K use, Al ed
A icle
In la ionss ömungen de Gegenwa
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K use, Al ed (1964) : In la ionss ömungen de Gegenwa , Schmolle s Jah buch
ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin,
Vol. 84, Iss. 3, pp. 323-332,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.3.323
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In la ionss ömungen de Gegenwa *
Von Al ed K use, Be lin
Es is alles eue e gewo den! Diese Klage u is in ielen Sp achen
in ielen Lände n jah aus jah ein «zu hö en. Die allgemeine P eis-
s eige ung, die In la ion, is o enba eine wel wei e Plage. Sie is
albe nich nu eine Plage, sie is eine ge äh liche K ankhei des
Wi scha slebens, die zudem noch ans eckend is . Sie ha auch die
deu sche Wi scha be allen; abe sie sudi manche emde Volks-
wi scha in einem iel e sch eckende en Maße heim. Daß es in
diese Hinsich in de üb igen Wel iel schlimme aussieh als bei
uns, mögen ein paa Zahlen beweisen. Kü zlich and ich eine Zusam-
mens ellung de P eisen wicklung in e schiedenen Lände n ü die
Zei on 1952 bis 1962, also ü ein ganzes Jah zehn 1, und and da-
bei, daß die Schweiz und die Ve einig en S aa en mi eine jäh lichen
Ve minde ung de Kau k a des Geldes on 1,2 bis 1,3% die S aa en
wa en, die noch das bes e mone ä e Wohl e hal en an den Tag geleg
ha en. Die Bundes epublik und I alien olg en in de Rango dnung
mi 1,5 bis 2,2% Gelden we ung im Jah , dann schloß sich G oß-
b i annien an mi 2,9%, F ank eich mi 3,5%; und nun kamen bald
seh hohe Sä ze: Pe u, Kolumbien mi 6 bis 7 % p o Jah , A gen inien
20%, B asilien 22%, Chile 25% und Boli ien an de Spi ze mi
du chschni lich 35% Gelden we ung im Jah . Das sind Zahlen, die
zu denken geben. Zudem is die ela i güns ige En wicklung de DM
de Bundes epublik nu scheinba , jeden alls was die En we ung de
Kau k a de DM in den le z en Jah en anlang , denn allein ü das
Jah 1963 s ell e die Deu sche Bundesbank kü zlich es , daß die
Lebenshal ungskos en um 3% anges iegen sind. O enba is es mi
unse em mone ä en Wohl e hal en nich meh ganz so gu bes ell wie
ühe . Das gil üb igens auch ü eine Reihe de ande en Lände , wie
e wa ü die Schweiz, die im e gangenen Jah 4% Gelden we ung
hinnehmen muß e; o allem gil das abe ü F ank eich und I alien.
Es soll au wei e e Zahlen e zich e we den, insbesonde e weil sie nu
* Vo ag, gehal en o de Fakul ä ü "Wi scha swissenscha en de Tech-
nischen Uni e si ä Be lin in Zusammenwi ken mi dem Sende F eies Be lin, am
19. 2. 1964.
1 Mon hly Economic Le e de Fi s Na ional Ci y Bank New Yo k. Juli 1963.
21*
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andeu ungsweise ein Bild on de Gelden we ung geben. Denn die
P eise e ände n sich nich einhei lich; jede allgemeine P eiss eige-
ung is mi ühlba en P eis e schiebungen e bunden. Einzelne
P eise s eigen schnelle , ande e langsame . So kann es sein, daß bei-
spielsweise de Baulus ige übe eine he ige P eiss eige ung und En -
we ung seines Geldes klag , wäh end jemand, de Impo gü e kau en
will, sich übe die gesunkenen Wel ma k p eise eu und ga eine
E höhung de Kau k a seines Geldes es s ell . Wenn also die Min-
de ung ide Kau k a des Geldes s a is isch gemessen wi d, so handel
es sich bei dem E gebnis as s e s um einen g oben Du chschni . Man
wähl zu Messung de In la ionie ung meis ens die Lebenshal ungs-
kos en, welche die Ve eue ung de Lebenshal ung eine ypischen
Konsumg uppe ( ie köp ige A bei e amilie) in Za hlen aß .
Die In la ion, selbs dann, wenn sie nu als 'schleichende In la ion
au i , is eine K ankhei , also e was Übles, das de gesam en Volks-
wi scha wide äh . Jede Gelden we ung nimm dem Gläubige
einen Teil seines Ve mögens und gib ihn dem Schuldne . Wenn wi
es s ellen, daß in Deu schland die K edi ins i u e e wa 80 M d. Spa -
einlagen e wal en, daß im üb igen lang is ig e b ie e Schulden
in de G ößeno dnung on 75 M d. DM exis ie en und die Te min-
und Sich einlagen 70 M d. DM be agen, so kommen wi au eine hohe
Summe (wi b auchen das nich genau zu addie en), jeden alls au
einen Be ag on übe 200 M d. DM. Dabei sind noch nich alle K e-
di beziehungen mi einge echne . Un e s ell man nun eine Gelden -
we ung im Jah on nu 21/2'%> — das is also wenige , als was wi
im e gangenen Jah in Deu schland ha en —, so bedeu e das eine
Ve mögens e schiebung on den Gläubige n au die Schuldne ( ü
den Gläubige is das eine En eignung) in eine G ößeno dnung on
e wa 5 M d. DM jäh lich. Allein ü die Spa einlagen, d. h. ü die
kleinen und mi le en Spa e , ü die es keine geeigne e Anlage o m
gib , bei de sie de Gelden we ung en gehen können, bedeu e das
eine jäh liche Einbuße on 2 M d. DM. Mi de E wähnung diese
schädlichen Auswi kungen de In la ion soll es genug sein! Vo allem
kann hie nich eingegangen we den au die S ö ungen im P eisge üge
und die Beein äch igung kün ige Kapi albildung.
Eine In la ion en s eh nich om selbs . Es gib keine au ogene
In la ion. Man müß e also die Schuldigen ode die Ve u sachenden
au inden können. Siche gib es nich nu eine, sonde n iele U -
sachen. Es is iel-lcich zu Klä ung des Sach e hal s zweckmäßig, ol-
gende Ein eilung o zunehmen: Es kann e s ens eine Nach age in la-
ion geben, zwei ens eine Anbie e in la ion und (d i ens eine impo -
ie e In la ion, die alle dings in ih e le z en Ve u sachung auch wie-
de Nach age - ode Anbie e in la ion sein muß.
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In la ionss ömungen de Gegenwa 325
Was heiß Nach age in la ion? Hie wi d die Gelden we ung e -
u sach du ch jene, die au den Mä k en zusä zlich als Nach age au -
e en; sie sind hie zu in de Lage, weil sie on i gendeine Sei e zu-
sä zliches Geld — Ba geld ode Gi algeld — bekommen haben unid
dami au den Mä k en zusä zlich als Käu e au e en und so die
P eise in die Höhe eiben. De P o o yp eines Nach age s, de mi
zusä zlich geschöp em Geld eine In la ion e u sach , is de S aa .
Die g oßen Gelden we ungen de Ve gangenhei und Gegenwa sind
as ausschließlich S aa sin la ionen gewesen. De S aa , de K iege
üh e, de S aa , de sich zu iel o genommen ha au dem Gebie e
de Sozialpoli ik ode bei de wi scha lichen En wicklung des Lan-
des, e scha sich zusä zlich Geld, o wiegend und le z lich bei de
Zen alno enbank. De S aa gib dann dieses Geld aus und eib da-
mi die P eise an den Mä k en de Wa en und Leis ungen in die
Höhe. Dieses Geld zi kulie wei e , und die P eise e höhen sich dann
allmählich in de ganzen Volkswi schla . Einen ande en Fall on
Nach age in la ion e leb en wi in ühe en Zei en bei jedem Kon-
junk u au schwung. Wenn die Geschä e gu gingen, wenn Vollbe-
schä igung he sch e, ugen In es o en, denen es an Kapi al ehl e,
ih e Ideen den Banken o und ließen sich zusä zliche K edi e ein äu-
men. Dieses zusä zliche Geld wu de in es ie , also ausgegeben; abe
de zusä zlichen Nach/ age a en noch nich gleich zusä zliche Gü e
en gegen, weshalb es dann zu P eiss eige ungen kam, die das ypische
Symp om eine au s eigenden und kumulie enden Konjunk u sind.
Ein wei e e Fall on Nach age in la ion sei e wähn : Gelegen lich
kann auch de Konsumen de jenige sein, de eine Nach age in la ion
e u sach . Ein Beispiel aus de Nachk iegszei is de sog. Ko ea-
Boom. In diese Zei , als eine g oße Un uhe sich in de Wel b ei
mach e, kau en nich nu de S aa und die Un e nehme mi bishe
au dem Ma k nich wi ksamem Geld, sonde n auch die Konsumen-
en izogen Geld iom ih en Kon en ab, gaben es aus und b ach en es
dami zusä zlich in den Umlau . Sie haben die damalige in la o ische
P eisbewegung zumindes mi e schulde .
Nun zum zwei en Typus de In la ion, zu sog. Anbie e in la ion.
Hie is de Anbie e am Ma k e de Ve u sachende. Die Zusammen-
hänge sind e was komplizie e , weshalb ich mich au die wesen -
lichs en Linien besch änken möch e. De ypische Fall eine solchen
Anbie e in la ion is die Lohnin la ion. Wenn die Gewe kscha en
den Lohn übe den Gleichgewich slohn hinaus eiben, d. h. übe den
Lohn de sich am Ma k e bilden wü de, wenn ge ade Angebo und Nach-
age ins Gleichgew»di kommen, dann kann diese Lohne höhung zu
in la o ischen P eiss eige ungen üh en. Vielleich we den die A bei -
gebe die A bei e zunächs einmal wei e beschä igen. Sie müssen
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sich zusä zliche Mi el ü die g öße en Lohnzahlungen au diese ode
jene Weise — zum g oßen Teil au dem K edi wege — bescha en.
So gelang zusä zlich Geld in Umlau , das nun idiese Lohnin la ion
e s e ek i mach ; denn wenn nich au i gendeine Weise zusä zlich
Geld i ulen wü de, dann müß e in olge de Lohne höhung A bei s-
losigkei en s ehen. Ande e Beispiele om Anbie e in la ion gib die
Gegenwa in eiche Zahl: so das Nachziehen on P eisen, die nich
ma k ge ech wa en — bei Ve keh s a i en, Mie en — ode Monopol-
p eisen und nich zule z auch bei den Ag a p eisen. De Ans oß
geh imme aus on de Anbie e sei e. Diejenigen, die e was e kau-
en wollen, o de n meh ; und sie bekommen meh , ohne daß ande e
wenige bekommen und de en P eise sinken, weil an i gendeine
S elle de Volkswi scha zusä zliches Geld be ei ges ell wi d.
Zu diesen beiden G und ypen de In la ion komm noch ein d i e ,
die impo ie e In la ion. In de mode nen Wel wi scha bei dem
gegenwä igen Wäh ungssys em mi es en Wechselku sen zeig sich,
daß In la ion ans eckend is . Selbs Volkswi scha en, die gesund
bleiben wollen, e liegen seh o diesem In la ionsbazillus. Es is
schwe ü die Wi scha spoli ike , insbesonde e ü die No enbank
in diesen Volkswi scha en, sich o de Ans eckung zu schü zen. Die
im Ausland au ge e ene In la ion g ei au das geldpoli isch gesunde
Inland übe . Wi haben heu e in de Wel wi scha ein Wäh ungs-
sys em mi es em Wechselku s. De Wechselku s wi d s abilisie
du ch die Zen alno enbank. Da in bes eh in de Gegenwa eine
ih e o nehms en ' Au gaben. Wenn beispielsweise in olge g oße
Expo übe schüsse s ändig meh De isen in ein Land he eins ömen,
als De isen ü Impo e usw. hinaus ließen, so zeig sich au den
De isenmä k en ein De isenübe schuß, den die Zen alno enbank
übe nehmen muß, weil sons die Wechselku se nich meh s abil blei-
ben, die Ku se de emden Wäh ungen ande n alls absinken wü den.
Dahe de Zwang ü die Zen alno enbank, diese De isen aus dem
Ve keh zu nehmen. Im gleichen Augenblick und im selben Um ang,
wie die No enbank diese De isen aus dem Ve keh nimm , gib sie
inländische Zahlungsmi el in Zi kula ion und e höh den gesam en
Geldumlau . Ähnliches i ein, wenn aus dem Auslande K edi e
he einkommen. Dann kann sich ein De isenübe schuß zusä zlich ode
öllig unabhängig on den Handelss ömen e geben. Bei all diesen
Vo gängen is zunächs nu abgehoben au die Ve meh ung des Zen-
albankgeldes, d. h. also au die Ve meh ung des Geldes, das on
de Zen alno enbank in Fo m on Ba geld ode auch on No enbank-
gi algeld in den Ve keh gegeben wi d. Ta sächlich zeig sich abe bei
unse em mode nen Geldsys em eine Po enzie ung de ges al , daß au -
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In la ionss ömungen de Gegenwa 327
bauend au dem e meh en Zen albankgeld auch die Gi algeldmenge
de Geschä sbanken wesen lich e wei e we den kann.
Nun zu den besonde en Ve häl nissen in de Bundes epublik.
Welche A on In la ion lieg bei uns o ? Daß übe haup eine
in la o ische Bewegung im Gange is , s eh wohl auße Zwei el, selbs
dann, wenn wi e wa diese 3°/o Gelden we ung ü das e gangene
Jah anzwei eln und op imis isch sein wollen und sagen, daß ielleich
bei de Be echnung nich alle Quali ä s e besse ungen de Wa en
genügend be ücksich ig sind, daß es also ielleich nu 2 °/o ode
lV2°/o wa en. Eine En we ung des Geldes lieg jeden alls o , und
diesen Vo gang de Gelden we ung nennen wi nun einmal In la ion.
Wich ig is zunächs die Fes s ellung, daß in de Bundes epublik
die Gelden we ung heu e ganz übe wiegend dem Typus de impo -
ie en In la ion zuzu echnen is , wenn auch zugegeben we den muß,
daß es sich hie um eine komplexe E scheinung handel und noch
ande e in la ions eibende K ä e mi am We ke sind. Expo übe -
schüsse hal en bei uns sei 1951 an. Sie haben sich nach de Wäh ungs-
au we ung dann im Jah e 1962 e minde , sind abe mi g oße
S ä ke wiede im Jah e 1963 au ge e en. Übe dies ha es allen An-
schein, daß die zukün ige En wicklung dahin gehen wi d, daß die
Expo übe schüsse wei e anwachsen, wenn nich i gendein une wa e-
es wi scha liches ode poli isches E eignis ein i . Die ak i e Han-
delsbilanz is zum g oßen Teil die Folge da on, daß sich im Ausland
eine seh iel s ä ke e Gelden we ung ollzieh als bei uns. Es sei
e inne an die P eisbewegungen insbesonde e in unse en Nachba -
lände n inne halb de EWG, in F ank eich, I alien und Holland. Abe
wi können as die übe wiegende Zahl de Lände de Wel wi scha
he anziehen, as übe all haben wi s ä ke e Gelden we ungen als in
Deu schland, nich zule z in den (En wicklungslände n.
Auße dem inde zu Zei ein be äch liche Kapi alimpo s a . Es
kommen also De isen nich nu aus Expo übe schüssen, sonde n auch
aus dem Kapi alimpo he ein. Das is die Folge da on, daß bei uns
wegen de g öße en Kapi alknapphei ein ela i hohe Zins bes eh ,
zum Teil auch in olge de güns igen Möglichkei en ü Auslände , sich
an deu schen Un e nehmungen zu be eiligen. Die ü das Ausland
billigen deu schen beweglichen Wa en we den expo ie , unbewegliche
Fab iken und G unds ücke, die dem Auslände billig e scheinen, we -
den angekau , ode man be eilig sich an den Un e nehmunigen. Hinzu
kommen die An eize aus den besonde en Ve häl nissen du ch den
EWG-Zusammenschluß.
Ein wei e e G und is die Kapi alhe ein luch , die längs o uns
die Schweize zu spü en bekommen haben. Die lüssigen Ve mögen
liehen die Lände mi hohe S eue belas ung ode mi d ohenden
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En eignungen und suchen Zu luch in Lände n wie die Schweiz mi
e gleichsweise milde Bes eue ung, hohe Rech ssiche hei , Bank-
geheimnis und ühe auch ela i s abile Kau k a des Geldes. Da
die Schweiz e such ha , diese Mi el e nzuhal en, wenden sich die
Fluch gelde in e s ä k em Maße auch de Bundes epublik zu. Zu
alledem komm noch das sog. agabundie ende Geld — auch heißes
Geld genann — also ku z is ige Mi el, die meh ode wenige aus
spekula i en G ünden on Land zu Land gehen und imme , wenn
i gendwelche Au we ungs- ode Abwe ungsge üch e au auchen, be ei
sind, in die güns ige e Wäh ung hinübe zuwechseln. Vo de Au we -
ung de DM lössen o allem im Jah e 1961 solche Mi el in g oßem
Um ang nach Deu schland. Und da man bei uns zu Zei wiede um on
Au we ung sp ich , kommen ielleich deswegen auch schon wiede
Gelde he ein. Denn we aus eine emden Wäh ung in die deu sche
Wäh ung hineingeh , sich also hie Geldma k - »ode Kapi alma k -
papie e bescha ode au Inlandskon en anleg , de e häl dami
einen DM-We ; nach ollzogene Au we ung e hiel e e einen en -
sp echend höhe en Be ag in seine Wäh ung zu ück. Also eine seh
siche e Spekula ion ü den, de genau weiß, daß eine Au we ung
kommen wi d!
Zusammen assend is zu sagen, daß diese Impo on In la ion die
Haup u sache unse e Gelden we ung zu sein schein . Hinzu komm
abe , daß bei uns in le z e Zei de S aa — S aa im wei es en Sinne,
also Bund, Lände , Gemeinden usw. — auch nich un ä ig gewesen is :
E ha die In la ion, wenn auch ungewoll , o ange ieben. Wenn man
die No enbankausweise be ag , so e gib sich olgendes Bild: Im
Jah e 1955 wa de S aa mi e wa 1,9 M d. DM ne o bei de No en-
bank e schulde , im Jah e 1963 wa en es abe be ei s 7V2 M d. DM.
Die le z en Manipula ionen mi dem Bundeshaushal , wobei man e -
such , sich die ehlenden Mi el auße halb des Bundeshaushal s «zu be-
scha en, scheinen in dieselbe Rich ung zu deu en. Auße de An-
s eckung, die wi on außen haben, auße de in ek iösen In la ion,
haben wi noch einen eigenen In la ions i us im Lande, den de Nach-
age in la ion.
Anbie e in la ion dagegen schein bei uns in g öße em Um ange
nich o handen zu sein, wenn auch nich übe sehen we den da ,
daß das Nachziehen de P eise in la o ische Folgen haben muß. Es
sei o allem an die Mie en gedach , abe auch an das Hinau eiben
de Ag a p eise und die Ve knappung au dem A bei sma k mi
den dadu ch sich e gebenden Lohns eige ungen, e s ä k du ch die
A bei szei e kü zungen.
Welches Rezep kann gegen diese K ankhei des Wi scha slebens
nun e sch ieben we den? Wie soll die In la ion bekämp we den?
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In la ionss ömungen de Gegenwa 329
Das is en wede eine seh schwie ige ode auch eine seh leich e Au -
gabe. Man kann sich diese Au gabe leich en ledigen, indem man
ein ach sag : Diese U sachen lassen sich mi den und den ökonomi-
schen Mi eln bekämp en. Diese Mi el sind uns bekann . Also is das
Rezep e ig. Abe das Wi scha sleben s eh ja nich isolie im
poli ischen Leben. Unse e Fo de ungen, die wi als Na ionalökono-
men wohl s ellen können, sollen auch e üll we den können, d. h.
wi müssen schon mi in Rücksich ziehen, was poli isch möglich is .
In ühe en Zei en dach e man imme bei in la o ischen Bewegun-
gen, insbesonde e sowei sie im Rahmen eines Konjunk u au schiwuai-
ges sich zeig en, an die K edi es ik ion. Man sag e, die No enbank is
ja dazu ida, ü O dnung zu so gen. Die No enbank, die zu iel Geld
gescha en ha , muß auch die Geldmenge wiede e minde n; au o-
ma isch wü de dann auch 'die da au au gebau e Gi algeldmenge de
Geschä sbanken sch ump en. Die Dinge liegen leide heu e nich so
ein ach. Wi können unse e No enbank jeden alls kaum nach diese
Rich ung hin Vo wü e machen. Ein Blick au die No enbankbilanzen
— e gleichen wi 1955 bis 1963 — zeig , daß .die Banken im Jah e
1955 e wa ih e Kon en mi de No enbank ausgeglichen ha en, sie
ha en nu eine ganz schwache Gläubige posi ion (e wa 300 Mill. DM
ha en die Geschä sbanken on de No enbank zu o de n); 1963 ha
sich diese Gläuibige s ellung de Banken wesen lich e s ä k ; je z
sind es 10,9 M d. DM, welche die No enbank den Geschä sbanken
schulde , zum Teil beding du ch Mindes ese e e p lich ungen, also
du ch P lich einlagen, die das Bundesbankgese z o sch eib . Eine
K edi es ik ion, eine Ve minde ung des K edi olumens de Ban-
ken und dami de in es ie enden Wi scha kann die Bundesbank
schwe lich in g oßem S il du ch üh en. Es is eben die Liquidi ä au
dem Geldma k wegen de g oßen De isenübe schüsse so g oß, daß
Banken und Wi schia ga nich au den No enbankk edi angewie-
sen isind. Die Bundesbank könn e wohl die Zinssä ze hinau se zen,
sie könn e K edi es ik ion be eiben ode die Mindes ese esä ze
bis )Z,u ih e Maximalhöhe hinau se zen, das alles wü de den Banken
zwa weh un, abe eine en scheidende Wendung nich he bei üh en,
insbesonde e deswegen nich , weil, sei 1958 die DM kon e ibel is ,
ehlende Mi el on den Banken auch im Ausland bescha we den
können; man kann sich au den auswä igen Geldmä k en ohne wei e-
es e schulden, wenn man e wa bei de No enbank nich meh das
bekomm , was man bishe bekommen ha . Die K edii es ik ian äll
somi als Mi el zu Bekämp ung de In la ion beinahe öllig aus.
Die zwei e Möglichkei wä e, an den S aa zu appellie en. E könn e
e anlaß we den — das is alle dings nu eine heo e ische Fo de-
ung, poli isch is das wah scheinlich ga nich disku abel —, du ch
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höhe e S eue einnahmen Schulden, die e bei de No enhank ha , zu-
ückzuzahlen. Das wä e eine Möglichkei . Eine ande e wä e: De S aa
wü de das Ausgabe olumen e inge n und die so eigese z en Mi el
e wenden, um seine Schulden bei de Bundesbank abzudecken. Bei-
des sind Möglichkei en, um diese In la ion zu beg enzen ode zu
s oppen. Es ag sich nu , ob das im Jah e 1964 poli isch du ch üh -
ba is , in einem Jah e, in dem die Wahlen io de Tü s ehen. Die
Men ali ä is im allgemeinen die, daß man sag : Jawohl, die In la ion
is ein Übel; abe ich als Ren enemp änge ode ich als K iegsop e
ode ich als Landwi ode we ich auch imme sein mag, ich habe
doch hie eine be ech ig e Fo de ung, die muß unbeding e üll we -
den. Denken wi wei e hin nu an die g oßen d inglichen In es i io-
nen des S aa es: S aßenbau, Hochschulen, Schulwesen, K anken-
häuse , Wasse wi scha und ieles ande e meh — on de Rüs ung
ganz zu schweigen —, alles das sind ja Dinge, die poli isch io nan-
s dhen. Und wenn es dann ha au ha komm , sag man: Nun, dann
nehmen wi liebe die In la ion in Kau — solange sie nich zu galop-
pie en an äng .
Zum Schluß noch eine Beme kung zu eine wei e en Lösungsmög-
lichkei : die Ände ung des Wechselku ses. Wi ha en schon im Jah e
1961 eine Au we ung, und diese Au we ung soll e den Zweck haben,
die In la ion zum S ills and zu b ingen ode zumindes das In la-
ions empo zu e minde n. Jedoch diese Au we ung is damals zu
spä gekommen, und die Au we ung is in zu ge ingem Maße e olg .
Wie auch imme die damalige Si ua ion beu eil wi d, wi s ehen
heu e wiede o einem s a ken Expo übe schuß und Kapi alhe ein-
s om. Diese Expo übe schüsse könn en eilweise du ch eine neue -
liche Au we ung eingesch änk we den. Ich bin mi abe seh wohl
bewuß , daß alle diejenigen, die di ek ode indi ek am Expo be-
eilig sind, einschließlich de Bankwi scha , höchs unzu ieden sind,
wenn de a ige Vo schlä/ge gemach we den. De en In e essenlage e -
lang eindeu ig (die Beibehal ung des je zigen Wechselku ses, Nicli -
he ump obie en, keine Expe imen e mi dem Wechselku s! Dem ha
sich wei gehend die sog. allgemeine Meinung angeschlossen, die imme
moch wie zu den Zei en de Me kan ilis en das Eindämmen des Ex-
po s als eine e abscheuenswe e, das Va e land e a ende Wi -
scha spoli ik ansieh , ganz gleich wie die Zahlungsbilanzsi ua ion des
Landes is . Ich bin nich de Ansich , daß de Wechselku s abu is .
Ich wü de soga emp ehlen, einen noch adikale en Weg einzuschla-
gen, de alle dings mi dem Fo sch ei en des Au baus de EWG
schwie ige ®u begehen is : Übe gang zu lexiblen Wechselku sen.
Dami wü de dem P eis ü ausländische Wäh ung, dem Wechselku s,
die Sonde s ellung in de Ma k wi scha genommen, es e P eis zu
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.3.323 | Gene a ed on 2023-04-04 11:35:41