Schmid , Henning
A icle
Die Finanzie ung de Hochschulausbildung
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Schmid , Henning (1984) : Die Finanzie ung de Hochschulausbildung,
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha
ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 104, Iss. 2, pp. 151-175,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.104.2.151
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung
Eine ökonomische Analyse
Von Henning Schmid
Die o ku zem beschlossenen Neu egelungen beim Ba öG sind, wenngleich
sie keine p inzipielle Abkeh om bes ehenden Sys em de S udien inanzie-
ung bedeu en, he ig ums i en. De o liegende Au sa z nimm die ak uelle
Diskussion zum Anlaß, in sys ema ische Weise die g undsä zlichen Ges al-
ungsal e na i en bei de Finanzie ung de Hochschulausbildung gegenübe -
zus ellen und mi Blick au ih e alloka i en und dis ibu i en Implika ionen
zu beu eilen.
1. Einlei ung
In jüngs e Zei , insbesonde e im Zusammenhang mi de Neu ege-
lung des Ba ög, abe auch den insgesam hä e en Ve eilungskämp en
um die enge gewo denen Budge spiel äume de ö en lichen Hand,
sind F agen de Hochschul inanzie ung wiede s ä ke ins Blick eld de
Ö en lichkei ge ück . Da in e s e Linie die (Bildungs-)Poli ike die
Diskussion bes imm haben, blieben die anges ell en Übe legungen
b uchs ückha und unbe iedigend. Zen ale F agen wu den zuguns en
meh ode wenige kosme ische Ko ek u en, die au die jeweils ins
Auge ge aß e Klien el ziel en, bishe e nachlässig .
Die F age, we die Hochschulausbildung inanzie en soll, kann sich
nich au ein Rekapi ulie en diese Diskussion besch änken, sonde n
muß zu eine Analyse de g undsä zlichen Implika ionen al e na i e
Finanzie ungs o men üh en. Dabei we den im olgenden ökonomische
A gumen e die Aus üh ungen dominie en: „No economis wo h his
sal can look a he uni e si y wo ld oday wi hou being o ced o
apply elemen a y economic heo y in an e o o explain and o unde -
s and."1 De Ansa z lenk demgemäß die Au me ksamkei au die Rol-
len e eilung de Be eilig en im Bildungssek o , die in ih e heu igen
Ausges al ung ech eigena ig is : „Uni e si y educa ion, when exam-
ined h ough economis s' eyes, assumes cha ac e is ics o a unique
1 Buchanan und De le oglou (1970), 5, die in ih em dem S eue zahle ge-
widme en Buch wei e aus üh en: „Almos alone among social scien is s
he economis b ings wi h him a model o human beha io which allows
p edic ions abou human ac ion."
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152 Henning Schmid
indus y. This is because: (1) hose who consume i s p oduc s do no
pu chase i ; (2) hose who p oduce i do no sell i ; and (3) hose who
inance i do no con ol i ."2
Die Regelung de Ausbildungs inanzie ung im uni e si ä en Be eich
— dies mach das o s ehende Zi a deu lich — be üh e schiedene
P oblemebenen, die in Kapi el 2 eingehend gekennzeichne we den,
wenn auch — aus G ünden de Übe sich lichkei — un e zunächs seh
es ik i en P ämissen. Im da au olgenden Kapi el we den die Ziele
und A gumen e, die übliche weise als Rech e igung s aa liche In e -
en ionen und dami de sel samen Rollen e eilung ange üh we den,
k i isch beleuch e . Das Fazi diese Analyse lei e übe zu Kapi el 4,
in dem die al e na i en (ideal ypischen) Ges al ungs a ian en o ge-
s ell und beu eil we den. Den Abschluß bilde ein ku ze Blick au
in e essan e Aspek e de ak uellen Diskussion in de Bundes epublik
Deu schland.
2. Die P oblemcbenen de Finanzie ungs age
Die Implika ionen de Finanzie ungs age ü beide Sei en des Bil-
dungsma k es — hie die S uden en als Nach age , do die Hochschu-
len als Anbie e — sollen in ih e G unds uk u in diesem Kapi el
disku ie we den. Die A gumen a ion ziel au das K i e ium de Allo-
ka ionse izienz, wobei on Un ollkommenhei en au den Mä k en ü
In o ma ion und Kapi al, ex e nen E ek en, e eilungs- und gesell-
scha spoli ischen Zielen usw. noch abgesehen wi d. Es soll lediglich
gezeig we den, wie sich, ausgehend on eine ein ma k wi scha -
lichen Lösung, das Ma k e gebnis bei abnehmendem p i a en Finan-
zie ungsan eil und zunehmende s aa liche Lenkung de Mi el ände .
2.1. Au de Nach agesei e: We b ing die Mi el au ?
De hie gewähl e Ansa z beg ei das Abwägen eines po en iellen
S uden en, ob e ein S udium — gleich welche A — au nehmen ode
abe so o in das Be u sleben ein e en soll, als In es i ionskalkül, das
au Nu zenmaximie ung ziel . An ein mone ä en Konsequenzen en -
s ehen du ch das S udium
— zunächs Kos en in Fo m des pa iellen, i. a. soga o alen Einkom-
mensaus alls und ausbildungsbeding e Meh ausgaben ü Le n-
ma e ial, S udiengebüh en e c. ü die Daue des S udiums,
— dann E äge in Höhe des spä e en Meh einkommens.3
2 Ebenda, 8.
3 Da übe hinaus beein lussen auch wei schwie ige e aßba e nich -
mone ä e Elemen e wie S a us- und sons ige E wägungen konsum i e A
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 153
Die indi iduelle En scheidung wi d genau dann zuguns en des S u-
diums allen, wenn die (abdiskon ie en und in e nalisie en) E äge
die Kos en übe s eigen. Au g und de gese z en P ämissen schei e
dieses zielkon o me Ve hal en wede an P oblemen de In o ma ions-
bescha ung bzw. dem Risiko, das mi meh we igen E wa ungen e -
knüp is , noch an Finanzie ungsschwie igkei en. So e n nämlich de
Kapi alwe posi i is , is auch die Rückzahlung au genommene Mi -
el kein P oblem. Wü de de Kapi alma k dagegen au g und i gend-
welche Un ollkommenhei en nich zu Finanzie ung de a ige In-
es i ionen be ei sein, könn e de Zwang zu s e igen Bes ei ung des
Lebensun e hal s ein zielkon o mes Ve hal en e ei eln.
Be uh das Kalkül au den oben anges ell en Oppo uni ä sübe le-
gungen mi um assend de inie en Al e na i en und liegen keine ex e -
nen Kos en ode E äge o , so komm es zu einem un e alloka i en
Aspek en auch gesam wi scha lich op imalen Um ang an Bildungs-
nach age. In dem Maße nun, wie de S aa einsei ig Teile de Ausbil-
dungskos en übe nimm , e wa du ch unen gel liche Be ei s ellung de
In as uk u einschließlich Leh pe sonal, ände sich die indi iduelle
Nu zen-Kos en-Rela ion mi de Konsequenz eine zunehmenden Nach-
age nach S udienplä zen — übe das op imale Maß hinaus. Analog
kann umgekeh ü den Fall a gumen ie we den, daß de S aa sich
übe das S eue sys em einsei ig Teile de E äge aneigne , ohne en -
sp echende Absch eibungsmöglichkei en beim Au wand zuzulassen.
Hie komm es zu eine Ve ze ung in die ande e Rich ung.
2.2. Au de Angebo ssei e: We lenk die Mi elzu eilung?
Ob de einzelne Bildungsnach age ode de S aa die Kos en des
S udiums äg , is aus de Sich de Hochschulen i ele an — wenn
man on den oben e läu e en Rückwi kungen au die globale Nach-
age absieh . Wich ig dagegen is , ob die S uden en ode de S aa den
Mi elzu luß s eue n.
E olg die Finanzie ung eine Hochschule de ges al , daß sie dem
Benu ze ia Gebüh en die gesam en zu echenba en Angebo skos en in
Rechnung s ell , so esul ie en da aus olgende Konsequenzen: Zum
einen i de S uden nun als po en e Kunde au . Demen sp echend
wi d sie ihn umwe ben, indem sie ih Angebo an seinen o enba en
P ä e enzen auszu ich en e such , z. B. hinsich lich de Quan i ä und
Quali ä des Leh angebo s, de S a elung de Abschlüsse usw. Da zum
ande en die Bildungsnach age kos enbewuß auswählen we den, be-
die En scheidung. Die Be ücksich igung on Un e hal skos en abe — so e wa
bei Li h (1981 b), 402 — is im Rahmen on Oppo uni ä sübe legungen unzu-
lässig, da sie bei beiden Al e na i en an allen.
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s eh ü die Uni e si ä en „a eal incen i e ... o ie wi h one ano he
bo h in he excellence o hei ,p oduc ' and in he educ ion o i s
cos s".4 D.h. die Lei ungso gane eine Hochschule we den un e dem
We bewe bsd uck konsequen du ch Op imie ung de Engpaßplanung
und Ausschöp ung o handene Leh kapazi ä en die E izienz zu s ei-
ge n e suchen.
Nich so in einem Sys em mi s aa liche Lenkung des Mi elzu lusses,
de dann ypische weise auch nach ande en K i e ien als nu de Zahl
de eingesch iebenen S uden en e olg (zumindes sei hie un e s ell ,
daß ma ginale Ände ungen ü die Höhe de gewäh en Mi el ohne
Belang sind). Unmi elba einsich ig is , daß je z die P ä e enzen ode
besse : Au lagen und Rich linien de zus ändigen s aa lichen Ins i u-
ionen das Leis ungsangebo de e minie en. Dami ände sich das Ve -
häl nis on Hochschule zu S uden g undlegend: Man umwi b keine
kau k ä igen Kunden meh , sonde n e so g läs ige Kos gänge , die
dem Engagemen de P o esso en bei de S eige ung ih e Repu a ion
du ch Fo schung und Publika ionen im Wege s ehen, eine Si ua ion
üb igens, die schon Adam Smi h e end cha ak e isie ha : „In o he
uni e si ies he eache is p ohibi ed om ecei ing any hono a y o
ee om his pupils, and his sala y cons i u es he whole o he e enue
which he de i es om his o ice. His in e es is, in his case, se as
di ec ly in opposi ion o his du y as i is possible o se i ."5 Res ingie
man das Sys em du ch die zusä zliche Bedingung, daß de Besuch eine
Uni e si ä du ch eine zen ale Ve gabes elle gelenk wi d — was so
abwegig nich is —, so e schä sich die nega i e Beu eilung: „Wha -
e e o ces a ce ain numbe o s uden s o any college o uni e si y,
independen o he me i o epu a ion o he eache s, ends mo e o
less o diminish he necessi y o ha me i o epu a ion."6
Je meh also sei ens des S aa es die Selbs s eue ungsmechanismen
des Ma k es auße K a gese z we den, des o schlech e is das E -
gebnis in alloka i e Hinsich un e den hie gese z en P ämissen.
3. Ziele s aa liche In e en ionen im Bildungssek o
Angesich s de Konsequenzen s aa liche Be eiligung an den Ausbil-
dungskos en und Lenkung des Mi elzu lusses nach ande en K i e ien
als de We schä zung de S uden en is de ein ma k wi scha lichen
O ganisa ion des Bildungsma k es im abges eck en Modell ahmen de
Vo zug zu geben. Im olgenden soll on diese Re e enzsi ua ion aus-
4 Peacock und Wisemann (1964), 46.
s Smi h (1976), 2nd Vol., 284.
e Ebenda, 285.
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 155
gegangen we den, wenn es da um geh , zusä zliche ü den Hochschul-
sek o ele an e Aspek e in die Ziel unk ion einzub ingen und sukzes-
si e die einge üh en P ämissen au zugeben.
3.1. Ko ek u on In o ma ionsmängeln
Die oben skizzie e En scheidungssi ua ion eines S uden en wi an-
gesich s des langen Planungszei aums — die e wa e e Amo isa ions-
daue , im Ex em die Res lebenszei — eno me In o ma ionsp obleme
au . Dabei dominie en die Schwie igkei en bei de P ognose de aus-
bildungsinduzie en (Meh -)Einkommen, wäh end die Kos en au g und
des siche en Ein e ens bei posi i e En scheidung und de ge ingen
zei lichen En e n hei ela i siche sind. Bei de F age, wie die Lei-
s ungs ähigkei des S aa es bei de In o ma ionsgewinnung im Ve gleich
zu P i a en zu beu eilen is und welche Ve hal ensanweisungen da -
aus olgen, sp ich im Rahmen eine allgemeinen Analyse wenig da ü ,
sich ehe au den S aa zu e lassen. Eine zen alisie e In o ma ions-
p oduk ion un e lieg in wei höhe em Maße als eine dezen alisie e
de Ge ah , sozusagen lächendeckende Fehlp ognosen he o zub ingen.
Hinzu komm die un e schiedliche Mo i a ion bei s aa liche und p i-
a ma k wi scha liche Gene ie ung on In o ma ionen: Fü un e -
einande in Konku enz s ehende Ausbildungsins i u ionen is eine
hohe In o ma ionsquali ä lang is ig essen iell; nu ku z is ig mögen
übe du chschni liche Ungenauigkei en ode ga Täuschungsmanö e
hinsich lich des eigenen Bildungsangebo s und seine spä e en Ve we -
ba kei im Be u sleben ohne Sank ion bleiben.7 Eine zen ale In o ma-
ionsbü ok a ie kann dies iel gelassene sehen, da ih e Exis enz kaum
zu Disposi ion s eh .
Wei e : Ein unzu eichendes In o ma ionsni eau de P i a en kann
ge ade Re lex des wei gehenden s aa lichen Engagemen s bei de Ali-
men a ion des Bildungssek o s sein. Fü die Bildungsnach age sink
de Nu zen zusä zliche In o ma ion, wenn de S aa du ch seine Kos en-
be eiligung und Siche ung des Un e hal s das Risiko eine indi iduellen
Fehlkalkula ion eduzie . Fü die Hochschulen als Anbie e wiede um
mach ein um ang eiche In o ma ionsappa a keinen Sinn, wenn ih e
Mi elauss a ung du ch Zuweisungen aus ö en lichen Haushal en ge-
siche wi d. Eine we bende In o ma ionspoli ik un e bleib e s ech ,
wenn de Zus om an S uden en übe eine zen ale Ve gabes elle ü
S udienplä ze gelenk wi d.
Insowei zeichne sich also kein Handlungsbeda des S aa es in Rich-
ung au die P oblems ellung de A bei ab. Es sp ich alle dings nich s
7 In diesen Zusammenhang gehö das Phänomen de „g ade in la ion",
das eingehend on
McKenzie
und
S cLü
(1974), 56 - 67, analysie wu de.
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dagegen und ieles da ü , daß e wie ande e A bei gebe den Bildungs-
ma k mi In o ma ionen übe seine e wa e e kün ige Nach age nach
Akademike n bes imm e Quali ika ionen e so g .
3.2. Ko ek u on Kapi alma k un ollkommenhei en
Die ehlende Fähigkei ode Be ei scha des Kapi alma k s, die Fi-
nanzie ung on In es i ionen in Humankapi al zu übe nehmen, ha
alloka i und dis ibu i une wünsch e Konsequenzen, da die inanzielle
Auss a ung eines po en iellen S uden en maßgeblichen Ein luß au
seine En scheidung e lang . Ein zielkon o mes Ve hal en wi d so in ie-
len Fällen du ch inanzielle Res ik ionen un e d ück . Dami wi d zum
einen de gesam wi scha lich ealisie e Um ang an höhe e Bildung
zu ge ing sein, zum ande en is un e dis ibu i en Aspek en zu monie-
en, daß die ungleiche Ve eilung des Ve mögens, unabhängig on de
o liegenden Begabung, in die Zukun e länge wi d, was dem all-
gemein akzep ie en Ziel de S a chancengleichhei zuwide läu .
Das Ve sagen des Kapi alma k s be uh au meh e en U sachen:
1. Wenngleich Fak o en wie ex an e nich o he sehba e quali ika-
ionsbeding e A bei slosigkei , Tod ode K ankhei nich g undsä z-
lich on den Risiken bei langlebigen Sachkapi alin es i ionen e -
schieden sind, so is doch die ex em hohe Unsiche hei angesich s
de seh langen Be ach ungszei äume ein e s es A gumen .
2. Im Gegensa z zu Sachkapi alin es i ionen is eine dingliche Besiche-
ung on K edi en nich möglich: „Highe educa ion, unlike o dina y
commodi ies is in angible ... Since educa ion is embodied in he in-
di idual, such epossession is impossible in a ee socie y."8 Fü
einen Gläubige bes eh somi zumindes ein Inkassop oblem, ge ade
angesich s de hohen Mobili ä on Akademike n (auch übe Län-
de g enzen hinweg).
3. Ein po en ielle Gläubige komm nich umhin, einen sog. mo al
haza d in Be ach zu ziehen. Die P oblema ik bei de Finanzie ung
on Bildungsin es i ionen lieg insbesonde e da in, daß de Wille
des K edi nehme s en scheidenden Ein luß au den E ag und da-
mi die Siche hei des Kapi al ück lusses ha , wäh end diese Kon-
nex bei Sachin es i ionen nich so bedeu sam is .9 Je nach Ausge-
s al ung de Tilgungsmodali ä en10 kann de K edi nehme du ch
die Wahl eines nied ige en lohn en Be u s ode ga Ve zich au
eine A bei die Rückzahlung meh ode wenige e meiden. Nich
8 Hansen und Weisb od (1969), 91.
9 Vgl. dazu F iedman (1976), 136 .
Vgl. un en Punk 4.3.2.3.
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 157
auszuschließen is auch, daß die Ausbildung on o nhe ein nich
au die spä e e be u liche Ve we ba kei ziel e, also ehe Konsum-
ais In es i ionscha ak e ha e — ü den Gläubige ein unkalku-
lie ba es Risiko. Ge ade in diesen Fällen muß dami ge echne we -
den, daß es zu eine „ad e se selec ion — hea y bo owing by pe -
sons who a e pa icula ly likely o de aul "11 komm und sich eine
Ve siche ung gegen diese Vo älle deshalb nich ein ich en läß .
Hinsich lich de Kapi alma k un ollkommenhei en sind s aa liche
In e en ionen angezeig , um ein zielkon o mes Ve hal en po en ielle
S uden en, so wie es oben de inie wu de, nich an inanziellen Res ik-
ionen schei e n zu lassen. In welche Fo m dies e olgen soll e, is
wei e un en zu klä en.
3.3. In e nalisie ung ex e ne E ek e
Die No wendigkei s aa liche Eing i e in den Bildungsma k wi d
gelegen lich mi dem Hinweis au posi i e ex e ne E ek e beg ünde ,
die, da sie nich in e nalisie sind, zu eine Un e in es i ion in Human-
kapi al üh en wü den. Im einzelnen sollen die ex e nen Nu zen ü die
Gesellscha bes ehen in
— eine ges eige en P oduk i i ä auch de Kollegen am A bei spla z,
— e höh en S eue einnahmen und eduzie en Sozial ans e s au -
g und e besse e A bei sma k chancen,
— den Vo eilen du ch die En deckung und Anwendung neuen Wissens
sowie
— sons igen — mone ä kaum aßba en — „con ibu ions o he quali y
o Ci izen and Communi y esponsibili y".12
In de jünge en Li e a u sp ich man angesich s diese Punk e, die
ein e hebliches Ausmaß an ex e nen E ek en nahelegen, zu e end
on „ heo e ische Ve wi ung" und dem „My hos um die ex e nen
E äge de Schul- und Hochschulbildung".13 Rich ig is auch, daß ein
G oß eil de Kon usionen au „eine mangelnde Behe schung des Be-
g i s de G enzp oduk i i ä "14 zu ückgeh . Ex e ne E ek e lägen
de ini ionsgemäß nu dann o , wenn de Nu zen ü das Kollek i
nich in dem (höhe en) Einkommen de Akademike zum Ausd uck
käme. Die im Rahmen eines beide sei s eiwilligen A bei skon ak s
e einba en Leis ungen — e wa eine Füh ungsk a in einem Un e -
nehmen — um assen jedoch die p oduk i i ä ss eige nde Beleh ung,
n Hansen und Weisb od (1969), 92.
12 Hansen und Weisb od (1969), 37; gl. auch Woodhall (1978), 71.
13 Li h (1981 a), 369.
14 Weizsäcke (1971), 543.
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S imulie ung und Koo dinie ung de Mi a bei e und inden ih en Nie-
de schlag in einem en sp echend höhe en En gel . Analog is hinsich -
lich de S eue einnahmen e c. zu a gumen ie en.
Wei e is zu be ücksich igen, daß sich on Einzelpe sonen e wo bene
Bildungsinhal e i. a. nich au oma isch-mechanis isch in seine Umwel
o p lanzen, sonde n iel ach im Rahmen eines Tauschgeschä s wei e -
gegeben we den, o mi nich -mone ä en Gegenleis ungen wie Ane -
kennung ode Zuneigung. Einzig in dem oben zule z ange üh en Fall
und imme dann, wenn die Adap ion on Wissen e deck und gegen
den Willen des Be o enen s a inde , können ex e ne E äge dia-
gnos izie we den. Und nu insowei kann auch on einem subop ima-
len Ma k e gebnis ausgegangen und eine s aa liche Sub en ionie ung
sinn oll beg ünde we den.
3.4. Ko ek u en au g und nich akzep ie e En scheidungssou e äni ä
Kennzeichnend ü diesen Komplex is die Sich , daß alloka ionspoli-
isch op imale Ma k e gebnisse au g und übe geo dne e Ziele in pa e -
nalis ische Manie ko igie we den sollen.
De wohl massi s e s aa liche sei s ini iie e Eing i in den Bildungs-
sek o , de au höhe e Wachs ums a en ziel e, a die wes liche Hemi-
sphä e im Ge olge des sog. ,Spu nik-Schocks' im Jah e 1957. De E laß
eines ,Na ional De ense Educa ion Ac ' im da au olgenden Jah in den
USA un e s eich deu lich, daß diesen Maßnahmen wenige ökono-
mische als ielmeh poli ische Übe legungen und Be ü ch ungen zu-
g unde lagen.15
Es olg e eine länge e Epoche des „bildungspoli ischen Keynesianis-
mus"lc, in de gemäß dem sog. ,Beda sansa z' ode ,Manpowe -Ap-
p oach' die Expansion des Bildungssek o s als Ins umen zu Realisie-
ung höhe e Wachs ums a en einzuse zen e such wu de. Speziell in
de Bundes epublik Deu schland wu de diese Ansa z on de Idee
ge agen, nach dem Ve siegen des Zus oms quali izie e A bei sk ä e
aus ande en, ehemals deu schen Gebie en on einem ex ensi en zu
einem in ensi en Wachs um übe zugehen, also nich meh die Quan i-
ä , sonde n die Quali ä des A bei sinpu s zu s eige n.
Implizi e P ämisse des Beda sansa zes is , daß „zwischen de P o-
duk ion eines bes imm en Gü e s oms und den dazu e wende en P o-
duk ionsmi eln einschließlich de spezi isch ausgebilde en A bei sk ä e
ein es e , p opo ionale Zusammenhang bes eh "17, d. h. man ging on
15 Vgl. Hegelheime (1975), 74.
Diese Beg i inde sich bei Li h (1983), 80.
n Hegelheime (1975), 81.
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 165
Gebüh en inanzie en sollen, wi d om S aa nach Maßgabe de e hal-
enen Gu scheine ein en sp echende Be ag zugewiesen.30
Nich ganz ein ach ges al e sich die Fes legung on We und Zahl
de auszugebenden Gu scheine. Um eine e izien e Bildungsp oduk ion
zu gewäh leis en und gleichzei ig das Übe leben de Hochschulen
siche zus ellen, soll e sich de We eines Gu scheins an den du ch-
schni lich e lang en Gebüh en o ien ie en.31 Dabei schein eine Di -
e enzie ung nach dem jeweiligen Fäche angebo angezeig , da die
Kos en je nach S udien ach s a k s euen. Um sich un e diesen Be-
dingungen am Bildungsma k behaup en zu können, we den die Uni-
e si ä en sowohl möglichs iele S uden en on den Vo zügen ih es
Angebo s (in e s e Linie die spä e en Be u schancen) zu übe zeugen
als auch ih e Kos en zu senken e suchen.32 Deshalb is da on auszu-
gehen, daß ü den S aa lang is ig Kos eneinspa ungen möglich sein
we den, wenn im Lau e de Zei diejenigen Hochschulen, die übe -
du chschni lich eue sind und e go Ve lus e machen, die besse en
Konzep e de gewinnb ingenden übe nehmen, um sich am Ma k be-
haup en zu können.
Wei e hin is übe die Zahl de Gu scheine zu en scheiden. Sie e -
gib sich aus de Rela ion des Be ags, den de S aa insgesam ü den
Hochschulsek o au wenden will, zu den du chschni lichen Kos en p o
S udienpla z. Da nach wie o die um assende Sub en ionie ung mi
de Folge eine en sp echenden Übe nach age o bes eh , muß übe
ein allgemein akzep ie es Zu eilungsk i e ium eine Bewi scha ung
o genommen we den.
Die K i ik en sp ich wei gehend de des Nume us-Clausus-Modells,
mi dem Un e schied, daß die e we bswi scha lich o ganisie e An-
bie e sei e e izien e a bei e und die dami einhe gehende Kos en-
anspa enz die Fehle ma ge de Globalplanungen eduzie . Zu Wü -
digung dieses Konzep s bleib le z lich nich meh zu sagen, als daß es,
will man die s aa liche Alimen ie ung des Bildungssek o s beibehal en,
de am wenigs en schlech e Weg is , dies zu un.33
3<>
F iedman (1976), 133, au den dieses Konzep zu ückgeh , schläg o , die
G undlagen o schung di ek aus s aa lichen Mi eln zu inanzie en.
31 De Ge ah übe höh e Anmeldungen bei de Ein üh ung kann du ch
Rückg i au o handene Kos enschä zungen begegne we den. Ände ungen
können sich an de a sächlichen Gebüh enen wicklung und da übe hinaus
an de Gewinn- und Ve lus si ua ion sowie de Expansion bspw. on Se -
iceleis ungen übe das no male Maß hinaus o ien ie en.
32 Denkba is auch, on den S uden en Zuzahlungen ü übe du chschni -
liche Quali ä und besonde e Diens leis ungen zu e langen, wenn dadu ch
beding die S udiengebüh en den We des Gu scheins übe s eigen.
33 So sieh es auch F iedman (1980), 185.
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166 Henning Schmid
4.3.2. Die Da lehens inanzie ung
4.3.2.1. Allgemeine Kennzeichnung
Eine Besei igung de alloka i en und dis ibu i en Ine izienzen, die
auch im Gu scheinsys em noch e bleiben, ha de Vo schlag zum Ziel,
den (Be-)Nu ze n on Bildungsins i u ionen auch die Kos en des S u-
diums in Rechnung zu s ellen, dabei alle dings die Vo ausse zungen zu
scha en, daß jede Zugang zu den no wendigen inanziellen Mi eln
ha . Au diese Weise e ablie sich au de Nach agesei e ein Len-
kungsmechanismus de ges al , daß die indi iduelle Nu zenmaximie ung
gleichzei ig auch ein gesam wi scha lich op imales Maß an Bildung(s-
ausgaben) bedeu e . Eine s aa liche Ein lußnahme muß sich demgemäß
au die Kompensa ion ex e ne E ek e besch änken und wi d ehe
selek i e als um assende A sein. Di igis ische Bewi scha ungs-
maßnahmen en beh en in einem solchen Sys em jede Be ech igung,
denn mi de Übe nahme de inanziellen Las en gewinn de S uden
selbs e s ändlich auch die olle Au onomie bezüglich de Ges al ung
seines S udiums zu ück.
Die — aus diesem Blickwinkel — s a ke Posi ion des S uden en
scha somi die G undlage ü eine höhe e inno a o ische Flexibili ä
des Bildungssek o s du ch dezen ale Re o men. Re o men on un en
als Gegenpa zu Re o m on oben haben den Vo eil, daß Minde -
hei enin e essen besse begegne we den kann, daß neue Wünsche ode
F agen schnelle au Resonanz s oßen und dami Bewäh ungschancen
e hal en. Auch schein ge ade das Ma k modell zu eine e ek i e en
Abs immung on Wi scha bzw. A bei sma k und Bildungssek o in
de Lage als die zen alisie e Bildungsplanung, die endenziell lang-
same und unwillige au neue An o de ungen eagie . Schließlich is
eine enge Zusammena bei — e wa bei de Fes legung geeigne e Leh -
inhal e — ü beide Sei en on Vo eil: Die A bei gebe we den be ei -
willig die mi ih e Hil e zielo ien ie ausgebilde en Absol en en au -
nehmen, was wiede um die A ak i i ä de Ausbildungss ä e s eige .
Auch scheinen S ipendien sei ens de Wi scha als Ins umen iel
wi ksame einse zba , wenn es da um geh , begab e Nachwuchsk ä e
zu spezi ischen, besonde s ie en ode b ei en Quali ika ionen anzu-
egen. Le z endlich wi d es au diesem Weg zu einem insgesam ie e
ges a el en und b ei e angeleg en Quali ika ionsschema kommen, das
sowohl den Neigungen de S uden en als auch den An o de ungen de
A bei gebe ge ech wi d und sich als Baukas en besch eiben läß .34
34 Vgl. Weizsäcke u. a. (1970).
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 167
4.3.2.2. Die Be ei s ellung de benö ig en Mi el
De Um ang des indi iduell (maximal) zu gewäh enden K edi s —
dies o weg — soll so bemessen sein, daß e sowohl die Ausbildungs-
ais auch die lau enden Un e hal sau wendungen abdeck , um ein e i-
zien es Ve hal en nich an o übe gehenden inanziellen Engpässen
schei e n zu lassen.
Gewinno ien ie e K edi ins i u e s ehen einem Engagemen bei de
Ausbildungs inanzie ung insbesonde e wegen des unkalkulie ba en
Fak o s eines mo al haza ds in Ve bindung mi ehlenden Besiche ungs-
möglichkei en k i isch gegenübe . Ohne ein Eing ei en des S aa es wü -
den die e lang en Risikop ämien de a hoch aus allen, daß Rückwi -
kungen au die Ve schuldungsbe ei scha und dami die En scheidung
eines po en iellen S uden en zu e wa en wä en.
Diese sys ema ische Disk iminie ung on In es i ionen in Human-
kapi al kann nun einmal dadu ch e hinde we den, daß de S aa
selbe als K edi gebe au i . Die no wendigen Mi el s ehen, so e n
man on einem Sys em mi um assende Alimen a ion zum Da lehens-
sys em übe geh , in Fo m eiwe dende Budge mi el zu Ve ügung.
Dies genüg nu dann nich , wenn man on dem unwah scheinlichen
Fall s eigende S uden enzahlen (beding du ch die Neu egelung) aus-
geh ode abe zusä zlichen Ansp üchen de e , die zu o keine Un e -
hal sleis ungen e hiel en, und wenn diese E ek e die zu e wa enden
E spa nisse aus e izien e e Mi el e wendung übe e en. Ande n-
alls — s ünde das P oblem de Bildungs inanzie ung e s malig zu
Diskussion — könn e de S aa du ch Ausgabe on Anleihen einen
Kapi al onds bilden35 und so die zu e gebenden Da lehen ( e-) inan-
zie en.
Die zwei e Möglichkei bes eh da in, daß de S aa p i a en Gläubi-
ge n (K edi ins i u e, Ve siche ungen) du ch die Übe nahme des Del-
k ede e-Risikos zu Sei e i .36 E kann au eine P ämie ü diese Ve -
siche ungsleis ung ganz e zich en ode sie bspw. an de aus ich en, die
bei langlebigen Sachin es i ionen du chschni lich ge o de wi d, um
so eine ela i en Un e in es i ion in Humankapi al en gegenzuwi ken.
Diese Möglichkei hä e den Vo eil, daß die S uden en zwischen al e -
na i en Angebo en auswählen könn en, was sich bei hin eichendem
We bewe b endenziell p eissenkend auswi ken wi d.
Gleich welche de beiden Lösungen man wähl , soll e die Da lehens-
summe nich au einmal, sonde n e wa mona s- ode semes e weise
eigegeben we den, um eine Zwecken emdung zu e schwe en.
35 Nähe es dazu bei Woll (1973), 153.
36 Vgl. Li h (1981 b), 410.
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168 Henning Schmid
4.3.2.3. Die Tilgungsmodali ä en
Fü die K edi nehme iel bedeu same als die He kun de Mi el
sind die Tilgungsmodali ä en, insbesonde e weil Ausbildungsin es i-
ionen seh iskan im Hinblick au die zukün ige Einkommenssi ua-
ion sind und gleichzei ig be äch liche Ve p lich ungen en s ehen. Da
niemand on o nhe ein weiß, zu welche de e schiedenen Einkom-
mensg uppen e spä e zählen wi d, geh on eine es en Tilgungs e -
p lich ung eine Wi kung aus, die isikoscheue po en ielle S uden en
om S udium abhal en mag. Dies is nich nu alloka ions- sonde n
auch dis ibu ionspoli isch unbe iedigend, denn ü gu si uie e S u-
den en is diese Be ü ch ung ela i unbedeu end. Ein wei e e E ek
es e Tilgungs e p lich ungen is die Ve länge ung o handene
(Lohn-)Disk iminie ungen on F auen in den Bildungssek o . Ange-
sich s nied ige e du chschni liche Einkommense wa ungen is es
nich on de Hand zu weisen, daß „loans migh educe bo h he num-
be s demanding u he educa ion and he ma iageabili y o hose
educa ed (since hey would ca y o wa d a nega i e dow y)".37
Diese Mängel we den mi einem Ve ah en e mieden, bei dem sich
die Tilgungsbei äge am Einkommen bzw. Meh einkommen — e wa ge-
genübe dem eines Abi u ien en — o ien ie en. P o 1000 ode 10 000 DM
Da lehenssumme is ein bes imm e P ozen sa z de Bemessungsg und-
lage zu en ich en, und zwa übe einen ixie en Zei aum in de
G ößeno dnung on 20-40 Jah en bis hin zu Res lebenszei .38 Til-
gungszei aum und Tilgungsquo e sind so zu bemessen, daß jede Al-
e sg uppe die ih insgesam gewäh en Da lehen selbs äg . Dami
e eich man einen Risikoausgleich bzw. ex pos eine Um e eilung on
den E olg eichen zu den wenige E olg eichen (gemessen am Einkom-
men), wobei alle dings zu le z e en auch diejenigen gehö en, die ih e
Bemessungsg undlage sys ema isch und absich lich e kü zen, indem
sie eine ih e Quali ika ion angemessenen Beschä igung ausweichen,
ode abe meh ode wenige g oße Teile ih e Einkommen hin e -
ziehen. Ungeklä is auch die Ve ah ensweise bei solchen, die Job-
Sha ing o. ä. p ak izie en und am schwie igs en sind diejenigen zu e -
assen, die nie die Absich ha en, einen Be u auszuüben und ih S u-
dium aus ein konsum i en E wägungen he aus au genommen haben.
Wenngleich die Idee des Risikoausgleichs au den e s en Blick seh e -
lockend is , s ellen die zahl eichen Mißb auchsmöglichkei en ein e ns es
P oblem da . Die Ausbeu ung du ch einige e höh ü die ande en die
Kos en des S udiums, da en wede de Tilgungszei aum ode die lau-
37 Peacock und Wiseman (1964), 42.
38 Vgl. zu den e schiedenen Vo schlägen F iedman (1976), 141 und Boden-
hö e (1978), 145.
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 169
enden Zahlungen e höh we den müssen, es sei denn, de S aa wü de
subsidiä ä ig und kompensie e das geschä z e Ausmaß des mo al
haza ds übe Zuschüsse. Dann jedoch käme es zu eine Ausdehnung des
Bildungssek o s um die Ausbeu ung übe das op imale Maß hinaus.
Ums i en is auch die F age, wie S uden en zu behandeln sind, die
ih S udium aus o handenem Ve mögen ode lau endem Einkommen
bes ei en wollen, um sich au diesem Weg on dem Risikoausgleich ab-
zukoppeln. Das P oblem is alle dings nich seh e schieden on dem,
wie mi übe du chschni lich spa samen ode e schwende ischen S u-
den en zu e ah en is , denn auch hie komm es zu eine un e schied-
lich s a ken Einbindung in den Risikoausgleich. Solange die Tilgungs-
be äge nich du ch das mo al haza d-Ve hal en eines Teils de S uden-
en au gebläh sind, könn e man den Ve zich au Da lehen akzep ie-
en. Ande n alls abe sind es ge ade die Einkommensschwachen, die die
Kos en des Mißb auchs de Solida gemeinscha mi agen müssen,
wäh end sich die gu Si uie en abkoppeln können. In diesem Fall
wä e die zwangsweise Be eiligung alle S uden en am Risikoausgleich
wohl die einzige Möglichkei , wei e gehende Unge ech igkei en zu e -
hinde n.
Be ücksich ig man die zule z gemach en Einwände, so sp ich wie-
de ieles da ü , doch bei es en Tilgungs e p lich ungen zu bleiben,
weil allein au diese Weise wei gehend siche ges ell is , daß nu die-
jenigen zu s udie en beginnen, die auch willens sind, die dami e -
bundenen Kos en zu übe nehmen. Die Pe sonen, die dann noch die
Tilgung e meiden wollen, müssen sich illegale und e go s a ba e
Handlungen bedienen ode in ih en Lebensansp üchen au das Sozial-
hil eni eau (unp ändba e Einkommens eile) he un e gehen. Hinsich -
lich de Auswi kungen bes ehende Disk iminie ungen au die Neigung
und Möglichkei en, ein S udium au zunehmen, muß, so unbe iedigend
dies is , au die Behebung de U sachen selbs e wiesen we den.
4.3.2.4. Modi ika ionen
Au das hie in allgemeine Fo m gekennzeichne e Sys em de Da -
lehens inanzie ung beziehen sich Vo schläge, die zum einen die O gani-
sa ion de Da lehens e wal ung be e en, zum ande en au eine E -
wei e ung des Konzep s zielen.
Zum e s en Komplex zähl de Vo schlag eine „In eg a ion de
Hochschul inanzie ung in ein e wei e es Sys em de Einkommensbe-
s eue ung", de le z lich au F iedman zu ückgeh .39 Hie bei we den
die adminis a i en Vo züge de Nu zung de bes ehenden Finanz e -
30 Siehe dazu Bodenhö e (1978), 151 . und F iedman (1976), 141.
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170 Henning Schmid
wal ung bei de E eilung und Einziehung de Da lehen aus einem
s aa lichen Kapi al onds he o gehoben und da übe hinaus ein sog.
Ausbildungseinkommen (jensei s de P lich schul g enze und echnisch
en sp echend eine nega i en Einkommens eue ) be ü wo e , um auch
die inanziellen Res ik ionen abzubauen, die schon o E langung de
Hochschul ei e die En scheidung ü ein S udium e ei eln können. Die
Tilgung dieses ü jegliche Fo m de (Wei e -)Bildung nu zba en Aus-
bildungseinkommens soll on eine de inie en Al e sg enze an übe
eine p ozen uale E höhung de S eue schuld e olgen. Somi wi d auch
de oben schon e läu e e und als p oblema isch be undene Risikoaus-
gleich — in e schä e , p og essi e Fo m — be ü wo e . Dami ein-
he gehend, alle dings nich an diese o ganisa o ische Lösung gebunden,
wi d — zu Rech — die Ausdehnung de ü Sachkapi alin es i ionen
gel enden Absch eibungsbedingungen au Bildungsin es i ionen e -
lang . Bemessungsg undlage sind dabei nich die (Oppo uni ä s-)Kos en
de Ausbildung, sonde n die dami e bundenen Au wendungen (S u-
diengebüh en, Le nma e ial, F emdkapi alzinsen).
Als E wei e ung des Konzep s de Da lehens inanzie ung is die Ein-
üh ung zweckgebundene Bildungsspa e äge o geschlagen wo den,
die in ih e Ausges al ung an Bauspa e äge e inne n.40 Den El e n
soll schon üh die Möglichkei zu Vo so ge ü den Fall, daß ih e
Zöglinge s udie en wollen, gegeben we den. Sie e b ingen dazu s eue -
lich begüns ig e Spa leis ungen, die bei de Zu eilung du ch ein Da -
lehen au die no wendige Höhe au ges ock we den. Ziel is , die Finan-
zie ung des S udiums au einen länge en Zei aum auszudehnen.
Diese Vo schlag is in meh ache Hinsich p oblema isch. Soll en
e wa die Kinde die Pläne ih e El e n nich eilen, so wä e eine Rück-
e s a ung de Spa leis ungen no wendig, wobei na ü lich die zwischen-
zei lich gewäh en S eue e güns igungen einbehal en we den müß en.
Dies mag u. U. inne halb de Familien zu Ve hä ung de F on en
üh en, wenn die El e n die e ga e geglaub en S eue o eile plö z-
lich wiede schwinden sehen. Al e na i wä e auch denkba , die Bil-
dungsspa e äge handelba zu machen. In dem Falle käme es jedoch
zwangsläu ig zu eine ela i b ei en Sub en ionie ung de S uden en,
denn um zu gewäh leis en, daß die o mals gewäh en S eue o eile
an die Käu e on Spa e ägen wei e gewälz we den, müß e auch
de en ele an e Finanzie ungsal e na i e, das Da lehen, in gleiche
Weise begüns ig we den. Sons nämlich e bliebe die Sub en ion zum
g oßen Teil bei denen, ü die sie nich gedach wa . Es gil schließlich
zu bedenken, daß zusä zliche Spa leis ungen — und dami ko espon-
die ende Ve güns igungen — nu bei denen en s ehen können, die übe
40 Vgl. zu diesem Vo schlag Li h (1981 b), 410.
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 171
hin eichend hohe disponible Mi el e ügen, wäh end die Bedü ig-
s en de Zielg uppe bei de a ige Fö de ung wohl lee ausgehen wü -
den.
5. Die Finanzie ung de Hochschulausbildung
in de Bundes epublik Deu schland
5.1. Da s ellung und K i ik
Die bundesdeu sche Si ua ion is du ch olgende Me kmale gekenn-
zeichne :
— unmi elba e und um assende s aa liche Alimen a ion de Angebo s-
sei e, d. h. Übe nahme de Kos en des Bildungsangebo s,
— in Teilbe eichen Zulassungsbesch änkungen gemäß dem Nume us-
Clausus-Modell,
— Un e s ü zung de S uden en en sp echend de es ges ell en Be-
dü igkei , o dem WS 83/84 übe Zuschüsse nebs Da lehen, sei -
he nu noch übe zinslose Da lehen.
Die beiden e s genann en Me kmale bedü en nach den bishe ge-
mach en Aus üh ungen keine e neu en K i ik. In e essan e is eine
Beschä igung mi dem d i en Aspek , de die le z jäh ige Diskussion
um die S udien inanzie ung behe sch e. Die K i ike s ü zen sich o
allem au A gumen e ähnlich den Be ü ch ungen on Geo ge Tu ne ,
dem P äsiden en de Wes deu schen Rek o enkon e enz: „De o den -
lich Begab e, de Ho o o Schulden ha , wi d sich absch ecken lassen.
De wenig Begab e, de abe eich genug is , wi d jedoch an die Hoch-
schule gehen. Das heiß , daß nich unbeding die e s e Ga ni u , son-
de n nu die zwei e an die Hochschulen komm ."41
Diese K i ik, die au e mu e e nega i e Alloka ions- und Ve ei-
lungswi kungen de Neu egelung abs ell , ha , so unscha sie auch
a ikulie wu de, zu Reak ionen de Bildungspoli ike ge üh . Zu
Besei igung de nega i en An eize ü ,o den lich Begab e' is o ge-
sehen, daß den jeweils e olg eichs en 30 °/o de S uden en eines Jah -
gangs ein Vie el de kumulie en Da lehensschuld geschenk wi d.
Da übe hinaus wi d denjenigen, die ih en K edi inne halb on ün
Jah en nach Beendigung des S udiums ilgen, nochmal die Häl e de
Schuld e lassen. Da die Begüns ig en de e s genann en Regelung au -
g und übe du chschni liche Be u - und e go Einkommenschancen
zum g oßen Teil auch on de zwei genann en p o i ie en, die auch den-
jenigen zugu e komm , die au g und ih e Ve mögenssi ua ion eine
4i Zi ie nach Schwellen (1983), 34.
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172 Henning Schmid
asche Tilgung bewe ks elligen können, komm es im in agena ionalen
Ve gleich zu eine seh eg essi en Ve eilung de Begüns igungen, die
noch g a ie ende aus äll , als un e de o he gehenden Ba ög-Re-
gelung.
Die Unzu iedenhei mi de Neu egelung ha inzwischen dazu ge-
üh , daß o sich ige Übe legungen in Rich ung au eine (seh be-
g enz e) Gebüh ene hebung anges ell we den. An um assende Re o -
men alle dings, die die imme noch o handenen inanziellen Res ik-
ionen bei einem nich unbeach lichen Teil de po en iellen S uden en
wi ksam au heben wü den, ohne neue Ve ze ungen he beizu üh en,
denk bishe kaum jemand un e den dami be aß en Poli ike n.
5.2. Ein Re o m o schlag
Siche lich is die Scheu g undlegenden Re o men gegenübe zum
g oßen Teil au mangelha e Kenn nisse de Vo eile eines Da le-
hensmodells und die Gewöhnung an das o handene Sys em zu ück-
zu üh en. Siche lich inde man auch in den S uden en, den g oßen
Nu znieße n des heu igen Sys ems, eine im Hinblick au Kü zungen
de Zuschüsse zum Bildungssek o hochsensible und p o es eudige
G uppe o , die ih en P o es so lau s a k a ikulie en kann, daß die
Poli ike o den angezeig en Maßnahmen zu ücksch ecken. Und nich
zule z wü de nach eine Re o m in ielen Hochschulen, speziell in den
Ve wal ungen, ein schä e e Wind wehen, gegen den die Be o enen
Dämme zu e ich en e suchen. Wie s a k de Ein luß ge ade de le z -
genann en G uppe is , läß sich schwe abschä zen, da de en Ak ionen
ela i lau los ablau en können. Wie jede Minde hei können die im
Bildungssek o au de einen ode ande en Sei e s ehenden Pe sonen
ih e Einbußen als indi iduell seh schme zha da s ellen, wäh end de
da aus esul ie ende Vo eil ü die g oße Meh hei , ob man au de
Einnahmensei e des Budge s die S eue zahle , au de Ausgabensei e
die ande en Aspi an en eiwe dende Mi el ins Auge aß , indi iduell
nu ma ginal sein dü e. Eine Re o mmaßnahme muß o diesem Hin-
e g und konzipie we den.
Eine poli isch du chse zba e Lösung muß sch i weise on de um-
assenden Sub en ionie ung zu eigen e an wo lichen Finanzie ung
und Kalkula ion des S udiums üh en. Als e s es wä e so zu e ah en,
daß man die Sub en ionen au die Nach agesei e konzen ie , um
zum einen die E izienz de Angebo se s ellung und zum ande en das
Kos enbewuß sein de S uden en zu e höhen, die au diesem Wege e -
kennen wü den, daß sie lediglich unen gel lich, nich abe kos enlos
on dem Bildungsangebo Geb auch machen konn en. P ak isch könn e
man dies mi els eines Gu scheinsys ems ollziehen.
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Die Finanzie ung de Hochschulausbildung 173
Als nächs es wä e de We de Gu scheine sukzessi e zu senken und
den S uden en du ch die Gewäh ung on Da lehen die Möglichkei zu
geben, die e o de lichen Zuzahlungen zu inanzie en, bis zugu e le z
die on den Hochschulen e lang en Gebüh en oll on den Nu z-
nieße n ge agen we den. Zuschüsse zum Bildungssek o soll en sich
besch änken au Aspek e wie die Kompensa ion ex e ne E ek e, Fö -
de ung de G undlagen o schung und geziel e Zuwendungen an G up-
pen (wie z. B. weibliche S uden en) in dem Maße, wie diese a sächlich
du ch o bes ehende Disk iminie ungen ela i en Meh belas ungen
bei de S udien inanzie ung ausgese z sind.
Zusammen assung
Die allgemeine Analyse de Beziehungen zwischen S uden und Hochschule
zeig , daß s aa liche Alimen e und Reglemen ie ungen g undsä zlich dem
Ziel alloka i e E izienz zuwide lau en. Von den gängigen A gumen en
zuguns en s aa liche In e en ionen im Hochschulbildungsbe eich e weis
sich aus ökonomische Sich le z lich nu die Kompensa ion des Kapi al-
ma k e sagens bei de S udien inanzie ung als s ichhal ig. Fü eine um as-
sende Sub en ionie ung, e wa aus e eilungspoli ischen G ünden, läß sich
keine lei Rech e igung inden. De Ve gleich ideal ypische Finanzie ungs-
al e na i en münde so in ein eindeu iges Vo um ü ein Da lehensmodell
zusammen mi ollkommen gebüh en inanzie en Hochschulen. Die Ein ich-
ung eines solchen Sys ems kann — o dem Hin e g und o he schende
s aa liche Sub en ionie ung — nu sch i weise au dem Weg übe ein
Gu scheinsys em e olg eich sein.
Summa y
The analysis o he ela ionship be ween s uden and uni e si y shows
s a e g an s and egula ions being in con lic wi h he a ge o alloca i e
e iciency. Excep o he compensa ion o capi al ma ke de iciencies, he
common a gumen s in a o o go e nmen in e en ion in he highe edu-
ca ion ma ke lack solidi y om an economic poin o iew. Any subsidiza ion,
e.g. o mee so-called dis ibu i e equi emen s, canno be jus i ied. The
compa ison o he pu e o ms o al e na i e inancing a angemen s leads
o a clea -cu o e o a loan unds sys em wi h he uni e si ies exclusi ely
inanced by ees. Wi h massi e go e nmen subsidiza ion p e ailing ac ually,
he implemen a ion o such a sys em can only be success ul, when a anged
s ep by s ep, empo a ily using a ouche scheme.
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DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.104.2.151 | Gene a ed on 2023-04-04 12:05:19
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