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Bestimmungsfaktoren und Wirkungen von Wechselkursbewegungen unter besonderer Berücksichtigung der Devisenpolitik der Bundesbank

Abstract

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Bestimmungsfaktoren und Wirkungen von Wechselkursbewegungen unter besonderer Berücksichtigung der Devisenpolitik der Bundesbank

Author: Gleske, Leonhard
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1982
DOI: 10.3790/schm.102.6.645
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291537/1/schm.102.6.645.pdf
Gleske, Leonha d
A icle
Bes immungs ak o en und Wi kungen on
Wechselku sbewegungen un e besonde e
Be ücksich igung de De isenpoli ik de Bundesbank
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Gleske, Leonha d (1982) : Bes immungs ak o en und Wi kungen on
Wechselku sbewegungen un e besonde e Be ücksich igung de De isenpoli ik de Bundesbank,
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha
ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 102, Iss. 6, pp. 645-661,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.102.6.645
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291537
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Bes immungs ak o en und Wi kungen
on Wechselku sbewegungen un e besonde e
Be ücksich igung de De isenpoli ik de Bundesbank
Von Leonha d Gleske
Die Wechselku se wa en in le z e Zei s a ken Schwankungen un e wo -
en; insbesonde e kam es zu he igen ku z is igen Ku sausschlägen. In dem
Au sa z we den nach Da s ellung de ins i u ionellen Rahmenbedingungen
des gegenwä igen Wechselku s egimes zunächs die Bes immungs ak o en
de Ku sbewegungen e ö e . Sodann wi d den Auswi kungen au Zah-
lungsbilanz und Binnenwi scha nachgegangen und die F age de Funk-
ions ähigkei des Floa ing un e den gegenwä igen wel wi scha lichen Be-
dingungen e ö e . Schließlich be aß sich de Bei ag mi den De isen-
ma k in e en ionen de Bundesbank.
I. Von es en zu lexiblen Wechselku sen
Beinahe ein Jah zehn des Floa ing lieg sei dem F ühjah 1973 hin-
e uns, als alle wich igen Wäh ungen da on abgingen, eine es e Pa-
i ä zum US-Dolla einzuhal en. Die wenigs en we den be ei sein,
die E ah ungen mi lexiblen Wechselku sen als ollen E olg zu be-
zeichnen. Allzu iele E wa ungen — auch solche de Wissenscha —
wu den nich e üll . De Bei ag de Wechselku sbewegungen zum
Anpassungsp ozeß de Zahlungsbilanzen ließ zumeis lange au sich
wa en; de Gewinn an in e ne wi scha spoli ische Handlungs ei-
hei e wies sich als agwü dig, zumindes sowei dami die Ho nung
au meh Wachs um und Beschä igung e knüp wu de; und die In-
s abili ä de Wechselku se nahm zu, je äl e das Regime des Floa ing
wu de. Und doch is das Floa ing wah scheinlich nu „das schlech es e
Sys em, auße all den ande en"1.
Die Bundesbank gewann mi de En bindung on de In e en ions-
p lich im Jah e 1973 einen en scheidenden Spiel aum ü eine nach
außen abgesiche e, am S abili ä sziel o ien ie e Poli ik de Geld-
mengens eue ung, eilich — so wi d man heu e sagen müssen — um
den P eis eine sys ema ischen Übe bewe ung de D-Ma k, die
1 O. Emminge , The exchange a e as an ins umen o policy, Lloyds
Bank Re iew, Juli 1979 (in Anlehnung an Wins on Chu chill).
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646 Leonha d Gleske
schließlich zu de Passi ie ung de Leis ungsbilanz ab 1979 und den
dadu ch au gewo enen P oblemen nich wenig bei ug.
An E klä ungen da ü , daß die E wa ungen an die g öße e Flexi-
bili ä de Wechselku se wei gehend une üll blieben, ehl es nich .
Nu wenn das Floa ing on e nün ige in e ne Wi scha spoli ik be-
glei e sei, könne es übe haup E olg haben2. Die beiden Ölschocks hä -
en jedes Wechselku s egime in Schwie igkei en geb ach . Übe haup
las e die anhal ende Ins abili ä de poli ischen, wi scha lichen und
sozialen G undbedingungen au dem in e na ionalen Wäh ungssys em,
und es wä e e s aunlich, wenn die lexiblen Wechselku se un e solchen
Bedingungen zugleich s abil wä en. Daß das Wäh ungssys em mi den
hohen In la ions a en, wiede hol en Ölp eisschocks und anhal ende po-
li isch-soziale Ins abili ä einige maßen e ig gewo den sei, sp eche
ehe ü als gegen das Floa ing, und de Ru nach Rückkeh zu es en
Wechselku sen gehe an de Reali ä o bei. T o zdem wi d diese Ru
imme wiede lau , und die E ich ung des Eu opäischen Wäh ungs-
sys ems im Jah e 1979 mag de deu lichs e Ausd uck da ü sein, daß es
sich hie nich nu um ein akademische F agen handel . Nu wenige
wü den alle dings sowei gehen zu sagen, man hä e besse ge an, on
o nhe ein bei es en Pa i ä en zu bleiben. Denn da ü ehl en in den
70e Jah en ganz o ensich lich wesen liche Vo ausse zungen, und sie
sind auch heu e noch nich wiede he ges ell .
Welches wa en die wesen lichen Vo ausse zungen ü den Bes and
des in B e on Woods e einba en Sys ems es e Wäh ungspa i ä en?
Einmal, daß die Schlüsselwäh ung Dolla dem Sys em eine halbwegs
s abile O ien ie ungsbasis bo und ih e Rolle als zen ale in e na ionale
Rese ewäh ung in ü alle akzep able Weise e üll e. Zwei ens, daß
die Anpassung de Zahlungsbilanzen einige maßen unk ionie e, weil
die Wi scha s- und Wäh ungspoli ik in den einzelnen Lände n aus-
eichend au die E o de nisse des Sys ems es e Wechselku se aus-
ge ich e wa . D i ens, daß die poli ischen, wi scha lichen und so-
zialen Gegebenhei en — das, was man ku z die „unde lying ac o s"
nenn — es e und nu un e s engen Vo ausse zungen e ände ba e
Wäh ungs ela ionen begüns ig en.
Das Abglei en de USA in zweis ellige In la ions a en is wah -
scheinlich de deu lichs e Ausd uck des p og essi en Ve lus es an Wäh-
ungsdisziplin, de sich in de Wel wi scha in den 70e Jah en oll-
zog. Die ha näckigen Bemühungen um Rückgewinnung de Geldwe -
s abili ä in den Ve einig en S aa en könn e dahe auch als Ausd uck
des Willens e s anden we den, wiede s abile G undbedingungen ü
2 S. B i an, The P ice o Economic F eedom: A Guide o lexible a es,
1970.
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Bes immungs ak o en und Wi kungen on Wechselku sbewegungen 647
die Wäh ungsbeziehungen un e den Lände n he zus ellen, obwohl dies
nich — und schon ga nich die Rückkeh zu es en Wechselku sen —
das p imä e Ziel de ame ikanischen Wäh ungspoli ik is .
Paul Volcke ha einmal gesag : „Was un, wenn es meh als einen
Polizis en in de Wel gib und diese sich un e einande s ei en?"
Selbs wenn die USA zu Geldwe s abili ä zu ück inden und on da-
he wiede einige de wesen lichen G und o ausse zungen auch ü s a-
bile e Wechselku se im Ve häl nis zum Dolla he ges ell sind, we den
wi uns siche nich im ,s a us quo an e' wiede inden. Zu iel ha sich
inzwischen gewandel . Die Gewich e haben sich zu s a k in Rich ung
eine mul i-pola en Wel wi scha und Wäh ungso dnung e schoben,
mi Eu opa, Japan, OPEC und selbs den En wicklungslände n als
neuen G a i a ionszen en ganz un e schiedliche Ausp ägung. Ob wi
die G und o ausse zungen ü s abile ode ga es e Wechselku se wie-
de he s ellen können, is abe auch deshalb aglich, weil die in e -
na ionalen Finanzmä k e, und nich zule z auch un e dem Ein luß de
lexiblen Wechselku se, sich in eine Weise en wickel haben, die e -
mu en läß , daß sie inzwischen eine e hebliche Eigendynamik zu en -
wickeln e mögen. Hie läß sich die Uh nich ein ach zu ücks ellen.
Manches sp ich da ü , daß geldpoli ische Maßnahmen einzelne Län-
de wegen des eno m gewachsenen Po en ials ü Po olio-Ve lage-
ungen Wechselku s eak ionen ohne g oße Ve zöge ungen auslösen,
wäh end die ealen Anpassungen in den einzelnen Volkswi scha en
länge e Zei au sich wa en lassen. De Ein luß de Wechselku se wa -
ungen läß solche Reak ionen unsiche e scheinen. E mag inzwischen
de wich igs e Fak o de „buil -in ins abili y" de Wechselku se ge-
wo den sein.
Ich möch e mich im olgenden mi de Wechselku sp oblema ik
haup sächlich aus de Sich de No enbank be assen und inso e n p a-
xiso ien ie e E ah ungen de Geld- und Wäh ungspoli ik de Bundes-
bank in die Diskussion einb ingen.
Die No enbank kann au den Wechselku s g undsä zlich in zwei-
ache Weise einwi ken: di ek du ch In e en ionen am De isenma k
und indi ek du ch ih e Geldpoli ik. Dabei ha die In e en ion Liquidi-
ä swi kungen, die ü die Geldpoli ik on Belang sein können, und
umgekeh wi d die Geldpoli ik den Wechselku s in ih Kalkül mi
einbeziehen. Es b auch hie nich beg ünde zu we den, daß die Bun-
desbank den E o de nissen eine s abili ä so ien ie en Geldpoli ik
deu lichen Vo ang ein äum , auch o wechselku spoli ischen E wä-
gungen. Zugleich abe is de Wechselku s ü sie ein wich ige Pa a-
me e ih e Poli ik, wie sich ge ade in jüngs e Ve gangenhei im Zei-
chen hohe Leis ungsbilanzde izi e deu lich gezeig ha .
41 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozial Wissenscha en 1982/6
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648 Leonha d Gleske
II. Die ins i u ionellen Rahmenbedingungen
des gegenwä igen Wechselku s egimes
De ins i u ionelle Rahmen, in dem sich auch die deu sche äuße e
Wäh ungspoli ik und dami die Wechselku spoli ik de Bundesbank be-
weg , is zum einen abges eck du ch das IWF-Übe einkommen, das in
seine 1978 in K a ge e enen Neu assung jedem Mi glied die Wahl
seines Wechselku s egimes eis ell (A . IV.2.). Jedes Mi glied is
e p lich e , mi dem IWF und seinen üb igen Mi gliede n zusammen-
zua bei en mi dem Ziel, geo dne e Wäh ungsbeziehungen zu gewäh -
leis en und ein s abiles Sys em on Wechselku sen zu ö de n. Im ein-
zelnen sind die Mi gliede au ge o de , ih e Wi scha s- und Finanz-
poli ik au wi scha liches Wachs um und P eiss abili ä auszu ich en,
ü geo dne e G und o ausse zungen ü ein on S ö ungen eies
Wäh ungssys em zu so gen und Wechselku smanipula ionen zu e -
meiden, die geeigne sein können, die Zahlungsbilanzanpassung zu
e hinde n ode We bewe bs o eile ü ein Land zum Ziel haben
(A . IV.l.).
Die Wechselku spoli ik de Mi gliedslände un e lieg de Übe -
wachung du ch den IWF (A . IV.3.). Die da ü au ges ell en G und-
sä ze en hal en u. a. die Au o de ung, „ein Mi glied soll e (should) au
dem De isenma k dann in e enie en, wenn dies nö ig is , um un-
geo dne en Ve häl nissen en gegenzuwi ken, die un e ande em du ch
s ö ende ku z is ige Bewegungen des Außenwe s seine Wäh ung ge-
kennzeichne sein können". Dies en sp ich eine G und egel, die on
den üh enden wes lichen Indus ielände n be ei s in Rambouille im
No embe 1975 e einba wo den wa .
Das Übe einkommen gib dem IWF die Möglichkei , mi eine hohen
Meh hei de S immen seine Mi gliede i gendwann wiede ein all-
gemein e bindliches Wechselku s egime zu e o dnen, das au es en
Pa i ä en be uhen wü de, und dami die eie Wahl wiede einzusch än-
ken (A . IVA). Es sieh abe nich so aus, als ob e da on in abseh-
ba e Zei Geb auch machen könn e.
Zum ande en sind im Mä z 1979 neue ins i u ionelle Rahmenbedin-
gungen ü die Wechselku spoli ik de Bundesbank du ch das Eu o-
päische Wäh ungssys em (EWS) gescha en wo den, nachdem die D-
Ma k bis dahin schon in de eu opäischen „Wäh ungsschlange" mi eini-
gen kleine en EG-Wäh ungen du ch es e Lei ku se e bunden wa
und sich gemeinsam mi ihnen gegenübe dem US-Dolla und ande en
Wäh ungen beweg e. Die am Wechselku smechanismus des EWS eil-
nehmenden EG-No enbanken (G oßb i annien und G iechenland neh-
men bishe nich eil) sind e p lich e ih e De isenku se zueinande
in eine Bandb ei e on 2
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zu hal en (im Falle I aliens be äg die
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Bes immungs ak o en und Wi kungen on Wechselku sbewegungen 649
Bandb ei e 6
Vo).
Ih e Wäh ungen können also bei olle Umkeh on
den jeweiligen Ex empunk en im Band bis zu 41/2<)/o (bzw. im Falle
I aliens bis zu 12
Vo)
schwanken. An den bila e alen In e en ionspunk-
en müssen die No enbanken e o de lichen alls uneingesch änk in
Pa ne wäh ungen in e enie en.
Es is kein Geheimnis, daß die Bundesbank de Einbindung de D-
Ma k in ein Sys em es e , wenngleich anpassungs ähige Lei ku se
mi unbeg enz e In e en ions e p lich ung an den e einba en In-
e en ionspunk en und ela i g oßzügig dimensionie e K edi me-
chanismen zu ückhal end gegenübe s and. Dies is um so meh , als
zum Zei punk des Ink a e ens des EWS keineswegs absehba wa ,
daß die Wi scha sen wicklung und Wi scha spoli ik in den EG-Län-
de n sich in dem Maße einande annähe n wü de, wie dies ü den Zu-
sammenhal eines Fes ku ssys ems le z en Endes unabdingba is . Und
in de Ta ließen ja dann die Auswi kungen de zwei en Ölp eiswelle
ab 1979 zunehmende Di e genzen e kennen, bei den In la ions a en
ebenso wie in de Zahlungsbilanzen wicklung, also den ü den Wech-
selku s eine Wäh ung le z lich maßgebenden Ein lußg ößen. Zwa
sind Lei ku sanpassungen im Beda s all ausd ücklich o gesehen, je-
doch wü den sie, zu o und mi hohen Ände ungs a en o genommen,
die Glaubwü digkei des Sys ems an den Mä k en und den Nu zen, den
es ü seine Mi gliede ha , beein äch igen.
III. Bes immungs ak o en on Wechselku sbewegungen
un e den gegenwä igen wel wi scha lichen Bedingungen
Die E ah ungen de D-Ma k, abe auch ande e Wäh ungen bes ä-
igen, daß ü die En wicklung des Wechselku ses beim Floa ing eine
ganze Anzahl on Ein luß ak o en on Belang is . Sie wi ken in einem
seh komplexen P ozeß zusammen. Eine G obein eilung diese Fak-
o en wi d einmal abs ellen au die Leis ungsbilanz und die on ih e
En wicklung abgelei e en E wa ungen ü den Wechselku s. Ta säch-
lich läß sich in ielen Fällen eine ela i enge Beziehung zwischen
de Zunahme (Abnahme) des Leis ungsbilanzübe schusses (-de izi s)
eines Landes und de Au we ung (Abwe ung) des Außenwe es seine
Wäh ung he s ellen; zumindes gil dies au mi le e F is . De Zusam-
menhang is abe auch nich so eng und du chgehend, als daß e allein
ode übe wiegend die Bewegungen des Wechselku ses eine Wäh ung
e klä en könn e, u. a. auch deshalb, weil de Wechselku s seine sei s
au die Leis ungsbilanz zu ückwi k . Eine deu liche Beziehung bes eh
auch zwischen Leis ungsbilanz und Geldpoli ik, die beide di ek au die
Nach age nach (und das Angebo an) in e na ionale Wäh ung am De-
41*
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650 Leonha d Gleske
isenma k einwi ken, wie auch indi ek au die E wa ungen de An-
lege und dami de en Po oliodisposi ionen zwischen einzelnen Wäh-
ungen.
Hin e de Leis ungsbilanzen wicklung als einem wich igen Bes im-
mungs ak o des Wechselku ses eine Wäh ung e bi g sich na u -
gemäß eine ganze Reihe ande e De e minan en, on denen einige
häu ig als unmi elba bes immend ü den Wechselku s be ach e
we den. Das gil besonde s ü die En wicklung de ela i en Kos en
und P eise, die ü die We bewe bs ähigkei eines Landes an den in-
e na ionalen Gü e - und Diens leis ungsmä k en mi bes immend is .
Als E klä ung de länge is igen Wechselku sen wicklung ha die
Kau k a pa i ä en heo ie auch heu e ih en We , o allem, wenn das
In la ionsge älle deu lich o Augen lieg . Alle dings zeigen unse e
jüngs en E ah ungen auch, daß sich de Wechselku s du chaus übe
länge e Zei on de Kau k a pa i ä en e nen kann.
Zum ande en sind die Geld- und Kapi albewegungen und die ü sie
maßgeblichen Ein lüsse im Lau de Zei imme s ä ke als eigens än-
dige Ein luß he o ge e en, wenn es da um geh , Wechselku sbewe-
gungen zu e klä en. Besonde s au kü ze e Sich is es wah schein-
lich, daß die A ak i i ä inanzielle Anlagen bei de Bes immung des
Wechselku ses eine wesen liche Holle spiel . Ve zinsung und Wechsel-
ku se wa ung gehen dabei gleiche maßen ins Kalkül ein. Im Zeichen
des „benign neglec " wa die anhal ende Schwächeneigung des Dolla s
gegenübe ande en Wäh ungen — besonde s auch gegenübe de D-
Ma k — nich ohne G und on de E wa ung wei e e Abwe ung des
Dolla s he bes imm .
Die Abwe ungse wa ung wu de in ih em Ein luß au den Kassa-
ku s übe wei e S ecken auch on einem be äch lichen Zinsge älle
zuguns en des Dolla s nich kompensie . Es wa beinahe so, als hä en
die in e na ionalen Anlege bei ih en Disposi ionen a p io i un e s ell ,
daß de Dolla im Zei e lau meh an We e lie en (und beispiels-
weise die D-Ma k meh an We gewinnen) müsse, als de Zinsdi e enz
en sp ach. Ab 1979 e wies sich degegen übe länge e Zei spannen hin-
weg de Zinsabs and zwischen Dolla und D-Ma k als de en scheidende
Ein luß; jeden alls spiel en Wechselku se wa ungen, die sich du chaus
au o bes ehende In la ionsdi e enzen hä en s ü zen können, in
diese Zei kaum eine Rolle. Die Dolla ku se olg en dem sich ände n-
den Zinsge älle mi ge adezu e blü ende P äzision, und es is nich
e wunde lich, daß die ü die Ände ungen des Zinsge älles haup -
sächlich e an wo lich gemach e Un ähigkei de ame ikanischen
Wäh ungsbehö den, ih Geldmengenwachs um kon inuie lich an die
Zielg ößen he anzu üh en, zu e hebliche K i ik Anlaß gab. Im Jah e
1980 und auch in de e s en Häl e des Jah es 1981 wa en scha e
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Bes immungs ak o en und Wi kungen on Wechselku sbewegungen 651
Schwankungen in de Geld- und K edi nach age in den USA, die mi
de angewand en Me hode de Geldmengens eue ung in Kon lik ge ie-
en, die Haup u sache ü die ex emen Schwankungen im Zinsge älle
und dami de Dolla -Wechselku se.
Daß die Wechselku se wa ungen imme wiede ih en eigens ändi-
gen Ein luß gel end machen, zeig e sich An ang 1981, als die D-Ma k
bei nu ge ingem Zinsge älle zuguns en des Dolla s ausgesp ochen
schwach no ie e. Die Ein üh ung des Sonde -Lomba ds zu einem
„K isensa z" on 12
o/o
p. a. du ch die Bundesbank im Feb ua 1981
wa die deu liche Reak ion au die d ohende Ge ah eine D-Ma k-
Ve auensk ise, de die Bundesbank nich un ä ig zusehen konn e.
Zwa blieb die D-Ma k bis zum Somme 1981 gegenübe dem Dolla
wei e hin schwach, nich zule z , weil diese on dem Ve auens o -
schuß au die neue Poli ik on P äsiden Reagan allgemein güns ig
beein luß wu de; abe im EWS wechsel e die D-Ma k sogleich on de
schwächs en in die s ä ks e Posi ion, und auch im gewogenen Du ch-
schni e gab sich keine wei e e Abwe ung ih es Außenwe s.
Das sich wandelnde Zusammenspiel on Zinsge älle und Wechsel-
ku se wa ung bilde e den Hin e g und, o dem sich die ku z is igen
Schwankungen de ame ikanischen Zinsen und das da ü e an wo -
liche wöchen liche Au und Ab de Geldmengenagg ega e au die
Dolla ku se einzelne Wäh ungen auswi k e. Diese s ändig e e siblen
und deshalb zumeis als unk ionslos be ach e en Bewegungen können
nich in gleiche Weise wie die mi el- und länge is igen zinsbeding-
en Bewegungen als Ausd uck un e schiedliche Wachs ums a en des
Angebo s und de Nach age an Geld und geldwe en Fo de ungen
und Ve bindlichkei en in e schiedenen Lände n sowie un e schied-
liche In la ionse wa ungen gel en, und dami le z lich als Konse-
quenz un e schiedliche Geld- und Finanzpoli ik. Das Geldmengen-
wachs um ging zwischen 1978 und 1981 in den g öße en Indus ie-
lände n du chweg be äch lich zu ück. Zugleich nahm die Va iabili ä
des Zinsge älles im Ve häl nis zum Dolla in beinahe allen diesen Län-
de n be äch lich zu, und mi ih zugleich die Va iabili ä de Dolla -
Wechselku se ih e Wäh ungen.
Im EWS dagegen ha die s ä ke e O ien ie ung de Geldpoli ik ein-
zelne Lände au die E o de nisse des Wechselku s e bundes be-
wi k , daß das Zinsge älle zwischen den Teilnehme wäh ungen gegen-
übe ühe en Jah en abnahm — jeden alls gal das noch bis o ku -
zem — und daß es wenige s a k schwank e. Dami wu de auch die
Au gabe e leich e , die ku z is igen Wechselku sschwankungen du ch
In e en ionen inne halb de e einba en Schwankungsma gen zu
hal en.
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652 Leonha d Gleske
IV. Wechselku sbewegungen und ih e Wi kungen
Die Au locke ung de Wechselku sbes immungen des IWF-Übe ein-
kommens wa zum gu en Teil on de E wa ung bes imm , daß de
Wechselku s einen wesen lichen Bei ag zum Anpassungsp ozeß de
Zahlungsbilanzen leis en wü de. Wäh end die K i ik am Floa ing zu-
nächs kons a ie e, daß diese E wa ung une üll geblieben sei, is die
spä e e Diskussion zunehmend on de So ge bes imm , daß die
g öße e Flexibili ä de Wechselku se selbs zum S ö ak o des wi -
scha lichen Geschehens gewo den sein könn e. Die E ich ung des
EWS wa nich zule z eine Reak ion au das anhal ende „Übe -
schießen" de Dolla ku se de eu opäischen Wäh ungen und de da -
aus abgelei e en Ge ah en ü Wachs um, Beschä igung und P eis-
s abili ä . In le z e Zei is auch die zunehmende ku z is ige Ins abili-
ä de Dolla ku se meh und meh in die Schußlinie ge a en.
Die „Summe de K i ik" kann mi Lam alussy3 wie olg o mulie
we den: „Die Wechselku sschwankungen wa en s ä ke , häu ige und
e a ische als die Be ü wo e des Floa ing o aussahen; sie sind
schädlich ü die Wel wi scha ganz allgemein und ü die wes lichen
Indus ielände im besonde en; sie machen deu lich, daß die Mä k e
übe eagie en, wenn sie ex emen Impulsen und Ände ungen de Wi -
scha spoli ik ausgese z sind; es bes eh deshalb Ve anlassung einzu-
g ei en mi dem Ziel, die übe mäßigen Wechselku sschwankungen
einzudämmen."
Ungeach e de E ah ung, daß die Wechselku sschwankungen übe
das ge ech e ig e Maß hinausgehen können, bes ehen indes heu e
kaum Zwei el, daß de Bei ag on Wechselku sände ungen zum Abbau
on Leis ungsbilanzungleichgewich en be äch lich sein kann, o aus-
gese z eilich, daß auch die Wi scha s-, Finanz- und Geldpoli ik des
be e enden Landes den no wendigen Anpassungsp ozeß un e s ü z .
Die jüngs e En wicklung ha diesen Eind uck bek ä ig , nachdem in
den e s en Jah en lexible Wechselku se und besonde s nach dem
e s en Ölschock de Jah e 1973/74 in zahl eichen Lände n die Finanz-
und Geldpoli ik den Anpassungse o de nissen nich aus eichend Rech-
nung ug und deshalb de po en ielle Bei ag des Wechselku ses
imme wiede in F age ges ell ode e zöge wu de. Es wu de im
Gegen eil e such , den s uk u ellen Anpassungszwängen auszu-
weichen ode die da aus e wachsenden Belas ungen wenigs ens au
spä e zu e schieben.
In jedem Fall zeig sich die Wi kung on Wechselku sände ungen
wegen de asche en Reak ion de Ein uh p eise (in na ionale Wäh-
8 A. Lam alussy, A plea o an in e na ional commi men o exchange
a e s abili y, B üssels, 22 Oc obe 1981.
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Bes immungs ak o en und Wi kungen on Wechselku sbewegungen 659
und dami auch Rückwi kungen au den ame ikanischen Geldma k
e meide . Den K edi ins i u en, die zum Abschluß solche liquidi ä s-
abso bie ende Geschä e be ei sind, wi d lediglich de He ausgabe-
ansp uch au einen en sp echenden Be ag de in den Ve einig en S aa-
en angeleg en Dolla -Anlagen de Bundesbank übe agen und gleich-
zei ig pe Te min zu ückgekau . Die US-Scha zpapie e, um die es sich
dabei in de Regel handel , bleiben dami im Eigen um de Bundes-
bank, de auch un e ände die Zinsen aus diesen Anlagen zu ließen.
Die De isenswap- und De isenpensionsgeschä e haben sich als ein
besonde s lexibles Ins umen zu ku z is igen S eue ung des Geld-
ma k es e wiesen. Ih e Vo züge lassen sich wie olg cha ak e isie en:
— sie sind schnell in Gang zu se zen, p ak isch on eine au die an-
de e S unde,
— de Be ag kann genau ixie we den und nahezu jede gewünsch e
G ößeno dnung e eichen,
— die F is igkei is so gu wie beliebig wählba ,
— une wünsch e Rückwi kungen au den De isenma k und die Wech-
selku se gehen nach den bishe gemach en E ah ungen da on kaum
aus, jeden alls keine ande en Wi kungen, wie sie mi jede liquidi-
ä sbeein lussenden Maßnahme e bunden sind.
VI. Schluß olge ungen
Die Wechselku se wa en in le z e Zei zunehmenden Schwankungen
un e wo en. Dabei sind die länge is igen Wechselku s endenzen e -
s ä k du ch he ige ku z is ige Ku sausschläge übe lage wo den.
Übe die on in e na ionalen P eis- und Kos enun e schieden bes imm-
en Tendenzen hinaus gewannen meh e e sich asch wandelnde Ein-
lüsse ü die Wechselku sen wicklung e hebliches Gewich , da un e
o allem ein sich s ändig ände ndes Zinsge älle zwischen den Ve -
einig en S aa en und den üb igen Lände n. Häu ig sich ände nde
Wechselku se wa ungen a en als Fak o de Ins abili ä imme s ä -
ke he o und machen die Geld- und Kapi albewegungen zu einem
eigens ändigen, on den ealen Ein lüssen wei gehend unabhängigen
Ein luß ak o .
Eine g öße e Beweglichkei de Wechselku se is un e den gegen-
wä igen wel wi scha lichen Ve häl nissen bei g oßen Zahlungs-
bilanzungleichgewich en und e heblichen In la ionsdi e enzen kaum
e meidba und auch no wendig. Ohne sie könn e es an den De isen-
mä k en zu e heblichen Spannungen kommen. Alle dings kann ein all-
zu häu iges und allzu ausgep äg es Au und Ab de Wechselku se ü
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660 Leonha d Gleske
die einzelnen Volkswi scha en und die in e na ionalen Wi scha s-
beziehungen ab äglich sein. Ob die beobach e e Ins abili ä de Wech-
selku se pe Saldo a sächlich nach eilige Wi kungen au Außenhandel,
Wi scha swachs um und allgemeine Wohl ah ha , wi d du chaus
un e schiedlich beu eil ; an übe zeugendem Beweisma e ial ehl es
dazu. Wei gehend einig is man sich alle dings da übe , daß die ku z-
is igen Schwankungen de Wechselku se als unk ionslos und dami
unnö ig gel en können.
In e en ionen de Zen albanken haben keine g undlegende Be-
uhigung an den De isenmä k en e eichen können. In jüngs e Zei
mag dies ielleich auch au das Absei ss ehen de Ve einig en S aa en
zu ückzu üh en sein, ohne de en ak i e Mi wi kung Dolla in e en-
ionen dem Ma k wenige übe zeugend e scheinen und deshalb nach
Ansich manche Ma k eilnehme an Wi ksamkei einbüßen können.
Vo allem abe is e neu deu lich gewo den, daß mi De isenma k -
in e en ionen nu wenig gegen zinsbeding e Wechselku swi kungen
auszu ich en is , zumal wenn Rückwi kungen de De isenma k ein-
g i e au die eigene Liquidi ä s- und Zinsen wicklung nich hingenom-
men we den. Nich nu die Höhe, sonde n haup sächlich die s a ken
Schwankungen des Dolla zinsni eaus haben es den eu opäischen Län-
de n und Japan alle dings e heblich e schwe , ih e In e en ions-
poli ik eng au einande abzus immen und mi de eigenen Geld- und
K edi poli ik zu e zahnen.
Als Ausweg aus dem gegenwä igen Dilemma s a k schwankende
Wechselku se und de sie mi e u sachenden e heblichen Zinsbewe-
gungen bie e sich o allem ein Konsens übe die Ziele de Wi -
scha spoli ik und eine besse e in e na ionale Koo dinie ung de Geld-
und K edi poli ik an, wenn dies auch nich ein ach is . Zudem haben
gewisse Un e schiede in den gehandhab en geldpoli ischen Me hoden
einige Lände zusä zliche E schwe nisse gescha en. Fü ein besse es
Funk ionie en des Wechselku ssys ems e schein es deshalb une läß-
lich, daß alle wich igen Lände eine glaubwü dige und g adlinige s a-
bili ä so ien ie e Geldpoli ik be eiben, die ü De isenmä k e mög-
lichs gu e kennba is und so die E wa ungen s abilisie en hil . Dies
gil in e s e Linie ü die g oßen Indus ielände , un e denen die Ve -
einig en S aa en die üh ende Posi ion einnehmen. Insbesonde e soll-
en die e schieden g oßen und außenwi scha lich un e schiedlich
in ensi e loch enen Lände meh gegensei ige Rücksich nahme
üben. In diesem Rahmen könn e dann auch wiede ein Mindes maß an
Zusammena bei an den De isenmä k en diessei s und jensei s des A -
lan ik seinen Pla z haben.
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Bes immungs ak o en und Wi kungen on Wechselku sbewegungen 661
Zusammen assung
In le z e Zei sind die länge is igen Wechselku s endenzen e s ä k
du ch he ige ku z is ige Ku sausschläge übe lage wo den. Neben P eis-
und Kos enun e schieden a en Zinsdi e enzen und sich ände nde Wechsel-
ku se wa ungen als Fak o en de Ins abili ä imme s ä ke he o . An-
gesich s g oße Zahlungsbilanzungleichgewich e und In la ionsdi e enzen is
eine g öße e Beweglichkei de Wechselku se du chaus e o de lich. Alle -
dings we den die übe g oßen ku z is igen Wechselku sschwankungen wei -
gehend als unk ionslos und dami unnö ig be ach e . Fü ein besse es
Funk ionie en des Wechselku ssys ems e schein es une läßlich, daß alle
wich igen Lände eine glaubwü dige und g adlinige s abili ä so ien ie e
Geldpoli ik be eiben, die on eine gleichge ich e en Finanz- und Wi -
scha spoli ik beglei e wi d. Eine besse e in e na ionale Koo dinie ung de
geld- und wi scha spoli ischen Ziele und Wege wü de an den De isen-
mä k en die E wa ungen s abilisie en hel en und dami die Wechselku s-
luk ua ionen e minde n.
Summa y
O la e, longe - e m exchange a e ends ha e been mo e and mo e
obscu ed by e a ic sho - e m luc ua ions. In addi ion o p ice and cos
di e gences in e es a e di e en ials and changing exchange a e expec a-
ions ha e been inc easingly signi ican ac o s causing ins abili y. In iew
o la ge balance o paymen s disequilib ia and in la ion a e di e en ials
g ea e lexibili y o exchange a es is no doub equi ed. Bu he unduly
la ge sho - e m exchange a e luc ua ions a e widely ega ded as ha ing
no speci ic unc ion and he e o e being unnecessa y. Fo a be e unc ion-
ing o he exchange a e sys em i seems essen ial ha all majo coun ies
conduc a c edible and s aigh o wa d s abili y-o ien ed mone a y policy
which is accompanied by a co-o dina ed iscal and economic policy. Be e
in e na ional co-o dina ion o mone a y and economic objec i es and means
would help o s abilise expec a ions in he exchange ma ke s and hus
educe exchange a e luc ua ions.
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