Winkle , Adalbe
A icle
E idenzbasie e Fo schung: Die I ele anz des
Manipula ions e dach s
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Winkle , Adalbe (2024) : E idenzbasie e Fo schung: Die I ele anz des
Manipula ions e dach s, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 6, pp.
403-406,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0106
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ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 403
Analysen E idenzbasie e Fo schungDOI: 10.2478/wd-2024-0106
JEL: B41, C18
Wi scha sdiens , 2024, 104(6), 403-406
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Wi scha ge ö de .
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on Weizsäcke ins Leben ge u enen Mak og uppe mo i ie .
P o . D . Adalbe Winkle is P o esso an de
F ank u School o Finance & Managemen .
Adalbe Winkle
E idenzbasie e Fo schung – die I ele anz des
Manipula ions e dach s
Aus Anlass des 80. Gebu s ags des Buchs „De Weg zu Knech scha “ on F. A. Hayek
haben Ve onika G imm, S e an Kole und Jens Weidmann au dessen Ke nbo scha en
au me ksam gemach . Dabei ela i ie en sie den Ideologie o wu , de dem Buch gemach
wi d, indem sie in F age o m e idenzbasie e Fo schung un e Manipula ions e dach s ellen
und als po enziell e s eck e no ma i e Aussagen we en. Diesem Rela i ie ungs e such wi d
in dem olgenden Bei ag wide sp ochen.
Klassike e dienen es, gewü dig zu we den. So is es nich
e wunde lich, dass die F ank u e Allgemeine Zei ung (FAZ)
dem 80. Gebu s ag on F ied ich on Hayeks „De Weg zu
Knech scha “ eine ganze Sei e ü einen Gas bei ag on
Ve onika G imm, S e an Kole und Jens Weidmann (G imm
e al., 2024) ein äum . Da in wi d das Buch als ü unse e Zei-
en besonde s ele an gekennzeichne , weil es die Vo züge
eine egelbasie en Wi scha spoli ik au zeig und o In e -
en ionismus wa n , de – so G imm e al. – auch heu e in
de Wi scha spoli ik um sich g ei . G imm e al. nennen als
ak uelle Beispiele ü In e en ionismus un e ande em die
geplan e Re o m de Schuldenb emse, die Ein üh ung des
„T ansmission P o ec ion Ins umen “ (TPI) du ch die Eu o-
päische Zen albank (EZB) sowie das Heizungsgese z.
Viele Ökonomen sehen das ande s und schenken dem
Buch und seinen wi scha spoli ischen Emp ehlungen
kaum Au me ksamkei .1 Dies lieg lau G imm e al. an
dem Ideologie o wu , dem Hayek und sein We k ausge-
se z sind. E esul ie da aus, dass Hayek ganz bewuss
seine A gumen e nich mi dem Ve weis au empi ische
E idenz, sonde n aus dem „no ma i en Anliegen“ ablei e ,
die „libe ale O dnung zu e eidigen“. Die „heu igen Öko-
nomen“ analysie en Wi scha spoli ik dagegen nich , in-
dem sie einen Blick in ein no ma i gep äg es Buch we en,
sonde n indem sie empi ische E idenz zu heo e ischen
Wi kungszusammenhängen auswe en. Eine Re o m de
1 In diesem Bei ag geh es p imä um die A gumen a ion, mi de
G imm e al. Hayek gegen den on ihnen selbs hema isie en Ideolo-
gie o wu e eidigen und nich um Hayeks We k an sich.
Schuldenb emse, das TPI, das Heizungsgese z sind dahe
nich schon deshalb abzulehnen, weil sie In e en ionismus
da s ellen – ielmeh beda es empi ische E idenz da ü ,
dass diese (ode e gleichba e) Ins umen e die ihnen aus
libe ale Pe spek i e zugesch iebenen nega i en Wi kun-
gen auch a sächlich en al en, also Wachs umsschwäche
und In la ion. Ökonomen nehmen gegenwä ig also an wi -
scha spoli ischen Deba en eil, indem sie zunächs die
F age „S imm das?“ s ellen, auch und ge ade ü no ma i
abgelei e e wi scha spoli ische Zusammenhänge.
E idenzbasie e Fo schung un e
Manipula ions e dach
Dem gegenübe Hayek gemach en Ideologie o wu könn-
e man also en gegen e en, indem man au empi ische
E idenz e weis , die die no ma i abgelei e en Posi ionen
Hayeks un e s ü zen. Doch da au e zich en G imm e
al. – s a dessen d ehen sie den Spieß um und we en de
e idenzbasie en Fo schung die Ve b ei ung ideologische
Posi ionen o , obwohl ode ge ade weil sie sich (schein-
ba ) um „Objek i i ä “ bemüh . Dies d ücken G imm e al. in
eine Reihe on F agen an die „heu igen Ökonomen“ aus.
Diese F agen sugge ie en, dass sich hin e dem Sammeln
on empi ische E idenz o ein Bemühen e bi g , die ei-
genen, in e en ionis ischen We o s ellungen zu p opa-
gie en. Wö lich heiß es: „Is E idenzbasie ung nich o ein
Weg, die eigenen We ungen geschick zu e s ecken? Is
man eh lich, wenn man nich o enleg , aus welche Mo i a-
ion he aus die eigene F ages ellung angegangen wu de? Is
man dem Bü ge ode S uden en gegenübe nich po enzi-
Wi scha sdiens 2024 | 6
404
Analysen E idenzbasie e Fo schung
ell manipula i , wenn man so u , als hä e de Zuschni de
S udie mi de eigenen Wel anschauung nich s zu un? Kann
es sein, ob bewuss ode unbewuss , dass man gelegen lich
au denjenigen Teil de empi ischen Da en mi de jenigen
Me hode blick , die besonde s iel e sp echend is , die ei-
gene Wel anschauung zu bes ä igen?“ (G imm e al., 2024).
Implika ionen des Manipula ions e dach s
De Manipula ions e dach gegen e idenzbasie e Fo -
schung ha zwei Implika ionen. E s ens ela i ie e den
Ideologie o wu , de gegen Hayeks ein no ma i en Ansa z
o geb ach wi d. Wenn e idenzbasie e Fo schung zumin-
des po enziell nich s ande es is als eine no ma i gelei e e
A gumen a ion, die mi Zahlen und s a is ischen Kenng ö-
ßen geschmück wi d, is de Ideologie o wu e heblich zu
ela i ie en. Es mag soga sein, dass eine als solche kla e -
kennba e ein no ma i e Analyse de un e Manipula ions-
e dach s ehenden e idenzbasie en Fo schung übe le-
gen is . Denn Hayek – so G imm e al. – kämp mi o enem
Visie ü seine Wel anschauung: Dem Lese is s e s kla ,
dass seine Analyse on We u eilen zuguns en de libe a-
len O dnung gep äg is , wäh end das Vo gehen de e i-
denzbasie en Fo schung on Hin e lis gep äg sein kann.
De Lese muss imme e s p ü en, ob die F age „S imm
das?“ on den en sp echenden Wissenscha le n nich in
de manipula i en Absich ges ell wi d, die eigene und dem
Lese e bo gen bleibende Ideologie zu p opagie en.
Zwei ens kann de Manipula ions e dach dazu genu z we -
den, die aus libe alen We u eilen abgelei e e Bewe ung
wi scha spoli ische Ins umen e gegen E gebnisse e i-
denzbasie e Fo schung zu immunisie en.2 Dies gil allge-
mein, also ü die g undsä zliche These, dass eine Abkeh
ode Au weichung on o dnungspoli isch kon o men Regeln
zuguns en in e en ionis ischen Ve hal ens die ökonomi-
sche En wicklung schwächen, weil dami Ma k eilnehme
nich meh in de Lage sind, „lang is ige E wa ungen du ch
An izipa ion des Ve hal ens on Konku en en und de sich
da aus e gebenden Dynamik de Ma k p ozesse mi ih e
‚spon anen O dnung‘ zu bilden“. Dies gil abe auch ü kon-
k e e wi scha spoli ische Ins umen e, die on G imm e
al. genann we den: Heizungsgese z, Re o m de Schulden-
b emse, TPI und Anleihenkäu e können G imm e al. zu olge
mi elba die Zukun s ähigkei de Demok a ie ge äh den,
weil sie In e en ionismus da s ellen und dami o dnungspo-
li ischen G undsä zen wide sp echen.
Am Beispiel des TPI de EZB läss sich e anschaulichen,
wie sich de Manipula ions e dach zu Immunisie ung de
un e s ell en Zusammenhänge nu zen ließe. Die o dnungs-
2 Dies gil nich nu ü aus libe alen We u eilen abgelei e e Bewe un-
gen, sonde n ü jeden pos ulie en heo e ischen Zusammenhang.
poli ische Bewe ung is eindeu ig: Es handel sich um
schädlichen In e en ionismus, weil es de EZB e möglich ,
jede zei au dem Kapi alma k einzug ei en, um die T ans-
mission ih es geldpoli ischen Impulses siche zus ellen.
S a dem Ma k also Regeln o zugeben, in e enie die
Zen albank di ek und ad hoc. Zudem lieg eine Anmaßung
on Wissen o , weil jede Ak i ie ung des TPI implizie en
wü de, dass die EZB besse als de Ma k zu wissen glaub ,
welche Risikop ämien au S aa sanleihen angemessen
sind. Vo dem Hin e g und des besp ochenen Buches e -
schein das TPI als ein Baus ein au dem Weg zu Knech -
scha , konk e : in die In la ion.
E idenzbasie e Fo schung s ell die F age, ob das s imm :
Füh das TPI a sächlich zu In la ion?3 Um sie zu bean -
wo en, beda es meh als den Hinweis da au , dass sei
Ink a e en des TPI im Somme 2022 die In la ions a e im
Eu o aum nich ges iegen, sonde n ge allen is . Denn wo-
möglich wä e die In la ion ohne TPI noch schnelle ge allen.
Zudem schein es plausibel zu sein, dass sich die Ve le zung
o dnungspoli ische Regeln e s in de länge en F is aus-
wi k .4 Es bedü e also eine me hodisch ansp uchs ollen
empi ischen S udie, um die In la ionswi kungen des TPI zu
e assen. Wenn e idenzbasie e Fo schung jedoch un e ei-
nem gene ellen Manipula ions e dach s eh , s ell sich abe
die F age nach dem Sinn eine solchen S udie. Denn jedes
E gebnis, das de o dnungspoli ischen Einschä zung des
TPI wide sp äche, könn e als geschick e Ve such gewe -
e we den, dem Libe alismus wide sp echende We o -
s ellungen un e dem Deckman el scheinba e Objek i i ä
Gel ung zu e scha en. Es wä e olglich zu igno ie en, und
dami wä e die o dnungspoli ische These on den In la ions-
wi kungen des TPI gegen empi ische E idenz immunisie .5
Die I ele anz des Manipula ions e dach s
Abe is es denn nich ich ig, dass Fo sche mi gewissen
Vo eins ellungen ih e empi ischen Un e suchungen o neh-
men und ih e E gebnisse en sp echend k i isch zu sehen
sind? Die An wo lau e : Ge ade weil jedes E gebnis k i isch
zu sehen is , is die Wel anschauung de sie e mi elnden
Fo sche i ele an . Denn im Gegensa z zu ein no ma i-
3 Die F age is auch o dem Hin e g und ande e , libe alen (!) Gedan-
kengu s en sp ingende ökonomische A gumen e (Bageho , 1873)
in e essan , die die In la ionswi kungen des TPI ganz ande s bewe -
en; ü eine Gegenübe s ellung gl. Winkle (2022).
4 Bei den on G imm e al. eben alls hema isie en In la ionswi kungen
de S aa s e schuldung bzw. de Anleihekäu e wes liche No enban-
ken is dieses A gumen on ge inge e Rele anz, je nachdem, wie die
lange F is de inie wi d.
5 Die Immunisie ung de pos ulie en Zusammenhänge gegen em-
pi ische E idenz wi d du ch die Wahl des Konjunk i s bei de o d-
nungspoli ischen Analyse on TPI und Anleihekäu en („bes ünde“ die
Ge ah , es gib „Po enzial“, „das Risiko“ de iskalischen Dominanz
s eig ) noch e s ä k . Denn Aussagen im Konjunk i sind mi dem
Poppe K i e ium un e einba , weil sie nich wide legba sind.
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 405
Analysen E idenzbasie e Fo schung
en Aussagen, wie sie Hayek lau G imm e al. o mulie ,
kann (!) die Gü e empi ische Fo schung unabhängig on
de Wel anschauung de sie be eibenden Wissenscha le
übe p ü we den. En sp echend ang ei ba sind Empi ike
und die on ihnen o geleg en E gebnisse: Alle ande en
Wissenscha le sind in de Lage, die o geleg en E gebnis-
se zu es en – mi ande en Da en, ande en Zei pe ioden, an-
de en Me hoden.6 De Manipula ions e dach gegen die e i-
denzbasie e Fo schung s ell sie dahe nich au die gleiche
S u e wie no ma i e Analysen, weil selbs ein geschick es
Ve s ecken ideologische Übe legungen, die die E gebnisse
eiben, (leich ) au gedeck wi d. Das is bei no ma i en Ana-
lysen ande s: Ih e Gü e kann nich du ch die E s ellung eine
ande en no ma i en Analyse ge es e we den.
Dies läss sich am Beispiel de S aa s e schuldung illus -
ie en, die aus no ma i e Sich imme wiede kon o e s
disku ie wi d, ohne dass die eine die ande e Sei e übe -
zeugen kann. Reinha und Rogo (2010) haben deshalb
e such , die Wachs umswi kungen s eigende S aa s e -
schuldung empi isch zu e mi eln. Dabei kamen sie zu dem
E gebnis, dass eine hohe S aa s e schuldung mi e heb-
lichen Wachs umseinbußen einhe geh . Bei de Übe p ü-
ung ih e Analyse in He ndon e al. (2014) wu den Fehle
bei de Einbeziehung on Da enpunk en es ges ell . Wenn
man sie ko igie , gib es zwa imme noch Wachs ums-
einbußen bei s eigende S aa s e schuldung, sie sind
abe nich so g a ie end wie in de u sp ünglichen Ana-
lyse. Woll en Reinha und Rogo manipulie en, also ih e
Un e suchung so anlegen, dass das zunächs publizie e
E gebnis he auskam? Ich weiß es nich , abe ich glaube es
nich . Ande e wa en abe wohl de im FAZ-Bei ag e e-
enen Ansich , empi ische Fo schung we de on den Wel -
anschauungen de Fo sche bes imm . So kam es – wie
Rogo es besch eib – zu einem „Massake “ im McCa hy-
S il (o.V., 2013). Le z endlich is es jedoch i ele an , ob
Reinha und Rogo manipulie en woll en ode nich . Denn
unabhängig da on, e deu lich das Beispiel die Übe le-
genhei empi ische Fo schung gegenübe ein no ma i en
Aussagen, selbs wenn sie manipula i be ieben we den
soll e: Sie b ing E kenn nisgewinn, weil sie übe p ü ba is .
Alle dings is de Manipula ions e dach gegen empi isch
Fo schende aus ielen G ünden hal los. So we den empi i-
sche A bei en in alle Regel on Hypo hesen gelei e , die die
Wel anschauung de Fo schenden – ich wü de liebe om
„ heo e ischen Hin e g und“ sp echen – o enlegen. Von
„Ve s ecken“ kann keine Rede sein. Robus hei sübe p ü un-
gen in Bezug au Da en und Me hode gehö en zu den gän-
6 Dass diese Vo gang sel en s a inde – Caspa i (2021) sp ich on
eine „Replika ionsk ise“ de e idenzbasie en Fo schung – is ein A -
gumen gegen die A und Weise, wie de Wissenscha sbe ieb ge-
üh wi d, s ü z abe nich den Vo wu , e idenzbasie e Fo schung
sei po enziell manipula i .
gigen An o de ungen, die an empi ische Fo schung ges ell
we den. De on G imm e al. ge o de e „nuancie e“ und
„k i ische“ Umgang mi de „Objek i i ä “ e idenzbasie e
Fo schung inde also längs s a , nich zule z im Rahmen
des Ein eichungsp ozesses iele wissenscha liche Zei -
sch i en. Vielleich denken G imm e al. bei ih em Manipula-
ions e dach gegen empi ische Fo schung dahe o allem
an S udien, die auße halb de Wissenscha im enge en Sin-
ne e ö en lich we den. Sie un e liegen wenige s engen
An o de ungen, e eichen abe o g oße mediale Au me k-
samkei .7 Alle dings is die Manipula ionsge ah ge ing, da
die Ins i u e ode Ein ich ungen, die die S udien du ch üh-
enden, poli isch in de Regel leich zuzuo dnen sind.8
Missb auchsge ah en e idenzbasie e
Fo schungse gebnisse
E idenzbasie e Fo schung is g undsä zlich ande s als
eine Aneinande eihung on We u eilen. Alle dings kön-
nen E gebnisse empi ische Fo schung (also nich die
Fo schung an sich) manipula i genu z we den. Dies ge-
schieh z. B., wenn in den Medien zu lesen ode zu hö en is ,
dass „die Au o en de S udie xyz o de n, dass abc gesche-
hen soll“. Da empi ische E idenz imme nu o läu ig sein
kann, is es nich die Au gabe on Wissenscha le n – wenn
sie als Wissenscha le und nich als Poli ikbe a e ode Po-
li ike au e en – Fo de ungen zu o mulie en. Das soll en
sie Poli ike n übe lassen. Wenig hil eich is es auch, wenn
s a ke Schluss olge ungen aus Un e suchungen gezogen
we den, die zwa aus me hodische Sich als einwand ei
gel en können, de en ex e ne Validi ä jedoch hin e ag
we den kann. Rich ig is dahe : Nich nu bei de Fo mulie-
ung no ma i e Aussagen, sonde n auch bei de P äsen-
a ion on E gebnissen e idenzbasie e Fo schung sind
„Übe legenhei sges en“ (Ho n, 2021) ehl am Pla z. Das än-
de abe nich s da an, dass Aussagen, die ohne E idenz
auszukommen glauben und o zdem genau zu wissen mei-
nen, wie die Wel unk ionie und wie man sie e besse , in
Bezug au den „Ideologie o wu “ ande s einzus u en sind
als e idenzbasie e Fo schung.
Schließlich mögen G imm e al. bei de Fo mulie ung ih es
F agenka alogs da an gedach haben, dass sich die Poli-
ik e idenzbasie e Fo schung bemäch ig und aus de en
7 Dass so iele medienwi ksame S udien auße halb de Wissenscha
im enge en Sinne gene ie we den, lieg nich zule z da an, dass
iele Themen, die Poli ik und Ö en lichkei un e such haben möch-
en, im Wissenscha sbe ieb als en wede nich ele an angesehen
we den ode nich behandel we den, weil sie me hodisch nu schwe
lösba e P obleme au weisen (Iden i ika ion, Endogeni ä e c.) und da-
mi de Publika ionse olg ungewiss is . Die P oblema ik is bekann
( gl. Eh mann und P inz, 2019; Dus mann, 2019), s ell empi isch Fo -
schende abe nich un e Manipula ions e dach .
8 Dies gil e s ech , wenn die S udien du ch üh enden Ins i u ionen
selbs poli isch sind; gl. z. B. Fabo e al. (2021).
Wi scha sdiens 2024 | 6
406
Analysen E idenzbasie e Fo schung
E gebnissen (pa ei-)poli ische Schluss olge ungen als
scheinba wissenscha lich beleg da s ell . Um noch einmal
au die S udien zu den Wachs umswi kungen de S aa s-
e schuldung zu ückzukommen: Ein manipula i e Umgang
läge o , wenn die on He ndon e al. (2014) o geleg e E i-
denz dahingehend in e p e ie wü de, dass eine s eigende
S aa s e schuldung p oblemlos is . Dies is nämlich nich
das E gebnis. Abe dann äll de Manipula ions e dach
nich au die „heu igen Ökonomen“, sonde n au die Poli ik.
Im Üb igen is die poli ische Ve einnahmung keineswegs au
die Wi scha swissenscha en besch änk . Auch die Na u -
wissenscha en we den poli isch genu z , wie de Film „Op-
penheime “ ge ade eind ücklich gezeig ha . Deshalb s eh
auch die zu Beginn des FAZ-Bei ags o ges ell e Übe le-
gung au wackeligen Füßen, dass in den Wi scha swis-
senscha en, weil es hie um Menschen und nich um A ome
geh , im Gegensa z zu den Na u wissenscha en no ma i e
Aussagen wenige ode ga nich e meidba sind.9
O ien ie ung und das G au de Empi ie
Wissenscha le haben die Au gabe, die F age „S imm
das?“ zu s ellen. Dami übe p ü en sie die Gü e on Theo i-
en, Hypo hesen, Behaup ungen. Bei diesem Bemühen gib
es o keine kla en, eindeu igen An wo en, nich nu , abe
eben auch in den Wi scha swissenscha en. Dies weck
das Bedü nis nach O ien ie ung, bzw. „O ien ie ungs-
wissen“ (Caspa i, 2021), um sich in dem G au de Empi ie
(Bachmann und Uhlig, 2009) zu ech zu inden. Es is uns i -
ig, dass Hayek – neben ielen ande en – ein solches An-
gebo mach und en sp echend olge ich ig, dass man den
80. Gebu s ag eines seine We ke wü dig .
Abe auch O ien ie ungswissen muss sich de F age „S imm
das?“ s ellen bzw. s ellen lassen. Dies schien Konsens zu
sein (Schä e , 2009). Diese Konsens wi d un e g aben, wenn
sugge ie wi d, empi ische E idenz sei womöglich nich s
ande es als e s eck es, zu Manipula ion genu z es O ien-
ie ungswissen. Denn dami en zieh man das O ien ie ungs-
wissen de empi ischen Übe p ü ung; es wi d zu Ideologie.
9 Selbs de Einsa z on Expe imen en is in den Wi scha swissen-
scha en p inzipiell möglich (Du lo, 2020). Alle dings gil dies nich
ü Aussagen übe gesam wi scha liche Zusammenhänge, da man
nich zwei Volkswi scha en un e gleichen Bedingungen hal en und
dann in Bezug au die Anwendung nu eines Ins umen s un e scheid-
ba machen kann (Glenne s e und Taka a asha, 2013). Abe auch
ohne das Ins umen des Expe imen s is es möglich, übe e idenzba-
sie e Fo schung E kenn nisgewinne zu e zielen (Rod ik, 2008).
Diese Ideologie o wu kann e idenzbasie e Fo schung
nich gemach we den, weil jedem konk e en Manipula-
ions e dach gegen e idenzbasie e Fo schungse geb-
nisse leich nachzukommen is : Es beda lediglich eigene
Ans engungen, um zu zeigen, dass die E gebnisse ande s
sind, wenn man die als manipula i angesehenen Elemen e
bei Da en- und Me hodenauswahl ko igie . Die F agen, die
G imm e al. an die „heu igen Ökonomen“ s ellen, sind da-
he meh als eine neue Ve eidigungss a egie de mi dem
„Ideologie o wu “ kon on ie en A bei Hayeks: Sie ela i-
ie en die Sinnha igkei empi ischen A bei ens. Es mag sein,
dass G imm e al. dies nich beabsich ig en. Alle dings: Ohne
diese Rela i ie ung bleib de on ihnen selbs hema isie -
e Ideologie o wu gegenübe Hayek unwide sp ochen im
Raum s ehen. Und da die Beispiele zu ak uellen Rele anz
des besp ochenen Buches as nu mi diesen no ma i en
Aussagen beg ünde we den, gil dies auch ü sie.
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Ti le: E idence-based Resea ch – The I ele ance o he Suspicion o Manipula ion
Abs ac : On he occasion o he 80 h bi hday o Hayek‘s “The Road o Se dom“, Ve onika G imm, S e an Kole and Jens Weidmann
ha e d awn a en ion o he co e messages o he book. In doing so, hey ela i ise he accusa ion o ideology le elled a he book by
ins ead being suspicious o he manipula ion by e idence-based esea ch as i may po en ially con ain hidden no ma i e s a emen s.
This ela i isa ion a emp is con adic ed in he ollowing a icle.