Sack, Fei z
A icle
Max Webe und die Soziologie heu e. Ein Be ich übe den
15. Deu schen Soziologen ag
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Sack, Fei z (1964) : Max Webe und die Soziologie heu e. Ein Be ich übe den 15.
Deu schen Soziologen ag, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha ,
ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 84, Iss. 4, pp. 453-460,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.84.4.453
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Be ich e
Max Webe und die Soziologie heu e
•Ein Be ich übe den 15. Deu schien Soziologen ag*
Vom 28. bis 30. Ap il 1964 and in Heidelbe g de auße o den lich
gu besuch e 15. Deu sche Soziologen ag s a . Wie sein unmi elba e
Vo gänge , de das ün zigjäh ige Jubiläum de Deu sch en Gesell-
scha ü Soziologie beging, iel auch diese Soiziologen ag zei lich
mi einem Jubiläum zusammen: de hunde s en Wiede keh de Ge-
bu Max
Webe s.
Es is schwie ig, den Kong eß eine sich als E ah ungsWissenscha
da s ellenden Disziplin au das Leben und das We k eines ih e Wis-
senscha le abzus ellen, de das le z e halbe Jah hunde nich s meh
zu ih e Fo en wicklung beizu agen e moch e. Häl man ü die
wich igs e Funk ion wissenscha liche Kong esse den pe sönlichen
Aus ausch wissenscha liche E gebnisse, so läß sich nu eine Fo m
denken, wie sich so ein Jubiläumskong eß ges al en läß : E kann
nu da in bes ehen, so genau wie möglich den Weg nachzumessen,
den die Disziplin sei he o angesch i en is . Ge ade abe das e -
miß e man in Heidelbe g. Das kann abe nu heißen, daß die Sozio-
logie en wede au de S elle i ode daß die Deu sche Gesellscha
ü Soziologie sich ehe als G alshü e de Soziologen 6 a de Sozio-
logie e s eh .
Eine gene elle Beme kung e schein hinsich lich de o ganisa o ischen
Du ch üh ung de Plena si zungen e o de lich. Säm liche Haup o -
äge mi Ausnahme des E ö nungs e e a es on E ns
Topi sch
wa en sachlich und pe sonell übe las e . Es is eine Zumu ung, nach
einem in de Regel länge als eins ündigen Re e a das Publikum
noch mi ün Diskussionsbei ägen mi eine du chschni lichen Länge
on 20 Minu en zu übe schü en. Hie schein das Vo be ei ungs-
komi ee nu allzu zöge nd und ü den Ve lau de Tagung ab äg-
lich on seinem Eing i s ech Geb auch gemach zu haben.
Schließlich gehö in die einlei enden Vo beme kungen zu diesem
15. Deu s dien Soziologen ag in Heidelbe g eine Beobach ung, die sich
an ielen S ellen des Kong esses, o meh implizi als explizi , machen
* An dem Be ich haben auße dem mi gea bei e : Reinma Cunis, Heid un uncj
Wol gang Kaupen, Ho s Schmelze , alle Köln,
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454 Be ich e
ließ: Das Selbs e s ändnis de deu schen Soziologie is imme noch
nich au einen einhei lichen Nenne zu b ingen. Die Geis e scheiden
sich — wie o ün zig Jah en, als Max Webe das gleiche P oblem
zu Bedingung seine Mi a bei in de Deu schen Gesellscha ü
Soziologie mach e — imme noch an de F age de We u eils ei-
hei . Häng man einen Augenblick de Vo s ellung nach, Max Webe
wü de noch un e den Lebenden weilen, und e wü de noch imme
seinem 1912 e e enen S andpunk anhängen, so läß sich nu un-
schwe o aussagen, daß e auch heu e »och absei s s ehen wü de
angesich s de „unendlich gleichgül igen, subjek i en ,We ungen6
die man in Heidelbe g, o en und e s eck , ausd ücklich legi imie
und s illschweigend akzep ie zu hö en bekam. Nachdem die F age
einmal on E ns Topi sch (Heidelbe g) in seinem Ein üh ungs e e a
au gewo en wa und zu eine deu lich sich ba en Pola isie ung des
Publikums ge üh ha e, wa dami ein Wah nehmungsschema und
eine S uk ui ie ung de Si ua ion o ge o m , dem sich im Ve lau e
de d ei Tage jede nu mögliche Begebenhei ein üg e.
Nach den E ö nungswo en O o S amme s, die den Teilnehme n
ein g oß lächiges, kion u en siche es Bild on Max Webe s wissen-
scha lichem In e esse, den S a ionen seine wissenscha lichen Lau -
bahn und En wicklung sowie on seine Pe sönlichkei gaben, en -
wickel e Topi sch seine Gedanken übe „Max Webe und die Soziologie
heu e". Das Re e a knüp e zwa an das P oblem de We eihei
an, es behandel e diese F age indessen nich om S andpunk de
Wissenscha s heo ie ode de Me hodologie aus. Es ging meh um
eine g undsä zliche e Eino dnung «diese hie un e e s andenen Ideen
Max Webe s in jenen globalen Zusammenhang de „ En zaube ung de
Wel ", wie Max Webe eine Reihe on E scheinungen de mode nen
Wel zusammenge aß ha .
Topi sch zeichne e in g oben S ichen diais Wechselspiel zwischen
den e schiedenen Fak o en, die an diese En wicklung be eilig
wa en, und hob besonde s die Auswi kungen de E gebnisse de mo-
de nen Wissenscha au Lebens üh ung und Selbs bewuß sein he o ,
die ih e sei s wiede um den Fo gang de Wissenscha s imulie
hä en.
In diesem P ozeß habe die T ennung an We - und Sachu eilen,
ü de en Du chse zung und Ane kenn nis Max Webe einen Teil
seine pe sönlichen Exis enz eingese z habe, eine Schlüssel olie ge-
spiel . Die Ve schlingung beide Be eiche habe ih e es en T adi io-
nen und Mus e , die in iel äl ige Weise du ch bes ehende Mäch e,
In e essen und Ins i u ionen abgesiche seien und sub ile Medianis-
men ih e Au ech e hal ung en wickel en.
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Be ich e 455
B ei e en Raum widme e Topi sch de F age nach den Reak ionen
au Webe s me awissenscha liche G undlegung de mode nen Wis-
senscha . Die poli ischen Spannungen umd Kon lik e in Eu opa au
de einen Sei e und die Ta sache, daß Max Webe nich meh allen
Konsequenzen und Implika ionen seine G undidee ü die damals
gängigen un/d spä e wiede zu in ensi e em Leben e weck en „Ge-
sellscha s heo ien" nachgehen konn e, seien die U sache ü die „E -
neue ung de Sozialme aphysik" in ielen Teilen Eu opas gewesen.
Indessen habe die En wicklung le z en Endes zu nich s ande em ge-
üh als zu eine „glänzenden Rech e igung" Max Webe s. In die-
sem Zusammenhang ging Topi sch e was aus üh liche au die beiden
Vo s ellungskomplexe ein, die sich in de jüngs en Ve gangenhei und
de unmi elba en Gegenwa als zählebigs e Gesellsdia sphilosophien
e wiesen haben: das Na u ech und die Dialek ik. An Hand kon-
k e e Beispiele wies Topi sch nach, daß diese Sinndeu ungssys eme
nach dem Mus e on Lee o meln unk ionie en und in de Ve gan-
genhei ü die Legi imie ung un e schiedlichs e gesellscha liche
We se zungen he angezogen wo den sind.
Alle bis hie he e ö e en F agen und Zusammenhänge münde en
schließlich in die Behaup ung ein, die Soziologie habe sich in dem
Maße als Wissenscha e ablie , wie sie sich losgesag habe on den
me aphysischen Gesellscha sen wü en, wie sie sich de An wo au
die F age nach dem Sinn de Geschich e, de menschlichen Gesell-
scha und dem Wesen des Menschen e sag habe, ohne daß indes-
sen die Soziologie dami au poli ische und p ak ische I ele anz hin-
auslau e.
In de zwei en Plena e ans al ung se z e Taloo
Pa sons
in sei-
nem Re e a übe
„
We eihei
und Objek i i ä 66
die Diskussion de
on Topi sch au gewo enen F age o . Meh als do wu de hie
ein neues Selbs e s ändnis de Soziologie sich ba . Webe s Ve such,
aus den d ei geis igen T adi ionen des His o ismus, U ili a ismus und
Ma xismus eine Syn hese zu bilden, is nach Pa sons de An ang
eine neuen Theo ie de Gesellscha , die sich au einem wei höhe-
en Ansp uchsni eau beweg als alle soziologische Theo ie o Webe .
Webe s Leis ung bes eh nach. Pa sons e s ens in seine me hodolo-
gischen Konzep ion und zwei ens in seinen subs an iellen Bei ägen
zu Soziologie.
Webe s Me hodologie e ö e e Pa sons un e ie Gesich spunk-
en: 1. das P inzip de We eihei , 2. das P inzip de We beizie-
hung, 3. den Zusammenhang zwischen kausale E klä ung und de
dazu e o de lichen allgemeinen soziologischen Theo ie und 4. die
Me hode des Ve s ehens. We eihei heiße „die F eihei , inne halb
de ele an en G enzen den We en de Wissenscha zu olgen".
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Wissenscha sei jedoch ein menschliches Un e nehmen und dami
imme eingeo dne in die We beziehung de Gesellscha , in de sie
s a inde .
Diesen beiden allgemein bedeu samen P inzipien de Webe schen
Me hodologie olgen nach Pa sons zwei spezi isch sozialwissenscha -
liche P obleme. Seh üh ha Webe e kann , daß „empi isches Wis-
sen die kausale E klä ung on Phänomenen und E eignissen impli-
zie ". Kausale E klä ungen we o ien ie en menschlichen Handelns
se zen abe eine allgemeine soziologische Theo ie o aus. Eindeu ig
wi d nach Pa sons dami Webe s e s ehende Me hode on dem Ve -
dach en hoben, eine Absage an analy ische Sozial o schung zu sein.
Pa sons se z e in seine Aus üh ung übe die subs an iellen Bei-
äge Webe s zu Soziologie gleich einen Schwe punk , als e mi de
Rech ssoziologie den Ke n alle soziologischen A bei en Webe s he -
o hob. Alle ande en Bei äge zu Soziologie des poli ischen und öko-
nomischen Lebens und o allem auch zu Religionssoziologie hä en
hie ih Fundamen . Die Dicho omie on Ideal- und Real ak o en
habe das Webe sche Rech skonzep zunächs ein wenig e dunkel .
Das Rech ließe sich nämlich wede dem einen noch, dem ande en
Be eich eindeu ig zuo dnen. Webe e kann e, daß das Rech die p in-
zipiell e mi elnde Rolle zwischen beiden Be eichen einnahm. Mi
diese Syn hese wa es Webe möglich, eine undamen ale Lösung des
al en Dualismus zu inden, dessen Geschich e — so Pa sons — bishe
nu da in bes and, daß sich „Ma x und Hegel gegensei ig au den
Kop ges ell haben".
Mi dem Konzep de o malen Ra ionali ä als Bezugspunk seine
Rech ssoziologie geling es Webe , die no ma i e (Rech s-) O dnung
in gleiche Weise ela i unabhängig dem Ideal- und Realbe eich ge-
genübe zus ellen. Rech liche En scheidungen we den somi nich meh
nu eine ein ache Anwendung e hische We o ien ie ung — wie zum
Beispiel in den Sys emen eligiösen Rech s de Juden und des Islam
—, und es geling ebenso, ih e ela i e Unabhängigkei gegenübe den
meh pa ikula is isch, poli isch-ökonomischen In e essenkons ella io-
nen au zubauen.
Keineswegs dü e na ü lich bei diese Be ach ung de en schei-
dende Ein luß eligiös-e hische No men ü die Legi ima ion on
Rech issys emen auße Be ach bleiben. Abe , so a gumen ie e Pa -
sons, das Rech ssys em is bei Webe , wie auch bei seinem g oßen
anzösischen Zei genossen Emile Dü kheim, das bedeu ends e s uk-
u elle Me kmal mode ne Gesellscha en.
Mi de Da s ellung des Webe schen Bei ages zu Ideologienanalyse
keh Pa sons zum Ausgangspunk seine Be ach ung zu ück. Die
Übe windung de Ideologien, die den Blick au die soziale Reali ä
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Be i di e 457
e schleie n!, is nach Pa sons die epochale Leis ung de empi ischen
Soziologie und zugleich Maßs ab ü die Bedeu ung de A bei en
Max Webe s.
AJUS de sich anschließenden Diskussion e schein die Beme kung
Hans
Albe s
, de sich im üb igen explizi hin e die Da s ellung des
Haup e e en en s ell e, behe zigenswe , Max Webe di e enzie e
zu beu eilen, als es de ausschließliche Reku s au seine F eibu ge
An i s ede zuläß . Des wei e en soll e angeme k we den, daß sich
auis dem Biei ag Jü gen
Habe mas9
eine allmähliche Annähe ung de
dialek ischen Posi ion an die wissenscha s heo e isdie Posi ion des
Posi i ismus zu F age de We u eils eihei he aushö en ließ, als
e die Akzen e meh au P obleme de Wissenscha spoli ik e lage
sehen woll e und nich so seh au solche de Epis emologie.
Das d i e Haup e e a übe
„Max Webe und die Mach poli ik"
ha e in Raymond
A o
(Pa is) einen kompe en en und sou e änen
Re e en en.
Den Zugang zum Thema e scha e sich A on übe eine ku ze
e minologische E ö e ung zum Beg i de Mach poli ik. Welchen
Ausgangspunk man imme wähle, Max Webe sei Mach poli ike ge-
wesen und dami ein Nach olge on Macchia elli und dem Zei genos-
sen Nie zsche.
Die F age nach de bes en Ve assungs o m sei ihm un e s ändlich
gewesen. De Kamp um die Mach zwischen Völke n, G uppen und
Indi iduen sei sein Ausgangspunk gewesen, unld wo e diesen Wil-
len zu Mach e miß hä e, hä e ü ihn die be e ende G uppe
de Poli ik den Rücken gekeh . So seh Webe ü Pa lamen a ismus
und Demok a ie einge e en sei, so wenig hä e e es aus p inzipiellen
E wägungen ge an, sonde n aus de ein ins umen eilen Hal ung
he aus, daß die dami e bundenen ins i u ionellen Vo keh ungen
den geeigne en Rahmen im Zei al e des Kapi alismus und de mo-
de nen Induis iegesellscha abgäben, Mach poli ik zu eiben. Den
eien Völke n habe e keine absolu e und his o isch unbeding e
Chance zum He en olk einge äum .
Mi diesen Beme kungen, die e genau wie seine nach olgenden
Aus üh ungen iel ach du ch Zi a e beleg e, glaub e A on den bedin-
genden Hin e g und ü Max Webe s Gedanken zu Mach und zu
Poli ik und seine ak uell-poli ischen Bei äge zu Si ua ion Deu sch-
lands seine Zei skizzie zu haben.
Angesich s des Webe schen Wel bildes, in dem sich Vo s ellungen
on Da win, Nie zsche und Ma x a en, seine analy ischen Ka ego-
ien und seine poli ischen G undübe zeugungen e such e A on eine
k i ische Auseinande se zung mi zwei G undannahmen Webe s, die
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eng mi seine Mach poli ik e bunden seien: 1. Es gäbe keine In-
s anz zu Bes immung des ela i en We es eine Kul u gegenübe
eine ande en, auch nich de anzösischen und deu schen Kul u .
2. Man könne nich gleichzei ig Poli ike und Ch is im Sinne de
Be gp edig sein. A on äum e die Be ech igung de e s en Aussage
ein, sowei sie nich s ande es als einen ak ischen We plu alismus
zwischen G uppen ode Na ionen meine. E olge Webe jedoch nich
meh in seinen da aus gezogenen Konsequenzen. Hinsich lich de
zwei en Behaup ung wies A on un e Bezugnahme au meh e e S el-
len in Webe s A bei eine beme kenswe e Inkonsequenz in seinem
Denken au . Es lasse sich zeigen, daß Max Webe in de Gegenübe -
s ellung on Gesinnungs- und Ve an wo ungse hik in Wah hei zwei
An inomien e einig habe: die des poli ischen e sus des ch is lichen
Handelns mi de ide e lek ie en und de un e lek ie en En schei-
dung. Zum Schluß aß e Anon seine Vo behal e gegen Webe s Gedan-
ken zu Mach poli ik noch einmal ged äng zusammen und kam zu
dem E gebnis, daß Max Webe in seinen poli ischen Analysen seine
Zei nich o aus gewesen sei, so unbes i en auch seine Ak uali ä
als Soziologe sei.
Als ein Höhepunk nich nu diese Plena si zung wu de wei hin
de Diskussionsbei ag Deu schs e me k . Nich so seh hinsich lich
des sachlichen Inhal s seine Aus üh ungen, sonde n weil e die Dis-
kussion in eine Rich ung wies, die Max Webe s Konzep e und Aus-
sagen in empi isch übe p ü ba e Hypo hesen zu übe agen ges a e
und die man so schme zlich allübe all e miß e.
We geho ha e, daß zumindes die abschließende ie e Plena -
si zung zum Thema „Indus ialisie ung und Kapi alismus" mi He -
be Ma cuse als Re e en en on eine „We u eilsdeba e" e schon
bleiben wü de, de sah sich en äusch .
Dabei en hiel das Re e a du chaus eine Fülle on F agen, übe
die man hä e sachlich disku ie en können. Zum Beispiel hä e man
sich au die Haup age konzen ie en können, ob sich das beg i -
liche Ins umen Max Webe s als uch ba ü die wissenscha liche
Analyse on Indus ialisie ung und Kapi alismus e wiesen hä e. In
dem Zusammenhang wä e alle dings öllig i ele an , welche ge-
schich lichen Kons ella ion Webe diese Beg i sbildung e dank ;
und noch i ele an e wä e eine Auseinande se zung da übe , welche
poli ischen Konsequenzen diese wissenscha liche Konzep ion ha e.
Eine de a ige E ö e ung sei in diesem Rahmen genau so ehl am
Pla z wie e wa die Bewe ung de Ma xschen Theo ie un e Hinweis
au die kommunis ischen Sys eme, be on e Reinha d Bendix (Be ke-
ley, USA) in seinem ku zen Diskussionsbei ag, in dem e beklag e,
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Be ich e 459
daß in Deu schland noch keine sachliche, on poli ischen Implika ion
nen eie Webe J>iskussion möglich sei.
De g öß e S ein des Ans oßes wa eilich die aus philosophischen,
sozialwissenscha lichen und sozialpoli ischen Elemen en bes ehende
dialek ische Ve dich ung des Ra ionali ä sbeg i s, mi dem Ma cuse
sowohl die Schwächen wie die Ge äh lichkei de Web e sehen Kon-
zep ion nachweisen woll e. Und zwa habe de Beg i de „ o malen
Ra ionali ä ", obwohl e in Webe s Analyse selbs schon inhal lich
ma e ial eingesch änk wo den sei, nich sdes owenige zu „Apo heose
de Ve dinglichung und En menschung" ge üh , indem e den Men-
schen de i a ionalen, cha isma ischen He scha des Zwecks un e -
we e. So üh e die Dialek ik de Ve nun zu ih e eigenen Nega ion,
zu I a ionali ä . Diese „I a ionali ä " wu de an zahl eichen E -
scheinungen de mode nen Indus iegesellscha zu exempli izie en
e such , was Ma cuse den Vo wu eine „Kul u apokalyp ik" ein-
ug — abe auch den (unbe ech ig en und gleiche maßen ideologi-
schen) Ve weis Benjamin Nelsons (New Yo k, USA): We die Ra io-
nali ä de Wissenscha nich e agen könne, habe die Al e na i e
de Poesie ode de Dialek ik. Es ging nämlich auch Ma cuse —
wenn auch mi einem un auglichen Konzep — ge ade um die Ve -
wi klichung dessen, wozu sich Nelson un e de Bezeichnung „Ra io-
nali ä " bekann e; nu iden i izie Ma cuse diesen Beg i mi eine
konk e en geschich lichen Kons ella ion und h/o , daß sich diese an-
geblich „sachlichen No wendigkei en" im geschich lichen P ozeß nach
dialek ischem P inzip au heben we den.
Daß ein solche P ozeß nich eibungslos abläu , sonde n g oße
Hinde nisse zu übe winden ha , e such e in de Diskussion auch
Geo ges F iedmann (Pa is) au zuzeigen, indem e au die s ändigen
„Au b üche de I a ionali ä " sowohl in Übe lußgesellscha en wie
in En wicklungslände n hinwies. Nach Ma cuse is es Au gabe de
k i isch gewo denen Ve nun , diese Hinde nisse zu e kennen und
zu übe winden, nich abe — und das wa de Vo wu gegen die
„Ta sachen e ischis en" — die bes ehenden Ve häl nisse als „sach-
lich no wendig" zu akzep ie en und dami zu legi imie en.
Abgesehen on diesen g undsä zlichen Miß e s ändnissen be uh e
abe ein g oße Teil de Auseinande se zi ng au e minologischen
und beg i lichen Schwie igkei en, die alle dings wiede um zu ück-
üh ba sied au g undsä zliche e Un e schiede in den Denkansä zen,
zwischen denen eine Kommunika ion kaum möglich e schein . Gemein-
samkei en lassen sich o allem au eine seh konk e en, empi ischen
Ebene inden: zum Beispiel au de Ebene, die Richa d F. Beh end
(Be n) mi den Kennzeichen eine uni e salen gesellscha lichen Dy-
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460 Be ich e
namik umsch ieb, inne halb de e die En wicklung des Kapi alismus
mi eine, wenn auch wohl die wich igs e Va ian e da s elle.
Diese spä e En deckung gemeinsame Be üh ungspunk e kann abe
den Eind uck nich e wischen, daß Diskussionen zwischen „Ta -
sachen e ischis en", sp ich Sozialwissenscha le n, und „Beg i s e i-
schis en", sp ich Sozialphilosophen, wohl sel en zu einem uch ba en
E gebnis gelangen.
Neben den ie Plena e ans al ungen a en sich auch in Heidel-
be g die in de Deu schen Gesellscha ü Soziologie gebilde en Fach-
ausschüsse zu A bei ssi zungen zusammen. Es ag en die Fachaus-
schüsse ü Religionssoziologie, ü Me hoden agen, ü Bildung und
E ziehung, ü Familien- und Jugendsoziologie, ü O ganisa ioms-
soziologie und schließlich ü E hno-Soziologie. De besch änk e
Raum ges a e keine de aillie e inhal liche Wiede gabe. Wi be-
gnügen uns deshalb mi einigen allgemeinen Beme kungen.
Die Fachausschüsse de Deu schen Gesellscha ü Soziologie haben
sich zum e s en Mal au dem le z en Soziologen ag in Be lin einem
b ei e en Publikum o ges ell . Es wu de damals mi iel Ane kennung
und Op imismus übe sie be ich e . Es wu den Fo schungse gebnisse
e e ie , und die ins i u ionelle S uk u schien dem Bedü nis nach
in ensi e Diskussion und gegensei ige Kommunika ion meh en -
gegenzukommen, als es die Plena e ans al ungen e moch en. In
Heidelbe g e wies sich jedoch, daß das o ün Jah en eimü ig
gespende e Lob keineswegs zu eine Fo üh ung des einmal einge-
schlagenen Weges s imulie e: Das Ni eau de Ve ans al ungen de
Fachausschüsse in Heidelbe g lag e heblich un e dem des Be line
Kong esses. Mangelnde Vo be ei ung e ie schon das P og amm.
Einige Fachausschüsse wa en öllig übe laden, ande e kamen übe
einen Haup e e en en und Diskussions edne nich hinaus. Man-
gelnde Koo dina ion, Sys ema ik und Subs anz wa en die Folge. Man
konn e eigen lich ni gends eine üh ende Hand e kennen, ni gends
auch das Wal en eines Maßs abes, de gu e Bei äge on schlech en,
de Soziologie on Sozial philo s ophie und Kul u k i ik zu scheiden
e moch e. Die wenigen Lich blicke mach en nu deu lich, wie be ech-
ig diese gene elle K i ik is , und konn en nu denjenigen e söh-
nen, dessen E wa ungen on o nhe ein nich allzu hoch wa en. Man
möch e sich wünschen, daß die Fachausschüsse sich nach de Heidel-
be ge En äuschung doch noch zu dem en wickeln, was sie sein könn-
en, wie Be lin gezeig ha , und was sie sein soll en, um ih e Exis enz
einen Sann zu geben: eine Gelegenhei zu Mi eilung neue In o -
ma ionen au dem Gebie de Soziologie und zum Aus ausch und zu
Akkumula ion isolie e a bei e en Wissens.
F i z Sack, Köln
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