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Geldwertneutrale Lohnpolitik

Abstract

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Geldwertneutrale Lohnpolitik

Author: Küng, Emil
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1967
DOI: 10.3790/schm.87.1.1
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291129/1/schm.087.1.001.pdf
Küng, Emil
A icle
Geldwe neu ale Lohnpoli ik
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Küng, Emil (1967) : Geldwe neu ale Lohnpoli ik, Schmolle s Jah buch ü
Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol.
87, Iss. 1, pp. 1-20,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.87.1.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291129
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Geldwe neu ale Lohnpoli ik
Von Emil Küng, S . Gallen
I. De Rahmen
Es is wei hin üblich gewo den, nich bloß die En wicklung des
Volkseinkommens als Ganzes, sonde n auch de einzelnen Kompo-
nen en eine gewissen Beein lussung zu un e we en, um au diese
Weise e schiedene Ziele besse zu e eichen, als dies mi ausschließ-
lich globalen Maßnahmen möglich wä e. Im Mi elpunk diese Ein-
kommenspoli ik s eh wohl die Au gabe, die Gelden we ung zu e -
hinde n, weil jede schleichende In la ion Ände ungen im Ve eilungs-
schlüssel ü das Sozialp oduk bewi k , die gänzlich unbeabsich ig
sind. So we de« e wa alle Inhabe es e zinsliche Fo de ungen be-
nach eilig , wäh end die Schuldne eine en sp echenden Ve güns igung
eilha ig we den. Das i in e s e Linie die Kleinspa e , die da -
au angewiesen sind, ih e beisei e geleg en Mi el in Nominalwe en
anzulegen. Nu znieße de Ve schiebungen sind ande sei s zu Haup -
sache die Un e nehmungen und hin e ihnen die Eigen üme g öße e
Ve mögen.
Als Ke n de Einkommenspoli ik is beg ei liche weise die Ein luß-
nahme au die Löhne und Gehäl e anzusehen, s ell doch diese Ein-
kommensa bei wei em den wich igs en Bes and eil des gesam en
Einkommenss omes da . Hie bei ha sich als gene elle Rich linie die
Maxime he ausgebilde , die Lohnsummen in den einzelnen Sek o en
und P oduk ionszweigen dü en nich in einem s ä ke en G ade
s eigen, als es de Zunahme de olkswi scha lichen Du chschni s-
p oduk i i ä en sp eche. Die Beg ündung da ü is e häl nismäßig
ein ach. Im sekundä en Sek o de Gü e e a bei ung sind die Mög-
lichkei en zu eine kapi alin ensi e en P oduk ionsweise und zu E -
zielung echnische und o ganisa o ische Fo sch i e in de Regel
ela i güns ig; das Tempo de P oduk i i ä szunahme lieg dahe
hie no male weise übe dem Mi elwe — beispielsweise bei 4%.
Beläu sich de Ans ieg de A bei skos en dagegen bloß au 2 %, so
1 Schmolle s Jah buch 87,1
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e hal en die P oduzen en Gelegenhei , die Ve kau sp eise ih e E -
zeugnisse he abzuse zen. Im e iä en Sek o de Diens leis ungen da-
gegen p legen die Ra ionalisie ungschancen ge inge zu sein — iel-
leich 0,5% p o Jah . Mach sich auch hie eine Zunahme de Lohn-
kos en im Ausmaße on 2% gel end, so kann sie nich oll du cli
eine en sp echende P oduk i i ä ss eige ung au ge angen we den,
sonde n muß zum g öß en Teil in Ges al höhe e P eise au die Ab-
nehme o gewälz we den. Diese sind im allgemeinen auch be ei ,
die ihnen zugedach en Meh au wendungen zu agen, se zen sie doch
bei wachsendem Wohls and eine imme g öße e Quo e ih e Ve -
b auchsausgaben ü Diens leis ungen ein.
Wi s ellen somi es , daß P eise höhungs endenzen im e iä en
Sek o und P eise mäßigungsk ä e im sekundä en Sek o einande
gegenübe s ehen. De Volls ändigkei halbe hä en wi noch den
p imä en Sek o hinzuzu ügen; hie liegen die Ve häl nisse in bezug
au die P eisges al ung jedoch nich in allen Lände n gleich. Soll nun
die Geldwe s abili ä au ech e hal en bleiben, so müß en sich die
Sek o en in ih e Einwi kung au das gesam e P eisni eau ge ade
kompensie en. Genau dieses E gebnis wi d on de Einkommens-
poli ik und im besonde en da on e ho , daß die Lohne höhungen
sich den Ände ungen de olkswi scha lichen Du chschni sp oduk i-
i ä anpassen.
Nehmen wi einmal an, die Gewe kscha en wü den sich bei ih en
Lohn o de ungen a sächlich an die o aussich liche Zunahme de ge-
sam wi scha lichen Du chschni sp oduk i i ä hal en; dann be-
s ünde die Konsequenz o enba da in, daß de An eil de Löhne am
Volkseinkommen un e ände bliebe. Um dies einzusehen, b auchen
wi uns nu o zus ellen, die Gesam e löse de Un e nehmungen
wü den um 3 % s eigen und die Löhne auch. In diesem Falle dü en
selbs e s ändlich auch die Kapi aleinkommen (also Zinsen und Ge-
winne) um 3 % anwachsen, machen sie doch den üb igbleibenden Teil
des Volkseinkommens aus und s eig doch das Volkseinkommen un-
ge äh im Ausmaß de Ge&am e löse. De Ve eilungsschlüssel zwi-
schen den e schiedenen Einkommensa en wä e mi ande n Wo en
bei diese geldwe neu alen Lohnpoli ik genau de selbe wie bishe .
Nun mag eine solche Kons anz im Einzel all mögliche weise du ch-
aus angeb ach sein. Es gib jedoch keine zwingenden G ünde da ü ,
daß das so sein muß. Nu wenn be ei s in de Ausgangslage die
Ve eilung, gemessen an i gendwelchen K i e ien, ge ech ode sons -
wie in O dnung wa , e schein die Wei e üh ung dieses s a us quo
an e legi im. Demgegenübe is jedoch zu e wa en, daß die Gewe k-
scha en die These e ech en we den, die übe lie e e Lohnquo e sei
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Geldwe neu ale Lohnpoli ik 3
TAX
nied ig und müsse e höh we den. Von eine p äs abilie en Ha -
monie m de Ausgangslage könne keine Rede sein. In olgedessen
we den sie sich auch kaum be ei e klä en, eiwillig die da geleg e
P oduk i i ä sg enze einzuhal en. Abe auch neui ale Expe en mögen
seh wohl zum Schluß kommen, in de einen Konjunk u si ua ion sei
eine Ve schiebung zuguns en de Löhne am Pla ze (wenn es z. B. an
Kons<umkau k a mangel ), wäh end in eine ande n ehe eine Be-
güns igung de Gewinne angezeig wä e ( alls die Finanzie ungs-
mi el ü die In es i ionen knapp sind). Daß dami das P inzip de
p oduk i i ä so ien ie en und geldwe neu alen Lohnpoli ik du ch-
b ochen wi d, lieg eilich au de Hand.
Wenn eine Gewe kscha im sekundä en Sek o Lohn e handlun-
gen e ö ne , wi d sie eilich kaum je dami a gumen ie en, die
Du chschni sp oduk i i ä we de in den kommenden 12 Mona en um
3 °/o s eigen. Sie wi d iel ehe da au e weisen, die A bei se giebig-
kei in de eigenen B anche sei im e gangenen Jah um 5 % g öße
gewo den und dü e auch in Zukun im gleichen Tempo zunehmen.
Das is ü sie G und genug, um eine Lohnau besse ung ü ih e An-
gehö igen im Be age on 5 °/o — wenn nich meh — zu e langen.
Alle ande n Übe legungen wi d sie als Ge asel on wel emden
Theo e ike n beisei e schieben.
Wie haben wi uns dazu einzus ellen? Es s eh wohl auße Zwei el,
daß in allen jenen Lände n, in denen die Lohn e handlungen au
de Ebene de einzelnen P oduk ionszweige ode ga de Be iebe
ge üh we den, mi dem Hinweis au den Zuwachs de olkswi -
scha lichen Du chschni sp oduk i i ä nich allzu iel auszu ich en
is — es sei denn, es handle sich um Gewe kscha en, die im e iä en
Sek o zu Hause sind, wo die mengenmäßige P oduk i i ä ss eige ung
un e diesem Du chschni zu liegen p leg . Die Konsequenzen des Ab-
s ellens au die B anchenp oduk i i ä sind eilich leich abzulei en.
Sie bes ehen da in, daß die A bei nehme in den güns ig gelage en
Rich ungen die F üch e de übe du chschni lich zunehmenden A -
bei se giebigkei ü sich zu ese ie en suchen und es sozusagen un-
möglich machen, daß sie in Fo m on P eise mäßigungen an die Kon-
sumen en wei e gelei e we den. Gleichzei ig se zen sie mi ih en
Lohne höhungen das Beispiel ü alle üb igen Zweige. Die „Lohn-
üh e scha " bewi k dann in diesen Sek o en P eise höhungen, ü
die es keine Kompensa ion gib . Das Ende gebnis is ein s eigendes
P eisni eau. Genau diese Gelden we ung wa es ja auch, die dazu
Anlaß gab, das Pos ula au zus ellen, man soll e die Lohnpoli ik
nich an de B anchenp oduk i i ä , sonde n an de Du chschni s-
p oduk i i ä aus ich en.
l*
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4 Emil Küng
II. S a is ische Kla s ellungen
Um zu p ü en, ob sich eine solche Poli ik e e ein ließe, soll hie
einmal on ih en Realisie ungsschwie igkei en abgesehen und un e -
s ell we den, sie wü de angewand . Dann e heb sich als e s es die
F age, welches genau die G öße is , an de man sich o ien ie en soll.
Is es e wa, wie das gelegen lich behaup e wi d, die in de jüngs en
Ve gangenhei egis ie e Zunahme des ealen Sozialp oduk es?
Wenn danach im abgelau enen Jah die Gesam hei de in de
Volkswi scha he o geb ach en Sachgü e und Diens leis ungen
mengenmäßig um 4% gewachsen is — dü en dann nich auch die
ausbezahl en Lohn- und Gehal seinkommen um diesen P ozen sa z
e höh we den, ohne daß dies in la o ische Folgen ha ? In Wi klich-
kei wü de man dami einen Fehle begehen. Denn die Zunahme des
Sozialp oduk es is nich iden isch mi eine en sp echenden E -
höhung de A bei se giebigkei . Zu Ve meh ung des Gü e angebo es
kann ielmeh auch das Anwachsen de Zahl de Beschä ig en bei-
ge agen haben. Ebensogu is es eilich deoikba , daß die geleis e en
A bei ss unden zu ückgegangen sind. Man da dahe niemals ab-
s ellen au die Ve g öße ung des Sozialp oduk es als solche, sonde n
ha sie in Beziehung zu se zen zu eine ande n G öße, sei es die Zahl
de geleis e en A bei ss unden ode die Zahl de Beschä ig en. E s
diese Rela ion s ell die P oduk i i ä de A bei da . Und e s eine
Ände ung dieses Quo ien en im Zei ablau is das, was uns hie
in e essie .
Leide is indessen auch das Sozialp oduk , das in diesem B uch
o komm , kein Beg i , de sich ohne nähe e Klä ung e wenden
ließe. Sollen wi ü die Zwecke de Lohnpoli ik jene G öße he an-
ziehen, welche die Gesam hei de he o geb ach en Gü e und
Diens leis ungen zu jenen P eisen wiede gib , welche die Ve b auche
zu bezahlen haben? Wü den wi so o gehen, so wä e dies gleich-
bedeu end dami , daß wi auch alle jene E sa zin es i ionen einbe-
ziehen wü den, die lediglich de Au ech e hal ung des P oduk ions-
appa a es dienen. In Wi klichkei soll e jedoch kla sein, daß diese
Teil de Gesam p oduk ion nich ü eine Ve eilung an die A bei s-
k ä e und ü den lau enden Ve b auch zu Ve ügung s eh . Wü de
auch e e eil , so läge ein o enkundige Kapi al e zeh o , und
)i wü den die Henne ö en, welche die goldenen Eie leg . Da aus
geh he o , daß wi nich das B u osozialp oduk nehmen dü en,
sonde n uns an das zu hal en haben, was ne o p oduzie wi d.
Allein auch dann is die Angelegenhei noch nich es los be einig .
Wenn wi die Gegens ände des Ne osozialp oduk es zu jenen P eisen
bewe en, die am Ma k e bezahl we den, legen wi noch s e s eine
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anscheinend übe mäßig au gebläh e G öße zug unde. In diesen P ei-
sen sind nämlich auch die indi ek en S eue n — insbesonde e die
Umsa zs eue n — en hal en. Sie we den in de Regel on den Ve -
käu e n den Käu e n au gebü de , s ellen jedoch einen Zuschlag da ,
de ein nominell is und de mi dem a sächlichen P oduk ions-
olumen de p i a en Wi scha nich das ge ings e zu un ha . Die-
se Einwand e weis sich jedoch bei nähe e Be ach ung nich als
s ichhal ig. Denn die indi ek en S eue n s ellen gleichzei ig S aa s-
einnahmen da , on denen anzunehmen is , sie dien en zu Finanzie-
ung on Leis ungen de ö en lichen Hand. Diese Leis ungen ih e -
sei s bilden jedoch unzwei elha einen Bes and eil des Sozialp oduk-
es. Wi dü en mi hin du chaus das Ne o Sozialp oduk zu Ma k -
p eisen ü unse n Maßs ab de A bei sp oduk i i ä e wenden.
Dami is eilich e s de Zähle unse es Quo ien en in O dnung.
Die nächs e F age, die wi zu s ellen haben, geh dahin, zu welche
G öße nun das Ne osozialp oduk in Beziehung zu se zen sei. Am
nächs en lieg zwei ellos die Zahl de A bei nehme . Das e gäbe die
du chschni liche A bei se giebigkei des einzelnen diese Beschä ig-
en. Is diese A bei sp oduk i i ä um 3% ges iegen, so dü e da-
nach auch de Nominallohn um 3% au gebesse we den. E neu
auchen indes Bedenken au . Is das Sozialp oduk nich dazu be-
s imm , allen Angehö igen de eigenen Be ölke ung ih en Lebens-
un e hal zu gewäh leis en? Gehö en dazu abe nich auch jene, die
be ei s aus dem P oduk ionsp ozeß ausgeschieden sind? Ja, wi d
nich soga de An eil diese Leu e imme g öße ? Und is nich zu
diese „Ve so gungslas 4' noch jene hinzuzu ügen, die sich e gib aus
dem Jugendlichen, die noch in E ziehung und Ausbildung beg i en
sind? Muß nich dami ge echne we den, daß auch diese Quo e im
Ve häl nis zu ak i en Be ölke ung au die Daue g öße we den
wi d?
Diese F agen haben siche lich ih e Be ech igung. Nu is in Be-
ach zu ziehen, daß de An eil de Nich e we bs ä igen im Rahmen
de Gesam be ölke ung sich bloß lang is ig s ä ke ziu ände n p leg .
Hie dagegen haben wi es ausgesp ochen mi ku z is igen P oble-
men zu un. Fü sie dü en wi dahe diese Quo e als einige maßen
kons an o ausse zen. Ande s e hiel e es sich lediglich, wenn me k-
liche Ände ungen im Beschä igungsg ad zu e zeichnen wä en.
Schließlich gil es bei de Lösung des ges ell en P oblems zu be-
ach en, daß die üblichen P oduk i i ä sangaben sich imme au die
Ve gangenhei beziehen, ja, mögliche weise soga ziemlich wei zu-
ückliegen. Zu Deba e s eh jedoch, welches Ausmaß eine heu ige
Lohne höhung im Hinblick au ih e Wi kungen on mo gen und
übe mo gen annehmen da . Fü diesen Zweck eichen nich einmal
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6 Emil Kiing
die Gegenwa sbeobach ungen aus. Benö ig we den ielmeh P ogno-
sen übe die kün ig zu e wa ende P oduk i i ä sen wicklung. Solche
Vo aussagen au zus ellen, geh indessen wei übe den A bei sbe eich
de S a is ik im he kömmlichen Sinne hinaus. Die Zu e lässigkei
de a ige Schä zungen is zwa ielleich g öße als die de me eo o-
logischen P ognosen; zu Zu iedenhei lieg indessen noch längs kein
G und o . Dies geh schon da aus he o , daß eine P ojek ion de
Sozialp oduk sen wicklung nich s wenige als eine Konjunk u p o-
gnose in sich schließ . Wie es mi de en Zu e lässigkei bes ell is ,
dü e zu Genüge bekann sein: Wede die Schwankungen im Expo
noch jene des Konsums ode de In es i ionen lassen sich mi ge-
nügende Siche hei o ausbes immen, so daß auch das End esul a
en sp echend ungewiß is .
Aus de a unsiche en Ve mu ungen eine Rich schnu ü die
Lohn e handlungen abzulei en, is dahe bes en alls eine ziemlich ge-
wag e Angelegenhei . Selbs bei edlichs en Bemühungen kann sodann
die hohe Poli ik jede zei einen dicken S ich du ch die Rechnung
machen, indem sich beispielsweise die in e na ionalen Spannungen
plö zlich e schä en ode ga K iege ausb echen — mi de Wi kung,
daß die En wicklungs ich ung sich öllig ände . Na ü lich läß sich
da au einwenden, daß auch heu e und ohne o izielle P ognosen
Lohn e einba ungen ge o en we den, de en E ek e sich au die
Zukun e s ecken. Das is du chaus ich ig. De Un e schied bes eh
lediglich da in, daß keine am lichen P ognos ike die Ve an wo ung
ü das E gebnis übe nehmen, wäh end sie das bei eine on oben
he ab genehmig en p oduk i i ä so ien ie en Lohnpoli ik zu un
hä en.
III. Lohnlei zahlen
T o z de o geb ach en Bedenken spielen die Gesich spunk e de
p oduk i i ä so ien ie en und geldwe neu alen Lohnpoli ik in de
ö en lichen Diskussion zahl eiche Lände eine e hebliche Rolle. Bei
ih e nähe en P ü ung wollen wi im olgenden so o gehen, daß wi
un e s ellen, die S a is ike und P ognos ike hä en den Zuwachs de
du chschni lichen gesam wi scha lichen P oduk i i ä , de ü das
kommende Jah e wa e wi d, mi einem Zu e lässigkei sg ad be-
s imm , den man als annehmba be ach e . Da an schließ sich nun
die F age an, ob diese P oduk i i ä szi e gleichzei ig auch die Rich -
linie ü die Lohnau besse ungen bilden soll. Bes eh also eine
g ößenmäßige Iden i ä mi de gesuch en Lohnlei zahl? Ode sind
Modi ika ionen anzub ingen, welche die beiden auseinande kla en
lassen?
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Geldwe neu ale Lohnpoli ik 7
1. De Ein luß de ö en lichen Hand
Wenn wi uns o Augen hal en, daß in einzelnen Volkswi scha -
en um die 40°/o des Volkseinkommens du ch die Kassen de ö en -
lichen Hand und de Sozial e siche ungen ließen, so is ohne wei e-
es e sich lich, welchen Ein luß das Ve hal en diese ö en lichen
Kö pe scha en au den Gang de Wi scha und au die Ve eilung
des Volkseinkommens ausüben kann. Wie wi k es sich nun beispiels-
weise ü unse P oblem aus, wenn de S aa im Ve gleich zu bishe
einen g öße en Teil de e ügba en P oduk i k ä e ü seine
Zwecke einse z , sei es, daß e die In as uk u ausbau , Au üs ung
be eib ode ga K ieg üh ?
Die Folge ung lieg au de Hand: Fü die p i a en Wi scha s-
subjek e — insbesonde e ü ih en Konsum — bleib ein en sp e-
chend kleine e Teil des gesam en Sozialp oduk es üb ig, weil auch
nu eine ge inge e Quo e de P oduk ions ak o en ü die Deckung
ih es Zi ilbeda es ä ig is . Läß es sich un e diesen Ums änden
e e en, die Löhne im gleichen G ade anzuheben, in dem die du ch-
schni liche P oduk i i ä zunimm ? Man kann häu ig die Ansich
hö en, daß eine solche Poli ik e ehl wä e, weil die A bei nehme
Ansp üche gel end machen wü den au Konsumgü e , die nu in
g öße e Knapphei e ügba sind. Es komme dahe unweige lich zu
eine Gelden we ung. Die Lohnquo e am Ve b auchsgü e s om
bliebe nich kons an , sonde n wü de s eigen.
Diese Analyse geh indessen den Dingen nich ganz au den G und.
Wo au es ankomm , is ielmeh auch die Finanzie ung de e -
meh en S aa sausgaben. E olg sie nämlich du ch en sp echend ge-
s eige e S eue einnahmen, so b auchen die geschilde en Resul a e
nich au zu e en. Denn in diesem Fall schöp de Fiskus on den
Einkommensemp änge n hin eichend Kau k a ab, dami sie ih e
eigene Beda sdeckung — ela i ode soga absolu — einsch änken
müssen. Sie we den mi ande n Wo en im Ideal all ih e Nach age
nach In es i ions- und Ve b auchsgü e n um genau den Be ag edu-
zie en, um den das Angebo zu ückgeh , so daß ein S eigen des
P eisni eaus nich zu be ü ch en s eh .
Diese Ide al all wi d sich eilich kaum je ealisie en lassen. Zu-
nächs be ei e es e ah ungsgemäß g öß e Mühe, die S eue sch aube
hin eichend und auch genügend asch anzuziehen. Sodann is es die
Las en e eilung, die Schwie igkei en be ei e . Am nächs en lieg
hie bei de Gedanke, allen eine gleiche p opo ionale Einsch änkung
zuzumu en. Allein d.as dü e deshalb nich du ch üh ba sein, weil
es K eise gib , die in de Nähe des Exis enzminimums leben und de-
en Ve so gungsni eau man deshalb kaum he abse zen will. Dennoch
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8 Emil Küng
soll e abe zu Haup sache de Massen e b auch ge o en we den,
äll e doch ü die Gesam umsä ze in e s e Linie ins Gewich . Ve -
such man, dies zu e eichen, indem man die Umsa zs eue belas ung
e schä , so is in Kau zu nehmen, daß die P eise ü die Ve b au-
che in die Höhe gehen, daß also genau das zus ande geb ach wi d,
was man e meiden woll e.
Nun gib es eilich einen gewissen Au oma ismus, de da ü so g ,
daß de Fiskus bei zunehmenden Nominaleinkommen ohnehin nich
schlech abzuschneiden p leg . E bes eh in de sogenann en „kal en
P og ession": We ein höhe es Einkommen emp äng , ha eo ipso
auch meh S eue n abzulie e n. Und da heu zu age eine P og essions-
skala an de Tageso dnung is , bleib de abzulie e nde Teil nich
e wa kons an , sonde n e e g öße sich — soga ohne daß an den
Belas ungssä zem das ge ings e geände zu we den b auch . Beme -
kenswe is auße dem, daß sich dies au die Nominal- und nich e wa
au die Realeinkommen bezieh . Bei schleichende In la ion mach
sich mi ande n Wo en de Zusammenhang noch deu liche beme k-
ba . Die Einkommenselas izi ä des Au kommens aus di ek en
S eue n lieg e heblich übe 1.
Läß sich in olgedessen annehmen, daß de wachsende An eil, den
de Fiskus gleichsam ollau oma isch om gesam en Volkseinkommen
ü sich beansp uch , genügen wi d, um seine Bedü nisse au nichi -
in la o ische Weise zu be iedigen und die p i a en Ausgaben ü
Konsum und In es i ion en sp echend zu d osseln? Diese F age is
o enkundig nich allgemeingül ig zu bean wo en. Fes zuhal en
bleib imme hin, daß ein de a ige Mechanismus am We ke is und
daß e dazu bei äg , on all älligen Lohne höhungen eine wach-
sende Quo e ü die ö en liche Hand zu ese ie en. Wo alle dings
das Schwe gewich de Fiskaleinnahmen bei den indi ek en S eue n
lieg , mach sich auch de geschilde e Zusammenhang e häl nis-
mäßig schwach gel end.
Jeden alls: P eisneu ale Lohne höhungen dü en die P oduk i i-
ä sg enze e eichen, auch wenn die ö en liche Hand ih e Ausgaben
e g öße — o ausgese z 9 daß das Haushal sgleichgewich einige -
maßen gewah bleib . Is diese Vo ausse zung hingegen nich e üll ,
so haben wi die esul ie enden In la ionsk ä e nich in e s e Linie
de Lohnpoli ik, sonde n de Fiskalpoli ik zuzuseh eiben. Es läß sich
dann nich ech e igen, bloß die Lohnemp änge da ü zu bes a en,
daß die ö en liche Hand meh P oduk i k ä e ü ih e Zwecke in
Ansp uch nehmen muß; eine solchen einsei igen Bes a ung käme es
jedoch gleich, wenn die Lohnlei zahl ie e angese z wü de als die
P oduk i i ä szi e . Selbs e s ändlich könn e man diese Aussagen
noch wei e e eine n, indem man de ungleichen de la o ischen
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Geldwe neu ale Lohnpoli ik 15
Da aus geh he o , daß es wenig sinn oll e schein , die Lohnau -
besse ungen wäh end länge e Zei und in ühlba em Maße un e
jene No m z>u hal en, welche du ch die Lohnlei zahl gegeben is , ob-
wohl ielleich die Ren abili ä sen wicklung dies nahelegen wü de.
Dagegen sp ich die Ve schiebung im Ve eilungsschlüssel ü das
Volkseinkommen, die Ve schlech e ung d&s Realaus ausch e häl nis-
ses und die übe mäßige Ansammlung on Wäh ungs ese en. F ei-
lich muß sogleich beige üg we den, daß die Ge ah eines Un e -
sch ei ens de Lohnlei zahl ungleich wenige g oß is als die Wah -
scheinlichkei eines Übe sch ei ens diese G enze.
Diese Fall läß sich au zeigen an Hand eine En wicklung, bei de
die du chschni liche Ren abili ä de Un e nehmungen die A bei -
gebe e anlaß , on sich aus die E ek i löhne (zum Un e schied on
den kollek i e aglich e einba en Lohnsä zen) um einen P ozen -
sa z au zubesse n, de höhe lieg als die Lohnlei zahl. Ein de a iges
Ve hal en is nich ausgeschlossen, wenn die Gelegenhei en zu Übe -
wälzung au die Ve kau sp eise güns ig sind. Es is selbs e s ändlich,
daß die Gewe kscha en an de esul ie enden Gelden we ung un-
schuldig sind, obgleich sie on den A bei skos en ausgeh . Soll die
Geldwe s abili ä gewah bleiben und sollen jene Unge ech igkei en
e mieden we den, die mi de schleichenden In la ion e knüp
sind, so s ell sich auch hie die Au gabe, de P oduk i i ä szi e
und nich de Ren abili ä sen wicklung den en scheidenden Ein luß zu
e scha en. Zu diesem Zweck wi d kaum e was ande es üb ig blei-
ben, als die We bewe bsbedingungen du ch i gendwelche s aa lichen
Maßnahmen absich lich zu e schä en.
5. De S uk u e ek
Au G und empi ische Analysen da e mu e we den, daß in
hochindus ialisie en Volkswi scha en ielleich e wa ein Sechs el
des jäh lichen P oduk i i ä szuwachses zus ande komm , indem die
A bei sk ä e ih en Be u wechseln, indem sie (bei un e ände em
Be u ) die B anche wechseln, in de sie ä ig sind ode indem sie zu
einem ande n A bei so übe gehen. Be äg die P oduk i i ä szu-
nahme also z. B. 3 %, so sind 0,5 °/o au diesen E ek zu ückzu üh-
en. Die F age lau e nun, ob die Lohnlei zahl 3 % ode nu 2,5 °/o
be agen soll.
Dieses P oblem is e häl nismäßig ein ach zu lösen. Wenn eine
A bei sk a aus dem p imä en in den sekundä en Sek o hinübe -
wechsel , e höh sich im allgemeinen ih Bei ag zum Sozialp oduk .
Gleichzei ig s eig abe in de Regel auch ih Einkommen. Das heiß
nich s ande es, als daß unse A bei nehme be ei s indi iduell en -
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16 Emil Kiing
schädig wi d ü die höhe e P oduk i i ä seine A bei . Fü die Ge-
sam wi scha bleib demzu olge nich s au e eilen üb ig, das aus
diese Quelle s ammen wü de. Gewiß is also die Du chschni sp o-
duk i i ä alle zusammengenommen e was gewachsen, weil auch de
we mäßige E ag g öße is als ühe . Allein dieses Plus wu de
auch be ei s e eil . In e s e Linie p o i ie da on de A bei neh-
me , de meh e dien , obwohl e nich unbeding meh zu a bei en
b auch . In zwei e Linie kommen mögliche weise jene zum Zuge, die
das Kapi al ü den A bei spla z be ei ges ell haben. Vielleich e -
gib sich da übe hinaus noch eine P eise mäßigung, die den Ve b au-
che n zugu e komm . Jeden alls abe s eh ü d i e A bei nehme
nich s zu Ve ügung. Die Lohnsumme is ja ganz on selbs g öße
gewo den.
Da aus e hell , daß on de P oduk i i ä szi e in de Ta ein
Abzug gemach we den muß, um au die Lohnlei zahl zu kommen.
Diese Abzug äll um so g öße aus, je meh de S uk u e ek an
de Hebung de Du chschni sp oduk i i ä be eilig is .
6. Die schleichende In la ion
Ein ungesch iebene G undsa z de p ak ischen Lohnpoli ik p leg
da in zu bes ehen, daß die A bei sen schädigungen zium alle minde-
s en in dem Um ange au gebesse we den sollen, in dem das Kon-
sumgü e p eisni eau s eig . Das is das P inzip de Indexlöhne, das
zwa nich übe all ech lich e anke is , wohl abe a sächlich als un-
bes i ene Maxime auch on den A bei gebe n ane kann wi d. Be-
s eh nun abe nich ein Wide sp uch zwischen diese Regel und de
p oduk i i ä so ien ie en Lohnpoli ik, wie sie in de Lohnlei zahl
zum Ausd ude komm ?
Nehmen wi zu Klä ung de Ve häl nisse an, die In la ions a e,
gemessen am Index de Ve b auchsgü e p eise, belau e sich au 4 °/o
p o Jah . Die Lohnlei zahl (un e Be ücksich igung alle bishe an-
gegebenen Zuschläge und Abzüge) e eiche dagegen bloß 2 °/o. Kann
man un e diesen Bedingungen den A bei nehme n zumu en, sich mi
eine jäh lichen Lohne höhung on nu 2 °/o zu ieden zu geben, wie
das die Lohnlei zahl zu e langen schein ? Wenn sie das hinzunehmen
hä en, wü den sie o enkundig eine Einbuße in ih en Realeinkom-
men e leiden. Sie könn en, ande s ausged ück , ih e gewohn e Le-
benshal ung nich ohne wei e es o üh en ( alls sie nich Schulden
au nehmen ode Ve mögen liquidie en wü den), obgleich die Wi -
scha meh Gü e he o b ing als bis anhin. Wä e das sinn oll und
ge ech ? Ließe es sich insbesonde e in Einklang b ingen mi dem
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Geldwe neu ale Lohnpoli ik 17
gleichzei igen Pos ula , daß auch die A bei nehme an den F üch en
des Wachs ums eilhaben sollen?
Wi e sehen aus diesem ein achen Beispiel, daß e was nich s im-
men kann mi de landläu igen Fo mulie ung, die Lohnau besse un-
gen dü en jenes Maß nich übe s eigen, das du ch die geschilde e
P oduk i i ä szi e gegeben is . Diese G undsa z se z nämlich s ill-
schweigend o aus, daß das Ni eau de Gü e p eise un e ände
bleibe. E be uh im allgemeinen au eine mengenmäßigen und nich
au eine we mäßigen P oduk i i ä s o mel, die zeigen soll, um wie-
iel die e ügba e Gü e menge p o Beschä ig en ode p o A bei s-
s unde ges iegen is . In Wi klichkei is nun abe die Bedingung des
un e ände en P eisni eaus längs nich s e s e üll — ja, sie is
soga zu eine sel enen Ausnahme gewo den. Dennoch häl man iel-
ach nach wie o an de physischen, echnischen ode mengenmäßigen
P oduk i i ä szi e als Lohnlei zahl es .
Wi wissen, daß die Be olgung diese No m bei s abilen P eisen
zu Folge ha , daß die Lohnquo e kons an bleib . Wi d hingegen
dieselbe Rich linie auch dann o gesch ieben, wenn das P eisni eau
s eig , so komm es, wie wi gesehen haben, unausweichlich dazu, daß
diese Quo e sch ump . Genau dasselbe e eigne sich indessen, wenn
de en gegengese z e G undsa z de Indexlöhne in un e älsch e
Weise angewand wi d. Um mi den Zahlen unse es Beispieles zu
ope ie en, müß e dann die e laub e Lohne höhung 4 % ausmachen.
Es is jedoch leich einzusehen, daß in diesem Falle die A bei neh-
me lediglich ims ande wä en, ih aus de Ve gangenhei übe lie e -
es Realeinkommen beizubehal en; on einem Realeinkommenszu-
wachs wä e hingegen deshalb nich die Rede, weil die nominelle Au -
besse ung um 4'% ge ade au ge essen wü de du ch eine gleich s a ke
Ve eue ung de Gü e .
Nun haben wi abe un e s ell , daß die P oduk i i ä on einem
Jah zum ande n um e wa 2 % s eige bzw. daß die ü den einzelnen
A bei nehme e ügba e Gü e menge um diesen P ozen sa z wachse.
Wem komm dieses Plus zugu e? O enba nich den A bei nehme n,
sonde n den üb igen Wi scha s- und Be ölke ungsg uppen, iel-
leich auch jenem Teil des Volks e mögens, de in den Wäh ungs-
ese en angeleg is . Was wi somi o uns haben, is eine Ve -
schiebung im Ve eilungsschlüssel ü das Volkseinkommen, und zwa
zuunguns en des A bei seinkommens. Da aus läß sich e messen, daß
das P inzip de Indexlöhne zwa om S andpunk de A bei nehme
aus e was besse abschneide als die unk i isch e wende e Lohnlei -
zahl, daß abe auch dami noch ein Rückgang de Reallohnquo e e -
bunden is .
2 Schmolle s Jah buch 87,1
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18 Emil Küng
Es lieg dahe au de Hand, daß in eine Pe iode de Voll- ode
ga de Übe beschä igung wede die eine noch die ande e Me hode
ü sich allein genommen bei den A bei nehme e e ungen Anklang
inden wi d. Is dahe eine Kombina ion beide Ve ah en ehe ge-
eigne , de A bei nehme scha den ih zus ehenden An eil am wach-
senden Wi scha se ag siche zus ellen? Konk e : zunächs eine
Lohnzulage on 4
°/o
mi dem Zweck, das bishe ige Realeinkommen
zu wah en, da au au ges ock alsdann eine wei e e E höhung on
2 °/o, die da ü so gen soll, daß die A bei sk ä e auch in den Genuß
des he ausgewi scha e en E agszuwachses gelangen, sowei e ihnen
gemäß eine kons an en Lohnquo e zus eh .
Diese Lösung ha in de Ta ieles ü sich. Sie ha eilich zu
Folge, daß die P oduk i i ä szi e im Falle eine schleichenden In-
la ion ge adezu adikal e idie we den muß, um au die gesuch e
Lohnlei zahl zu kommen. Die P oduk i i ä szi e is nämlich um den
ollen P ozen sa z de Teue ung nach oben zu ko igie en und e häl
dann häu ig ganz ande e G ößeno dnungen als jene, mi denen üb-
liche weise gea bei e wi d. Es e heb sich dahe die F age, ob an de
da geleg en Kombina ion e was nich s imm . Wä en on eine 6p o-
zen igen Lohne höhung nich in la o ische Konsequenzen in Rechnung
zu s ellen? Müß e man sie demzu olge nich als übe ieben e u -
eilen?
Eine eingehende e Besinnung läß e kennen, daß die Kombina ion
on Indexlöhnen und P oduk i i ä so ien ie ung du chaus nich un-
beding gegen die Fo de ung de P eisneu ali ä e s öß . Das wi d
deu lich^ sobald wi uns die 4p ozen ige Lohn- und P eiss eige ung
einmal wegdenken. Dann bleiben nu noch jene 2
%>
üb ig, die dem
Wi scha swachs um en sp echen und on denen uns bekann is , daß
sie lediglich den übe kommenen Ve eilungsschlüssel ü das Volks-
einkommen wah en, abe keinen zunehmenden An eil de A bei neh-
me mi sich b ingen. Den üb igen Wi scha sg uppen wi d mi an-
de n Wo en nich s en zogen, sonde n sie nehmen im gleichen G ade
am Anwachsen des Kuchens eil. Da an ände sich nun auch nich s,
wenn eine Teue ung on 4 % hinzu i , die ausgeglichen wi d du ch
eine zusä zliche 4p ozen ige Lohne höhung. Von einem lohninduzie -
en P eisau ieb kann somi nich die Rede sein — alle dings auch
nich da on, daß die Lohnen wicklung zu eine Reduk ion des In-
la ionsg ades bei üge. Es bleib also dabei, daß die P oduk i i ä s-
zi e a sächlich um den Ans ieg de Lebenshal ungskos en nach oben
be ich ig we den muß und da , um die Lohnlei zahl zu e hal en.
Als Al e na i e dazu kann man eilich auch ein ande es Ve ah-
en wählen. Es bes eh da in, nich om Zuwachs de mengenmäßigen
P oduk i i ä auszugehen, sonde n die S eige ung de we mäßigen
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Geldwe neu ale Lohnpoli ik 19
A bei se giebigkei zug unde zu legen. Denn in diesen we mäßig e -
aß en Wi scha se ägen is na u gemäß die P eishaiusse be ei s in-
beg i en. Im G unde genommen läß sich soga die Au assung e -
e en, daß diese Me hode iel nähe liege als die ande e, bei de die
Ve ände ung de Mengen e s au komplizie e und niemals öllig
einwand eie Weise mi Hil e eine „P eisko ek u 66 e echne we -
den muß. P oblema isch wi d die Sache in de Ta e s deswegen, weil
wi ja den o aussich lichen kün igen P oduk i i ä szuwachs b au-
chen; um ihn zu e mi eln, kommen wi nich da um he um, auch eine
P ognose übe die P eisen wicklung zu machen. Eine In la ions a e
zu p ognos izie en, is indessen namen lich ü am liche S ellen eine
übe aus delika e Angelegenhei . Denn dami ges ehen sie be ei s ein
gewisses eigenes Ve sagen ein.
IV. Zusammen assung
Eine Lohnpoli ik, die geldwe neu al wi ken soll, ha sich gemäß
wei e b ei e en Au assungen zu o ien ie en an de En wicklung de
du chschni lichen olkswi scha lichen P oduk i i ä , wobei sich abe
diese P oduk i i ä szi e nich au die Ve gangenhei , sonde n au
die Zukun zu beziehen ha . In de P oduk i i ä s o mel igu ie
als E agsg öße am bes en das Ne osozialp oduk zu Ma k p eisen,
als Au wandsg öße die Anzahl de geleis e en A bei ss unden ode
die Zahl de E we bs ä igen. Am e echne en Zuwachs de A bei s-
e giebigkei sind nun abe gewisse Be ich igungen anzub ingen, wenn
wi zu Lohnlei zahl im Sinne eine No m ü die Lohnpoli ik ge-
langen wollen. Einnahmenübe schüsse de ö en lichen Hand e lauben
im P inzip einen Zuschlag, Ausgabenübe schüsse legen einen Abzug
nahe. Einwand eie wä e es eilich, wenn sich de Fiskus so e -
hiel e, daß on ihm keine une wünsch en K eislau ein lüsse aus-
gingen, die dann du ch die Lohnpoli ik ausgeglichen we den sollen.
Ganz Analoges i auch ü den Be eich de Außenwi scha zu:
Es wä e unzweckmäßig, wenn de Lohnpoli ik ein g öße e Spiel aum
nach oben zue kann wü de, sobald die außenwi scha liche P oduk-
i i ä sich e besse , wäh end umgekeh die Lohnlei zahl im um-
gekeh en Fall eduzie we den müß e.
En s ehen dahe on diesen beiden Sei en he keine Ko ek u en,
so e häl es sich bei Va ia ionen des Spa e hal ens ande s. Je
g öße die ma ginale Spa neigung insbesonde e de A bei nehme
aus äll , des o s ä ke da die Lohnlei zahl übe die P oduk i i ä s-
zi e hinausgehen. Hingegen b auchen sich die zus ändigen Ins anzen
nich zu o ien ie en an de En wicklung de Ren abili ä ; es genüg ,
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wenn sie au die Volkswi scha liche P oduk i i ä ach en. De S uk-
u e ek ande sei s b ing un e kennba die No wendigkei eines Ab-
zuges mi sich. Umgekeh da die Lohnlei zahl um die In la ions a e
übe de mengenmäßig in e p e ie en P oduk i i ä szi e angese z
we den, ohne daß sich da aus eine Beschleunigung des P eisau iebes
e gäbe.
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