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Die Bedeutung der Indifferenzkurvenanalyse für die ökonomische Theorie

Abstract

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Die Bedeutung der Indifferenzkurvenanalyse für die ökonomische Theorie

Author: Eckel, Dieter
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1971
DOI: 10.3790/schm.91.4.447
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291252/1/schm.091.4.447.pdf
Eckel, Die e
A icle
Die Bedeu ung de Indi e enzku enanalyse ü die
ökonomische Theo ie
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Eckel, Die e (1971) : Die Bedeu ung de Indi e enzku enanalyse ü die
ökonomische Theo ie, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN
0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 91, Iss. 4, pp. 447-459,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.447
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291252
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Li e a u
Die Bedeu ung de Indi e enzku enanalyse
ü die Ökonomisehe Theo ie
Beme kungen zu dem Au sa z on K. G. Zinn*
Da de Analyse ökonomische Zusammenhänge mi els Indi e enz-
ku en in de Wi scha s heo ie eine g undlegende Bedeu ung zu-
komm , e schein es no wendig, sich mi de on Zinn o mulie en
massi en K i ik gegenübe dem Aussagewe de Indi e enzku en-
analyse auseinande zuse zen.
Die Indi e enzku en s ellen eine spezielle G uppe jene Iso-Ni-
eau-Funk ionen da , on denen es e schiedene gib . Neben den zu
Diskussion s ehenden Iso-Nu zen-Funk ionen sind es o allem die
Iso-Gewinn-Funk ionen, die Iso-P oduk -Ku en und die Iso-Ausgaben-
Funk ionen, die in de ökonomischen Theo ie eine bedeu ende Rolle
spielen. In eg ie man in die ökonomische Theo ie (neben dem Ein-
luß psychologische , echnische und mone ä e Fak o en) auch den
Ein luß soziologische und biologische Fak o en, so kann man u. a.
auch on Iso-Mach -Funk ionen und on Iso-Kalo ien-Funk ionen sp e-
chen .
Alle diese Funk ionen e üllen nu einen bes imm en Zweck: Sie
dienen de T anspa enzgewinnung in einem bes imm en En schei-
dungsbe eich1. Da jede T anspa enzgewinnung om wissenscha lichen
S andpunk aus o eilha is , kann eine K i ik an de Ve wendung
solche Funk ionen o allem in zwei Punk en anse zen:
1. bei de F age, ob man solche Indi e enzku en gewinnen kann.
In diesem Zusammenhang is zu beme ken, daß eine Iso-Ni eau-
Funk ion schon dann exis ie , wenn zwei Punk e diese Funk ion
* Ka l Geo g Zinn: Die Einsch änkung on Indi e enzbe eichen du ch soziale
Subs i u ionsg enzen. Schm. Jb., 90. Jg. (1970), S. 303 .
1 Das beinhal e meh , als Zinn zu Ve eidigung eine P ä e enzeno dnung gel-
en läß , wenn e sag : man mag „en gegenhal en, daß die ... Indi e enzku en-
schema a . .. nu zu Demons a ion on p inzipiellen Zusammenhängen dienen . ..
De sugges i e Cha ak e solche Demons a ion ... wi d du ch solche Einwände
jedoch nich besei ig " (Zinn: a.a.O., S. 313/314).
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448 Li e a u
exis ie en. Dabei is es unwich ig, ob die Funk ion nu ü diese
beiden Punk e de e minie is ode ob ein Indi iduum die Exi-
s enz on nu zwei solchen Punk en nachweis , ohne aus i gendwie
bes imm en Zweckmäßigkei sübe legungen nach wei e en Punk en
zu agen. Wei e hin is es unwich ig, ob wenige Punk e mi glei-
chem Ziel- ode Mi elni eau s e ig e knüp sind ode nich -
s e ig.
2. bei de F age, ob die Gewinnung eine Iso-Ni eau-Funk ion Hand-
lungs ele anz besi z .
Bei spon anem Ve hal en wi d ein bes imm e Ak ionspa ame e
un e Ausschal ung eines a ionalen En scheidungskalküls gese z ,
somi is eine ( a ional bes imm e) P ä e enzo dnung übe lüssig2.
Wi d es in olge de Bes immung eines op imalen T anspa enzg a-
des als o eilha ode als no wendig angesehen, eine En schei-
dung ohne o he ige Bes immung de P ä e enzeno dnung des
En scheidungsbe eiches zu e en, so wi d man ähnlich wie bei de
En scheidung au G und eine konjek u alen P eis-Absa z-Funk-
ion on meh ode wenige siche e wa e en Iso-Ni eau-Funk io-
nen ausgehen. Je nach dem G ad de E wa ungse üllung üh de
Le np ozeß zu eine Ko ek u de P ä e enzeno dnung.
Bei einem Ve hal en au G und eines e wa e en Ve lau s on
Iso-Ni eau-Funk ionen wi d also ebenso wie bei dem Ve hal en au
G und siche bekann e Funk ionen das a ionale Ve hal en e -
leich e . Dies deswegen, weil mi eine solchen O dnung bes imm-
e G ößen, als E gebnis eines Kausalp ozesses mi einem ode mi
meh e en Kausal ak o en, die En scheidungseinhei eindeu ig en -
sp echend de exis ie enden P ä e enzeno dnung en scheiden kann,
ob zwischen zwei e schiedenen G ößen Gleichhei ode Ungleich-
hei — ode , bezüglich de Bewe ung, P ä e enz ode Indi e-
enz bes eh 3.
2 Bezeichne man e wa dann eine Kau en scheidung als spon an, wenn sie ü ein
spezielles Konsumgu e olg , ohne daß al e na i e Gü e quali ä en be ach e we -
den und ohne daß de P eis des ausgewähl en Konsumgu es beach e und die P eise
de al e na i en Konsumgü e be ücksich ig we den, so d ück sich in diese spon-
anen En scheidung auch eine P ä e enz — eben ü das du ch die spon ane En -
scheidung ausgewähl e Gu — aus; abe es exis ie keine P ä e enzeno dnung.
Hie on muß jene Fall eine spon anen P ä e enzeno dnung un e schieden we den,
die sich on eine a ionalen P ä e enzeno dnung dadu ch un e scheide , daß le z-
e e die Konsequenz eines bekann en U sache-Wi kungs-Ve häl nisses is .
3 Schmi -Rink e such , die Un e eilung in P ä e enz und Indi e enz du ch den
Zus and de Ambi alenz zu e gänzen, de sich dadu ch auszeichne , „daß das In-
di iduum gewissen Al e na i en unen schieden, unen schlossen gegenübe s eh "
(Ge ha d Schmi -Rink: P ä e enz, Indi e enz und Ambi alenz. Übe al e na i e
In e p e a ionen eine schwachen O dnung on P ä e enzsys emen. Jb. . Na . u.
S a ., Bd. 182 [1968/69], S. 233). —In ähnliche Weise a gumen ie Hicks bei de E -
klä ung des P eises als G enzbewe ung. „Angenommen, es wi d ... ein Gu e -
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Li e a u 449
Die En wicklung einzelne Indi e enzlinien ode eines P ä e enzen-
eldes wi d wei gehend on E ah ungen und den subjek i en Eigen-
hei en des Indi iduums bes imm . Die Annahme on E ich Schneide ,
daß die s e ig gek ümm e Indi e enzlinie aus de E ah ung esul-
ie e, s ell siche nu eine Möglichkei de indi iduellen E ah ung
und E ah ungsauswe ung da 4.
Ih lieg die indi idualpsychologische Annahme zug unde, daß ein
Indi iduum bei beliebig einen ma ginalen Ve ände ungen Reizände-
ungen wah nimm und da aus esul ie ende Reak ionen bei abneh-
mende G enz a e de Subs i u ion ealisie .
Be ach e man die Funk ion de P ä e enzeno dnung un e Be-
ücksich igung on Fühlba kei sschwellen und Reak ionsschwellen e -
ügba ; und zwa nehmen wi an, daß .. . zunächs nu eine Einhei dieses ...
Gu es angebo en wi d. Wi d de Konsumen gewill sein, diese eine Einhei zu
kau en? Das wi d o ensich lich om P eis abhängen. Wenn de P eis zu hoch is ,
wi d e nich kau en; wenn e seh nied ig is , wi d e begie ig kau en. Es wi d
einen bes imm en P eis geben, de die hohen P eise, bei denen e nich kau , on
den nied igen P eisen, bei denen e kau , enn — den P eis, bei dem e ge ade
schwank " (John Richa d Hicks: Die ie A en de Konsumen en en e. In: E ich
und Monika S eissle (H sg.): Konsum und Nach age. Köln, Be lin 1966. S. 188.
Übe se z aus: Re iew o Economic S udies, Bd. 11 [1943]). Unabhängig da on, wie
man das Zöge n bei de En scheidung zwischen meh e en Al e na i en umsch eib ,
man wi d s e s da on ausgehen können, daß es du ch ehlende T anspa enz bewi k
wi d. Die Unen schlossenhei und das Schwanken o de En scheidung üh also
en wede — als Denkpause e s anden — zu eine Ve besse ung des T anspa enz-
g ades, zu eine spon anen En scheidung ode zu de Fes legung de subjek i en
E wa ung bezüglich P ä e enz ode Indi e enz. Die Ambi alenz s ell also ledig-
lich eine bes imm e Si ua ion o de bewe enden En scheidung da und keine zu-
sä zliche Fo m de Bewe ung neben Indi e enz und P ä e enz. — Sobald Zinn
zuläß , daß ein Indi iduum einen Punk au de Indi e enzku e p ä e ie , kann
e bei Be ücksich igung de Logik nich meh on Indi e enz sp echen. Die Wahl
eine Gü e kombina ion aus meh e en gleichwe igen da also nich zum P oblem
e hoben we den. Wenn „ein Indi iduum eiwillig nich jeden, sonde n nu einen
bes imm en Punk au eine Indi e enzlinie wähl (S. 324/325), so lieg eben keine
Indi e enz o . — Wenn man eine Indi e enzku e ehle ha o mulie , kann
man aus den da aus sich e gebenden unangenehmen Konsequenzen nich die In-
di e enzku e e an wo lich machen. — Zu ande en E gebnissen komm man al-
le dings, wenn man meh e e Iso-Ni eau-Funk ionen ha , die nach un e schiedlichen
Bezugspunk en o mulie wu den. Siehe hie zu: Die e Eckel: De Gi en-Fall:
Eine Hypo hese zu E klä ung des ano malen Nach age e hal ens. Z. . d. ges.
S aa sw., Bd. 127 (1971).
4 „Die E ah ung leh nun, daß die Menge des Gu es N . 2, die man au geben
muß, um eine E höhung de Menge des Gu es N . 1 um eine Einhei ohne Än-
de ung des Ophelimi ä sindex zu kompensie en, um so kleine is , je
meh man on dem Gu N . 1 be ei s besi z ." (E ich Schneide : Ein üh ung in die
Wi scha s heo ie. II. Teil, Wi sdia spläne und wi scha liches Gleichgewich in
de Ve keh swi scha . 10. Au l. Tübingen 1965. S. 15.) Hie aus kann man abe
siche nich mi J. Heinz Mülle olge n, daß bei eine abnehmenden G enz a e de
Subs i u ion „sich eine o lau ende E schwe ung de Subs i u ion" e gib , da das
Gu , das subs i uie , e en uell leich e bescha we den kann als das subs i uie e
Gu (J. Heinz Mülle : P oduk ions heo ie. In: We ne Eh liche u. a. [H sg.]: Kom-
pendium de Volkswi scha sleh e, Bd. 1, 2. Au l. Gö ingen 1969. S. 83).
20 Schmolle s Jah buch 91,4
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was allgemeine , so lassen sich olgende Aussagen machen: Die „Dich-
e"5 eine P ä e enzeno dnung und ih e Ausdehnung wi d on de
einzelnen En scheidungseinhei nach Zweckmäßigkei sgesich spunk en
ixie , die in den einzelnen En scheidungs ällen siche uneinhei lich
sind. So wi d die Ausdehnung des P ä e enz eldes da on bes imm ,
welche Vo s ellung das En schieidungs&ubjek on de ak uellen Rele-
anz eines Feldbe eiches ha . Bes ehen hie übe seh genaue Vo s el-
lungen, so is de op imale T anspa enzg ad bei Beach ung nu dieses
Teiles gewäh leis e . Es is also keine olls ändige O dnung alle Gü-
e kombina ionen nö ig, es eich e en uell aus, wenn das en scheiden-
de Indi iduum on de Bilanzge aden ausgehend jene Gü e kombina-
ion au de Bilanzge ade auswähl , die es p ä e ie 6.
Die „Dich e" de P ä e enzeno dnung, also die G öße de Sp ünge
zwischen zwei benachba en Punk en des P ä e enzen eldes, wi d,
auße du ch solche in o ma ionsop imale Übe legungen, auch on indi-
idualpsychologischen Fak o en, wie e wa den indi iduell e schiede-
denen Fühlba kei sschwellen ode Reak ion&schwellen7, bes imm 8.
Bie ücksich ig man sie, so is de Ve lau de sich aus zwei Ge aden-
s ücken zusammengese z en Indi e enzlinien
A1
—
B1
—
C1
in Abb. 1
du chaus plausibel. Is de Ve lau du ch Fühlba kei sschwellen be-
wi k , so d ück e aus, daß die Abnahme de G enz a e de Subs i-
u ion uckweise nach bes imm en In e allen e olg , de en G öße
di e ie en kann. Is de Ve lau de geknick en Indi e enzlinie da-
5 Die Dich e eine P ä e enzeno dnung kann in zwei Aspek e au gespal en we -
den: in die Dich e de ele an en Kombina ionen au eine Indi e enzlinie und in
die Dich e de einzelnen Indi e enzlinien zueinande .
6 Wenn das en scheidende Indi iduum on eine un e ände lichen Ausgaben-
summe ausgeh , is dies siche de ein achs e Weg. In diese Si ua ion wi d sich ein
Indi iduum jedoch nu sel en be inden. Man wi d also da on ausgehen können, daß
die Ausgabensumme in bes imm en G enzen auch du ch die Gü e quali ä en mi -
bes imm wi d. Eine Fixie ung de Ausgabensumme ohne Be ücksich igung de Gü-
e quali ä en e schein mi einem a ionalen Konsum e hal en nich zu e einba en.
In diesem Fall is jedoch die Kenn nis eines g öße en Teils des P ä e enzen eldes
no wendig. Da übe hinaus kann es — ü spä e e Einnahmen- und Ausgabenpla-
nungen e wa — du chaus a ional sein, eine g obe Kenn nis übe einen noch um-
ang eiche en Teil de P ä e enzeno dnung zu besi zen.
7 Die Reak ionsschwellen können indi idualpsychologisch als T äghei smomen
e s anden we den, sie können abe auch das E gebnis a ionale Übe legungen sein.
8 In diesem Zusammenhang spiel es eine g oße Rolle, ob die om Ma k ge-
lie e en In o ma ionen übe die Quali ä sme kmale de angebo enen Gü e übe -
haup eine indi iduelle O dnung de P ä e enzen als sinn oll e scheinen lassen. Ein
nied ige In o ma ionsg ad übe die zu kau enden Gü e läß es als wenig a ional
e scheinen, (mi Mühe) nich — ode ungenau — bekann e Quali ä en zu o dnen.
Vielleich messen aus diesem G und manche Ökonomen bei de wi scha s heo e i-
schen Analyse de Quali ä eines Gu es ga keine ode eine un e geo dne e Bedeu-
ung bei. So z. B.: E ich S eissle : Wesen und Inhal ökonomische Gese zmäßig-
kei en. F eibu ge Dies Uni e si a is, Bd. 12 (1964/65), S. 98. — Ka l B and : Ein-
üh ung in die Volkswi scha sleh e. Eine Vo lesung zum Ve s ändnis wi scha -
liche Zusammenhänge. F eibu g 1970. S. 115.
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Li e a u 451
gegen das Resul a on Reak ionsschwellen, so d ück die Linea i ä
aus, daß das En scheidungssubjek zwa die (dünn eingezeichne e)
s e ig gek ümm e Indi e enzlinie zwischen A Bx und „wah nimm ",
daß es jedoch au die sich ände nde G enz a e de Subs i u ion e s
nach einem bes imm en Suibs i u ionsin e all eagie .
Im Be eich ya
— yb
is also die Subs i u ions a e on y du ch x kon-
s an und g öße als im Be eich y¿,
—
yC9 in dem die Subs i u ions a e
eben alls kons an is .
Je p äzise ein Indi iduum die un e schiedliche Zusammense zung
zwischen x und y bei sinkendem y beme k und je s ä ke es diese
Ände ung de Mengen e eilung Bedeu ung zumiß , um so kleine
we den die linea en Abschni e zwischen den einzelnen Knickpunk en
de Iso-Ni eau-Funk ionen. De s e ig gek ümm e Ve lau s ell somi
den G enz all eine geknick en Indi e enzku e da . Bezüglich de
Reali ä sbezogenhei kann man es s ellen, daß man aus Plausibili ä s-
übe legungen siche nich da on ausgehen kann, daß die G enz a e de
Subs i u ion sich mi beliebig kleinen Mengen a ia ionen on x ode y
ände .
Hinzu komm noch ein ü die Reali ä p ak ikable Vo eil dieses
Ansa zes. E bes eh da in, daß die Knickpunk e B± und Cl9 on
denen aus man sich die Indi e enzlinie J± en wickel denken kann,
kaum „k umme" Kombina ionswe e de subs i uie ba en G ößen x
Y" O
Abbildung 1
29*
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452 Li e a u
und y da s ellen we den. Dies bedeu e , daß auch die a ionalen En -
scheidungen au G und eine solchen a ionalen P ä e enzeno dnung ge-
genübe s e ig gek ümm en Ku en dominie end ge ade We e e ge-
ben. Wi d e wa on eine Ausgabenku e A3
—
A4 ausgegangen, so kann
sie sich um B in e heblichem Um ang d ehen, ohne daß B1 als op i-
male Lösungskombina ion e lassen wi d. Bei eine P eissenkung des
Gu es Y mi eine en sp echenden Ve lage ung de Ausgabenku e on
A3 — nach A3 — A5 wi d mi Siche hei wiede eine Kombina ion
ge ade We e on X und Y e eich we den, wenn B2 analog B± eine
Ausgangskombina ion de Indi e enzku e J2 is .
Ve läu A3
—
A*4 als Ausgabenbesch änkung zwischen B und ß2
(ges ichel in Abb. 1 gezeichne ), so lieg es au de Hand, daß B2 so
lange ealisie wi d, bis mi dem gespa en Einkommensbe ag de
Punk ealisie we den kann.
Nimm man an, daß die Subs i u ion zwischen den beiden Gü e n X
und Y nich kon inuie lich e olg , da man on ganzzahligen Kombi-
na ionen de Gü e X und Y ausgeh , so e häl man e wa den mi /0
ma kie en gepunk e en Ve lau on Indi e enzkombina ionen. Diese
Fall kann öllig analog zu dem oben behandel en Fall gesehen we den.
Beach e man also, daß die O dnung de P ä e enzen im speziellen
Einzel all im Hinblick au eine eali ä sbezogene Da s ellung des In-
di e enzku en eldes als Mi el zu En scheidungs o be ei ung iel-
äl ig a iie en kann, so en allen hie mi einige k i ische Anme kun-
gen on Zinn9.
Akzep ie man, daß eine im Indi e enzku ensys em da ges ell e
P ä e enzeno dnung eine sinn olle Fo m de T anspa enzgewinnung
abgib 10, so is anzunehmen, daß dieses Ins umen a ium nich nu aus
9 So wi d gezeig , daß man bei en sp echende Ände ung de Da s ellung du ch-
aus das Un e mögen des Indi iduums be ücksich igen kann, „in bes imm en Si-
ua ionen nich exak en scheiden zu können" (S. 305). De mögliche Einwand on
Zinn, daß diese Da s ellung an seine K i ik o beigehe, da sie sich gegen die be-
s imm e Da s ellung de s e ig gek ümm en Indi e enzku en, wie sie übliche weise
gebo en wi d, ich e, kann m. E. nu gemach we den, wenn jene Da s ellung als
allgemein anwendba e Schablone au ge aß wi d. Beach e man die P ämissen und
Aussagen eines Modelles genau, so we den die no wendigen Ände ungen im ealen
Einzel all meis leich e sich lich. Eine e bale Aus o mulie ung de P ämissen e -
üb ig sich, wenn sie aus dem Modellansa z leich abgelesen we den können.
10 Inso e n kann man Zinn nich zus immen, die Indi e enzku enanalyse sei ein
Mi el zu Manipula ion des ökonomischen Denkens (S. 304), die Reali ä sbezogen-
hei we de sugge ie (S. 303), und die Leh buchbeispiele seien en la end (S. 304).
Hie zeig sich eine Fo m des emo ionalen Denkens, das bezüglich des Au zeigens
neue P obleme und neue Kausalzusammenhänge du chaus posi i zu beu eilen is ,
das abe leich zu Vo u eilen gegenübe adi ionalen Me hoden üh , ohne daß
beach e wi d, daß die Da s ellung eine Me hode und ih e eali ä sbezogene An-
wendung du ch en sp echende Anpassung de Me hode bei Beibehal ung des me ho-
dischen G undkonzep s zwei ganz e schiedene Dinge sind. Wenn Zinn de Ansich
is , „daß die Indi e enzku enanalyse nu eine angebliche We neu ali ä au -
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Li e a u 453
didak ischen G ünden ü die ökonomische Leh e, sonde n auch ü
p ak ische En scheidungs älle yon Bedeu ung is , wenn es sich um noch
nich eingespiel e Rou ineen scheidungen handel 11. Dem Geschick des
einzelnen bleib es dabei übei lasisen, ob und wie e die Besonde hei-
en des ealen Einzel alles bei de O dnung de P ä e enzen be ück-
sich ig 12.
Au wei e e A gumen e und Da s ellungen Zinns soll im olgenden
de aillie eingegangen we den.
1. Es e schein bei de O dnung de P ä e enzen ein du chaus sinn-
olle Ansa z, daß eine objek i g öße e Gü e menge mi einem hö-
he en Nu zen e knüp wi d. Hie in lieg nich , wie Zinn mein , eine
Simpli izie ung13, sonde n die Vo s ellung, daß es in de Reali ä ü
ein Indi iduum ode ü eine En scheidungsins anz eine G uppe un-
in e essan is , bei de En scheidungs o be ei ung Gü e mengenkom-
bina ionen zu be ücksich igen, die eine Nu zenminde ung bewi ken14.
Gü e mengenkombina ionen, die en sp echend den indi iduellen Kon-
sump ä e enzen zwa eine Nu zens eige ung bewi ken, die abe aus
ande en — nich mone ä en — G ünden nich ealisie we den15, we -
den dann sinn oll be ücksich ig , wenn man diese Ein luß ak o en iso-
lie , also ohne ih e Wi kungen au die P ä e enzeno dnung zu sal-
die en, e aß . Dies is om wissenscha lichen S andpunk aus ge-
sehen o zuziehen, da de In o ma ionsg ad g öße is .
2. Zinn zeig , daß die Ablei ung de nu zenop imalen Gü e kombi-
na ion mi den meis e wende en s e ig gek ümm en Indi e enzku -
en bei un eilba en Gü e n nu sel en zu eine ealisie ba en Mengen-
kombina ion un e Be ücksich igung des zu Konsum inanzie ung o -
gesehenen Einkommens üh 16.
weis " (S. 304), so muß ihm en gegengehal en we den, daß im Ve gleich zu de
O dnung de P ä e enzen bei de Indi e enzku enanalyse seine Fes s ellung de
„Ube we igkei de Indi e enzku enanalyse" (S. 314) siche in wei aus s ä ke em
Maße ein subjek i es We u eil da s ell , das Zinn als objek i e Aussage o mulie
und s illschweigend wohl nu au die s e ig gek ümm en Indi e enzku en bezieh .
11 Da Zinn de Ansich is , daß das in de Indi e enzku enanalyse beheima e e
Wesen in de Leh buchli e a u noch nich ausges o ben is , echne e o ensich lich
mi eine ande en En wicklung.
12 Wenn ein Chi u g bei eine Blindda mope a ion mi einem e lage en Blind-
da m e igwe den muß, wi d e auch nich sagen, diese im Leh buch nich be ück-
sich ig e Fall sei en la end.
13 Zinn: a.a.O., S. 304.
14 Wenn Zinn die „in de Li e a u akzep ie e E ah ung" billig (S. 319), daß
das G enzleid des Besi z e lus es höhe is als de G enznu zen des en sp echenden
E we bes, so s eck hie in doch auch die Annahme, daß ein „meh " dem „wenige "
o gezogen wi d. Dabei kann es in diesem Fall du chaus so sein, daß bei Be ück-
sich igung de E ah ungen mi dem konk e en Besi z de Ve zich au das E eich e
leich e allen kann als das E eichen selbs ; d. h., man ha am Au bau des Be-
si zs andes meh F eude gehab als am Ve b auch und Ve wal en desselben.
!5 Siehe hie zu Eckel: De Gi en-Fall, a.a.O.
16 Zinn: a.a.O., S. 305.
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.447 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:14
454 Li e a u
Es e wunde , daß de Ve asse , de eali ä sbezogene Wi scha s-
heo ie o de , bei den Schwie igkei en, die sich aus de ehlenden
Realisie ba kei de op imalen Gü e kombina ion e geben, dem han-
delnden Indi iduum so wenig gesunden Menschen e s and bei de Be-
ücksich igung diese Schwie igkei en zu au . Es lieg eigen lich au
de Hand, daß in diesem Falle in de konk e en Kau si ua ion jene
Gü e kombina ion gewähl wi d, die ealisie ba is und de op imalen
Kombina ion am nächs en komm . Bedeu e dies, daß die o gesehene
Ausgabensumme dabei nich e b auch wi d, so kann man plausible -
weise da on ausgehen, daß in de nächs en Kau pe iode die e üg-
ba e Ausigabensumme da ü um diesen gespa en Be ag anwächs 17.
Die Op imie ung de Konsumen scheidung wi d also nich als s a e
Handlungsschablone zu e s ehen sein, die in jede Kau pe iode in
gleiche Weise eingese z und bei Lie e ung eine nich ealisie ba en
Lösung e wo en wi d. Man kann deswegen siche ehe da on aus-
gehen, daß das en scheidende Indi iduum die in eine Pe iode nich
ealisie ba e Op imumsi ua ion du ch eine ealisie ba e wenige op i-
male Kau en scheidung e se z , um in den olgenden Pe ioden die Ab-
weichung om Op imum zu kompensie en18. Be ach e man die En -
scheidung au G und eines Indi e enzku ensys ems un e diesem
Blickwinkel übe meh e e Konsumpe ioden hinweg, so dien das Op-
imum als O ien ie ungspunk , de ü die Kau en scheidung in jede
Nach agepe iode eine wich ige Funk ion e üll . Die Fes s ellung on
Zinn, daß das „ heo e isch und mi Hil e on G a iken abgelei e e
Haushal sgleichgewich ... eine willkü liche Kons uk ion (is ), die es
in de Reali ä übe haup nich gib "19, muß aus diesem G und e heb-
lich angezwei el we den. Aus diese Ta sache, daß eine op imale Kom-
bina ion in sozialwissenscha lichen F ages ellungen nich mi de glei-
chen P äzision ealisie we den kann wiie bei ielen P oblemlösungen
in de Technik, kann man also nich olge n, daß solchen Op ima keine
en scheidungs ele an e Bedeu ung zukomm 20.
17 Siche kann man auch da on ausgehen, daß bei minimale (no wendige ) Übe -
sch ei ung de geplan en Kau summe, in olge de Un eilba kei de Gü e , diese
Übe sch ei ung leich möglich is , ohne daß ü den Käu e hie du ch ein wi kliches
P oblem en s eh . Minimale Disp opo ionali ä en zwischen op imale eale Gü e -
kombina ion und den zu Ve ügung s ehenden Finanzie ungsmi eln lassen sich so
im Zei ablau leich ausgleichen — im o liegenden Fall mi els eine K edi gewäh-
ung du ch den Ve käu e .
18 Meis wi d de Kau eines Gu es in eine Pe iode den Konsum in meh e en
olgenden Pe ioden e möglichen (wie es e wa bei Salz, Zucke usw. de Fall is ), so
daß de Kau nich op imale Gü e kombina ionen noch nich bedeu e , daß auch
de Konsum in nich op imalen Gü e kombina ionen e olg .
19 Zinn: a.a.O., S. 306.
20 Hie on muß de an angs disku ie e Fall s eng un e schieden we den, de sich
mi de F age beschä ig e, inwiewei bei ökonomischen Lösungen (besonde s im
Konsumbe eich) übe haup au die exak e E mi lung eines Op imums We geleg
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