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[ge] (orig)

Eine "Kurzfriststrategie Negativemissionen": Politikoptionen für den Hochlauf von CO₂-Entnahme

Author: Schenuit, Felix,Treß, Domenik
Publisher: Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Year: 2025
DOI: 10.18449/2025A10
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/315514/1/1919393722.pdf
Schenui , Felix; T eß, Domenik
Resea ch Repo
Eine "Ku z is s a egie Nega i emissionen":
Poli ikop ionen ü den Hochlau on CO₂-En nahme
SWP-Ak uell, No. 10/2025
P o ided in Coope a ion wi h:
S i ung Wissenscha und Poli ik (SWP), Ge man Ins i u e o In e na ional and Secu i y A ai s,
Be lin
Sugges ed Ci a ion: Schenui , Felix; T eß, Domenik (2025) : Eine "Ku z is s a egie
Nega i emissionen": Poli ikop ionen ü den Hochlau on CO₂-En nahme, SWP-Ak uell, No.
10/2025, S i ung Wissenscha und Poli ik (SWP), Be lin,
h ps://doi.o g/10.18449/2025A10
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/315514
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NR.
10
MÄRZ 2025
Einlei ung
Eine »Ku z is s a egie
Nega i emissionen«: Poli ikop ionen ü
den Hochlau on CO2-En nahme
Felix Schenui
/
Domenik T eß
Die Rolle on Technologien zu daue ha en En nahme on Kohlendioxid (CO2) aus
de A mosphä e (Ca bon Dioxide Remo al, CDR) wi d im Rahmen de E a bei ung
eines neuen EU-Emissions eduk ionsziels ü 2040 und eine deu schen Lang is -
s a egie Nega i emissionen in ensi disku ie . E gänzend zu diesen Lang is s a e-
gien beda es eine Ku z is s a egie, dami die Skalie ung on Technologien ü
indus ielles CDR geling . Bislang lieg de Fokus häu ig au eine konzep ionellen
Diskussion da übe , welche Mengen an CDR im Ne o-Null-Jah benö ig we den. Zu
wenig Beach ung inde die F age, wie und mi welchem Vo lau die e s en g oß-
skaligen CDR-P ojek e übe haup en s ehen können. Einige Lände haben be ei s ku z-
is ige Ins umen e en wickel , um einen e s en In es i ionsschub in Technologien
ü indus ielles CDR auszulösen. Eine e gleichende Bewe ung diese Ansä ze zeig
meh e e umse zba e Poli ikop ionen ü eine geziel e CDR-Skalie ung in de EU und
Deu schland au .
E s e Fo sch i e in de In eg a ion on
CO2-En nahme in die Klimapoli ik lassen
sich au allen poli ischen Ebenen beobach-
en. Die Eu opäische Union (EU) sieh in de
CO2-En nahme eine wich ige Technologie
au dem Weg zu ih em Ne o-Null-Ziel, das
sie 2050 e eich haben will, und is dabei,
neue Poli ikins umen e zu en wickeln. In
Deu schland läu au Bundesebene zu zei
de P ozess, im Rahmen de Lang is s a e-
gie Nega i emissionen (LNe) eine Posi io-
nie ung und lang is ige En nahmeziele bis
zum anges eb en Ne o-Null-Jah 2045 zu
e a bei en.
Ge ade weil in den USA die bishe e -
olg e inno a i e CDR-Poli ik o aussich -
lich ückabgewickel wi d, bie e sich ü
die EU und Deu schland die Chance, eine
Vo ei e olle zu e g ei en. Hie ü b auch
es jedoch nich nu lang is ig o ien ie e
Ziele und S a egien, sonde n auch eine
»Ku z is s a egie Nega i emissionen«, die
den Blick au die Skalie ung insbesonde e
on Anwendungen ü pe manen es CDR
ich e . Diese ku z is ige Handlungsbeda
e gib sich zum einen aus de wissenscha -
lichen Li e a u , wie es ü die EU e wa die
Publika ionen des Eu opäischen Wissen-
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Mä z 2025
2
scha lichen Bei a s zum Klimawandel
zeigen, und zum ande en aus dem Dialog
mi Indus ieun e nehmen, zum Beispiel
im Rahmen de Landesini ia i e IN4clima e.
NRW.
CO2-En nahme als ein Baus ein
ambi ionie e Klimapoli ik
CO2-En nahme um ass ein b ei es Spek-
um an Me hoden, die häu ig in kon en-
ionelle und neua ige Ansä ze un e eil
we den. Diese Me hoden zielen da au ab,
CO2 aus de A mosphä e zu en e nen und
es je nach Ve ah en ü Jah zehn e bis
Jah ausende zu speiche n. Zusä zlich zu
d as ischen Reduk ion de Emissionen wi d
es ohne die Skalie ung eines Po olios on
CO2-En nahme-Me hoden – bes ehend aus
kon en ionellem und neua igem CDR –
nich möglich sein, Ne o-Null-Ziele zu
e eichen, wede au in e na ionale ode
na ionale noch au egionale Ebene.
Ein wich iges Un e scheidungsk i e ium
ü CDR-Me hoden is die F age, wie daue -
ha das CO2 gespeiche we den kann. Kon-
en ionelles CDR im Sek o Landnu zung,
Landnu zungsände ung und Fo s wi scha
(LULUCF) speiche das CO2 häu ig nu ü
beg enz e Zei äume. Demgegenübe e -
möglichen nach ak uellem Fo schungss and
insbesonde e die neua igen Me hoden, die
au eine CO2-Speiche ung in geologischen
Fo ma ionen (Ca bon Cap u e and S o age,
CCS) basie en, das CO2 daue ha de A mo-
sphä e zu en nehmen. Um die CCS-basie -
en Me hoden on den kon en ionellen
abzug enzen, wi d hie on »indus iellem
CDR« gesp ochen.
G a ik 1 (Sei e 3) zeig den Ausbau de
CDR-Kapazi ä en bis 2050 in de EU – en -
sp echend de Modellie ung de Eu opäi-
schen Kommission – und dass diese pa al-
lel zu d as ischen Reduk ion de Emissio-
nen e olgen muss (linke Teil). Zudem e -
anschaulich sie, dass ü die Ne o-CO2-En -
nahme im LULUCF-Sek o ü 2030 310 Mil-
lionen Tonnen als Ziel e einba sind und
diese En nahme bis 2050 gemäß de Sze-
na ien um wei e e 7 P ozen s eig . Indus-
ielles CDR müss e als neue Sek o au ge-
bau we den, mi eine Wachs ums a e on
2800 P ozen zwischen 2030 und 2050
( ech e Teil). Beide En wicklungen sind mi
e heblichen, wenn auch un e schiedlich
gelage en poli ischen He aus o de ungen
e bunden.
Unzu eichende In eg a ion on
indus iellem CDR in die Klima-
poli ik
Angesich s des no wendigen Ausmaßes de
Skalie ung on Technologien ü indus iel-
les CDR we den diese in de Klimapoli ik
de un e schiedlichen poli ischen Ebenen
bislang nu unzu eichend be ücksich ig .
Die EU ha zwa mi de Ve o dnung zu
Ze i izie ung on CO2-En nahmen (Ve o d-
nung 2024/3012) einen e s en Sch i ge-
mach . Gleichzei ig bleiben zen ale F agen
o en, zum Beispiel ob und un e welchen
Bedingungen CDR-Ze i ika e in bes ehende
klimapoli ische Ins umen e de EU in e-
g ie we den können, e wa den EU-Emis-
sionshandel (ETS) ode die Las en eilungs-
e o dnung.
In Deu schland is CO2-En nahme im
Klimaschu zgese z (KSG) zwa g undsä zlich
en hal en (Ziele in §§ 3a und 3b KSG) und de
P ozess zu E a bei ung de LNe des Bundes-
minis e iums ü Wi scha und Klima-
schu z will hie mi e bundene Ziele klä en.
Alle dings mangel es an ku z is igen An-
eizs uk u en ü die Skalie ung on CDR-
P ojek en und -In as uk u en im indus-
iellen Maßs ab. Die bishe igen Rahmen-
bedingungen ü Un e nehmen üh en zu
In es i ionsunsiche hei , sodass zwischen
kleinskaligen Inno a ionsp o o ypen und
g oßskaligen Umse zungsp ojek en ein
» alley o dea h« kla . Viele schon heu e
echnisch mögliche CDR-P ojek e, mi denen
sich ku z is ig zu e eichende CDR-Kapa-
zi ä en ealisie en ließen, kommen deshalb
bis au Wei e es nich übe das Konzep -
s adium hinaus. Eine S a egie zu Nega i -
emissionen soll e dahe nich nu au die
Jah e 2035 bis 2060 blicken, sonde n auch
ü die Jah e da o die indus ielle CO2-
En nahme in die Klimapoli ik au nehmen.
SWP-Ak uell 10
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Langwie ige Re o men und
ku z is ige Kapazi ä en
Die Ges al ung on CDR-Poli ik wi d Zei
b auchen, da sie maßgeblich on de P ad-
abhängigkei bes ehende Ins umen e au
den un e schiedlichen poli ischen Ebenen
gep äg is . Die s uk u elle Einbindung on
CDR in die b ei e e klimapoli ische A chi-
ek u wi d o aussich lich e s mi de
Fo sch eibung de EU-Ins umen e ü die
nächs e Dekade (ab 2031) e olgen. Ve mu -
lich e s in den ühen ode mi le en
2030e Jah en is dami zu echnen, dass
CDR-Poli ik als in eg ie e Baus ein de
klimapoli ischen A chi ek u au EU-Ebene
so wei umgese z is , dass da aus An eiz-
s uk u en esul ie en. Bis dahin gil es,
poli ische Allianzen zwischen EU-Mi glied-
s aa en und Sek o en zu bilden sowie An-
eize und Fö de mechanismen zu scha en,
die die Le nku e ü Inno a ion im Be eich
CDR beschleunigen und die Kos en im
indus iellen Maßs ab senken. Da ü is es
wich ig, sich au diejenigen CDR-Kapazi-
ä en zu konzen ie en, die ku z is ig und
e gleichsweise leich zu e eichen sind.
Da ü müssen P io i ä en gese z und
en lang kla e K i e ien einzelne Anwen-
dungen ausgewähl we den. Nu CDR-
Me hoden, die sich inne halb de ku zen
F is in b ei e e klimapoli ische En wick-
lungen ein ügen und sich lang is ig am
Ma k behaup en können, soll en eine
ku z is ig o ien ie e Fö de ung e hal en.
Zu den K i e ien zählen die Fähigkei zu
pe manen en CO2-Speiche ung, eine übe -
schauba e P eisspanne im un e en d ei-
s elligen Be eich p o Tonne CO2 und ein
sys emkompa ible Ene giebeda . Um
ö de ungswü dige Anwendungen zei lich
zu p io isie en, soll e gep ü we den, ob es
Syne gien zu Ca bon-Managemen -Ak i i ä-
en de Indus ie und zum sch i weisen
Au bau de CO2-T anspo in as uk u gib .
Gene ell soll e de Hochlau on CO2-En -
nahme sowohl im übe geo dne en poli i-
schen Regelwe k als auch in de Fö de -
und En wicklungsp axis mi P ojek en zu
Abscheidung on ossilem CO2 und dessen
Speiche ung (CCS) ode dessen Nu zung
(Ca bon Cap u e and U iliza ion, CCU)
zusammengedach we den. Die P ozesse
zu E a bei ung on Ca bon-Managemen -
S a egien in de EU sowie in Deu schland
und ande en Mi glieds aa en be onen, dass
auch kün ig in bes imm en Sek o en ein
CO2-Auss oß nich zu e meiden sein wi d
(siehe SWP-Ak uell 30/2023). Dahe müssen
insbesonde e Müll e b ennungsanlagen,
G a ik 1
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Zemen - und Kalkwe ke zukün ig mi CO2-
Abscheideanlagen ausges a e we den,
wenn CO2-neu al p oduzie und eine Ab-
wande ung e hinde we den soll. Gleich-
zei ig sind es genau diese Anlagen, in
denen die Möglichkei bes eh , d ingend be-
nö ig e Mengen on pe manen em CDR zu
e eichen, indem nämlich biogene Res s o e
an eilig als Ene giequelle eingese z we den.
Bedach we den müssen da übe hinaus
die langen In es i ionszyklen in de Indus-
ie. Anlagen, die in den kommenden Jah en
geplan , dimensionie und gebau we den,
bleiben Jah zehn e in Be ieb. Heu e ge o -
ene En scheidungen, in CO2-Abscheidung
und die CO2-T anspo in as uk u zu in-
es ie en, bes immen dami übe die Kapa-
zi ä en zu CO2-En nahme in den 2040e
Jah en – und somi da übe , ob das Ne o-
Null-Ziel in g ei ba e Nähe ück .
Die Syne gien zwischen CO2-En nahme
und de Abscheidung on ossilem CO2 sind
also ein wich iges Elemen ü eine e olg-
eiche Implemen ie ung on CDR-Anwen-
dungen; sie soll en in eine »Ku z is s a e-
gie Nega i emissionen« be ücksich ig we -
den. Zu bedenken is hie bei, dass CO2-En -
nahme und -Abscheidung in Deu schland,
ande s als au EU-Ebene, bislang in zwei
un e schiedlichen S a egiep ozessen be-
a bei e we den.
Poli ikop ionen: Beispiele ü
ku z is ige CDR-Poli ik
In einigen Lände n we den be ei s Ins u-
men e e p ob , die au die Schließung de
Lücke bis zu einem lang is igen Ma k -
ahmen abzielen und schon je z In es i io-
nen an eizen. Sowohl die be o s ehenden
Ini ia i en au EU-Ebene als auch die neue
Bundes egie ung können aus diesen e s en
p ak ischen E ah ungen ih e nächs en
Sch i e ablei en.
Diese Ins umen e sollen neue An eize
ü CDR-Technologien scha en und Le z-
e e geziel e und e ek i e ö de n als de
eiwillige Kohlens o ma k (Volun a y
Ca bon Ma ke , VCM). Die Ins umen e las-
sen sich g ob in ie Ka ego ien ein eilen:
pauschale S eue gu sch i en, di ek e ö en -
liche Nach age, Di e enz e äge sowie
we bewe bliche Aussch eibungen bzw.
Auk ionen. Ihnen is gemeinsam, dass es
sich um s aa liche Zuschüsse handel , die
mi eine Haushal sbelas ung einhe gehen.
Mi Blick au eine angespann e Haushal s-
lage in de EU und in Deu schland soll en
diese Mi el dahe möglichs e izien e -
wende we den und keine Daue lösung sein.
Ziel is es, In es i ionsan eize zu se zen,
bis ein lang is ige EU-Ma k ahmen aus-
eichend eigene An eize lie e . Die genann-
en Ins umen e können Eu opa in den
nächs en 10 bis 15 Jah en eine Vo ei e olle
siche n und no wendige In es i ionen im
Be eich CCS- und CDR-Technologien sowie
CO2-In as uk u en ans oßen. Dass dami
neben klimapoli ischen gleiche maßen
indus iepoli ische Ziele wie S ando siche -
hei und We bewe bs ähigkei e olg
we den, wa en wich ige A gumen e in den
Lände n, die be ei s Ins umen e en wickel
haben, und bie e auch in de EU und in
Deu schland eine Legi ima ionsg undlage.
Pauschale S eue gu sch i en
In den USA bekommen CCS-P ojek e im
Rahmen des 45Q-P og amms schon sei de
Ein üh ung im Jah 2008 pauschal S eue -
gu sch i en ü die geologische Speiche ung
on CO2 (ak uell 85 US-Dolla p o Tonne
CO2). De In la ion Reduc ion Ac de Biden-
Regie ung ha das Ins umen um eine CDR-
spezi ische Dimension e gänz : Wenn das
CO2 di ek aus de Umgebungslu (Di ec Ai
Cap u e, DAC) s amm , also nich ossilen
U sp ungs is , können Un e nehmen eine
deu lich höhe e Gu sch i on 180 US-
Dolla p o Tonne gel end machen. Auch
Kanada ö de bis 2030 DAC-Anlagen du ch
pauschale S eue gu sch i en in Höhe on
60 P ozen de In es i ionskos en (ab 2031
30 P ozen ). Diese S eue gu sch i en sind
ü Un e nehmen a ak i , da sie ech
ein ach ab u ba sind.
Au diese Weise kann ein CDR-Hochlau
in de B ei e ge ö de we den, s a einzelne
P ojek e zu selek ie en. Ohne we bewe b-
lichen Selek ionsmechanismus bleib dabei

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alle dings o en, wie hoch das e o de liche
Budge im ö en lichen Haushal aus äll .
Au den Kon ex de EU is das Ins u-
men nu beg enz übe agba , da ih die
Zus ändigkei ü S eue n ehl . Au Ebene
de Mi gliedslände s ell en sich we bewe bs-
ech liche F agen – eine p ak ische Um-
se zung s ünde somi o einigen ech -
lichen und poli ischen Hü den.
Di ek e ö en liche Nach age
Die indus ielle CO2-En nahme kann auch
übe ö en liche Nach age ange eiz we -
den. Kanada ha im Rahmen seine G een-
ing Go e nmen S a egy ein P og amm
au geleg , um bis 2030 CO2-En nahme-
Ze i ika e in Höhe on 10 Millionen kana-
dischen Dolla zu kau en. In den USA
wu de ü den Ankau solche Ze i ika e
ein Inno a ionswe bewe b ges a e . Das
US Depa men o Ene gy ha den Ca bon
Dioxide Remo al Pu chase Pilo P ize mi
einem Gesam olumen on 35 Millionen US-
Dolla ausgesch ieben. In d ei We bewe bs-
phasen we den an bis zu zehn Finalis en
aus ie un e schiedlichen Technologie-
elde n Ankau e äge in Höhe on bis zu
3 Millionen US-Dolla e geben. Dies e -
möglich e s en P ojek en mi un e schied-
lichen Technologien Abnahmesiche hei
und üh gleichzei ig zu Inno a ionen im
Be eich Moni o ing, Repo ing and Ve i i-
ca ion (MRV).
Ein EU-wei es ö en liches Ankau p o-
g amm ü Ze i ika e ü die CO2-En nahme
wä e ein geeigne e Sch i , um CDR-Anbie-
e n zu signalisie en, dass es eine s abile
Nach age au Basis de EU-Ze i izie ungs-
s anda ds (Ca bon Remo als and Ca bon
Fa ming (CRCF) Regula ion) gib . Deshalb
wi d dieses Ins umen ak uell auch au EU-
Ebene disku ie . Eine s abile Nach age au
EU-Ebene wä e ziel üh ende als agmen-
ie e kleine Nach agep og amme de ein-
zelnen Mi glieds aa en. Fü Deu schland
wä e das Ziel aus dem deu schen Klima-
schu zgese z, die Bundes e wal ung bis 2030
klimaneu al zu o ganisie en (§ 15 KSG), ein
Ansa zpunk , um bishe ige Kompensa ions-
p og amme um CDR-Ze i ika e zu e wei e n.
Di e enz e äge
Sogenann e Di e enz e äge (Con ac s o
Di e ence, C Ds) zielen o allem da au ,
solche In es i ionen lang is ig abzusiche n,
de en Wi scha lichkei s a k on de En -
wicklung des CO2-P eises ( eilweise auch
on wei e en P eisen wicklungen) abhäng .
Diese wiede um häng on einem komple-
xen Zusammenspiel poli ische und un e -
nehme ische En scheidungen ab. Die da -
aus olgende In es i ionsunsiche hei kann
ein C D milde n, indem die Di e enz zu
einem e einba en Re e enzp eis e s a e
wi d. Hie bei sinken ü den S aa die Fö -
de kos en, sobald de CO2-P eis s eig ode
die Kos en ü klimaneu ale Ene giebe ei -
s ellung sinken. Ab einem gewissen Punk
zahlen die Un e nehmen soga zu ück,
wenn das P ojek eine gu e Wi scha lich-
kei e eich .
In G oßb i annien beispielsweise wu den
zwei C D-Ve agsmodelle ü CDR en wickel
und zu Konsul a ion ges ell : die Business
Models o G eenhouse Gas Remo als and
Powe BECCS. Hie bei äg de S aa übe
eine Lau zei on 15 Jah en die Di e enz
zwischen den Kos en (CAPEX und OPEX)
und den Einnahmen, die e wa du ch Neben-
p oduk e ode übe den eiwilligen Kohlen-
s o ma k e ziel we den.
Ein g oße Pluspunk dieses Ins umen s
is die Fö de mi ele izienz, da die Ve äge
e s ens in einem we bewe blichen Ve ah-
en e geben we den können und zwei ens
keine Mi nahmee ek e en s ehen, zum
Beispiel wenn die Be iebskos en s ä ke
sinken als angenommen. Fü die Un e neh-
men sind Di e enz e äge eine Absiche-
ung gegen P eisunsiche hei en und e leich-
e n somi die inale In es i ionsen schei-
dung e heblich. Alle dings bedeu en C Ds
übe 15 Jah e einen nu schwe zu kalkulie-
enden Finanzie ungsbeda ü den ö en -
lichen Haushal , da die Gesam summe de
Fö de ung le z lich on nich o he seh-
ba en P eisen wicklungen abhäng . Dieses
Risiko kann bei eine egelmäßigen Neu-
aussch eibung on C Ds nach und nach
besse eingeschä z und olglich übe das aus-
gesch iebene Volumen ges eue we den.
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Au EU-Ebene spielen Di e enz e äge
zunehmend eine Rolle, da sie die bes ehende
A chi ek u de Klimaschu zpoli ik mi
dem Emissionshandel im Zen um gu e -
gänzen können. Hinsich lich de Umse z-
ba kei in Deu schland gib es mi den
Klimaschu z e ägen be ei s E ah ungen
mi diesem inno a i en Fö de ins umen ,
au denen man au bauen könn e.
We bewe bliche Aussch eibun-
gen und Auk ionen
Die unkla e Haushal sbelas ung bei C Ds
haben Dänema k, Schweden und die
Schweiz dadu ch e mieden, dass sie eine
es de inie e Fö de summe ausgesch ie-
ben bzw. auk ionie haben. So ha Däne-
ma k mi dem CCS Fund und dem NECCS
Fund (speziell ü biogenes CO2) in den
e gangenen Jah en be ei s zwei Ve gabe-
e ah en e olg eich du chge üh , bei
denen le z lich de güns igs e P eis p o
Tonne en e n es CO2 das en scheidende
K i e ium wa . Um den P eis zu senken,
können Einnahmen au dem eiwilligen
Kohlens o ma k e ziel und abgezogen
we den. Bis in das Jah 2026 hinein läu
eine wei e e We bewe bs unde des CCS
Fund, de die Abscheidung im indus iellen
Maßs ab (mindes ens 100.000 Tonnen CO2
p o Jah ) sowohl on ossilen als auch bio-
genen CO2-Mengen mi ci ca 4 Millia den
Eu o ö de . Das We bewe bs e ah en is
au wändig und übe e wa eineinhalb Jah e
in meh e e S u en un e eil mi dazwischen-
liegenden Ve handlungsphasen. So bleib
iel Spiel aum ü wei e e K i e ien neben
dem P eis p o Tonne CO2.
Schwedens umgekeh e Auk ion ü Bio-
CCS-P ojek e mi einem Volumen on ci ca
3 Millia den Eu o bis 2046 is deu lich ein-
ache ges al e . Hie zähl einzig und allein
de P eis p o en nommene Tonne CO2.
Ge ö de we den soll die CO2-Abscheidung
an be ei s o handenen Anlagen, in denen
mindes ens 50.000 Tonnen biogenes CO2
p o Jah en s ehen und die nich dem aus-
schließlichen Zweck de CO2-En nahme,
sonde n in e s e Linie einem ande en
P oduk ionszweck dienen (zum Beispiel
K a -Wä me-Kopplungs-Anlagen ode Bio-
a ine ien).
Ein solche es e Zuschuss ü jede Tonne
CO2, die aus de A mosphä e en e n wi d,
bie e zwa Siche hei ü die ö en liche
Haushal splanung, au de ande en Sei e
bi g ein so ges al e es Ins umen abe das
Risiko eines »winne ’s cu se«: Wenn das
Siege angebo on zu op imis ischen An-
nahmen übe die P eisen wicklung ausge-
gangen is , knn e das P ojek am Ende ga
nich ealisie we den. Mi ande en Wo en:
Das Ins umen könn e sein Ziel e ehlen.
Ein wei e es Beispiel ü eine Aussch ei-
bung is de Fö de we bewe b de Schweiz
(100 Millionen F anken), bei dem es eben-
alls nich ausschließlich um CDR geh .
Da ü die We bewe be in Dänema k
und Schweden be ei s eine beihil e ech -
liche Genehmigung du ch die EU o lieg ,
e schein eine Umse zung en sp echende
P og amme in ande en EU-S aa en und
somi auch in Deu schland machba .
Ein Po olio an Ins umen en
We neue Ini ia i en zu indus iellen CO2-
En nahme plan , soll e den in ande en Län-
de n gemach en E ah ungen Beach ung
schenken und in einen bila e alen Aus-
ausch e en. Die e gleichende Bewe ung
de hie o ges ell en ie Ins umen e
(siehe Tabelle 1, Sei e 7) zeig , dass sie un e -
schiedliche S ä ken und Schwächen au -
weisen – ein kla e Siege is nich e kenn-
ba . In zukün igen Abwägungsp ozessen,
welche Ins umen e umgese z we den
sollen, is neben den poli ischen P io i ä en
und P adabhängigkei en die F age wich ig,
au welche poli ischen Ebene die Ins u-
men e beschlossen we den müss en.
Inne halb des Meh ebenensys ems de
EU exis ie en o allem ü pauschale
S eue gu sch i en e hebliche poli ische
und ju is ische Hü den. Jedoch müss en
auch die ande en Ins umen e g ündlich
gep ü we den. Dass Di e enz e äge
sowie we bewe bliche Aussch eibungen
und Auk ionen schon in einzelnen EU-
S aa en genu z we den, wü de die Übe -
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7
agung au ande e Mi glieds aa en und
eine we bewe bs ech lich kon o me Aus-
ges al ung e ein achen.
Den einen Königsweg ü die Ausges al-
ung eine »Ku z is s a egie Nega i -
emissionen« gib es ohnehin nich – s a -
dessen meh e e gangba e Wege ü einen
Ma k hochlau on CDR mi jeweils un e -
schiedlich gelage en Risiken und P io i-
ä en. Auch übe eine Kombina ion de An-
sä ze soll e nachgedach we den und inwie-
e n sie mi bes ehenden Ins umen en
e einba sind. Mi Di e enz e ägen und
we bewe blichen Aussch eibungen ode
Auk ionen lassen sich beispielsweise geziel
In es i ionen in g oßskalige Anlagen im
indus iellen Maßs ab auslösen. Dies dü e
insbesonde e In es i ionen in indus ielle
Bio-CCS-P ojek e s ü zen, ge ade auch in
B anchen mi un e meidba en Res emissio-
nen. Di ec Ai Cap u e hingegen wü de in
einem P eiswe bewe b mi Bio-CCS wohl
ehe nich zum Zuge kommen, da hie bis-
he kleine e Mengen zu höhe en Kos en
umgese z we den. Dies sp ich ü ande e
Fo men de Fö de ung, e wa Demons a ions-
anlagen ode die Un e s ü zung on Fo -
schungs- und En wicklungsp ojek en.
Baus eine eine Ku z is s a egie
Die EU und die Bundes egie ung soll en die
sich bie ende Gelegenhei e g ei en, eine
Vo ei e olle in de CDR-Poli ik einzuneh-
men. Ge ade mi Blick au die En wicklungen
in den USA – in den le z en ie Jah en ein
wich ige Tak gebe in de CDR-Poli ik –
könn e hie ein Vakuum en s ehen. Die
ielen be o s ehenden Gese zgebungs-
Tabelle 1
Ve gleichende Bewe ung ku z is ige Ins umen e zu CO2-En nahme
Pauschale S eue -
gu sch i en
Di ek e ö en liche
Nach age
Di e enz e äge
We bewe bliche
Aussch eibungen
/
Auk ionen
1) Skalie ungse ek
/
Volumen
+ B ei enwi kung,
keine Vo auswahl
on P ojek en
o Beg enz in Ab-
hängigkei om
Budge
o Ziel au eine Aus-
wahl an G oßp ojek-
en
o Ziel au eine Aus-
wahl an G oßp ojek-
en
2) Risikoabsiche-
ung
/
In es i ions-
siche hei
+ Kla e Be ag
o Bei jäh lichem An-
kau übe den VCM
ehe ge ing, besse
bei lang is igen
Ve ägen
++ Absiche ung on
P eis isiken
+ Kla e Be ag übe
de inie en Zei aum
– Winne ’s cu se
3) Ve ah ens-
au wand
/
Bü ok a ie
++ Seh ein ach
++ Handhabba es An-
kau p og amm au
e ablie em VCM
o Je nach Ausges al-
ung, endenziell
ehe au wändig
o Je nachdem:
Reich on eins u ige
Auk ion bis zu meh -
s u igen Ve ah en
4) Haushal swi kung
– Schwe planba
und bei hohe Nach-
age po enziell seh
hoch, Mi nahme-
e ek e möglich
o Planba
/
s eue ba
– Schwe planba
(Di e enz kann
s eigen ode sinken)
+ Rückzahlungen
möglich
++ Kla es Budge , da
de nied igs e Zu-
schussbeda den
Zuschlag e häl
++ wesen liche S ä ke; + S ä ke; o neu al; – Schwäche
VCM = Volun a y Ca bon Ma ke ( eiwillige Kohlens o ma k )
SWP-Ak uell 10
Mä z 2025
8
p ozesse im Rahmen de EU-Klimapoli ik,
abe auch neue Impulse im Zusammen-
hang mi dem Clean Indus ial Deal e ö -
nen die Möglichkei , inno a i e Ins u-
men e eine CDR-Poli ik und ku z is ige
An eizs uk u en mi ande en poli ischen
P io i ä en zu kombinie en, zum Beispiel
de We bewe bs ähigkei und dem Au -
ech e hal en und de Wei e en wicklung
de bishe igen Klimapoli ik.
Konk e könn e die neue Bundes egie-
ung den P ozess ü die Lang is s a egie
Nega i emissionen um eine Ku z is s a e-
gie e gänzen. Dabei soll e es nich da um
gehen, au Daue ein inanzielles Zuschuss-
modell zu e ablie en. E s e P io i ä müss e
ielmeh sein, ohnehin ans ehende In es i-
ionsen scheidungen je z in Bahnen zu
lenken, die es e lauben, ku z is ig ealisie -
ba e CDR-Kapazi ä en auszuschöp en und
diese dann mi el- bis lang is ig we -
bewe bs ähig auszubauen. Dies wä e wich ig,
dami Inno a ionen ühe Ma k ei e e -
langen und dami die Ansiedlung eines
neuen und zukun s äch igen Geschä s-
zweiges in Deu schland und Eu opa geling .
Die Nach eile on Fi s Mo e n in Fo m on
höhe en P eisen und Meh au wand ü
Planungs- und Genehmigungs e ah en
können so ausgeglichen, auße dem eine
in eg ie e Planung und dadu ch e izien e
Auslas ung on CO2-T anspo - und -Spei-
che in as uk u en besse e eich we den.
Konk e soll e eine Ku z is s a egie
olgende ün Baus eine be ücksich igen:
1) Ca bon Managemen – also CDR und die
Nu zung und Speiche ung on ossilem CO2
(CCU und CCS) – muss in eg ie gedach
we den. Schon heu e bes ehen Syne gien in
In es i ionsen scheidungen, und mi Blick
au lang is ig benö ig e CO2-Abscheide-
und -Speiche kapazi ä en könn en zu bau-
ende In as uk u en zunächs e s ä k ü
ossiles CO2 genu z we den, danach in
imme g öße en An eilen ü biogenes CO2
und solches aus DAC.
2) Eine Ku z is s a egie soll e ein s uk-
u ie es Mapping on ku z is ig und leich
zu e eichenden CDR-Kapazi ä en e s ellen.
Mi hil e eine solchen Auswe ung könn en
En scheidungen übe mögliche An eiz-
mechanismen und In as uk u en als
B ücke bis hin zu einem lang is igen Ma k -
ahmen ü CDR zielsiche e und e ek i e
ge o en we den.
3) Die zukün ige Bundes egie ung und
die Eu opäische Kommission soll en mi els
eines geeigne en An eizmechanismus die
e gleichsweise leich und ku z is ig eali-
sie ba en CDR-Kapazi ä en p io isie en.
4) Das Zielbild wä e ein eu opäisch in e-
g ie e Ma k ü alle Anwendungen on
Ca bon Managemen , in dem die na io-
nalen Poli iken de Mi glieds aa en eine
In eg a ion on CDR in die kün ige Klima-
poli ik nich e schwe en. Lände übe -
g ei ende P ojek e – gegebenen alls auch
mi D i s aa en wie No wegen ode de
Schweiz – soll en ge ö de we den, denn
üh g enzübe g ei ende In as uk u en zu
scha en, wi d dem Ausbau de CDR-Kapa-
zi ä en lang is ig zugu ekommen.
5) Auch eine Ku z is s a egie da nich
den Eind uck e wecken, CDR wü de das
E eichen on Emissions eduk ionszielen
e leich e n – de Ausbau de CDR-Kapazi-
ä en mach die Ziele eichung keineswegs
leich e , sonde n übe haup e s möglich.
En scheidend is deshalb, dass CDR-Poli ik
die kon en ionelle Emissions eduk ion
nich un e minie . Gleichzei ig muss sie
ku z is ige und lang is ige Ins umen e
scha en und dami eine B ücke zwischen
Gegenwa und Zukun .
Du ch alle genann en Punk e dü en
lang is ig Kos en sinken und somi ein
Ma k hochlau on CDR schnelle e eich
we den. Dies bedeu e e einen S ando -
o eil ü wich ige Segmen e de eu opäi-
schen und deu schen Indus ie au dem
Weg zu T eibhausgasneu ali ä . Eine Ku z-
is s a egie wü de da ü so gen, dass nich
unnö ig Zei , Po enzial und Wi scha s-
k a e lo en geh . Beides wi d benö ig :
eine Lang is - und eine Ku z is s a egie,
denn au Daue wi d es ohne einen EU-
Ma k ahmen sowie e bindliche Ziele ü
die pe manen e CO2-En nahme nich gehen.
D . Felix Schenui is Wissenscha le in de Fo schungsg uppe EU
/
Eu opa im P ojek »Hochskalie en on CO₂-
En nahme (UPTAKE)«.
Domenik T eß koo dinie als Fachexpe e im Be eich Indus ie & P oduk ion un e ande em den S akeholde -
dialog zu CDR in de Ini ia i e IN4clima e.NRW, dem Think ank de Landesgesellscha ü Ene gie und
Klimaschu z NRW.Ene gy4Clima e.
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ISSN (P in ) 1611-6364
ISSN (Online) 2747-5018
DOI: 10.18449/2025A10