e Folgen ums i en. SO' wi d z. B. behaup e , sie ö. de e den Ausbau on T ans e leis ungen und s ehe de En wicklung on SQzialin es i ionen en gegen. Im einzelnen wi d gesag , eine o gegebene Länge de Legisla u - pe iode bzw. Wahlpe iode üh e zu einsei igen En scheidungen. Es sei zu e mu en, länge e Wahlpe ioden begüns ig en En scheidungen ü SO'zialin es i ionen. Dagegen ö de en kü ze e Wahlpe ioden En schei- dungen zuguns en on Einkommens ans e s. Mi diese These we den im G und zwei Behaup ungen au ges ell : 1. Die Pe iodisie ung beein luß die Auswahl de Au gaben. Die A de Pe iodisie ung e laub , Regeln ü die zu e wa enden En schei- dungse gebnisse au zus ellen. 2. Wähle wie Rep äsen an en beach en lediglich die jeweilige Legis- la u pe iO'de. Sie ich en sich nich au zukün ige Pe ioden aus. Au diese Behaup ungen Süll im Zuge de Analyse im Rahmen eines Modells eingegangen we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Sozialpoli ische En scheidungen, Wahl- und Legisla u pe ioden 63 Es geh , zusammen assend und abs ak ausged ück , um a ionales Handeln bei Ungewißhei . Es gil , zwischen 2 G uppen zu un e scheiden: den Wähle n und den Rep äsen an en. Es gel e - wie e wähn - ein Meh hei swahl ech . Die Ziel a iable de Wähle sei jeweils ein be- s imm es P og amm, das möglichs bis zu einem bes imm en Zei punk ealisie we den soll e. Die Ziel a iable de Rep äsen an en sei ih e Wiede wahl bzw. die Wiede wahl ih e G uppe. Beide Ziele sind in e - dependen , da angenommen we den kann, daß die Wiede wahl on de P og amm ealisie ung abhängig is . De E wa ungswe de Ziel a iablen häng ab on de Wah scheinlichkei de Realisie ung des Pe iodenp og ammes und de Da enkons ella ion ü die zukün - igen Wahlen. De Ak ionspa ame e de Wähle is die Wahl. Fü die Rep äsen an en is die Realisie ung des jeweiligen P og ammes ein Ak ionspa ame e . III. Das Modell2 Bei dem Modell wi d zunächs on 2 Übe legungen ausgegangen: 1. Die Ins i u ionalisie ung beein iuß die Ve hal ensweisen de Be- eilig en. Sie e ände die Vo ausse zungen ü die En scheidungen und e u sach zusä zliche Risiken und Ungewißhei en. Sie bewi k im Hinblick au die Realisie ung de einzelnen Ziele zugleich ein S eben nach Risikominde ung. 2. Die Ve hal ensweisen sind somi wei gehend du clJ. die Ungewiß- hei bes imm , d. h.: a) dadu ch, daß imme wiede neue En scheidungen ge o en we - den müssen und diese Ta sache be ücksich ig wi d, b) dadu ch, daß mi de En scheidung on heu e G undlagen ü die En scheidungsmöglichkei en on Mo gen geleg we den, daß die Ve wi klichung eines Ziels zu En s ehung neue Ziele üh , c) dadu ch, daß die Ins i u ionalisie ung eine pe iodische Ände ung de G uppe de En scheidenden nach sich zieh , d) dadu ch, daß im Lau e de Zei nich mi eine Kons anz de P ä e enzen ge echne we den kann, daß Le np ozesse be ück- sich ig we den müssen. Welches sind danach die Folgen de zei lichen Au eilung? 2 Die olgenden Da legungen s ellen eine Wei e üh ung de übe legungen da , die ich in meinem Au sa z: "In e empo ale Spillo e e ek e und ö en - liche Haushal " zusammenge aß habe. (E schienen in: Theo ie und P axis des inanzpoli ischen In e en ionismus, h sg. on H. Halle , L. Kullme , C. S. Shoup, H. Timm, Tübingen 1970, S.483-510.) OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 64 Elisabe h Lie mann-Keil Zu Bean wo· ung diese F age wi d on dem olgenden e ein ach- en Modell ausgegangen: Es sei eine ep äsen a i e Demok a ie mi Meh hei swahl ech in eine geschlossenen Volkswi scha gegeben. In bes imm en Pe ioden e olge die Wahl de Rep äsen an en du ch die Wähle . Jede Wähle habe eine S imme. Diese sei unübe agba . Inne halb de Legisla u pe iode haben die Rep äsen an en nu die Au gabe, sozialpoli ische En scheidungen o zunehmen. Ih e En scheidungen be e en allein ö en liche Ausgaben. Es gehe lediglich um die Wahl zwischen Einkommens ans e s und Sozialin es i ionen (Übe die Finanzie ung we de - wie heu e im allgemeinen - gesonde en schieden. Diese Au gabe s ehe hie nich zu Diskussion), - Koali ionen seien unmöglich. Wie we den Wähle und Rep äsen an en bei de e wähn en A de Wahl egeln inne halb des Modells o gehen? Die Rep äsen an en we den dadu ch zu einem besonde en Ve hal en e anlaß , daß sie im g oßen und ganzen nu ungenau wissen, ob sie wiede gewähl we den. Die Wähle we den dadu ch beein luß , daß sie ebenso nu ungenau ahnen, ob es ihnen geling , die on ihnen gewünsch- en Rep äsen an en ins Pa lamen zu delegie en (s. Abb. 1). Zweck de Pe iodisie ung soll im allgemeinen zweie lei sein: - Den Wähle n soll jeweils nach nich zu lange Zei die Möglichkei gegeben we den, ih e P ä e enzen e neu zum Ausd uck zu b ingen und dami ü die Be ücksich igung on P ä e enz ände ungen ein e en zu können. - Die Rep äsen an en sollen eine nich zu ku ze Zei zu Ve ügung haben, um En scheidungen e en und übe die A ih e Du ch- üh ung be inden zu können. Die Geschwindigkei de Ab olge on Neuwahlen und danach die Du ch üh ung de En scheidungsp ozesse s ellen einen Komp omiß in dem Bemühen da , bei dem Kamp gegen die Ungewißhei den di e - gie enden In e essen zu en sp echen. IV. Die P ä e enzs uk u Die s a ischen Nu zen unk ionen sind im olgenden du ch Zei p ä e- enzen zu e gänzen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Sozialpoli ische En scheidungen, Wahl- und Legisla u pe ioden 65 Wahl e min Legisla u - pe iode: Wahl e min Legisla u - pe iode: Wahl e min Da enkons el- la ion "" Wähle - ./ p ä e enzen Rep äsen an en ~ E n scheidu ngsp ozesse I Da enkons el- Wähle - la ion p ä e enzen " ;I' Rep äsen an en I + En scheidungsp ozesse I Da enkons el- la ion /. Wähle - p ä e enzen Rep äsen an en ~ Abbildung 1 Die En scheidungen de Wähle zielen au die Du chse zung be- s imm e Zielbündel (P og amme). Die Wähle ich en sich denmach aus an - P og ammen (in unse em Falle Kombina ionen on T ans e s und Sozialin es i ionen) - einzelnen Rep äsen an en, und in olge de Ungewißhei o allem an - Realisie ungschancen, an eine schnellen ode spä e en, eine siche en usw. Ve wi klichung ih e Ziele. Die En scheidungen de Rep äsen an en gel en in unse em Falle de Be ei s ellung on ö en lichen Mi eln ü Kombina ionen on T ans- e leis ungen und Sozialin es i ionen bzw. de Ve abschiedung on Gese zen, die eine en sp echende Ve ausgabung o sch eiben. Ih e Zei p ä e enzen spiegeln das In e esse an güns igen Da enkons ella- ionen ü die zukün igen Wahlen, das In e esse an de eigenen 5 Sch i en d. Ve eins . Socialpoli ik 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 66 Elisabe h Lie mann-Keil Wiede wahl, an de S ä kung de eigenen G uppe bzw. Pa ei wide . Sie bemühen sich danach - eben alls um P og amme ( ü die Ve wendung und das Ausmaß de ö en lichen Ausgaben), und in olge de Ungewißhei - o allem um eine Ve besse ung de Chancen ü zukün ige Wah- len (u. a. auch du ch Ve besse ung des In o ma ionss andes ode Ein lußnahmen). Nach allem sind die Zei p ä e enzen de Wähle wie de Rep äsen- an en au bes imm e Ziele und Zielkombina ionen zu bes imm en Zei punk en ge ich e . Da ein In e esse an de Ve wi klichung imme neue Ziele bzw. an de Wiede wahl usw. bes eh , sind beide A en on Be eilig en da an in e essie , die Da enkons ella ionen ü die nächs en Wahlpe ioden z:u e besse n. Die Zei p ä e enzen beide G uppen sind du ch die jeweiligen Pla- nungsho izon e beding . Diese Planungsho izon e we den kaum die gleiche Länge wie die einzelnen Wahl- bzw. Legisla u pe ioden haben. Sie we den im allgemeinen meh e e Pe ioden um assen und seh e - schieden sein können. De einzelne Wähle wi d bei seinen Planungen on seinem Al e , seine Lebense wa ung, abe auch on de seine Nachkommen und Mi menschen ausgehen. De Rep äsen an wi d nich nu du ch sein In e esse an de eigenen Wiede wahl, sonde n auch du ch die En wicklung seine G uppe (d. h. le z lich seine Pa ei) beein luß sein. Mi de Pe iodisie ung we den es e und siche e Te mine gegeben, die bei de Planung de Wähle und Rep äsen an en zu be ücksich igen sind. Die Du ch üh ung de En scheidungsp ozesse wi d dadu ch ohne Zwei el beein luß , da zu den Zielen, die die ö en lichen Ausgaben be e en, die besonde en Ziel unk ionen de Wähle und Rep äsen- an en hinzukommen. Diese abe sind eng mi den Wahlen und den du ch sie e u sach en Ungewißhei en e bunden. Die jeweilige Vo be ei ung au die Neuwahl geschieh im Ve lau de einzelnen Legisla u pe iode au seh un e schiedliche Weise. . Die Au gaben Die Wähle haben die Au gabe, übe ih e Nu zen unk ionen bzw. Zei p ä e enz:en zu in o mie en und sich - sowei es geh -zugleich In o ma ionen zu bescha en und die In o ma ionen meh ode minde k i isch en gegenzunehmen. Die Rep äsen an en haben meh e e Au gaben. Die Abhängigkei on den Wähle n zwing dazu, de en Wünsche zu be ücksich igen. Das OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Sozialpoli ische En scheidungen, Wahl- und Legisla u pe ioden 67 Vo gehen de Opposi ion und po en ielle kün ige En scheidungs- äge muß beach e we den. Beide Abhängigkei en können abe auch Anlaß geben, den Ve such zu machen, das Ve hal en de Wähle und u. U. de En scheidungs äge zu beein lussen. Es e gib sich danach, daß in unse em Modell de Zwang, zu es ge- leg en Te minen pe iodisch spezielle En scheidungen du chzu üh en, und die dadu ch en s ehenden Ungewißhei en - wie eingangs ange- deu e - die wesen lichen G undlagen ü die S a egie de Wähle und Rep äsen an en sein we den. VI. Die S a egie Bei de S a egie we den Nu zenin e dependenzen o ausgese z . Die S a egie im einzelnen dien de Minde ung on Ungewißhei en. Beide G uppen haben ih In e esse an Siche hei . Da es um die Lösung dynamische En scheidungsp obleme geh , komm es sowohl au die Anpassungs ähigkei des P og ammes wie au einen Spiel aum im ö en lichen Haushal an. Das In e esse an solche Flexibili ä kann als Analogie zum In e esse an Risikos euung bei einzelwi scha lichen Siche ungsbes ebungen angesehen we den. Fü ein en sp echendes Vo gehen s ehen alle dings nu ela i wenige Wege o en. De Wähle kann im G unde lediglich übe ein Ins umen e ügen, die Abgabe seine S imme. Es lohn sich ü ihn nich , be äch liche e Kos en au zuwenden, wede ü die eigene In o ma ion, noch ü die In o ma ionen de Rep äsen an en. Es komm deshalb ü ihn nu da - au an, wie e das Ins umen de S immabgabe nu zen kann. Welche S a egie wi d de Wähle e olgen, einmal zu olge de Beg enzung seines Ins umen a iums und seine minimalen Ein lußmöglich:kei en, zum ande en zu olge de Pe1 iodisie ung und de sich aus ih e geben- den speziellen Ungewißhei ? De Wähle s ell eine A Ve b auche da . E is an eine bes imm- en Sozialpoli ik, an de Ve wi klichung eines bes imm en P og am- mes in e essie (hie eine Kombina ion on T ans e s und Sozial- in es i ionen). Ob die Realisie ung seine Ziele in de Pe iode geling , on de ausgegangen wi d, is meh ode wenige ungewiß. De Wäh- le kann die Chancen de Realisie ung nu du ch die S immabgabe beein lussen. Hie is e jedoch eine un e seh ielen. Dahe wi d e ehe - wenn nach seine Ansich die Chancen in de Gegenwa ge ing sind -sich da ü in e essie en, sie ü die Zukun auszunü zen. Aus diesem G unde wi d e nich nu ü eine Pe iode planen. Die Wahls a egie is demnach nich nu da au ausge ich e , jeweils die Rep äsen an en zu wählen, die das gewünsch e P og amm e e en. 5' OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 68 Elisabe h Lie mann-Keil De Wähle sieh ebenso au eine möglichs hohe Ein i swah schein- lichkei ü die P og amm ealisie ung. Völlige Realisie ung des ge- wünsch en P og ammes und hohe Realisie ungswah scheinlichkei können sich dabei un e Ums änden ausschließen. Geh man da on aus, daß ein einige maßen en sp echendes P o- g amm angebo en wi d, kann das Realisie ungs isiko nach allem o - übe gehend geminde we den du ch: - eine zei weise RisikoPQolung, d. h. eine Ve g öße ung de Zahl de Wähle , die dasselbe P og amm be ü wo en. P ak isch heiß das, de einzelne Wähle schließ sich eine en sp echenden Wähle - g uppe an, - eine A In es i ion. Hie ü kann ein Ve hal en angemessen sein, das an bes imm en P og ammen ausge ich e is . Wi d on dem P og amm eine bes imm en Rep äsen an eng uppe ausgegangen, und sei diese zunächs noch so klein, kann übe den Ein- sa z ü die be e enden Rep äsen an en e such we den, allmählich eine Risikopoolung (übe eine Ve meh ung de Zahl de Wähle diese G uppe) zu e eichen. Wi d on eine ela i g oßen G uppe de Rep äsen an en ausge- gangen, so kann e such we den, übe eine Ab olge on Wahl und Nich wahl, das allmähliche Angebo des e wünsch en P og ammes und danach dessen Realisie ung zu e eichen. Das eine Mal müssen Wähle gewonnen, das ande e Mal muß die Anpassung on Rep äsen an en e anIaß we den. Die Schwie igkei de Wahls a egie is demnach nich nu dadu ch e u sach , daß de einzelne Wähle ü sich ein lußlos is , sonde n auch dadu ch, daß Wähle ih e Nu zen unk ionen und Zei p ä e enzen le z lich nu du ch die Wahlo enlegen können. Aus diesem G unde sind die Wähle an und ü sich an ku zen Wahlpe ioden in e essie . Die Wähle sind au eine Rücksich nahme du ch die Rep äsen an en angewiesen. Die Rep äsen an en hängen umgekeh on den Wähle n ab. Dahe s ellen die e wähn en Möglichkei en eine Wähle s a egie die G und- lage ü die Da enkons ella ion da , on de die Rep äsen an en bei den En scheidungsp ozessen auszugehen haben. Diese Annahme gil abe nu solange, wie eine Kons anz de Nu zen unk ionen de Wähle o ausgese z wi d. Sind die Funk ionen beein lußba , können Le n- p ozesse de Wähle o ausgese z we den, wi d die Abhängigkei de Wähle on den Rep äsen an en on den le z e en ausgenu z we den (u. U. zum möglichen Vo eil de Wähle , abe auch u. U. allein zum Vo eil de Rep äsen an en und möglichen Nach eil de Wähle ). Das Ve hal en de Rep äsen an en is dabei du ch eine bewuß e Auswe - ung e mu e e Nu zenin e dependenzen cha ak e isie . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Sozialpoli ische En scheidungen, Wahl- und Legisla u pe ioden 69 Zunächs mag es scheinen, als ob es ü die Rep äsen an ens a egie eben alls nu 2 Möglichkei en gebe: die Be iedigung de Wähle wünsche inne halb de Legisla u pe iode, die Beein lussung de Nu zen unk ionen de Wähle , z. B. übe In o ma ionen zwecks Siche s ellung eine Wiede wahl. Das eine Mal is das Ziel, das eigene Risiko zu e inge n, indem das Risiko ü den Wähle e inge wi d. Die eigene Siche ung wi d du ch die Siche ung des ande en e kau . Das ande e Mal wi d e such , die Ein i swah scheinlichkei de Wiede wahl dadu ch zu e höhen, daß die Wähle e anlaß we den, ih e Zei p ä e enzen zu ände n. Fü die Rep äsen an en ze allen die Wähle (im g oßen und ganzen) in 2 G uppen: eine kleine e G uppe, die sich du ch einen länge en Planungsho i- zon auszeichne . Es handel sich dabei häu ig um eingesch iebene G uppenmi gliede , eine g öße e G uppe, die nu übe einen kü ze en Planungsho izon e üg und nich sonde lich g uppengebunden is . Die le z e en zu gewinnen, is o allem eine Au gabe de Rep äsen- an en. Dabei handel es sich keineswegs nu um eine jeweils zu Ende de Wahlpe iode ak uell we dende Au gabe. Die Rep äsen an en haben abe noch eine d i e s a egische Möglich- kei . Sie können ih e Chancen wechselsei ig beein lussen. Diese A de S a egie kann seh ielsei ig sein. Hie in e essie nu die - in unse- em Zusammenhang besonde s wich ige - S a egie zuguns en de P og amm ealisie ung. Geh man - ande s als heu zu age in sozialis ischen Lände n - nich da on aus, daß eine Demok a ie mi eine einzigen Pa ei ealisie we den könne, so bes eh eine Konku enz on G uppen bzw. Pa eien um die Wähle . In unse em Fall muß mi eine zwei en Pa ei, de Opposi ion, ge echne we den. Die Konku enz kann nich nu die P og amm ealisie ung an sich beein lussen, sie kann o allem auch du ch die A de Realisie ung beein luß we den. (Mi de Realisie ung is hie nich nu die Fo m, sonde n auch de Inhal gemein ). Selbs - e s ändlich wi d eine schnelle Realisie ung die Posi ion jene Rep ä- sen an eng uppe e besse n, de die Du chse zung gelang. Mi de Realisie ung we den zugleich die Bedingungen ü die nächs en Pe io- den beein luß . Fü die Rep äsen an en kann die A de Realisie ung dahe so e was wie eine In es i ion gleichkommen. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 70 Elisabe h Lie mann-Keil Bei Realisie ung kann diese In es i ion bedeu en: Ve besse ung de Flexibili ä , d. h. güns ige e zukün ige Ausgangsposi ionen, bei Nich - ealisie ung: Ve schlech enmg de Flexibili ä . Die Realisie ung kann abe auch (z. B. in olge on Fes legungen ö en liche Mi el) eine Ve inge ung de Flexibili ä , eine Ve schlech- e ung de zukün igen Ausgangsposi ionen nach sich ziehen. Nich - ealisie ung kann danach un e Ums änden die Flexibili ä e höhen. Die Pa eien haben die Möglichkei , die Mi el, die zu Du ch üh ung de zukün igen Au gaben de Rep äsen an en o handen sind, zu e knappen. Sie haben auße dem die Möglichkei , zukün ige spezielle Au gaben es zulegen. Im allgemeinen handel es sich bei sozialpoli isch ele an en ö en - lichen Ausgaben (gleichgül ig ob Einkommens ans e s ode Sozial- in es i ionen) um - wenn auch ü un e schiedliche Zwecke, so doch au länge e Zei - es geleg e Ve wendungen ö en liche Mi el. Gese ze müssen im allgemeinen übe nommen, ih e Du ch üh ung kann nich ein ach ausgese z we den. Die Chancen, ein P og amm ealisie en zu können, hängen danach nich nu on de Einnahmen- en wicklung de ö en lichen Haushal e ab, sonde n auch on de A de bishe igen En wicklung de ö en lichen Ausgaben. Die Poli ik de jeweiligen Regie ungspa ei leg die G undlagen und nich zule z auch die Besch änkungen ü die Handlungsmöglichkei en de olgen- den Pa ei (u. U. de Opposi ion) es . Diese Ta sache kann ausgenu z we den. Sie is ü den Ein luß de Pe iodisie ung au die Ausgaben on en scheidende Bedeu ung. Nach diesen Hinweisen au die Wähle - und Rep äsen an ens a egie kann zu den eingangs e wähn en Thesen zu Wechselbeziehung zwi- schen de Ve wendung on ö en lichen Mi eln und de Länge de Wahl- bzw. Legisla u pe iode S ellung genommen we den. VII. Folge ungen Die Pe iodisie ung e weis sich nach allem als ein Komp omiß, bei dem (1) die Chancen de Wähle gesiche sein sollen, ih e Nu zen unk ionen bzw. Zei p ä e enzen kundzu un und sie be ücksich ig zu e hal en, (2) die Chancen de Rep äsen an en nich zu seh beg enz sein sollen, an die Mach zu kommen und o allem an de Mach zu bleiben. Je nachdem, welche Gesich spunk e bzw. welche Ausgangslage die A gumen a ion bes immen, wi d on eine Begüns igung ode Beein- äch igung du ch den bes ehenden Komp omiß gesp ochen we den können. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Sozialpoli ische En scheidungen, Wahl- und Legisla u pe ioden 71 Die Pe iodisie ung beein luß dami sowohl die s a egischen Au - gaben als auch die s a egischen Möglichkei en de be eilig en G uppen. Sie kann die Planung on Anpassungen bewi ken, so daß die Risiken, mi denen es die Wähle bzw. Rep äsen an en zu un haben, keine unabhängigen Risiken sind. Die Pe iodisie ung e anlaß Planungsho, izon e, die wesen lich länge sind als die Legisla u pe ioden. Zu olge diese Planungsho i- zon e sind die Ve suche, jene Risiken zu minde n, welche die Pe iodisie- ung nach sich zieh , nich ein ach an de Länge de einzelnen Wahl- pe iode ausge ich e . Sie sind ielmeh an de Ta sache o ien ie , daß mi eine Ab olge on Neuwahlen ge echne we den muß. Was kann bei diesen Zusammenhängen übe das Ve hal en im Hin- blick au die Ve wendung on Mi eln des ö en lichen Haushal s ge- sag we den? Im olgenden sei nu au das Ve hal en de Rep äsen- an en eingegangen, weil sie die En scheidungen o nehmen und die Wahl zwischen T ans e s und Sozialin es i ionen le z lich bes immen. T ans e s und Sozialin es i ionen s ellen beide einsei ige S öme da , die, sowei sie nich dem Kollek i gü e angebo dienen, di ek ode indi ek Einkommenssiche ungen bezwecken. Wodu ch un e - scheiden sich diese beiden A en ö en liche Ausgaben ü die Rep ä- sen an en? Die An wo au diese F age sei mi d ei Thesen gegeben: 1. These: Im Hinblick au den ö en lichen Haushal un e scheiden sich T ans e s on Sozialin es i ionen dadu ch, daß a) die En scheidung ü T ans e s lau ende Zahlungen übe länge e Zei en nach sich zieh , die En scheidung ü Sozialin es i ionen demgegenübe lediglich zu eine eng beg enz en Zahl on Zahlungen und höchs ens e gänzen- den lau enden Zahlungen üh , b) die En scheidung ü T ans e s im allgemeinen keine spä- e en E äge he bei üh und zumeis nu spezi ische E gänzungen on Lebenseinkommen b ing , Sozialin es i- ionen dagegen di ek wie indi ek höhe e E äge, auch in Fo m höhe e S eue n, zu Folge haben können. 2. These: Im Hinblick au die Wähle un e scheiden sich T ans e s und Sozialin es i ionen nach de Länge de F is , inne halb de e sie ealisie we den und inne halb de e sie zu Bedü nis'- be iedigung bei agen sollen. Die Gewäh ung on Rech en au T ans e s kann einen Beda an Einkommenssiche ung und/ode Risikominde ung so o decken. Sobald de Te min de Du ch üh ung es gegeben OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 78 Be nha d Külp den genann en Schlich ungsa en zu g oß sein, als daß beide A en gemeinsam behandel we den können. Im Rahmen de eiwilligen Schlich ung können die s ei enden Pa eien nich zu eine Einigung gezwungen we den, sie müssen sich eiwillig zum Komp omiß be ei - inden. De Schlich e kann allen alls indi ek e und in o melle P es- sionen au die Pa ne ausüben. Es leuch e ohne wei e es ein, daß ein solche Einigungsp ozeß ganz ande en Gese zmäßigkei en olg als eine zwangsweise Einigung. Eine wei e e Einengung des Themas is nich beabsich ig . Wi wollen o allem nich de üblichen P axis olgen, die zwischen Schlich ung und Ve mi lung un e scheide . Von Schlich ung wi d bisweilen nu dann gesp ochen, wenn sich die Einigungsbemühungen im Rahmen eine ins i u ionell es geleg en Rahmeno dnung abspielen, wenn also die Schlich ung au g und eines Gese zes ode eines Ve ages zus ande- komm . Spon ane Ve mi lungsbemühungen - o allem on sei en de Poli ike - we den in diesem Falle nich als Schlich ung, sonde n als Ve mi lung bezeichne . In diesem Punk e meinen wi jedoch, daß die Un e schiede zwischen Schlich ung und Ve mi lung nich so g oß sind, daß sie eine eigene Theo ie ü beide Fo men de D i be eiligung ech e igen. Wi we den deshalb im olgenden beide Fo men un e dem Beg i de Schlich ung im wei e en Sinne zusammen assen. 3. Das p imä e Ziel jede Schlich ung bes eh in de Beilegung on S ei igkei en zwischen den Ta i e agspa eien. Na ü lich is es möglich, daß die einzelnen Pa eien, zwischen denen geschlich e wi d, ande e Ziele mi de Schlich ung e olgen. So is es du chaus denkba , daß eine de Ta i e agspa eien de Meinung is , ein A bei skamp sei unumgänglich und ielleich soga e wünsch . Sie habe jedoch gegenübe de Ö en lichkei eine besse e Posi ion, wenn sie zunächs dem Zus andekommen eines Schlich ungsgesp äches zus imm . Au diese Weise könne man o de Ö en lichkei eine ied e ige Hal ung demons ie en und zeigen, daß man alle Möglichkei en eine iedlichen Einigung ausgeschöp habe. In dem e wähn en Beispiel kann die Schlich ung ge adezu als Mi el zu Vo be ei ung eines A bei skamp es angesehen we den 2• Ganz da on abgesehen, daß es sich hie bei siche lich um eine Aus- nahmesi ua ion handel , können wi selbs in diesem Falle unse e Behaup ung au ech e hal en, daß das p imä e Ziel eine Schlich ung in de Beilegung on A bei ss ei igkei en lieg . De scheinba e Wide - sp uch zwischen p imä em Ziel und un e s ell e Zielse zung eine de Ta i e agspa eien läß sich au lösen, wenn wi Schumpe e olgend zwischen den le z lichen Zielen un e scheiden, die eine bes imm en In- 2 Cl. Ke : Indus ial Con lic and i s Media ion; in: Ame ican Jou nal o Sociology, 1954, S. 230 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 79 s i u ion on de Gesellscha au gegeben sind, und den indi idueLLen An iebsk ä en, on denen sich die einzelnen an de Schlich ung be- eilig en G uppen lei en lassen 3• Wenn wi on p imä en Zielen de Schlich ung sp echen, beziehen wi uns au die de Schlich ung on sei en de Gesellscha ges ell en le z lichen Au gaben. Wenn wi on Zielse zungen einzelne Ta i e agspa eien sp echen, beziehen wi uns hingegen au die indi iduellen An iebsk ä e, die du chaus on den le z lichen Zielen de Gesellscha abweichen können. 11. Das Schlich ungsdilemma 4. Jede Theo ie, die den E olg des Schlich e s zu e klä en e such , s eh o einem gewissen Dilemma. Denn en wede ha die Schlich ung E olg, so bedeu e das, daß du ch das Tä igwe den des Schlich e s ein Komp omiß ge unden wu de, dem beide Pa eien eiwillig zuge- s imm haben. Un e s ellen wi a ionales Ve hal en ü beide G uppen, so kann das Zus andekommen eine Einigung nu so gedeu e we den, daß es eine Lösung des o liegenden In e essenkon lik es gib , on dem sich beide Pa eien einen Ne o o eil e sp echen. Wenn es abe eine solche Lösung gib , so s ell sich die F age, wa um die Pa eien nich ohne Einschal ung eines D i en zu diese Lösung ge unden haben. Lieg in de Annahme, daß die Schlich ung zum E olg üh , nich ein logische Wide sp uch zu de Annahme a ionalen Ve hal ens? Ode abe - und da in bes eh die zwei e Möglichkei - wi un e - s ellen, daß die o he gehenden Ta i e handlungen ge ade deshalb geschei e sind, weil es keine solche objek i e Lösung gib , aus de beide Pa eien einen Ne o o eil e langen und de deshalb beide G uppen eiwillig zus immen können. Wie soll e abe un e diesen Bedingungen eine Schlich ung übe haup zum E olg üh en? Wi s ehen also o dem Dilemma, daß eine Schlich ung en wede möglich, dann abe nich no wendig, ode abe no wendig, dann abe nich möglich is . 5. Man ha zunächs e such , dieses Dilemma dadu ch zu übe winden, daß man ein i a ionales Ve hal en de Ta i pa ne un e s ell e 4• De E olg des Schlich e s könn e dann dami e klä we den, daß de Schlich e die Pa eien zu a ionalem Ve hal en anhäl . Eine Schlich ung wü de in diesem Falle imme dann zum E olg üh en, wenn es au de einen Sei e eine objek i e Lösung gib , de beide Pa ne zus im- 3 J. A. Schumpe e : Kapi alismus, Sozialismus und Demok a ie; 2. Au l., München 1950, S. 448 . 4 S. Ga jield and W. F. Why e: The Collec i e Ba gaining P ocess: A Human Rela ions Analysis; in: Human O ganiza ion 1950, Summe S.5-11, Fall S.10-15, Win e S.25-29, Sp ing S.28-32. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 80 Be nha d Külp men können, und wenn au de ande en Sei e diese Lösung au g und i a ionalen Ve hal ens de G uppen ohne Hinzu e en eines D i en nich e eich we den konn e. Fü diese Annahme lassen sich zwei Plausibili ä sa gumen e an üh en. Es kann e s ens kein Zwei el bes ehen, daß Ta i e handlungen o mals on Emo ionen beglei e sind. Die Ta i e handlungen inden zwa hin e e schlossenen Tü en s a , und übe den Ve lau de Ve hand- lungen i nu seh wenig an die Ö en lichkei . Die spä lichen Be ich e, übe die wi e ügen, weisen jedoch da au hin, daß in den Ta i e handlungen du chaus Emo ionen angesp ochen we den. Ein zwei es A gumen geh on eine all äglichen E ah ung aus. Die häu ig zu beobach enden Kon lik e zwischen einzelnen Pe sonen üh en seh leich dazu, daß de einzelne seinen eigenen Vo eil e giß und sich in eine Posi ion e enn , aus de e nu noch du ch Hinzu e en eines neu alen Ve mi le s wiede he aus inde . Es lieg nahe, diese E ah ungen auch au den Be eich de Ta i s ei igkei en zu übe - agen. Abe ge ade diese Analogie schein bedenklich zu sein. Die all äglichen E ah ungen, au die in diesem Zusammenhang Bezug genommen wi d, zeichnen sich du ch einen wesen lichen Un e schied gegenübe den Ta i s ei igkei en aus. Bei den all äglichen S ei igkei en handel es sich um einmalige, spon ane E scheinungen; de einzelne b ing keine lei E ah ung und T aining in de Lösung soziale Kon lik e mi . Fü die Ta i pa eien hingegen können wi un e s ellen, daß es zu den be u - lichen Au gaben de Ve handlungs üh e gehö , Komp omisse he bei- zu üh en, und daß die Ve handlungs unk ionä e au g und de lau en- den Kon on a ion mi diesen Au gaben übe iel äl ige E ah ungen e ügen. Auch die Ta sache, daß Ta i e handlungen in de Reali ä o mals on Emo ionen beglei e sind, wide leg diesen Einwand nich . Wi können un e s ellen, daß die Ve handlungs üh e ih e Emo ionen du chaus behe schen. De o zdem zu beobach ende Ausb uch on Emo ionen kann nich dami e klä we den, daß die Ve handlungs- üh e in i a ionales Ve hal en e allen. Vielmeh haben wi da on auszugehen, daß in den Ta i e handlungen Emo ionen a ional ein- gese z we den, um au diese Weise die eigene Posi ion zu e besse n. Blum sp ich in diesem Zusammenhang da on, daß sich in den Ta i - e handlungen ein Ri ual abspiele5• Die Mi gliede de Ta i kommissio- nen sehen sich e anlaß , o den Mi gliede n und o de Ö en lich- kei die Rolle eines ha en und zähen Kamp es zu spielen; es kann 5 A. Blum: Lohn e handlungen: Ri ual ode Reali ä ; in: Konjunk u - poli ik, 1962, S. 337 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 81 abe nich da on gesp ochen we den, daß sich die Ve handlungs üh e on diese Rolle übe wäl igen lassen und hie bei ih en eigenen Vo eil e nachlässigen. Ich meine deshalb, nu in ech wenigen Fällen kann da on ausge- gangen we den, daß sich die Ta i pa ne i a ional e hal en und daß de eigen liche Bei ag des Schlich e s im Abbau on i a ionalem Ve hal en lieg . Diese Hypo hese s eh du chaus im Einklang mi den siche lich spä lich o liegenden Un e suchungen 6• 6. Nun läß sich aus dem oben besch iebenen Dilemma auch noch ein zwei e Ausweg inden. Man kann on de Vo s ellung ausgehen, de Schlich e e üge übe eine bes imm e Be ähigung (skill) , au g und de e e in de Lage is , Komp omißlösungen zu inden 1• Auch hie muß un e s ell we den, daß es eine objek i e Lösung des a i lichen Kon lik es gib , daß abe die Ta i pa ne selbs auße s ande sind, diese Lösung ohne Hinzuziehung eines Schlich e s zu inden. Dem Schlich e wi d die Rolle eines Spezialis en zugedach , de den Ta i pa ne n aus ih en Schwie igkei en he aushil . Es soll nich geleugne we den, daß auch solche Fälle denkba sind - wi we den solche Fälle spä e noch aus üh lich besp echen s. Abe auch hie behaup e ich, daß diese Fälle zu den Ausnahmen zählen dü en, da die Ve handlungs üh e im allgemeinen übe eine g öße e E ah ung und einen g öße en "skill" e ügen als die Schlich e . Zumindes in de BRD nehmen die Ve handlungs üh e de Ta i e agspa eien insgesam an meh Ve handlungen eil als die Schlich e ; die Ve hand- lungs üh e kennen o allem die spezi ischen F agen und Pa ne besse ,als die Schlich e , die ja in ech un e schiedlichen Be eichen und zwischen ech un e schiedlichen Pe soneng uppen zu schlich en haben 9• 7. Eine Lösung des besch iebenen Dilemmas läß sich nu inden, wenn wi unse en wei e en Übe legungen eine Theo ie zug undelegen. Jede Aussage übe die E olgsaussich en eines Schlich e s basie implizi e ode explizi e au eine Theo ie, die nach den Bes immungsg ünden des Einigungsp ozesses zwischen den Ta i e agspa eien ag . Schlich- ung üh imme dann zum E olg, wenn es dem Schlich e geling , einen ode meh e e de Bes immungs ak o en dieses Einigungsp ozesses wi ksam zu beein lussen. Unse e F age is somi gleichbedeu end mi de F age nach den Bes immungsg ünden de Einigungsmöglichkei zwischen den Ta i e agspa eien übe haup . 6 H. G. La ell: The P essu e Le el in Media ion; in: Indus ial and Labo Rela ions Re iew, 1952, S. 119 . 1 Cl. Ke : Indus ial Con lic ... ; a.a.O., S. 230 . S Siehe Abschni e 20 und 24. 9 Fü die USA dü en u. U. ande e Schluß olge ungen gel en. 6 Sch i en d. Ve eins . Socialpoli ik 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 82 Be nha d Külp Legen wi diese heo e ische Be ach ungsweise zug unde, so können wi auch eine An wo au die imme wiede disku ie e F age geben, ob be ei s die bloße Exis enz on Schlich ungsein ich ungen ode die bloße Anwesenhei eines Schlich e s die Einigungschancen e g öße ode ob es au ganz spezi ische Eigenscha en des Schlich e s ankomm , inwiewei die Schlich ung zum E olg üh 10• Vo allem Landsbe ge ha e such , die Eigenscha en he auszu inden, die einen "gu en" Schlich e ausmachen ll • Demgegenübe haben Lo ell und ande e zu zeigen e such , daß de E olg des Schlich e s wenige on den Pe - sönlichkei seigenscha en des Schlich e s als ielmeh on de Rolle abhäng , die dem Schlich e im Rahmen de Ve handlungen on den Ta i e agspa eien zugedach wi d l2 • Wenn wi eine Theo ie de Schlich ung in diesem Sinne als Anwen- dungs all eine Theo ie de Komp omiß indung zwischen den Ta i - e agspa eien e s ehen, un e liegen wi auch nich dem T ugschluß, das Zus andekommen eines Schlich ungssp uchs und seine Annahme müsse in jedem Falle als E olg de Schlich ung angesehen we den. Diese Schluß olge ung wä e zu o eilig. Es muß mi de Möglichkei ge echne we den, daß die Schlich ungs e handlung zu keinen ande en E gebnissen üh als denjenigen, die auch ohne Hinzuziehung eines D i en e eich wo den wä en. So kann z. B. die Ta sache, daß eine Schlich ungsins anz bei Schei e n de Ta i e handlungen on jedem Pa ne ange u en we den kann, den Einigungswillen de Ta i e ags- pa eien zunächs lähmen, und es is denkba , daß die Komp omißbe ei - scha de G uppen e s inne halb de Schlich ungs e handlungen ein- se z , weil nun ein wei e es Schei e n de Ve handlungen einen o enen A bei skamp he au beschwö en wü de. In diesem Falle wä e es jedoch aglich, ob man imme noch on einem E olg de Schlich ung sp echen könn e l3 • In gleiche Weise muß mi de Möglichkei ge echne we den, daß auch bei einem Schei e n de Schlich ungsbemühungen de da an an- schließende A bei skamp u. U. wenige scha ge üh wi d, als e ohne Ve mi lungsbemühungen e lau en wä e. Man müß e also in diesem Falle o z des o malen Schei e ns on einem gewissen E olg de Schlich ung sp echen. Schließlich muß be ücksich ig we den, daß sich Kon lik e in ande e Be eiche e lage n können. De ans ehende Kon lik könn e also z. B. 10 eh. M. Rehmus: The Media ion o Indus ial Con lic : A No e on he Li e a u e; in: The Jou nal o Con lic Resolu ion, 1965, S.118. H H. A. Landsbe ge : Final Repo on a Resea ch P ojec in Media ion; in: Labo Law Jou nal, 1955, S. 552 . 12 H. G. Lo ell: The P essu e Le el ... ; a.a.O., S. 119 . 13 B. Külp: Lohnbildung im Wechselspiel zwischen poli ischen und wi - scha lichen K ä en; Be lin 1965, S. 168 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 83 du ch eine Schlich ung e hinde we den; au g und au ges au e Un- zu iedenhei könn e jedoch ein Kon lik in nahe Zukun im selben Be eich ode abe in ande en Be eichen (z. B. im poli ischen ode amiliä en Be eich) um so he ige ausb echen. Mi ande en Wo en: unse e F age nach den E olgsaussich en eine Schlich ung kann nu sinn oll bean wo e we den, wenn wi das Gesam phänomen de Be- ziehungen zwischen den Ta i e agspa eien be ach en und uns nich isolie au eine Schlich ungs e handlung und ih o males E gebnis besch änken. IH. Lösung des Ta i kon lik es ohne Schlich ung 8. Wi wollen unse e übe legungen mi dem sogenann en No mal all beginnen, bei dem die beiden Ta i pa eien ohne Hinzuziehung eines Schlich e s zu einem Abschluß ih e Ve handlungen gelangen 14• Es schein mi be ech ig zu sein, hie on einem No mal all zu sp echen, da die übe wiegende Meh hei de in de BRD abgeschlossenen Ta i - e äge ohne Eing ei en eines Schlich e s zus andekomm . Um die o liegenden P obleme nich allzuseh zu komplizie en, wollen wi on den denkba ein achs en Vo ausse zungen ausgehen und nach Möglichkei nu solche Annahmen e en, übe die im Rahmen de Theo ie de Kollek i e handlungen wei gehend Einigkei bes eh . Vo allem soll an diese S elle nich au die Kon o e se eingegangen we den, ob die Ta i g uppen s ä ke einem wi scha lichen ode einem poli ischen Kalkül olgen 15• Es soll un e s ell we den, daß sich die G uppe de A bei gebe eine k i ische Ve handlungsg enze gese z ha , die sie - auch au die Ge ah eines o enen A bei skamp es hin - nich zu übe sch ei en be ei is . Diese k i ische Ve handlungsg enze hänge on de E wa ung de - A bei gebe übe die S eikbe ei scha de A bei nehme scha ab, wobei die k i ische Ve handlungsg enze bei um so höhe en Löhnen liege, je g öße die S eikbe ei scha is , mi de die A bei gebe echnen 16 • Unse e übe legungen beziehen sich au Lohn e handlungen, ähnliche Be ach ungen gel en auch ü ande e Ve handlungsgegens ände. Die ein achs e mögliche Annahme zu E klä ung diese Abhängigkei lieg na ü lich da in, daß wi mi Hicks un e s ellen, die A bei gebe ließen sich on einem einen Kos enkalkül lei en, sie en schieden sich also s e s ü die Al e na i e mi den ge ings en Kos en 17• Wie sich 14 B. Külp: Lohnbildung ... ; a.a.O., S. 149 . 15 Siehe hie zu H. M. Le inson: De e ming Fo ces in Collec i e Wage Ba gaining; New Yo k 1966, Kap. I. 16 Siehe B. Külp, Lohnbildung ... ; a.a.O., S.134. 17 J. R. Hicks: The Theo y o Wa.e:es; 2. ed., London 1963, S. 136 . 6' OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 84 Be nha d Külp die A bei gebe auch gegenübe den Lohn o de ungen de Gewe kscha - en e hal en, ih e En scheidungen e u sachen in jedem Fall Kos en ü sie. S immen sie den Lohn o de ungen de Gewe kscha en zu, so s eigen ih e zukün igen Lohnkos en. Leis en sie jedoch Wide s and, so gehen sie die Ge ah eines S eikausb uches ein, de eben alls den Un e nehmungen Kos en e u ach . Je höhe die mi dem S eikaus- b uch e bundenen Kos en sind, um so meh lohn es sich ü die A bei - gebe , den Lohn o de ungen de Gewe kscha en en gegenzukommen. Es is jedoch nich e o de lich, daß wi unse en übe legungen ein eines Kos enkalkül de A bei gebe un e s ellen. Auch dann, wenn wi mi Ross ü die Ta i e agspa eien ein poli isches Kalkül an- nehmen, e gib sich nach wie o eine Abhängigkei de k i ischen Ve handlungsg enze on de e wa e en S eikbe ei scha 18• Es kann nämlich da on ausgegangen we den, daß bei zunehmendem S eik isiko de Wide s and de Mi gliede de A bei gebe e bände gegenübe Lohne höhungen zu ückgeh und die Ve handlungs üh e in olgedessen auch bei s eigenden Lohnzuges ändnissen ih e Posi ion inne halb ih es Ve bandes au ech e hal en können. Es wi d wei e hin un e s ell , daß die S eikbe ei scha de A bei - nehme scha ku z is ig kons an sei. Wi wollen also bewuß on de Hickschen Annahme abweichen, nach de die S eikbe ei scha de A bei nehme om be ei s ealisie en Lohnni eau abhäng . Bekann - lich wu de ge ade diese Teil de Hickschen Theo ie on Shackle k i i- sie 19• Wäh end Hicks angenommen ha , mi wachsendem Lohnni eau e inge e sich die S eikbe ei scha de A bei nehme , geh Shackle da on aus, daß mi wachsenden Lohnzuges ändnissen die S eikbe ei - scha zunehme. In de Folgezei wu de in de Li e a u die Meinung geäuße , daß beide Ve hal enshypo hesen denkba sind 20• Es ag sich jedoch, ob die S eikbe ei scha zumindes ku z is ig übe haup om Lohnni eau abhäng . Die siche lich im Ve gleich zu ande en Lände n spä lichen E ah ungen mi S eiks in de BRD lassen keine de beiden genann en Hypo hesen bes ä igen. Wi wollen deshalb un e s ellen, daß die S eikbe ei scha ku z is ig kons an sei und o allem nich on den Lohne wa ungen de A bei nehme abhänge. Fassen wi die Annahme übe die Abhängigkei de k i ischen Ve - handlungsg enze de A bei gebe und die Annahme übe die S eik- be ei scha de A bei nehme scha zusammen, so e gib sich (du ch 18 A. Ross: T ade Union Wage Policy; Be keley and Los Angeles 1948, Kap. H. 19 G. L. S. Shackle: The Na u e o he Ba gaining P ocess; in: The Theo y o Wage De e mina ion, h sg. on J. T. Dunlop, London 1957, S. 292 . 20 R. Wack: Kollek i e handlungen in den USA -Zu Theo ie de Ve ags e handlungen im ins i u ionellen A bei sma k ; Zü ich 1959, S.32. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 85 den Schni punk beide Ve hal ensku en) eine bes imm e Lohnhöhe als ak uelle k i ische Ve handlungsg enze de A bei gebe 21 • Sie be- age z. B. 5 U o. Es muß hie bei alle dings un e s ell we den, daß die A bei gebe die S eikbe ei scha de A bei nehme ealis isch ein- schä zen, d. h. mi demselben Ausmaß an S eikbe ei scha echnen, zu dem die A bei nehme gegebenen alls a sächlich be ei sind. Es sei wei e hin da on ausgegangen, daß auch die Gewe kscha en die k i ische Ve handlungsg enze de A bei gebe ealis isch einschä zen. Auch sie un e s ellen also, daß sie äuße s en alls eine 5 U oige Lohn- e höhung in den Ve handlungen e zielen können. Wi machen die s ill- schweigende Annahme, daß de S eik on den Gewe kscha en als a ionales Ins umen zu E kämp ung besse e A bei sbedingungen und höhe e Löhne eingese z wi d. De S eik sei also kein Ins umen zu übe windung de bes ehenden Gesellscha so dnung. 9. Nun sind sich die Gewe kscha en da übe im kla en, daß sie die k i ische Ve handlungsg enze on 5 U o nu e eichen we den, wenn sie zu Beginn de Ve handlungen meh als 5 U o e langen. Sie lehnen also den Boulwa ismus ab, nachdem die Ta i pa ne gleich zu Beginn de Gegensei e eine endgül ige Fo de ung ode ein endgül iges Angebo un e b ei en und nich be ei sind, mi sich e handeln zu lassen 22 • De Boulwa ismus dü e zu den Ausnahmen zählen. Es wi d deshalb un e s ell , daß die Gewe kscha en mi eine Lohn o de ung on 7 U o in die Ve handlungen gehen, um einen Ve handlungsspiel aum on 2 U o zu haben. Wie eine empi ische Un e suchung übe Ta i e handlun- gen de Me allindus ie in de BRD zeigen konn e, können die Gewe k- scha en in de Regel zwischen 60-70 U o ih e An angs o de ungen ealisie en. Diese Be und deu e da au hin, daß de Ve handlungs- spiel aum im Zei ablau nahezu kons an is 23• Es wi d wei e hin da on ausgegangen, daß sich auch die A bei gebe einen solchen Ve handlungsspiel aum on 2 U o siche n wollen und des- halb zunächs nu 3 U o Lohne höhungen anbie en. De Ve lau de Ta ü e handlungen sei dadu ch ausgezeichne , daß be~de G uppen Konzessionen machen und on ih en An angsposi ionen ab ücken. Da beide Pa eien annahmegemäß übe einen gleich g oßen Ve handlungsspiel aum on 2 U o e ügen, we den sich die. G uppen am Ende de Ve handlungen au 5 U o Lohne höhung einigen. Das E gebnis lieg in diesem Falle genau in de Mi e zwischen de An angs- o de ung de Gewe kscha en und dem An angszuges ändnis de 21 Siehe Diag amm 2 im Anhang. 22 H. No h up: The Case o Boulwa ism; in: Labo : Readings on Majo Issues, h sg. on R. A. Les e , New Yo k 1965, S. 397 H. 23 H. Wei b ech : E ek i i ä und Legi imi ä de Ta i au onomie, Be lin 1969, S. 146. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 86 Bemha d Külp A bei gebe . Auch wenn keine eindeu igen empi ischen Un e suchungen übe diese F age o liegen, en sp ich dieses E gebnis he schende Meinung. Unse e Annahmen dü en also du chaus ealis isch sein. Unse Modell is auch geeigne , ein besse es Ve s ändnis ü die Tä igkei de Ta i kommissionen zu gewinnen. In de ö en lichen Dis- kussion wi d ge ade die Ta sache, daß sich die Ta i pa ne in de Mi e e en, zum Anlaß genommen, die Be ech igung de au wendigen und ne enau eibenden Ve handlungen in F age zu s ellen. Wenn die Ta i e handlungen doch s e s dami enden, daß man die an ängliche Di e enz zwischen den Posi ionen beide G uppen halbie , wa um beda es dann übe haup noch Ve handlungen, wa um kann das ohnehin es s ehende E gebnis nich du ch eine Behö de ode au oma- isch e mi el we den? Diese naheliegende Schluß olge ung e schein in de Be ach ungs- weise, die unse Modell nahe leg , o eilig; es is nämlich keines alls selbs e s ändlich, daß die Ta i e handlungen zu diesem E gebnis kommen. Die 50 ° o-Lösung e gab sich nu au g und eine Vielzahl on - keines alls selbs e s ändlichen - Annahmen. Die wich igs e An- nahme in diesem Zusammenhange bes and wohl da in, daß die k i ische Ve handlungsg enze und die S eikbe ei scha on den Pa ne n ich ig eingeschä z wi d und daß beide G uppen einen gleich g oßen Ve - handlungsspiel aum o sehen. Im Hinblick au diese Annahmen läß sich die 50 ° o-Lösung auch so deu en, daß die Ta i pa ne in de Meh - zahl de Fälle ih e Chancen ealis isch einschä zen und die Spiel egeln einhal en, die no wendig sind, um zu einem e izien en Ve handlungs- e gebnis zu gelangen. Die 50 o o-Lösung is auch noch in einem ande en Zusammenhange, de o allem on Schelling he o gehoben wu de, on Bedeu ung 24• Wi müssen da on ausgehen, daß es keinen in de Na u de Sache liegenden ge ech en Lohn gib und daß das Ausmaß eine angemessenen Lohne höhung je nach In e essens andpunk un e schiedlich beu eil wi d. Es lieg deshalb nahe, daß beide G uppen - auch ohne eigene Aussp ache übe diesen Punk - ein E gebnis s illschweigend an- s eue n, das on beiden Sei en ane kann we den kann. Sche ling ha da au au me ksam gemach , daß in de Regel ein ache Fo meln mi g oße Symbolk a und auch o magischem Cha ak e be o zug we den. Es bes eh z. B. eine s illschweigende übe einkun de kämp- enden Pa eien, daß in einem K ieg ein Land mi seine Haup s ad alle, daß eine bed oh e A mee sich äuße s en alls bis zum U e eines Flusses zu ückziehe usw. Die 50 o o-Lösung kann eben alls als eine solche allgemein akzep ie e G enzma ke angesehen we den. 24 T. C. ScheHing: The S a egy o Con lic ; Camb idge (Mass.) 1960. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien IV. Schlich ungse olg du ch Beein lussung des Kommunika ionsp ozesses 87 10. Nachdem wi kla ges ell haben, wie de Einigungsp ozeß de Ta i pa ne im wesen lichen abläu , wenn es keines E,ing ei ens eines Schlich e s beda , wollen wi uns nun den wich igs en Fällen zuwen- den, in denen eine Einigung nu mi Hil e eines Schlich e s e eich we den kann. In de Li e a u bes eh wei gehende Einigkei da übe , daß Schlich- e in dem Maße Ein luß au die Ta i e agspa eien gewinnen kön- nen, wie es ihnen geling , sich in den wechselsei igen Kommunika ions- p ozeß de Pa eien einzuschal en 25• Ein Teil de Kommunika ion e - olg nun - nach Hinzuziehung eines Schlich e s - nich meh au di ek em Wege, sonde n nu noch übe den Schlich e , de au diese Weise in die Lage e se z wi d, In o ma ionen zu ückzuhal en ode abzuände n ode ihnen ein ande es Gewich zu e leihen. Schließlich kann auch die zei liche Reihen olge einzelne In o ma ionen om Schlich e beein luß we den. Diese Hypo hese e schein au den e s en Blick ech plausibel. Gehen wi nochmals om Modell eines a ionalen Ve hal ens beide Pa ne aus. Wi wollen un e s ellen, daß es objek i gesehen eine Komp omißmöglichkei gib , au die sich beide Teile einigen können, daß jedoch die Pa eien dieses E gebnis nich selbs ändig e zielen können, da sie mangels In o ma ionen übe ih e Posi ion nich ich ig un e ich e sind. E hal en die Pa eien nun diese no wendigen In o - ma ionen om Schlich e , so komm es annahmegemäß zu Einigung de beiden G uppen. Abe auch hie ag es sich, wa um ge ade de Schlich e übe solche In o ma ionen e ügen soll, übe die die Pa eien o ensich lich nich e ügen können. Müssen wi nich un e s ellen, daß die Ta i e ags- pa eien in de Regel p äzise e Vo s ellungen übe die Auswi kungen de zu Diskussion s ehenden Al e na .i en haben als de on außen eing ei ende Schlich .e ? Diese Einwand mag im allgemeinen ich ig sein. Die Funk ion des Schlich e s im Rahmen des Kommunika ionsp ozesses wi d auch ga nich sO' seh da in e mu e ., daß de Schlich e neue In o ma ionen ein üh , also den In o ma ionss om e g öße , sonde n ielmeh da in, daß es ihm geling , die Quali ä bes imm e In o ma ionen zu e ände n. Bei de Da s ellung des No mal alles ha en wi be ei s gesehen, daß die Ve handlungsposi ionen de einzelnen Pa eien en scheidend on 25 Siehe z. B. C. M. S e ens: S a egy and Collec i e Ba gaining Nego ia- ions; New Yo k 1963, S. 122 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 94 Be nha d Külp Rep äsen an en, die au das soziale Ansehen inne halb und auße halb de eigenen G uppe ach en müssen. Ob die Ve handlungs üh e zu Zuges ändnissen be ei sind häng u. a. auch da on ab, inwiewei die beabsich ig en Konzessionen als Schwäche ausgeleg we den können. Nun is es siche lich ich ig, daß man diese beiden Fak o en (ma e- ielle Ne o o eil und soziales P es ige) nich imme ein säube lich ennen kann. Au lange Sich gesehen dü en beide Fak o en posi i mi einande ko elie en. Sink nämlich das P es ige eine G uppe, so wi d sich ge ade deshalb die Posi ion bei den zukün igen Ve hand- lungen e schlech e n. Umgekeh gil , daß hohe Ne o o eile das P es ige inne halb de eigenen G uppe anheben. T o z diese Zusam- menhänge können wi jedoch un e s ellen, daß ein Gesich s e lus nich nu deshalb e mieden wi d, weil man be ü ch e , deshalb ma e- ielle Ve lus e hinnehmen zu müssen. Ein Gesich s e lus wi d auch um seine selbs willen e mieden. Nun is es keines alls selbs e s ändlich, daß Konzessionen on de Gegensei e (abe auch on den eigenen Mi gliede n und de in e essie - en Ö en lichkei ) als Schwäche ausgeleg we den. Um dieses P oblem zu klä ep., un e nahmen PodeH und Knapp 1969 ein Simula ionsexpe i- men , bei dem de Ein luß diese P es ige ak o en un e such we den soll e 30 • Es wu de eine Ta i e handlung simulie , bei de es da um ging, Lohne höhungen ü zwei ge enn e A bei sg uppen auszuhan- deln. Die Rolle de Gewe kscha en wu de on S uden en gespiel , wäh end die A bei gebe olle on Assis en en übe nommen wu de, die - ohne Wissen de S uden en - genauen Ins uk ionen des Ve - suchslei e s olg en. Diese Ins uk ionen e olg en den Zweck, siche - zus ellen, daß die Ve handlungen s e s schei e en und daß deshalb die Möglichkei eine Schlich ung e ö ne wu de. Als Schlich e bo sich jeweils de Ve suchslei e an, e wu de s e s on den Ve suchspe sonen akzep ie . De Schlich e eil e den Ve suchspe sonen mi , e hal e es ü zweck- mäßig, daß e nu ü den Lohn de einen A bei e g uppe die Ve - mi lung übe nehme und daß übe den Lohn de ande en A bei e - g uppe nach wie o di ek e handel we den soll e. Ohne Wissen de Ve suchspe sonen sp achen sich de Ve suchslei e und die A bei - gebe e e e (Assis en en) so ab, daß die A bei gebe ü beide Lohn- g uppen ( ü diejenige, übe die di ek e handel wu de, und ü diejenige, in de de Schlich e eine Ve mi lung übe nommen ha e) eine gleichg oße Konzession gegenübe dem le z en Angebo o e ie en. 30 J. E. Poden and W. M. Knapp: The E ec o Media ion on he Pe cei ed Fi mness o he Opponen ; in: The Jou nal o Con lic Resolu ion, 1969, S. 511 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 95 Die Au gabe de Un e suchung bes and nun da in, es zus ellen, ob die beiden Vo schläge, die die gleiche Konzession zum Inhal ha en, abe das eine Mal mi eine Ve mi lung und das ande e Mal ohne eine solche Ve mi lung zus andekamen, on den Ve suchspe sonen un e - schiedlich au genommen wu den. Um diesen Ein luß zu messen, wu den die Ve suchspe sonen wäh end des Spieles meh mals ge ag , wie s a k sie die Posi ion de A bei gebe einschä zen. Das wohl wich igs e E gebnis diese Un e suchung bes and da in, daß die Ve suchspe sonen das Angebo de A bei gebe , das ahne Ve mi lung des Schlich e s zus andekam, als schwäche e an:schlag en als das Angebo , das au G und de Ve mi lung gemach wu de. Paden und Knapp zogen aus diese Un e suchung die Schluß olge- ung, daß ein und dieselbe Konzession bei de Gegensei e einen ge- inge en Eind uck on Schwäche auslös , wenn diese Konzession au G und eine Ve mi lung eines neu alen Schlich e s ausgesp ochen wu de. Ein Schlich e könne also den Ta i pa eien hel en, ih Gesich zu wah en, e age au diesem Wege dazu bei, die Konzessionsbe ei - scha de G uppen zu e g öße n. Padell und Knapp üh en diesen Ein luß au meh e e Fak o en zu ück. Diese un e schiedliche Wi kung eine gleichg oßen Konzession könn e einmal dami zusammenhängen, daß die Ve suchspe sonen das du ch den Schlich e e mi el e Angebo ga nich als ein Angebo de A bei gebe , sonde n als einen sugge ie en Vo schlag des Schlich e s ansahen. Ein zwei e G und ü den E olg des Schlich e s könn e auch da in liegen, daß sich die Ve suchspe sonen au G und des höhe en Ansehens des Ve suchslei e s (P o esso !) gezwungen sahen, seine Au o de ung zu Konzessionen zu olgen, und daß sie on de Vo s el- lung ausgingen, daß die Ve e e de A bei gebe einem ähnlichen D uck un e lagen. Die Ve suchspe sonen wuß en ja nich , daß die A bei gebe nich on S uden en gespiel wu den. Eine d i e mögliche E klä ung sehen Paden und Knapp da in, daß die Ve suchspe sonen den du ch den Schlich e e mi el en Vo schlag be ei s als einen Kom- p omiß ansahen, so daß sie annahmen, die A bei gebe hä en ü diese Lohng uppe ein ge inge es Angebo un e b ei e . 16. Gesich s e lus e können nich nu dadu ch ein e en, daß sich die Pa ne eiwillig be ei inden, Konzessionen zu machen und D ohun- gen zu ückzunehmen. Es kann u. U. als ein besonde s schwe wiegende Gesich s e lus angesehen we den, wenn sich jemand un e And ohung on A bei skamp maßnahmen de Gegensei e zu Konzessionen be ei - inde . Bei unse en bishe igen Übe legungen gingen wi s illschweigend da on aus, daß die Kon lik be ei scha (z. B. die And ohung on OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 96 Be nha d Külp A bei skamp maßnahmen) on sei en de einen Sei e die ande e Sei e konzessionsbe ei mach . En sp echend de Theo ie on Hicks s eig die Konzessionsbe ei scha de A bei gebe in dem Maße an, in dem die A bei nehme zum Kon lik be ei sind 31• De G und ü diese posi i e Ko ela ion zwischen Kon ik be ei scha de einen G uppe und Konzessionsbe ei scha de ande en G uppe is in de Annahme zu sehen, daß die Ta i e agspa eien ih Ve hal en an ih en ma e- iellen In e essen aus ich en. De Zusammenhang wi d e was komplizie e , wenn wi nun die Möglichkei in Be ach ziiehen, daß das Ve hal en de Ta i pa ne auch on P es ige ak o en beein luß wi d. Nun is es keines alls meh selbs e s ändlich, daß de Bed oh e s e s au G und de D ohung nachgib . Es is ielmeh zu be ü ch en, daß die D ohung aus P es ige- g ünden eine Gegend ohung auslös und daß deshalb un e dem Ein luß de D ohung und de Exis enz on Bed ohungsmi eln die Komp omiß- eudigkei zu ückgeh . Genau diese Hypo hese glaub en Deu sch und K auss in einem Simula ionsexpe imen 1960/62 nachweisen zu können 32• In dem Expe imen on Deu sch und K auss ha en je 2 Spiele die Au gabe, Las wagen ah e zu simulie en. Die Las wagen wa en on einem Ausgangso zu einem Bes immungso zu ah en, wobei ü beide Spiele un e schiedliche und in en gegengese z e Rich ung lie- gende Ausgangs- und Bes immungso e o gesehen wa en. Ein Teil de S ecke üh e übe eine gemeinsame S aße, die lediglich eine Fah spu ha e und au de deshalb zu gleichen Zei imme nu ein Spiele ah en konn e. Jede Spiele e üg e noch übe eine ge enn e Auswegs ou e, au de e unbehinde ans Ziel kommen konn e, diese Auswegs ou e wa jedoch bedeu end länge als de no male Weg. Da die Spiele danach en lohn wu den, wie o sie inne halb eine be- s imm en Zei eine Fah aus üh en konn en, ha en sie ein In e esse da an, möglichs wenig die zei aubende Auswegs ou e zu benu zen. Die Belohnung e olg e in Spielgeld. Den Spiele n wu de eingeschä , da au zu ach en, daß sie einen möglichs g oßen Gewinn e zielen, sie soll en nich bes eb sein, ih en eigenen Gewinn am E olg des jewei- ligen Pa ne s zu messen. Die Spiele ha en keine Kommunika ion mi einande , die no' wendigen Spielzüge wu den übe Appa a u en o genommen. Bei einem Teil de Spiele e hiel en de eine ode beide Spiele die Möglichkei , die ku ze S ecke du ch Schließen eines To es ü den ande en Pa ne zu spe en. Die Spe e gal na ü lich nich ü die 31 J. R. Hicks: The Theo y o Wages; a.a.O., S. 136 . 32 M. Deu sch and R. M. K auss: S udies o in e pe sonal ba gaining; in: Jou nal o Con lic Resolu ion, 1962, S. 52 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 97 eigenen Las wagen. Au diese Weise konn e un e such we den, wel- chen Ein luß au Ve lus und E gebnisse de Spiele die Ta sache ha e, daß de eine ode beide Spiele übe die Möglichkei e üg en, das To zu schließen. Das To wu de on den Ve suchslei e n als Be- d ohungsmi el angesehen, so daß unse e F age auch wie olg o mu- lie we den kann: wie e hal en sich die Spiele a) wenn sie übe keine Bed ohungsmi el e ügen, b) wenn lediglich de eine Spiele solche Mi el zu Ve ügung ha und schließlich c) wenn beide Spiele sich gegensei ig bed ohen können. Deu sch und K auss kamen bei ih en Un e suchungen zu olgenden E gebnissen: a) Sowei die Ve suchspe sonen übe Bed ohungsmi el e ügen, machen sie auch da on Geb auch. b) Wenn sich de Bed oh e dem Bed ohe gegenübe nich gene ell un e legen ühl , wi d e die D ohung mi eine Gegend ohung bean wo en und Wide s and leis en. c) Die Exis enz on Bed ohungsmi eln beein äch ig die Komp omiß- be ei scha de Spiele und dami indi ek auch den Spiele olg de einzelnen Ve suchspe sonen. d) De Bed oh e s ell sich ma e iell besse , wenn e übe keine Bed ohungsmi el e üg und sich somi den Wünschen des Bed ohe s un e wi . - Vo allem dieses le z e E geb- nis ha übe asch , wide sp ich es doch de he schenden Meinung, nach de sich de po en iell Bed oh e am bes en dadu ch schü zen kann, daß e sich selbs eine Bed ohungsmach au b,au . 17. Was bedeu en diese Un e suchungen ü das P oblem de Schlich- ung? Die Gül igkei diese E gebnisse o ausgese z , müß e man den Schluß ziehen, daß eine Einigung zwischen den Ta i e agspa eien du ch Exis enz und Anwendung on A bei skamp maßnahmen e - schwe wi d. Das hä e gleichzei ig zu Folge, daß übe die Ein üh ung on Schlich ungsins anzen die Chance ü eine Einigung e g öße we den könn e. Bes eh ein Schlich ungsabkommen, so wissen die Ta i - pa ne , daß auch ein Schei e n de Ta i e handlungen nich au o- ma isch zum o enen A bei skamp üh , die Ta i pa ne haben also in diesem Falle nich un e unmi elba e Bed ohung zu e handeln. Die Un e suchungen on Deu sch und K auss weisen au die Möglich- kei hin, daß die bloße Exis enz on Schlich ungsabkommen die Ge ah on A bei skämp en e inge . Nun wide sp ich dieses E gebnis ekla an den Annahmen, die im Rahmen as alle Theo ien de Kollek i e handlungen gemach we - den. Die sons ech un e schiedlichen Theo ien sind sich as alle da in einig, daß ge ade die Möglichkei des A bei skamp es übe haup e s die Chance ü ein übe einkommen zwischen A bei gebe n und A bei nehme n e ö ne l'3. Man gib zwa zu, daß die Ta i pa ne 33 Eine Ausnahme mach C. M. S e ens: Is Compulso y A bi a ion compa- ible wi h ba gaining?, in: Indus ial Rela ions, Vol. 6, 1966, S. 38 . 7 Sch i en d. Ve eins . Socialpoli ik 64 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 98 Be nha d Külp p inzipiell auch du ch Tauschgeschä e (P inzip des: do u des) zu Kon- zessionen be ei sein können, daß diese Möglichkei en jedoch au dem A bei sma k äuße s besch änk sind und daß deshalb mi eine Kon- zession g öße en Ausmaßes nu un e dem Ein luß on Bed ohungen ge echne we den kann 3 '. Die E gebnisse de Un e suchungen on Deu sch und K auss wide - sp echen auch gewissen E ah ungen, die in de BRD mi de Schlich- ung gewonnen wu den. Bei eine Meinungsbe agung, die de Ve - asse zu Beginn de 60e Jah e in einzelnen A bei gebe e bänden du ch üh e, wu de be on , daß ge ade die Schlich ungsau oma ik den Willen de Pa ei zu Einigung lähme. Man wisse, daß ein Schei e n de Ta i e handlungen nich unmi elba zum A bei skamp üh e, und man sei deshalb auch nich be ei , e ns ha e Komp omisse zu schließen. 18. These s eh somi gegen These. Es beda eine eingehenden übe p ü ung de Modellannahmen, die dem Expe imen on Deu sch und K auss zug undelagen. In de Ta gab dieses Expe imen Anlaß zu eine Vielzahl ähnliche Un e suchungen und zu eine he igen K i ik an den Modellannahmen dieses Expe imen es. Diese Un e - suchungen und Diskussionen, die o allem on Bo ah, Shome , GaUo. Kelley und ande en gemach bzw. ge üh wu den, kamen u. a. zu olgenden E gebnissen: a) es wu de o allem on Kelley bezwei el , ob die Ein üh ung on To en in das Spiel gleichbedeu end mi de Ein üh ung on Bed ohungsmi eln is S5 • Es wu de da au hingewiesen, daß To e auch ü ande e Zwecke (z. B. zum Zwecke de In o ma ion) eingese z we den können und daß auch die Spiele, in denen keine To e o gesehen wa en, übe D uckmi el e üg en. So können z. B. be ei s die Züge, die die einzelnen im Ve lau e des Spieles zu e g ei en haben, als D uckmi el eingese z we den. Mi ande en Wo en: KeUey bezwei el , ob sich du ch die Ein üh ung de To e die We bewe bs- si ua ion wesen lich e ände ha . b) Wei e hin wu de angenommen, daß Deu sch und K auss nu deshalb zu diesem E gebnissen kommen konn en, weil sie den Spiele n die Möglichkei eines al e na i en Weges ein äum en. Vo allem Shome konn e zeigen, daß sich in den Spielen, in denen solche Al e na i en ehl en, in denen also ein Zwang zu Komp omissen bes and, die E - gebnisse des Spieles nich wesen lich danach un e schieden, ob die Spiele übe To e e üg en ode nich 36 • 34 B. Külp: Lohnbildung ... ; a.a.O., S. 180 . 35 H. H. KeZley: Expe imen al S udies o Th ea s in In e pe sonal Nego- ia ions; in: Jou nal o Con lic Resolu ion, 1965, S. 79 . 36 Siehe hie zu H. H. KeZley.: Expe imen al S udies ... ; a.a.O., S. 88 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 99 c) Es wu de auch die F age übe p ü , ob das Aushändigen on Spiel- geld a sächlich aus eichend An eiz au die einzelnen Spiele ausübe. Um diese F age zu bean wo en, ließ Gallo in einem Kon ollspiel Ve suchspe sonen mi ech em Geld spielen 87• Es el'gab sich, daß die Spiele mi ech em Geld höhe e Spielgewinne e b ach en, so daß de e en uell nega i e E ek de Exis enz on Bed ohungsmi eln übe - kompensie we den konn e. Man zog aus diesen Un e suchungen den Schluß, daß bei genügend s a kem Ansp echen de ma e iellen In e - essen die Be ei scha zu Koope a ion ,g oß sei. d) Um die Bedeu ung des P es iges s ä ke he o zuheben, e glich Bo ah Spiele, die zwischen Ve suchspe sonen du chge üh wu den, die sich als gleichwe ig hiel en, mi ande en Spielen, in denen sich die Ve suchspe sonen gegenübe ih en Mi spiele n als un e legen ühlen muß en 38• Den Spiele n (S uden en) wu de jeweils mi ge eil , daß ih Spielpa ne sie ge inge einschä ze als sich selbs . Ausgewähl wu den nu Ve suchspe sonen, die das no male Uni e si ä sp og amm nich absol ie en konn en und deshalb auch in de Reali ä on den üb igen S uden en als un e legen angesehen wu den. Die Sugges ion de Un e - legenhei gegenübe dem Mi spiele n konn e na ü lich nu dadu ch beiden Pa ne n e olg eich gegeben we den, daß sich die Spiele wäh end des Spieles selbs nich sahen. Es zeig e sich, daß das Ge ühl de Un e legenhei die Spiele dazu e anlaß e, in s ä ke em Maße, als das die Kon ollspiele (die sich als gleichwe ig emp anden) a en, zu den Mi eln des D ucks und des Gegend ucks zu g ei en. 19. Welche Folge ungen lassen sich aus diesen Un e suchungen ü den E olg eine Schlich ung ziehen? Wi können e s ens un e s ellen, daß die Ta i e handlungen einem Spiel gleichen, bei dem die Pa ne übe keine al e na i en Wege e ügen, so daß die Si ua ion sie zu einem Komp omiß zwing . Die Un e suchungen legen nahe, daß in eine solchen Si ua ion auch die Exis enz on D uckmi eln die Kom- p omißbe ei scha de Pa ne im allgemeinen nich ge äh de . Wi können zwei ens da on ausgehen, daß in den Ta i e handlungen in alle e s e Linie um ma e ielle In e essen gekämp wi d. Auch diese Ta bes and un e s ü z - wie die Un e suchungen gezeig haben - den Koope a ionswillen de Be eilig en. Alle dings müssen in diesem Zusammenhang einige Einsch änkungen gemach we den. Die Ta sache, daß die Ve handlungen on Rep äsen an en ge üh we den und daß die Tä igkei ü den Ve band zu einem selbs ändischen Be u mi 37 P. S. Gallo: The E ec s o Di e en Mo i a ional O ien aUons in a Mixed Mo i e Game; Doc o al hesis, Los Angeles 1963. 38 L. A. Bo ah: The E ec s o Th ea in Ba gaining, C i ical and Expe i- men al Analysis: in: Jou nal o Abno mal and Social Psychology, 1963, S. 33 . 7· OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 100 Be nha d Külp eigens ändigen Zielen gewo den is , dü e dahingehend wi ken, daß das Ve hal en de Rep äsen an en bei den Ve handlungen auch en - scheidend du ch die jeweilige Posi ion inne halb de eigenen G uppe gep äg wi d und daß au diese Weise die Ri ali ä zwischen den G up- pen e s ä k wi d. In diesem Zusammenhang dü e ein E gebnis eine noch nich e - ö en lich en Un e suchung übe den Ein luß de Schlich ung au das Ve hal en de Ta i pa ne on In e esse sein 39• Die Be ag en - so- wohl die Beisi ze wie auch die neu alen Schlich e - wa en as ein- mü ig de Meinung, daß de E olg de Schlich ung in F age ges ell sei, wenn wäh end de Schlich ungs e handlungen zu A bei skamp - maßnahmen geg i en wü de. Daß die Beisi ze aus den A bei gebe - e bänden diese Meinung e a en, übe asch nich , da die G uppe de A bei gebe im allgemeinen on A bei skamp maßnahmen nega i be o en wi d. Von g öße em In e esse is die Hal ung de A bei - nehme e e e und de neu alen Schlich e . O ensich lich sind beide G uppen da on übe zeug , daß die Anwendung on D uckmi eln die Komp omißbe ei scha e inge und nich e s ä k . Vielleich lassen sich diese E gebnisse - zusammen mi den oben genann en Un e suchungen -so deu en, daß das Vo handensein on D uckmi eln zwa eine condi io sine qua non da ü is , daß die Ta i - pa ne übe haup zu einem Komp omiß be ei sind, daß abe das o ene Aussp echen on D ohungen -also die Anwendung de D uck- mi el -.-..:. die Bed oh en aus P es igeg ünden e anlaß , mi eine e - s ei en Hal ung zu eagie en. Die Au gabe des Schlich e s bes ünde in diesem Falle da in, den P es ige e lus abzu angen, den einmal de Bed ohende e leide , wenn e seine D ohung zu ücknimm , den zum ande n de Bed oh e e leide , wenn e o z an ängliche Bed ohung nich mi eine Gegend ohung ode mi Wide s and eagie . 20. Ein Gesich s e lus kann sich nich nu dann e geben, wenn on Ve sp echungen und D ohungen abge ück und wenn au D ohungen nich mi Wide s and gean wo e wi d, sonde n auch dann, wenn sich die eigene G uppe zu g öße en Konzessionen be ei inde als die Gegen- g uppe. Nehmen wi nochmals das Beispiel, daß die k i ische Ve handlungs- g enze de A bei gebe bei 5 % liege, daß die Gewe kscha en jedoch mi eine G enze on 6 % echne en und deshalb - um einen Ve hand- lungsspiel aum on 2 % zu haben - mi eine Lohn o de ung on 8 U o in die Ve handlungen gingen. Bei unse em bishe igen Beispiel ha en wi un e s ell : die A bei gebe legen die 8 O oige Lohn o de ung 39 Noch nich e ö en lich e Meinungsbe agung, om Ve asse 1970 du chge üh . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 101 de Gewe kscha en zu Beginn de Ve handlungen so aus, daß die Gewe kscha en einen Ve handlungsspiel aum on 3 % (8 % -3 % = 5 0/0) ans eb en; die A bei gebe ges ehen deshalb - um sich einen gleichg oßen Ve handlungsspiel aum zu siche n -lediglich eine Lohn- e höhung on 2 % (5 % -3 % = 20/0) zu Beginn de Ve handlungen zu. Wi ha en damals diese Annahme bewuß so gewähl , daß beide Pa ne übe eine gleichg oße Manö ie masse e ügen, so daß sich nich aus einem un e schiedlichen Ve handlungsspiel aum wei e e Schwie igkei en e geben. Wi müssen jedoch un e s ellen, daß die A bei gebe au die 8 O/oige Lohn o de ung auch ande s eagie en können, bisweilen auch ande s eagie en. So können z. B. die A bei gebe bei ih em adi ionellen Angebo on 3 % e bleiben, um dami gegenübe den Gewe kscha en zu demons ie en, daß sich wede ih e k i ische Ve handlungsg enze on 5 % noch die Spiel egeln e ände haben, nach denen sich bishe beide Pa ne mi einem Ve handlungsspiel aum on 2 % zu ieden gaben. Nun e geben sich olgende zusä zliche Schwie igkei en: Wollen die Gewe kscha en den Ve handlungsspiel aum oll ausschöp en, so müs- sen sie im Ve lau de Ve handlungen Konzessionen in Höhe on 30 /0 machen, wäh end die A bei gebe lediglich um 2 % on den an äng- lichen Posi ionen zu ücks ecken müssen. Abe ge ade diese Ta sache kann zu Komplika ionen üh en, da das g öße e Nachgeben de Ge- we kscha en als Schwäche ausgeleg we den kann. Die Ve handlungen kommen hie ins S ocken, weil au G und de an änglichen Fehlein- schä zung de Gewe kscha en ungleich g oße Konzessionen zwischen den Pa ne n no wendig we den. Kann in eine solchen Si ua ion de Schlich e mi E olg ä ig we - den? So wie die Dinge liegen, kann auch de bes e Schlich e die Si ua- ion nich dadu ch ände n, daß beiden Pa ne n gleich g oße Konzes- sionen ab e lang we den. T o zdem sind gewisse E olgsaussich en gegeben, da die Gewe kscha en du chaus ein ma e ielles In e esse an diesem ungleichen Sch i haben und sich nu aus P es igeg ünden nich zu diesem Sch i be ei inden können. Es komm nun da au an, ob de Schlich e eine Fo mel inde , nach de de ac o ein ungleiche Sch i ge an wi d, de abe nach außen hin -also op isch - nich als solche bewe e wi d. Wi haben hie einen de sel enen Fälle, in denen de Schlich e nu dann e olg eich is , wenn e p oduk i ä ig wi d, wenn e also eine Lösung o schläg , die bishe noch nich im Gesp äch Wa . Eine solche Lösung bes ände z. B. da in, daß den Ge- we kscha en zwa eine 6 O/oige Lohne höhung zuges anden wü de, daß de Ta i e ag abe nich wie bishe au 1 J ab , sonde n e wa au 11/2 Jah abgescl1lossen wü de. Die Gewe kscha en hä en nach OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 102 Be nha d Külp außen hin ih Gesich gewah - beide G uppen hä en Konzessionen in Höhe on 3010 gemacll - die Kos enbelas ung de A bei gebe wä e jedoch auch nich höhe , als wenn eine 5 O oige Lohne höhung mi nu einjäh ige F is besclllossen wo den wä e. Abe wa um konn en die Ta i pa ne eine solche Lösung nich selbs ohne Hinzuziehung eines neu alen Schlich e s inden? Die Möglichkei als solche bes eh siche lich. T o zdem dü en die E olgsaussich en eines Schlich e s e was g öße sein, da - wie oben gezeig - ein und de selbe Vo schlag - du ch Ve mi lung eines Neu alen un e b ei e - ge inge e Schwäche signalisie , als wenn e unmi elba dem Pa ne o ge agen wi d. 21. Die Komplika ionen au G und ungleiche Konzessionen können sich üb igens nich nu dann e geben, wenn die Pa ne die Posi ion de Gegensei e übe schä z ha en. Auch eine zu pessimis ische E wa - ung kann die Ta i e handlungen zum S ocken b ingen und eine Schlich ung no wendig machen. Diese These mag zunächs e wunde n. Leg man die Theo ie on Hicks zug unde, so is nu dann mi einem S eik zu echnen, wenn die Gewe kscha en die k i ische Ve handlungsg enze de A bei gebe zu hoch eingeschä z haben. Un e schä zen die Gewe kscha en die k i- ische Ve handlungsg enze, so müß en - en sp echend de Theo ie on Hicks - die Ve handlungen zu einem e olg eichen Ende üh en. Ob- wohl die A bei gebe z. B. eine Ve handlungsg enze on 5 O o haben, geben sich die Gewe kscha en mi eine 4 O oigen Lohne höhung be ei s zu ieden. Diese übe legungen gel en jedoch nu dann, wenn wi alle P es ige- p obleme ausklamme n. Un e s ellen wi , die Gewe ksclla en hä en zu Beginn de Ve handlungen (4 O o konjek u ale Ve handlungsg enze + 2 O o Ve handlungsspiel aum =) 6 O o ge o de , wäh end die A bei - gebe (5 010 a sächliche Ve handlungsg enze -2010 Ve handlungsspiel- aum =) 3010 zuges anden hä en. Im Ve lau e de Ve handlungen könn en die Gewe kscha en es s ellen, daß sie die Posi ion de Gegen- sei e zu s a k eingeschä z ha en. Sie we den also ih e u sp üngliche Meinung übe die k i ische Ve handlungsg enze de A bei gebe ko - igie en. Sie we den nun ealis isch mi eine G enze on 5010 echnen. Das bedeu e jedoch, daß die Gewe kscha en wäh end de Ve hand- lungen nu nocll Konzessionen in Höhe on 1 O o machen können. Gleichzei ig e wa en sie jedoch, daß die A bei gebe nach wie o wei e e 2 0/0 zuges ehen. Auch hie e gib sich also die Lage, daß on dem einen Pa ne g öße e Zuges ändnisse e wa e we den als om ande n Pa ne . Auch in diese Si ua ion kann ein Sclllich e e olg- ei<;:h ä ig we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01 Ein luß de Schlich ung au die Ta i e agspa eien 103 Dieses Beispiel weis au eine wei e e Funk ion de Ta i e hand- lungen hin. Ge ade weil die einzelnen Pa ne zu Beginn de Ve hand- lungen übe die Posi ion de Gegensei e noch im unkla en sind, is auch ih e eigene k i ische Ve handlungsg enze zu diesem Zei punk noch nich ixie . Eine Au gabe de Ve handlungen bes eh also auch da in, daß sich die Pa ne im gemeinsamen Gesp äch übe ih e eigenen Posi ionen kla we den. Bei eine Meinungsbe agung, die de Ve - asse An ang de 6De Jah e bei einigen A bei gebe e bänden de BRD du ch üh e, wu de ihm bes ä ig , daß die A bei gebe g uppen zumeis nich mi e igen Konzep ionen in die Ve handlungen gehen. Auch die eigene Posi ion wi d im Ve lau e des Gesp ächs mögliche ·· weise ko igie 4o • 22. Unse e beiden o he gehenden Fälle üh en zu. einem P oblem des Gesich s e lus es, weil die Pa ne o de No wendigkei s anden, quan i a i ungleiche Konzessionen zu machen. Auch quali a i e Mo- men e können einen Gesich s e lus he bei üh en. Die Pa ne begin- nen die Ve handlungen mi ex emen Posi ionen und nähe n sich in de Regel im Ve lau de Ve handlungen eine gemeinsamen mi le en Posi ion. Diese Komp omiß kann jedoch nich meh mi denselben A gumen en beg ünde we den, die zu Rech e igung de an änglich. ex emen Posi ionen ange üh wu den. Es wi d ielmeh ü beide Pa ne no wendig, einen Teil de A gumen e de Gegensei e zu übe - nehmen und mi diesen A gumen en die Komp omisse o den eigenen Mi gliede n zu e eidigen. Diese A gumen enaus ausch b ing jedoch die Ge ah mi sich, daß die Ve handlungs üh e ih en eigenen Mi gliede n gegenübe einen Gesich s e lus e leiden und daß man ihnen o wi , sie hä en die Posi ion de Gegensei e übe nom nen und die eigene Sache e a en. In diese Si ua ion kann de Schlich e eine en scheidende Rolle spielen. Wenn die Gesp ächspa ne die sich abzeichnenden Komp o- misse nich e wa deshalb ablehnen, weil sie die E gebnisse ü un ag- ba hal en, sonde n nu deshalb, weil sie keinen Weg sehen, diese E - gebnisse o ih en Mi gliede n mi A gumen en. de Gegensei e zu e eidigen, kann de Schlich e die Rolle eines Bli zablei e s übe .., nehmen. Auch hie muß dami ge echne we den, daß ein und dasselbe A gumen on den Mi gliede n un e schiedlich au genommen wi d je nachdem, ob dieses A gumen on einem neu alen Schlich e ode on de Gegensei e übe nommen wu de. Dieses Beispiel weis au eine wei e e Funk ion de Ta i e handlungen: au den gegensei igen Aus- ausch des A gumen enhaushal es. 40 B. Külp: Lohnbildung : .. ; a.a.O., S. 171 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/978-3-428-42549-5 | Gene a ed on 2023-01-16 13:00:01