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Antrieb, Anreiz, Anerkennung: Was Schülerinnen und Schüler zu Leistung anstachelt

Author: Radl, Jonas
Publisher: Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Year: 2024
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/327931/1/f-26462_repo.pdf
Radl, Jonas
A icle
An ieb, An eiz, Ane kennung: Was Schüle innen und
Schüle zu Leis ung ans achel
WZB-Mi eilungen: Qua alshe ü Sozial o schung
P o ided in Coope a ion wi h:
WZB Be lin Social Science Cen e
Sugges ed Ci a ion: Radl, Jonas (2024) : An ieb, An eiz, Ane kennung: Was Schüle innen und Schüle
zu Leis ung ans achel , WZB-Mi eilungen: Qua alshe ü Sozial o schung, ISSN 2943-6613,
Wissenscha szen um Be lin ü Sozial o schung (WZB), Be lin, Iss. 185 (3/24), pp. 10-12,
h ps://biblio hek.wzb.eu/a ikel/2024/ -26462.pd
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/327931
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An ieb, An eiz,
Ane kennung
Was Schüle innen und Schüle zu Leis ung
ans achel
Mädchen b ingen in de Schule besse e Leis ungen als Jungen und
haben besse e No en. Wie is diese ha näckige Un e schied zu e klä-
en? Eine Labo s udie in Spanien und Deu schland e gleich e schie-
dene An eize, die Mo i a ion on Schulkinde n zu e höhen.
Jonas Radl
Nach wie o exis ie ein geschlech sspe-
zi ische Un e schied bei Schulleis un-
gen: Jungen e hal en in den meis en
en wickel en Lände n im Du chschni schlech-
e e No en als Mädchen. In Deu schland ma-
chen nu e wa 29 P ozen de Jungen Abi u ,
im Gegensa z zu 38 P ozen de Mädchen (diese
Zahlen nenn die Bundeszen ale ü poli ische
Bildung ü das Jah 2021). G ünde ü diese
Un e schiede we den o allem im Ve hal en
gesuch . Jungen passen demnach im Un e ich
wenige au ode s ö en soga , sie machen sel-
ene ih e Hausau gaben. Mädchen gel en hin-
gegen als leißig und angepass , abe auch als
zu ückhal end, wenn es um Konku enz geh .
Ein zen ale Fak o ü den Bildungse olg on
Schüle innen und Schüle n is die Be ei scha ,
sich anzus engen. Ans engung ö de das
Le nen und die Leis ung. Wie kann man Jungen
besse ü die Schule mo i ie en und Mädchen
ü den We bewe b wappnen? Pädagog*innen
und El e n bie en Kinde n o Belohnungen an,
um sie dazu zu b ingen, sich meh anzus en-
gen: kleine Geschenke ü eine besonde s gu e
Leis ung ode eine symbolische Ane kennung
ü e ledig e Au gaben, ange angen mi dem
bekann en Smiley-S icke im Schulhe . Häu ig
wi d dabei s illschweigend da on ausgegangen,
dass solche An eize ü Mädchen wie Jungen
gleiche maßen mo i ie end sind. Die Fo -
schung ha abe gezeig , dass es g undlegen-
dende geschlech sspezi ische Un e schiede in
P ä e enzen und Eins ellungen gib : Gil dies
auch ü die Wi kung on An eizen? Sys ema i-
sche Un e suchungen hie zu ehl en bislang.
Mi eine Labo s udie in Be lin und Mad id
woll en wi genau diese Lücke schließen. Wi
woll en wissen, wie sich das Ans engungs e -
hal en on Mädchen und Jungen in de ün en
Klasse un e scheide und welche Rolle e -
schiedene An eize dabei spielen. Aus ühe en
S udien lassen sich gemisch e Schlüsse ziehen.
Dabei kam es s a k da au an, anhand welche
Au gaben Ans engung gemessen wu de. Ging
es um Au gaben, bei denen adi ionell ehe
„Beim Rechnen wa en
Jungen engagie e , beim
Seilsp ingen Mädchen“
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Männe n S ä ken zugesch ieben we den, die
also zum Beispiel mi Rechnen zu un haben,
zeig en sich Vo eile ü Jungen, wäh end
Mädchen bei s e eo ypisch „weiblichen“ Au -
gaben wie e wa dem Seilsp ingen meh Enga-
gemen zeig en. Wi haben deshalb d ei e -
schiedene, möglichs geschlech sneu ale Au -
gaben e wende , die un e schiedliche A en
de kogni i en Ans engung e o de en. Zum
Einsa z kam zum Beispiel de sogenann e Si-
mon ask, bei dem eine Reihe on P eilen au
dem Bildschi m gezeig wi d und jeweils eine
on zwei Knöp en ged ück we den muss, je
nachdem, in welche Rich ung de P eil zeig .
Ta sächlich haben Jungen und Mädchen diese
Au gabe nach eigene Aussage als gleich
schwe emp unden und gleich s a k gemoch .
Die Au gaben wa en dezidie simpel, sodass
keine besonde en Fähigkei en ode Vo kenn -
nisse onnö en wa en.
Uns ging es da um, den Ein luss e schiedene
An eize zu e assen. In den Labo es s gab es
d ei Belohnungssys eme. Einmal soll en die
Kinde die Au gaben ohne Belohnung aus üh-
en, dami wi ih e in insische Mo i a ion e -
assen konn en. In einem zwei en Du chgang
wu den ü ich ige An wo en Punk e gu ge-
sch ieben, die am Ende in Spielzeug umge-
ausch we den konn en. Und schließlich gab es
einen Tu nie du chgang, in dem die Kinde ei-
ne Klasse auße um Punk e auch um die Eh e
we ei e en, als eine* de d ei Bes pla zie en
eine U kunde und einen Applaus zu e hal en.
Au diese A soll e die Reak ion im Ans en-
gungs e hal en au ma e ielle An eize und
S a usan eize gemessen we den.
Unse e E gebnisse zeigen, dass die Ans en-
gungsni eaus on Jungen und Mädchen bei
den geschlech sneu alen Au gaben keine sig-
ni ikan en Un e schiede au weisen, solange
keine ma e iellen An eize im Spiel sind. Sobald
konk e e Belohnungen in Aussich s ehen –
hie also Punk e, die in Spielzeuge e wandel-
ba sind –, s eig allgemein die Ans engung
me klich; Jungen alle dings s engen sich au
einmal deu lich s ä ke an als Mädchen. Jungen
we den also on ma e iellen An eizen beson-
de s mo i ie . Wi inden jedoch keine kla en
Belege ü die e b ei e e These, dass Jungen
ih e Ans engung s ä ke s eige n wü den als
Mädchen, wenn sie auße dem um einen S a us-
an eiz konku ie en. Zwa wächs de Ge-
schlech e un e schied scheinba e neu leich ,
abe nich in s a is isch signi ikan em Um ang.
Jonas Radl is Associa e P o esso ü Soziologie
an de Uni e sidad Ca los III de Mad id und Fo -
schungsp o esso E o and Social Inequali y am
WZB. Das in e disziplinä e P ojek e o sch
sozial e Un e schiede im Ans engungs e hal en
zwischen Kinde n e schiedene soziale He -
kun . [email p o ec ed]
Um Zusch eibungen und S e eo ypen au die
Spu zu kommen, die mi de F age de un e -
schiedlichen Ans engung e bunden sind, be-
ag en wi neben den Labo e suchen auch
die Leh e innen und Leh e de be eilig en
Klassen. In e essan e weise zeig sich hie ge-
nau das umgekeh e Mus e : Die Leh k ä e
schä zen die Ans engungsbe ei scha de
Mädchen deu lich s ä ke ein als die de Jun-
gen. Is de Kon as zu den Labo be unden ein
Wide sp uch ode ein Zeichen on Ungleichbe-
handlung? Nich unbeding . Denn unse e Mes-
sung basie au simplen – und soga d ögen –
Au gaben, um die Ans engungsbe ei scha
unabhängig on den Fähigkei en messen zu
können. Die Einschä zungen de Leh k ä e
hingegen be uhen au e schiedenen Beobach-
ungen im Schulall ag. Mädchen sind bekann-
e weise disziplinie e und e hal en sich
endenziell egelkon o me als Jungen. Zudem
haben die Leh k ä e lang is ig das ganze
Schuljah im Blick, wäh end unse e Messung
insbesonde e in ensi e ku z is ige Ans en-
gung abbilde .
Wie können Schulen Le nleis ungen ö de n,
ohne dabei einzelne Kinde zu ückzulassen
ode die En wicklung on ande en zu e schwe-
en? Dies is eine de g öß en He aus o de un-
gen an die Bildungsp axis. Belohnungen sind
ein p oba es Mi el, um die Gesam leis ung ei-
ne Klasse ode Schule zu e höhen. Unse e Be-
unde zeigen, dass solche An eize insgesam
Ti el hema 11
wi ksam sind, um die Ans engung on Kin-
de n zu s eige n. Jedoch we den Jungen o en-
ba s ä ke on ma e iellen Belohnungen mo i-
ie als Mädchen – ande s als bei S a usan ei-
zen, die nich wesen lich zu eine höhe en
Ans engungsbe ei scha on Jungen bei-
agen.
En gegen de wei e b ei e en Au assung,
dass Mädchen wenige we bewe bso ien ie
seien als Jungen, sind Mädchen also du chaus
kompe i i , wenn sie sich im di ek en We be-
we b mi Jungen be inden. Klug gese z e An-
eize in de Fo m kleinsch i ige Belohnun-
gen ü schulische Au gaben ode du ch „Ga-
mi ica ion“ könn en alle dings dabei hel en,
die Sche e in den Schulleis ungen zwischen
Jungen und Mädchen zu schließen. Die un e -
schiedlichen Reak ionen on Mädchen und
Jungen au Belohnungssys eme soll en jeden-
alls on de Bildungss eue ung mi gedach
we den, wenn es um geeigne e Maßnahmen
geh , Geschlech e ungleichhei en in de Schule
zu minde n.
Li e a u
Apasca i ei, Paula/Radl, Jonas/Swa , Madeline: „Ma-
e ial Incen i es Mode a e Gende Di e ences in
Cogni i e E o among Child en“. In: Lea ning and
Indi idual Di e ences, 2024, Jg. 114, 102494.
DOI: 10.1016/j.lindi .2024.102494.
De Tex is gemäß de C ea i e-Commons-Lizenz CC BY 4.0 nachnu zba : h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
„Wie können Schulen
Le nleis ungen ö de n,
ohne dabei einzelne
Kinde zu ückzulassen?“
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