Egne , E ich
A icle
Ökomonische P obleme de Familienpoli ik (II)
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Egne , E ich (1955) : Ökomonische P obleme de Familienpoli ik (II), Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 75, Iss. 3, pp. 67-92,
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32SJ 67
ökomonische P obleme de Familienpoli ik (II)
Vo i
E ich Egne - Gö ingen
IV. Oe e s amilienpoli isches P og amm
1. De Ausgleich de Familienlas en
Bei seinen wi scha spoli ischen Übe legungen geh 0 e e on
de Fes s ellung aus, daß de Ma k zwa ein Ins umen de Wi -
scha s a ionalisie ung is , abe als Nach age- und Angebo smechanis-
mus noch keine menschliche Zielse zung in sich äg . So sch eib e :
„Die Lösung de F age, wie das Geld als Nach ageimpuls in die ich-
ige Tasche komm , übe s eig die Möglichkei en wie auch die Kom-
pe enzen de Ma k wi scha ." (S. 90.) Anschließend heiß es: „Um
den Weg zu eine lebens- und nich nu wi scha sge ech en Ve -
eilung de Gü e eizumachen, beda es eine ech menschlichen Ge-
sam konzep ion, in de die Wi scha s-, die Sozial- und selbs e -
s ändlich auch die S eue poli ik dienende Funk ionen ausüben." E is
de Übe zeugung, daß diese Gesam konzep ion de mode nen Wi -
scha s- und Sozialpoli ik ehl , weil sie die Belange de Familie nich
wü dig . Nu „eine winzige und unscheinba e Fehlkalkula ion des
mode nen Wi scha sge üges" (S. 130) sei da an schuld, daß die g oßen
E äge de mode nen Technik um ih en eigen lich menschlichen Nu z-
e ek geb ach we den. Die Wu zel des Übels wi d in de mangeln-
den Be ücksich igung de mi den Kinde n an-
allenden zusä zlichen Lebenshal ungskos en
e blick . Deshalb könne eine human ausge ich e e Ma k wi scha
e s e möglich we den, wenn es geling , de Familie einen Ausgleich
ü die besonde en on ih zu agenden Las en zu scha en. Kinde
dü en die no male Lebenshal ung de Einkommensschich , welche
de Einkommensbeziehe angehö , nich ge äh den. E s wenn diese
Vo ausse zung e üll is , könne im Ma k eine dem lebenswich igen
Beda en sp echende Nach agedi e enzie ung bewi k und eine Ab-
lenkung de P oduk ion in eine sozial unk ionslo/se Luxusp oduk ion
e mieden we den (S. 91/92).
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68 E ich Egne [324
Ein solche Ausgleich de Familienlas en soll abe nich du ch Sub-
sidien, die om S aa e ode du ch on ihm gescha ene Ins i u ionen
gezahl we den, e olgen. Dadu ch wü de, so mein de Au o , ein neue
Hil skollek i ismus gescha en, de nun s a au das hil sbedü ige
Indi iduum au die hil sbedü ige Familie abziel und die Selbs e -
an wo lichkei schwäch . So we de nu eine Ve g öße ung des „An-
sp uchska alogs" e eich (S. 104), de be ei s du ch das mode ne
Sys em de kollek i en Siche hei de Ö en lichkei gegenübe gezüch-
e wo den sei. Die Familie müsse aus ih em eigenen A bei se ag eine
aus eichende Lebenshal ung bes ei en können. Das sei dadu ch zu
e eichen, daß ih e spezi ischen Leis ungen ü die
Ge sam hei ökonomisch in Anschlag geb ach
we den. Dazu sei es e o de lich, daß man de Familie ih en Kin-
de las en en sp echend g oßzügig Be eiung on S eue n und Sozial-
las en gewäh , wäh end man zugleich diejenigen, die solche Las en
nich zu agen haben, kompensa o isch um so s ä ke zu belas en habe.
De Ausgleich könne zweckmäßig so bewi k we den, daß man die Zweikinde -
amilie, also den Vie pe sone ohaushal , zum Angelpunk des Ausgleichssys ems
mach . In diesem Falle soll kein Ausgleich Pla z g ei en, d. h. das Einkommen dieses
Haushal s soll ebenso wie sein Bei ag zu den ö en lichen Haushal en als no mal
be ach e we den. Sobald abe diese Familieng öße un e - ode übe sch i en
wi d, soll ein Ausgleich e olgen, bei Un e sch ei ung du ch en sp echende Meh -
belas ung, bei Übe sch ei ung du ch En las ung an ö en lichen Abgaben. De
Ausgleich soll imme im Hinblick au das zu bewi kende Ne oeinkommen oll-
zogen we den, de a , daß sich p o Kop ü ; das Meh ode Wenige an Kinde -
zahl jeweils eine Di e enz on 12 Vo des Ne oeinkommens (= des Minimal-
be ages an Un e hal skos en ü ein Kind bezogen au das Einkommen eines
kinde losen Ehepaa es) e gib . In olgedessen soll ein kinde loses Ehepaa nach
ollzogenem Ausgleich ein um 24% ge inge es Ne oeinkommen haben als das
„Nonnalehepaa " mi 2 Kinde n, das übe das gleiche B u oeinkommen e üg ,
ein Ehepaa mi 4 Kinde n dagegen ein um 24 Vo höhe es Ne oeinkommen
usw. Wo ein solche s eue liche Ausgleich bei kinde eichen Familien seine
Sch anke an de Höhe des Ne oeinkommens inde , soll diese Poli ik du ch die
Zahlung ba e Ausgleichshil en e gänz we den. Inso e n wi d die an ängliche
Ablehnung on Familiensub en ionen wide u en. Das Ausgleichssys em Oe e s
ha eine dualis ische S uk u . Die Kinde beihil en sollen e gänzend do gezahl
we den, wo de e s e Weg unzu eichend bleib , und zwa jeweils in de Höhe,
daß dadu ch das e s eb e Ge älle de Ne oeinkommen he ges ell wi d. Du ch
Be echnungen wi d da zu un e such , daß die dazu e o de lichen Mi el ohne
wei e es im Rahmen des Ausgleichssys ems au zub ingen wä en.
De Au o sieh die S ä ke seine Vo schläge besonde s da in, daß
hie nich mi s a en Kinde beihil en gea bei e wi d, sonde n die
Ausgleichsbe äge de jeweiligen Einkommenslage angepaß sind. E
glaub , daß es au diesem Wege möglich sei, im Ma k k o n -
ku enzneu ale Ausgangss ellungen ü die so-
ziale Bewäh ung alle S aa sbü ge zu scha en. So müsse de
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325] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 69
S aa da ü so gen, daß die Familie ih e Au gabe in g öß mögliche
Selbs e an wo ung e üllen könne. Au diese Basis we den sich nach
dem Au o wich ige wi scha s- und sozialpoli ische P obleme de
Gegenwa on selbs lösen, so du ch die ges iegene Familienkau -
k a , die Übe las ung de Haus auen, das Wohnungsp oblem, die
Schwie igkei en de Be u sausbildung. Die Lösung ande e P obleme
wi d wesen lich e leich e we den, so die Eingliede ung de Ve ie-
benen, die S ü zung des Mi els andes, nich zule z die En wi ung
des um die Sozial e siche ung en s andenen Du cheinande s.
Mi diesen Da legungen e binde sich eine zwei ache K i ik, ein-
mal gegenübe ande en Sys emen des Familienlas enausgleiches, so
besonde s dem anzösischen und den in Deu schland disku ie en Vo -
schlägen — auch die inzwischen legalisie e deu sche Regelung äll
da un e —, zum ande en gegenübe de s eue lichen Behandlung de
Familie im wes deu schen S eue sys em. Es äll dem Au o leich , zu
zeigen, wie unzu eichend die in de Nachk iegszei einge äum en Ve -
güns igungen bishe wa en. Es soll das hie , wo es um das G undsä z-
liche geh , nich im einzelnen disku ie we den. Nu zu den s eue -
poli ischen Ideen des Au o s, au die e en scheidendes Gewich leg ,
sind einige Wo e e o de lich.
In ih em Rahmen wi d dem wissenscha lichen Bei a des Bundes-
inanzminis e iums o gehal en, daß e in seinem Gu ach en zu
S eue e o m mi einem ein e a is isch (d. h. iskalisch) au ge aß en
Beg i de Leis ungs ähigkei ope ie e, de nu ik i e Bedeu ung
habe (S. 114). Es wi d beans ande , daß aus seinen Vo schlägen sich
keine mi wachsende Kinde zahl den s eigenden Haushal skos en en -
sp echende Di e enzie ung de Ne oeinkommen e gebe. So wi d
es ges ell , daß nach dem Plan des Bei a s sechs Pe sonen mi je
3000,— DM Einkommen wesen lich wenige S eue n als eine sechs-
köp ige Familie mi 18 000,- DM Einkommen, also auch mi je 3000,—
DM p o Kop , zu zahlen habe. Daß eine „P o-Kop -Einkommens eue "
schwe wiegende iskalische Konsequenzen haben müß e, sieh auch de
Au o . E e such deshalb, du ch Be echnungen zu zeigen, daß ein
solche Umbau des S eue sys ems bei en sp echende Meh belas ung
de kinde a men und kinde losen E we bs ä igen nich nu möglich
sei, sonde n soga Ube schüsse e geben we de.
2. Die P oblema ik on Kinde beihil en
Dies amilienpoli ische P og amm is mi seine Ein achhei und
Eingleisigkei einige maßen e blü end. Man sieh ihm seine Ab-
kun aus den lebha en E ö e ungen um die Kinde beihil epoli ik
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an, die in Wes deu schland wäh end de le z en Jah e ge üh wu den.
Be o jedoch au diese Vo schläge nähe eingegangen wi d, müssen
hie einige g undsä zliche Beme kungen o ausgeschick we den. Es
soll dabei die zen ale These Oe e s, daß ein Ausgleich de Kinde -
las en das Haup mi el, das einzige p ak isch ins Gewich allende
Mi el de (ökonomischen und sozialen) Familienpoli ik sei, zunächs
als beg ünde un e s ell we den. Das is um so leich e möglich, als
auch de Sch eibe diese Zeilen on de No wendigkei eine solchen
Poli ik angesich s de in den al en Indus ielände n gegebenen Lage
übe zeug is . Es is siche kein his o ische Zu all, daß sie sich wäh-
end de le z en Jah zehn e, in diesen S aa en imme meh du chge-
se z ha .
Diese Ta sache da abe kein Anlaß sein, um sich übe die P oble-
ma ik eine solchen Poli ik hinwegzuse zen. Sie u sich nach e -
schiedenen Rich ungen hin au . Schon die Beg ündung scha o z
des eindeu igen Miß e häl nisses, das zwischen kinde eichen und
kinde a men Familien bes eh , e hebliche Schwie igkei en. Es lassen
sich dabei d ei e schiedene Ansä ze, ein beschä igungs- und konjunk-
u poli ische , ein sozialpoli ische und ein be ölke ungspoli ische
Beg ündungs e such un e scheiden34. Von dem e s en Ansa z, dem be-
schä igungs- und konjunk u poli ischen, bei dem man sich on Kinde -
beihil en einen Einkommensausgleich, eine S ä kung de e ek i en
Nach age, eine S abilisie ung de Beschä igung und Be uhigung de
Konjunk u e sp ich , soll im olgenden abgesehen we den. Es b auch
so nich de ganze Komplex de keynesianischen Wi scha spoli ik in
die E ö e ung einbezogen zu we den. Das soll nich besagen, daß e
hie als bedeu ungslos be ach e wi d, wohl dü e abe diese Ge-
danke allein eine Kinde beihil enpoli ik nu schwe s ü zen können. E
is auch ü die E ö e ung de Oe e 1 sehen Ideen belanglos. Dann
bleiben de sozialpoli ische und de be ölke ungspoli ische Beg ün-
dungs e such üb ig. Wie de Ausgangspunk , sind auch die Folge un-
gen in beiden Fällen e schieden.
Die sozialpoli ische Beg ündung geh om Beda
aus. Sie s ell es , daß das Funk ionseinkommen des Ma k es au ihn
keine Rücksich nimm , daß sich dadu ch soziale Mißs ände in den
kinde eichen Familien, o allem de un e en Einkommensschich en,
e geben. Sie spiegeln sich in mangelha e E näh ung und unzu eichen-
den Wohnungen. Mi beiden Ta bes änden s ell sich eine Ve schlech-
e ung des Gesundhei szus andes de Familienmi gliede , besonde s
34 Vgl. dazu die schon oben genann e Gö inige Disse a ion on Be nha d
S ein übe den Familienlohn, au die ich mich im olgenden beziehe.
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327] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 71
de Kinde , abe auch eine e minde e A bei s ähigkei de El e n,
de Zwang zum Mi e diens de Mu e , mangelha e O dnung des
Haushal s und schlech e E ziehung de Kinde , ih e Benach eiligung
bei de Be u sausbildung ein. Da aus e gib sich die Fo de ung nach
Besei igung diese Un e häl nismäßigkei en, indem das Funk ions-
einkommen dem Beda en sp echend e gänz wi d. Dahin e s eh
le z lich de Gedanke eine sozialen Ge ech igkei , de Ve an wo ung
dem Mi menschen gegenübe , de schuldlos in eine Zwangslage ge a en
is . Um dessen Willen wi d eine Ko ek u de ma k mäßigen Ein-
kommens e eilung ü nö ig gehal e .
Im Gegensa z dazu geh die be ölke ungspoli ische
Beg ündung on dem Gedanken de Leis ung in einem popu-
la ionis ischen Sinne aus, da on, daß die Familie die gesam e Gesell-
scha egene ie , daß sie dadu ch den Un e hal de nich meh A -
bei s ähigen gewäh leis e . Demen sp echend möch e man hie das
Leis ungsp inzip des Ma k es in einem menschlichen Sinne e oll-
kommne wissen, so daß diese Leis ungen de Familien — manchmal
möch e man auch die A bei de Haus auen dabei einbeziehen — ein-
kommensmäßig zu Buche schlagen. Solche Gleichhei de Leis ungs-
hono ie ung soll dann du ch einen Kinde las enausgleich bewi k we -
den. Auch dahin e s eck eine Ge ech igkei o s ellung, diejenige nach
dem Sa ze: Gleiche Lohn ü gleiche Leis ung.
Beide Ansä ze haben e schiedene Konsequenzen. Das Beda s-
p inzip üh zu eine Schwe gewich s e lage ung des Ausgleichs au
die un e en Einkommensschich en. Man kann hie ü ihn eine obe e
G enze ziehen, bis zu ih hin die zu gewäh enden Ve güns igungen
deg essi ges al en. Das Leis ungsp inzip muß dagegen den Ausgleich
g undsä zlich ü alle Einkommens u en o de n. In jede Einkommens-
schich muß hie de Kinde a me ü die Meh leis ung de Kinde -
eichen au kommen. De Idee nach soll die Einkommensschich ung als
solche nich ange as e we den. Hie schweb so ein au allen S u en
sich ollziehende ho izon ale Ausgleich o , wäh end das Beda s-
p inzip zu Fo de ung eines e ikalen Ausgleichs mi P og ession
nach un en und Deg ession nach oben hin üh 35.
Wenn man zu un e scheiden such , welchem on beiden P inzipien
de Vo zug zu geben is , s ell sich he aus, daß die au zus ellende
Rechnung nich gla au geh . Bei de haben ih e Schwächen
und G enzen. Inwie e n das ü das Leis ungsp inzip gil , geh
schon aus dem he o , was oben zu O e e s d ei A gumen en ge-
35 Zum Leis ungs- und Beda sp inzip gl. H. Beckendo a.a.O. S. 35 . passim.
Fe ne B. S ein a.a.O. u. H. Achinge , Soziale Siche hei , S u ga 1953, S. 66/67.
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72 E ich Egne [328
sag wu de. Die egene a i e Leis ung de Familie is keine eigen -
liche wi scha liche Leis ung und ih e Hono ie ung kann nu in be-
ölke ungspoli ische Absich in E wägung gezogen we den. Dabei
muß dann un e s ell we den, daß die Menschen au den An eiz de
inanziellen Kinde e giins igungen posi i eagie en we den. Das is
zwei ellos eine im G unde unzulässige Ve ein achung des Zusammen-
hanges. Man kann soga die F age s ellen, ob au diese Weise in die
Wel gese z e Kinde de Gesam hei besonde s e wünsch sein kön-
nen. Hinzu komm , daß das En gel ü die egene a i e Leis ung, die
keinen Ma k p eis ha , imme willkü lich bleiben muß.
En sp echende G enzen e geben sich abe auch beim Beda s-
p inzip. Es gib keinen exak en Maßs ab, um den angemessenen Be-
da eine bes imm en Einkommensschich siche zu bes immen.
Wenigs ens kann die Gesam hei ih e Poli ik nich so indi idualisie-
en, um ihm ge ech zu we den. Begnüg sie sich mi g oben Nähe-
ungswe en, so wächs die Ge ah une wünsch e Nebenwi kungen
de a , daß man au de einen Sei e zu wenig, au de ande en zu
iel gib . Im einen Fall nü z solche Poli ik nich s, im ande en üh
sie zu eine Schwächung de Leis ungss imuli im Ma k e. Es wi d
dadu ch ein ande e Weg zu Einkommensgewinnung als übe einen
p oduk i en Bei ag zum Sozialp oduk e ö ne . Das zieh Tendenzen
zum Au suchen dieses Weges eine sei s, das S eben nach Minimali-
sie ung de Abgaben ü die Speisung de Beda seinkommen ande e -
sei s nach sich. Das E gebnis is nu allzu leich , daß bei sinkende
Gesam leis ung alle den Schaden eine solchen Redis ibu ion zu
agen haben.
Bei diese Sachlage wi d es e s ändlich, daß es gewich ige S im-
men gib , die sich einem Familienlas enausgleich gegenübe g und-
sä zlich ablehnend e hal en. Die einen meinen, daß eine
Übe windung de bes ehenden Schwie igkei en am bes en du ch eine
P oduk i i ä ss eige ung de Gesam wi scha zu e eichen sei. Mi
eine dadu ch zu bewi kenden Hebung de Massenkau k a , dabei
auch du ch Ausdehnung de weiblichen E we bs ä igkei , üh begin-
nendem Neben e diens de Jugendlichen wü den sie on selbs e -
schwinden. Das Beispiel de USA is in diese Hinsich leh eich. Aus
diese Sich wi d dann eine Poli ik de indi ek en Mi el, de Kapi al-
bildung, de Ra ionalisie ung, de Konjunk u lenkung ü allein sinn-
oll gehal en. Die ande en meinen, nich du ch nach ägliche Einkom-
mensko ek u en, sonde n du ch einen Ansa z bei den G undlagen de
E we bs ä igkei und Scha ung eine Gleichhei de Chancen beim
Ein i in das E we bsleben sei eine Au lösung des P oblems zu e -
eichen. Das Haup hinde nis ü die Gleichhei de Chancen sei die
his o isch o ge undene unge ech e S a e eilung, o allem die
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329] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 73
ungleiche Ve mögens e eilung und ungleiche Ausbildungsmöglichkei
ü die Jugend. Beides gel e es deshalb zu ko igie en.
Alle diese Gesich spunk e haben einen ich igen Ke n. T o zdem
is zu beach en, daß die eine unmi elba e Poli ik des Kinde las en-
ausgleichs ablehnenden A gumen e nich übe die hic e nunc be-
s ehenden Schwie igkei en hinweghel en und keine ku z is ige Ab-
hil e scha en können. Das kann nu du ch eine Poli ik de Einkom-
mensko ek u e eich we den. Wenn man diese abe bejah , s eh
man o dem oben du ch den Gegensa z on Leis ungs- und Beda s-
p inzip umsch iebenen Dilemma. Es is nich p inzipiell, sonde n nu
du ch einen Komp omiß au zulösen. Man wi d dahe ge-
zwungen, beiden Rechnung zu agen, beide abe auch in ih e Aus-
wi kung au die konk e e Poli ik zu beg enzen. De be ölke ungs-
poli ische Ansa z ech e ig eine alle Schich en um assende Aus-
gleichspoli ik. Sie e schein schon deshalb gebo en, weil die Ziehung
eine G enze bei eine gewissen Einkommenshöhe p ak isch g oße
Schwie igkei en machen wü de. De sozialpoli ische Ansa z e o de
abe eine Schwe gewich s e lage ung an den Fuß de Einkommens-
py amide und dami nach oben hin deg essi e Begüns igungen. Dabei
kann je nach de konk e en Zielse zung das eine ode das ande e K i-
e ium s ä ke be on we den. Das is dann nu eine F age des Maßes.
3. Wü digung de Vo schläge Oe e s
Da hie keine Monog aphie übe den Kinde las enausgleich be-
absich ig is , sollen die wei e en Einzelp obleme de Me hodik, näm-
lich die Höhe de Ve güns igungen, die Mi elau b ingung und die
T äge scha eines solchen Sys ems nich meh in abs ak e Fo m
e ö e we den, soll die Gedanken üh ung sich wiede den Oe e -
sehen Vo schlägen zuwenden.
a) K i ik
Aus den o s ehenden Aus üh ungen e gib sich, daß sein P o-
g amm eindeu ig nach de einen Rich ung de Beg ündungs e suche,
nach dem be ölke ungspoli ischen Ansa z hin o ien ie is . Das muß
hie be on we den, da e selbs neben de be ölke ungspoli ischen
und sozialpoli ischen eine d i e, nämlich ökonomische Beg ündung
geben möch e. Demgegenübe wu de oben gezeig , daß seine A gumen-
a ion nu un e be ölke ungspoli ischen Vo ausse zungen hal ba is .
Die Einsei igkei seine nu au die gene a i e Leis ung de Familie
ausge ich e en Übe legungen ha ü seine Vo schläge e hebliche
Folgen. Sie üh zu eine Übe spi zung des Gedankens
de Leis ungsge ech igkei und zu eine Ve d än-
gung de sozialen Sei e des P oblems.
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74 E ich Egne [330
Das e s e äuße sich in seinem S eben, mi s eue lichen Mi eln
in Übe eins immung mi den on ihm angenommenen Un e hal s-
kos en de Kinde ein Ge älle de Ne oeinkommen zu scha en, das
den Di e enzen de Lebenshal ungskos en nach de Kinde zahl en -
sp ich . Da in d ück sich ein sachlich nu schwe zu ech e igende
Op imismus übe die Mach eine s eue lichen Redis ibu ionspoli ik
aus. Das ande e spiegel sich in de besonde en Deu ung, die e dem
P inzip de s eue lichen Leis ungs ähigkei gib . Sie wi d nämlich an
den Un e hal skos en de Kinde gemessen, die ih e sei s du ch einen
es en P ozen sa z des Einkommens bes imm we den. Dadu ch wi d
de sozialpoli ische Sinn des P inzips ausgeklamme und ihm eine
be ölke ungspoli ische Deu ung gegeben.
Wenn man dem Au o Glauben schenken könn e, so hä e e den s eue poli ischen
S ein de Weisen ge unden. Mein e dock, daß man du ch eine maß olle Abgabe
de Kinde losen und Kinde a men Mi el au b ingen könn e, die wei übe die zu
Ba zahlung on Kinde beihil en und die du ch Kinde e güns igungen en s ehen-
den Einnahmeaus älle hinausgehen wü den. E echne bei eine in seinem Sinne
e olgenden S eue e o m mi Ne o-Meh e ägen on mindes ens 2,5 bis 3 Mil-
lia den Ma k, die e bald ü ande e Zwecke, so den Wohnungsbau, bald ü die
Abscha ung unzweckmäßige indi ek e S eue n e wenden moch e. Die dabei
zug unde liegende Kalkula ion is schwe zu du chschauen. Doch is so iel kla ,
daß die Be echnungen an Hand de Lohns eue s a is ik on 1950 ein s a isch ge-
mach wu den, daß dabei die Reak ionen, die ein so schwe wiegende Umbau des
S eue sys ems nach sich ziehen wü de, nich in Rechnung ges ell wu den. Eine
solche Poli ik könn e nich ohne Ein luß au den Leis ungswillen de E we bs-
ä igen und die Übe wälzung6p ozesse im Ma k e bleiben, besonde s da es sich
bei Ledigen und Kinde losen um seh be äch liche S eue e höhungen handeln
wü de36.
Bei de E ö e ung des Leis ungs ähigkei sp inzips wi d de
zen ale Gesich spunk , on dem he de wissenscha liche Bei a a gumen ie , daß
nämlich die Leis ungs ähigkei en scheidend on de Einkommenshöhe abhäng ,
beisei e geschoben. Es is abe nich zu bes ei en, daß die Familienlas en ü die
kleinen Einkommensbeziehe wei d ückende sind als ü die G oß e diene . Die
D inglichkei des du ch sie beschni enen G enzbeda s, so wu de oben gesag ,
sink mi wachsendem Einkommen. De Vo schlag Oe e s wü de abe das Gegen-
eil dessen e eichen, was aus diese Fes s ellung abgelei e we den muß. E wü de
kleinen Einkommensbeziehe n absolu ge inge, g oßen jedoch hohe Ve güns igungen
ein äumen87. Das is mi dem sozialpoli ischen Sinn des Leis ungs ähigkei spos ula s
un e einba . Demgegenübe is die neue wes deu sche Regelung mi ih e Kom-
bina ion on s eue lichen Ve güns igungen plus s abilen Kinde gelde n in ih em
E ek eindeu ig übe legen. Sie b ing mi s eigende Kinde zahl wachsende, mi
s eigendem Einkommen abe p ozen ual sinkende Ve güns igungen mi sich.
36 So wi d bei einem Mona seinkommen on 1000 DM ü ein kinde loses Ehe-
paa be ei s eine Einkommens eue on 40% in Aussich genommen (Oe e , S. 166).
37 Zugleich soll ü die Belas ung kinde a me und kinde lose Beziehe g oße
Einkommen „aus Billigkei sg ünden" eine Höchs g enze gezogen we den (S. 187).
Billigkei sg ünde scheinen mi kla gegen eine solche Beg enzung zu sp echen. Man
e kenn hie wiede die e ände e In e p e a ion de Leis ungs ähigkei ,
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337] Ökonomische P obleme de Familienpoli ik 81
sich dabei abe in de Regel um kollek i e Ak ionen handeln muß, ob-
wohl nich alle du ch die Kinde las en be o en we den, dahe kein
einhei liches In e esse bes eh , kann de Un e nehme indi iduell han-
deln, b auch e die Übe wälzung auch nich du ch o ene P eis e -
ände ungen o zunehmen, wi d e iel ach e deck e Wege dazu
inden. Angesich s diese Lage is die Wah scheinlichkei eine Übe -
wälzung im Falle eine E hebung de au zub ingenden Mi el bei den
A bei gebe n ü die A bei nehme und bei den sons igen Selbs än-
digen — wie nach de gel enden Regelung —, besonde s wenn die
Abgaben s eue lich abse zba sind, eine wei höhe e, als sie es im Falle
eine ein s eue lichen Regelung sein wü de. Dami alle dings, daß die
Familien e güns igungen du ch das Wi ken de Übe wälzungszu-
sammenhänge nich in ollem Um ange den Begüns ig en zugu e
kommen, muß man in jedem Falle echnen.
So wi d es e s ändlich, wenn hie de Oe e ' sehe Kons uk-
ions o schlag ü den Kinde las enausgleich als ein wesen liche Bei-
ag zu Diskussion um diesen F agenkomplex be ach e wi d. Die
Ge ah de En s ehung eines neuen Ren ne ums b auch man bei eine
solchen Me hodik nich zu be ü ch en, da die Kinde e güns igungen
hie denselben G ad on Elas izi ä wie die S eue sä ze haben, mi
de en Ände ung auch sie in einem Zuge neu ge egel we den müssen.
Da in spiegeln sich dann die Bewegungen des Wi scha slebens. Die
Schwäche eines Sys ems da on abgelös e , s a e Beihil en lieg da in,
daß sie, wie die anzösischen E ah ungen leh en, leich eine Be-
ha ungs endenz au weisen, die on Kau k a e ände ungen unbe-
üh bleib und dadu ch neue P obleme scha . De Einbau des Kin-
de las enausgleichs in das S eue sys em is im G unde nich s als eine
Konsequenz des P inzips de O dnungs inanz. So wie die-
se G undsa z die mode ne Finanzpoli ik meh und meh du chd ing ,
muß man ihn auch au diesen Zusammenhang anzuwenden be ei sein,
wenn man nich inkonsequen we den will.
V. Die Ve zweigung de amilienpoli ischen Au gaben
Such man die bishe igen Be ach ungen zusammenzu assen, so
e gib sich aus ihnen eine wich ige Einsich . Die ökonomischen Fami-
lienp obleme sind zu komplizie , um mi eine einzigen Faus egel
au gelös zu we den und die bes ehenden Schwie igkei en in eine
ideale O dnung übe üh en zu können. Das Sys em de Kinde -
beihil en ha , da es gegen den S om de immanen en K ä e des
Ma k es schwimm , seine G enzen. Es muß zwischen de Scylla eine
Behinde ung des Ma k es und eine Zähmung de e we bswi scha -
Schmolle s Jah buch LXXV, 3 6
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82 E ich Egne [338
liehen K ä e sowie de Cha ybdis eine Schwächung des Selbs hil e-
willens de Familie hindu ch zu schwimmen ach en. Es wi d dahe
imme einen Komp omißcha ak e behal en. Vo läu ig be inden wi
uns au diesem Gebie e noch ganz in einem Expe imen ie s adium.
Man muß deshalb oh sein, wenn man eine annähe nd b auchba e
Regelung zus ande b ing .
Wenn so Kinde beihil en nich als das zen ale
und ideale a m i
1
i e n p o
1
i i s c h e Mi el angesehen
we den können, obwohl ih e Bedeu ung hie keineswegs he ab-
gese z we den soll, so muß man wei e agen, welche
Möglichkei en sich eine ökonomischen Fami-
lienpoli ik sons anbie en. Dann is es leich , zu zeigen,
daß nach meh e en Rich ungen hin wich ige Au gaben und P obleme
o liegen, die de Lösung ha en.
1. Die Einkommensbescha ung
Zunächs is hie es zus ellen, daß de Kinde las enausgleich in
den g öße en Zusammenhang eine Einkommenspoli ik, genaue de
Einkommensbescha ungspoli ik zuguns en de Familie einzuo dnen is .
Diese kann iele lei Ansa zpunk e wählen. Es is kla , daß dabei eine
amiliä e Einkommenspoli ik leich mi de allgemeinen Sozialpoli ik,
sowei sie die Ve eilung im Auge ha , ineinande ließ . Auch die
A bei szei age is ü die Familie on g öß e Bedeu ung. Hie
sollen jedoch nu die unmi elba en Maßnahmen zuguns en de
Familie beach e we den. Man kann dabei g undsä zlich zwischen Maß-
nahmen zu Hebung des Familieneinkommens und denjenigen zu
seine Siche ung un e scheiden. Auch die Poli ik de Einkommens-
hebung kann ande e Wege als denjenigen de Zahlung on Kinde -
beihil en gehen, so besonde s du ch die Gewäh ung on ö en lichen
Beihil en ü bes imm e Zwecke: Ehes andsda lehen, Gebu en-
beihil en und S illgelde , Haus auen- und Wi wengelde , Mie bei-
hil en, Ausbildungsbeihil en ü die Jugend sind da ü ypische Bei-
spiele.
Eine besonde e Rolle spielen manchmal, so besonde s in England
und noch s ä ke in Schweden, na u ale Begüns igungen, die eine
Zwecken emdung on Gelde n e hinde n sollen, die bei mone ä en
Leis ungen de ö en lichen Hand nich ausgeschlossen we den kann.
Als solche spielen eine Rolle die kos enlose Gewäh ung on Schul-
mahlzei en, eines Schulgesundhei sdiens es, on Schulun e ich , on
Schulbüche n, die unen gel liche Kinde land e schickung, die Un e -
hal ung on Kinde heimen, on Familienp lege innen, die in No ällen
als Haushal shil e einsp ingen können. Inwiewei es zweckmäßig is ,
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339] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 83
diese Wege zu besch ei en, kann in abs ac o nich bes imm we den,
wenn man sich dogma isch nich e ennen will. Das U eil da übe
häng le z lich om Gesam sys em de Familienpoli ik und dami auch
de Sozialpoli ik eines Landes ab. Ganz wi d au solche Maßnahmen
ni gends e zich e .
Ein schwie ige F agenkomplex de amiliä en Einkommenspoli ik
wi d du ch die E we bs ä igkei de Mü e bezeichne .
Ih e Zunahme is zusammen mi de o sch ei enden Ausb ei ung
weibliche E we bsa bei in allen Indus ielände n un e kennba . Sie
scha abe den P lich enkon lik zwischen den häuslichen und e -
we bswi scha lichen Funk ionen, d oh en wede zu eine kö pe -
lichen Übe las ung mi o zei igem K ä e e all de Mü e ode zu
eine Ve nachlässigung des Haushal s und de Kinde e ziehung mi
den en sp echenden Folgen ü die Jugend zu üh en. Wäh end man
bei den mi hel enden Familienangehö igen noch die Abs immung
beide Au gabenk eise wei gehend in de Hand ha , spi z sich das
P oblem bei de A bei im emden Be iebe besonde s zu. Das is
um so meh de Fall, je s ä ke mi wachsende Kinde zahl die häus-
liche Belas ung de Mu e wi d. Man ha es ges ell , daß sie bei
un olls ändigen Familien, d. h. bei alleins ehenden F auen mi Kin-
de n, heu e besonde s den K iege wi wen, wei häu ige als bei Voll-
amilien is 43.
Daß dieses P oblem du ch die Zahlung on Kinde gelde n ode
auch eines Haushal geldes wie s ellenweise im Auslande (F ank eich,
Schweden) be iedigend zu lösen is , da nich angenommen we den,
so wich ig solche Hil e zu Milde ung bes ehende Schwie igkei en
auch sein mag. Das is deshalb nich zu e wa en, weil die E we bs-
a bei de Mu e zwa im allgemeinen aus eine wi scha lichen
Zwangslage he aus e olg , die Abschä zung diese Zwangslage ela i
zum angemessenen Einkommen abe aus ih em subjek i en U eil
he aus e olg . Dabei spiel ein objek i en beh liche Begeh , z. B.
die E möglichung eine gehobenen Ausbildung ü die Kinde , manch-
mal eine e hebliche und insgesam eine s eigende Rolle. Man wi d die
E we bsa bei de Mü e bei diese Sachlage nich wiede zum Ve -
schwinden b ingen können. Dann is es abe um des Schu zes de
Familien willen e o de lich, ih e Haup ge ah en zu bekämp en. Von
eine Lösung diese heu e kaum e kann en Au gabe is man noch
wei en e n . Sie schein am bes en du ch die Scha ung geeigne e
A bei sgelegenhei en möglich zu we den, die die nebenhe lau ende
Wah nehmung de Haushal sau gaben ges a en. Besonde s wi d in
diesem Zusammenhang imme wiede au die No wendigkei de Be-
48 Achinge , A chinal, Bange , S. 49.
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84 E ich Egne [340
ei s ellung on Halb ags-A bei splä zen hingewiesen. Es kann abe
auch nu da au ankommen, A bei s unk ionen, die eine hohe Elas i-
zi ä des A bei szei au wandes haben, aus männlichen Händen in
solche on F auen mi häuslichen Ve p lich ungen zu legen. Eine ge-
wisse Hil e kann schon die Ve hinde ung eine weiblichen Disk imi-
nie ung bei de En lohnung bie en.
Nich minde bedeu sam als Bes ebungen, die de Einkommens-
bildung dienen, sind diejenigen, die au die Siche ung des Ein-
kommens abzielen. Nach diese Rich ung is abe de Rahmen spe-
zielle amilienpoli ische Maßnahmen ein seh enge . Das Schwe ge-
wich muß hie au de allgemeinen Wi scha spoli ik, besonde s au
de Konjunk u poli ik, liegen. Ein spezielle Kündigungsschu z de
Familien ä e wü de sich leich gegen diese wenden. Neben de all-
gemeinen Wi scha spoli ik kommen als Mi el de Einkommenssiche-
ung die sozialpoli ischen Maßnahmen in Be ach , welche die Familie
gegenübe auße gewöhnlichen Belas ungen du ch A bei slosigkei ,
K ankhei , Un all, In alidi ä und Tod des E näh e s in Schu z nehmen
wollen. Dami gewinn de ganze P oblemkomplex, de du ch die
K ise de Sozial e siche ung, übe haup de so-
zialen Hil e umsch ieben wi d, amilienpoli ische Bedeu ung. Es
is eine pa adoxe Si ua ion, daß eine Poli ik, die zum Schu ze de
Familie be ieben wi d, sich in ih e Auswi kung als amilien eindlich
e weis , indem eils du ch nich genügend an de Beda slage de
Familie ausge ich e e ö en liche Leis ungen unzu eichend gehol en,
eils abe du ch leich zu e eichende Un e s ü zungen de Selbs hil e-
wille de Familie geschwäch wi d. Die En wi ung des hie en -
s andenen Teu elsk eises wi d ü die Zukun de Familie on g öß e
Bedeu ung sein.
Man wi d ihm gegenübe e ns lich die F age s ellen müssen, ob das
bishe ige Sys em, das dem in No ge a enen E we bs ä igen nich nu
ü sich selbs , sonde n iel ach auch ü seine Angehö igen Un e -
s ü zungen gewäh , nich au gegeben we den muß. Die Jagd nach
Ren en wü de e mu lich wei ge inge sein, wenn man Un e s ü zun-
gen nu noch dem E we bs ä igen ü seinen Ve diens aus all geben,
die So ge ü die Familie abe übe den allgemeinen Familienlas en-
ausgleich bewi ken wü de. Vo ausse zung da ü wä e alle dings, daß
die im Ma k e gezahl en Löhne s eng zu Indi iduallöhnen un e Ab-
bau de eine ie köp ige Familie zug unde legenden heu igen Basis-
löhne ausgebilde wü den. De Familienlas enausgleich müß e dann
zugleich ein wi klich ühlba e Ausgleich sein.
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341] Ökonomische P obleme de Familienpoli ik 85
2. Die Einkomme
11
s e w e
11
düng
a) Ve b auche schu z
Übe die Bemühungen um die Einkommensges al ung da eine
ökonomische Familienpoli ik dann abe nich die nach de Sei e de
Einkommens e wendung hin bes ehenden Au gaben e gessen. Es is
ein heu e bei ielen Menschen e b ei e e I um, daß man mein ,
die Einkommens e wendung bie e dem Einkommensbeziehe keine
ökonomischen Möglichkei en meh . Die E olge de Konsumgenossen-
scha en sind da ü ein sp echende Gegenbeweis. Sie eiben aus-
gesp ochen eine Familienpoli ik. Man ha sie deshalb auch als Haus-
hal sgenossenscha en angesp ochen. Hie is au den Gesam komplex
dessen hinzuweisen, was heu e un e dem S ichwo de Ve b auche -
schu zpoli ik die Ö en lichkei beweg .
Ih Ziel is es, dem Ve b auche bei de Umse zung seines Nominal-
einkommens in die ealen Gü e seines Ve b auches eine Hil e zu
bie en. Übe je meh Köp e hinweg die Einkommensdecke ges eck
we den muß, um so d ingliche wi d eine solche Hil e. Deshalb is eine
Ve b auche schu zpoli ik in ih em Ke n eine Poli ik zum Schu z de
Familie. Ein Junggeselle und ein kinde loses Ehepaa belas en sich in
de Regel nich mi solchen Bes ebungen. Fü sie allen die dadu ch
zu e zielenden E olge kaum ins Gewich , um so meh bei de kinde -
eichen Familie.
Die Mi el und Wege de Ve b auche schu zpoli ik b auchen hie
nich aus üh lich umsch ieben zu we den. Übe die No wendigkei
eine S ü zung des Ve b auche s im Ma k e is in neue e Zei iel ge-
sch ieben wo den, so übe die E höhung seine Ma k übe sich , übe
seinen Schu z o Übe o eilungen in manche lei Fo m, in p eisliche ,
quali a i e und quan i a i e Hinsich , du ch eine i e üh ende We -
bung, du ch ihn benach eiligende Ve kau sbedingungen bei K edi -
käu en. Man be on e ne die Zweckmäßigkei eines hauswi scha -
lichen Be a ungsdiens es, de den Haus auen in unpa eiische und
un e hüll e Weise Auskun übe die Geb auchseigenscha en be-
s imm e im Ma k e angebo ene Konsumgü e e eil und so ih e
echnischen U eilslosigkei du ch sach e s ändigen Ra zu Hil e
komm . Eine wich ige Funk ion ü den Ve b auche schu z e üllen
die Gü ezeichen, die dann e geben we den, wenn bes imm e Quali-
ä sme kmale bei einzelnen Gü e a en eingehal en we den. Mi ihnen
is die S anda disie ung on Konsumgü e n, d. h. die Scha ung meh-
e e Quali ä ss u en ü bes imm e Wa enka ego ien eng e wand .
Zu allen diesen Bes ebungen gehö schließlich auch die Ve e ung
de Ve b auche in e essen gegenübe den wi scha spoli ischen In-
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86 E ich Egne [342
s anzen, die ein Gegengewich gegen eine einsei ig p oduk ionspoli isch
ausge ich e e Hal ung des S aa es zu scha en ach en muß.
b) Haushal spoli ik
Von de Einkommens e wendung he e gib sich ü eine ökono-
mische Familienpoli ik abe nich nu ein Ansa z nach de Sei e des
Ve b auche schu zes hin. Es muß hie daneben und mi nich wenige
Nachd uck au die im Inne n de Familie, die in ih em Haushal sich
s ellenden Au gaben e wiesen we den. Diese inne en Haushal s-
p obleme sind in ih e Bedeu ung lange e kann wo den. Sie e -
zweigen sich nach d ei Sei en, in Rich ung au eine E neue ung de
haushäl e ischen Ve nun , au die Ra ionalisie ung des Ve b auchs
und au die Ra ionalisie ung des Haushal s selbs in bezug au seine
Auss a ung und die Hausa bei .
Bei de E neue ung de haushäl e ischen Ve -
nun geh es da um, die e we bswi scha liche Übe emdung de
Menschen zu bekämp en, die den Haushal üh en. Sie is aus de
k i iklosen Übe nahme e we bswi scha liche Ka ego ien au den
Haushal e wachsen. Man weiß nich meh um die spezi ischen in ihm
ges ell en Au gaben, um die in eine sinn ollen Einkommens e wen-
dung liegenden Möglichkei en und e wa e deshalb das Heil allein
on eine Einkommens e meh ung. Das bedeu e eine E blindung
gegenübe den Au gaben des Haushal ens. Das is ein Bazillus
ü die inne e Au lösung on Familie und Haushal . Angesich s dessen
is eine g oße Au klä ungsa bei zu S ä kung des Selbs hil ewillens
de Familie zu leis en. Es muß alle dings auch be on we den, daß Ve -
suche zu eine solchen Au klä ung ein ideologisches Un e angen we -
den, wenn sie nich on wi ksamen Maßnahmen zu eine ökonomischen
S abilisie ung de Familie und zu S ä kung ih e Selbs hil emöglich-
kei en beglei e we den. Da ü sind Kinde beihil en ode s eue liche
Begüns igungen ü ein amiliä es Spa en, ü die Kinde ausbildung
du ch Abschluß on Ve siche ungen geeigne e Mi el, diese abe nu
dann, wenn Zukun sdisposi ionen nich du ch konjunk u elle ode
in la ionä e Bewegungen imme wiede in F age ges ell we den. Hie
zeig sich wiede , daß alle ökonomische Familienpoli ik seh wich ige
Vo ausse zungen de allgemeinen Wi scha spoli ik ha . Nu wenn
diese einige maßen ü eine S abili ä des Familienhaushal es und ü
die Siche ung on Rücklagen so gen kann, ha de Appell an den
Selb3 hil ewillen de Familie und ih e haushäl e ische Ve nun übe -
haup einen Sinn. Eine wi scha liche En wicklung, die du ch den
Ve zich da au e kau we den muß, ha amilienpoli isch einen ech
p oblema ischen We .
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343] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 87
Fe ne geh es eine Haushal spoli ik um eine Ra ionalisie-
ung im Haushal . Mode ne Lebensbedingungen o de n imme
d ingliche eine Abkeh on übe kommenen Lebens- und Ve b auchs-
gewohnhei en. De Mensch de Gegenwa , de sich au ielen Gebie-
en mode ne Technik selbs e s ändlich bedien , is au manchen
ande en Gebie en geneig , unbewuß an al en Gewohnhei en es zuhal-
en, auch wenn sie längs ih en Sinn e lo en haben. Typisch da ü is
e wa de Konse a ismus in bezug au die Wohnungsein ich ung und
die E näh ung. „Nich s is schwie ige , als die ein achen No men zu
e assen, die die Anpassung an eine neue Technik ü die menschlichen
Bedü nisse implizie " sag e Fou as i é44, de zugleich be on e,
wie seh nu allzu iele Wohnungen heu e noch die Zweckmäßigkei ,
die Aus ich ung au die Funk ionen, denen sie dienen sollen, e mis-
sen lassen und s a dessen an dem Schönhei sideal und Rep äsen-
a ionsbedü nis eine e gangenen Zei hängen bleiben. Ein E näh-
ungsphysiologe wie H. K au wies da au hin45, daß iele Menschen
on eine ich igen E näh ung keine genügende Vo s ellung haben, ih
Geld beim Nah ungsmi eleinkau unzweckmäßig e ausgaben, die
Näh we e bei de Zube ei ung de Lebensmi el o e schwenden,
Nah ungsmi el in alsche Zusammens ellung zu sich nehmen ode
übe haup zu iel essen.
Solche aus de Mach de Gewohnhei en s andenen I a ionali-
ä en agen in das Leben des in ande e Hinsich sich den echnischen
Bedingungen anpassenden Menschen einen Zwiespal hinein, de eine
inne e Hil losigkei e ä . Nu de Ochs is konsequen , besag nach
H. K au ein unga isches Sp ichwo — denn e iß nu G as. De
Mensch ha iele lei Möglichkei en de Lebensges al ung, deshalb muß
e sich den jeweils e nün igen Weg selbs suchen. Das se z in de
Wel des Indus ialismus den sinn ollen Einsa z echnische und öko-
nomische Möglichkei en im Diens e de Au gaben o aus, ü die sie
gescha en we den. De einzelne is in diese Wel dazu aus eigenem
U eil abe imme wenige ims ande, e muß sich au das U eil de
sach e s ändigen Spezialis en e lassen. Deshalb beda e de O ien-
ie ung übe die G undsä ze, die on den e schiedens en Wissenscha -
en ü eine e nün ige Lebens üh ung, besonde s au den Gebie en
de E näh ung, de Kö pe p lege und des Wohnens en wickel wo -
den sind. Es mangel nich an Maßs äben da ü , wohl abe an Kenn -
nis, manchmal auch an Au nahmebe ei scha in Ve b auche k eisen.
44 Jean e F ançoise Fou as ié, Les a s ménage s, Pa is 1950, S. 92.
45 Vgl. die B oschü e on Hein ich K au , E näh en wi uns ich ig? Hambu g
1953, die om Bundesausschuß ü olkswi scha liche Au klä ung, Hambu g, e -
b ei e wu de.
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88 E ich Egne [344
Schließlich geh es eine Haushal spoli ik um die Ra ionali-
sie ung de Haushal sa bei und dami zugleich de Ein-
ich ungen des Haushal s, die diese A bei eils e schwe en, eils e -
leich e n. Hie komm es da au an, de Ve knappung de Hausa bei s-
k ä e, die sich wäh end de le z en Jah zehn e ollzogen ha und eine
Übe las ung de Haus auen mi sich b ach e, möglichs zu s eue n.
Das is nu du ch die So ge ü eine Wohnungsein ich ung möglich,
welche die Hausa bei nich unnö ig komplizie , e ne du ch die Be-
ei s ellung on a bei se leich e nden Hil smi eln, nich zule z abe
auch du ch einen plan ollen Einsa z de A bei sk ä e im Haushal ,
besonde s dadu ch, daß die Haus au K a - und Zei ökonomie eib .
Die Haus au e gangene Zei en s and o wiegend am Kochhe d, so-
wei sie nich in Ga en und S all a bei e e. Die mode ne Haus au
ha eine Fülle e schiedene Au gaben zu bewäl igen, de en sie ohne
Übe ans engung nu He we den kann, wenn sie ih e E ledigung
o he so g äl ig übe leg und plan .
Alle . u^s is es mi bloße Planung nich ge an. Die En las ung
de Hau au e o de da übe hinaus die Ve ügung übe zweck-
mäßige, a bei sspa ende Haushal sge ä e. Technisch e ollkommne e
Haushal sge ä e, besonde s Haushal smaschinen, kos en abe Geld,
meis soga iel Geld. Als Folge des le z en K ieges sind die deu schen
Haushal e abe in ih e Subs anz seh e a m . Deshalb muß e man
zunächs das No wendigs e e se zen, ehl e es lange an Mi eln, um sich
mode nen Kom o leis en zu können. Nich um des bequemen Lebens,
sonde n um des Schu zes de Haus auen o Übe las ung und de da-
mi e bundenen kö pe lichen und psychischen Schäden willen u die
Übe windung dieses Hinde nisses no . Ohne die Ra ionalisie ung und
dami auch Technisie ung des Haushal s is un e mode nen Lebens-
bedingungen eine Lösung des amilienpoli ischen P oblems nich mög-
lich. Das is einmal eine F age des Familieneinkommens, da übe hin-
aus abe auch eine Au gabe de Indus ie, nämlich de Scha ung p eis-
we e S anda d ypen de in F age kommenden Ge ä e und Maschinen.
3. Die äuße en Lebensums ände
Schließlich is hie eines le z en Au gabenkomplexes ökono-
mische Familienpoli ik zu gedenken, de P obleme, die sich wede
un e den Beg i de Einkommensbescha ung noch un e denjenigen
de Einkommens e wendung be iedigend assen lassen, sonde n
mi den äuße en Lebensums änden zusammenhängen, mi denen
sich die Familie auseinande zuse zen ha . Dabei wi d alle dings übe
den ökonomischen Be eich hinaus s a k in ih e sozialen P obleme hin-
übe geg i en. Sie sind au diesem Felde nich scha zu ennen.
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345] ökonomische P obleme de Familienpoli ik 89
Hie he sind besonde s die Wohnungsp obleme zu zählen,
wenn man sie nich un e dem Gesich spunk de Einkommens e wen-
dung zu Ve b auche schu zpoli ik echnen will. Das is logisch an
sich gebo en, ozdem nich zweckmäßig, da hie übe den Ve b auche -
schu z hinausgehende Zusammenhänge zu be ücksich igen sind. Daß
das Wohnungsp oblem sich du ch eine Kinde beihil enpoli ik, übe -
haup du ch eine Einkommenspoli ik, on selbs löse, is ein unbe-
g ünde e Op imismus. Die E ah ung leh , und heo e ische Übe -
legungen bes ä igen es, daß de p i a e Wohnungsbau dem Beda de
kau k a schwachen Schich en, im besonde en auch de kinde eichen
Familien, nu unzulänglich ge ech wi d, daß deshalb au eine S eue-
ung des Wohnungsma k es un e sozialen Gesich spunk en solange
nich e zich e we den kann, als das Einkommen diese K eise nich
eine solche Höhe e eich , die ih den Wohnungsbau aus eigene K a
e möglich . Ein un e nehme isch be iebenes p i a es Wohnungswesen
ha die Tendenz, die Gesam hei mi hohen sozialen Kos en zu be-
las en, so besonde s du ch Gesundhei sschädigungen und eine s eigende
K iminali ä .
Alle dings schließ die Fo de ung nach eine die Familienbelange
be ücksich igenden Wohnungspoli ik keineswegs die Rech e igung
eine du ch behö dliche Mie egulie ung be iebenen Wohnungspoli ik
in sich, de en Unzulänglichkei sich im In- und Auslande iel ach ge-
zeig ha . Es handel sich auch ga nich allein da um, de Familie eine
kos engüns ige Wohnung zu scha en. Es geh hie da übe hinaus um
die quali a i e Bescha enhei de Wohnungen, um die So ge da ü ,
daß die Familie ih e G öße en sp echend in de Wohnung gesunde
Lebensbedingungen inde . Das häng on manche lei Fak o en ab,
da on, daß sie Lich und Lu in aus eichendem Maße einläß , die Be-
wohne gegen Wi e ungsunbilden, gegen Käl e im Win e , gegen
Hi ze im Somme , schü z , daß sie eine pe sönliche Hygiene e möglich ,
abe auch da on, daß sie den Kinde n Raum ü Schla , Spiel und
A bei läß 46. Je meh dagegen e s oßen wi d, um so meh allen de
Gesam hei soziale Kos en zu, wäh end zugleich de Un iede in de
Familie gesä wi d.
Die Wohnungspoli ik is abe nu ein spezielle Be eich aus einem
g öße en Zusammenhange, dessen sich die Familienpoli ik annehmen
muß. In seinem Rahmen handel es sich e ne um die ökonomischen
46 Fü diese Zusammenhänge bie e eiches Ma e ial das Buch des Sozial-
hygienike s de Londone Uni e si ä , J. M. Mackin osh, Housing and Family Li e,
London 1952; e ne sei au das Gu ach en zu F age de amilienge ech en
Wohnung, e s a e om wohnungswi scha lichen Bei a beim Bundesminis e ium
ü Wohnungsbau, e wiesen.
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.75.3.67 | Gene a ed on 2023-04-04 11:11:39
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und sozialen Lebensbedingungen, in die sich die Familie du ch ih e
wei e e Umwel auße halb des Hauses in Nachba -
scha , Gemeinde und de en übe gemeindlichem Einzugsbe eich ges ell
sieh . Es b auch hie nu an die P oblema ik de g oßs äd ischen
Mie skase nen ie el, abe auch an diejenige de Pendelwande ungen,
also de mangelnden Zuo dnung on A bei spla z und Wohnsi z, e -
inne zu we den. Hie übe schneiden sich die Belange de Familien-
poli ik mi den Bes ebungen mode ne Gemeinde- und Raumo dnung.
Daß die un e dem Ein luß des Indus ialismus gewachsene S ad
ih e Tendenz nach amilien eindlichen Cha ak e ha , und zwa um
so meh , je s ä ke das g oßs äd ische Elemen in ih du chd ing , is
besonde s un e dem Gesich spunk ih e mangelnden biologischen Re-
gene a ion o gesag wo den47. Die neue S ad soziologie is zu dem
E gebnis gekommen, daß die S ad ih e inne e Einhei und dami auch
ausgewogene S uk u wei gehend e lo en ha und nu noch eine
du ch güns ige ökonomische S ando sbedingungen zus ande gekom-
mene Häu ung he e ogene G uppen is 48. Da in sind g oße Schwie ig-
kei en ü die mode ne Familie angeleg , die in ih e Umwel nich
meh den Rückhal inde , den ih die o indus ielle Wel bo . Das
gil nich nu in soziale Hinsich , sonde n auch in ökonomische Be-
ziehung. Die Familie is in ih e wi scha lichen Exis enz om Gedei-
hen de ö lichen und egionalen Wi scha abhängig, die ih abe
keine Siche ung zu bie en e mag, da sie selbs maßgeblich du ch übe -
g ei ende Zusammenhänge bes imm wi d. Zwa bie e die S ad , wie
de Zug zu ih hin e deu lich , de Familie besonde e ökonomische
Chancen. Die A bei sauswahl und Au s iegsmöglichkei en sind hie
ganz ande e als au dem Lande. Die Medaille ha abe die wenig e -
euliche Keh sei e eine besonde en K isenemp indlidikei . An sich
könn e bei ö lichen Wi scha ss ö ungen eine zwischengebie liche
A bei smobili ä o eine En las ung scha en. Ih s ellen sich abe ge-
ade bei den Familien ä e n du ch die on ihnen abhängigen Ange-
hö igen und den Mangel an lüssigen Mi eln g oße Hinde nisse in den
Weg. Die Raumo dnung such solchen Schwie igkei en du ch eine wi -
scha s egionale S uk u poli ik zu begegnen, die eine S abilisie ung
47 In diese Fo m inde sich de Gedanke besonde s bei einem de Vä e
mode ne Raumo dnungspoli ik, bei Pa ick Geddes in seinem Buche „Ci ies in
E olu ion" (1915). Vgl. dazu die gekü z e Neuau lage des Buches, London 1949.
Das biologische A gumen wu de on ihm du ch Lewis Mum o d übe nommen und
in dessen zahl eichen Sch i en ausgeb ei e , so auch in seinem in deu sche Übe -
se zung o liegenden We ke „Megalopolis", Wiesbaden 1951.
48 So Hans Linde, G und agen de Gemeinde ypisie ung, in „Raum und Wi -
scha ", Fo schungs- und Si zungsbe ich e de Akademie ü Raum o schung und
Landesplanung, Bd. III, B emen-Ho n 1953, S. 68 .
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