Lenel, Hans O o
A icle
Folg de Konzen a ionsp ozeß allgemeingül igen
Gese zen?
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Lenel, Hans O o (1964) : Folg de Konzen a ionsp ozeß allgemeingül igen
Gese zen?, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN
1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 84, Iss. 6, pp. 714-732,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291067
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Folg de Eonzen a ionsp ozeß
allgemeingül igen Gese zen?
Beme kungen zu de Ve ö en lichung
des Ve eins ü Socialpoli ik und zu den Büche n
on F i z Ma bach und Leopold Koh *
I.
Imme wiede begeben sich Na ionalökonomen au die Suche nach
allgemeingül igen Gese zen, nach deinen sich die wi scha liche En -
wicklung ollzieh . Das Ziel, das dabei e olg wi d, is einmal wei-
e , ein ande es Mal wenige wei ges eck . Ein Beispiel ü das eine
is Ka l Ma x, de e such e, mi solchen Gese zen den gesam en
bishe igen Ablau de Geschich e zu e klä en und die wei e e En -
wicklung in de Zukun o he zusagen. Bescheidene wa die Ziel-
se zung de jenigen Konjunk u heo e ike , die nach einhei lichen
Gese zen ü den Konjunk u ablau o sch en. Auch, das s ä ke e
In e esse am Ko<nizien a ionsp ozeß ha manche Geleh e ange eg ,
nach allgemeinen, die En wicklung dieses P ozesses behe schenden
Gese zen zu suchen.
Ich habe nich die Absich , den Inhal de om Ve ein ü Social-
poli ik zu Vo be ei ung und als E gebnis seine Kissinge Tagung
o geleg en ie Bände mi dem Ti el „Die Konzen a ion in de
Wi scha " als meh ode wenige ielsei ige Bemühungen um das
Au inden solche Gese ze zu cha ak e isie en. Fü eine solche Cha ak-
e isie ung is de Inhal diese Bände iel zu mannig al ig und die
Eigena de da an mi wi kenden Geleh en iel zu e schieden. Nich
nu un e schi eidliche F ages ellungen, sonde n auch ganiz e schie-
dene Fo schungs e ah en sind hie e einig . Neben wenigen Bei-
ägen, die o wiegend die Suche nach den e wähn en Gese zen
zum Ziele haben, s ehen u. a. Au sä ze, die den P oblemen de E -
assung de Fak en gewidme sind. Hie zu echne ich z. B. den seh
au schluß eichen Au sa z on Ge ha d Fü s im 1. Band ..Konzen a-
ion de Be iebe und Un e nehmen", de die P oblema ik o allem
* Die Konzen a ion in de Wi scha . In: Sch i en des Ve eins ü Social-
poli ik. Neue Folge Bd. 20 I—III u. Bd. 22. Be lin 1960 u. 1961. — F i z
Ma badi:
Die Konzen a ion in de Wi scha . Düsseldo u. Wien 1964. — Leopold
Koh :
Die Übe en wickel en. Düsseldo u. Wien 1962.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
Be ich e 715
aus de Sich des S a is ike s behandel . Ein ande e Au sa z mi dem
Ti el -Zu s a is ischen Messung de Konzen a ion" ( on Hans
Kelle e , eben alls im 1. Band) mach uns mi den Schwie igkei en de
Auswe ung de s a is ischen Un e lagen übe den Konzen a ions-
p ozeß e au . P ak ische Beispiele ü eine solche Auswe ung gib
de Au sa z on Wol gang Kilge „Indus ie und Konzen a ion". In
ande en Bei ägen des 1. Bandes we den S and und En wicklung de
Konzen a ion in einzelnen Wi scha szweigen geschilde .
Auch im zwei en Band, in dem ich seines Ti els („U sachen de
Konzen a ion") wegen am ehes en nach allgemeinen Gese zen o -
schende Bei äge suchen wü de, sind ganz e schiedena ige Au sä ze
zu inden. De in e essan e Au sa z on John M. Blai , dessen
Ti el („On he Causes o Concen a ion") dem Ti el des Bandes en -
sp ich , be aß sich o allem mi de Deu ung de Fak en. In dem
Abschni „Beein lussung de Konzen a ion du ch das Rech " olgen
dann d ei Da s ellungen on Konzen a ionsp ablemen aus de Sich
des Ju is en und eine ie e („Ak ien ech s o m und Konzen a ion"
on Wol gang S ü ze ), die wesen lich b ei e angeleg is , als ih
Ti el e sp ich , und neben eine Wü digung ak ien ech liche P o-
bleme om S andpunk des Na ionalökonomen die wich igen Ein lüsse
au die Konzen a ion on Sei en de Finanzie ung behandel . Gese z-
mäßigkei en we den auch in den üb igen d ei Abschni en dieses
Bandes nich gesuch , die den Ein lüssen de S eue n, de Wi scha s-
und Sozialpoli ik »gewidme sind. Un e den im o le z en Abschni
zusammenge aß en Bei ägen be inde sich z. B. ein seh an egende ,
o wiegend soiziologisch ausge ich e e Au sa z on Robe Mossé
mi dem Ti el „La poli ique économique ançaise e la concen a-
ion".
Zu Beginn des d i en, „Wi kungen und P obleme de Konzen-
a ion" be i el en Bandes s oßen wi dann au einen de beiden
Bei äge, mi denen ich mich e was nähe be assen will, nämlich den
Au sa z „Konzen a ion und wi scha liche En wicklung" on Ka l
B and . Aus diese Auswahl bi e ich nich zu schließen, daß ich
die ande en Au sä ze dieses Bandes und de üb igen Bände ge inge
schä ze, de en Ti el ich hie nich du chweg angeben kann. Ich glaube
abe , daß es nö ig is , ans de Fülle eine Wahl zu e en, wenn e -
such we den soll, e was meh als eine A Inhal s e zeichnis zu gieben
und sich doch im Raum zu besch änken. Im Au sa z on B and
komm zwa die Suche nach allgemeingül igen Gese zen nich so
deu lich zum Ausd uck wie e wa in dem Kissinge Vo ag on Eidga
Salin, de anschließend behandel we den soll. Doch sind nich s-
des owenige die Ansä ze als solche wie auch die Ve bindung zu den
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
716 Be ich e
Salinschen Thesen ü unse eigen liches Thema, die Bedeu ung de
Gese zmäßigkei en ü den Konzen a ionsp ozeß, in e essan .
Wenn ich ihn ech e s ehe, glaub B and , einem zumindes ü
manche Wi scha szweige gül igen En wicklungsgese z de Un e -
nehmen au die Spu gekommen zu sein. Alle dings o mulie e es
nich ohne Vo behal e, wie übe haup seine A bei seh so g äl ig und
du chdach is . E bes ei e nich , daß seine „Hypo hese in manchen
Punk en ang ei ba is " und daß sie „nich ausnahmslos ü alle Indu-
s ien" gil . Abe , so mein e , die Übe legunigen zeig en doch, „wa um
s agnie ende und neue Indus ien iel s ä ke on de Konzen a ion
be o en we den als eine „einge üh e" Indus ie mi hohe Wachs-
ums a e"1. Mi schein , daß dann noch ein ande e , wei e gehende
und seh wich ige Schluß möglich wä e, den B and alle dings nich
ausd ücklich zieh , daß sich nämlich in de Regel (mi de Ausnahme
de neuen Indus ien) de Konzen a ionsg ad eines Wi scha szwei-
ges in en gegengese z e Rich ung wie sein Wachs um e ände . Is
das Wachs um s a k, so is eine Abnahme des Konzen a ionsg ads zu
e wa en. Wachsen Wi scha szweige dagegen wenig, s agnie en sie.
ode sch ump en sie ga , so ha man ehe mi eine Zunahme des
Konzen a ionsg ads zu echnen2. Wi we den sehen, daß diese These
im Wide sp uch zu de on Salin o ge agenen s eh .
Welches sind die Fes s ellungen und Übe legungen on B and , die
zu diesen Schlüssen üh en? Seine e s e These is , daß in Indus ie-
zweigen, die nu wenige s anda disie e Gü e g uppen he s ellen, de
We bewe b die F eihei in de Wahl de Ve ah en s a k einsch änk .
Deshalb bes ehe hie die Tendenz zu eine ge ingen S euung de
(Be iebs-)G ößen8. Diese Schluß kann nu ich ig sein, wenn man,
abweichend on de Übumg de deu schen S a is ik, als einen Be ieb
nich die an einem O be indlichen E zeugungsS ä en eines Un e -
nehmens, sonde n jeweils einen P oduk ionsappa a ü einen be-
s imm en P oduk ionsp ozeß ansieh . Denn in ielen ö lichen E zeu-
gungss ä en sind meh e e gleicha ige ode (wie z. B. in de chemischen
Indus ie) meh ode wenige e schiedene P oduk ionsappa a e ü
dieselben ode mannig ache P oduk ionsp ozesse e einig . Je nach
dem Um ang diese Zusammen assung kann deshalb die G öße de
1 a.a.O. S. 1500.
2 Am deu lichs en komm diese Au assung wohl in eine Beme kung B and s
zum Ausd uck, mi de e — mi Rech — au mögliche Un e schiede zwischen
de En wicklung des Konzen a ionsg ads einzelne Wi scha szweige und de
Volkswi scha au me ksam machen will: „Audi gil nich gene ell, daß eine hohe
olkswi scha liche Wachs ums a e jede Konzen a ion e hinde . Wi d de ge-
sam e En wicklungsp ozeß on Indus ien mi übe du chschni lichen G o;'-
ge agen und besi zen die üb igen Indus ien keine Expansionsk a , zieh die
Konzen a ion o z hohen Wachs ums an" (a.a.O. S. 1497; Ku si s ellung on mi ).
3 a.a.O. S. 1498.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
Be ich e 717
ö lichen E zeuigungss ä ein ganz e heblich a iie en. B and s Schluß
se z e ne o aus, daß op imale Kos en nu in eine ela i schmalen
Be iebsg ößenklasse zu e eichen sind. Bleiben dagegen bei Be iebs-
g ößen a ia ionen die G enzkos en übe einen g öße en Be eich kon-
s an , was -ame ikanische Un e suchungen zumindes ü manche
Zweige e mu en lassen, is de Schluß nich zu e end.
Fü die wei e en Übe legungen is B and s e s e These und ih e
Bedeu ung nich wesen lich. B and beme k mi Rech , die Un e -
nehmensg öße sei nich in de selben Weise bes imm wie die G öße
de Be iebe. Nu ih e Expansions a e sei beg enz . Sie sei on de
Ausdehnung de Nach age, den Finanzie ungsmöglichkei en ü die
geplan en In es i ionen und de „Manaige kapazi ä " abhängig4. Aus
spä e en Aus üh ungen schließe ich, daß dami nich alle Ein luß-
g ößen e aß sein sollen und daß un e „Nach age" nich die
Gesam nach age au einem Ma k gemein sein soll. Un e nehmen
können auch wachsen, wenn die Gesam nach age au ih en bishe igen
Mä k en nich en sp echend zunimm ode ga abnimm . De Ve -
d ängungswe bewe b au den bishe igen Mä k en und das Eind ingen
in neue Mä k e (u. U. e bunden mi einem Ve d ängungswe bewe b
au diesen Mä k en) sind U sachen hie ü .
In neuen Indus ien sind, äh B and o , die Bedingungen ü
eine hohe Expansions a e güns ig. Diese hohe Ra e e leich e zwa
an sich den Ein i neue Anbie e , abe die Pionie e haben We -
bewe bs o eile4. Man soll e hie ielleich e gänzen, daß diese We -
bewe bs o eile ak isch bis zu Schließung des Ma k es ü neu
Hinzu e ende gehen können, wenn z. B. die neuen Ve ah en und
E zeugnisse du ch Pa en e en sp echend geschü z sind. Schon deshalb
is de wei e e Schluß p oblema isch, es sei wegen de Möglichkei en
zum Neuein i eine sei s, den We bewe bs o eilen de bishe igen
Anbie e ande e sei s „mi eine b ei en G ößens euung und Ein i
in kleine G ößenklassen zu echnen"4. Wenn de Zugang zu einem
Ma k nich übe haup ausgeschlossen is , is e auch g oßen Un e -
nehmen möglich, die ih P oduk ionsp og amm um die Gü e des
be e enden Ma k es e wei e n. Manche Hinde nisse des Zugangs
können übe haup nu on ihnen übe wunden we den. Hie au weis
B and in ande em Zusammenhang selbs hin. Mi de anschließen-
den Beme kung B and s, in neuen Indus ien seien also „alle Momen e
au Konzen a ionss eige ung ausge ich e "4, will ich mich hie nich
nähe be assen; sie is du ch das besonde e, m. E. zu g oße Gewich
zu e klä en, das B and de meh ode wenige s a ken S euung de
Be iebs- und Un e nehmensg ößen ü die Beu eilung des Koixzen-
a ionsg ads beimiß .
4 a.a.O. S. 1499.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
718 Be ich e
Nach Abschluß dieses e s en En wicklungss adiums eine neuen
Indus ie s ehen nach Ansich on B anid die „G und e ah en zu
allgemeinen Benu zung ei"; deshalb passen sich die Be iebsg ößen
einande an ( gl. oben). Neue Be iebe kommen auch in den mi le en
G ößenklassen hinzu. Die Konzen a ion geh zu ück, und zwa des o
s ä ke , je meh die be e ende Indus ie ,wachs uins agend6 is . In
einem zwei en Au sa z nenn B and mi Rech die „Di usion de
Technik" als wei e e, m. E. no wendige Vo ausse zung dieses
P ozesses5.
„Abe das Wachs um", äh B and in seinem e s en Au sa z o ,
„häl in eine au Mobili ä einges ell en echnischen Wel nich an.
Dem Ein üh ungs- und En wicklungss adium olg de Rei ezus and6",
de du ch Abnahme des Wachs ums gekennzeichne is . E is on
eine Ve s ä kung de Ma k s ellung de übe du chschni lichen
G ößen und eine Ve d ängung de nich op imalen (Be iebs-) G ößen
beglei e . U sache dieses Ve d ängungs- und S ä kungsp ozesses sind
in e s e Linie Ren abili ä sun e schiede. Eine sei s kann es sein, daß
die „G oßen" mi ge inge en Au wendungen a bei en, weil sie
leis ungs ähige sind. Abe auch wenn in diese Hinsich die „Kleinen"
nich un e legen sind, is die Ren abili ä de „G oßen" doch besse ,
weil sie eine s ä ke e S ellung au den Bescha ungs- und Absa z-
mä k en haben. Die besse e Ren abili ä scha g öße e Expansions-
möglichkei en. Häl das Wachs um nich an, so is Expansion nu
du ch Ve d ängung möglich. Am Ende des P ozesses sind nu wenige
Un e nehmen mi g oße Ren abili ä (B and sag ,¿g oße E izienz",
was dem Sinne nach wohl dasselbe bedeu en soll, wenn es auch an
sich eine enge e Bedeu ung ha ) üb ig, de en G öße und Kos en nich
meh e heblich oneinande abweichen. Da ih e S ä ke und das man-
gelnde Wachs um den Zugang zum Ma k wei gehend schließen, kön-
nen sie ih e Gewinne o z de gegebenen Ums ände hal en. Das
Gleichgewich , das dami ein i , is o allem in de G unds o - und
P oduk ionsmi elindus ie zu e wa en, nich dagegen in „Indus ien
mi s a kem modischen Wandel und ielen P oduk di e enzie ungen"7.
„Die s ä ks en Momen e", die die dami ein e ende „wachs ums-
abhängige Monopolisie ung eine Indus ie ode Ma k g uppe begün-
s igen, sind ... ehlende Ve ah ensneue ungen, mangelnde P oduk -
neuscha ung und sch ump endes Wachs um de Nach age", sag
B and in seinem zwei en Au sa z8.
5
Ka l B and : Konku enzp obleme im wi scha lichen Wachs um. Zei sch i
ü die gesam e S aa swissenscha . 1963. S. 237.
6 B and : Konzen a ion und wi scha liche En wicklung. a.a.O. S. 1499.
7 a.a.O. S. 1502.
8 B and : Konku enzp obleme. a.a.O. S. 237.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
Be ich e 719
Den in dem o igen Abschni da ges ell en Gedankengängen wü de
ich wei gehend zus immen, wenn man den „Rei ezus and" als einen
bes imm en, in allen (ode manchen) P oduk ionszweigen un e ge-
wissen Ums änden, abe nich no wendige weise zu e eichenden Zu-
s and eine Indus ie ansieh . Aus seinem zwei en Au sa z schließe
ich jedoch, daß B and den on ihm geschilde en als den Regel all
ansieh . Das un e schiedliche Wachs um de Un e nehmen is nach
seine Meinung die Folge un e schiedliche Ren abili ä und de Ve -
d ängungswe bewe b die Folge un e schiedlichen Wachs ums. Beide
Zusammenhänge sind möglich, abe m. E. nich no wendig. Höhe e
Ren abili ä b auch nich zu s ä ke em Wachs um zu üh en, weil die
zusä zlichen Gewinne ja auch ausgeschü e we den können, und
s ä ke es Wachs um b auch nich au höhe e Ren abili ä zu be uhen.
Es kann auch die Folge eines besse en Zugangs zu den Finanzie ungs-
quellen sein. Diese These, daß die „Leih ähigkei in eine annähe nd
kons an en Rela ion zu den P o i en s eh "9, i m. E. schon deshalb
nich zu, weil sie auch on dem bishe o handenen gesam en Eigen-
kapi al abhäng . Sie is auch wegen de Auswi kungen des „Kul s des
Kolossalen" (Röpke) zwei elha , de dem g öße en Un e nehmen
einen g undsä zlichen Vo sp ang gib . Die inanzk ä igs en Un e -
nehmen b auchen deshalb keineswegs die en abels en zu sein. De
Ve d ängungswe bewe b kann ebensogu U sache wie Folge des un e -
schiedlichen Wachs ums de Un e nehmen sein. Eine un e schiedliche
En wicklung de Un e nehmen kann a uch bei gleichen Gewinnen in
de Ve gangenhei und ohne wesen liche Ände ung des echnischen
Wissens ode de angewand en Technik ein e en. Bishe en able
Un e nehmen können nämlich s agnie en ode ga zu ückgehen,
weil sie nich meh so gu gelei e we den wie bishe . Ande e, in de
Ve gangenhei schlech e liegende, können au ücken, weil wi kliche
Un e nehme pe sönlichkei en an ih e Spi ze ge e en sind, de en
Bedeu ung ü das Wachs um de Un e nehmen B and ielleich nich
genügend wü dig . Das Wachs um is kein mechanische , nu du ch
objek i e Da en bes imm e P ozeß. Es wi d auch du ch subjek i e
Fak o en bes imm , ü die es m. E. keine Gese zmäßigkei en gib .
Sieh man den on B and geschilde en nich als den egelmäßigen,
sonde n nu als einen de möglichen Fälle an, so is nach de Wah -
scheinlichkei des Ein i s dieses Falls zu agen. B and s spä e e
Aus üh unigen machen deu lich, daß e des o wenige wah scheinlich
is , je g öße die Möglichkei ü Ve ände ungen des P oduk ions-
p og amms de Be eilig en und je g öße ih e Fähigkei is , diese
Möglichkei en wah zunehmen. Einen Anlaß zu E wei e ung des P o-
9
B and : Konku enzp obleme. a.a.O. S. 228.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
720 Be ich e
duk ionsp og amms sieh B and o allem (öde nu ?), wenn ü
die bishe igen P oduk ionen mangels Wachs um die In es i ionsgeleigen-
hei en abnehmen. Dann leg man die Gewinne aus diesen P oduk ionen
in Su oga indus ien, in Zulie e indus ien ode in beiden an. Ja, es
en s eh dami soga „ein Zwang, auch in ande en Indus ien ä ig zu
we den"10.
Mi schein , daß ein solche Zwang nu zu e zeichnen sein kann,
wenn ein Un e nehmen (ode meh e e) mi de e ikalen In eg a ion
begonnen haben und sie ü die Zwecke des Ma k kamp es nu zen.
Als Beispiel nenne ich den Kamp (zwischen ein- und meh s u igen
We ken de deu schen Schwe indus ie zu Beginn dieses Jah hunde s.
Ande en alls s eh es einem jeden ei, ob und wo e die in einem
Zweig nich meh mi Nu zen e wendba en Gewinne anlegen will.
Daß sie hie nich meh angeleg we den können, se z nich nu
o aus, daß bei dem gegebenen S and des echnischen Wissens keine
Ve besse ungsin es i ionen meh möglich sind, was bei s a kem
Du chschni sw<achs um de Volkswi scha schon wegen de Ve -
schiebungen in den P eis- und Kos en ela ionen wenig wah scheinlich
is . Vo ausse zung is auch, daß ein Kamp nich ode nu au dem
Umweg übe die e ikale In eg a ion e s eb wi d, ande s ausge-
d ück , daß das en s andene Oligopol iedlich is .
Wann
die Gewinne nich meh im bishe igen Zweig angeleg we -
den sollen, is eine F age de Un e nehmenspoli ik, de en En schei-
dung zwa auch on den Absa zchancen ü die bishe igen P oduk e,
abe nich nu on diesen abhäng . Viele Ein lüsse, z. B. E indungen
de Belegscha ode die Ve bindung mi einem selbs ändigen E inde
ode güns ige Chancen ü den E we b eines ande en Un e nehmens
können dazu üh en, daß In es i ionen im bishe igen Zweig un e -
lassen we den, obwohl sie du chaus noch Chancen (wenn auch
ielleich ge inge e als ande swo) bie en. Auch die F age,
wo
die
Gewinne angieleg we den sollen, kann m. E. nich allgemein bean -
wo e we den. Wie die E ah ung zeig , wähl man häu ig s a o -
ode nachgelage e P oduk ionss u en ode Su oga indus ien ande e
Zweige, z. B. Zweige, die ganz ande e P oduk e an denselben Ab-
nehme k eis lie e n ode mi ähnlichen P oduk ions e ah en ande e
P oduk e e zeugen. Da das abe so is , und da auße dem die oben
geschilde en subjek i en Fak o en wi ken, lassen sich m. E. übe die
En wicklung des Konzen a ionsg ades eines Wi scha szweiges im
Zuge seines Wachs ums keine allgemeinen Aussagen ¡machen. Wegen
de Vielzahl de möglichen Ein lußg ößen und ih e Kombina ion is
10 B and : Konzen a ion. a.a.O. S. 1501.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
Be ich e 721
jede Wachs ums- und Konzen a ions o gang ein indi iduelles
Phänomen.
Das gil ü alle S u en de on B and geschilde en En wicklung.
Das Wachs um de Un e nehmen is s e s nich nu on de A und
de Schnelligkei des Wachs ums eines bes imm en Wi scha szweiges,
sonde n on allen einzelwi scha lichen Da en abhängig. Je leich e
de Zugang zum Ma k is , des o ge inge is bei sons gleichen Um-
s änden die Wah scheinlichkei , daß Un e nehmen ela i asche als
de Wi scha szweig ode die Volkswi scha wachsen; sie können
ielmeh dann wegen des Hinzu e ens neue Un e nehmen soga
langsame wachsen als jene. Zu den Ein lüssen, die den Zugang
hemmen, gehö en nich nu echnische, sonde n auch inanzielle, ech -
liche (Pa en schu z!) und nich zule z ma k poli ische. Gese z , es
wü de einem Un e nehmen gelingen, du ch Ausschließlichkei s e äge
ode ande e Ve ah en den Handel au binden, nu seine E zeugnisse
zu e eiben, so wü de de Zugang zu seinen Mä k en auße o den -
lich schwe , und zwa auch dann, wenn e seh gu e Wachs umschancen
bie e .
II.
Wegen des indi iduellen Cha ak e s jedes Konzen a ions- und
Wachs ums o gangs is es nich wei e e wunde lich, daß Ve suche,
dennoch solche Gese ze zu inden, zu ganz e schiedenen, sich wide -
sp echenden E gebnissen üh en. So weich z. B. das E gebnis on
Edga Salins ähnlich ausge ich e e Un e suchung de Zusammenhänge
zwischen dem Wachs um de Wi scha und dem Konzen a ions-
p ozeß on dem E gebnis B and s seh s a k ab. Salin ha seine These
on de Unen innba kei de Konzen a ion sei seinem Vo ag au
de Kissinge Tagung des Ve eins ü Socialpoli ik 1960 meh ach
ande s, wie mi schein imme o sich ige , o mulie . Ich hal e es
nich ü no wendig, ih e En wicklung hie da zulegen. Es e schein
mi ielmeh als zweckmäßig, die jüngs e, un e dem Ti el „Ka ell-
e bo und Konzen a ion"11 e ö en lich e und nich die in den zu
besp echenden Bänden en hal ene Fassung zu behandeln.
Nach B and s Au assung nimm de Konzen a ionsg ad mi dem
Wachs um eines Wi scha szweiges in de Regel ab. Salin mein —
wenn ich ihn ech e s ehe —, daß ge ade umgekeh de Konzen-
a ionsp ozeß seinen An ieb on dem wi scha lichen Wachs um
e hal e. Hie ü gib e meh e e Beg ündungen, on denen die beiden
ü seinen Gedankengang wich igs en wohl die olgenden sind:
11 Edga Salin: Ka ell e bo und Konzen a ion. Kyklos 1963. S. 177 .
46 Schmolle s Jah buch 84,6
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
728 Be ich e
G und eine gegebenen Dia enkons ella ion ge o en wi d, und zwa
auch dann, wenn e schiedene a ionale En scheidungen (sei es mi ,
sei es ohne Beein lussung de Da enkons ella ion) möglich sind. Das
ha e zwa ni gends mi diesen Wo en ode mi ande en Wo en
deu lich gesag . Abe es paß in seine wei ge aß e Abg enzung,
zwangsläu ig sei, was „aus eine Folge on wi scha lichen Vo gän-
gen u sächlich" he auswachse28. Und es e gib sich m. E. kla aus seinen
Beispielen on Vo gängen, die e als zwangsläu ig bezeichne . Zu dem
Zwangsläu igen echne e sein Beispiel eines wachsenden Un e -
nehmens de schweize ischen Zemen indus ie29, obwohl e zugib , daß
sein Wachs um die Folge eine Poli ik »des schweize ischen Zemen syn-
dika s wa und (daß ohne dessen Zugangsbesch änkungen — bei de
gegebenen Da enkons ella ion — nich nu das Wachsen eines bes ehen-
den Un e nehmens, sonde n auch das Hinzu e en eines neuen Un e -
nehmens möglich gewesen wä e80. Die sog. Ve bundwi scha de
deu schen Schwe indus ie is nach Hennig, dem e zus imm , gemäß
„wi scha lichen Na u gese zen" gewachsen81. Zu o bezeichne Ma -
bach ih zwangsläu iges En s ehen als „imme hin kaum e ns ha in
F age" s ehend82.
Ande e Äuße ungen zeigen, daß e g undsä zlich alle En scheidun-
gen als zwangsläu ig ansieh , die dem on ihm sogenann en „S eben
nach dem be iebswi scha lichen Op imum" en sp ingen, das man
gewöhnlich S eben nach dem Gewinn- ode Rendi enmaximum
nenn 88. Das e gib sich im Umkeh schluß aus seine Au zählung de
„de wi scha lichen Zwangsläu igkei nich un e s ehenden konzen-
a i en Vo gänge", die o enba aus schließlich au „Gel ungssuch ,
G oßmannssuch , geis ige Hyb is ode einem Mach s eben be-
uhen"84. Noch deu liche sag es Ma bach nach einem Zi a aus
meinen Aus üh ungen übe das Pa en ech , das alle dings das Wesen -
liche nich en häl . Au die F age, ob bei ande e Ges al ung des
Pa en ech s wei e gehende Konzen a ions o gänge zu e wa en ge-
wesen wä en, an wo e Ma bach: „Nun doch wohl deswegen, weil es
28 a.a.O. S. 145.
291 a.a.O. S. 166.
30 a.a.O. S. 170, S. 225, schilde
Ma bach
die Folgen jene „zwangsläu igen"
En scheidung: Die „sich quali ä smäßig konku enzie enden Un e nehmungen
kämp en au diese olkswi scha lich sinnlose, abe p i a wi scha lich seh
sinn olle Weise", nämlich du ch nu zlose Quali ä s e besse ungen.
31 a.a.O. S. 157 .
32 a.a.O. S. 157. Vgl. hie zu
Lenel:
U sachen de Konzen a ion. a.a.O. S. 48 .
und
Lenel:
Die sogenann e Ve bundwi scha . O do XIV. Düsseldo und Mün-
chen 1962. S. 457 .
33 Vgl. hie zu
Lenel:
Wachs um de Wi scha und Wachs um de Un e -
nehmen. a.a.O.
34 a.a.O. S. 145.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
Be ich e 729
im ie inne s en Wesen und Cha ak e und ebenso im his o isch be-
ding en .inne en Müssen' alle au Rendi e einges ell en Un e neh-
mungen lieg — de p i a wie de ö en lich- ech lich beg ünde en
—, mi ge ings em Au wand höchs en E ag z.u e zielen. Weye mann
ha mi das im d i en Semes e beigeb ach . Also wi d alles im Rah-
men de Rech sseh anken Mögliche un e nommen, um den E ag zu
maximie en ode doch zu op imie en. Wa um nun, be iebswi scha -
lich ich ige - ode un ich ige weise, zu diesem Zwecke konzen-
ie ' wi d, da in lieg dann eben das, was man die e agso ien ie e
Zwangsläu igkei de Kos enminimie ung espek i e de E ags-
maximie unig heißen könn e. . . . Be ach e man die Dinge in diese
Schau, dann gelang man zu dem Schluß, daß le z en Endes nu jene
Konaen a ions o gänge auße halb de un e aehmungswi scha lichen
Zwangsläu igkei s ehen, die dem einen Gel ungss eben einzelne ,
ih em Mach s eben ode ga ih e G oßmannssuch en sp ingen35.''
We nun e wa e , daß jene „un e nehmungswi scha lichen"
Zwangsläu igkei eine ande s abgeg enz e olkswi scha liche gegen-
übe ges ell wi d, wi d en äusch . O enba sieh Ma bach hie keinen
Un e schied. Nach meine Meinung sind jedoch jene „Rech ssch anken"
ü den Volkswi kein unabände liches Da um. Ih He au - und
He un e lassen is ielleich ü den Be iebswi , jeden alls abe nich
ü den Volkswi zwangsläu ig. Wenn man demen sp echend — um
bei dem Bilde zu bleiben — übe das ich ige He au - und He un e -
lassen de Rech ssch anken nachdenk , so heiß das nich , daß man
jene „be iebswi scha lichen Zwangsläu igkei " „jede Beach ung"36
e sag . Es heiß nu , daß man sich nich den e mein lichen Zwangs-
läu igkei en beuig . De Glaube an solche Zwangsläu igkei en ha den
Konzen a ionsp ozeß wohl nich iel wenige beein luß als wi k-
liche, o allem du ch die En wicklung des echnischen Wissens
gegebene No wendigkei en.
De Wide sp uch (zwischen meine on Ma bach37 k i isie en Aus-
sage, daß die Konzen a ion in ih em heu igen Um ang keineswegs
zwangsläu ig wa , und seine Fes s ellung, „die so ode so in Zwangs-
läu igkei en s andenen Konzen a ionen" dü en „in eine un e -
häl nismäßig g oßen Meh zahl die ande en übe wiegen"38, is o
allem ode ga ausschließlich au die geschilde e e schiedena ige
Abg enzung de Zwangsläu igkei zu ückzu üh en. Den Wi scha s-
poli ike kann, schein mi , Ma bachs Abg enzung nu e wi en.
Denn sie läß ihn glauben, e sei zum un ä igen Zusehen e u eil ,
35 a.a.O. S. 148 .
36 a.a.O. S. 149.
37 a.a.O. S. 163.
38 a.a.O. S. 159 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
730 Be ich e
wo e in Wi klichkei zu handeln ha . Me kwü dige weise ha sich
Ma bach wede mi dem Ein luß jene „Rech ssch anken" noch mi
den Wi kungen jenes Teils de Un e nehmenspoli ik au den Kon-
zen a ionsp ozeß sys ema isch beschä ig , de seine sei s am meis en
on diesen „Rech ssch anken" wie auch on wi scha spoli ischen
Maßnahmen ande e A beein luß we den kann, nämlich mi de
Ma k poli ik de Un e nehmen.
IV.
Is man — ande s als Ma bach und Salin — on de Zwangsläu ig-
kei ode Unen innba kei de Konzen a ion in de en Sinne nich
übe zeug , und e au man ielmeh au die Möglichkei , sich auch
in diese Hinsich g undsä zlich ei z.u en scheiden, so genüg es
nich , die Vo eile des Wachs ums de Un e nehmen und ih e G enzen
zu e wägen. Man muß auch übe seine Nach eile Kla hei gewinnen.
Auch ü die Ve olgung dieses Ziels lohn sich die Lek ü e eines
Buches on Leopold
Koh
mi dem Ti el „Die Übe en wickel en"39.
Sein eigen liche Zweck is eilich ein ande e . Koh will uns o den
Ge ah en eines übe mäßigen Wachs ums de Gemeinwesen, o allem
des S aa es, wa nen. Was geschieh , ag e , wenn ein Gemeinwesen
eine solche („k i ische") G öße e eich , daß de einzelne „zu einem
wenig bedeu enden Teilchen he absink "40? Diese G öße s eh zwa
nich ein ü allemal es . Du ch den echnischen Fo sch i kann sie
(wie «die op imale Un e nehmensg öße) zunehmen41. Abe dadu ch
we den die G enzen nu hinausgeschoben, nich besei ig . So segens-
eich dias Wachs um an sich is : We den diese G enzen übe sch i en,
wi d es zu wich igs en U sache on Schwie igkei en42. Zudem is ih e
Übe sch ei ung nu um den P eis eine Beschneidung de F eihei
des einzelnen möglich43. Die Gliede des Gemeinwesens we den
imme meh zu „Menschen de O ganisa ion". Das Gemeinwesen dien
nich meh 'dem summum bonum seine Mi gliede , sonde n seinem
eigenen summum bonum44. Und da im Zusammenhang dami imme
meh Menschen ü Ve wal ungsau gaben eingese z we den müssen45,
muß die Kul u e kümme n46. De Beda ü die Zwecke des Ge-
meinwesens s eig s ä ke als die P oduk i i ä . Deshalb s eig de
39 Koh
, a.a.O.
40 a.a.O. S. 23.
41 a.a.O. S. 45.
42 a.a.O. S. 52.
43 a.a.O. S. 46.
44 a.a.O. S. 48.
45 Hie ü in e essan e Zahlen. a.a.O. S. 103.
46 a.a.O. S. 46.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
Be ich e 731
Lebenss anda d des einzelnen wenige , als es sons möglich wä e,
ode e sink soga 47.
In diesem Zusammenhang k i isie Koh — dem G unde nach im
allgemeinen mi Rech , dem Maße nach wohl zu s a k — die Ve -
he lichung des wi scha lichen Wachs ums. Es habe nich jedes
Diens mädchen zu Haus au, sonde n jede Haus au zum Diens mäd-
chen gemach 48. Die Vo eile de Massenp oduk ion seien „g öß en-
eils illuso isch". Was du ch sie gewonnen we de, we de au gezeh
du ch konjunk u beding e Schäden, A bei skämp e, die Schwie ig-
kei en de Koo dinie ung, die unp oduk i en Kos en s ehende Hee e
und den „Menschenhunge eine un üch igen Bü ok a ie"49. Auch die
Vollbeschä igung sei deshalb iel ach eine Illusion50.
Die P oblema ik des Wachs ums üh Koh zu de eilich nich
wenige p oblema ischen Fes s ellung, die wich igs e Gegenwa s age
sei nich : „Wie kann man das Wachs um eine sich s ändig auswei en-
den Wi scha in Gang hal en? sonde n: Wie kann man es zum
S ills and b ingen51?" Als p oblema isch e schein es mi auch, die
Au hebung des Konjunk u zyklus allein on de Ve kleine ung de
Gemeinwesen zu e wa en52, ode da on auszugehen, daß es wegen
de Ve keh sp obleme g undsä zlich „ e nün ige und zugleich
mode ne is , zu wohnen, wo man a bei e "53, und daß sich wegen
de möglichen Einspa ungen in de Ve wal ung auch kleine e S äd e
e s klassige Thea e , Uni e si ä en und Kuns sammlungen leis en
könn en54. Dazu gehö en ja nich nu die nö igen Mi el, sonde n
auch en sp echend quali izie e Schauspiele und Geleh e und en -
sp echende Kuns schä ze.
Nach Koh s Meinung ände n sich nach Übe sch ei ung eine be-
s imm en G enze des Wachs ums eine Volkswi scha , de en Be-
s immung mi nich kla gewo den is , auch A und Folgen des
Wachs ums de Un e nehmen. „Von nun an können Fi men nu noch
au Kos en ande e Fi men wachsen, wenn nich gleichzei ig die Be-
ölke ung en sp echend zunimm . Das üh »zu eine neuen Phase des
We bewe bs, wobei zue s die kapi alis ischen P opo ionen ge-
sp eng we den und im Ends adium die Konku enz ganz au hö ^."
Mi schein , daß diese These nich zu eichend beg ünde is und wohl
47 a.a.O. S. 24 .
48 a.a.O. S. 53.
49 a.a.O. S. 201 .
50 a.a.O. S. 200 .
51 a.a.O. S. 170.
52 a.a.O. S.110.
53 a.a.O. S. 54.
54 a.a.O. S. 155.
55 a.a.O. S. 91.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53
732 Be ich e
auch nich zu eichend beg ünde we den kann — weil es eben auch
hie keine allgemeingül igen Gese zmäßigkei en gib . Die Folge ung,
die Koh da aus zieh , is jedoch ü unse en Zusammenhang wich ig:
Soll sich eine Regie ung den wachsenden, nich meh du ch die Kon-
ku enz in Sch anken gehal enen Un e nehmen gegenübe behaup en,
muß man „ih e Mach be ugnisse de a e g öße n, daß keine de
gigan ischen Be iebe, die den Konku enzkamp übe leb haben,
gegen ih e En scheidungen au begeh en kann. Und das eben is das
Elemen , das du ch die Logik de En wicklung am Ende übe eine
bloße soziale Leis ung hinaus zu ölligen sozialen Zwangswi scha
üh "58. Diese En wicklung such Koh dann nähe da zus ellen und
zu beg ünden. Mi schein eilich, wi soll en auch diese En wicklung
gegenübe nich de „ideologischen Schwindsuch "57 e allen und
nich e mein lichen Zwangsläu igkei en gegenübe on o nehe ein
esignie en. Alle dings müssen wi uns auch o dem en gegengese z en
Fehle hü en, de Meinung nämlich, die F eihei we de ßich schon
e hal en lassen, wie auch imme die wi scha lichen Bedingungen
seien. Vielleich is es einsei ig, mi Koh zu sagen: „Nich Be eini-
gung6, sonde n ,Spal ung' dü e uns den Wieg in eine Zukun weisen,
de en P opo ionen unse en K ä en angemessen sein wü den68."
Abe es is mindes ens ebenso einsei ig, g undsä zlich in de Ve g öße-
ung und im Zusammenschluß das Heil zu suchen.
Hans O o Lenel, Mainz
56 a.a.O. S. 92.
57 a.a.O. S. 96.
58 a.a.O. S. 113.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.6.714 | Gene a ed on 2023-04-04 11:34:53