scieee Science in your language
[ge] (orig)

Arthur Spiethoffs wissenschaftliches Lebenswerk

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Read accessible full text

Arthur Spiethoffs wissenschaftliches Lebenswerk

Author: Clausing, Gustav
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1958
DOI: 10.3790/schm.78.3.1
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290898/1/schm.078.3.001.pdf
Clausing, Gus a
A icle
A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Clausing, Gus a (1958) : A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k,
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 78, Iss. 3, pp. 1-34,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290898
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
257] 1
A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k
Von
Gus a Clausing - E langen
Inhal s e zeichnis : Einlei ung S. 1 — Wissenscha liche U sp ünge S. 3
— Anschaulich-geschich liche und Reine Theo ie S. 4 — Wi 3cha ss ile S. 12 —
Ve häl nis zu Schmolle S. 15 — Resonanz im Sch i um S. 18 — Wi scha -
liche Wechsellagen S. 21 — He ausgebe leis ung S. 32 — Schlußwo S. 34.
Mi A hu Spie ho is am 4. Ap il 1957 ein g oße Meis e 1 de
Wi scha swissenscha on uns gegangen. Am 13. Mai 1958 wä e
e 85 Jah e al gewo den. Dieses Jah buch, dessen He ausgebe e
übe 20 Jah e wa , is ihm besonde s e p lich e . So bes eh genug
Anlaß ü einen Ve such, an diese S elle in g oßen Um issen eine
Skizze on Spie ho s wissenscha liche Lebensleis ung und ih e
Wi kung zu zeichnen. Es sei dabei de Ve suchung wide s anden, hie
zugleich ein Bild on seine Gesam pe sönlichkei zu geben. Ihm, s and
das We k übe allem. E wa so seh dami e wachsen, so on de
Sache behe sch , daß diese gegenübe das menschliche Elemen hie
zu ück e en da . So möch en wi uns da au besch änken, wenige
Sä ze seines g oßen Zei genossen und F eundes Schumpe e wiede -
zugeben; sie üh en zugleich zu Sache selbs hin1: „Fü Deu schland
bedeu e de Name A hu Spie ho meh als einen Höhepunk de
Konjunk u o schung. Schon die me hodologische Bo scha , die aus
seinem We k au diesem Felde kling , eich wei übe das We k
hinaus und übe das, was es uns an neue E kenn nis unmi elba
geschenk ha . Es leh du ch sein Beispiel eine bes imm e A zu
a bei en und ö ne Wege, die auch zu ande en Zielen üh en. Diese 1
E be de deu schen his o ischen Schule ha sich seinen eigenen Typus
on Theo ie e obe und eulich bewah e T adi ion mi diese zu
e was Eigenem, Neuem, Ech em e einig . Seine zugleich so sachliche
und so pe sönliche Leh e ha e — nich du ch P og amm, sonde n
du ch Leis ung — in eine Reihe on A bei en, an eine Reihe on
Sonide agen en wickel , die deu liche , als es me hodologische Aus-
üh ungen könn en, den P ad in eine Zukun weisen, in de sich
his o ische Geis und analy isches Können am Bau eine im bes en
1
Vo wo zu Spie ho -Fes sch i „De S and und die nächs e Zukun de
Konjunk u o schung". München 1933.
Schmollen Jah buch 78, 3 1
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
2 Gus a Clausing [258
Sinn posi i en Wi scha sleh e bewäh en können. Von dessen Um iß
gib seine jüngs e Ve ö en lichung übe ,Wi scha ss ile* dem
Fe ne s ehenden ielleich das deu lichs e Bild. Doch nu e häl nis-
mäßig Wenige kennen den Mann, den Leh e , den Fo sche so, daß
sie öllig e messen, was e is . E scha wei ab om Lä m des
Ma k es. Seine Hingabe an die P lich en des akademischen Be u s,
jene une bi liche Selbs k i ik und jene Bescheidenhei , die ihn
menschlich so seh zum1 Vo bild machen, s ehen de Fe nwi kung
seine Gedankenwel en gegen. Fü die Wel auße halb des K eises
seine F eunde und Schüle , auße halb Deu schlands insbesonde e, is
e o allem de g oße deu sche Kon junk u o s ehe , dessen Leis ung
aus de Geschich e des P oblems nich wegzudenken is .'6
In diesen Wo en is mi de Schumpe e eigenen Sp achk a und
P ägnanz alles Wesen liche be üh . Auch Spie ho selbs ha ge-
legen lich den ganzen Um ang seines We kes sich ba gemach : „Die
wi scha lichen Wechsellagen haben mich on Anbeginn an ge angen
genommen, unid ih e Bea bei ung is ü meine En wicklung zum
P ad inde gewo den. Von de Sachau gabe ausgehend, wu de mi
de F agenk eis imme meh de beispielha e Vo wu eine an-
schaulichen und geschich lichen Theo ie, de midi an de allgemeinen
Au gabe wei e a bei en ließ, die uns on de geschich lichen Schule
hin e lassen wo den is ."2
So is Spie ho zwa ausgegangen on de Konjunk u o schung.
Hie liegen seine Pionie leis ungen — in de A bei an de „Sach-
au gabe". Doch auch sie s eh wie spä e e, z. B. die A bei am Boden-
und Wohnungsp oblem, in wachsendem Maß im Bann und im Zeichen
de g öße en, „allgemeinen" Au gabe, übe die geschich liche Schule
hinauszugelangen zu eine neuen Wi scba s heo ie. Die g oßen
me hodologischen Un e suchungen allen zwa in die spä e en Ab-
schni e dieses Fo sche lebens. Ih e wesen lichen E kenn nisse sind
indes schon üh als weglei enid nachzuweisen. Die A bei an eine
anschaulichen und geschich lichen Theo ie, die Klä ung ih e Au -
gaben und G enzen ebenso wie de jenigen de einen Theoi ie is
meh als un uch ba e Me hodologie im üblichen Sinne des P og amm-
denkens übe mögliche, abe nich e p ob e Wege. Hie leg ein e -
olg eiche Fo sche in sys ema ische Analyse Rechenscha ab übe
das Wesen und die Bewäh ung de on ihm en wickel en und e -
wende en Me hoden zu Bewäl igung de seine Wissenscha ge-
s ell en Au gaben. Nu so e klä es sich auch, daß diese Zeugnisse
de me hodischen Rückbesinnung Ausblicke au neue Ziele, le z lich
au eine neue A on Wi scha s heo ie e ö nen; nu so e klä
sich die g oße — posi i e wie nega i e — k i ische Resonanz de
2 B ie liche Äuße ung on 1933.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
259] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 3
Leh e on den Wi scha ss ilen, wiewohl sie nu in de Fo m we-
nige , nich bequem zugängliche und nich wei hin sich ba e Zei -
sch i enabhandlungen e ö en lich wu de.
Unse Übe blick soll deshalb hie einse zen, wo Spie ho Wege
in die Zukun unse e Wi scha swissenscha zu sehen glaub e.
Seine Leis ung au dem Felde de Wechsellagen o schung, so g oß
sie wa , gewinn e s on hie aus ih e olle Bedeu ung und soll spä e
behandel we den. Das wi d besonde s deu lich in eine Vo beme -
kung, die Spie ho den 1955 e ö en lich en „Wechsellagen"3 o -»
ans ell : Eine An wo au zei lich zu ückliegende Ang i e habe e
bishe un e lassen, „weil die benu z e Ve ah ensweise noch nich so
sys ema isch geklä wa , daß ich de en Anwendung au die Wechsel-
lagen age in das ech e Lich hä e ücken können, ohne mich neuen,
Miß e s ändnissen auszuse zen". Das sei inzwischen sowei geschehen,
daß e ü das angewende e Ve ah en einen es en S ando anzu-
geben und seine bishe ehlende An wo je z in alle Kü ze nach-
zuholen e möge. Es is au schluß eich, daß diese An wo sich au
das Me hodische bezieh und besch änk . Es wi d gezeig , daß Spie -
ho s Wechsellagenleh e eine „e klä ende Besch eibung" (zugleich de
bezeichnende Un e i el on Band I de „Wi scha lichen Wechsel-
lagen") is und daß sie sich zweie Theo iea en bedien , de ge-
schich lichen und de anschaulichen Theo ie, daß sie deshalb eine ge-
schich lich-anschauliche is .
Es is ö e da ges ell wo den4 und beda hie nich aus üh liche
Wiede holung, aus welchen Wu zeln und welche wissenscha lichen
Si ua ion Spie ho s Bei ag zu Wi scha s heo ie e wuchs; wie e
— o z manche Un e schiede im einzelnen — ähnlich Max Webe
und Somba le z lich du ch die geis eswissenscha liche Rich ung im
Sinne Wilhelm Dil heys bes imm wu de, dami de Übe agung on
Na u gese zen au das du ch den Menschen bes imm e Wi scha s-
leben en gegen e end.
Nich iel gesp ochen zu we den b auch hie on dem Ein luß
beide his o ischen Schulen, de äl e en Ansä ze de Rosche , Hilde-
b and ode Knies zu En wicklung eine ökonomischen Theo ie au
his o ische G undlage, de heo e ischen Ve suche om Au o en beide
Schulen — auch de jünge en —, die wi scha liche En wicklung du ch
S u en olgen zu e assen.
Spie ho ühl e sich als E be und T euhände Schmolle s, wenn
diese — gegen Menge — nich nu s a k die F uch ba machung des
3 A hu Spie ho , Die wi scha lichen Wechsellagen Au schwung, K ise,
S ockung. Mi eine Einlei ung on Edga Salin. 2 Bde. Tüb.-Zü ich 1955.
4 Vgl. z. B. F ede ic C. L a n e and Jelle C. Rieme sma, In oduc ion o
A hu Spie ho . In: En e p ise and Secula Ghange. Readings in Economic His o y.
London 1953. S. 431 .
1*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
4 Gus a Clausing [260
gesam en g ei ba en his o ischen, desk ip i en und s a is ischen Ma e-
ials o de e, sonde n die o übe eibende Anwendung de einen
Theo ie du ch Klassike wie Epigonen ablehn e. Abe e eil e nich
die auch wiede einsei ig übe s eige e Abwendung on a ional-
heo e ische A bei sweise. De „Me hodens ei " — in Spie ho s
wissenscha liche An änge noch unmi elba und lebendig hinein*
wi kend — and ihn nich als einen Pa eigänge diese ode jene
Rich ung. Bei alle Neigung ü die b ei e E ah ung und Anschauung
de lebendigen „geschich lichen" Wi klichkei , bei alle Wü digung
de Gesam e kenn nis als le z e Zielse zung ü die Wi scha s-
heo ie, bei alle Ve ach ung ü un uch ba e heo e ische Speku-
la ion um ih e selbs willen wa e doch ebenso ein F eund wie ein
Meis e de ein heo e ischen Analyse, wo diese eine une läßliche
Vo be ei ungs- ode Hil s unk ion besaß. Viele Un e suchungen aus
all seinen A bei sgebie en zeigen das5, und e be on e imme wiede
die wechselweise „E gänzungsbeidü igkei und - ähigkei " de einen
und anschaulichen Theo ie. E be on e alle dings auch, daß eine
Theo ie nu Teile kenn nis lie e n könne und als Vo - bzw. Zwischen-
s u e au dem Wege de Gesam e kenn nis du ch anschauliche Theo ie
zu sehen sei.
Nu e wähn we den kann de nich unbedeu ende Ein luß, den
Somba s und Max Webe s me hodische Posi ionen au Spie ho be-
saßen, und diese ha selbs so g äl ig Gemeinsames und Un e -
scheidendes gegenübe jenen beiden ande en Haup e e e n de
„jüngs en his o ischen Schule"6 he auszua bei en gesuch .
1.
Wenden wi uns nun sogleich zu jene „me hodologischen Bo -
scha ", on de schon o 25 Jah en Schumpe e gesp ochen ha e.
5 Besonde s deu lich schon „Die Quan i ä s heo ie insbesonde e in ih e Ve -
we ba kei als Hausse heo ie". In: Fes gaben ü Adolph Wagne zu sieben-
zigs en Wiede keh seines Gebu s ages. Leipzig 1905, S. 249 .
6 J. Schumpe e , Hi6 o y o Economic Analysis. London 1954. S. 815 .
— F ede ic C. L a n e glaub diesen K eis e wei e n zu sollen. E behandel in
eine Abhandlung (A chi ec s and C a smen in Kis o y. Fes sch i ü Abbo
Payson U s h e . Ve ö en lichungen de Lis -Gesellscha Bd. 2, Tübingen 1956)
„Some Hei s o Gus a on S c h m o 11 e " aus üh liche ie Ökonomen, die
„im Scha en de Schmolle schen T adi ion sch ieben": Somba , Spie -
ho , Schumpe e und E u c k e n — ohne iel Gewal samkei , wie wi
meinen; zugleich ein Beispiel, wie die Leh geschich e manchmal zu ha e Kon-
u en de Gegenwa glä e . L a n e en schließ sich soga , Schumpe e „hie
einsei ig als Ve e e de on diesem sogenann en »jüngs en« his o ischen Schule
zu sehen", da e „de übe zeugends e Ve e e iele ih e G undkonzep ionen
wa ". L a n e üg noch hinzu, daß neben dem on ihm nu am Rande mi -
hehandel en Max Webe auch ande e Fo sche zu be ücksich igen wä en, da -
un e „besonde s Geo g Weippe , Alexande R ü s o w und Hans
Ri sch 1".
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01

261] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 5
In meh e en g oßen und kleine en Abhandlungen inde sich die E -
ö e ung de „anschaulichen" und de „geschich lichen" Theo ie, ih e
Au gaben und G enzen, ih es Ve häl nisses zueinande und zu de
„ einen" Theo ie.
Als wich igs e A bei en zu Un e suchung de anschaulichen Theo ie
seien genann : „Gus a on Schmolle und die anschauliche Theo ie
de Volkswi scha "7; „Anschauliche und eine olkswi scha liche
Theo ie in ih em Ve häl nis zueinande "8 (im olgenden zi ie als
„Synopsis"); „Pu e Theo y and Economic Ges al Theo y. Ideal Types
and Real Types"9.
Die Behandlung de geschich lichen Theo ie sah Spie ho nich
als abgeschlossen an. Au die bedeu ungs olls e ged uck o liegende
Un e suchung hie zu wi d ausd ücklich als au eine „ o läu ige" e -
wiesen10: „Die allgemeine Volkswi scha sleh e als geschich liche
Theo ie, die Wi scha ss ile11." Eine kleine wei e üh ende Abhand-
lung übe „The His o ical Cha ac e o Economic Theo ies" im
Jou nal o Economic His o y 1952 a spä e hinzu, ih e sei s e gänz
du ch einen Teil de oben genann en A bei übe „Pu e Theo y and
Ges al Theo y". Readings ... 1953lla.
Bei dem engen Zusammenhang on anschauliche und geschich -
liche Theo ie is es selbs e s ändlich, daß ih e Behandlung nich
ollkommen und s eng oneinande ge enn e olg . Wi d doch die
Theo ie, die de Wi scha ss il als ein Abbild de Wi klichkei e -
mi el , als eine anschauliche Theo ie bezeichne 12.
Nu in g öbs en Um issen ges a e es de e ügba e Raum, die
Posi ionen Spie ho s zu kennzeichnen. Dabei sei mi einem Zi a
7 Gus a on Schmolle und die deu sche geschich liche Volkswi scha s-
leh e. Dem Andenken an Gus a on Schmolle . Fes gabe zu hunde s en
Wiede keh seines Gebu s ages 24. Juni 1938. He ausgeg. . A hu Spie -
ho . Be lin 1938.
8 Synopsis. Fes gabe ü Al ed Webe . Heidelbe g 1949.
9 En e p ise and Secula Changes, Readings in Economic His o y. Ed. F ede ic
C. L a n e and Jelle C. Rieme sma. London 1953.
10 Vgl. „Anschauliche und eine olkswi scha liche Theo ie", a.a.O. S. 644.
11 Fes gabe ü We ne S o m b a zu siebenzigs en Wiede keh seines
Gebu s ages 19. 1.1933. He ausg. on A hu Spie ho , München 1933.
lla Im Nachlaß Spie ho s inde sich ein schon wei ge ö de es Manusk ip
übe „Die Wi scha ss ile", dessen Ve ö en lichung e wäh end de le z en Jah e
o be ei e e.
12 Z. B. zum e s en Mal in de eben genann en Abhandlung on 1933, „nach
dem Wo geb auch Salins" („Hochkapi alismus", Wel w. A chi 1927 und „Ge-
schich e de Volkswi scha sleh e", 2. — u. olgde. — Au l. 1929). Die Un e -
schiede in de Ve wendung dieses Namens zwischen beiden Fo sche n, wie sie
on Weippe u. a. he ausgehoben wu den, we den u. E. e was übe schä z gegen-
übe dem gemeinsamen Anliegen. S o m b a lehn e die Au nahme des Namens
„anschauliche" Theo ie im Blick au die Ziele de „ e s ehenden" Volkswi -
scha sleh e ab, wäh end Spie ho auch hie gelegen lich das Gemeinsame
s ä ke we e e.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
6 Gus a Clausing [262
aus seine schon e wähn en „Vo beme kung" zu den „Wechsellagen"13
begonnen, wo Spie ho als An wo an die K i ike seine Kon-
junk u heo ie die Essenz alle o ausgegangenen Un e suchungen
gib : „Es gib zwei A en, Theo ie zu eiben. Die eine Theo iea
is die „ eine Theo ie", die on den Klassike n zu hohe Blü e ge-
b ach wu de und in Quesnay, Rica do, Thünen, Menge , Wal as,
Je ons, Cla k, Pa e o, Schumpe e , Keynes gip el . Die ande e
Theo iea wu de on den Me kan ilis en, Lis , Schmolle , Somba ,
Max Webe ge ieben, und au diese Linie bewege auch ich mich.
Ih Name is nich einhei lich; sie heiß „empi isch- ealis ische", „kon-
k e e", „anschauliche" Theo ie. Beide Theo iea en abs ahie en und
isolie en, abe sie un dies in a eigene Weise. Man ha die beiden
un e scheiden wollen nach dem G ade de Abs ak ion, abe keine
noch so s a ke Abschwächung de Abs ak ion mach eine Theo ie
zu anschauliche , keine noch so s a ke S eige ung mach anschauliche
zu eine Theo ie. Die eine Theo ie a bei e , auch abgesehen on den
wi klichkei s emden einen Kons uk ionen, imme mi ü bes imm e
Au gaben zu ech gemach en Da en, und selbs , wenn die Abs ak ion
noch so seh abgeschwäch wi d, sie e eich nie die Wi klichkei . Die
Gegebenhei en anschauliche Theo ie en s ammen de Wi klichkei ,
und abs ahie wi d on de en geschich lichen Einmaligkei en. Diese
Be einigung on einmaligen Zügen kann gegenübe eine bes imm en
geschich lichen Wi klichkei seh g oß sein, die Gegebenhei bleib
imme eine nach mannig al igen so g äl igen Beobach ungen en deck e
Regelmäßigkei de Wi klichkei und is willkü lichen Abzügen und
Hinzu ügungen un e dem Gesich spunk bes imm e Fo schungs-
belange nich ausgese z . Ähnlich die Isolie ung. In de einen Theo ie
wi d willkü lich isolie , was gesonde e E o schung e wünsch e -
schein . In de anschaulichen Theo ie wi d isolie das Regelmäßige
und Wesen liche. Dies abe im einzelnen un-isolie und in seine Ge-
sam hei . De Un e schied de beiden Theo iea en gip el also in
de Ve schiedena igkei de Gegebenhei en, die dem Abs ahie - und
Isolie e ah en un e wo en we den. In de einen Theo ie we den
isolie willkü lich ausgewähl e, zu ech gemach e Einzelhei en, in de
anschaulichen Theo ie alles Wesen liche aus den Regelmäßigkei en
de Wi klichkei . Die eine Theo ie a bei e mi zu ech gemach en ge-
danklichen Modellen, die anschauliche Theo ie mi Real ypen, d. h.
mi de on geschich lichen Einmaligkei en be einig en Wi klichkei .
Die Da en de einen Theo ie sind als echnische Hil smi el e unden,
die Gegebenhei en de anschaulichen Theo ie sind du ch Beobach ung
de Wi klichkei als wesen liche Regelmäßigkei en en deck . Diese
g undlegende Un e schied de Ausgangspunk e se z sich bei de
13 a.a.O. Bd. I, S. 12.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
263] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 7
Du ch üh ung des Un e suchungsVe ah ens und bei dessen E geb-
nissen o . Die eine Theo ie läß den gese zmäßigen Ablau eine
logischen Genese ab ollen, dessen E gebnis, das ein Leh sa z is , keinen
besonde en Namen üh ; die anschauliche Theo ie en wickel eine
»e klä ende Besch eibung
<,
de en E gebnis sozusagen ein Abbild de
Wi klichkei da s ell ."
We geleg wi d au die Fes s ellung, daß auch die anschauliche
Theo ie als ech e Theo ie gewe e we den will. Wäh end sie mi
„Real ypen" a bei e , is das E kenn nisobjek de einen Theo ie
de Ideal ypus, alls man diesen, wie heu e o geschieh , nich im
Sinne Max Webe s au eine „zu ech gemach e", z. B. e ein ach e,
be einig e, ges eige e Wi klichkei besch änk , sonde n auch die Ve -
wendung unwi kliche , gedach e , kons uie e Da enkons ella ionen
einbezieh . Fes zuhal en is schon hie , daß es auch eine „ eine ge-
schich liche Theo ie" gib , die sich mi „zei gebundenen . . ., s ilis isch
gebundenen wi scha lichen E scheinungen"14 beschä ig ; wie denn
übe haup el e schiedene Ve ah en de einen Theo ie möglich
sind; sie un e scheiden sich du ch die Wi klichkei snähe de Aus-
gangspunk e und de en Sachgehal sowie du ch die Mi wi kung on
Beobach ung und E ah ung bei de Gedanken üh ung". Au die we -
olle E ö e ung z. B. des Va ia ions- und des Ve i ika ions e ah ens,
des Ve ah ens abnehmende Abs ak ion, poin ie ende Abs ak ion
usw. kann hie nich eingegangen we den. Von de on Spie ho be-
sonde s ge ö de en „zei losen Wi scha s heo ie" is spä e zu eden.
Die „ eine Ökonomie" als „Wesenswissenscha " inde — un e Hin-
weis au Back15 — E wähnung, ha abe im: Hinblick au ih en „e -
wei e en Wi klichkei s- und e wei e en E a'h ungsbeg i " keinen
besonde en Pla z in Spie ho s heo e ische Gesam schau16. Fü diese
is diie Ve we ba kei eine Theo ie ü die E klä ung de sinnlich
e lebba en Realwi klichkei maßgebend; alle Un e schiede zwischen
eine Theo ie (als heu is ische Kons uk ion) und anschauliche
Theo ie (als „Abbild de Wi klichkei ") wu zeln ü Spie ho hie ,
und seine So ge gil — da in Schmolle nahe e wand — de imme
wiede zu beobach enden Ve wechslung on „Möglichkei s o schung"
und „Wi klichkei s o schung". So* dü en E gebnisse ein heo e-
ische Un e suchung nich mi dem Maßs ab de unbeding en Wi k-
lichikei 3 eue gemessen we den.
14 Vgl. „Synopsis" S. 578 .
15 J. M. Back, Die En wicklung de einen Theo ie zu na ional-ökono-
mischen Wesenswissenscha . 1929.
16 Dagegen o de Veippe , „zwischen die zei lose und die geschich -
liche Theo ie Spie ho s die On ologie de Kul u wi klichkei Wi scha "
zu ücken, die e s einmal „de en s uk u ellen Au bau sys ema isch zu e -
o schen" habe („Ins umen ale und kul u heo e ische Be ach ung de Wi -
scha ", Jah b. . Sozialwissenscha , Bd. 1, 1950, S. 41).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
8 Gus a Clausing [264
Mi zahl eichen Beispielen aus de eigenen We ks a , abe auch
aus den Un e suchungen des Ve eins ü Sozialpoli ik usw. zeig Spie -
ho das Wesen und die G enzen de anschaulichen Theo ie. Es is
z. B. möglich, eine eine Geldmengenleh e zu gehen, abe de a säch-
liche Ablau eine In la ion s ell de Wi klichkei s o schung solche
Au gaben, daß Regelmäßigkei en nich zu gewinnen sind und
eine anschauliche Theo ie nich möglich is . Diese kann sich mi
Einzele scheinungen wie E scheinungskomplexen, auch mi wi scha -
lichen Zielse zungen, Mo i en usw. beschä igen und is „Besch ei-
bung und1 Ze gliede ung eine in zei lichem neben- und nacheinande
wiede keh enden wi klichkei s euen A eigenhei und de en allge-
meingül iges E kennen du ch e o sch e E ah ung" („Synopsis"
S. 589). Allen Wegen zu diesem Ziel wi d song äl ig nachgegangen,
und es e geben sich d ei A en de „Besch eibung", die o dnende (ins-
besonde e auch die beg i liche Du chd ingung), die — ü die Theo ie
besonde s wich ige — e klä ende und die — on Somba ode
Max Webe plan oll geüb e — „ e s ehende" Besch eibung. In de
Regel e binden sich e schiedene ode auch alle diese A en mi ein-
ande . Die „e klä ende Besch eibung", ü die imme wiede die
Wechsellagenleh e als Beispiel dien , kann als kausale Analyse (in
ein ache en Fällen) ode mi Hil e eines „du ch e o sch e E ah ung
gep ü en und beglaubig en E klä ungsein alles" (U sach e mu ung)
e olgen.
Es gehö zu den eind ucks olls en Da s ellungen de We ks a -
a bei dieses Fo sche s, wie hie die No wendigkei en, Schwie ig-
kei en, Ge ah en und G enzen eine „Gleichschal ung" on F ages el-
lung, Gedanken üh ung und Wi klichkei s o schung da ge an we den,
wie es gil , z. B. besonde s bei a bei s eiligen G uppenun e suchungen
Gedankengang und Ta sachen o schung „in innige Ve bindung mi -
einande ablau en zu lassen". Da in wi d „das Ke ns ück, ja, das
Wesen anschauliche Theo ie" gesehen. „De S o is s umm und
muß zum Sp echen geb ach we den." De Fo sche geh dabei on
gewissen Vo s ellungen übe die „A eigenhei " des in anschau-
liche Theo ie zu e klä enden Gegens andes aus, de en genaue Fes -
s ellung mi de Beobach ung Hand in Hand geh . (Selbs e s ändlich
gib es auch A eigenhei en, die du ch Se zung ode Deduk ion ge-
wonnen We den. Beispiel: Die Aussagen, die die „zei lose" Theo ie
übe wi scha liche G unde scheinungen mach .) Mi de Fes s ellung
de „A eigenhei " is das Thema de Beg i sbes immung du ch
Me kmale angeschni en, das im Sinne on Wund Behandlung inde
und hie nich wei e e olg we den kann. Übe die Fes s ellung de
„A eigenhei " hinaus sind wei e e „Regelmäßigkei en" du ch
„eigens au ih e Fes s ellung einges ell e Fo schung zu gewinnen".
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
271] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 15
schling noch g oße Au gaben. Man ha gesag , Spie ho habe nu ein
P og amm gegeben. Demgegenübe wu de schon die Bedeu ung he -
o gehoben, die die sys ema ische He ausa bei ung eines A bei s e -
ah ens besi z . Von de schon e wähn en Bewäh ung an g oßen Teil-
au gaben muß noch die Rede sein. Spie ho ha da übe hinaus, ei-
lich ohne dies zu Ve ö en lichung geb ach zu haben, seine Vo -
lesung übe Allgemeine Volkswi scha sleh e au sein A bei sp o-
g amm einges ell und neben die Leh e on de zei losen Wi scha
Theo ien de e schiedenen Wi scha ss ile ges ell .
Was on uns bishe in Um issen da geleg wu de, wa das Be-
mühen Spie ho s, das E be de his o ischen Schulen uch ba zu
machen, de en o e ö e e Schwächen au heo e ischem wie me ho-
dischem Gebie zu übe winden, ohne ih e we ollen posi i en An-
sä ze und Leis ungen zu op e n. In diesem Zusammenhang muß mi
einigen Wo en seines wissenscha lichen Ve häl nisses zu Schmolle
nochmal gedach we den, dessen langjäh ige Mi a bei e e wa .
„Schmolle s eh am An ang." „Theo e ische Zuspi zungen au be-
s imm e F ages ellungen lagen ihm nich besonde s am He zen. Vo
allem abe ehl uns noch die olkswi scha liche Au be ei ung des
Rohs o s." So und ähnlich lies man in dem Nach u Spie ho s au
Schmolle 28. Abe es heiß do auch, Schmolle habe in dem ums i -
enen „G und iß de allgemeinen Volkswi scha sleh e" zum e s en
Male „mi de geschieh lichen Au assung ü ein ausgebau es Leh -
gebäude in g oßem S il" E ns gemach und eine wi klichkei snahe
Theo ie sei sein le z es Ziel gewesen. E ha gezeig , wie wei die
äl e e Theo ie on eine E klä ung de Gesam hei de olkswi -
scha lich ele an en E scheinungen en e n wa , und e ha au dem
Wege de „Einzel o schung" das Wi scha sleben in seine Vielges al-
igkei e schlossen und in seine psychischen, si lichen, kul u geschich -
lichen, gesellscha lichen, poli ischen, ech lichen, na ü lichen, ech-
nischen Zusammenhänge ge ück . Die abs ak e Deduk ion ha e „mi
Ge ingschä zung" zu ückgewiesen, wo die Ta sachen selbs be ag we -
den koinn en, abe : „Wo die Induk ion e sag e, ha e sich dami
nich abge unden, sonde n die ande e Me hode ein e en lassen. Seine
en wicklungsgeschich lichen E klä ungen wa en keine eine Induk-
ion ..(S. 24).
Audi in dem Schlußwo 29, das Spie ho als He ausgebe on
Schmolle s Jah buch eine Kon o e se He kne —Salin hinzu üg e,
such e e in g oße Objek i i ä de on Salin o ge agenen Fo de-
ung nach s ä ke e P lege de sys ema isch- heo e ischen A bei ge-
28 Schmolle s Jah budi, 42. Bd., 1918.
29 „Zu S ellung G. Schmolle s in de Geschich e de Na ionalökonomie
— Zum Abschluß." Schmolle s Jah buch, 48. Bd., 1924.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01

16 Gus a Glausing [272
ech zu we den, e binde dami abe eine zwa behu sam eing en-
zende, doch auch in wesen lichen Beziehungen posi i e Wü digung
de Leis ung Schmolle s. Seine Sich Schmolle s — bezeichnende weise
de jenigen Schumpe e s30 iel ach ähnlich — e häl eine wei e e Klä-
ung in de Abhandlung „Gus a on Schmolle und die anschauliche
Theo ie de Volkswi scha "31, nachdem Schmolle s A de geschich -
lichen Be ach ung schon in Spie ho s oben behandel em Bei ag zu
Soimba -Fes gabe 1933 un e such und hie dessen spezielles en -
wicklungsgeschich liches Anliegen he ausges ell wo den wa . Das E -
gebnis dieses Bemühens, einige beispielha e Abschni e on Schmol-
le s „G und iß" ohne Anlegung emde Maßs äbe au ih e eigenen
Absich en und Maßs äbe hin izu „ es en", is kein einhei liches. Die
Analyse z. B. de klassischen „P oblem eihe We -P eis-Geld" (Schum-
pe e ) deck das auch Schmolle bewuß e Unbe iedigende des Übe -
gangszus andes au : „Die Vo züge de einen ideal ypischen Theo ie
sind au gegeben, ohne daß die de anschaulichen Theo ie gewonnen
wä en" S. 29). Ande s Spie ho s E gebnis hinsich lich de Un e -
suchung de „Schwankungen des Wi scha slebens" du ch Schmolle :
„Wi haben ein Abbild de Wi klichkei im Sinne anschauliche
Theo ie o uns." Daß das Schwe gewich dabei nich au s a e Ge-
danken üh ung, au scha e Gliede ung mi Ra ego ienbildung lieg ,
wi d angedeu e und un e ande em mi dem Hinweis au pe sönliche
Fo sche eigena beg ünde .
Wenden wi uns noch ku z zu de F age nach de Resonanz, welche
die on Spie ho en wickel e anschaulich-geschich liche Theo ie and.
Sie wa eine s a ke und iel äl ige und eich e on uneingesch änk e
Zus immung bis zu sch o e Ablehnung. Einige ep äsen a i e schei-
nende Au o en seien he ausgeg i en. Schumpe e , au den eingangs
schon Bezug genommen wu de, ha e in seine g oßen Abhandlung
übe Schmolle (1926) ge ühm , bei Spie ho sei im Un e schied zu
Schmolle jede Spu eines Gegensa zes zwischen „his o ische " und
heo e ische A bei sweise nich nu , auch zwischen dem ,, Realis en"
und dem „Theo e ike " e schwunden, und e be eibe „im gleichen
P oblemk eis und im Zuge des gleichen Gedankengangs Ta sachen-
sammlung und heo e ische Analyse öllig un e schiedslos". Spie ho ,
„in dessen Hand diese Dinge p ak isch zum e s en Male sich gegen-
sei ig du chd ingen und de a sächliche Fo sche gegensa z zum e s en
Male du ch die Ta übe wunden schein ", sei ebensogu als „Realis "
wie als „Theo e ike " zu eklamie en (188). In de pos hum im Jah e
1954 e ö en lich en „His o y o Economic Analysis"32 wi d gleich-
80 Vgl. J. Schumpe e , Gus a . Schmolle und die P obleme on
heu e. Schmolle s Jah buch, 50. Jg. 1926.
31 Schmolle s Jah buch 1938.
32 a.a.O., S. 817.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
273] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 17
alls eine Cha ak e is ik de Spie ho schen Leis ung gegeben. Be on
wi d dabei wiede , wie sich dessen A bei sweise an de „Sachau gabe",
z. B. in dem schon genann en We k übe „Boiden und Wohnung" be-
wäh e; be on wi d un e ande em „ he success wi h which Spie ho
did no clamo o , bu ac ually de eloped, » ealis ic heo ies « o
a ce ain ype"33.
Aus de g oßen Zahl on A bei en, die sich mi Spie ho s anschau-
lich-geschich liche Theo ie als eine bahnb echenden und wei e üh-
enden Leis ung auseinande se zen, seien hie die on Edga Salin
genann . E sieh in Spie ho den Schüle und E ben Schmolle s, „de
bei wü dige Wah ung de his o ischen T adi ion doch die Unabhän-
gigkei heo e ischen Denkens und die K a zu heo e ischen Be-
ach ung de ealen Wi scha besaß"34, und nenn seine „K isen-
leh e das We k eines Theo e ike s aus de Schmolle -, eines His o-
ike s aus de G enznu zenschule"35. Salin ha selbs nach den Wo en
on Spie ho „den Cesam gegens and de anschaulichen Theo ie e neu
au b ei es e F on in Ang i genommen und zu eine de Lei ideen
seine Geschich e de Volkswi scha sleh e gemach "36. Von beson-
de e Bedeu ung is Salins Fes s ellung37, daß in Deu schland wie in
ielen ande en Lände n sich die „Ra ional heo ie alle Rich ungen de
Reali ä nähe e" und „selbs die ausgesp ochens en Feinde des His o-
ismus nich umhin (können), in eine neuen Ve bindung on Ge-
schich e und Theo ie und S a is ik, on Volks- und Be iebswi -
scha sleh e die Lösung zu suchen". Es is Salin auch zuzus immen,
daß „ iele Keynes'sche Gedanken nu da um in de anglo-ame ika-
nischen Wissenscha als e olu ionä 6 wi k en, weil die E gebnisse
und die F agen de deu schen Wissenscha unbekann geblieben
wa en", weil Fo sche wie „Hahn, Schumpe e und Spie ho Vielleich
gelegen lich genann , abe nich gelesen wu den"38. In eine Einlei-
ung übe „S and und Au gaben de Konjunk u o schung", die Salin
zu Spie ho s Wechsellagenbuch beis eue e, wi d diese Gedanke wei-
e ge üh nnd in eind ucks olle Weise die uch ba e Anwendung
geschich lich-anschauliche Theo ie au das komplexe Konjunk u -
p oblem geschilde .
33 Daß Schumpe e , de ausgep äg e Ve e e eines Plu alismus de
Me hoden, Spie ho me hodisch iel ach nahes eh , sieh neben Lane
( gl. oben S. 4, Anm. 6) z. B. auch Reinha d Schaede ( gl. dessen A ikel
„Schumpe e " im HdSw, S. 153).
34 Edga Salin, Geschich e de Volkswi scha sleh e. Vie e e wei e e Au -
lage, Be n-Tübingen, 1951, S. 153.
35 a.a.O., S. 159.
30 „Synopsis", S. 649.
37 a.a.O., S. 168 .
38 a.a.O., S. 8.
Schmolle s Jah buch 78, 3 2
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
18 Gus a Clausing [274
Einen g oßen Wide hall im deu schen Sch i um ha die he ige
K i ik ge unden, die Wal e Eucken39 gegen die Ve suche de S u en-
und S illeh en ich e e, die „g oße An inomie66 zu übe winden, dabei
iel ach au Spie ho s Leh e abs ellend. Ohne nähe au die um ang-
eiche Diskussion diese Ang i e, an de sich zahl eiche Fo sche aus
allen Lage n be eilig en, eingehen zu können, wi d man die Unbei -
ba kei he o heben müssen, mi de Spie ho lange Zei nach dem Ab-
klingen diese Aussp ache in de Al ed Webe -Fes gabe eine g und-
legende Wei e bildung seine Leh e o ge agen ha . E bedaue 40
lediglich, daß unbeschade de B auchba kei des o geschlagenen
Ve ah ens poin ie ende Abs ak ion im Diens e de Bemühungen
um „eine Ve bindung eine Theo ie mi de Wi klichkei " eine „ e -
k amp e Übe s eige ung eine ich igen Absich 46 bei Eucken zu
„Ve i ung und ausgesp ochene Gegne scha zu anschaulichen
Theo ie ge üh haben66.
In Kü ze seien einige S ellungnahmen D i e zu Euckens K i ik
he ausgeg i en. Hans Ri sehl, de in eind ingenden Un e suchungen
die „ ealis ische66 Theo ie behandel und iel ach wei e en wickel
ha 41, kennzeichne diese als eine s uk u analy ische Theo ie und
zeiig , wie hie die Wi scha so dnung— im Un e schied zu den „sinn-
en lee en Figu en de Euckenschen Ma k o men66 ode dessen „ de-
na u ie en G und o men und kons uie en Wi scha ssys emen,
denen wede Reali ä noch E kenn nisw'e zukomm 66 — ein „Sinn-
ge üge66 wi d, wie „ih e G und o men und Elemen e ... ih en Sinn in
diesem Zusammenhang (emp angen)66. Im Un e schied zu Euckens Be-
ach ungsweise bleibe die Theo ie „bis in ih e Elemen e anschau-
liche6 Theo ie66. Ri sehl wende sich gegen eine Übe schä zung de
B auchba kei des Wi scha smodells im Sinne Euckens, das „nu Teil-
e kenn nis zunächs ein logische Gül igkei 66 lie e . „Au keinen
Fall geh es an, die Wi scha smodelle zu Kennzeichnung de Wi k-
lichkei zu e wenden, wie es Eucken will, wenn e die ,E kenn nis de
konk e en geschich lichen O dnungen du ch Anwendung des Appa a-
es on Ideal ypen du ch üh 6 — denn seine Ideal ypen sind ja keine
ü die Wi klichkei ypischen Wi scha s ypen, sonde n, wie gezeig ,
Kons uk i modelle6612.
Und schließlich wü dig es an ande e S elle Ri sehl als „das be-
sonde e Ve diens de E beswal e de his o ischen Schule, daß ihnen
39 Die G undlagen de Na ionalökonomie. Jena 1940. 5. e änd. Au lage
Godesbe g 1947.
40 „Synopsis", S. 584.
41 Vgl. besonde s: Theo e ische Volkswi scha sleh e. 1. Bd., Tübingen 1947;
„Wandlungen im Objek und in den Me hoden de Volkswi scha sleh e",
Schmolle s Jah buch 67. Bd., 1943; „Die s uk u analy ische Theo ie de Wi -
scha so dnung". In: Die G undlagen de Wi scha so dnung, Tübingen 1954.
42 H. R i s c h 1, Wandlungen . . . a.a.O., S. 21.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
275] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 19
die einzig mögliche und agba e Syn hese on Geschich e und Theo ie
gelungen is , Wie ne Somba , indem e on de Wi scha ss u e zum
Wi scha ssys em o sch i , A hu Spie ho in seinen Bei ägen
zu Leh e om Wi scha ss il, o allem abe in seine klassischen
Syn hese his o ische und heo e ische Fo schung und Da s ellung in
seine Konjunk u heo ie4'43.
Audi Geo g Weippe ha in meh e en ie schü enden me hodolo-
gischen Un e suchungen sich un e ande em mi Spie ho s beson-
de em Anliegen beschä ig , dies auch im Zusammenhang mi eine
aus üh lichen Wü digung de Euckenschen „G undlagen"44. Weippe
bemüh sich, die Wi scba ss ilbe ach ung als ein legi imes, nämlich
das spezi isch heo e ische Teilanliegen de Sys embe ach ung im
Sinne Somba s he auszua bei en. Übe die on Bech el46 und Mülle -
A mack4'6 im Anschluß an Max Webe ge ö de e S ile assung hinaus
wolle Spie ho s geschieh liche Theo ie sich de Wi scha ss ile au
de G undlage jene S il künde ü die wi scha s heo e-
ische Fo schung bedienen. „Die Wi scha ss ile e scheinen hie
also als ,G undlage6 ode ,Rahmen6 de olkswi scha lichen Theo ie".
Dami schöp e Spie ho eine wei e e Möglichkei sys ema isch aus,
die in Somlba s Ges al idee des Wi scha ssys ems angeleg sei. Im
Blick au Euckens K i ik häl Weippe die „Modelle kenn nisse" im
Be eich de a ionalen Theo ie ü no wendig, abe „jene on Eucken
so e ns e s eb e Übe windung de ,An inomie6 on Theo ie und Ge-
schich e is allein un e Einsa z de Wi scha ss ilbe ach ung übe -
haup möglich"47. Euckens heo e ische Posi ion wi d als „ein Rück-
all hin e Somba s e s ehende Na ionalökonomie und Spie ho s . ..
geschich liche Theo ie666 gewe e : „Spie ho s bleibendes Ve diens
is es, die unse e Zei au gegebene Syn hese aus heo e ische und
his o ische Be ach ung wie kaum eine , o allem in seine p ak-
ischen, also nich nu in seine me hodologischen A bei o ange ie-
ben zu haben6648. Und: „Im Wi scha ss ilbeg i ha sich das Be-
mühen meh als eines Jah hunde s de wissenscha lichen Bewäl i-
gung de Wi scha ein bleibendes gedankliches Hil smi el e a bei-
e .66 Eucken übe sah, daß sein Anliegen, Wi scha so dnungen zu e -
assen, eine g undsä zlich ande e, mi ande en Me hoden zu leis ende
43 Ebenda, S. 7.
44 Wal e Euckens G undlagen de Na ionalökonomie. Z. £. d. ges. S aa s-
wissensch., 102. Bd., 1941, H. 1 u. 2. — „Zum Beg i des Wi scha ss ils",
Schmolle s Jah b., 76. Bd., 1943. — „Ins umen ale und kul u heo e ische Be-
ach ung de Wi scha ", Jah b. . Soz.Wiss., 1. Bd., 1950. — We ne Som-
ba s Ges al idee des Wi scha ssys ems, Gö ingen 1953.
45 Hein ich Bech el, Wi scha ss il des Spä mi elal e s. München 1930.
46 A. Mülle -A mack, Genealogie de Wi scha ss ile. S u ga 1941.
47 „Zum Beg i des Wi scha ss ils", a.a.O., S. 87.
48 Ebenda S. 88.
2*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
20 Gus a Clausing [276
Au gabe wa als das de Wi scha ss ile49. Seine K i ik g ei also an
de en Zielse zung o bei. Ihm geling es wohl, e was übe die „Fo m64,
nich abe den „Inhal ", „die Eigena und die Geschich lichkei ' de
einzelnen Wi scha sepochen und Wi scha sges al ungen" auszu-
machen. Die Au gabe de Wi scha ss ile „kann du ch die A bei s-
weise Euckens wede e d äng noch je e se z we den"50.
Wie schon ühe un e s eich Weippe in seine Sch i übe
Somba s Ges al idee des Wi scha ssys ems51, daß „mi els des Be-
g i s des Wi scha ss ils übe die Wesensmöglichkei en de Kul u -
wi klichkei Wi scha als solche " nich s auszumachen sei; es können
nich alle „G undbes and eile des Wi scha slebens" du ch ihn
e aß we den52. Hie liegen eigene Au gaben o , die indes die oben
e ö e en Funk ionen de Wi scha ss ilbe ach ung nich übe lüssig
machen, und de en Be onung nich Anlaß gib , die Beu eilung diese
Funk ionen du ch Weippe zu wide u en53.
Was die öllig neue „Rich ung" be i , in de sich Eucken nach
dem Au geben alle bishe igen Bemühungen um jene „g oße An i-
nomie" o a bei en will, so ag Hein ich on S ackelbe g54: „Abe
is sie wi klich so seh wei on de Idee de Wi scha ssys eme (Som-
ba ) und de Wi scha ss ile (Spie ho ) e schieden, wie es Euckens
Da legungen zu behaup en scheinen?" Zwa bilden Euckens Elemen-
a o men im Un e schied e wa zu Spie ho s „Me kmalen" ein mo -
phologisches Sys em; abe sie seien un e einem ähnlichen Ziel ge-
bilde und s immen auch inhal lich eilweise übe ein. Von S ackelbe g
häl zwa das „mo phologische Sys em" ü übe legen, abe es sei
„eben ein Fo sch i , keine öllige Neubildung. Leh geschich lich ge-
sehen is Eucken de Fo bildne , im Ansa z ielleich soga de Voll-
ende de Leh e on den Wi scha ss u en und Wi scha ss ilen".
Ohne wesen liche Un e schiede e wischen zu wollen, da in
solchen S ellungnahmen ein ho nungs olles Zeichen da ü gesehen
we den, daß übe dem T ennenden de Sinn ü das Gemeinsame
wächs . In diese Rich ung weis auch jene schon55 he angezogene Ab-
handlung on F ede ic C. Lane übe „Some Hei s o Gus a on
Schmolle " hin, de en Ti el schon au das E kennen eine g oßen
Linie hinweis 56.
49 G. Weippe , Wal e Euckens G undlagen... a.a.O., S. 43.
50 a.a.O., S. 55.
51 a.a.O., S. 61.
62 Vgl. dazu oben S. 7, Anm. 16.
63 Dies gegenübe H. Raupach, Bau o m und Raumo dnung als konk e e
Wi scha ss il. Fes gabe ü Geo g Jahn zu Vollendung seines 70. Lebensjah es
am 28. Feb ua 1955. He ausg. on Ka l Muhs. Be lin 1955.
64 Hein ich on S ackelbe g, Die G undlagen de Na ionalökonomie.
Wel w. A chi , 51. Bd., 1940.
55 Oben S. 4 Anm. 6.
56 Ein bezeichnende Sa z sei he ausgeg i en: „Al hough Spie ho and Eucken
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01

277] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 21
Auch Hans Moelle 57 komm zu dem E gebnis, daß bei genügende
Wü digung de un e schiedlichen Au gabens ellung manche Gemein-
samkei en bes ehen und daß beide Fo schungs ich ungen einande e -
gänzen und „bei gegensei ige Ane kennung ih e Besonde hei en
uch b ingend zusammena bei en" können.
2.
Fas hunde Jah e sind sei dem e s en E scheinen eines
Buches übe die Konjunk u schwankungen e gangen, dem Spie ho s
Wechsellagen o schung s a ke Impulse e dank : Jugla s „C ises com-
me ciales"58. Jugla wi d on Spie ho als „de An ang des neuen
Fo sche geschlech s" bezeichne . Die äl e en „K isen heo e ike "
ha en gewöhnlich Teile scheinungen, besonde s die Ube e zeugung de
S ockung un e such , noch dazu meis ohne eine adäqua e Ta sachen-
g undlage. Wenn Jugla auch noch wenig de o be u enen Fo de ung
Böhm-Bawe ks en sp ich , wonach eine Konjunk u heo ie „imme
das le z e ode o le z e Kapi el eines gesch iebenen ode ungesch ie-
benen sozialwi scha lichen Sys ems, die ei e F uch de E kenn nis
säm liche sozialwi scha lichen Vo gänge und ih es Wechsel wi ken-
den Zusammenhanges" sein soll e, so knüp sich doch an ihn die
En deckung des Wedisellagenk eislau s Au schwung, K ise, S ockung.
E enn e le z e e on de K ise und sah den Au schwung als „ih e
einzige U sache" an.
Jugla ha mi els S a is ik und Geschich s o schung wesen liches
zu a sächlichen E o schung de Konjunk u en beige agen. Ein
Menschenal e spä e e s wu de das au bes imm e F agen zuge-
schni ene Sammeln on Ta sachen, de en sys ema ische Analyse sowie
die Kausal o schung — angesich s de e wickel en Zusammenhänge
nu a bei s eilig lösba e Au gaben — on eine G uppe on Fo sche n
in Ang i genommen, die nach eine Fo mulie ung Spie ho s „au
G und so g äl ige Fes s ellung und Ze gliede ung des Vo ganges aus
dessen Inne n he aus dessen U sachen au zuweisen such ". Ve e e
diese „o ganischen" Konjunk u heo ie sind z. B. Michael on Tugan-
Ba anowsky, Albe A alion, Joseph Schumpe e . Zu diese G uppe
echne auch Spie ho . Seine Konjunk u heo ie, in ih en G undzügen
a e opposi es in hei ela ion o he His o ical School and o he ocabula y i has
de eloped, hey seem o me o ha e many mo e common a i udes owa ds
economics han Menge and Schmolle ."
57
„Wi scha so dnung, Wi scha ssys em und Wi scha ss il. Ein Ve gleich
de Au assungen on W. E u c k e n , W. S o m b a und A. Spie ho ."
Schmolle s Jah buch, 64. Bd., 1940.
58 Clemen Jugla , Des c ises comme ciales e de leu e ou pé iodique en
F ance, en Angle e e e aux E a s-Unis, Pa is 1860, 2. Au l. 1889.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
22 Gus a Clausing [278
e s malig 1901 in de S aa swissenscha lichen Ve einigung zu Be lin59
sowie 1903 anläßlich de Hambu ge K isendeba e des „Ve eins
ü Sozialpoli ik" o ge agen und schon hie ein g oßes Maß on
his o isch-s a is ische Vo a bei ebenso wie die oben e ö e e me ho-
dische Zielsiche hei bekundend, zeig manche e wand en Züge mi
den auch 1901 — in deu sche Sp ache — e ö en lich en und 1903
du ch Spie ho aus üh lich gewü dig en „S udien66 Tugan-Ba a-
nowskys60, 61. Habe le 62 und ande e63 sehen in le z e em wohl mi
Rech einen „Vo läu e 66 Spie ho s; dies besonde s in me hodische
Hinsich , wäh end die sachlichen Un e schiede doch bedeu end sind.
Spie ho ühm Tugan als einen „ einen Theo e ike 66, de es e -
s eh , seine Theo ie „du ch ealis ische Beobach ungen zu undamen-
ie en66, ande e sei s abe auch „das empi ische Ta sachenma e ial
heo e isch meis e und uk i izie 66. So sei das Buch on Tugan
„die e s e wissenscha liche K isenmonog aphie6661. In de Hambu ge
K isendeba e des Ve eins ü Sozialpoli ik 1903 ha Spie ho sein
Ve häl nis zu Tugan-Ba anowsky eingehende auseinande gese z . E
zeig , daß es sich bei ihm „um wesen lich ande e Ausgangspunk e,
um eine ande e und seh iel wei e gehende Analyse und auch um
ande e Beg ündungen handel als bei Tugan66. Wegen seine Bedeu ung
ü Spie ho s Konjunk u bild sei noch die olgende Fes s ellung hin-
zuge üg : „Ich bin au die p inzipielle Bedeu ung des ep oduk i en
Konsums ge adezu hinges oßen, als ich 1897 bei meinen geschich lichen
S udien übe die deu schen Wi scha sk isen gelegen lich eine Un e -
suchung de Pe iode 1839—1848 sah, daß eine ausgesp ochene Hausse
möglich is bei ausgesp ochenem Rückgang des unmi elba en Ve -
b auchs, und daß allein schon de s eigende ep oduk i e Konsum als
Hausseinhal genüg . Ich b auch e also' nich e s 1901 du ch die Übe -
se zung des Tuganschen Buches au geklä zu we den.66 (a.a.O.
S. 222 .)
Im Un e schied zu ande en Fo sche n, die ein einmal on ihnen
behandel es Gebie au lange Zei ode ü imme allen lassen, ha
Spie ho mi de ü ihn so kennzeichnenden Beha lichkei das
Wechsellagenp oblem — neben ande en Au gaben — es gehal en
und wei e e olg . Noch de En schluß zu de le z en oben schon
genann en Ve ö en lichung des 82jäh igen übe „Die wi scha lichen
69 „Vo beme kungen zu eine Theo ie de Übe p oduk ion", Schmolle s Jah -
buch 1902.
60 S udien zu Theo ie und Geschich e de Handelsk isen in England, 1894.
deu sch Jena 1901.
61 Die K isen heo ien on M. . Tugan-Ba anowsky und L. Pohle,
Schmolle s Jah buch 1903.
62 P ospe i ä und Dep ession, Be n 1948, S. 76.
63 Zum Beispiel Al in M. Hansen, Business Cycles and Na ional Income,
New Yo k 1941, S. 292 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
279] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 23
Wechsellagen" und besonde s die Vo beme kungen zu beiden Bänden
des We kes zeigen die gleiche lebendige — sachliche wie me ho-
dische — An eilnahme wie schon die g oße Zahl de ühen A -
bei en. Wi können die Ve ö en lichungen zum Konjunk u p oblem
hie nich alle nennen und müssen uns — abgesehen on den schon
e wähn en — au die wesen lichs en besch änken: 1905 die „Bei äge
zu Analyse und Theo ie de allgemeinen Wi scha sk isen64 — ein
Teild uck de Dok o disse a ion, dem eine au schluß eiche Übe sich
übe die nich mi e ö en lich en Teile beiged uck is . Im gleichen
Jah jene schon genann e Un e suchung übe die „Quan i ä s heo ie,
insbesonde e in ih e Ve we ba kei als Hausse heo ie", die dem
mone ä en Aspek des Konjunk u p oblems gewidme is ; ebenso
wie d ei g oße Abhandlungen on 1909 übe den Kapi al- und Geld-
ma k 64 — eine bahnb echende Leis ung au diesem Gebie '65. Nach-
dem 1918 zwei Au sä ze übe „Die K isena en I" und „Die K edi -
k ise"66 e schienen wa en, „ enn e" sich Spie ho sozusagen on
eine e s en, als P o iso ium, als e s e Vo schau gedach en und on
ihm selbs als „Vo leis ung"67 beizeichne en Gesam da s ellung de
„wi scha lichen Wechsellagen" in dem be ühm gewo denen A ikel
„K isen", de im Jah e 1923 in de e s en Lie e ung des 6. Bandes
des Handwö e buchs de S aa swissenscha en (4. Au l.) he auskam68.
Sie wu de in dem schon genann en zweibändigen We k „Die wi -
scha lichen Wechsellagen Au schwung, K ise, S ockung" 1953 mi ge-
wissen Hinzu ügungen wiede abged uck und e gänz du ch die „Lan-
gen s a is ischen Reihen übe die Me kmale de wi scha lichen
Wechsellagen" — den Zahlen ohs o , de , on Spie ho nach seinen
Bedü nissen zusammenge agen, eines de Fundamen e seine Leh e
bilde . Genann we den muß schließlich noch de A ikel „O e -
p oduc ion", de in de „Encyclopaedia o Social Sciences" (New
Yo k 1933, Bd. 11) e schien und einen s a en und wei e üh enden
Bei ag zu eine Haup age da s ell .
04 Kapi al, Geld und Gü e wel in ih em Ve häl nis zueinande . Schmolle s Jah -
buch 1909: I. Die äuße e O dnung des Kapi al- und Geldma k es. Bd. 33,2; II. Das
Ve häl nis on Kapi al, Geld und Gü e wel , Bd. 33, 3; III. De Kapi almangel in
seinem Ve häl nis zu Gü e wel , Bd. 33, 4.
65 Auch die an Pe spek i en eiche dogmenk i ische S udie übe „Die Leh e
om Kapi al" (In: Die En wicklung de deu schen Volkswi scha sleh e im
19. Jah hunde , 1. Teil, Leipzig 1908), die beiläu ig eine in e essan e Wei e en -
wicklung de Lohn onds heo ie en häl , s eh un e ande em im Diens e de Wech-
sellagen o schung. Sie zeig wiede um, wie die Konjunk u p oblema ik nich
„isolie ", sonde n au dem Hin e g und gesam wi scha liche Schau behandel
wi d.
66 Schmolle s Jah budi Bd. 42, H. 1 und 2.
67 Die wi scha lichen Wechsellagen, 2. Bd., a.a.O., S. 8.
68 Übe se zungen: Ins Japanische, K o b e 1936. Ins Englische, In e na ional
Economic Pape s No. 3, London-New Yo k. 1953.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
24 Gus a Clausing [280
Im Einklang mi dem Ve ah en anschaulich-geschich liche Theo ie
is die Gesam da s ellung de Wechsellagen 'bei Spie ho angeleg .
Eine e s en beg i lichen Klä ung und Fes s ellung de G und-
e scheinungen Au schwung, K ise und S ockung schließ sich eine
genaue Analyse ih e a eigenen E scheinungen und de en Ve hal en
im Wechsellagenk eislau an, insbesonde e de Me kmale de Kapi al-
in es i ion, des mi elba en und unmi elba en Gü e e b auchs, de
Gü e e zeugung, de P eisbewegung. De Niede schlag dieses Ta -
sachenbildes is de „Mus e k eislau " de Wechsellagen, de „die ü
die einzelnen S u en en scheidenden E scheinungen" angib — eine
„leh mäßige Übe sich ", bei de es „na ü lich ohne Ve allgemeine n
und Gleichmachen nich abgeh ". Die g oße Viel äl igkei im Ablau
de geschich lichen Wechsellagen wi d s a k be on . Neben den d ei
Wechsellagen e gib sich de en Gliede ung in ün Wechsels u en:
Niede gang, e s e und zwei e Ans ieg, Hochschwung und Kapi al-
mangel. Aus dem S udium eine meh als hunde jäh igen En wicklung
gewonnen soll diese Mus e k eislau das Typische und die Wesens-
eigen ümlichkei en in nuce wiede geben.
Wie Schumpe e be on ha 69, e kann e Spie ho — abgesehen
on Ma x — als e s e , daß es sich bei den Konjunk u en nich nu
um unwesen liche Beglei e scheinungen de kapi alis ischen En wick-
lung handel , sonde n daß sie „die En wicklungs o men de hoch-
kapi alis ischen Wi scha (sind), un e de en gegensä zlichen An-
ieben die En al ung des Hochkapi alismus sich ollzieh "70. De
Mus e k eislau , de kein Modell is , soll die beg i liche Ve kö pe ung
des Bemühens sein, diese Bewegungs o men eal ypisch zu e assen71.
Spie ho beobach e e als eine de e s en72, daß de K eislau
de Wechsellagen „selbs Glied eines noch g öße en Rhy hmus is "73,
daß die ganze, on ihm un e such e Epoche on 1822 bis 1913 be-
he sch is on diesem „g oßen Rhy hmus", de jeweils meh e e
Jah zehn e umspann . Spie ho sp ach, on Wechselspannen —
Au schwungspannen bei einem Vo wiegen de Au schwungsjäh e,
S ockungsspannen beim Vo he schen de S ockungsjah e. Eine sys e-
69 His o y ..., a.a.O., S. 1127.
70 A hu Spie ho , Wechsellagen, a.a.O., S. 17.
71 Von Spie ho s Mus e k eislau sag A hu Schwei ze : „The
concep ion o a ypical cycle which ep esen s all his o ically known cycles
is o g ea alue. I has been gene ally accep ed o such an ex en oday ha ew
people know o i s sou ce; bu he was de ini ely he i s one who used he ypical
cycle o a clea desc ip ion o he essen ial ac s in a cycle o so ema kable and
unsu passed a deg ee." („S pie ho 's Theo y o he Business Cycle". Uni-
e si y o Wyoming Publica ions Bd. VIII, 1941).
72 J. Schumpe e , His o y ..., a.a.O., S. 1127.
73 Vgl. Wechsellagen a.a.O., S. 83. Vgl. auch A hu Spie ho , Mode ne
Konjunk u o schung. Jah esbe ich de Gesellscha de F eunde und Fö de e
de Uni e si ä Bonn. 1924.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
287] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 31
ens abe ha Spie ho es sich, wie gezeig , nidi zu Au gabe ge-
mach , dieses P oblem im Rahmen eine i gendwie gea e en einen
Theo ie und eines en sp echenden — geschlossenen ode o enen —
Sys ems zu lösen. Im ganzen handel es sich bei den wi scha lichen
Wechsellagen um e wickel e Zusammenhänge, die „eine uch ba en
Behandlung mi dem Ve ah en eine Theo ie nich zugänglich sind",
und „die o handenen einen Wiechsellagenleh en ußen zum g öß en
Teil au »nich zu e ende Beobach ung«". Es s imm on hie aus
nachdenklich, wenn z. B. Habe le in de Einlei ung seines ö e zi-
ie en Buches als „nächs en Sch i seine Un e suchung", die nu
als Teil eines g öße en Ganzen au ge aß we den dü e, die „quan i-
a i e Ve i ika ion de 1 e schiedenen Hypo hesen übe die möglichen
U sachen de wi scha lichen Fluk ua ion" in Aussich s ell und be-
on , e gebe keine öllig neue Theo ie, nu eine Syn hese und Fo -
en wicklung bes ehende Theo ien. Was gebo en we de, sei „ein . . .
o enes Sys em: Es kommen iele Punk e o , ü die man keine be-
s imm e Lösung o schlagen, jedoch das Bes ehen eine Anzahl on
Möglichkei en e wähnen kann. Die Wahl zwischen diesen Möglich-
kei en läß sich nu au G und empi ische Un e suchungen e en."
Habe le e olg hie den on Spie ho s s a k e schiedenen Weg
de nach äglichen Ve i ika ion, au dem auch de bishe um assends e
Ve such diese A on Schumpe e 100 lieg .
In Spie ho s Wechsellagenwe k wi d de „mode ne Fo sche e -
geblich ausschauen nach einem igo os » einen« Modell des Zyklus
ode nach E ek en des »de ici spending« ode nach den ihm e -
au en We kzeugen wie Mul iplika o , Akzele a ionsp inzip, Li-
quidi ä s o liebe und G enzhang zu Konsum und In es i ion. Ih e
Elemen e abe ebenso wie die des Keynes'schen und nach-Keynes'-
schen Denkens inden sich in Spie ho s Sch i en . . ."101. Diese wü de
iele de heu igen „Oszilla ionsmodelle", wie sie z. B. den Ablau
de Wechsellagen un e Eliminie ung de psychischen Komponen e
du ch Kombina ion on Mul iplika o - und Akzele a ionsp inzip als
ein mechanischen P ozeß e klä en sollen, als unbe iedigenden, de
Reali ä e nen Denkspo bezeichnen. Man da wohl Salin zu-
s immen, de die Beschä igung mi anschaulich-geschich liche Theo ie
insbesonde e de Wechsellagen, ü „ ielleich geeigne (häl ), o
manchem, im Augenblick belieb en a ional- heo e ischen I weg zu
wa nen"102. Und zu zwei en deu schen Au lage on Habe le s
„P ospe i ä und Dep ession" (1955) mein Salin: „Auch Habe le
100 „Business Cycles", a.a.O.
101 H. Os e ie h-Nicol, Besp echung on A. Spie ho , Die wi -
scha lichen Wedisellagen. Wel w. A chi , Bd. 78, 1957, S. 21*. (Ve . eine Diss,
übe „A hu Spie ho s Con ibu ion o Business Cycle Theo y".)
102 „S and und Au gaben de Konjunk u o schung", a.a.O., S. 6.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01

32 Gus a Glausing [288
is zu de Fes s ellung genö ig , daß zumindes bishe keines de ein-
a ionalen und zumal de ma hema ischen Modelle als adäqua e
Theo ie des Konjunk u zyklus angesehen we den kann. Und, ande e -
sei s en hal en doch manche diese jüngs en Theo ien neue P obleme,
neue F ages ellungen, an denen auch die anschauliche Theo ie nich
o übe gehen kann, so e n sie sich nich au die wi scha lichen
Wechsellagen des Hochkapi alismus besch änk , sonde n ih en ande en
Ve lau , ih e Abschwächung und ih zei weiliges ode daue ndes Aus-
bleiben bei e ände e Gesellscha so dnung und bei einem s ä ke en
He o e en eines in e en ionis ischen Wi scha ss ils zu e klä en
un e nimm ."
Be o wi die Wü digung de g oßen Bei äge Spie ho s zu
Theo ie und insbesonde e auch zu Konjunk u heo ie abschließen,
sei noch ku z angeme k , daß on ihnen auch s a ke Ein lüsse au die
neue e Theo ie de allgemeinen Wi scha spoli ik ausgegangen
sind103. Zu F agen de p ak ischen Wi scha spoli ik liegen eine An-
zahl kleine e Ve ö en lichungen o , wie z. B. zum Thema eines
deu sch-ös e eichischen Zoll e bandes (1916) ode zu F agen de
Sozialisie ung (1919). Zu nennen is schließlich eine Skizze übe
„K edi poli ik"104, die neben de E ö e ung g undsä zliche P obleme
auch zei nahe F agen behandel .
3.
Ein Übe blick übe A hu Spie ho s wissenscha liches Lebens-
we k wä e un olls ändig, wü de nich au dessen auße o den liche
he ausgebe ische Leis ung hingewiesen. Wei hin sich ba wa seine
Tä igkei als He ausgebe on Schmolle s Jah buch, dessen
Sch i lei e e schon on 1899 bis 1908 gewesen wa , und das e sei
1918 mi He mann Schumache , on 1924 an allein he ausgab. E ha
wah gemach , was e 1924 in einigen einlei enden Wo en „an die
Jah buchlese " sch ieb: Das Jah buch solle „in de Zukun ebenso-
wenig im Diens e eine bes imm en wissenscha lichen ode poli ischen
Rich ung s ehen, wie das in de Ve gangenhei de Fall gewesen is .
Schmolle s Jah buch soll ein Kamp pla z de Geis e sein".
Fü die on ihm he ausgegebene Ab eilung S aa swissenscha de
„Enzyklopädie de Rech s- und S aa swissen-
scha " gelang es ihm, Fo sche on Rang mi bedeu enden Bei-
ägen zu gewinnen, wie Habe le , Salin, Somba , Wieden eld, on
Zwiedineck^Südenho s und ande e.
103 ygL dazu meine Abhandlung übe „Wi scha ss il, Wi scha so dnung und
Genossenscha swesen44, Zei sch . . d. ges. Genossenscha swesen, Bd. 7, 1957.
104 Die K edi wi scha . Leipzig 1927.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
289] A hu Spie ho s wissenscha liches Lebenswe k 33
Die Sch i en eihe des Ve eins ü Sozialpoli ik dank ihm die
He ausgabe des Bandes 183 „P obleme de We leh e"
(1931 mi Ludwig on Mises) und die g oße Un e suchung on
Wilhelm Gehlho übe „D ie allgemeine P eisbewe-
gung 1890 bis 1913" (München 1928), on de J. Schumpe e in
de „His o y" (S.804) sag , sie e hebe sich wei übe das allgemeine
Ni eau de „Sch i en", die sich sons nich imme um „analy ic
e inemen " kümme n.
Un e den g oßen „Sammlungen", an denen Spie ho als He -
ausgebe ode Mi he ausgebe be eilig wa , e dienen he o gehoben
zu we den die mi Joseph Schumpe e und He be on Becke a h
he ausgegebenen Bonne S aa swissenscha lichen
Un e suchungen, in denen un e ande em einige de as
20 on Spie ho ange eg en und nach seinen me hodischen Gesich s-
punk en plan oll du chge üh en boden- und wohnungswi scha 4
liehen A bei en e schienen sind ebenso wie — als k önende Abschluß
diese A bei en — Spie ho s schon meh ach e wähn es Buch übe
„Boden und Wohnung in de eien Ma k wi scha ". Die ande e
Sammlung, de lange Jah e hindu ch Spie ho s besonde e Liebe und
ein g oße Teil seine A bei sk a gal , wa en die „Bei äge
zu E o schung de wi scha lichen Wechsel-
lagen Au schwung, K ise, S ockun g"105. Auch hie
inde Spie ho s besonde e A bei sweise ih en Niede schlag und iel-
äl ige Bewäh ung.
Zu nennen is wei e hin die nach dem zwei en Wel k iege on
Edga Salin und A hu Spie ho beg ünde e g oße Sammlung de
„H and- und Leh büche aus dem» Gebie de So-
zialwissenscha e n", die schon eine g öße e Zahl bedeu -
same We ke au weis und zu de en Kennzeichnung Salin sag e:
„. . . die He ausgebe sind o en ü alle Leis ungen de mode nen
Theo ie, ü ih en neolibe alen wie ih en Keynes'schen Zweig; abe
sie lehnen die do belieb e Abwe ung de his o ischen Schule wie
des Ma xismus ab, sie bekennen sich zu T adi ion on Schmolle und
Somba , on Max und Al ed Webe und de ös e eichischen Schule,
und sie sind gewill , alle wi klichen Leis ungen, gleich iel on welche
Sei e sie kommen, in gleiche Weise in ih e Sammlung au zu-
nehmen . . ."
Schließlich muß de beiden Fes gaben gedach we den, die
Spie ho im Rahmen on Schmolle s Jah buch aus Anlaß des 70. Ge-
105 Je z o ge üh du ch eine on E. M. Kamp- Bonn he ausgegebene 1957
begonnene Sammlung „Bei äge zu E o schung de wi scha lichen En wicklung",
in de en He 1 „Gleichgewich und Konjunk u heo ie" (S u ga 1957) Klaus
E ich R o h d e die oben be üh en F agen nach de Leis ungs ähigkei eine und
anschauliche Theo ie on neuem und im Sinne eine Annähe ung de F on en be-
handel .
Schmolle s Jah buch 78, 3 3
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01
34 Gus a Clausing [290
bu s ages on We ne Somba 1933 und de Wiede keh des
100. Gebu s ages on Gus a on Schmolle 1938 e -
ans al e e, und die beide ein eind ucks olles Bekenn nis zu undogma-
ische und „geschich liche " Anschauungsweise da s ellen.
Mi de zusammen mi E ich Schneide du chge üh en He aus-
gabe on d ei Bänden -de eilweise schwe zugänglich gewo denen
Au sä ze on Joseph Schumpe e ha Spie ho sich
den Dank insbesonde e de deu schsp achigen Wissenscha e wo ben.
Diese Gedenkblä e woll en Eines besonde s deu lich we den
lassen: Wie de Mann, dem sie gewidme sind, eine A on Mi le -
s ellung einnahm zwischen den heo e ischen F on en unse e Zei .
Seine So ge wa , wie e es in de Fes gabe ü We ne Somba im
Blick au dessen Leis ungen und G enzen selbs ausd ück : „Die Ein-
s ellung zu he schenden heo e ischen A bei . Wiede um d ohen
zwei mäch ige Geis ess öme zusammenhanglos und eindlich neben-
einande zu ließen106,66 Dem müsse nich so sein. Spie ho wa be-
he sch on de Übe zeugung, die Wi scha swissenscha dü e
wede in un uch ba e Spekula ion abglei en, noch in bloßem Ta -
sachens o e s icken. E ah ung, Lebensnähe, Wi klichkei wa en
seine Lieblingsbeg i e; abe sie e hiel en ih en eigen lichen Sinn ü
ihn e s im Blick au die heo e ische Du chd ingung. Wi e such en
zu zeigen, wie dies Anliegen — in Anknüp ung an bewäh e T a-
di ion — au neuen und e olg eichen Wegen e olg wu de. Nu ein
kleine Teil on We k und Wi kung des Fo sche s Spie ho konn e
hie sich ba gemach , ieles übe haup nu be üh we den. Und
uns lag wenige da an, die e gänglichen Sei en ode Lücken, wie sie
als dankba e und an egende Objek e wissenscha liche Kä ne -
a bei jede g oßen Leis ung anha en, au zuspü en, als das in die
Zukun Weisende he auszuheben. Kein Zwei el, daß dieses We k
wei e wi ken wi d und de Name seines Schöp e s aus de Geschich e
unse e Wissenscha nich meh wegzudenken is .
106 a.a.O., S. 84.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.78.3.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:26:01