Kehl, Paul
A icle
Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Kehl, Paul (1952) : Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha ,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 72, Iss. 3, pp. 1-34,
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257] 1
Das Geld als Ansp uch au Leis ungen
de Gemeinscha
Von
Paul Kehl
-
Mon abau
Inhal s e zeichnis: 1. De Ma e ialismus als G undlage de klassischen Leh e on
de Volkswi scha S. 1 — 2. Die abs ak e Na u des Geldes S. 3 — 3. Die Kon-
k e isie ung des abs ak en Inhal es des Geldes S. 14 — 4. Lei sä ze S. 31.
1. De Ma e ialismus als G undlage de klassischen Leh e on de
Volkswi scha
Das on den Klassike n übe kommene olkswi scha liche Leh -
gebäude schein noch ielen Na ionalökonomen so es ge üg zu sein,
daß es on ihnen ü ge ei wide jeglichen Ans u m i gendwelche
Neue e gehal en wi d. G undlegend Neues sei nich meh zu e wa en;
nu in unwesen lichen Einzelhei en sei das „bewäh e Al e" noch in
e wa auszuges al en und zu e eine n. Und doch uh dieses anschei-
nend so solide Gebäude au einem du ch und du ch b üchigen Funda-
men . Seine G undlage is de Ma e ialismus, jene Leh e, die den
S o als das En scheidende im Ablau des wi klichen Geschehens an-
sieh . Es is hie nich de O , sich übe En s ehung und Ausb ei ung
des ma e ialis ischen Gedankengu es nähe auszulassen. An de Wiege
de na ionalökonomischen Wissenscha jeden alls s and de Ma e ialis-
mus be ei s Pa e, und nu wenige Na ionalökonomen haben sich zu de
Übe zeugung du chge ungen, daß nich die o e Ma e ie, sonde n de
Mensch in seinem Handeln das Geschehen bes imm .
Nach jene Leh e, welche die das Wi scha sleben behe schende
Rolle de Ma e ie zum P inzip e hoben ha , haben alle G und-
beg i e de n a i o n a
1
ö k o n o m i s c h e n Wissenscha
einen ma e ialis ischen Inhal . Sie umschließen ausnahms-
los ma e ielle Gegens ände ode bezeichnen zum mindes en Aus lüsse
on solchen. So um asse — nach diese Leh e — Geld ma e ielle Dinge,
äuße s en alls dü en solche nich ausgeschlossen we den. Zum Kapi-
al echne en haup sächlich eale Objek e. We bezeichne be-
s imm e Tä igkei en ode zum mindes en Fähigkei en ma e ielle
Dinge. Un e P eis seien in de Haup sache eale Dinge zu e s ehen,
in de Regel Geld, welches ma e ielle Na u sei. Schließlich üll diese
Schmolle» Jah buch LXXII, 3 1
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2 Paul Kehl [258
Leh e den in de na ionalökonomischen Wissenscha iel e wende en
Beg i Mi el eben alls mi einem ma e iellen Inhal .
In Wi klichkei bezeichnen alle diese Beg i e nich s ande es als
menschliche Be ä igungen, zumeis ideelle Na u , welche
jedoch im Ve keh de Menschen un e einande i gendwie sinnlich
wah nehmba gemach we den. Im einzelnen bezeichne Geld gedank-
liche Tä igkei en, de en Vo handensein du ch ein sinn älliges Zeichen
den Außens ehenden kundgegeben wi d. Das gleiche gil om Kapi al,
welches nu eine besonde e Ve wendungs o m des Geldes is 1. We is
ein ein gedankliche Vo gang, welche bei besonde en Anlässen du ch
Wo ode Sch i Außens ehenden bekann gegeben wi d. Is diese
Anlaß ein Aus ausch on Lie e ungen, Leis ungen usw., wi d de du ch
Wo ode Sch i kundgegebene Denkp ozeß mi P eis bezeichne .
Un e Mi el schließlich sind menschliche Handlungen ohne jegliche Be-
sch änkung zu e s ehen.
Daß Na ionalökonomen geis igen und kö pe lichen Be ä igungen de
Menschen ma e ielle Ges al zu e leihen e moch en und noch e -
mögen, lieg da an, daß sie sich eine übe agenen Aus-
d uck sweise bedienen, bei welche de handelnde Mensch zum
Passi objek und die menschliche Eing i e e duldende Ma e ie zum
T äge de Handlung ges empel we den. Dem Zaube de poe ischen
Da s ellung de ockenen Ma e ie un e liegen die akademischen Zu-
hö e so seh , daß sie sich bald die gleiche Ausd ucksweise zu eigen
machen, bis diese ihnen in Fleisch und Blu übe gegangen is und on
ihnen selbs wiede wei e gegeben wi d. Ta sächlich wi d abe au
diese A und Weise die Wel de Wi klichkei in einem e ze en
Lich da ges ell , was wiede um die E kenn nis de ie e en Zusammen-
hänge e schwe , wenn nich e hinde .
Als ein Beispiel ü diese, Subjek und Objek umkeh ende Da s el-
lung na ionalökonomische Leh meinungen mögen olgende au ein-
ande olgende Sä ze aus dem Au sa z „Übe den U sp ung de al ömi-
schen Geldbezeichnung ,pecunia'"2, ange üh we den. Sie mögen ü
ungezähl e ande e übe agene Ausd ucksweisen dienen, wie sie uns
zumal in den Leh büche n de Na ionalökonomie au Sch i und T i
begegnen. „Dann e heb sich die F age, ob das Vieh als solches die
Eignung besi z , als Geld zu dienen, d. h. die Funk ionen, die in unse e
Vo s ellung zum Wesen des Geldes gehö en, zu übe nehmen. Kann
lebendes Vieh die Rolle des Ve mi le s im Be eiche des Aus ausches
on Gü e n und Leis ungen übe haup spielen?" Schon die Ausd ücke
1 Vgl. hie zu „F eie Ma k wi scha und Planwi scha in de Gegenwa und
o 5000 Jah en", Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volks-
wi scha , 70. Jah gang, 4. He , Sei e 43 . Be lin 1950.
2 Finanz-A chi . Neue Folge. Band 12, He 2, Sei e 352. Tübingen 1950.
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259] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 3
„dienen" und „die Rolle spielen" zeigen, daß hie ak i e Ve ben an die
S elle on passi en e en, was noch du ch das e läu e nde „übe neh-
men" bek ä ig wi d. Nich das Vieh i beim Aus ausch als handeln-
des Subjek au , sonde n einzig und allein de Mensch is in diesem
Falle ä ig, indem e sich hie bei des Viehes bedien , es als Tausch-
objek e wende . Funk ionen kann nu ein O ganismus ausüben, und
zwa auch nu solche, die seine na ü lichen Ve anlagung en sp echen.
Lebendes Vieh kann da um auch nu die on de Na u in es hinein-
geleg e Funk ionen ä igen, niemals abe solche, die ihm om Menschen
nu angedich e we den. De Gedanke, daß lebendes Vieh den Ve mi -
le bei Tauschgeschä en de Menschen abgeben könne, is so absu d,
daß man die Au s ellung eine solchen Behaup ung nich zu glauben
e mag. De Ve asse schein selbs das Bedenkliche diese Fo mulie-
ungen emp unden zu haben, wo au das „in unse e Vo s ellung" hin-
zudeu en schein .
2. Die abs ak e Na u des Geldes
Zu Diskussion s eh hie das Geld. Von ielen Na ionalöko-
nomen wi d allgemein angenommen, daß das Geld eine En wick-
lung du chgemach habe, daß es einmal einem Fo mwandel und
zum ande n einem Bedeu ungswandel un e wo en gewesen
sei. De Wandel in de Fo m komme da in zum Ausd uck, daß das Geld
u sp ünglich in nu zba en S o en, o allem Nah ungsmi eln, Vieh,
Schmuck, Kleidung, dann auch in Ge ä en, Wa en und ih en Roh-
s o en, den Me allen, bes anden, wei e hin sich zum Symbolgeld
(Lede -, S o s ückchen usw.) en wickel habe und schließlich zu ab-
s ak en Rechnungseinhei gewo den sei. De Bedeu ungswandel zeige
sich da in, daß das Geld u sp ünglich Reich umsme kmal und Ho ungs-
objek gewesen, dann nach und nach bila e ales, mul ila e ales und all-
gemeines Tauschmi el gewo den sei und schließlich seine Vollendung
als P eisausd ucksmi el, als Mi el de Wi scha so dnung und als Ziel
des Wi scha ens übe haup ge unden habe.
Wenn ein eale Gegens and mi eine besonde en Bezeichnung be-
dach wi d, die ihn on den ande en Gegens änden seine A und Ga -
ung un e scheide , so müssen schon objek i e Me kmale bei
ihm gegeben sein, die diese Un e scheidung ech e igen. So gehö
beispielsweise de Rubin de Ga ung Mine alien und da un e de A
Ko unden an, die an sich schon du ch besonde e objek i e Me kmale
on den ande en Ga ungen und A en un e schieden sind. Als ein
Ko und (k is allisie e Tone de) un e scheide sich de Rubin on den
ande en S einen seine A du ch seine besonde e, du ch Beimengung
on Ch om bewi k e ö liche Fä bung und du ch seinen Hä eg ad. Au
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4 Paul Kehl [260
G und diese besonde en objek i en Me kmale läß sich ein S ein als
ein Rubin leich e kennen.
Wenn de objek i e Geldcha ak e on allen möglichen wie den
obengenann en Dingen behaup e wi d, so müß e sich dann auch das
objek i eMe kmal au zeigen lassen, wodu ch sich die jeweiligen
Sachen, denen de Geldcha ak e eignen soll, on jenen Sachen, die ihn
nich besi zen, un e scheiden und wodu ch sich auch die einzelne als
Geld bezeichne e Sache on sich selbs , be o sie Geld wu de und auch,
nachdem sie ih e Geldeigenscha e lo en ha , abheb . Man be ach e
sich in einem Museum einen Pols e s uhl aus de Zei Ludwigs XIV.
Mögen auch das Holz om Wu m ze essen, de Bezug eilweise e -
schlissen und die Fa ben e blaß sein, so is es doch nach wie o ein
S uhl, mi allen Me kmalen eines solchen. Man be ach e sich dann do
eine g oße Silbe münze aus de gleichen Zei und dem gleichen Land.
Man läß sich sagen, daß sie zu damaligen Zei in diesem Land Geld
gewesen sei. Und heu e? Ja, heu e sei sie kein Geld meh , wede in
diesem Lande noch ande swo. Abe wie is dies nu möglich? Sie is
doch o ensich lich un e ände geblieben. Welches Me kmal ha sie
denn e lo en, daß sie kein Geld meh is ? Da au wi d man keine An -
wo bekommen. Man wi d e geblich nach einem solchen Me kmal
suchen. Das einzige, was sich e ände ha , is das Ve hal en de Men-
schen gegenübe diese Sache und übe haup gegenübe allen als Geld
bezeichne en Sachen. Ein ein subjek i es Momen kann abe keines-
alls ein K i e ium ü den objek i en Cha ak e i gendeines Dinges
abgeben. Wenn i gendeine Sache zum Un e schied on ande en Sachen
Geld sein soll, muß sie ein besonde es Me kmal au weisen, welches sie
als Geld kennzeichne und on den ande en Sachen un e scheide . Da
abe ein solches objek i es Me kmal ehl , kann somi auch eine
Sache niemals Geld und umgekeh Geld niemals eine Sache
sein. Es gib deswegen auch kein Viehgeld, kein Me allgeld, kein Sym-
bolgeld und übe haup kein i gendein s o liches Elemen au weisendes
Geld, ebenso wie es keinen Gelds o gib .
Man will das Wesen des Geldes und dami das Un e scheidungs-
me kmal de als Geld bezeichne en Sache gegenübe allen ande en
Dingen und auch gegenübe sich selbs o und nach ih em Geldzus and
in ih en Funk ionen als Tausch-, En gel ungs-, Zahlungs-, P eis-
ausd ucks-, We übe agungsmi el usw. sehen. Wie be ei s gesag , is
es eine Sache nich gegeben, i gendeine Funk ion auszuüben, eine
Au gabe zu e üllen. Nu ein lebende O ganismus is ims ande, eine
ihm on de Na u gegebene Funk ion zu be ä igen, d. h. ak i ä ig zu
sein; daneben e mag e un e Ums änden ihm on dem Menschen ge-
se z e Au gaben auszu üh en, jedoch jeweils nu im Rahmen de ihm on
de Na u gegebenen Fähigkei en. Eine leblose Sache hingegen is au
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261] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 5
keinen Fall ims ande, i gendwie ak i ä ig zu sein, insbesonde e bei
den Tauschgeschä en de Menschen den Ve mi le abzugeben; sie is
imme nu Objek in de Hand des Menschen, welches e zu E -
eichung seine Zwecke einse z , is also im Ve häl nis zum Menschen
s e s passi .
Auch un e de Bezeichnung Mi el können Sachen nich sub-
sumie we den. Mi el is ein Ko ela ionsbeg i on Zweck. Zweck is
nach übe eins immende De ini ion de Philosophen die im Bewuß sein
o weggenommene Vo s ellung de Wi kung unse es Handelns. Mi el
zu diesem Zweck is alles, was die Ve wi klichung des Zweckes zu
e eichen e mag. Nu die Handlungen des Zweckse zenden selbs sind
dazu ims ande. Eine auße halb des Zweckse zenden be indliche Sache
e mag nich aus sich allein, ohne Zu un des Zweckse zenden die Ve -
wi klichung des on ihm gese z en Zweckes zu e eichen. Hie zu sind
e s Handlungen des Zweckse zenden e o de lich, welche diese Sache
zu Ve wi klichung des Zweckes einse zen. Sachen, de en sich die Hand-
lungen zu E eichung des Zweckes bedienen, sind ausschließlich Objek
diese Handlungen. Es is ausgesp ochene Ma e ialismus, wenn man ein
Objek menschliche Be ä igung zu E eichung eines gese z en Zweckes
zu einem Subjek , einem T äge selbs ändige Handlungen zu s empeln
sich un e äng .
Wenn ein Tausch zwischen zwei Tauschpe sonen ge ä ig wi d, so
b ing jede Tauschpa ne i gendeine Sache als Tauschobjek in den
Tausch ein. Wi d eine on allen Tauschpa ne n eines bes imm en Be-
zi kes, Gebie es ode Landes begeh e Sache zu Du ch üh ung eines
Ring ausches bei jedem einzelnen Tauschak on einem de Tausch-
pa ne als Tauschobjek o geleg , so handel es sich bei diese Sache
um das allen Tauschhandlungen dieses Bezi kes, Gebie es ode Landes
gemeinsame Tauschobjek . In diese Lage be inden und be-
anden sich alle jeweils als Geld bezeichne en Sachen, ob Vieh ode
Ge eide ode Tee ode Me alle ode S o S ückchen ode i gendein
sons ige Gegens and. De Gene alnenne ü alle diese i ige weise
als Geld bezeichne en Sachen is nich Geld, da Geld keine Sache sein
kann, sonde n gemeinsames Tauschobjek . Un e diesem allgemeinen
Nenne is auch das Geld zu ub izie en, welches das ideals e und das
de en wickel en Volkswi scha adäqua es e gemeinsame Tauschobjek
säm liche Tauschhandlungen is . Diese Sammelbeg i is nich Sub-
jek , T äge i gendeines gemeinsamen Me kmals de un e ihn allen-
den Dinge, sonde n bezeichne den wechselnden Gegens and bes imm e
menschliche Handlungen.
Selbs wenn man behaup e , das Geld habe sich gewandel , habe
sich aus eine Sache zu eine abs ak en Rechnungseinhei en wickel ,
bleib doch bes ehen, daß es sich bei de jeweiligen Sache nich um Geld
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6 Paul Kehl [262
gehandel haben kann, weil ein diese Sache als Geld kennzeichnendes
Me kmal nich au gezeig zu we den e mag. Zum ande n is schwe
einzusehen, wie eine Umwandlung aus eine konk e en Sache in ein
ges al loses Schemen o sich gehen kann. O id wä e o Neid blaß
gewo den, wä e ihm eine solche, on einem ande en geschilde e Me a-
mo phose zu Gesich gekommen. In seinen Me amo phosen we den
eale Wesen wie Menschen in ande e gegens ändliche Dinge wie Tie e,
Bäume, S eine usw. e wandel ; abe hie wi d e was Kö pe liches in
e was Geis iges e wandel . Wenn Geld nu e was Geis iges, Ideelles
sein kann, kann es auch sei jehe nich s ande es gewesen sein. Die Aus-
sage, das Geld sei abs ak e Rechnungseinhei , läß das Wesen des
Geldes öllig im Dunkeln. Denn sie lös so o die F age nach dem
eigen lichen Inhal diese abs ak en Einhei aus, da es ja nich sein
Bewenden bei eine bloßen Zahl ha , sonde n diese Zahl mi eine be-
sonde en Bezeichnung e bunden is , die eine E klä ung o de .
Geld soll ein Ansp uch au einen Teil des Sozialp oduk s
sein. Ein Ansp uch, ein Rech , ich e sich jedoch imme gegen eine be-
s imm e Pe son ode eine bes imm e Ve einigung on Pe sonen, be uh
au einem bes imm en G und und um aß einen bes imm en Inhal .
Niemand is abe e p lich e , eine bes imm e Sache einem Geldbesi ze
nu au seinen Wunsch hin gegen Geld auszulie e n, sonde n ein jede
kann selbs bes immen, ob e übe haup ihm gehö ige Sachen gegen
Geld und wenn ja, ob e sie jedem Beliebigen ode nu bes imm en
Pe sonen abgeben will. Zum Zwei en is nich zu e sehen, wo aus de
Geldbesi ze seinen Ansp uch he lei en könn e. De mode ne Geld-
ausweis, die Bankno e, gib selbs keinen Hinweis, ob sie übe haup au
G und eines Rech sgeschä es und wenn ja, au G und eines welchen
sie en s anden is . Schließlich is auch de Inhal des Rech sansp uches,
den de Geldbesi ze haben soll, öllig unbes imm . Die U kunde nimm
au das Sozialp oduk übe haup keinen Bezug, sonde n weis Bezeich-
nungen wie Dolla , P und, Ma k usw. au , die zwa bes imm e Gold-
gewich seinhei en bezeichnen, ohne daß jedoch schon dami ein An-
sp uch au E hal de selben on i gend jemandem gegeben wä e.
Geld is auch nich e wa ein Ansp uch au Gold, auch wenn noch
o nich allzu lange Zei allübe all Bankno en gegen Gold eingelös
wu den und zum Teil heu e noch we den. Do , wo die Goldeinlösungs-
p lich au gehoben is , wi d Geld auch wei e hin zu Du ch üh ung des
Tausch e keh s e wende . Zwischen Geld und Gold bes eh somi
keine Abhängigkei nach de Rich ung, daß Geld Gold o ausse z ode
daß ohne Gold Geld keine Exis enzbe ech igung ha .
Gleichwohl muß zwischen Geld und Gold i gendein Zu-
sammenhang bes ehen. De menschliche Siedlungsbe eich, in wel-
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263] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 7
chem die einzelnen gemeinsamen Tauschobjek e jeweils Anwendung
anden, wa sei jehe im allgemeinen nich seh um ang eich. Wenn
jedoch in de wes lichen E dhäl e im Ve lau e de le z en 6000 Jah e
ein Volk einen hohen S and de Kul u e eich e und wenn bei ihm
de in e na ionale Aus ausch on Lie e ungen und Leis ungen einen
g oßen Um ang annahm, so kann man siche sein, daß bei ihm das Gold
dem Anscheine nach das gemeinsame Tauschobjek wa . Sei einigen
Jah zehn en is nun das Gold als anscheinend gemeinsames Tausch-
objek aus de g oßen Meh zahl de S aa en des wes lichen Kul u -
be eiches e d äng wo den. Nich als ob es seine We schä zung bei
diesen Menschen eingebüß hä e. Im Gegen eil, es is übe all heiß be-
geh , abe es wi d nu noch geho e und nich meh als dem Anscheine
nach gemeinsames Tauschobjek e wende . S a dessen we den beim
Aus ausch on Lie e ungen und Leis ungen Papie scheine als
dem Anscheine nach gemeinsames Tauschobjek eingese z , welche
Zahlen und gewisse Bezeichnungen wie Dolla , P und, F anc usw. en -
hal en und die Un e sch i eine Bank agen. Abe auch sie
können nich Geld sein, da ihnen das objek i e Me kmal abgeh , wo-
du ch sie sich om Nich geld un e scheiden. De Schein, de ab heu e ü
ungül ig e klä is , un e scheide sich nich im mindes en on sich
selbs am ges igen Tag, als e noch im Aus ausch gegen Lie e ungen
und Leis ungen eingese z wu de. Ges e n anscheinend noch Geld,
heu e abe schon Nich geld, ohne daß sich äuße lich e was e ände
hä e. Wo lieg da de Un e schied?
Da ein objek i es Me kmal zu Un e scheidung on Geld und
Nich geld nich nachgewiesen we den kann, kann Geld keine Sache sein.
Vom Ve hal en des Menschen is abhängig, ob eine Sache als gemein-
sames Tauschobjek eingese z wi d ode nich . Die obengenann en
Papie scheine, die in de Gegenwa im g öß en Teil de Wel das dem
Anscheine nach gemeinsame Tauschobjek beim Aus ausch on Lie e-
ungen und Leis ungen sind, können als Sachen nich Geld sein. Gleich-
wohl müssen sie i gendwie mi dem Geld zusammenhängen. Einmal
we den sie selbs allgemein als Geld bezeichne und zum ande n lassen
auch die au den Scheinen angegebenen Bezeichnungen und Zahlen,
nach de en un e schiedliche G öße sich auch die G öße de ausge-
ausch en Lie e ungen und Leis ungen ich e , e mu en, daß sie mi
den eigen ümlichen Ve häl nissen beim Geld zusammenhängen. Wenn
somi zwischen Geld und den anscheinend als gemeinsames Tausch-
objek eingese z en Papie scheinen de obengenann en A i gendwie
ein Zusammenhang bes eh und wenn wei e hin das Ve hal en de
Menschen on maßgebliche Bedeu ung ü den Einsa z diese Papie -
scheine als anscheinend gemeinsames Tauschobjek im Tausch e keh
is , so kann man mi Fug und Rech auch annehmen, daß aus dem
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8 Paul Kehl [264
Ve hal en de Menschen auch das Wesen des Geldes
selbs e g ünde we den kann.
De im all äglichen Leben am meis en gegebene Fall is de , daß ein
Mensch — Mann, F au ode Kind — einen Kau laden be i , aus
den do ausges ell en Wa en einen ihm ge allenden Gegens and aus-
such , einen ode meh e e de genann en Papie scheine dem Kau mann
aushändig und dann den ausgesuch en Gegens and mi nach Hause
nimm . Aus dem Ve hal en de beiden Tauschpa eien läß sich
schlech e dings nich iel übe das, was eigen lich das gemeinsame
Tauschobjek bei diesem Handel is , aussagen. Daß de Kau mann einen
nu zba en Gegens and hingib und sich da ü mi einem gewöhnlichen
bed uck en Papie schein zu ieden gib , könn e ielleich so e klä
we den, daß de Kau mann sich gegenübe dem Käu e aus i gend-
einem ühe en Rech sgeschä zwischen beiden zu He ausgabe des
Gegens andes an den Käu e e p lich e und hie übe eine Schuld-
u kunde ausge e ig habe, welche nunmeh de Käu e zu Einlösung
p äsen ie e. Jedoch i dies in keine Hinsich zu. Wede lieg dem
Kau ak ein ühe es Rech sgeschä zug unde, noch ha de Kau mann
i gendeine Schuldu kunde ausge e ig . Nu das eine geh da aus he -
o , daß de Kau mann den Schein ge n nimm ; wie e , nehmen ihn
alle Kau leu e ge n, ohne daß de G und ü dieses ih Ve hal en aus
dem Schein selbs he o geh .
De zwei e Fall spiel sich im Finanzam ab. An seinen Kassen
d ängen sich Kau leu e, Handwe ke , eie Be u e und ande e Leu e
mi meh ode wenige sau en Mienen und geben do Scheine de
genann en A in meh ode wenige g oße Zahl und mi meh ode
wenige g oßen, au ihnen e me k en Summen ab. Sie alle e hal en
da ü nu einen Schein, au dem de Emp ang diese ode jene Be äge
bes ä ig wi d. Ih Ve hal en is jeden alls me kwü dig, da sie zwa
gegen E hal diese Scheine nu zba e Dinge ode Leis ungen hinge-
geben haben, selbs abe sich ü de en Abgabe nu mi eine Qui ung
begnügen. Das Rä sel um das Wesen und die magische Anziehungsk a
de Scheine wi d auch nich dadu ch gelös , wenn man weiß, daß im
e s en Fall die Leu e öllig eiwillig, im le z en Fall hingegen un e
Zwang handeln.
De d i e Fall e eigne sich in den ö en lichen Äm e n an
einem Gehal s ag. Mi öhlichen Gesich e n s ehen Beam e und Ange-
s ell e o den Zahls ellen Schlange, um das En gel ü ih e A bei
im Diens e de Allgemeinhei in Emp ang zu nehmen. Das En gel
bes eh du chweg in den o genann en Papie scheinen, wobei nu die
Zahlen au den Scheinen en sp echend Diens ang und Gehal ss u en
de ö en lichen Bediens e en g öße ode kleine sind.
Wo au be uh wohl die hohe We schä zung de Papie -
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271] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 15
schein bezeichnen, den Dich e , Philosophen, Theologen usw. um
Menschen, Dinge, Ta en, Begebenhei en, Zus ände usw. gewoben haben,
dessen Wi klichkei jedoch eine eingehenden P ü ung nich s andhäl .
Audi Un e scheidungen wie subjek i e und objek i e We eine sei s,
Geb auchs- und Tauschwe ande e sei s e mögen nich , seine Reali ä
glaubha zu machen. Danach soll z. B. de objek i e We de Nu zen
sein, den ein Gu s i e, ode die Be iedigung eines Bedü nisses, die
ein Gu gewäh e ode die Eignung ode Fähigkei eines Gu es, ein
Bedü nis zu be iedigen und de gleichen meh , und de objek i e
Tauschwe die Be ähigung de Gü e , im Tausch e keh eine be-
s imm e Menge ande e Gü e als Gegengabe zu e we ben.
Du ch und du ch ma e ialis ische Gedankengänge behe -
schen hie das Feld. Es we den dabei Dingen Wi kungen zugesch ieben,
die sie in de Wel de Wi klichkei nich haben. Die Sonne spende
uns Lich und Wä me, das Radium sende S ahlen aus, im A om
k eisen die Elek onen um den Ke n, m. a. W. diese Dinge en al en
in jedem Falle eine spezi ische Wi ksamkei , unbeschade des Ve -
hal ens de Menschen. Abe man lasse nu einen Südlände und einen
Bewohne des No dens als Zuschaue an einem S ie kamp eilnehmen.
Im e s en Fall „gewäh das Schauspiel höchs e Be iedigung eines
Bedü nisses nach Un e hal ung", im le z e en Fall hingegen weck es
Abscheu und Wide willen. Wenn das Schauspiel objek i en We haben
soll, müß e es in jedem Fall „Nu zen s i en", unbeschade des e -
schiedenen Na u ells und des Ve hal ens de einzelnen Menschen.
In Wi klichkei is es abe nich das Ding, welches in Rich ung
eine Bedü nisbe iedigung wi k ode nich wi k , sonde n de
Mensch is es, de seine Bedü nisse be iedig , wobei sein Geis ,
seine Sinne, seine O gane usw. die Tä igkei en al en, T äge de
Ak ion, die Dinge hingegen imme nu Objek diese spezi ischen
Tä igkei en sind. De Mensch nu z die Dinge, de Mensch is geeigne ,
ähig, die Dinge zu Be iedigung seine Bedü nisse mi els seine be-
sonde en leiblichen und geis igen Be ä igung einzuse zen, de Mensch
e mag es, im Tausch e keh mi ande en Menschen ü eine Sache eine
bes imm e Menge eine ande en Sache zu e we ben. Kein einziges Ding
e mag eine de ihm hie zugesch iebenen Be ä igungen auszu üh en;
es we den ielmeh Handlungen des Menschen gegenübe den Dingen,
indem e z. B. du ch Ve a bei ung on Rohs o en zu Speisen und du ch
de en Konsumie ung seine Nah ungsbedü nisse be iedig , als on den
Dingen selbs ausgehend hinges ell , aus dem Objek menschliche
Handlungen we den die Dinge im Wide sp uch zu Wi klichkei zum
Subjek , zum T äge diese Handlungen ges empel . We im Sinne
eine Eignung, Fähigkei , Tauglichkei , Tüch igkei usw. eine Sache
zu E eichung eines äuße en E olges beinhal e somi nich s ande es
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16 Paul Kehl [272
als eine de Wi klichkei wide sp echende Ve auschung on Suibjek
und Objek .
De a sächliche Inhal des Beg i es We läß sich e g ünden, wenn
man zwischen dem ü diesen Beg i s ehenden Wo und einem
ande en Wo eine nach dem Sp achgeb auch übliche Ve bindung
he s ell und dann die zwischen beiden Beg i en möglichen ode
e ek i en Beziehungen au zeig . Eine solche Wo e bindung wi d
z. B. du ch den a ibu i en Geni i he ges ell , bei welchem
ein Subs an i mi einem Geni i gekoppel wi d. Ein Subs an i
bezeichne an sich einen allgemeinen Beg i , de jedoch du ch die Ve -
bindung mi einem Geni i us indi idualisie und nähe bes imm wi d.
Die Ve bindung eines Subs an i s mi dem Geni i e gib so eine innige
Ve schmelzung zweie Subs an i beg i e zu einem. Nach den e -
schiedena igen beg i lichen Beziehungen zwischen den beiden e -
bundenen Subs an i en un e scheide die G amma ik e schiedene
Ka ego ien des Geni i s, nämlich Geni i us possessi us, auc o is, appo-
si i us ode exple i us, pa i i us, subjec i us und objec i us.
In Anwendung des Gesag en se zen wi das Subs an i We in
Ve bindung mi einem Geni i , wie es im Sp achgeb auch üblich is ,
z. B. We eine Ak ie, und p ü en, welche A diese Geni i is und
wie e das egie ende Subs an i indi idualisie und nähe bes imm .
Es sind zunächs jene Geni i e auszuschal en, die sinngemäß nich in
Be ach kommen können. In unse em Beispiel scheide einmal de
Geni i us auc o is aus, de den U hebe ode die U sache angib , wo-
on e was ausgeh ode wo au e was zu ückzu üh en is , z. B. de
Indus ieplan des Kon oll a s, die Leiden des K ieges. Von eine Ak ie
wi d nich s de gleichen wie We e u sach ode he o geb ach . Zum
ande n komm de Geni i us apposi i us ode exple i us, de eine
Spezialisie ung des egie enden Wo es gib (Tugend de Ge ech ig-
kei ), nich in F age. Die Ak ie is keine Un e a des We es. Schließ-
lich en äll auch de Geni i us pa i i us, de das Ganze in Beziehung
au seine Teile bezeichne , wobei das Ganze en wede als Vielhei ode
als Einhei au ge aß wi d, z. B. eines meine Büche , ein Me e dieses
S o es. Zwischen eine Ak ie und We bes eh keine Beziehung eines
Ganzen zu seinen Teilen.
Es e bleiben noch de Geni i us possessi us, subjec i us und
objec i us. De Geni i us possessi us bezeichne den Besi ze , sowohl
Pe son wie Sache,, de e was gehö . Diese Geni i schein unse en
Fall zu be e en, denn man sag : Die Ak ie ha We . Also schein de
We eine Ak ie zu gehö en. B ich abe das Un e nehmen, welches
die Ak ie begeben ha , zusammen, so ha die Ak ie om gleichen Zei -
punk an keinen We meh . Wenn einem Gegens and e was gehö ,
so muß es, wenn keine lei Ve ände ung mi dem Gegens and o ge-
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273] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 17
gangen is , ihm jede zei gehö en. Und doch ha die Ak ie nich die
ge ings e Ve ände ung e li en. Ein ande es Beispiel: We on
Schie n. In Eu opa haben Schie We , in den T open hingegen haben
sie übe haup keinen We . Wenn abe einem Gegens and e was gehö ,
so muß es, wenn keine lei Ve ände ung mi dem Gegens and o -
gegangen is , an allen O en ihm gehö en. We is somi nich s
de a iges, was einem Gegens and, mi dem keine lei Ve ände ung o -
gegangen is , zu allen Zei en und an allen O en gehö .
De Geni i us subjec i us bezeichne das Subjek , on dem eine
Tä igkei ode eine Emp indung ausgeh , z. B. die Rede des Abgeo d-
ne en. Da on eine Ak ie keine Tä igkei ode Emp indung ausgeh ,
so scheide auch diese Geni i aus. Es bleib nu noch de Geni i us
objec i us zu be ach en, de das Objek bezeichne , au welche sich
eine Tä igkei ode Emp indung e s eck . E e schein in Ve bindung
mi Nomina agen is und ac ionis, die aus ansi i en Ve ben gebilde
sind, z. B. de Käu e , die An e igung on Schuhen. Es mach keine
Schwie igkei en, ein ansi i es Ve bum zu inden, welche den gleichen
S amm wie das Wo We ha . Es heiß we en, was dasselbe wie
schä zen bedeu e . Das aus ihm gebilde e Nomen ac ionis heiß
We ung, gleichbedeu end mi Schä zung. Wi d es mi dem Geni i
„de Ak ie" e bunden, so bezeichne de Geni i das Objek , au
welches sich eine bes imm e menschliche Tä igkei , die We ung, d. i.
ein gedankliche Ve gleich e s eck . Es e häl somi e s
die Ve bindung on We in de Bedeu ung on We ung mi dem
Geni i us objec i us einen Sinn, und We is in Wi klichkei nich s
ande es als eine dich e ische Um älschung eine ein ideellen mensch-
lichen Be ä igung mi einem Objek in eine on diesem Objek aus-
gehende Wi kung au den ä igen Menschen. In de Sp ache de
Wissenscha is demnach nu das Wo We ung ode Bewe ung am
Pla ze, aus welchem keine i igen Folge ungen gezogen we den können,
wie es sei he in de na ionalökonomischen Li e a u mi dem Wo
We gang und gäbe wa . Insbesonde e is das Wo mißgebilde Meh -
we , welches sei übe einem Jah hunde in e hängnis olle Weise
He z und Ve s and de Massen e nebel ha , auszume zen, es gib z. B.
keine P oduk ion on Höhe bewe ung, zumal eine Höhe bewe ung
du ch ande e Pe sonen als die P oduzen en.
We ung ode Bewe ung ode Schä zung is ein
gedankliche Ve gleich eines bes imm en Ve hal ens
des we enden Menschen gegenübe e schiedenen Dingen,
Ta en, Zus änden usw. Ein Mensch z. B. we e den Besi z eines Gegen-
s andes höhe als den eines ande en ode die Ve ich ung eine
bes imm en Tä igkei ge inge als eine ande e. Diese Mensch e -
gleich dabei sein Ve hal en gegenübe e schiedenen Objek en, wenn
Schmolle s Jah buch LXXII, 3 2
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18 Paul Kehl [274
sie in seinem Besi z sind ode wä en, ode gegenübe e schiedenen
Tä igkei en, wenn e sie ausüb ode ausüb e. Ein ande e Mensch hin-
gegen we e ielleich die gleichen Gegens ände und die gleichen Tä ig-
kei en ge ade umgekeh , d. h. bei dem Ve gleich seines Ve hal ens
gegenübe diesen Objek en und Tä igkei en wi d es ge ade en gegen-
gese z dem Ve hal en des e s en Menschen be unden.
Diese on den einzelnen Menschen o genommene Bewe ung is
ein ideelle Na u und wi d im allgemeinen nich du ch Wo ode
Sch i sinn ällig gemach , d. h. den Außens ehenden kundge an, läß
sich abe aus konkluden en Handlungen des We enden e schließen.
Is schon die Bewe ung on Dingen, Tä igkei en, Begebenhei en usw.
du ch die einzelnen Menschen e schieden, wenn diese gewe e en
Objek e on dem we enden Menschen ausschließlich zu sich selbs in
Beziehung gese z we den, so wi d die Bewe ung noch e wickel e ,
wenn bei den We ungen nich nu die Beziehungen eines einzigen
we enden Menschen, sonde n auch die ande e Menschen zu den
gleichen bewe e en Objek en zu be ücksich igen sind. In diesem Falle
is na u gemäß Vo ausse zung, daß die We ung de du ch säm liche
Pe sonen zu bewe enden Objek e nach außen kundgegeben we de.
Hie bei is die Un e scheidung nach dem Zweck, ü den die
Schä zung o genommen wi d, on Bedeu ung. Handel es sich um die
Beziehungen des we enden Menschen selbs zu den bewe e en Ob-
jek en, so e olg die We ung du chweg ü den eigenen Geb auch.
Sind meh e e Pe sonen an de We ung de gleichen Objek e in e -
essie , so kann diese ü e schiedena ige Zwecke e olgen. Zu
e wähnen wä en o allem die We ungen on Mobilien und Immo-
bilien zum Zwecke on E bauseinande se zungen und ü s eue liche
Zwecke. Sie alle we den zahlenmäßig bei wei em übe o en on den
We ungen ü den Aus ausch on Mobilien, Immobilien, Rech en,
Leis ungen usw.
In de mode nen Wi scha , die eine Aus auschwi scha is ,
e olg de Aus ausch on Lie e ungen, Leis ungen usw. mi els de
P eise. De P eis s eh neben dem We in de o de s en Linie de
na ionalökonomischen G undbeg i e. Die ma e ialis ischen Gedanken-
gänge, die seine De ini ion on Anbeginn de Wissenscha einge-
sponnen ha en, leben auch heu e noch wei e . Nach allgemeine Leh e
de Na ionalökonomen soll de P eis die Menge eines Gu es bezeichnen,
die ü ein ande es im Aus ausch ge o de ode gegeben wi d. Wi d
z. B. in de Na u alwi scha ü einen Hu ein Paa Schuhe ge o de
ode gegeben, so wä e nach diese De ini ion des P eises das Paa
Schuhe de P eis des Hu es.
Hie muß zunächs wie beim Geld und Kapi al ge ag we den,
welches denn eigen lich das objek i e, cha ak e is ische
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275] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 19
Me k m a
1
is , welches den P eis als solchen kennzeichne , welches
die als P eis bezeichne e Sache on jenen Sachen, die nich als P eis
bezeichne we den, un e scheide und wodu ch sich auch die einzelne,
als P eis bezeichne e Sache on sich selbs , ehe sie P eis wu de und
auch nachdem sie die Quali ika ion als P eis e lo en ha , abheb . Man
wi d keines inden. Es ände sich einzig und allein das Ve hal en de
Menschen gegenübe de Sache, wenn sie sie einmal als P eis bezeichnen
und dann wiede nich . Du ch eine subjek i e, ein ideelle En scheidung
kann abe nie und nimme ein objek i e Cha ak e eine Sache
he o gezaube we den.
Zu Klä ung des Beg i sinhal es on P eis bedien man sich de
gleichen Me hode wie bei de Beg i sbes immung on We , indem
man du ch Ve knüp ung des Wo es P eis mi einem a ibu i en
Geni i die zwischen den beiden Subs an i en bes ehenden und mög-
lichen Beziehungen au deck und au diese Weise die Deu ung des
egie enden Subs an i s e uie . Das obengenann e Beispiel „de P eis
des Hu es is ein Paa Schuhe" möge als Un e suchungsobjek dienen.
In diese Ve bindung on P eis mi einem Geni i scheide zunächs
de Gene i us auc o is aus; on dem Hu wi d de P eis wede e -
u sach noch he o geb ach . Ebenso komm de Geni i us apposi i us
ode exple i us nich in Be ach ; de Hu is keine Spezies des P eises.
Es en äll wei e hin de Geni i us pa i i us; zwischen P eis und Hu
bes eh keine Beziehung eines Ganzen zu seinen Teilen. Auch de
Gene i us possessi us komm nich in F age. Anscheinend müß e e
zu e en; denn man sag , de Hu ha einen P eis. Also schein de P eis
dem Hu zu gehö en. Nun soll abe de P eis des Hu es ein Paa
Schuhe sein. Gehö das Paa Schuhe dem Hu ? Die F age s ellen heiß
sie e neinen. Wei e hin muß de Geni i us subjec i us unbe ück-
sich ig bleiben; om Hu geh keine Tä igkei ode Emp indung aus,
die als P eis zu bezeichnen wä e. Es bleib noch de Geni i us objec-
i us. Abe auch diese scheide bei de angegebenen De ini ion aus.
De P eis, hie also ein Paa Schuhe, üb keine Be ä igung ode
Emp indung aus, die sich au den Hu e s eck . Dami geh die ange-
gebene De ini ion des P eises in die I e. Es gib keine beg i liche
Beziehung zwischen Gegens änden, Leis ungen, Rech en usw., welche
gegeneinande ausge ausch we den ode zum Aus ausch be ei s ehen,
die sich du ch einen a ibu i en Geni i ausd ücken läß .
Nun bes eh abe die Ve bindung on P eis mi einem Geni i zu
Rech . De P eis on Gegens änden und Leis ungen als sp achliche
Ausd uck is ag äglich millionen ache Wi klichkei . Was is abe dann
de P eis? In gleiche Weise wie bei de Suche nach dem Sinn des
Beg i es We sehen wi uns nach einem ansi i en Ve bum um,
welches den gleichen S amm wie das Wo P eis ha und aus welchem
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20 Paul Kehl [276
ein Nomen agen is ode ac ionis gebilde we den kann. Es is das
Ve bum p eisen, welches die äuße liche Kundgebung eine gedank-
lichen We ung bezeichne („P eisend mi iel' schönen Reden . . .").
Ein aus diesem Ve bum gebilde es Nomen agen is kenn die deu sche
Sp ache nich . Wie s eh es abe mi dem Nomen ac ionis? Es
is kein ande es wie das Wo P eis. Man hal e ihm das aus ihm als
S ammwo und einem Subs an i zusammengese z e Wo Lobp eis
en gegen. Kein Mensch bezwei el , daß es sich bei diesem um die
Bezeichnung eine menschlichen Tä igkei handel . Kann dann das
S ammwo übe haup eine Ma e ie ode jeden alls e was auße halb
des sich be ä igenden Menschen S ehendes bezeichnen? Geh A in ein
Hu geschä und ag nach dem P eise eines bes imm en Hu es, so
wi d de Geschä sinhabe zu An wo geben: De P eis dieses Hu es
is 10 Ma k. De Geni i is in diese Ve bindung ein Geni i us
objec i us und bezeichne das Objek , nämlich den Hu , au den sich
eine Tä igkei , de P eis, e s eck . Diese Tä igkei is eine
solche des Geschä sinhabe s als des Besi ze s des Hu es und bezeichne
eine nach außen e olg e Kundgebung seine Schä zung des
Hu es ü den Aus ausch, die e du ch die Bewe ung bes imm-
e Einhei en ausd ück .
In dem angegebenen Beispiel is anscheinend schon die Ve bin-
dung on P eis und Geld beim Tausch e keh au gezeig .
Denn de P eis, hie die nach außen zum Zwecke des Aus ausches
kundgegebene Schä zung des Hu es du ch den Hu besi ze , wi d an-
scheinend in bes imm en Einhei en ausged ück , nämlich 10 Ma k,
welche Ausd uck nach de allgemeinen Anschauung Geld bezeichne ,
und zwa bes imm e Einhei en Geld. Das Wesen des Geldes is jedoch
oben als ein Ansp uch eines Gliedes eine Gemeinscha an diese es -
ges ell wo den. Als ein ideelles und abs ak es Sein kann das Geld
nich in konk e e Einhei en au gespal en we den, on denen hie die
Rede is . Im angegebenen Beispiel is in de Ta , ein äuße lich
gesehen, Geld nich gegeben; denn M a k is eben so wie Schweize
F anc, Dolla , P und S e ling usw. die Bezeichnung ü
eine on den jeweiligen S aa en ü den Inlands e keh es gese z e
Maßeinhei ü ein Gewich Feingold (1 RM = V2070 kg
ode 0,35842 g, 1 s = 0,20763 g, 1 $ = 0,88867 g, 1 £ = 3,58134 g
Feingold). Wenn de Geschä sinhabe e künde , daß de P eis des
Hu es 10 Ma k be age, so will e dami sagen, daß e , alls de Nach-
agende den Hu zu kau en wünsche, den Besi z des Hu es ebenso
hoch schä ze wie den Besi z on 10 Gewich seinhei en Feingold zu je
0,35842 g. E d ück also seine Bewe ung des Hu es du ch die Be-
we ung on 10 bes imm en Gewich seinhei en Feingold aus.
Es is nich so, daß e bei diesem gedanklichen Ve gleich seines
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277] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 21
Ve hal ens — hie des Besi zes — gegenübe Hu und Gold nun wi k-
lich Gold o Augen ha . Im Lau e de Jah ausende, sei dem im
Tausch e keh bei jedem Tauschak die Eins ellung des we enden
Menschen gegenübe den Me allen das e ium compa a ionis de
We ungen is , is eine so wei gehende Abs ak ion on de Vo -
s ellung de ealen Me alle e olg , daß de We ende bei de We ung
sie öllig auße ach läß , sich ih e Ve nachlässigung übe haup nich
bewuß wi d. De Fab ikan leg bei de Fes se zung de Ve kau s-
p eise, d. h. bei seine zum Zwecke des Aus ausches de on ihm
he ges ell en Gü e o genommenen We ung de selben, seine Kalku-
la ion die de Ve gangenhei angehö enden ode die gegenwä ig
gel enden ode die mu maßlich in de Zukun ein e enden Ge-
s ehungskos en zu G unde, wie Löhne, Ma e ialkos en, F ach en, Ve -
siche ungsspesen, S eue n usw., d. h. e e gleich im G unde
P eise mi P eisen. G oß- und Einzelhändle ich en sich bei
Fes se zung ih e Ve kau sp eise nach den Einkau sp eisen; A bei e ,
Anges ell e und Beam e, insbesonde e ih e mi de Haushal üh ung
be au en F auen se zen bei ih en Einkäu en die Ve kau sp eise de
Wa en zu ih em Einkommen, d. h. dem P eis ih e A bei in Be-
ziehung. Diese Ve gleich de P eise e olg ausschließlich au G und-
lage on Zahlen und de e wähn en Bezeichnungen, mi denen abe kaum
jemand eine konk e e Vo s ellung e binde . Dies is deswegen möglich,
weil de dem Ve gleich olgende Kau bzw. Ve kau ode sons ige
en gel liche Rech s o gang du ch Übe gabe en wede on Münzen ode
on Papie scheinen, die mi solchen Bezeichnungen e sehene Zahl au -
weisen, ode du ch Umbuchung on solche maßen bezeichne en Zahlen
in Büche n ollzogen wi d.
P eis in seine allgemeinen Bedeu ung is die
nach außen kundgegebene Bewe ung eine ü den
Aus ausch o gesehenen Lie e ung, Leis ung ode on
Einhei en ode Teilen eine Lie e ung usw., ausged ück on
dem Be ei s elle diese Lie e ung, Leis ung usw. du ch die
Bewe ung eine on dem Tausch pa n e zum Aus-
ausch angebo enen Lie e ung, Leis ung usw. ode on
Einhei en ode Teilen eine solchen Lie e ung usw. Will ein S ad -
bewohne bei einem Baue n Ka o eln gegen Taschen üche ein-
auschen, so is de P eis de Ka o eln die om Baue ollzogene
und dem S äd e kundgegebene Bewe ung on Gewich seinhei en
Ka o eln, z. B. 50 P und, ausged ück du ch seine Bewe ung on
bes imm en Einhei en Taschen üche n, z. B. 5 S ück, d. h. de Baue
bewe e zum Zwecke des Aus ausches den Besi z on 50 P d. Ka o eln
gleich hoch wie den Besi z on 5 Taschen üche n.
Is de Tausch e keh be ei s sowei en wickel , daß ein k o n -
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22 Paul Kehl [278
k e es und ma e ielles gemeinsames Tauschobjek
zu Du ch üh ung des Tausches e wende und somi die Exis enz on
Mä k en und Händle n o ausgese z wi d, is de P eis eine ü den
Absa z be ei ges ell en Lie e ung, Leis ung usw. ode on Einhei en
ode Teilen de Lie e ung usw. die kundgegebene Bewe ung diese
Lie e ung, Leis ung usw. ode on Einhei en ode Teilen de Lie e ung
usw., ausged ück on dem Be ei s elle de Lie e ung usw. du ch die
Bewe ung on Einhei en ode Teilen des gemein-
samen Tauschobjek es, z. B. on Weizen. Bei dem o s ehen-
den Beispiel wä e de P eis on 50 P d. Ka o eln die om Ka o el-
händle kundgegebene Bewe ung diese Menge, ausged ück du ch
seine Bewe ung on bes imm en Gewich seinhei en des gemeinsamen
Tauscho<bjek es Weizen, e wa 10 P und; de Händle bewe e m. a. W.
den Besi z on 50 P d. Ka o eln ebenso hoch wie den Besi z on
10 P d. Weizen.
Is Geld, de abs ak e Ansp uch au eine Leis ung de Gemein-
scha , gemeinsames Tauschobjek , so kann seine Bewe -
ung selbs nich allgemeine Ausd uck de Bewe ung de zum Aus-
ausch be ei ges ell en Lie e ungen, Leis ungen usw. sein, weil ihm das
konk e e, ma e ielle Sein abgeh . Die Menschen in ih e Meh zahl
benö igen nun einmal zu Du ch üh ung des Tausch e keh s ein mi
den Sinnen wah nehmba es kö pe liches Objek , dessen Bewe ung sie
bei jedem Tauschak de Bewe ung de auszu auschenden Lie e ungen,
Leis ungen usw. gegenübe s ellen können. Ein Abs ak um kann
nu dann zum allgemeinen gemeinsamen Tauschobjek
we den, wenn es zunächs mi einem konk e en, ma e iellen
Sein so eng e bunden is , daß die Bewe ung des Abs ak ums
on de des konk e en, ma e iellen Objek s nich ge enn we den
kann. Diese Bedingung a au das Geld, als es u sp ünglich in die
E scheinung a , zu, inso e n de Ansp uch des Kul angehö igen au
eine Leis ung de Kul gemeinscha so eng an das P and, Gewich s eile
Gold, Silbe und Kup e , geknüp wa , daß die Bewe ung des P andes
mi de Bewe ung des du ch es gesiche en Ansp uchs öllig iden isch
wa . Gleichwohl hä e die E üllung diese Bedingung allein nich
genüg , um dem Geld als einem abs ak en Ansp uch au eine Leis ung
de Gemeinscha zu S ellung eines allgemeinen gemeinsamen Tausch-
objek es zu e hel en, wenn nich noch e was ande es hinzuge-
kommen wä e.
Be o die Handelsleu e Sume s den an den Tempeln ge ä ig en
Tauschmodus sich zu eigen mach en, ha en sie ih e P eiss ellung au
Weizen au gebau , d. h. sie ha en die Bewe ung de on ihnen ü den
Aus ausch be ei ges ell en Lie e ungen, Leis ungen usw. du ch die
Bewe ung on Hohlmaßeinhei en Weizen ausged ück . Wenn sie dann
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279] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 23
im Lau e de Zei en ih e P eise an den Me allen Gold, Silbe und
Kup e o ien ie en, d. h. die Bewe ung de auszu auschenden Objek e
du ch die Bewe ung diese Me alle ausd ück en, so lag dies nich e wa
da an, daß mi dem Besi z diese Me alle ein Ansp uch au eine
Leis ung de Kul gemeinscha e bunden wa , auch nich da an, daß
die Me alle schön on Ansehen, schwe ode übe haup nich oxydie -
ba , leich zu eilen und zu anspo ie en wa en, sonde n de G und
lag au einem ganz ande en Gebie e. De Nach eil des P eis-
ausd ucks au G undlage des Weizens lag da in, daß die Kau -
leu e hie bei nich nu die au die Bewe ung ih e eigenen
Lie e ungen und Leis ungen Ein luß besi zenden
Eak o en wie Angebo , Nach age, Bewe ung in de Ve gangenhei ,
Bewe ung du ch die Konku en en usw., sonde n auch die gl e i -
c h e n , die Bewe ung des Weizens beein lussenden
Momen e zu be ücksich igen ha en. Bei dem an dem Tempel
gehandhab en Tauschmodus b auch e au e waige, die Bewe ung
de Me alle als des anscheinend gemeinsamen Tauschobjek es
e ände nde Gegebenhei en übe haup keine Rück-
sich genommen zu weiden. Denn diese Bewe ung s and
ein ü allemal es , un e lag keine lei Schwankungen. De
G und hie ü lag da in, daß diese Me alle im Eigen um de Go hei en
s anden, da um auch nich Angebo und Nach age un e lagen und
somi nich eie Bewe ung du ch die Menschen ausgese z wa en.
Die Bewe ung bes imm e Gewich seinhei en diese Me alle wa nach
dem Glauben de damaligen Menschen on den Go hei en o ge-
sch ieben und deswegen unabände lich. Wäh end somi die Handels-
leu e Sume s bei dem Ausd uck ih e Bewe ungen du ch die B e -
we ung on Weizen es mi zwei labilen Bewe ungs-
objek en zu un ha en, wa es bei dem Bewe ungsaus d uck
Me alle nu noch ein zu ixie endes Bewe ungs-
objek , nämlich ih e eigenen Lie e ungen und Leis ungen. Das
bedeu e e ü sie ein e hebliches Minus an Risiko und dami auch an
Ve lus en. Sie wä en keine Handelsleu e gewesen, wenn sie nich nach
Gewinnung diese E kenn nis zu dem wenige isikogeladenen Tausch-
modus hinübe gewechsel wä en.
Tauschobjek wa in diesem Falle de mi Gold, Silbe
ode Kup e als P ände n unze ennlich e bun-
dene und diesen gleichbewe e e Ansp uch au eine Lei-
s ung de Kul gemeinscha , wobei das Bewe ungs e -
häl nis de d ei Me alle sowohl un e einande wie auch zu dem in
Sume üblichen gemeinsamen Tauschobjek Weizen ü alle bindend ein
ü allemal es s and. Dieses beim Handel an den Tempeln e wende e
gemeinsame Tauschobjek ha e gegenübe jenem aus Weizen auße -
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24 Paul Kehl [280
dem noch den Vo eil, daß es sich zusammen mi seinem P and
in die kleins en Teile, hie ideell, da manuell, au spal en
ließ, so daß auch seh kleine Lie e ungen und Leis ungen dagegen aus-
ge ausch we den konn en, wäh end de Aus ausch gegen Weizen
p ak isch an bes imm e Hohlge äße gebunden wa . Die Handelsleu e
Sume s s ell en nunmeh im Ve keh un e einande ih e P eisab eden
au die bei den Tempeln angewand e A um, d. h. sie d ück en die
Bewe ung ih e ü den Aus ausch bes imm en Lie e ungen und
Leis ungen du ch die Bewe ung des Ganzen, des Viel achen ode eines
Teiles on au o i a i es gese z en Gewich seinhei en Gold, Silbe ode
Kup e aus. P eis in de u sp ünglichen Geldwi -
scha is die kundgegebene Bewe ung eine ü
den Aus ausch be ei ges ell en Lie e ung, Lei-
s ung usw. ode on Einhei en ode Teilen eine Lie e ung usw.,
ausged ück on dem Bes elle diese Lie e ung
usw. du ch die Bewe ung des Ganzen, des Viel-
ach en ode eines Teiles bes imm e , on de Kul -
gemeinscha bzw. ih en Ve e e n, den P ies e n, es gese z e
Gewich seinhei en Gold, Silbe ode Kup e .
De Übe gang on de Ma k wi scha mi einem konk e en und
ma e iellen gemeinsamen Tauschobjek zu eine solchen mi einem
abs ak en und ideellen gemeinsamen Tauschobjek ging nich ab up
o sich, sonde n ollzog sich in einem meh e e Jah ausende um assen-
den Zei aum. Das ma e ielle gemeinsame Tauschobjek Weizen wu de
in Sume noch Jah ausende bis in die babylonische Zei zu Zahlungen
e wende , ehe sich das abs ak e, ideelle Geld als gemeinsames Tausch-
objek allgemein im Tausch e keh du chgese z ha e. De Übe gang
ollzog sich o allem deswegen eibungslos, weil on An ang an die
Bewe ung de g undlegenden Hohlmaßeinhei Weizen gleich de Be-
we ung on d ei maßgebenden Gewich seinhei en Silbe es gese z
und an diese Rela ion unabände lich es gehal en wu de, bis die
Gewich sneuo dnung im e einig en Sume und Akkad zu Beginn des
3. Jah ausends o Ch is i die Gleichse zung de Bewe ung de g und-
legenden Hohlmaßeinhei Weizen und de maßgebenden Gewich s-
einhei Silbe b ach e. Die Ums ellung de Bewe ung on Lie e ungen,
Leis ungen usw. on dem Bewe ungsmaßs ab de Weizenbewe ung
au den de Silbe bewe ung konn e somi übe haup keine Schwie ig-
kei en machen.
Diese Bewe ung on Gewich seinhei en Gold,
Silbe und Kup e in de an änglichen Geldwi scha wa abe
nich nu das Maß ü die Bewe ung alle zum Aus ausch be ei -
ges ell en Lie e ungen, Leis ungen, Rech e usw., wa nich nu
P eismaß , sonde n wa auch das Maß ü die Bewe ung des
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287] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 31
S aa die Nach olgescha de Kul gem einscha ange e en ha e. Die
in s aa liche Regie gewonnenen Edelme alle wu den zu Zahlungen an
die Solda en und Beam en des S aa es e wende und au diese Weise
als Faus p ände an die Fo de ungen gegen den S aa , an das Geld,
geke e . Von hie aus kam das Geld „un e die Leu e" und blieb dann
un e ihnen, d. h. es wu de in s eigendem Maße zu Du ch üh ung des
Aus ausches on Immobilien, Mobilien, Leis ungen usw. und nu in ge-
ingem Um ange zu Inansp uchnahme on indi iduellen Leis ungen
des S aa es e wende . An dem s eigenden Umsa z p o i ie e de S aa
du ch en sp echende S eige ung de S eue einnahmen, d. h. de e -
zwungenen Niede schlagung de Fo de ungen seine Bü ge an ihn bei
gleichzei ige Rückgabe de Faus p ände .
Das Miß e häl nis zwischen de Ve wendung des Geldes zu Du ch-
üh ung des Tausch e keh s und de Inansp uchnahme indi iduelle
Leis ungen des S aa es e höh e sich, als neben den Faus p ände n aus
Gold und Silbe au Papie ausgeb ach e U kunden als Beweis und
Ga an ie de Fo de ungen de Bü ge an den S aa egulä und im K e-
di wege ausgegeben und die so bewiesenen und ga an ie en Fo de un-
gen in de gleichen Weise wie die du ch Faus p ände bewiesenen und
ga an ie en Fo de ungen e wende wu den. Seinen Höhepunk e -
eich e es, sei dem das noch au die Weihe zum Geld wa ende Als-ob-
Geld, die du ch Regis ie ung in Büche n ollzogenen Schuldane kenn -
nisse on Bankins i u en, die Bankgu haben, obgleich nu Schuld o de-
ungen on P i a en gegen P i a e, wie Geld e wende , d. h. sowohl
zu Du ch üh ung des Tausch e keh s wie zu En ich ung on S eue n
und auch zu Inansp uchnahme on indi iduellen Leis ungen des S aa-
es beansp uch wi d. Gegenübe den iesenha en Umsa zzi e n de
p i a en Wi scha e scheinen die Be äge au Einnahmesei e de
ö en lichen Budge s noch bescheiden. Gleichwohl bleib bes ehen, daß
Geld p imä ein Fo de ungs ech de Mi gliede eine Gemeinscha
gegen diese, heu zu age de Bü ge gegen den S aa und e s sekundä
gemeinsames Tauschobjek alle Tauschhandlungen de p i a en Wi -
scha is .
4. Lei sä ze
1. Geld kann keine Sache und eine Sache kann nich Geld sein, weil
das objek i e Me kmal nich gegeben is , welches eine Sache als Geld
kennzeichnen und sie on jenen Sachen, die Nich geld sind, abheben
müß e.
2. Geld in seinem U sp ung is ein abs ak e Ansp uch eines An-
gehö igen eine Kul gemeinscha gegen die Gemeinscha , en s anden
au G und eine Lie e ung ode Leis ung dieses Mi gliedes an die Ge-
meinscha , bewiesen und ga an ie du ch ein im Gemeineigen um
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32 Paul Kehl [288
s ehendes und in den Händen des Mi gliedes de Kul gemeinscha be-
indliches Faus p and aus Gold, Silbe ode Kup e und ge ich e au
eine nich nähe bes imm e ypische Leis ung diese Gemeinscha .
3. Geld au seine nächs en En wicklungss u e is ein abs ak e
Ansp uch eines Bü ge s eines S aa es gegen die poli ische Gemeinscha ,
en s anden au G und eine Lie e ung ode Leis ung dieses Bü ge s an
die Gemeinscha , bewiesen und ga an ie du ch ein mi einem s aa -
lichen Eigen umss empel e sehenes Faus p and aus Gold ode Silbe
im Besi ze des Bü ge s und ge ich e au eine nich nähe umsch iebene
ypische Leis ung des S aa es.
4. Geld au seinem heu igen S ande is ein abs ak e Ansp uch
eines Bü ge s eines S aa es gegen diese poli ische Gemeinscha , nu
zu einem kleinen Teil en s anden au G und eine Lie e ung ode Lei-
s ung dieses Bü ge s an den S aa , im übe wiegenden Maße jedoch en -
s anden au G und zahl eiche , in kon inuie liche Folge sich s e s
wiede e neue nde , du ch Wechsel ode ande e Siche ungsgeschä e
gesiche e K edi ak e eines zen alen Bankensys ems, bewiesen und
ga an ie du ch ein mi einem s aa lichen Eigen umss empel e sehe-
nes Faus p and aus Gold ode du ch eine mi de Un e sch i eine
ode meh e e im Au age des S aa es handelnde S ellen e sehene,
au Papie ausgeb ach e U kunde in de Hand des Bü ge s und nu in
ge ingem Um ange ge ich e au eine nich nähe bes imm e ypische
s aa liche Leis ung, hingegen as ausschließlich dazu bes imm , on den
Bü ge n bei ih en Aus auschgeschä en on Lie e ungen, Leis ungen,
Rech en usw. als gemeinsames Tauschobjek e wende und, sowei es
au dem K edi weg en s anden is , nach Ablau de K edi is du ch
Rückgabe de U kunden an die Ausgabes elle wiede ausgelösch zu
we den und au G und de unun e b ochenen Ab olge de K edi ak e
imme wiede neu zu e s ehen.
5. Die Konk e isie ung des abs ak en Ansp uchs wi d e möglich
einmal du ch die Bewe ung de Lie e ungen und Leis ungen de Glie-
de de Kul gemeinscha bzw. de S aa sbü ge eine sei s und de Lei-
s ungen de Kul - bzw. poli ischen Gemeinscha ande e sei s mi dem
gleichen Maßs ab und zum ande n du ch die Eingliede ung de Leis un-
gen de Kul - und s aa lichen Gemeinscha in Ta i e.
6. We im Sinne eine Bedeu ung, Fähigkei ode Tä igkei on
Dingen zu Be iedigung menschliche Bedü nisse beinhal e eine Ve -
auschung on Subjek und Objek , d.h. eine Umwandlung menschliche
Be ä igungen in Be ä igungen de Objek e dieses menschlichen Ve -
hal ens. We im Sinne eine We ung ode Bewe ung is ein gedank-
liche Ve gleich eines bes imm en Ve hal ens des we enden Menschen
gegenübe Dingen, Ta en, Geschehnissen, Zus änden usw.
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289] Das Geld als Ansp uch au Leis ungen de Gemeinscha 33
7. P eis kann keine im Aus ausch ü eine Lie e ung, Leis ung usw.
angebo ene Leis ung usw. sein, da ih das objek i e Me kmal ehl ,
welches sie als P eis kennzeichnen und sie on Lie e unngen usw., die
nich als P eis bezeichne we den, un e scheiden müß e; es lieg auch
hie eine Umwandlung menschlichen Ve hal ens o . P eis is ielmeh
eine sinnlich wah nehmba gemach e We ung on Immobilien, Mo-
bilien, Leis ungen, Rech en usw. ü den Aus ausch.
8. P eis in de Na u alwi scha is die kundgegebene Bewe ung
eine ü den Aus ausch be ei ges ell en Lie e ung, Leis ung usw. ode
on Einhei en ode Teilen eine solchen Lie e ung, Leis ung usw., aus-
ged ück on dem Be ei s ellen du ch die Bewe ung eine om Tausch-
pa ne zum Aus ausch angebo enen Lie e ung, Leis ung usw. ode on
¿Einhei en ode Teilen eine solchen Lie e ung usw.
9. P eis in de Ma k wi scha mi einem ma e iellen gemeinsamen
Tauschobjek is die kundgegebene Bewe ung eine ü den Aus ausch
be ei ges ell en Lie e ung, Leis ung usw. ode on Einhei en ode
Teilen eine solchen Lie e ung usw., ausged ück on dem Be ei s elle
de Lie e ung usw. du ch die Bewe ung on Einhei en ode Teilen des
gemeinsamen Tauschobjek s.
10. P eis in de Ve keih swi scha mi dem abs ak en, du ch ein
aus Gold (u sp ünglich auch aus Silbe und Kup e ) bes ehendem Faus -
p and mi Eigen umss empel (u sp ünglich ohne diesen) bewiesenen
und ga an ie en Geld als gemeinsamem Tauschobjek , is die kundge-
gebene Bewe ung eine ü den Aus ausch be ei ges ell en Lie e ung,
Leis ung usw. ode on Einhei en ode Teilen eine solchen Lie e ung
usw., ausged ück on dem Be ei s elle de Lie e ung usw. du ch die
Bewe ung des Ganzen, des Viel achen ode eines Teiles bes imm e ,
on de Gemeinscha (Kul gemeinscha ode S aa ) bzw. ih en Re-
p äsen an en (P ies e ode Regie ung) es gese z en Gewich seinhei
Gold (Silbe und Kup e ).
Die gleiche De ini ion gil auch ü den P eis in Ve keh swi scha -
en mi dem abs ak en Geld als gemeinsamem Tauschobjek , in denen
das Geld, auße du ch ein aus Gold bes ehendes Faus p and, auch du ch
eine au Papie ausgeb ach e U kunde bewiesen und ga an ie wi d,
au welche du ch die Un e sch i eine on de poli ischen Gemein-
scha beau ag en S elle bes ä ig wi d, daß de ane kann e Ansp uch
on dem Ansp uchs e p lich e en gleich hoch wie die au de U kunde
e me k en Gewich seinhei en Gold bewe e wi d und welche au
Wunsch des Inhabe s gegen diese Gewich seinhei en Gold on de ge-
nann en S elle einge ausch wi d.
11. In diese Ve keh swi scha mi dem abs ak en, sei es du ch
ein Faus p and aus Gold ode du ch eine im Vo s ehenden gekennzeich-
ne e U kunde bewiesenen und ga an ie en gemeinsamen Tauschobjek
Schmolle s Jah buch LXXII, 3 3
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34 Paul Kehl [290
Geld wi d die Bewe ung dieses gemeinsamen Tauschobjek s on »de
Gemeinscha (Kul gemeinscha ode S aa ) bzw. ih en Rep äsen an en
ausged ück du ch die Bewe ung des mi dem Faus p and iden ischen
Ganzen, Viel achen ode Teiles de genann en Gewich seinhei Gold.
12. Die Leis ungen de ü die poli ische Gemeinscha ä igen Sol-
da en, Beam en, Anges ell en und A bei e we den, nach bes imm en
Leis ungsme kmalen und Bewe ungso dnungen in Klassen un e eil ,
in Ta i en zusammenge aß . Desgleichen we den die indi iduellen Lie e-
ungen unid Leis ungen de Gemeinscha (Kul - bzw. poli ischen Ge-
meinscha ), nach e schiedenen Spa en und Me kmalen un e eil , in
Ta i en zusammenge aß . Die Bewe ung alle diese Lie e ungen und
Leis ungen de Gemeinscha und ih e Gliede wi d on de Gemein-
scha ausged ück du ch die Bewe ung des Ganzen, des Viel achen
ode eines Teiles de on ih es geleg en Gewich seinhei Gold.
13. Dadu ch, daß die Bewe ung sowohl de indi iduellen Leis un-
gen de Gemeinscha wie auch des abs ak en Ansp uchs au Leis un-
gen de Gemeinscha übe eins immend du ch die Bewe ung des
Ganzen, des Viel achen ode eines Teiles de on de Gemeinscha es -
gese z en Gewich seinhei Gold ausged ück wi d, kann de du ch ein
aus Gold bes ehendes Faus p and ode du ch eine mi de Un e sch i
eine on de Gemeinscha beau ag en S elle e sehenen U kunde
bewiesene Ansp uch gegen eine de in den mannig al igen, on de Ge-
meinscha au ges ell en Ta i en e zeichne en indi iduellen Leis ungen
diese Gemeinscha , die gleich hoch wie de Ansp uch bewe e is , bei
E üllung de sons igen Vo ausse zungen gel end gemach we den.
14. Diese Konk e isie ung des abs ak en Ansp uchs is ebenso wie
die En s ehung des Ansp uches au G und on Lie e ungen und Lei-
s ungen on Bü ge n de poli ischen Gemeinscha in de Gegenwa
de Ausnahme all de Gelden s ehung und Geld e wendung. In beiden
Fällen dominie heu e ein abs ak es Geschehen, so daß die abs ak e
Na u des Geldes hie besonde s deu lich wi d. Im übe wiegenden Maße
we den on dem Zen albankensys em, ein äuße lich gesehen, An-
sp üche gegen den S aa k eie , die abe wede in Lie e ungen ode
Leis ungen an ihn ih en G und haben, noch dazu bes imm sind, gegen
ihn gel end gemach zu we den, sonde n die im olkswi scha lichen
Umsa z e keh on Mensch zu Mensch übe agen und nach Ablau
eine bes imm en F is an die Ausgabes elle zu ückübe agen und da-
mi kassie we den. In diese Weise is de sekundä e Ve wendungs-
zweck des Geldes, gemeinsames Tauschobjek alle Tauschhandlungen
de p i a en Wi scha zu sein, du ch die a sächliche En wicklung übe
den p imä en Ve wendungszweck, als ein Fo de ungs ech au eine in-
di iduelle Leis ung des S aa es gel end gemach zu we den, wei hin-
ausgehoben wo den.
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