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Die Ordnung der Weltwirtschaft vor dem Ersten Weltkrieg. Die Funktion von europäischem Recht, zwischenstaatlichen Verträgen und Goldstandard beim Ausbau des internationalen Wirtschaftsverkehrs

Abstract

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Die Ordnung der Weltwirtschaft vor dem Ersten Weltkrieg. Die Funktion von europäischem Recht, zwischenstaatlichen Verträgen und Goldstandard beim Ausbau des internationalen Wirtschaftsverkehrs

Author: Fischer, Wolfram
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1975
DOI: 10.3790/schm.95.4.289
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291358/1/schm.095.4.289.pdf
Fische , Wol am
A icle
Die O dnung de Wel wi scha o dem E s en Wel k ieg. Die
Funk ion on eu opäischem Rech , zwischens aa lichen Ve ägen und
Golds anda d beim Ausbau des in e na ionalen Wi scha s e keh s
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Fische , Wol am (1975) : Die O dnung de Wel wi scha o dem
E s en Wel k ieg. Die Funk ion on eu opäischem Rech , zwischens aa lichen Ve ägen und
Golds anda d beim Ausbau des in e na ionalen Wi scha s e keh s, Zei sch i ü Wi scha s-
und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und
Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 95,
Iss. 4, pp. 289-304,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.4.289
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291358
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Die O dnung de Wel wi scha
o dem E s en Wel k ieg"*
Die Funk ion on eu opäischem Rech , zwischens aa lichen
Ve ägen und Golds anda d beim Ausbau
des in e na ionalen Wi scha s e keh s
Von Wol am Fische
In eine Zei , in de die O dnung de Wel wi scha neu übe dach
we den muß, e schein es angeb ach , auch da übe nachzudenken, wie
das Sys em wel wei e Wi scha sbeziehungen en s anden is und au
welchen O dnungselemen en es be uh . Ein his o ische Rückblick au
die klassische Zei de libe alen Wel wi scha , au die „belle époque"
o dem 1. Wel k ieg, mag dabei hel en zu un e scheiden, welche de
O dnungselemen e de jüngs e gangenen Jah e au eine bes imm en
his o ischen Kons ella ion bei de Wiede beg ündung de Wel wi scha
nach dem zwei en Wel k ieg be uh en und welche äl e en U sp ungs
sind, welche O dnungselemen e als e zich ba gel en können und welche
ü das Funk ionie en eine in e na ionalen Wi scha une läßlich sind.
Die gegenwä ige K ise de Wel wi scha ha meh e e G ünde, de-
en wich igs e hie ku z au gezähl we den mögen:
1. de Ve lus de Lei unk ion des Dolla s und dami de Füh ungs-
quali ä de ame ikanischen Wi scha spoli ik, als Folge des Zusam-
menb uchs des in e na ionalen Wäh ungssys ems on B e on Woods;
2. de poli ische En schluß de e döl ö de nden S aa en des Mi le en
Os ens, ih e Mach s ellung als Haup ö de lände eines de wich ig-
s en Rohs o e und Ene gie äge s du ch Ka ellabsp achen zu Gel-
ung zu b ingen und dami eine en scheidende Da enände ung ü
alle üb igen Volkswi scha en zu bewe ks elligen;
3. de Ve such de D i en Wel , ü ande e Rohs o e ähnliche Da en-
ände ungen du chzuse zen und so die Te ms o T ade, die in e na-
ionalen Aus ausch ela ionen, en scheidend zu ih en Guns en zu e -
ände n;
* Vo ag zu Feie des 92. G ündungs ags de S aa swissenscha lichen Ge-
sellscha zu Be lin am 3. 5.1975.
19 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1975/4
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290
Wol am
Fische
4. die zunehmende Un ähigkei as alle Indus ielände , ih e eigene
Volkswi scha au einem s abilen Wachs umsp ad zu hal en, de
zugleich Wäh ungss abili ä , Vollbeschä igung, ausgeglichene Zah-
lungsbilanzen und eine gleichmäßige Zunahme des ealen Sozial-
p oduk s p o Kop ga an ie ; als Folge da on die zunehmende Dis-
pa i ä in de wi scha lichen En wicklung und den Wäh ungs ela-
ionen zwischen den wich igs en Wel handelslände n, was zu dem
un e 1) genann en Ve lus de Lei wäh ungs unk ion des Dolla s
e heblich beige agen ha .
Gegenübe diesen neue en P oblemen e en die al en, sei K iegs-
ende nu eilweise gelös en Au gaben zu ück, die eilich den Hin e -
g und ü die aku e K ise bilden. Dazu gehö en u. a. die S agna ion de
wei e en Libe alisie ung des Wel handels, die sei dem nu eilweisen
E olg de Kennedy-Runde au ge e en is ; das zu langsame Fo sch ei-
en bzw. S agnie en egionale In eg a ion sowohl in Wes - wie in Os -
eu opa und in La einame ika, das Nich -E eichen eines Abbaus des
g oßen Wohls andsge älles zwischen No d und Süd, zwischen den en -
wickel en Indus iewi scha en und den En wicklungslände n.
Schon das Au zählen diese P obleme mag zu de Schluß olge ung
e lei en, daß die wi scha lichen und poli ischen Kons ella ionen o
dem e s en Wel k ieg on unse e heu igen so e schieden wa en, daß
ein Ve gleich beide Si ua ionen kaum sinn oll e schein . E döl spiel e
jeden alls noch kaum eine Rolle und de ihm damals en sp echende Roh-
s o und Ene gie äge Kohle wa ge ade in den Indus ielände n, also
in England, Belgien, F ank eich, Deu schland und den USA eichlich
o handen; die D i e Wel als selbs ändigen poli ischen und ökonomi-
schen Fak o gab es nich ode kaum (und die zwei e, die sozialis ische
S aa eng uppe, ohnehin nich ), und das No d-Süd-Ge älle des Wohls ands
wa zwa o handen, wu de abe kaum als P oblem emp unden und
s ell e mangels poli ische und wi scha liche Unabhängigkei des „Sü-
dens" keinen aku en Zünds o da . Die Lei unk ion des englischen
P undes und dami de b i ischen Wi scha s- und Wäh ungspoli ik
s and — wenigs ens au den e s en Blick — nich in F age, und ein mög-
lichs konjunk u eies Wachs um, das die Bedingungen des magischen
Vie ecks — den Ausgleich zwischen Wäh ungss abili ä , Vollbeschä i-
gung, Zahlungsbilanz und Wohls andszunahme — e üll e, bilde e noch
nich das e klä e Ziel na ionale Wi scha spoli ik.
So zu a gumen ie en hieße jedoch, P obleme, die noch nich e kann
wa en bzw. als na u gegeben hingenommen wu den, als nich exis en zu
be ach en. Mi Ausnahme de Rolle des E döls exis ie en alle üb igen
P obleme du chaus; sie wu den kaum besse gelös als in de Gegen-
wa , ja g oßen eils nich einmal angepack . Wenn wi heu e glauben,
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Die O dnung de Wel wi scha o dem E s en Wel k ieg 291
daß die Zei o dem 1. Wel k ieg eine „belle époque" wa , so be uh
das g oßen eils au de Ta sache, daß die Wi scha spoli ik de Vo wel -
k iegszei wenige eh geizige Ziele besaß und dahe mi wenige O d-
nungselemen en und S eue ungsins umen en auskommen konn e.
Um diese These zu belegen, is es nö ig, zunächs einige de Vo aus-
se zungen zu un e suchen, au denen die En s ehung des wel wi scha -
lichen Aus auschsys ems de Vo k iegszei be uh e, und dann die wich-
igs en O dnungselemen e und S eue ungsins umen e o zus ellen, die
in diese Zei zu Ve ügung s anden. E s dann is ein endgül iges U -
eil übe den P ozeßablau möglich.
I.
Un e den Vo ausse zungen ü eine wel wei e Ve keh swi scha , wie
sie bis zum Ende des 19. Jah hunde s en s anden wa , s echen zwei
besonde s he o :
1. die eu opäische Expansion nach Übe see sei dem 15. Jah hunde und
2. die Indus ielle Re olu ion in Wes eu opa und No dame ika sei
Mi e des 18. Jah hunde s.
Die eu opäische Expansion1 b ach e zum e s en Mal in de Wel -
geschich e die ganze bewohn e E de in gegensei igen Kon ak . Sie schu
eu opäisch besiedel e Dependancen in Übe see, in il ie e al e Kul u en
in Os - und Südos asien bzw. de a abischen Wel und üh e schließlich
zu Okkupa ion g oße sog. nich zi ilisie e Gebie e in A ika und de
Südsee du ch die Eu opäe . Sie e ich e en ein Ne z on Handels- und
Ve keh s e bindungen, dessen Zen en in Eu opa lagen, e s in Lissa-
bon und Se illa, dann in An we pen, Ams e dam und schließlich in
London.
Die Indus ielle Re olu ion2 e s ä k e die ohnehin o handene ech-
nische und mili ä ische Übe legenhei Wes eu opas und No dame ikas
übe den Res de Wel in einem Um ang, daß in den Jah zehn en o
dem e s en Wel k ieg ga kein Zwei el bes ehen konn e, wo die Zen en
on Mach und Wohls and lagen und on wo aus nich nu die Gese ze
des poli ischen Handelns, sonde n auch die G undsä ze ü eine O d-
nung de wel wi scha lichen Beziehungen ausgingen. Zugleich e mög-
lich en die neuen Technologien, den Aus ausch on Wa en, Diens lei-
1 Aus de um ang eichen Li e a u übe die Expansion Eu opas nach Übe -
see und ih e Konsequenzen ü die Wel wi scha sei hie hingewiesen au die
zusammen assenden We ke on: J. H. Pa y (1949), P. Chaunu (1969), F. Mau o
(1964), R. Da is (1973), W. Wood u (1966).
2 Einen Übe blick übe die Haup p obleme und Konsequenzen de Indu-
s iellen Re olu ion geben P. Ma hias (1969), D. Landes (1973), C. Cipolla (1973),
R. B aun e al. (1972 und 1973).
19*
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292 Wol am Fische
s ungen und In o ma ionen seh iel e izien e , d. h. schnelle und billi-
ge o zunehmen, als das noch am Ende des 18. Jah hunde s möglich
gewesen wa . E s de schnelle Klippe , sei dem le z en D i el des Jah -
hunde s das Damp schi und au dem Lande die Eisenbahnen ließen die
F ach a en au wenige P ozen de We e, die sie noch um 1830 gehab
ha en, sinken3. Auch de Pe sonen anspo wu de in g oßem Um ang
möglich und ü Millionen on Eu opäe n e schwinglich, so daß die Be-
siedlung übe seeische Gebie e in den le z en d ei Jah zehn en o dem
e s en Wel k ieg mi de Auswande e welle besonde s aus Süd- und
Os eu opa noch einmal einen g oßen Au schwung nahm. Zugleich e -
leich e en und e billig en Eisenbahnen, Kanalbau und Fluß egulie-
ungen den Binnen anspo ; de Teleg aph und schließlich das Ube -
seekabel e möglich en den Aus ausch on In o ma ionen in Minu en,
wo ühe Wochen, ja Mona e nö ig gewesen wa en. Neben dem echno-
logischen Vo sp ung in de P oduk ion, den die Indus ielle Re olu ion
den Eu opäe n b ach e, s and also gleichwe ig, ü den wel wei en Aus-
ausch soga noch wich ige , die echnologische Re olu ion im Kommuni-
ka ionswesen4. Un e diesen Bedingungen s ieg de Aus ausch de Gü e
zwischen den Kon inen en schnelle an als die P oduk ion. Den Zei -
genossen de Vo wel k iegszei wa dieses Phänomen so selbs e s änd-
lich, daß sie da in so e was wie ein „Gese z" de Wel wi scha e blick-
en (und um so e wunde e wa en, als es nach dem e s en Wel k ieg
au einmal nich meh s imm e)5. Au einigen Gebie en e ände en Ex-
pansion, Indus ielle und Kommunika ions e olu ion die elemen a en
Da en de Volkswi scha en g undlegend. Aus übe seeischen Luxus-
p oduk en wie Gewü zen, Ka ee, Tee ode Zucke wu den Konsumgü e
des äglichen Ve b auchs ü jede mann, eu opäische Tex ilien konn en
un e Einsa z übe seeische Baumwolle und Wolle so billig he ges ell
und anspo ie we den, daß sie — o z ge inge e A bei skos en in
Ube see — die do ige P oduk ion, z. B. in Indien, e d ängen ode be-
d ängen konn en. Fü die eu opäische Landwi scha ande e sei s en -
s and sei den spä en siebzige Jah en in de ame ikanischen Ge eide-
und Fleischp oduk ion eine übe mäch ige Konku enz, die die jah au-
sendal e Dominanz des ag a ischen Sek o s in Eu opa beende e und nich
nu wi scha spoli ische, sonde n gesam gesellscha liche und dami
poli ische P obleme e s e O dnung schu .
Insgesam wa en jedoch die eu opäischen und eu opäisch besiedel en
Volkswi scha en die Haup gewinne diese En wicklung, und sie p äg-
en de üb igen Wel ganz selbs e s ändlich und ohne mo alische Sk u-
pel die Gese ze des Handels und des Handelns au .
3 Vgl. Wood u (1966), S. 225 ., 239 .
4 Wood u (1966), S. 261 .
5 Vgl. A. G. Kenwood and A. L. Lougheed (1971), S. 91.
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Die O dnung de Wel wi scha o dem E s en Wel k ieg 293
II.
Welches wa en die wich igs en diese Gese ze, welches o allem die
ü den in e na ionalen Aus ausch on Gü e n und Leis ungen en schei-
denden O dnungselemen e?
Es wä e e ehl , sich dabei au wi scha liche F agen im enge en
Sinne zu besch änken. Wi scha so dnung is ein Teil de Rech so d-
nung, und Rech so dnung wi d ga an ie — ode un e g aben — du ch
poli ische Au o i ä und mili ä ische Mach . Eine en scheidende Vo aus-
se zung ü die wel wei e Gel ung eu opäische O dnungs o s ellungen
und Rech sse zungen wa und wu de zunehmend die poli isch-mili ä ische
Dominanz Eu opas übe den Res de Wel . Das muß im Auge behal en
we den, wenngleich es alsch wä e, in jedem Fall einen spezi ischen D uck,
die D ohung mi Gewal anwendung, als Vo bedingung ü die Ein üh-
ung eu opäische Rech sp inzipien in Ube see anzunehmen. O bilde e
diese zwa das auslösende Momen ; danach abe wa es dann de eigene
Wunsch, den höhe en Lebenss anda d, die höhe e Leis ungs ähigkei de
Wes eu opäe zu e ingen, die nich eu opäische S aa en dazu üh e,
eu opäische Ve hal ensweisen, Si en, Rech sau assungen und P oduk-
ionsweisen nachzuahmen. Das be ühm es e Beispiel da ü is Japan, wo
nach de gewal samen Ö nung des Landes ü die ame ikanische und
eu opäische Schi ah und den Handel eine inne e Re o mbewegung in
Gang kam, die in wenigen Jah zehn en das Land in wesen lichen Be ei-
chen eu opäisie e und zwa so e olg eich, daß es 1905 in de Lage wa ,
gegenübe eine de al en eu opäischen G oßmäch e, nämlich Rußland,
seine echnische, wi scha liche und mili ä ische Übe legenhei zu de-
mons ie en6. Ein ande es Beispiel is La einame ika, dessen im 19. Jah -
hunde unabhängig gewo dene S aa en sich meh und meh aus de
äl e en spanischen Rech s adi ion lös en und mode ne anzösische, z. T.
auch deu sche und schweize ische O dnungselemen e in ih Handels-
ech au nahmen und sich wi scha lich und in ih e Wäh ungso d-
nung an die üh ende Wi scha sna ion England anschlössen7.
Die Rezep ion de eu opäischen Rech sg undsä ze in einem g oßen Teil
de bewohn en E de s ell das allgemeins e O dnungselemen ü den
Wel wi scha s e keh de Vo k iegszei da . Die eu opäischen Siedle
ha en selbs e s ändlich ih e einheimischen Rech sp inzipien in den on
ihnen besiedel en Gebie en einge üh . Spanisches, po ugiesisches, hol-
ländisches, anzösisches und englisches Rech o dne en die zi ilen Ve -
häl nisse de Bewohne Ame ikas und Ozeaniens un e einande . In Cey-
6 Aus de um ang eichen Li e a u übe die Mode nisie ung Japans sei hie
nu hingewiesen au M. B. Jansen (1965).
7 Zum Anschluß La einame ikas an das eu opäische Rech ssys em:
T. Esqui el Ob egön und E. M. Bo cha d (1921); zum Anschluß an das eu o-
päische Wäh ungssys em: A. G. Fo d (1962).
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294 Wol am Fische
Ion und de Kap-Kolonie, wo u sp ünglich das holländische Römische
Rech de o napoleonischen Zei einge üh wo den wa , übe lage e
schließlich das englische Common Law die kon inen aleu opäische Rech s-
adi ion, da die englisch ausgebilde en Rich e es in ih e Weise hand-
hab en.
In Ägyp en, abe auch im ame ikanischen Bundess aa Lousiana kon-
ku ie en anzösisches und englisches Rech mi einande , und in den
Kolonien allgemein übe lage e und e gänz e das Rech de Kolonial-
he en das de Eingebo enen. Fü die wel wi scha lichen Beziehungen
en scheidend wa , daß das Handels-, Wechsel-, Schuld-, Konku s- und
E b ech , abe auch das See ech ode S aa sbü ge ech eu opäische
S aa en in g oßem Um ang ezipie wu de8.
Au den e s en Blick mag es scheinen, als habe das 19. Jah hunde
ehe eine Di e si izie ung de Rech so dnungen de Wel geb ach , da
beispielsweise die la einame ikanischen S aa en sich in un e schiedliche
Weise on de spanischen T adi ion lös en und Elemen e des Code Ci il
und des Code de Comme ce Napoleons, ku z o dem Wel k ieg auch
des BGB ode des schweize ischen Zi ilgese zbuches übe nahmen. Faß
man jedoch die P inzipien de Rech so dnungen und die wesen lichen
Regelungsmechanismen ins Auge, so s ell sich he aus, daß sich im G unde
zwei Rech sk eise bilde en, die au dem al en Un e schied Eu opas zwi-
schen den Lände n mi ömische Rech s adi ion und denen mi Com-
mon-Law-T adi ion be uh en. Das islamische ode chinesische Rech und
die unzähligen S ammes ech e de Eingebo enen in de sog. unzi ilisie -
en Wel spiel en hingegen im Wel handel keine Rolle. Sowohl eu opä-
ische Kau leu e wie eu opäische S aa en endie en dazu, bei in e na io-
nalen Geschä en ih e eigene Rech so dnung anzuwenden bzw. eine domi-
nie ende, o allem die englische ode anzösische, als die e bindliche
zu e klä en. Die Ex e i o iali ä de Eu opäe in Os asien, die China
und ande en S aa en sei den 1840e Jah en in den sog. ungleichen Ve -
ägen ab e lang wu de, is nu das bekann es e Beispiel ü diese Do-
minanz des eu opäischen Rech s in de Wel und in den zwischens aa -
lichen Beziehungen zwischen Eu opa und Ube see.
Im le z en D i el des Jhs. e meh en o allem die kon inen aleu o-
päischen und die la einame ikanischen S aa en ih e Bemühungen, du ch
zweisei ige ode meh sei ige Ve äge die ü die wi scha lichen Bezie-
8 Übe die Rezep ion eu opäischen Rech s un e ich e u. a. W. C. E. Daniels
(1964), E. Le y (1963), S. 210 ., H. Kupe und L. Kupe (1965), B. N. Pandey
(1967), Z. Ki agawa (1970), zahl eiche Au sä ze dazu u. a. in de Zei sch i ü
e gleichende Rech swissenscha . Ube den eu opäischen Hin e g und sou-
e än E. Rabel (1949/50). — Eine um ang eiche Sammlung des Handels ech s
de E de e ans al e e Ende des 19. Jah hunde s de Be line Ju is O. Bo -
cha d, Die Handelsgese ze des E dballs 1883, 3. Au l. 1906 - 1914. Engl. Ausgabe
in 35 Bde. 1911/12.
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Die O dnung de Wel wi scha o dem E s en Wel k ieg 295
hungen und die Kommunika ion wich igen Gese ze aneinande anzu-
gleichen bzw. e aglich eindeu ige Regelungen he beizu üh en. So wie
die deu schen Bundess aa en nach G ündung des Zoll e eins das Wäh-
ungs-, Wechsel- und Handels ech e einhei lich en, so bemüh en sich
die La einame ikane sei den 1880e Jah en um eine Ve einhei lichung
ih es P i a ech s, und zwischen 1910 und 1912 kon e ie en in Den Haag
26 meis kon inen aleu opäische S aa en übe ein gemeinsames Wechsel-
ech . In den Jah zehn en o dem 1. Wel k ieg wuchs die Zahl de in e -
na ionalen Kollek i e äge asch an. Wa en zwischen 1815 und 1850
zwöl meh sei ige Ve äge geschlossen wo den, so zwischen 1851 und
1880 schon 45 und on 1881 bis 19 1 0 1 299. Nich alle diese Ve äge egel-
en wi scha liche Vo gänge. Einige wa en de F age on K ieg und
K ieg üh ung ode de G ündung des Ro en K euzes gewidme , abe die
meis en ha en, auch wenn sie o wiegend echnischen Gegens änden
wie Gewich en und Maßen, Seesignalen, dem We e diens ode dem ele-
g aphischen bzw. Tele on e keh gewidme wa en, wi scha liche Aus-
wi kungen on z. T. be äch liche Reichwei e, so de Wel pos e ein on
1875 ode die G ündung eine S aa engemeinscha zum Schu z des ge-
we blichen Eigen ums 1882. Ande e wa en ölke ech lichen F agen on
wi scha liche Rele anz gewidme wie dem Rech des See e keh s, de
Ein ich ung on Te i o ialgewässe n, de Abscha ung des Skla en-
handels, dem konsula ischen Schu z on S aa sbü ge n im Ausland ode
dem Wechsel de S aa sangehö igkei 10. Zusammen assend kann man
sagen, daß die Jah zehn e o dem e s en Wel k ieg eine be äch liche
E wei e ung des Völke ech s, die Beg ündung eines In e na ionalen
P i a ech s und die e s en s ändigen in e na ionalen Bü os und Schieds-
ge ich e b ach en und dami ein ech liches Rahmen we k schu en, dessen
wi scha liche Bedeu ung o allem da in bes and, daß es den Handels-,
Ve keh s- und K edi pa ne n Rech ssiche hei und -S e igkei nach be-
kann en und wei hin akzep ie en No men siche e.
III.
Zwei Typen on zwischens aa lichen Ve ägen sind bishe nich e -
wähn wo den, de en Zweck in di ek en Eing i en in den Wi scha s-
ablau bes and und on denen zumindes de e s e als wesen liches Ele-
men des in e na ionalen Wi scha ssys ems des 19. Jah hunde s an-
gesehen we den muß: die Handels e äge, die Ube einkün e übe den
zwischens aa lichen Wa enaus ausch, insbesonde e übe die Höhe und
A de Zölle en hiel en, und die Kon en ionen, die mi dem Ins umen
zwischens aa liche Ve äge in e na ionale Ka elle sank ionie en bzw.
9 A. Sa o ius . Wal e shausen (1931), S. 474.
10 H. Lau e pach (1967).
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296 Wol am Fische
P eis- und Mengen egula ionen ü einzelne Rohs o e schu en, o allem
die in e na ionale Zucke kon en ion on 190311.
Handels e äge sind ein al es Ins umen zu Regulie ung s aa en-
übe g ei enden Ve keh s. Um die Mi e des 19. Jhs. s ell en sie den Ke n
des on den Zei genossen sogenann en „F eihandelssys ems" da . Mi
ih e Hil e ha zunächs o allem G oßb i annien au bila e alem Wege
Zollsenkungen seine Handelspa ne du chzuse zen begonnen, nachdem
do sei den ie zige Jah en die libe ale Leh e, daß ein on quan i a i-
en Besch änkungen und Zollsch anken eie Handel das Gese z de kom-
pa a i en Kos en zum Nu zen alle zu Gel ung b ingen we de, in den
In e essen wich ige P oduzen en- und Konsumen eng uppen Wide hall
and und zu na ionalen Wi scha sphilosophie wu de. Nach eine Reihe
on au onomen Zollsenkungen Englands, de en wich igs e in de Ab-
scha ung de Ko nzölle bes and, begann mi dem Cobden-Che alie -
Ve ag 1860 zwischen G oßb i annien und F ank eich die Ä a de Han-
dels e äge mi gegensei igen Zollzuges ändnissen. Den Ke n diese
Ve äge bilde e die Meis begüns igungsklausel. Sie besag , daß jede
de e agschließenden Pa eien de ande en die jeweils güns igs en
Bedingungen, die sie in de Zukun einem D i en gewäh en wi d, auch
zukommen lassen wi d. Mi ih wa ein Au oma ismus de Zollsenkungen
in Gang gese z , de dazu üh e, daß meh und meh Na ionen sich dem
englischen F eihandelsp inzip annähe en. In den IV2 Jah zehn en zwi-
schen 1860 und 1875 wu den zahl eiche zollsenkende Ve äge mi Meis -
begüns igungsklauseln o wiegend zwischen eu opäischen Na ionen ab-
geschlossen. Von den g öße en S aa en schlössen sich nu Rußland und
die USA nich an. Sei de K ise on 1873 und dem Eind ingen des billi-
gen übe seeischen Ge eides am Ende de 70e Jah e kam diese Bewegung
in Rich ung zoll eien Wa en e keh s zwa zum S ills and und wu de
ü wich ige P oduk e wie Eisen und Eisenwa en, Tex ilien und land-
wi scha liche Gü e schließlich umgekeh , au onome Zolle höhungen
mach en wiede die Runde, Zollk iege lähm en den Handel zwischen
einzelnen S aa en, abe England als die üh ende Wel handelsna ion
blieb ein Nied igzollgebie und wide s and den meis en Ve suchungen,
zu den me kan ilis ischen P ak iken on Ein- und Aus uh e bo en, P ä-
e enz» ode P ohibi i zöllen zu ückzukeh en. E gänz du ch die Open-
Doo -Policy, die 1885 in bezug au den Kongo es geleg wo den wa und
die England und die USA auch ü ande e ums i ene koloniale ode
halbkoloniale Ein lußgebie e du chse z en, blieb das P inzip de eien
Bewegung de Gü e ein G undelemen de Wel wi scha so dnung
o dem e s en Wel k ieg12.
11 A. Sa o ius . Wal e shausen (1931), S. 472 .
12 A. Sa o ius . Wal e shausen (1931), S. 299 ., A. G. Kenwood und A. L.
Lougheed (1971), S. 80 .
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.4.289 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:36
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