Bansche us, Ul ; Baumgä ne , Alena; Tobias, Helene
Wo king Pape
"...wi hal en die Uni am Lau en!": Pe spek i en au A bei
und Beschä igung in wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen an Hochschulen
Wo king Pape Fo schungs ö de ung, No. 355
P o ided in Coope a ion wi h:
The Hans Böckle Founda ion
Sugges ed Ci a ion: Bansche us, Ul ; Baumgä ne , Alena; Tobias, Helene (2024) : "...wi hal en die
Uni am Lau en!": Pe spek i en au A bei und Beschä igung in wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen an Hochschulen, Wo king Pape Fo schungs ö de ung, No. 355, Hans-Böckle -S i ung,
Düsseldo
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Au einen Blick
Das Wo king Pape un e such un e schiedliche Aspek e de A bei s- und Beschä igungs-
si ua ion in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen. Die Auswe un-
gen basie en au den Da en des DGB-Hochschul epo s und au e ie enden In e iews
und F ei ex an wo en aus zwei wei e en S udien. Be ach e we den un e ande em die
Themenbe eiche A bei szei , A bei so ganisa ion, Einkommen und e leb e We schä zung.
Hinzu kommen wei e e Aspek e wie In e ak ion und Füh ung, Pe sonalen wicklung und die
Digi alisie ung adminis a i e P ozesse.
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ISSN 2509-2359
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 3
Inhal
Zusammen assung ................................................................................. 5
1. Einlei ung ........................................................................................... 9
2. Da eng undlagen ............................................................................. 12
2.1 DGB-Hochschul epo ................................................................ 12
2.2 In e iews eine Falls udie.......................................................... 13
2.3 F ei ex an wo en ....................................................................... 13
3. B anchen e gleich ........................................................................... 15
3.1 O ganisa ionale Ge ech igkei als analy isches Modell ............... 16
3.2 Be unde zu A bei ssi ua ion an Hochschulen ............................ 18
3.3 Zwischen azi ............................................................................. 29
4. Geschlech e un e schiede ............................................................... 32
4.1 Fo schung zu Geschlech e un e schieden in de A bei swel ..... 32
4.2 Empi ische Be unde zu A bei an Hochschulen ........................ 36
4.3 Zwischen azi ............................................................................. 48
5. Ane kennung und We schä zung .................................................... 51
5.1 Ane kennung und We schä zung –
g undlegende Ansä ze ..................................................................... 53
5.2 In e iews mi Beschä ig en in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen ........................................ 56
5.3 Zwischen azi ............................................................................. 67
6. Ansp üche de Beschä ig en ........................................................... 68
6.1 Einschä zungen de Beschä ig enzu ih e
be u lichen Si ua ion ........................................................................ 68
6.2 Zwischen azi ............................................................................. 75
7. Digi alisie ung adminis a i e P ozesse .......................................... 77
7.1 Digi alisie ung als Change-Managemen -P ozess ...................... 78
7.2 Be unde zu Digi alisie ung de Ve wal ung
an eine Uni e si ä .......................................................................... 85
7.3 Zwischen azi ............................................................................. 91
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 4
8. In e ak ion und Füh ung ................................................................. 94
8.1 Fo schungss and: Füh ung an Hochschulen............................. 94
8.2 Be unde aus quali a i en In e iews
mi Beschä ig en ............................................................................ 99
8.3 Zwischen azi .......................................................................... 108
9. Pe sonalen wicklung .................................................................... 111
9.1 Pe sonalen wicklung im be ieblichen Kon ex ........................ 111
9.2 Wei e bildung und Pe sonalen wicklung
an Hochschulen............................................................................ 115
9.3 Bewe ungen de Beschä ig en
in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen ................................. 118
9.4 Zwischen azi .......................................................................... 125
10. A bei und Beschä igung in wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen an Hochschulen: Eine Quin essenz in zehn Punk en ... 128
Li e a u .............................................................................................. 134
Au o innen und Au o en ..................................................................... 151
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 5
Abbildungen
Abbildung 1: Du chschni liche eale und e einba e A bei szei
nach Geschlech .............................................................................. 37
Abbildung 2: Ausgewähl e G ünde ü Teilzei a bei
nach Geschlech .............................................................................. 42
Abbildung 3: Beschä ig e
nach ausgewähl en En gel g uppen und Geschlech ....................... 43
Tabellen
Tabelle 1: Beschä igungsbedingungen 2019 ....................................... 22
Tabelle 2: A bei szei und A bei so ganisa ion 2019 ............................. 23
Tabelle 3: In e ak ion und Füh ung 2019 .............................................. 25
Tabelle 4: A bei ssi ua ion 2019 ........................................................... 27
Tabelle 5: Mo i a ion und En wicklungsmöglichkei en 2019 ................. 29
Tabelle 6: An eil Teilzei beschä ig e nach S ellenp o ilg uppen,
Bildungsg ad, E ziehungs e an wo ung und Geschlech ................ 39
Tabelle 7: An eil Teilzei beschä ig e
nach Al e sg uppen und Geschlech ................................................ 41
Tabelle 8: Unbe einig e Gende Pay Gap nach B anchen 2019 .......... 45
Tabelle 9: Gende Leade ship Gap an Hochschulen ............................ 47
Tabelle 10: E gebnisse de logis ischen Reg ession:
Wah scheinlichkei eine Lei ungs ä igkei in einem
Team mi meh als zehn Pe sonen .................................................. 48
Tabelle 11: Bes ehende Wei e bildungsmöglichkei en ........................ 120
Tabelle 12: Bes ehende Wei e en wicklungsmöglichkei en ................. 122
Tabelle 13: Bes ehende Au s iegsmöglichkei en ................................ 124
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 6
Zusammen assung
Die A bei s- und Beschä igungssi ua ion de Beschä ig en in den wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen de Hochschulen inde in Hochschul-
poli ik und -en wicklung, abe auch in de Hochschul o schung wenig Be-
ach ung. Dies is übe aschend, da die Mi a bei e *innen in Ve wal ung,
Technik und wei e en Se icebe eichen den o ganisa o ischen Rahmen
ü Fo schung und Leh e en scheidend mi ges al en und sich zugleich die
achlichen An o de ungen in de Ve gangenhei deu lich e höh haben.
Un e such wu den dahe e schiedene Aspek e de be u lichen Si u-
a ion diese Beschä ig eng uppe, wobei e schiedene Pe spek i en ein-
genommen sowie un e schiedliche me hodische Zugänge und Da en-
quellen e wende wu den. Die Be unde zeigen, dass un e den Beschä -
ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen insgesam eine k i i-
sche G undhal ung hinsich lich de Bewe ung ih e A bei s- und Beschä -
igungssi ua ion dominie .
Ein Teil de Beschä ig en ühl sich in ih e A bei und als Pe sonen
nich ane kann und wah genommen. Sie haben den Eind uck, dass ih e
Leis ungen meis nu bei Fehle n au allen und ihnen sons Desin e esse
en gegengeb ach wi d. Im Gegensa z dazu be ich e ein ande e Teil de
Be ag en on eine posi i en A bei sumgebung gep äg on Ve auen
und Respek , wobei insgesam die nega i en E ah ungen übe wiegen.
Die Hochschulexpansion de le z en beiden Jah zehn e ha aus Sich
de wissenscha sun e s ü zenden Mi a bei e *innen zu eine s a ken Ve -
dich ung de A bei und hohen indi iduellen Belas ungen ge üh . Bis zu
einem D i el gib an, s a k ode seh s a k belas e zu sein. Haup u sa-
chen ü die Belas ung sind häu ige S ö ungen, Mul i asking und unkla e
In o ma ionen übe die zu e ledigenden Au gaben, wäh end Zei - und
Leis ungsd uck sowie Meh a bei wenige en scheidend sind.
Meh als die Häl e de Beschä ig en in den wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen gehö dem ein achen ode mi le en Diens an ode is
den en sp echenden a i lichen En gel g uppen zugeo dne . Insbeson-
de e in diese G uppe he sch eine wei e b ei e e Unzu iedenhei mi
dem Einkommen. Zudem gib es Hinweise au eine sys ema ische Un e -
bewe ung weibliche A bei , insbesonde e im Ve gleich zwischen Tä ig-
kei en in Hochschulsek e a ia en und Biblio heken eine sei s und in Tech-
nik und IT ande e sei s.
Die Wei e bildungsangebo e ü Beschä ig e in Ve wal ung, Technik
und wei e en Se icebe eichen we den iel ach als zu allgemein wah ge-
nommen und als zu wenig spezi isch k i isie , besonde s in den Be ei-
chen Technik und IT. T o z hohe Teilnahmequo en an den Wei e bildun-
gen lieg die Zu iedenhei insgesam nu im Mi el eld, und es he sch
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 7
g oße Unzu iedenhei mi den beg enz en Au s iegsmöglichkei en, o al-
lem den wei gehend ehlenden in e nen Ka ie ewegen.
Die E gebnisse de du chge üh en Analysen zeigen, dass e wa die
Häl e de Beschä ig en ih e A bei als gesellscha lich wenig bedeu sam
einschä z , und übe ein Vie el sieh ih e Leis ungen kaum als ele an
ü ih e Hochschule an. Ein gu es Fün el iden i izie sich kaum ode ga
nich mi ih e A bei . Dies sind im B anchen e gleich hohe We e, wes-
halb Hochschulen – ge ade als Ein ich ungen de Fo schung und de Bil-
dung – ein s a kes In e esse an de Ve besse ung diese Si ua ion haben
soll en.
E wa jede ie e A bei s e ag in den wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen is be is e , gleichzei ig is de An eil eilzei beschä ig e Mi -
a bei e *innen hoch, besonde s bei F auen. Be is e e Ve äge b ingen
Unsiche hei mi sich, wäh end Teilzei a bei o zu besse en Ve einba -
kei on A bei und Leben pass , abe eilweise auch ungewoll is .
Die A bei szei au onomie wi d on den meis en Beschä ig en als hoch
eingeschä z , wenngleich sie manchmal du ch es ik i e Vo gese z e
ode ehlende Möglichkei en eingesch änk wi d. Mobiles A bei en is be-
sonde s im Wissenscha smanagemen e b ei e , ungleiche F eihei s-
g ade zwischen den e schiedenen S ellenp o ilen bei Flexibili ä und A -
bei sges al ung können jedoch als illegi im emp unden we den und die
Pe sonalbindung beein äch igen.
Die Ablau o ganisa ion an Hochschulen wi d on Mi a bei enden in
Ve wal ung, Technik und wei e en Se icebe eichen o als schwe ällig
und bü ok a isch emp unden, mi un e soga als dys unk ional. Die U sa-
chen hie ü sind nach Einschä zung de Be ag en un e ande em die un-
e schiedlichen Eins ellungen und Mo i a ionen de zus ändigen Mi a bei-
e *innen, eine un e schiedlich s a k ausgep äg e Funk ionali ä in e ne
P ozesse sowie übe g ei ende gese zliche Regelungen, die Ve ände un-
gen e schwe en.
Die Digi alisie ung on Ve wal ungsp ozessen kann eben alls He aus-
o de ungen mi sich b ingen, sei es du ch P obleme im Change-Manage-
men ode eine unzu eichende Passung zwischen Technologie und Ve -
wal ungsau gaben.
Die In e ak ion de wissenscha sun e s ü zenden Mi a bei e *innen
mi Vo gese z en und Kolleg*innen a iie s a k. Wäh end die meis en
Un e s ü zung und We schä zung aus dem Kollegenk eis e ah en, ehl
es o an Mo i a ion und angemessene Rückmeldung sei ens de Vo ge-
se z en. Besonde s p oblema isch emp inden iele Beschä ig e das Ve -
hal en einige akademische Füh ungsk ä e, die adminis a i e P ozesse
o nich e s ehen und En scheidungen eigenmäch ig e en wollen. Zu-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 8
dem is de An eil weibliche Füh ungsk ä e o allem au höhe en Hie-
a chieebenen ge ing
Ein be äch liche Teil de Mi a bei e *innen in Ve wal ung, Technik
und wei e en Se icebe eichen is schließlich äl e als 50 Jah e, was den
be ei s bes ehenden Fachk ä emangel pe spek i isch wei e e schä en
könn e. Die Rek u ie ung quali izie e Fachk ä e wi d zusä zlich du ch
den g oßen An eil an Que eins eige *innen e schwe , was e s ä k e An-
s engungen sei ens de Hochschulen bei de Eina bei ung und Quali i-
zie ung e o de .
Insgesam s ehen die Hochschulen o de He aus o de ung, ih e A -
ak i i ä als A bei gebe innen in den wissenscha sun e s ü zenden Be-
eichen deu lich zu e besse n. Ohne en sp echende Ak i i ä en dü e es
kaum gelingen, kün ig hin eichend iele quali izie e Mi a bei e *innen ü
die iel äl igen Au gaben in de zen alen und dezen alen Ve wal ung, in
Biblio heken und Rechenzen en, in We ks ä en und Labo en, im Hoch-
schulsek e a ia en und im Wissenscha smanagemen zu gewinnen.
Ohne diese Un e s ü zungsleis ungen können abe auch die wissen-
scha lichen Ke nau gaben in Fo schung und Leh e, Wei e bildung und
T ans e sowie in wei e en Be eichen nich im gesellscha lich e o de li-
chen Um ang und in de gewünsch en Quali ä e b ach we den.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 15
3. B anchen e gleich
Gene ell wi d die Wah nehmung de indi iduellen A bei s- und Beschä i-
gungssi ua ion on E we bs ä igen nich nu on den konk e en Tä igkei-
en beein luss , sonde n auch on den be ieblichen Rahmenbedingungen
(z.
B. Schape 2014). Zum Beispiel beein lussen das A bei s olumen, die
achlichen An o de ungen und die Funk ionali ä de Ablau o ganisa ion
das Belas ungse leben de Beschä ig en, haben das Agie en on Füh-
ungsk ä en und die In e ak ion im K eis de Kolleg*innen einen ele an-
en Ein luss au die Bindung on Mi a bei e *innen an einen Be ieb, wi k
sich die O ganisa ionskul u au das Wohlbe inden de Mi a bei e *innen
und somi indi ek auch au k ankhei sbeding e Fehlzei en aus.
Nich zu un e schä zen is auch die Bedeu ung on angemessenen
Gehäl e n und den bes ehenden Möglichkei en zu be u lichen Wei e en -
wicklung au die Leis ungsbe ei scha de einzelnen Mi a bei e *innen so-
wie de Belegscha insgesam (Fischbach 2020; Wal e sbache /Sch ö-
de /Klein 2020).
Mi dem Konzep de o ganisa ionalen Ge ech igkei bie e die A bei s-
psychologie ein meh dimensionales Modell zu E klä ung de Ansp üche
und E wa ungen on Beschä ig en an ih e A bei s- und Beschä igungs-
si ua ion (Colqui 2008, 2001), das auch Einzug in den Theo iekanon de
Pe sonalwi scha gehal en ha (z.
B. S ock-Hombu g/G oß 2019). Hie -
bei wi d zwischen de dis ibu i en Ge ech igkei , de p ozedu alen Ge-
ech igkei , de in e pe sonalen Ge ech igkei sowie de in o ma ionellen
Ge ech igkei un e schieden. Die einzelnen Dimensionen we den wei e
un en aus üh lich besch ieben.
Das analy ische Modell de o ganisa ionalen Ge ech igkei wi d in die-
sem Kapi el als Heu is ik ü eine Sekundä analyse de Da en des DGB-
Hochschul epo s genu z . E gänzend we den die E gebnisse des DGB-
Index‘ Gu e A bei zu Si ua ion de Beschä ig en in Deu schland insge-
sam sowie im Sek o de ö en lichen Ve wal ung he angezogen, um die
Be unde zu spezi ischen Si ua ion im Hochschulbe eich eino dnen und
somi besse e s ehen zu können (DGB-Index 2019; Schmucke 2020;
Holle /K üge /Mußmann 2014).
Die empi ischen F ages ellungen gehen an einigen S ellen übe den
analy ischen Rahmen des Konzep s de o ganisa ionalen Ge ech igkei
hinaus, wo au an den be e enden S ellen gesonde hingewiesen wi d.
Dies gil neben den kö pe lichen An o de ungen o allem ü die sinns i -
ende Funk ion de A bei , de insbesonde e in de sozial heo e ischen
Diskussion eine g oße Bedeu ung zugesch ieben wi d (z.
B. Honne h
2008; Rosa 2019a).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 16
3.1 O ganisa ionale Ge ech igkei als
analy isches Modell
Dem Modell de o ganisa ionalen Ge ech igkei zu olge wi k sich das A -
bei sum eld, beispielsweise die Ve gü ungss uk u , in e ne Ka ie e-
wege, die Füh ungskul u ode die Ve ah en zu Ve eilung on Au ga-
ben, au die A bei szu iedenhei , die Leis ungen sowie die gesundhei li-
che Si ua ion de Beschä ig en aus (Wal e sbache /Sch öde /Klein 2020;
Fischbach 2020).
En scheidend is hie bei, ob die be e enden Aspek e sei ens de Mi -
a bei e *innen als ai und angemessen be ach e we den, ob sie also mi
den Ge ech igkei s o s ellungen de Beschä ig en und den dami e bun-
denen E wa ungen übe eins immen (Dänze 2016). In de Li e a u we -
den ie Dimensionen de o ganisa ionalen Ge ech igkei un e schieden,
die im Folgenden besch ieben we den (Colqui 2008, 2001; S ock-Hom-
bu g/G oß 2019).
3.1.1 Dis ibu i e Ge ech igkei
Dem in de Gesellscha o he schenden Ve s ändnis zu olge is dis i-
bu i e Ge ech igkei dann gegeben, wenn de Au wand, den eine Pe son
e b ing , in einem angemessenen Ve häl nis zum E ag s eh , den diese
im Gegenzug e häl . Hie bei is wenige die absolu e Höhe en scheidend,
wenngleich diese Aspek keineswegs i ele an is , sonde n ielmeh die
Rela ion zu den E ägen on Pe sonen, de en Tä igkei als e gleichba
be ach e wi d (Hinsch 2016a; Colqui 2001, 2008). Wi d das Tausch e -
häl nis s uk u ell als unausgeglichen bewe e , lieg eine G a i ika ions-
k ise o , die sich nega i au die Mo i a ion und in de Folge au die e -
b ach en Leis ungen auswi ken kann (Sieg is /D agano 2020).
Dis ibu i e Ge ech igkei is also ein wich ige Maßs ab ü die Bewe -
ung des eigenen Einkommens im Ve gleich zu den Kolleg*innen im Be-
ieb sowie in e gleichba en B anchen, wobei insbesonde e als unbe-
g ünde be ach e e Ungleichbehandlungen als illegi im gel en (Dänze
2016; Dü sch e al. 2014). Dies gil übe wiegend auch dann, wenn Be-
schä ig e im E gebnis selbs gegenübe ande en be o eil we den (Wal-
e sbache /Sch öde /Klein 2020).
Die No m de dis ibu i en Ge ech igkei bezieh sich im A bei skon ex
nich nu au das e ziel e Einkommen, sonde n auch au ande e Aspek e
wie die Möglichkei zu be u lichen Wei e en wicklung ode die e ügba-
en Ressou cen im di ek en A bei sum eld (Fischbach 2020). Sie behäl
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 17
auch in eine sich wandelnden A bei swel ih e Bedeu ung, wie Un e su-
chungen zu C owdwo ke *innen zeigen (P ei e e al. 2019).
3.1.2 P ozedu ale Ge ech igkei
Die Dimension de p ozedu alen Ge ech igkei bezieh sich in e s e Linie
au den Modus de be ieblichen En scheidungs indung au allen Hie a -
chieebenen. Diese gil dann als ai , wenn e als nich willkü lich, also im
Wesen lichen einzel allunabhängig, konsis en und ak enbasie , sowie
ü alle Be eilig en gleiche maßen e bindlich be ach e wi d (Hinsch
2016b; Dänze 2016; Colqui 2001, 2008). Dies be i un e ande em die
K i e ien, nach denen Au gaben e eil we den, ode die A des Um-
gangs mi Kon lik en.
Hinzu komm die Siche ung de Be eiligung de on eine En schei-
dung (po enziell) Be o enen, mindes ens im Sinne de Möglichkei , den
indi iduellen Bedü nissen in angemessene Weise Gehö zu e scha en
(Wal e sbache /Sch öde /Klein 2020). Is Ve ah ensge ech igkei gege-
ben, zum Beispiel weil Ve auen in die S a egie de Un e nehmenslei-
ung bes eh und die Mi ges al ungs ech e des Be iebs a s gesiche
sind, können auch E gebnisse mi nega i en Konsequenzen ü die Be-
schä ig en – beispielsweise Gehal seinbußen in olge eine schwie igen
Si ua ion des Un e nehmens – als legi im be ach e we den (Leng eld/
K ause 2006).
Ein anspa en e und be echenba e En scheidungsmodus kann zu-
dem dazu bei agen, So gen und Ängs e de Beschä ig en zu eduzie en;
beispielsweise im Rahmen o ganisa ionale Ve ände ungsp ozesse
(Reiss e al. 2019).
3.1.3 In e pe sonale Ge ech igkei
Im Zen um des be u sbezogenen Ve s ändnisses de in e pe sonalen
Ge ech igkei s eh die In e ak ion im Be ieb, insbesonde e sei ens de
Füh ungsk ä e. Rele an e Aspek e sind hie o allem ein hö liche , eh -
liche und espek olle Umgang sowie die Gleichbehandlung alle Mi a -
bei e *innen (Colqui 2001; Dü sch e al. 2014).
Anknüp end an e hische G undsä ze, die bis in die An ike zu ück ei-
chen, geh es im Ke n da um, „niemandem ein Un ech zuzu ügen und
jedem das zukommen zu lassen, was einem zus eh “ (Pinzani 2016:
S. 155). Hie zu gehö auch, dass den Beschä ig en Ane kennung und
We schä zung en gegengeb ach wi d; ein Fak o , de die Bindung de
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 18
Mi a bei e *innen und ih e Be ei scha , sich ü die be ieblichen Ziele zu
engagie en, in besonde e Weise beein luss (Wal e sbache /Sch öde /
Klein 2020).
3.1.4 In o ma ionelle Ge ech igkei
Die Dimension de in o ma ionellen Ge ech igkei bezieh sich schließlich
au den Zugang zu a bei spla z ele an en In o ma ionen, insbesonde e
übe ans ehende Ve ände ungen ode s a egische Ziele des Lei ungs-
pe sonals. Die An o de ung is hie , dass en sp echende Aspek e nach-
ollziehba beg ünde und anspa en kommunizie we den (Colqui
2001).
Bes eh diesbezüglich ein De izi , kann dies bei den Mi a bei e *innen
olgen eiche s essinduzie e Belas ungen auslösen (BAuA 2020). Hinzu
komm die A und Weise, in de die In o ma ionen e mi el we den. Bei-
spielsweise s ell sich hie die F age, ob die Wei e gabe de In o ma ionen
ech zei ig e olg , die Da s ellung des Sach e hal s ü die In o ma ions-
emp änge *innen anschaulich is und die indi iduellen Vo kenn nisse so-
wie die spezi ischen An o de ungen und Bedü nisse de Beschä ig en
be ücksich ig we den (Colqui 2001).
3.2 Be unde zu A bei ssi ua ion an
Hochschulen
In den olgenden Abschni en we den die E gebnisse des DGB-Hoch-
schul epo s denen des DGB-Index Gu e A bei gegenübe ges ell . Im Fo-
kus dieses Kapi els s eh die A bei s- und Beschä igungssi ua ion in den
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen (im Wei e en
abgekü z mi „H“). De Ve gleich mi den in de ö en lichen Ve wal ung
(ku z „V“) ä igen Pe sonen und den Beschä ig en in Deu schland insge-
sam (ku z „I“) dien einem besse en Ve s ändnis de ak uellen Lage de
Hochschulbeschä ig en, sodass die Da s ellung de Ve gleichsda en im
Rahmen dieses Kapi els ehe in eine ku so ischen Weise e olg .
Ein Ve gleich de Beschä ig en in den wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen an Hochschulen mi den Beschä ig en in de ö en lichen Ve -
wal ung wi d aus eine analy ischen Pe spek i e deshalb als besonde s
hil eich be ach e , weil die beiden Beschä igungssegmen e hinsich lich
meh e e Aspek e eine hohe Übe schneidung au weisen.
So is zumindes bei den Beschä ig en an s aa lichen Hochschulen, an
denen die Be agung im Rahmen des DGB-Hochschul epo s im Wesen -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 19
lichen s a ge unden ha , bei den auszu üh enden Tä igkei en, den a i li-
chen und beam en ech lichen Rahmenbedingungen des Beschä igungs-
e häl nisses sowie de Ausbildung de Beschä ig en und de dami e -
bundenen be u lichen Sozialisa ion eine seh g oße Ähnlichkei zum
Ke nbe eich de ö en lichen Ve wal ung es zus ellen (Bansche us 2021,
2023).
Nich zule z s eh zumindes ein Teil de Hochschulmi a bei e *innen
in einem di ek en Beschä igungs e häl nis mi dem be e enden Bun-
desland. Diese Teil de S ichp obe bilde also o mal ein Teilsegmen de
B anche de ö en lichen Ve wal ung ab, wobei die Hochschulen alle -
dings übe wei gehende Selbs e wal ungs ech e e ügen, au die an
diese S elle nich e ie eingegangen we den kann. Bei einem ande en
Teil de un e such en Beschä ig en übe nehmen die Hochschulen selbs
die A bei gebe unk ion (Dohmen/K empkow 2015; Bansche us e al.
2017).
De Jah esbe ich zum DGB-Index ass die 42 F agen des Ke n age-
bogens zu el Ka ego ien zusammen (DGB-Index 2019). Die Angaben zu
den einzelnen I ems bes ehen jeweils aus de Zusammen assung on
zwei de ie möglichen An wo ka ego ien, wobei diese nich einhei lich
e olg . Es we den also je nach Ka ego ie un e schiedliche An wo mög-
lichkei en be ich e , was die seman ische Da s ellung eilweise e schwe .
Die Da s ellung in diesem Be ich olg aus G ünden de Ve gleichba -
kei dennoch de des Jah esbe ich es, wobei die el Index-Ka ego ien wei-
e zu den ün Schwe punk hemen Beschä igungsbedingungen (Ab-
schni 3.1), A bei szei und A bei so ganisa ion (Abschni 3.2), In e ak-
ion und Füh ung (Abschni 3.3), A bei ssi ua ion (Abschni 3.4) sowie
Mo i a ion und En wicklungsmöglichkei en (Abschni 3.5) zusammenge-
ass wu den.
Im In e esse eine möglichs um assenden Be ach ung de A bei s-
und Beschä igungssi ua ion on Beschä ig en in wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen we den punk uell auch Be unde da ges ell , die übe
die ie Dimensionen de o ganisa ionalen Ge ech igkei hinaus gehen.
Dies be i zum einen den Aspek de kö pe lichen An o de ungen und
zum ande en die F age nach dem Sinngehal de A bei . Au g und on
Un e schieden in de Da ensa zs uk u sind übe die Da s ellung de de-
sk ip i en Be unde und ih e In e p e a ion hinaus keine wei e gehenden
Auswe ungen möglich.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 20
3.2.1 Beschä igungsbedingungen
Im Ve gleich mi allen Beschä ig en in Deu schland und den Beschä ig-
en in de ö en lichen Ve wal ung zeig sich, dass Mi a bei e *innen in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen ih Einkommen deu lich häu i-
ge als unangemessen be ach en ( gl. Tabelle 1). Sie geben nich nu
deu lich häu ige an, dass die Höhe ih es Einkommens nich angemessen
sei (H: 56 %; V: 29 %; I: 46 %), sonde n be ach en ih Einkommen auch
häu ige als nich ode ge ade so aus eichend zu Deckung des Lebens-
un e hal s (H: 44 %; V: 19 %; I: 40 %). Hinzu komm die häu ige e E wa -
ung, dass die spä e e Ren e nich ode nu ge ade so aus eichend sein
wi d (H: 83 %; V: 53 %; I: 79 %).
Die e b ei e e Unzu iedenhei mi dem e ügba en Einkommen so-
wie de Absiche ung im Al e is ein deu liche Hinweis da au , dass an
Hochschulen aus Sich de Beschä ig en zumindes in den wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen – insbesonde e im Ve gleich mi den
Beschä ig en in de ö en lichen Ve wal ung – die dis ibu i e Ge ech ig-
kei als nich gewäh leis e be ach e we den muss. Dies dü e dadu ch
e s ä k we den, dass inne halb eine Hochschule zwei s uk u ell un e -
schiedliche Gehal sni eaus bes ehen.
So wi d das wissenscha liche Pe sonal in alle Regel in En gel g up-
pen eing uppie , die dem höhe en Diens de Beam enlau bahn en sp e-
chen (E 13 bis E 15) ode – bei den meis en P o esso *innen – deu lich
da übe liegen. Gleiches gil im Wesen lichen ü die in den le z en beiden
Jah zehn en en s andene G uppe de Beschä ig en im Wissenscha s-
managemen und wei e en neuen Hochschulp o essionen. Demgegen-
übe is die g oße Meh hei de wissenscha sun e s ü zenden Mi a bei-
e *innen in En gel g uppen eing uppie , die dem mi le en Diens (E 5 bis
E 9k bzw. E 9a) bzw. dem gehobenen Diens (E 9 bzw. E 9b bis E 12)
en sp echen (Bansche us e al. 2017; Bansche us/Golubchyko a/Tobias
2022).
In Bezug au be iebliche Sozialleis ungen sind die Un e schiede weni-
ge s a k ausgep äg , hie sind die Bewe ungen alle dings b anchenübe -
g ei end übe wiegend nega i : Meh als de Häl e de Beschä ig en s e-
hen ih e eigenen Einschä zung zu olge keine ode zumindes keine aus-
eichenden Angebo e de be ieblichen Al e s o so ge (H: 51 %; V: 56 %;
I: 65 %) ode de be ieblichen Gesundhei s ö de ung (H: 52 %; V: 49 %;
I: 74 %) zu Ve ügung. Noch höhe is de An eil de Beschä ig en, denen
keine sons igen be ieblichen Sozialleis ungen wie Angebo e zu Kinde -
be euung ode Fah kos enzuschüsse (H: 75 %; V: 67 %; I: 73 %) zu
Ve ügung s ehen.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 21
De Eind uck eine aus Beschä ig ensich nich bes ehenden dis ibu-
i en Ge ech igkei wi d un e s ü z du ch die Be unde zu Beschä i-
gungssiche hei , die sei ens de Hochschulbeschä ig en eben alls als
e gleichsweise k i isch eingeschä z wi d. So geben Mi a bei e *innen in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen insbesonde e im Ve gleich zum
Pe sonal de ö en lichen Ve wal ung deu lich häu ige an, dass sie sich
So gen um ih e be u liche Zukun machen (H: 25 %; V: 10 %; I: 16 %),
ü ch en, ih en A bei spla z e lie en zu können (H: 12 %; V: 4 %; I: 9 %),
ode beso g da übe sind, dass diese pe spek i isch übe lüssig wi d (H:
12 %; V: 7 %; I: 11 %).
Zwa wi d die Beschä igungssiche hei b anchenübe g ei end nu on
eine Minde hei de Beschä ig en als unzu eichend bewe e , die ü die
Hochschulbeschä ig en e mi el en We e deu en insgesam jedoch au
eine pessimis ische e Hal ung diese Beschä ig eng uppe hinsich lich
dieses Aspek s hin – insbesonde e im Ve gleich zu ö en lichen Ve wal-
ung. Dies ko espondie mi dem Be und, dass de An eil be is e e Be-
schä igung den Angaben de am lichen Hochschulpe sonals a is ik zu-
olge in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen höhe is als in e -
gleichba en Beschä igungssek o en wie dem ö en lichen Diens ode
dem Diens leis ungsbe eich insgesam (Bansche us e al. 2017).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 22
Tabelle 1: Beschä igungsbedingungen 2019
Hoch-
schulen
Ö en li-
che Ve -
wal ung
Insge-
sam
Be iebliche Sozialleis ungen
(An wo en: ga nich / in ge ingem Maß)
be iebliche Al e s o so ge
51
%
56
%
65
%
be iebliche Gesundhei s ö de ung
52
%
49
%
74
%
sons ige be iebliche Sozialleis ungen
75
%
67
%
73
%
Beschä igungssiche hei
(An wo en: seh häu ig / o )
So gen um be u liche Zukun
25
%
10
%
16
%
So gen um A bei spla z e lus
12
%
4
%
9
%
So gen, dass A bei spla z übe lüssig
wi d
12
%
7
%
11
%
Einkommen und Ren e
(An wo en: ga nich / in ge ingem Maß bzw. eich nich /ge ade aus
bzw. wi d nich /ge ade eichen)
Einkommen angemessen
56
%
29
%
46
%
Einkommenshöhe
44
%
19
%
40
%
spä e e Ren enhöhe
83
%
53
%
79
%
Quellen: DGB-Index Gu e A bei , Jah esbe ich 2019;
DGB-Hochschul epo , eigene Auswe ungen
3.2.2 A bei szei und A bei so ganisa ion
Beschä ig e in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen
a bei en deu lich sel ene am Wochenende ( e gleiche Tabelle 2; H: 6 %;
V: 12 %; I: 27 %%) sowie in den Abend- (H: 13 %; V: 21 %; I: 26 %) und
Nach s unden (H: 1 %; V: 4 %; I: 8 %) als die Beschä ig en insgesam ,
sowie auch sel ene als die Beschä ig en in de ö en lichen Ve wal ung.
Von ihnen wi d zudem sel ene e wa e , dass sie s ändig e eichba sind
(H: 9 %; V: 12 %; I: 24 %). Unbezahl e A bei leis e b anchenübe g ei-
end nu eine Minde hei de Beschä ig en, so auch in den adminis a i-
en und echnischen Be eichen de Hochschulen (H: 11 %; V: 5 %;
I: 14 %).
Die Be unde zu A bei szei und zu P äsenz de E we bsa bei in de
F eizei ko espondie en mi de Einschä zung de Beschä ig en in wis-
senscha sun e s ü zenden Be eichen, dass sie sel ene keinen ode al-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 23
len alls einen ge ingen Ein luss au die A bei szei ges al ung haben (H:
27 %; V: 37 %; I: 49 %), und auch sel ene angeben, ih e A bei nich ode
nu in ge ingem Maße selbs s ändig planen und ein eilen zu können (H:
18 %; V: 24 %; I: 33 %).
Wenngleich die Beschä ig en b anchenübe g ei end übe wiegend kei-
nen ode nu einen ge ingen Ein luss au die ihnen zugewiesene A bei s-
menge haben (H: 70 %; V: 70 %; I: 65 %), deu en die Be unde zu bes e-
henden Ein lussmöglichkei en au die Ges al ung de A bei szei sowie
de A bei so ganisa ion dennoch da au hin, dass in den wissenscha s-
un e s ü zenden Be eichen an Hochschulen zumindes hinsich lich diese
Aspek e die p ozedu ale Ge ech igkei in höhe em Maße ealisie is als
in de ö en lichen Ve wal ung sowie in de Gesam hei alle B anchen.
Tabelle 2: A bei szei und A bei so ganisa ion 2019
Hoch-
schulen
Ö en li-
che Ve -
wal ung
Insge-
sam
Ein luss- und Ges al ungsmöglichkei en
(An wo en: ga nich / in ge ingem Maß)
Ein luss au die A bei smenge
70
%
70
%
65
%
Ein luss au die A bei szei ges al ung
27
%
37
%
49
%
A bei selbs s ändig planen/ein eilen
18
%
24
%
33
%
A bei szei lage
(An wo en: seh häu ig/o )
Wochenenda bei
6
%
12
%
27
%
abends a bei en (18 bis 23 Uh )
13
%
21
%
26
%
nach s a bei en (23 bis 6 Uh )
1
%
4
%
8
%
s ändig e eichba sein
9
%
12
%
24
%
unbezahl e A bei leis en
11
%
5
%
14
%
Quellen: DGB-Index Gu e A bei , Jah esbe ich 2019;
DGB-Hochschul epo , eigene Auswe ungen
3.2.3 In e ak ion und Füh ung
Schwach ausgep äg schein in den wissenscha sun e s ü zenden Be ei-
chen an Hochschulen den Angaben de Beschä ig en zu olge hingegen
die in e pe sonale Ge ech igkei zu sein. Füh ungsquali ä und Be iebs-
kul u sowie die sozialen und emo ionalen An o de ungen we den du ch-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 24
weg k i ische bewe e als in de ö en lichen Ve wal ung sowie in de
Gesam hei alle B anchen.
Dies gil ü die We schä zung du ch Vo gese z e ( gl. Tabelle 3; H:
36 %; V: 23 %; I: 31 %) genauso wie ü die Un e s ü zung du ch Kol-
leg*innen (H: 21 %; V: 7 %; I: 13 %). Beides e ah en die Mi a bei e *in-
nen de Hochschulen häu ige ga nich ode nu in ge ingem Maße als
die Beschä ig en in ande en B anchen. An den Hochschulen ehlen – zu-
mindes in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen – auch häu ige
ein o enes Meinungsklima (H: 49 %; V: 37 %; I: 42 %) sowie die ak i e
Fö de ung de Kollegiali ä (H: 56 %; V: 33 %; I: 34 %) sei ens des Be-
iebs.
Wei e e Aspek e, die au ein e gleichsweise ge inges Maß an in e -
pe sonale Ge ech igkei in den adminis a i en und echnischen Be ei-
chen de Hochschulen hindeu en, sind die Be unde, dass die Mi a bei-
e *innen hie nach eigene Einschä zung e was häu ige als in ande en
B anchen he ablassend bzw. espek los behandel we den (H: 15 %;
V: 8 %; I: 11 %) und auch häu ige dazu gezwungen sind, ih e Ge ühle zu
e be gen (H: 37 %; V: 33 %; I: 29 %). Kon lik e mi Kund*innen bzw. Kli-
en *innen e en hingegen an den Hochschulen nich häu ige au als im
Du chschni alle B anchen und sel ene als in de ö en lichen Ve wal-
ung (H: 13 %; V: 21 %; I: 13 %).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 31
An den Hochschulen sind also e hebliche Ans engungen no wendig,
um die aus Beschä ig ensich unbe iedigende Si ua ion hinsich lich de
En lohnung und e ügba e be u liche En wicklungsmöglichkei en sowie
zen ale Aspek e de Ablau o ganisa ion und de O ganisa ionskul u zu
e besse n und au diese Weise die Mo i a ion und e mi el da übe
auch zu eine S eige ung des Wohlbe indens und des Leis ungsni eaus
beizu agen.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 32
4. Geschlech e un e schiede
Die Fo schung zu Geschlech e un e schieden bei Beschä ig en an Hoch-
schulen bezieh sich bislang im Wesen lichen au den wissenscha lichen
Be eich. Wenig Beach ung inden hingegen die Beschä ig en in den wis-
senscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen, wobei insbeson-
de e die zen alen und dezen alen Ve wal ungsbe eiche, die Biblio heken
und Sek e a ia e, mi einem An eil on meh als zwei D i eln weibliche
Beschä ig e als „ auendominie es Beschä igungs eld“ gel en (Hend ix
2021, S. 32; Bansche us e al. 2017). Ein G und ü die ge inge Wah neh-
mung dü e sein, dass de hohe An eil weibliche Beschä ig e als Beleg
da ü be ach e wi d, dass in diesen Be eichen gleichs ellungspoli isch
kein Handlungsbeda bes eh .
Alle dings is de F auenan eil in einem Beschä igungssegmen allein
ü die Analyse geschlech sspezi ische Un e schiede wenig aussagek ä -
ig, da auch inne halb on B anchen e hebliche geschlech sspezi ische
Seg ega ionsmus e es zus ellen sind, die sich o allem au die Aspek e
Teilzei a bei (Gende Time Gap), Ve diens /Eing uppie ung (Gende Pay
Gap) sowie die Bese zung on Lei ungsposi ionen (Gende Leade ship
Gap) beziehen (G ana o 2017; Al habe /Leuze 2020; Acha z 2021).
Inwiewei in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hoch-
schulen Geschlech e un e schiede hinsich lich diese Aspek e zu be-
obach en sind, soll in diesem Kapi el du ch eine Sekundä analyse des
Da ensa zes des DGB-Hochschul epo s in den Blick genommen we den.
Au diese Basis sind de aillie e e Aussagen zu den bes ehenden Ge-
schlech e ungleichhei en in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
an Hochschulen möglich, als dies au g und eine beg enz en Da enlage
bishe de Fall gewesen is (Ko endiek e al. 2021; Hend ix 2021), wobei
die Analysemöglichkei en alle dings auch hie au g und de Anlage de
Un e suchung beg enz bleiben.
4.1 Fo schung zu Geschlech e -
un e schieden in de A bei swel
Die Si ua ion e we bs ä ige F auen in Deu schland is Gegens and zahl-
eiche Un e suchungen, die häu ig in e na ional e gleichend angeleg
sind. So wu de beispielsweise wiede hol es ges ell , dass die E we bs-
be eiligung on F auen in Deu schland – bei alle dings im Zei e lau an-
s eigende Tendenz – nich nu ge inge is als die on Männe n, sonde n
auch on F auen in ande en (insbesonde e eu opäischen) Lände n. De
e gleichsweise ge inge An eil e we bs ä ige F auen in Deu schland wi d
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 33
zum Teil au adie e gesellscha liche No men zu ückge üh ; un e an-
de em is hie die Vo s ellung, dass die Be u s ä igkei on Mü e n nega-
i e Folgen ü die Kinde habe, besonde s s a k e b ei e (Alb ech /Rude
2022).
Zudem is de A bei sma k in Deu schland s a k geschlech e seg e-
gie , is die T ennung on „ ypischen F auenbe u en“ (An eil weibliche
Beschä ig e übe 70 P ozen ) und „ ypischen Männe be u en“ (An eil
männliche Beschä ig e übe 70 P ozen ) e gleichsweise s ik , wobei
die Weichen hie ü ühzei ig ges ell we den, da be ei s bei Jugendlichen
und jungen E wachsenen deu liche Un e schiede bei de Wahl de Schul-
o m sowie des Ausbildungsbe u s bzw. des S udien achs es zus ellen
sind (Acha z 2021).
Übe wiegend on Männe n ausgeüb e Be u e sind beispielsweise Da-
en e a bei ungs achleu e, Technike *innen und Ingenieu *innen, wäh-
end beispielsweise bei P legek ä en, E ziehe *innen ode Soziala bei-
e *innen de F auenan eil übe wieg . Bei „Bü obe u en“ handel es sich –
unabhängig om o malen Bildungsg ad – um „Mischbe u e“, alle dings
mi einem hohen F auenan eil (W ohlich/Zucco 2017).
Wei e e Me kmale de E we bssi ua ion on F auen in Deu schland
sind ein hohe An eil on Teilzei beschä igungen, ein im Ve gleich zu
Männe n ge inge e Ve diens sowie die sel ene e Übe nahme on Füh-
ungsposi ionen (Alb ech /Rude 2022).
4.1.1 Gende Time Gap – Un e schiede beim
A bei s olumen
Im Jah 2018 wa as die Häl e de sozial e siche ungsp lich ig beschä -
ig en F auen in Teilzei ä ig, wäh end dies nu au ein gu es Zehn el de
abhängig beschä ig en Männe zu a (Al habe /Leuze 2020; Wange
2020). Wäh end F auen und Männe zu Beginn de E we bsphase gleich-
e maßen ganz übe wiegend in Vollzei beschä ig sind, bie e sich nach
de Gebu des e s en Kindes ein undamen al ande es Bild: Es sind as
ausschließlich Mü e , die ih e A bei zunächs un e b echen und im An-
schluss an eine Familienzei wiede be u s ä ig we den; alle dings übe -
wiegend e s , wenn die Kinde das G undschulal e e eich haben und
dann zumeis im Rahmen eine Teilzei ä igkei (Wange 2020; Böhnke/
Zeh/Link 2015).
Im wei e en Ve lau de E we bsbiog a ie is eine Rückkeh zu eine
Vollzei beschä igung sel en, ielmeh a bei en auch die Mü e on äl e-
en Kinde n ganz übe wiegend in Teilzei (Al habe /Leuze 2020; Beh-
ens/K eime /Mucke 2018). A ypische Beschä igung i also übe wie-
gend bei F auen au , insbesonde e dann, wenn sie mi Kinde n in einem
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 34
Paa haushal leben (Böhnke/Zeh/Link 2015). Bei Männe n hingegen ha
die El e nscha allen alls ge ing ügige Auswi kungen au E we bs ä igkei
und A bei szei (Wange 2020).
Die Kombina ion aus eine Vollzei beschä igung des Va e s und eine
Teilzei ä igkei de Mu e , auch als „Zu e diens modell“ bezeichne , is in
Deu schland deu lich wei e e b ei e als in ande en eu opäischen Län-
de n. Dabei is Teilzei a bei in Be u en mi einem hohen F auenan eil be-
sonde s s a k e b ei e (OECD 2016; Beh ens/K eime /Mucke 2018; Al -
habe /Leuze 2020).
In Deu schland lieg die du chschni liche a sächliche A bei szei on
männlichen Beschä ig en sei den 80e Jah en bei 41 bis 44 Wochen-
s unden, und somi höhe als die gewünsch e A bei szei , die bei 37 bis
40 S unden p o Woche lieg . Bei den weiblichen Beschä ig en be äg die
du chschni liche a sächliche A bei szei au g und des hohen Teilzei an-
eils 31 bis 34 Wochens unden und übe s eig somi eben alls die e -
wünsch e A bei szei on und 30 S unden p o Woche (Blöme e al.
2021).
Wäh end ein G oß eil de F auen die Be euung on Kinde n und/ode
p legebedü igen Angehö igen als G und ü ih e Teilzei beschä igung
angib , i dies nu au eine deu liche Minde hei de in Teilzei ä igen
Männe zu. Diese geben hingegen deu lich häu ige an, keine Vollzei ä-
igkei inden zu können ode an einem Aus- ode Wei e bildungsangebo
eilzunehmen (Beh ens/K eime /Mucke 2018; Wange 2020).
Ve schiedene S udien üh en die deu liche Dominanz amiliä e Mo i e
bei weiblichen Teilzei beschä ig en eilweise au das in Deu schland nach
wie o unzu eichende Angebo an Be euungsein ich ungen, insbeson-
de e ü Kleinkinde , zu ück. Hinzu kommen abe auch gesellscha spoli-
ische Rahmenbedingungen wie die bes ehenden s eue lichen Regelun-
gen ü Ve hei a e e sowie nich zule z das Fo daue n eines adie en
Familienmodells im allgemeinen No men- und We ege üge, das in e s e
Linie den F auen die Ve an wo ung ü Haushal und Kinde zusch eib
und dies mi de E wa ung eine en sp echenden Zei ein eilung e binde
(Beh ens/K eime /Mucke 2018; Al habe /Leuze 2020).
4.1.2 Gende Pay Gap – Un e schiede bei de
Eing uppie ung
Im Jah 2022 lag de Du chschni s e diens p o S unde bei F auen b an-
chenübe g ei end 18 % un e halb des ü männliche Beschä ig e e mi -
el en We es (S a is isches Bundesam 2023), wobei de Abs and im Zei -
e lau leich ückläu ig is (Sch enke /W ohlich 2022). Dabei sind alle -
dings deu liche Un e schiede zwischen den B anchen es zus ellen: In
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 35
Be u en, in denen übe wiegend F auen ä ig sind, sind die Medianlöhne
endenziell ge inge als in Be u en, in denen die Beschä ig en übe wie-
gend männlich sind. Be u e mi einem ehe ausgeglichenen Geschlech-
e e häl nis liegen im Mi el eld. Zudem sind die Ve diens un e schiede
in de P i a wi scha deu lich s ä ke ausgep äg als im ö en lichen Sek-
o (W ohlich/Zucco 2017; Boll/Langemann 2018).
Ein E klä ungsansa z hie ü is die „De alua ionshypo hese“, die on
eine sys ema ischen Abwe ung on Be u en ausgeh , die ypische weise
on F auen ausgeüb we den. T o z e gleichba e A bei san o de ungen
und -belas ungen we de diesen ein ge inge e S a us au dem A bei s-
ma k zugesch ieben als Be u en, in denen übe wiegend Männe ä ig
sind, was auch eine ge inge e En lohnung zu Folge habe. U sache hie -
ü sei eine s uk u elle Ungleichbehandlung de geschlech lich un e -
schiedlich konno ie en Tä igkei en im Rahmen on Regelsys emen ü
die Fes legung on Ve diens s uk u en (Lillemeie 2018; Klamme e al.
2022).
Ein Beispiel hie ü is aus Sich on K i ike *innen das S ellenbewe -
ungs e ah en ü Ta i beschä ig e im ö en lichen Diens , da die En gel -
o dnung zum einen soziale und kommunika i e Kompe enzen, die ü die
E üllung de A bei sau gaben un e zich ba seien, komple unbe ück-
sich ig läss und zum ande en ü die Bewe ung de achlichen Kompe-
enzen unbes imm e Beg i e e wende , bei de en In e p e a ion es in de
P axis zu eine „mi elba e[n] Disk iminie ung auendominie e Tä ig-
kei s elde in de En gel s uk u “ komme (Hend ix 2021, S. 34; Ko endiek
e al. 2021; Wes e heide 2020).
Insgesam seien die im ö en lichen Diens p ak izie en summa ischen
Me hoden de S ellenbewe ung – insbesonde e im Ve gleich zu den o
allem beim beam e en Pe sonal eingese z en analy ischen Me hoden –
zu wenig aussagek ä ig, um die An o de ungen, die mi eine bes imm en
Posi ion e bunden sind, e lässlich abbilden und au diese Basis eine
angemessene En lohnung es legen zu können (Hend ix 2021; Reicha d
2019).
4.1.3 Gende Leade ship Gap – Un e scheide bei
Füh ungsposi ionen
Die empi ische A bei sma k o schung zeig zudem, dass F auen sel ene
eine be u liche Füh ungsposi ion innehaben als Männe . Zwa is de An-
eil weibliche Füh ungsk ä e in de Ve gangenhei anges iegen, die Un-
e schiede sind jedoch imme noch deu lich (G ana o 2017). So lag de
An eil weibliche Beschä ig e an allen Beschä ig en in Deu schland im
Jah 2020 bei 43 %, bei den Füh ungsk ä en de zwei en Ebene (z.
B.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 36
Ab eilungslei ung) wa en es 40 % und un e den Füh ungsk ä en de e s-
en Ebene (z.
B. Geschä s üh ung, Vo s and) lag de F auenan eil bei
27 %.
De Gende Leade ship Gap, de inie als de Un e schied zwischen
dem F auenan eil un e den Füh ungsk ä en und un e den Beschä ig en
insgesam , lag demnach au de zwei en Füh ungsebene bei 3 P ozen -
punk en und au de e s en Füh ungsebene bei 16 P ozen punk en
(Hols /F ied ich 2016). Be ach e man nu den ö en lichen Sek o , so
läss sich mi We en on 46 % au de zwei en Füh ungsebene und 37 %
au de e s en Füh ungsebene im Ve gleich zu P i a wi scha ein höhe-
e An eil weibliche Füh ungsk ä e es hal en.
Se z man diesen alle dings in Rela ion zum F auenan eil bei allen Be-
schä ig en im ö en lichen Sek o , de im Jah 2020 bei 61 % lag, so e gib
sich ü die zwei en Füh ungsebene ein Abs and zum F auenan eil bei
den Beschä ig en insgesam on 15 P ozen punk en und au de e s en
Füh ungsebene on 24 P ozen punk en. In eine ela ionalen Be ach-
ungsweise sind F auen un e den Füh ungsk ä en im ö en lichen Sek o
im Ve gleich zu Beschä ig enzahl insgesam also noch s ä ke un e e-
p äsen ie als in de P i a wi scha (Kohau /Mölle 2022; Hols /F ied ich
2016).
Dabei haben insbesonde e Mü e eine deu lich ge inge Wah schein-
lichkei , eine Füh ungsposi ion zu e eichen als Vä e ; insbesonde e
dann, wenn die Kinde noch nich das G undschulal e e eich haben
(Neumeye /Meulemann 2017; G ana o 2017; Hols /F ied ich 2016). Alle -
dings wi k sich hie bei nähe e Be ach ung o allem die Reduzie ung
de A bei szei nega i aus; F auen, die auch nach de Gebu eines Kin-
des in Vollzei a bei en, haben keine ge inge en Chancen au das E ei-
chen eine Füh ungs ä igkei – zumindes im Ve gleich zu kinde losen
F auen (Hols /F ied ich 2016).
4.2 Empi ische Be unde zu A bei an
Hochschulen
Die in diesem Kapi el da ges ell en Analysen de Da en des DGB-
Hochschul epo s ( gl. Abschni 2.1) beziehen sich in e s e Linie au
zen ale Me kmale de Beschä igungssi ua ion, insbesonde e die As-
pek e Teilzei beschä igung, Eing uppie ung und Ausübung eine Lei-
ungs unk ion. Im Fokus de olgenden Aus üh ungen s eh ein Ve gleich
de Si ua ion on männlichen und weiblichen Beschä ig en.
Pe sonen, die sich bei de E hebung einem ande en Geschlech zuge-
o dne haben, konn en au g und zu ge inge Fallzahlen nich be ücksich-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 37
ig we den. Eben alls nich gesonde be ücksich ig we den konn en Pe -
sonen, die hinsich lich des Geschlech s keine Angaben gemach haben.
Die Angaben de beiden le z genann en Pe soneng uppen wu den alle -
dings bei de Be echnung de An eilswe e ü die Beschä ig en insge-
sam einbezogen.
4.2.1 Geschlech e un e schiede bei Teilzei a bei
Die e aglich e einba e A bei szei on männlichen Beschä ig en in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen lag 2019 bei
du chschni lich 37,8 S unden p o Woche und somi e wa zwei S unden
un e halb de egulä en A bei szei ü eine Vollzei beschä igung.
1
Dem-
gegenübe lag die a sächliche A bei szei mi 39,9 Wochens unden im
Du chschni und zwei S unden da übe ( gl. Abb. 1). Bei den weiblichen
Beschä ig en übe s ieg die eale wöchen liche A bei szei mi du ch-
schni lich 35,6 S unden die e einba e A bei szei on 33,7 Wochen-
s unden eben alls um und zwei S unden.
Be ach e man nu die e einba e A bei szei , so wa diese bei weib-
lichen Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen im
Du chschni und ie S unden p o Woche kü ze als bei den männlichen
Beschä ig en. Dies deu e au einen deu lich höhe en Teilzei an eil un e
den weiblichen Beschä ig en hin.
Abbildung 1: Du chschni liche eale und e einba e A bei szei
(in Wochens unden) nach Geschlech
Quelle: DGB-Hochschul epo 2019 (Da ensa z), eigene Auswe ungen
1
Die ge ing ügigen Un e schiede zwischen den a i lichen Ve einba ungen ü die be-
ach e en Bundeslände und den en sp echenden Regelungen ü Beam *innen we -
den an diese S elle nich be ücksich ig .
33,7
37,8
35,6
39,9
weiblich
männlich
Reale A bei szei Ve einba e A bei szei
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 38
Diese Eind uck bes ä ig sich mi Blick au die geschlech sspezi ische
Teilzei quo e
2
, die 2019 un e den männlichen Beschä ig en in wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen 13 P ozen be ug,
wäh end sie bei den weiblichen Beschä ig en mi 39 P ozen d eimal so
hoch wa ( gl. Tab. 6).
Di e enzie nach S ellenp o ilg uppe zeig sich, dass die Teilzei quo e
bei den männlichen Beschä ig en in den S ellenp o ilg uppen Ve wal ung
(16 %) und Wissenscha smanagemen (15 %) leich übe dem Du ch-
schni swe und in de S ellenp o ilg uppe Technik (9 %) leich un e de
du chschni lichen geschlech sspezi ischen Teilzei quo e gelegen ha .
Auch bei den weiblichen Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen wa die Teilzei quo e in de S ellenp o ilg uppe Ve wal ung
(43 %) leich übe du chschni lich, wäh end sie in den S ellenp o ilg up-
pen Technik (37 %) und Wissenscha smanagemen (32 %) un e dem
Du chschni swe gelegen ha .
Au ällig is die mi 24 % e gleichsweise hohe Teilzei quo e bei männ-
lichen Beschä ig en in de S ellenp o ilg uppe Biblio heken. In diese
S ellenp o ilg uppe wa de Teilzei an eil un e den weiblichen Beschä ig-
en zugleich mi 26 % besonde s ge ing – und lag nu ma ginal obe halb
des We es ü die männlichen Beschä ig en. Bei de In e p e a ion is
alle dings zu be ücksich igen, dass die S ellenp o ilg uppe Biblio heken
mi deu lichem Abs and die ge ings en Beschä ig enzahlen au weis und
die Fehle wah scheinlichkei hie somi g öße is als in den ande en wis-
senscha sun e s ü zenden Be eichen.
Insgesam lag de An eil weibliche Beschä ig e in den wissenscha s-
un e s ü zenden Be eichen an Hochschulen bei 66 %. In de S ellenp o-
ilg uppe Ve wal ung be ug de An eilswe 76 % und in de S ellenp o-
ilg uppen Biblio heken 75 %. Im Be eich Technik wa en es 44 % und im
Wissenscha smanagemen 70 %. Mi Ausnahme de S ellenp o ilg uppe
Technik sind in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hoch-
schulen also übe wiegend F auen beschä ig (Bansche us e al. 2017;
Ko endiek e al. 2021).
Hinsich lich de Teilzei beschä igung e gib sich also endenziell ein
Gesam bild, das dem allgemeinen Fo schungss and en sp ich ( gl. Ab-
schni 4.1), da in de S ellenp o ilg uppe Ve wal ung ein hohe Teilzei an-
eil mi einem übe du chschni lichen An eil weibliche Beschä ig e ko -
espondie , wäh end in de S ellenp o ilg uppe Technik eine nied ige e
Teilzei quo e mi einem un e du chschni lichen An eil weibliche Beschä -
ig e einhe geh .
2
Teilzei beschä igung wi d in diesem Bei ag e s anden als eine e einba e Beschä -
igungsdaue on wenige als 35 Wochens unden.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 39
Im Be eich Wissenscha smanagemen e gib sich hingegen ein weni-
ge eindeu ige Be und, da hie ein bei einem hohen An eil weibliche Be-
schä ig e nu ü die männlichen Beschä ig en im Ve gleich zu den Be-
schä ig en insgesam eine höhe e Teilzei quo e es zus ellen is , nich je-
doch ü die weiblichen Beschä ig en. Au die da ensa zbezogenen Be-
sonde hei en in de Pe sonalg uppe Biblio heken wu de be ei s hingewie-
sen.
Tabelle 6: An eil Teilzei beschä ig e nach S ellenp o ilg uppen,
Bildungsg ad, E ziehungs e an wo ung und Geschlech
männlich
weiblich
Beschä ig e insgesam
13
%
39
%
S ellenp o ilg uppe
Ve wal ung
16
%
43
%
Biblio heken
24
%
26
%
Technik
9
%
37
%
Wissenscha smanagemen
15
%
32
%
Bildungsg ad
Akademike *innen
15
%
39
%
Nich -Akademike *innen
10
%
39
%
E ziehungs e an wo ung
E ziehungs e an wo liche
12
%
61
%
Nich -E ziehungs e an -
wo liche
13
%
26
%
Quelle: DGB-Hochschul epo 2019 (Da ensa z), eigene Auswe ungen
Di e enzie nach dem o malen Bildungsg ad wa de An eil Teilzei be-
schä ig e un e den männlichen Beschä ig en mi Hochschulabschluss
mi 15 % e was höhe als bei den Beschä ig en ohne akademische Qua-
li ika ion, on denen 10 % in Teilzei a bei e en ( gl. Tab. 6). Bei den weib-
lichen Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen läss
sich hingegen kein Un e schied zwischen Beschä ig en mi und ohne
Hochschulabschluss es s ellen. In beiden G uppen lag de Mi elwe bei
39 %.
Deu liche als die o male Quali ika ion beein luss die Übe nahme on
E ziehungs e an wo ung den Um ang des Teilzei an eils – alle dings nu
bei weiblichen Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
( gl. Tab. 6). So lag die Teilzei quo e bei weiblichen Beschä ig en mi E -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 40
ziehungs e an wo ung bei 61 % und somi deu lich höhe als bei weibli-
chen Beschä ig en ohne E ziehungs e an wo ung (26 %). Bei den
männlichen Beschä ig en läss sich hingegen zwischen Pe sonen mi
(12 %) und ohne E ziehungs e an wo ung (13 %) kein ele an e Un e -
schied beim Um ang de Teilzei beschä igung es s ellen.
Di e enzie nach Al e sg uppen lassen sich bei Beschä ig en bis zum
Al e on 25 Jah en keine ele an en Un e schiede nach Geschlech
(männlich: 11 %; weiblich: 12 %) es s ellen ( gl. Tab. 7). Bei weiblichen
Beschä ig en s eig die Teilzei quo e danach alle dings bis zum Al e on
40 Jah en deu lich an: on 28 P ozen in de Al e sg uppe on 26 bis
30 Jah en übe 35 P ozen bei den 31- bis 35-jäh igen F auen au einen
An eil Teilzei beschä ig e on 45 P ozen in de G uppe de 36- bis 40-
Jäh igen. Diese En wicklung ko espondie mi de ypischen biog a i-
schen Phase, in de F auen Kinde bekommen (Sch enke /W ohlich
2022).
In den Al e sg uppen on 41 bis 45 Jah en (47 %) und on 46 bis
50 Jah en (47 %) e bleib die Teilzei quo e bei den weiblichen Beschä -
ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen au einem hohen Ni-
eau, um in den olgenden Al e sg uppen (51 bis 55 Jah e: 37 %, 56 bis
60 Jah e: 36 %) wiede abzusinken. Diese En wicklung dü e in ielen
Fällen mi eine sinkenden In ensi ä de Kinde be euung einhe gehen,
insgesam zeig sich in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an
Hochschulen alle dings eben alls die ü die A bei swel insgesam kon-
s a ie e Pe sis enz on Teilzei a bei bei Mü e n (Beh ens/K eime /Mu-
cke 2018; Sch enke /W ohlich 2022; gl. Abschni 4.1).
Fü die G uppe de weiblichen Beschä ig en, die äl e als 60 Jah e
sind, wu de im Rahmen de Sekundä analyse ein Teilzei an eil on
41 P ozen e mi el . Die G ünde hie ü sind au Basis des Da ensa zes
nich e mi elba , es lieg alle dings nahe, dass de leich höhe e We die
höhe e A ak i i ä eines o zei igen Übe gangs in die Ren e ü Vollzei -
beschä ig e wide spiegel . Diese In e p e a ion wi d dadu ch ges ü z ,
dass diese Al e skoho e zahlenmäßig deu lich schwäche bese z is als
die ande en.
De An eil eilzei beschä ig e Männe schwank in den Al e sg uppen
hingegen nu leich um den Du chschni swe ü alle männlichen Be-
schä ig en
3
, wobei die Beschä ig en in de Al e sg uppe de 26- bis 30-
Jäh igen mi eine Teilzei quo e on 21 P ozen eine gewisse Ausnahme
3
Die Angaben zu Teilzei beschä igung nach Al e sg uppen basie en bei den männli-
chen Beschä ig en au ge ingen Fallzahlen. Somi is bei de In e p e a ion de Einzel-
we e eine e höh e Fehle wah scheinlichkei zu be ücksich igen.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 47
Tabelle 9: Gende Leade ship Gap an Hochschulen
An eil
weibliche
Beschä ig e
Rep äsen-
anzmaß
Gende
Leade ship
Gap
Beschä ig e mi
Lei ungs unk ion *
56
%
0,85
10
Beschä ig e mi
Lei ungs unk ion *
(> 10 Teammi gliede )
48
%
0,73
18
alle Beschä ig en
66
%
--
--
Anme kung: * ohne s uden ische Hil sk ä e, Auszubildende und
P ak ikan *innen
Quelle: DGB-Hochschul epo 2019 (Da ensa z), eigene Auswe ungen
Wie be ei s e wähn , lei en mi einem An eilswe on 4 % nu e gleichs-
weise wenige Beschä ig e in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
an Hochschulen Teams, die – ohne Be ücksich igung on Hil sk ä en,
P ak ikan *innen und Auszubildenden – meh als zehn Mi gliede haben.
Mi eine logis ischen Reg ession wu de geschä z , welchen Ein luss Ge-
schlech und o male Quali ika ion sowie die Übe nahme on E ziehungs-
e an wo ung und Teilzei a bei au die Wah scheinlichkei haben, dass
Beschä ig e in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen eine Lei ungs-
unk ion ausüben ( gl. Tab. 10).
Aus den geschä z en Koe izien en wu den Wah scheinlichkei en
(A e age Ma ginal E ec s) be echne , um die In e p e ie ba kei zu e -
leich e n. Zunächs zeig sich be ei s im Basismodell (M1), dass F auen
im Ve gleich zu Männe n eine um 2,6 P ozen ge inge e Wah scheinlich-
kei haben, eine Lei ungsposi ion zu e eichen. Diese Be und is auch
un e Be ücksich igung de o malen Quali ika ion (M2) s abil. Hie du ch
wi d deu lich, dass die Wah scheinlichkei zu Übe nahme eine Lei ungs-
unk ion ü Pe sonen mi Hochschulabschluss gegenübe Mi a bei e *in-
nen ohne Hochschulabschluss um 5,2 P ozen höhe is .
Die wei e en Modelle (M3 und M4) legen nahe, dass die Übe nahme
on E ziehungs e an wo ung e s in Ve bindung mi eine Teilzei be-
schä igung einen ele an en Ein luss au die Wah scheinlichkei eine
Lei ungs ä igkei in einem Team mi meh als zehn Pe sonen haben: diese
sink in diesem Fall bei E ziehungs e an wo lichen um 1,1 P ozen , bei
Teilzei beschä ig en alle dings um 7,7 P ozen . Ohne Einbeziehung de
A bei szei ha die Übe nahme on Au gaben in de Kinde be euung mi
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 48
0,1 P ozen nu einen zu e nachlässigenden Ein luss au die Wah -
scheinlichkei zu Ausübung eine Lei ungsposi ion. Un e Be ücksich i-
gung de A bei szei e inge sich zudem de Ein luss des Geschlech s.
Einsch änkend sei alle dings da au hingewiesen, dass die Modellgü e in
diese insgesam ehe basalen Be ach ungsweise nich besonde s hoch
is .
Tabelle 10: E gebnisse de logis ischen Reg ession (a e age ma ginal
e ec s): Wah scheinlichkei eine Lei ungs ä igkei in einem Team mi
meh als zehn Pe sonen
M1
M2
M3
M4
Geschlech : F au
(Re e enzka ego ie/RK:
Mann)
–0,026***
–0,027***
–0,026***
–0,014**
Quali ika ion:
Akademike *in
(RK: Nich -Akademike *in)
0,052***
0,052***
0,053***
Kinde be euung: E zie-
hungs e an wo liche*
(RK: Nich -E ziehungs e -
an wo liche* )
–0,001
–0,011*
A bei szei :
Teilzei beschä igung
(RK: Vollzei beschä igung)
–0,077***
Pseudo-R² (McFadden)
0,015
0,068
0,067
0,115
Anme kung: * p < 0,05, ** p < 0,01, *** p < 0,001
Quelle: DGB-Hochschul epo 2019 (Da ensa z), eigene Auswe ungen
4.3 Zwischen azi
In den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen können
gleich meh e e „F auenbe u e“, also Be u e, in denen de An eil weibliche
Beschä ig e meh als 70 P ozen be äg , iden i izie we den. Hie zu ge-
hö en o allem die S ellenp o ile „Sek e ä *in“ mi einem F auenan eil on
94 P ozen , „Biblio heka *in“ mi einem An eilswe on 80 P ozen und
„Labo an *in“ mi einem An eil on 85 P ozen weibliche Beschä ig e .
Mi einem F auenan eil on genau 70 P ozen en sp ich das S ellenp o il
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 49
„Ve wal ungsanges ell e* “ ganz knapp nich de De ini ion eines „ ypi-
schen F auenbe u s“.
Eindeu ig als „Männe be u e“ sind hingegen das S ellenp o il „Meis-
e *in/Technike *in“ mi einem An eil männliche Beschä ig e on 89 %
sowie die S ellenp o ile „Handwe ke *in/Facha bei e *in“ (Männe an eil:
78 %) und „IT-Beschä ig e* “ (72 %) zu be ach en. Au ällig is , dass es
die „Männe be u e“ sind, die inne halb de Lau bahng uppen des mi le en
und des gehobenen Diens es im Ve gleich zu den „F auenbe u en“ in den
höhe en En gel - und Besoldungsg uppen dominie en.
Geschlech sspezi ische Un e schiede bei de Eing uppie ung on Tä-
igkei en dü en somi eine zen ale U sache ü die auch in den wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen es zus ellenden ge-
schlech sspezi ischen Ve diens un e schiede da s ellen und somi einen
wesen lichen Bei ag zum Gende Pay Gap leis en. Um hie zu eine leis-
ungsge ech en S ellenbewe ung zu kommen, schein es eine g undle-
genden Neuaus ich ung de Eing uppie ungsp axis zu bedü en.
Nich nu beim Ve diens , sonde n auch bei wei e en Aspek en weis
die Beschä igungssi ua ion in den wissenscha sun e s ü zenden Be ei-
chen an Hochschulen die „ ypischen“ geschlech sspezi ischen Seg ega i-
onsmus e au . Dies gil insbesonde e ü den Um ang de Teilzei be-
schä igung und die Bese zung on Lei ungsposi ionen.
Dass Teilzei a bei bei weiblichen Beschä ig en in e heblichem Maße
s ä ke e b ei e is als bei männlichen Beschä ig en, is o allem des-
halb als p oblema isch zu be ach en, weil dies zum einen nich in e s e
Linie au die indi iduellen P ä e enzen, sonde n ielmeh au die No wen-
digkei zu Übe nahme on Be euungsau gaben, insbesonde e on Kin-
de n, zu ückzu üh en is .
Hinzu komm zum ande en die Pe sis enz a ypische A bei , die da au
hindeu e , dass die Rückkeh in eine Vollzei ä igkei nach eine Familien-
phase ü weibliche Beschä ig e in wissenscha sun e s ü zenden Be ei-
chen zumeis nich möglich is . Zwa sind die Möglichkei en de Hoch-
schulen, das Be euungsangebo ü Kinde auszubauen, beg enz , dies
gil jedoch nich ü die Ve besse ung de Möglichkei eines Wechsels on
eine Teilzei - zu eine Vollzei ä igkei . Hie eizen die Hochschulen ganz
o ensich lich die bes ehenden Handlungsmöglichkei en noch nich aus.
Eine s uk u elle Schie lage bes eh schließlich hinsich lich de Bese -
zung on Lei ungs unk ionen. Zwa lieg das Rep äsen anzmaß on
F auen un e dem Lei ungspe sonal on Teams mi meh als zehn Mi -
gliede n in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hochschulen
du chaus au einem e gleichba en Ni eau mi de zwei en Lei ungs-
ebene im ö en lichen Diens insgesam , weibliche Beschä ig e sind je-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 50
doch in beiden Fällen im Ve gleich zu ih em An eil an allen Beschä ig en
deu lich un e ep äsen ie .
Dies gil insbesonde e ü F auen, die au g und amiliä e Ve p lich un-
gen in Teilzei a bei en. Diesen Misss and gil es im Rahmen on F auen-
ö de plänen und Pe sonalen wicklungss a egien geziel anzugehen und
geeigne e Maßnahmen zu en wickeln, um die bes ehenden s uk u ellen
Un e schiede bei de Bese zung on Lei ungsposi ionen in wissenscha s-
un e s ü zenden Be eichen an Hochschulen auszugleichen.
Beispielsweise wä e zu p ü en, ob und inwiewei die e ablie en Mo-
delle zu Fö de ung on Wissenscha le innen ü die wissenscha sun e -
s ü zenden Be eichen anschluss ähig sind. Bei de En wicklung on Ziel-
g ößen ü eine angemessene Rep äsen anz on F auen un e den Füh-
ungsk ä en könn e zudem das Kaskadenmodell zumindes ku z- und
mi el is ig eine O ien ie ung bie en.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 51
5. Ane kennung und We schä zung
Bei We schä zung und Ane kennung handel es sich um zwei Beg i e,
die im All ag zwa häu ig benu z we den, abe bei nähe e Be ach ung
genauso häu ig unscha bleiben. So wi d de Beg i Ane kennung so-
wohl dazu genu z , bes imm e Sach e hal e o iziell als gül ig zu e klä en,
beispielsweise die ech lich bindende Ane kennung on S aa en ode de
El e nscha , als auch dazu, eine Ta sache als solche anzue kennen ode
diese die Ane kennung zu e weige n (z.
B. de Tod eine nahes ehen-
den Pe son).
Wei e e Beg i s e wendungen sind de Ausd uck on Billigung ode
Zus immung (z.
B. bes imm e Ziele eine Pa ei ode eine ge o enen
En scheidung), abe auch die allgemeine Ach ung de Pe sönlichkei s-
ech e eines Indi iduums unabhängig on spezi ischen Pe sönlichkei s-
me kmalen sowie de dami e bundene Respek , de eine Pe son en -
gegengeb ach wi d.
Das Ve s ändnis on Ane kennung als gegensei ige Respek is auch
und ge ade in de A bei swel on besonde e Bedeu ung. Hinzu komm
in diesem Kon ex eine wei e e Bedeu ung, die de Beg i haben kann;
Ane kennung als Wü digung und Lob im Sinne de sozialen We schä -
zung eine Pe son au g und de on ih e b ach en Leis ungen (Meye
2021; Siep 2021).
Ane kennung und We schä zung können also wei gehend als Syno-
nyme be ach e we den, wenn es da um geh , dass Menschen inne halb
eine sozialen Beziehung sich selbs und/ode ih e Handlungen wechsel-
sei ig ane kennen bzw. we schä zen; ode auch die Ane kennung ode
We schä zung e weige n, was sei ens de Pe son, die eine ande e E -
wa ungshal ung ha , als Demü igung ode Missach ung wah genommen
we den kann (Halbig 2021).
Welche Bedingungen alle dings e üll sein müss en, dami bes imm e
Handlungen in einem spezi ischen gesellscha lichen Kon ex Ane ken-
nung bzw. We schä zung beansp uchen können, is eine empi ische
F age, die no wendige weise da au abzielen muss, dass in einem gesell-
scha lichen Teilbe eich o he schende no ma i e Beg i s e s ändnis
nachzuzeichnen (Siep 2021).
Nähe man sich de F age, welches Ve s ändnis on Ane kennung im
Sinn on soziale We schä zung in de A bei swel o he schend is , in
einem e s en Sch i om All ags e s ändnis he an, so schein es sich
hie bei nach einem Blick in die Wi scha ssei en de übe egionalen Ta-
geszei ungen im Wesen lichen um Aspek e de be ieblichen O ganisa i-
onskul u zu handeln, insbesonde e einen espek ollen Umgang mi ei-
nande , die Wah nehmung de e b ach en Leis ungen, abe auch de
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 52
diese e b ingenden Menschen; nich nu als A bei nehme *innen, sonde n
als Pe sönlichkei en mi ganz indi iduellen In e essen, We o s ellungen
und E ah ungen.
Wenn das Wo Ane kennung äll , schein es da um zu gehen, dass
Menschen im A bei sall ag „gesehen, gehö , ge ag sowie übe En wick-
lungen in o mie we den“ möch en und den Wunsch haben, „unmi elba
und indi iduell [zu] spü en, geb auch zu we den und einen Bei ag zu
leis en.“ (Slaghuis 2019, o.S.)
De Pe sonal o s and eines Indus ieun e nehmens ass sein Be-
g i s e s ändnis passend zu diese Lesa in olgende Wo e: „In e esse
an de A bei und am Leben de Mi a bei enden zu zeigen is unse e A ,
We schä zung auszud ücken.“ (zi . nach Wilms 2022, o.S.) Dazu schein
es zu passen, wenn das Un e nehmen an seinen P oduk ionss ando en
häu ige „Cu ywu s - ode Ka eebuden au [bau ], dami Mi a bei e und
Geschä s üh ung ins Gesp äch kommen.“ (ebd.)
Bei en sp echenden Be ich en handel es sich jedoch zumeis um no -
ma i e Se zungen, indem ein*e Expe *in, beispielsweise ein Coach ode
eine A bei sdi ek o in, de indi iduellen Pe spek i e Ausd uck e leih .
Eine empi ische Analyse des gesellscha lichen Ve s ändnisses de Be-
g i e Ane kennung und We schä zung muss alle dings übe den exemp-
la ischen Cha ak e de medialen Be ich e s a ung hinausgehen und ins-
besonde e auch Un e schiede zwischen einzelnen B anchen sowie die
Pe spek i e de A bei nehme *innen be ücksich igen.
Auch ü die wissenscha sun e s ü zenden Be eiche an Hochschulen,
ein B anchensegmen , das wede in (hochschul-)poli ischen Diskussio-
nen noch als Fo schungsgegens and besonde e Beach ung inde , wu de
wiede hol ein We schä zungsde izi kons a ie , haben Mi a bei e *innen
in Ve wal ung und Sek e a ia en, Labo en und We ks ä en, in Biblio he-
ken und Rechenzen en sowie in wei e en Tä igkei s elde n in Be agun-
gen und In e iews übe einen Mangel an We schä zung und Ane ken-
nung be ich e (Bansche us e al. 2017; Bansche us/Golubchyko a/To-
bias 2022).
Einige Hochschulen haben au diese und e gleichba e Be unde ea-
gie und Lei linien e abschiede , in denen zu einem espek ollen Um-
gang alle Hochschulangehö igen mi einande au ge u en wi d (z.
B. Uni
Kiel). Ande e üh en Wo kshops du ch, um die Uni e si ä skul u zu e -
besse n (z.
B. TU D esden) ode haben B oschü en au geleg , in denen
Beschä ig e aus wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an ih em A -
bei spla z po ä ie we den (z.
B. Uni Mainz).
Wiede ande e Hochschulen e geben P eise, um das Engagemen
ih e Mi a bei e *innen zu wü digen (TU Be lin), e ans al en Somme -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 53
es e (z.
B. Uni Gö ingen) ode se zen allgemeine au eine S ä kung de
„Hochschuliden i ä “ (z.
B. Uni F eibu g).
Dieses Kapi el s ell o diesem Hin e g und die F age, was Beschä -
ig e in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen selbs un e We schä -
zung und Ane kennung e s ehen. Hie zu wu den 40 lei adenges ü z e
In e iews mi Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
eine Uni e si ä eanalyise und Ka ego ien he ausgea bei e , die e -
deu lichen, wann die Ansp üche de Mi a bei e *innen an Ane kennung
und We schä zung im Feld de A bei e üll sind und wann nich .
Dabei besch änk sich die Analyse nich da au , De ini ionen abzu a-
gen, die E gebnisse basie en ielmeh au eine di e enzie en inhal s-
analy ischen Auswe ung des In e iewma e ials. Die Da s ellung diese
Be unde bilde den Schwe punk des Kapi els. Zunächs wi d alle dings
ein ku ze Übe blick übe die Li e a u lage gegeben.
5.1 Ane kennung und We schä zung –
g undlegende Ansä ze
Eine daue ha e S abili ä de A bei sbeziehungen se z nich nu e izi-
en e S uk u en und egelmäßige P oduk inno a ionen in den Be ieben
o aus, sonde n benö ig auch die Un e s ü zung de A bei nehme *innen,
die wiede um on de Einhal ung bes imm e No men abhäng , die häu ig
implizi bleiben, abe gleichwohl im kollek i en Bewuss sein es e anke
sind (Honne h 2008). Von zen ale Bedeu ung is hie bei die E ah ung
on Ane kennung und We schä zung du ch Vo gese z e und Kolleg*in-
nen, abe auch du ch die Emp änge *innen on e zeug en Gü e n und
Diens leis ungen, seien es Kund*innen, Klien *innen ode im ö en lichen
Sek o auch Bü ge *innen.
Hinzu komm insbesonde e aus gesellscha s heo e ische Pe spek-
i e die F age nach dem Sinngehal de A bei , die sich beispielsweise in
de E wa ung äuße n kann, dass das eigene Handeln au Resonanz i ,
die insbesonde e das E leben on Selbs wi ksamkei um ass (Rosa
2019a). Menschen suchen – auch und ge ade in de A bei swel – nach
Bes ä igung, die sie in de Be u s ä igkei unmi elba e ah en können: „In
ih em A bei en wi ken sie au die Wel ein und ans o mie en sie – und
sei es ‚nu ‘ das Regal im Supe ma k lage – und im Lohn- ode Gehal s-
ze el e ah en sie die näh ende An wo .“ (Rosa 2019b, o. S.)
Das indi iduelle Ve s ändnis on We schä zung und Ane kennung is
in hohem Maße abhängig on subjek i en Eins ellungen, We en und No -
men und somi nich abschließend bes immba . Es lassen sich jedoch ei-
nige übe g ei ende Aspek e es s ellen, die gesellscha lich au eine hohe
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 54
Zus immung s oßen und deshalb dazu geeigne sind, einen de ini o i-
schen Rahmen zu bilden, in dem sich die indi iduellen Vo s ellungen e -
o en lassen (Honne h 2008; Ne dinge 2014).
Hie bei sind ein exis enzsiche ndes und zugleich leis ungsge ech es
Einkommen sowie die Wah nehmung de Rele anz de eigenen A bei s-
leis ungen on elemen a e Bedeu ung. Diese beiden Aspek e bilden
quasi die un e zich ba e Basis, wenn es da um geh , die – keineswegs
zwangsläu ig auch ealisie en – Ansp üche de A bei nehme *innen an
Ane kennung und We schä zung in de A bei swel zu bes immen (Hon-
ne h 2008; Ne dinge 2014).
Hinzu komm als wei e e Aspek on g undlegende Bedeu ung das
K i e ium „menschenwü dige “ A bei , e s anden als „eine A G und ech
au die Be ücksich igung de eigenen leiblich-seelischen In eg i ä und
Ve le zba kei “ (Hü gen/Voswinkel 2016, S. 507).
Konk e gemein is hie mi nich nu , dass physische G enzen de
Leis ungs ähigkei in angemessene Weise be ücksich ig we den, bei-
spielsweise du ch o melle und in o melle Regelungen zu A bei szei und
zum A bei sschu z, zum Umgang mi gesundhei lichen Einsch änkungen
ode empo ä en Leis ungsschwankungen, sonde n auch insgesam ein
espek olle Umgang, de sich be ei s da in äuße n kann, dass man nich
„dem Geb üll des Che s ausgese z is “ (ebd.).
Hinzu komm schließlich eben alls de Ansp uch, dass die A bei san-
o de ungen mi pe sönlichen In e essen und Ve p lich ungen in Einklang
geb ach we den kann, die A bei also beispielsweise Zei ü Familie und
F eunde, Hobbys ode das Engagemen im Ve ein läss (Menz/Nies 2018;
Tullius/Wol 2016).
Insgesam sind die Vo s ellungen de Beschä ig en on Ane kennung
und We schä zung in de A bei swel eng mi de An o de ung eines „ge-
ech en“ Umgangs e bunden, wobei Ge ech igkei hie zumeis e s an-
den wi d als eine angemessene Reak ion au eine e b ach e Leis ung
ode au eine spezi ische Si ua ion.
Im Sinne de o ganisa ionalen Ge ech igkei geh es sowohl da um,
dass das Einkommen im Ve häl nis zu den indi iduellen Leis ungen und
insbesonde e auch o de Hin e g und de Leis ungen de Kolleg*innen
als angemessen be ach e wi d und En scheidungen au eine ai e und
anspa en e Weise zus ande kommen, als auch da um, dass g undle-
gende Hö lichkei sno men in de pe sönlichen In e ak ion eingehal en
we den und A bei nehme *innen übe die ele an en In o ma ionen e ü-
gen, die ih e A bei ssi ua ion be e en (S ock-Hombu g/G oß 2019; Ne -
dinge 2014).
Da übe hinaus e heben A bei nehme *innen auch einen Be eiligungs-
ansp uch, de sich in e s e Linie au die Ges al ung ih es unmi elba en
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 55
A bei sum eldes bezieh . Hie geh es o allem um die Pa izipa ion an
den all äglichen En scheidungen, die eine A bei sg uppe, eine Ab eilung
ode einen ande en Koope a ionszusammenhang be e en. De Be eili-
gungsansp uch is eng gekoppel an das S eben, die eigene Tä igkei gu
und ich ig auszuüben und hie ü übe die no wendigen Ressou cen und
Handlungsspiel äume zu e ügen; da an schließ wiede um ech unmi -
elba die E wa ung an, dass be iebliche P ozesse unk ional und e i-
zien o ganisie sind.
Is diese Ra ionali ä sansp uch e le z , können die Beschä ig en
dies – zumindes mi elba – als illegi imen Eing i in ih e Ges al ungs-
möglichkei en be ach en (Menz/Nies 2018; Tullius/Wol 2016). Diese An-
nahmen we den du ch empi ische Be unde bes ä ig , die beispielsweise
zeigen, dass ein als angemessen emp undenes Einkommen, die e leb e
Un e s ü zung du ch Kolleg*innen und Vo gese z e sowie die wah ge-
nommene Kla hei übe die Un e nehmenss a egie einen ele an en Ein-
luss au die indi iduelle A bei szu iedenhei haben (Ganse e /Kampkö -
e /S e es 2021).
Vo ausse zung da ü , dass A bei nehme *innen Ane kennung und
We schä zung e ah en, is alle dings, dass die on ihnen e b ach en
Leis ungen zunächs einmal wah genommen we den.
Diesbezüglich wi d ge ade ü den ö en lichen Diens ein s uk u elles
De izi kons a ie . In e s e Linie lieg dieses da in beg ünde , dass ö en -
liche Diens leis ungen häu ig im Hin e g und s a inden. Fü die Bü -
ge *innen als Emp änge *innen de e b ach en Leis ungen bleiben sie
wei gehend „unsich ba “ und we den so lange als selbs e s ändlich be-
ach e , wie sie wei gehend eibungslos unk ionie en. Ö en liche Diens -
leis ungen „ e en e s dann ins Bewuss sein eine b ei e en Ö en lichkei ,
wenn sie nich e b ach we den, wenn die Busse nich ah en ode de
Müll nich besei ig wi d“ (Vogel/P eu e 2019, S. 83).
P oblema isch is hie bei aus Sich de Beschä ig en, dass insbeson-
de e bei Ve wal ungsdiens leis ungen die dahin e liegenden P ozesse,
die e b ach en A bei sleis ungen und die hie ü e o de lichen Kompe en-
zen nich wah genommen we den und deshalb in de Regel auch keine
We schä zung e ah en. Da übe hinaus wi d die A bei im ö en lichen
Diens du ch D i e häu ig als wenig ansp uchs oll und wei gehend unin-
e essan bewe e .
In de Konsequenz kann bei ö en lichen Beschä ig en de Eind uck
en s ehen, dass ih en Ansp üchen an Ane kennung und We schä zung
in de A bei swel iel ach ganz g undsä zlich die Legi imi ä abgesp o-
chen wi d, was wiede um ein T eibe ü F us und das Ge ühl eine un-
ge ech en Behandlung sein kann (Vogel/P eu e 2019; Hü gen/Voswin-
kel 2016).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 56
5.2 In e iews mi Beschä ig en in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
Fü dieses Kapi el wu de das In e iewma e ial aus eine Falls udie ( gl.
Abschni 2.2) e neu analysie . Lei mo i de Re-Analyse, in de en Rah-
men die be ei s o handenen Codie ungen übe p ü und induk i um wei-
e e Ka ego ien e gänz wu den, wa en die Pe spek i e de Beschä ig en
au Ane kennung und We schä zung sowie die dami e bundenen An-
sp üche an die Ges al ung ih e A bei s- und Beschä igungssi ua ion. Im
Folgenden we den die Ka ego ien da ges ell , die das E gebnis de e -
neu en Analyse des In e iewma e ial bilden.
5.2.1 (Un-)Sich ba kei und S ellenwe
Ein wiede keh endes Mo i in den In e iews is die Einschä zung, dass
die A bei , die in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hoch-
schulen geleis e wi d, wei gehend unsich ba bleib . Dies zeig sich den
Mi a bei e *innen zu olge in einem ehlenden Ve s ändnis sei ens des wis-
senscha lichen Pe sonals in Bezug au die achlichen und o ganisa o i-
schen An o de ungen an die einzelnen Vo gänge. Ein Beispiel hie ü is
de Zei beda ü die Eins ellung on neuen Mi a bei e *innen ü ein Fo -
schungsp ojek ode die Bescha ung bes imm e Ge ä e, de eilweise
da aus esul ie , dass ech liche Vo gaben einzuhal en sind.
Eine ande e Va ian e de ehlenden Sich ba kei wissenscha sun e -
s ü zende A bei is die Aneignung de E gebnisse du ch Lei ungspe so-
nen. Eine Sachbea bei e in in de Zen al e wal ung gib hie zu ein Bei-
spiel aus dem Baube eich:
„[U]nd das is schon ein A mu szeugnis, inde ich, wenn zu bes imm en Baumaß-
nahmen diejenigen, die sich wi klich da eingeknie haben, ga nich be ücksich-
ig we den. Und dann kommen i gendwie zu E ö nung i gendwie S aa ssek e-
ä e, […] ein ganzes Volk, und de […] zus ändige P ojek e an wo liche is nich
einmal da und s eh nich im Mi elpunk , obwohl e jeden kleinen Quad a zen i-
me e i gendwie e klä en, beg ünden kann […].“ (In e iew I 20)
Die F age de (Un-)Sich ba kei ko espondie mi dem S ellenwe , de
den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen im Hochschulge üge einge-
äum wi d. Zum einen bezogen au die Ressou cenauss a ung, bei de
nach Einschä zung de Be ag en ein deu liches Ungleichgewich zwi-
schen den Beschä ig eng uppen bes eh und die En wicklung de Zahl
de Mi a bei e *innen in Ve wal ung, Technik und wei e en Be eichen
nich Sch i gehal en ha mi dem deu lichen Wachs um de Zahl de wis-
senscha lichen Mi a bei e *innen und de S udie enden.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 63
schen Wissen und nich zule z das Handwe kszeug e mi el , an de Ge-
s al ung de Zukun ak i mi zuwi ken, ode allgemeine au die Rele anz
des ö en lichen Diens es ü die Gesellscha e wiesen wi d. In den Wo -
en eine ehemaligen Wissenscha smanage in in de Zen al e wal ung
kling dies so:
„Also ich glaube, ich bin le z endlich so lange geblieben, weil mi de Inhal an
sich imme ge allen ha . Das eine is na ü lich, dass man, sons wä en wi nich
im ö en lichen Diens , ge ne was Gu es ode was Sinn olles ü die Gesellscha
machen möch e. Das muss man schon sagen. Ich ha e imme das Ge ühl, dass,
was ich gemach habe, a sächlich einen Meh we scha .“ (In e iew IE 3)
Im Un e schied zum S ellenwe , de dem Sinngehal de A bei in de Li-
e a u zum Themen eld Ane kennung und We schä zung in de A bei s-
wel einge äum wi d (Honne h 2008; Rosa 2019a, 2019b), komm die o -
liegende Analyse somi zu de Einschä zung, dass de Ansp uch, dass
die eigene A bei sinns i end sein soll, bei den Beschä ig en in wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen ehe schwach ausgep äg is .
5.2.6 Ve diens und En wicklungsmöglichkei en
Im In e iewma e ial zeig sich hingegen meh als deu lich, dass un e den
Beschä ig en in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hoch-
schulen eine g oße Unzu iedenhei hinsich lich de Höhe des En gel s
o he sch . Insbesonde e wi d die Ve gü ung als nich leis ungsge ech
wah genommen, is de Eind uck e b ei e , dass die Gehäl e im Ve häl -
nis zu den An o de ungen und den e b ach en Leis ungen zu ge ing sind.
In den Wo en eine Sachbea bei e in eine Fakul ä kling diese Einschä -
zung olgende maßen:
„Also eigen lich, so wie ich […] meinen de zei igen Au gabenbe eich e s ehe,
wü de ich sagen, ja, das is eine unde Sache, das pass . Abe eben im Ve gleich
zu Bezahlung pass es dann schon wiede ga nich[ ]. Also diese Disk epanz
lieg eben da in, […] lieg eigen lich in […] de A bei , dass das nich zusammen-
pass mi dem En gel . […] Und das is , das wü de ich sagen, das pass nich ,
das pass nich . De Inhal de A bei pass nich dazu.“ (In e iew I 22)
Neben dem Ve häl nis zwischen e b ach en Leis ungen und e hal enen
En gel zahlungen wi d on einigen Mi a bei e *innen als wei e e Ve -
gleichsmaßs ab das Gehal sni eau in de P i a wi scha ange üh , das
gene ell als deu lich höhe besch ieben wi d. Hinzu komm die Eing up-
pie ungsp axis in ande en Be eichen des ö en lichen Diens es, die ge-
ade auch au de Landesebene, eilweise abe auch au kommunale
Ebene als „g oßzügige “ bewe e wi d.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 64
Als Beleg ü diese Einschä zung üh en die In e iewpa ne *innen
häu ig ehemalige Kolleg*innen an, die nach einem Wechsel aus dem
Hochschulbe eich in ande e Diens s ellen in eine höhe e En gel g uppe
eing uppie wo den seien. Hinzu kommen eilweise auch Einschä zun-
gen, die sich au spezi ische Tä igkei sbe eiche beziehen. Insbesonde e
im IT-Be eich wi d das Gehal sni eau des Hochschulbe eichs als nich
konku enz ähig besch ieben.
Mi de Höhe des Ve diens es eng e bunden is aus Sich de Be-
schä ig en das Themen eld Pe sonalbindung und -en wicklung, konk e
die F age on Be ö de ungen und Höhe g uppie ungen nach eine e olg-
en Wei e quali ika ion, en wede du ch die Aneignung neuen Wissens im
Rahmen eine langjäh igen Be u s ä igkei ode du ch die Absol ie ung
on konk e en Wei e bildungsmaßnahmen.
So wü den zum einen die Vo ausse zungen ü ein höhe es Gehal , im
ö en lichen Diens in de Regel eine Höhe g uppie ung au g und eine
Anpassung de S ellenbewe ung, zu wenig lexibel gehandhab , zum an-
de en ehlen den Mi a bei e *innen zu olge auch in e ne Ka ie ewege als
zen ales Elemen de Pe sonalen wicklung.
Von den Vo gese z en sei hie in alle Regel keine Ini ia i e zu e wa -
en, sodass die eigene be u liche Si ua ion häu ig als Sackgasse e leb
wi d. Abe auch dann, wenn Beschä ig e selbs die Ini ia i e e g ei en und
sich kon inuie lich wei e bilden, sei keine Hono ie ung zu e wa en, zu-
mindes nich in Fo m eine Gehal se höhung, wie das Beispiel eine ehe-
maligen Wissenscha smanage in aus dem P äsidialbe eich zeig :
„Abe es kam an keine S elle jemand au mich zu und ha gesag ‚Okay, […] lass
uns da übe eden, was sind deine Pe spek i en?‘ Sonde n das hab’ ich quasi
alles aus mi selbs he aus gemach . Und dann ha die Lei ung imme gesag ‚Sie
sind so ein olles Beispiel da ü .‘ Ja, ich bin ein olles Beispiel da ü , weil ich mich
imme selbs da um gekümme hab’. Da ha keine de Füh ungs iegen da i -
gendwas ü ge an und meine Meinung nach is es abe eine Füh ungsau gabe
und das e misse ich seh […].“ (In e iew IE 2)
Eine wei e e Va ian e des wah genommenen Miss e häl nisses zwischen
e b ach en Leis ungen und e hal enem En gel zeig sich o allem im Ge-
sp äch mi Teilzei beschä ig en. Diese be ich en eilweise da on, dass
sie häu ig Meh a bei leis en müssen, um ih e Au gaben e b ingen zu kön-
nen und wünschen sich deshalb eine Reduk ion de A bei sbelas ung.
Teilweise äuße n sie abe auch die Be ei scha zu Au s ockung de e -
einba en A bei szei , was aus ih e Sich eine ande e Fo m de nachho-
lenden Leis ungsge ech igkei da s ellen könn e.
Auch in solchen Fällen bes ehe abe kaum eine Pe spek i e au eine
Vollzei s elle ode zumindes eine ollzei nahe S elle. Diese Lee s elle is
aus Beschä ig ensich eben alls ein Manko hinsich lich de du ch die
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 65
Hochschullei ung o iziell anges eb en Ziele de Pe sonalbindung und
-en wicklung.
Die Wah nehmung, dass das Einkommen im Ve gleich mi den on
den Beschä ig en e b ach en Leis ungen nich angemessen is , also iel-
ach gegen den Ansp uch de Leis ungsge ech igkei e s oßen wi d
(Honne h 2008; Hü gen/Voswinkel 2016), is in den wissenscha sun e -
s ü zenden Be eichen an Hochschulen alle dings wei e b ei e – insbe-
sonde e bei Ta i beschä ig en, die in En gel g uppen eing uppie sind,
die dem mi le en und dem gehobenen Diens de Beam enlau bahn en -
sp echen (Bansche us e al. 2017; Hoble /Reuyß 2020).
5.2.7 Leis ungs ähigkei und Ve einba kei
In den In e iews wa iel ach da on die Rede, dass sich die Beschä ig-
en zunehmend übe las e ühlen – häu ig auch übe einen länge en Zei -
aum, da die pe sonellen Ressou cen nich aus eichend seien, um das
an allende A bei s olumen zu bewäl igen. Dies is zum Teil au ehlendes
Pe sonal zu ückzu üh en, sei es, dass Mi a bei e *innen übe meh e e
Wochen ode ga Mona e k ankgesch ieben sind, sei es, dass S ellen
nach dem Ausscheiden on Beschä ig en zunächs akan bleiben, sei
es, dass es in olge des Fachk ä emangels nich nu in IT und Technik,
sonde n zunehmend auch im Ve wal ungsbe eich nich geling , neues
bzw. zusä zliches Pe sonal zu gewinnen.
Die Beschä ig en besch eiben hie bei das Anwachsen des K anken-
s andes und die zunehmende Pe sonal luk ua ion als sich gegensei ig
e s ä kende Phänomene, die aus dem als zu hoch e leb en A bei s olu-
men esul ie en, gleichzei ig abe wiede dazu bei agen, dass ein ele-
an e Teil de Beschä ig en egelmäßig an die G enzen de Leis ungs-
ähigkei – eilweise auch da übe hinaus – gehen muss.
Zum wachsenden A bei s olumen agen den In e iews zu olge zu-
sä zlich die be ei s besch iebenen subop imal ausges al e en Ve wal-
ungsp ozesse bei, die beispielsweise sei ens de Mi a bei e *innen in de
Zen al e wal ung häu ige Nach o de ungen bei den Fachgebie en ode
bei ande en Ve wal ungss ellen e o de lich machen.
Hinzu kommen die Folgen de massi en Expansion de Zahl de S u-
die enden sowie de wissenscha lichen Mi a bei e *innen in den le z en
beiden Jah zehn en, de en Rela ion im Ve gleich zu eine beschä ig en
Pe son in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen imme g öße ge-
wo den is , was – wie eben alls be ei s besch ieben – sei ens de Be-
schä ig en als Beleg ü den nachgeo dne en S ellenwe de Mi a bei-
e *innen in Ve wal ung, Technik und wei e en Tä igkei s elde n be ach-
e wi d. Au die Folgen ges iegene D i mi eleinwe bungen ü den Ve -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 66
wal ungsbe eich mach eine ehemalige Sachbea bei e in in de Zen alen
Uni e si ä s e wal ung au me ksam:
„Ja, ja, das is imme meh , die A bei is nich meh scha ba gewesen, eilweise.
Was ich gesag habe – du ch das Einwe ben de D i mi el, was die Fachbe ei-
che und Fakul ä en einwe ben, we den auch […] neue Mi a bei e einges ell .
Und imme meh , imme meh . Es kann zwa mal Zahlen nennen, p o Team wa-
en es mal 1.000 Beschä ig e […]. Inzwischen sind’s 1.500 bis 1.600 Menschen,
die be eu we den müssen. Es is hal wi klich quan i a i ex em iel meh ge-
wo den […].“ (In e iew IE 4)
Übe wiegend posi i wi d in den In e iews hingegen die Möglichkei da -
ges ell , auch wäh end de egulä en A bei szei en wich igen p i a en Ve -
p lich ungen nachzukommen und diese bei Beda auch un e b echen
ode ühe beenden zu können. Hie wi d insgesam ein g oßes Maß an
Flexibili ä und Rücksich nahme besch ieben, auch wenn dies na ü lich
imme on de spezi ischen Kons ella ion im A bei sum eld sowie dem
konk e en Au gabenbe eich abhängig is .
Ein IT-Beschä ig e aus eine Zen alein ich ung be ich e zu F age
de Ve einba kei zwischen be u lichen und p i a en An o de ungen:
„Naja, was schon ein seh , seh gu e und wich ige Punk is […], wie mi den
un e schiedlichen Ideen om Leben umgegangen wi d und die […] auch akzep-
ie we den. Also es is öllig in O dnung, dass ein En wickle bei uns um 12 Uh
[…] aus dem Bü o ausläu , weil e sag , e ha ge ade einen An u aus de
Schule […] seine Toch e bekommen. […] Ode eben auch die […] e schiede-
nen Si ua ionen, in denen man sich gesundhei lich be inde . Wenn jemand […]
übe eine länge e Zei ein ach nich in ollem Um ang je z leis ungs ähig is ode
sowas […], dann wi d da au Rücksich genommen. Das sind alles Dinge, die ich
[…] ande swo ande s kennengele n habe, wo es eben nu da um ging, was
komm am Ende aus.“ (In e iew I 25)
Hinsich lich des Ansp uchs de Beschä ig en nich nu als A bei sk a ,
sonde n ielmeh ganzhei lich als Pe sönlichkei wah genommen zu we -
den (Hü gen/Voswinkel 2016; Menz/Nies 2018), e gib sich aus dem In-
e iewma e ial ein ambi alen es Bild: wäh end die Beschä ig en in wis-
senscha sun e s ü zenden Be eichen eine sei s ganz übe wiegend übe
ein hohes Maß an Flexibili ä hinsich lich de Ve einba kei on be u li-
chen und p i a en Ve p lich ungen e ügen, sehen sie sich ande e sei s
eine hohen Belas ung gegenübe , die aus hohen achlichen An o de un-
gen und einem eben alls hohen, iel ach als zu hoch wah genommenen,
A bei s olumen esul ie en (Bansche us 2020; Hoble /Reuyß 2020).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 67
5.3 Zwischen azi
Au Basis de Reanalyse on 40 In e iews mi Beschä ig en in wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen eine Uni e si ä konn e zum einen ge-
zeig we den, dass die Ansp üche de Mi a bei e *innen an Ane kennung
und We schä zung die Aspek e eines espek ollen Umgangs und de
Wah nehmung de on ihnen e b ach en Leis ungen zwa ausd ücklich
einschließen, abe zugleich deu lich da übe hinaus gehen.
Zusä zlich konn en die An o de ungen eine „menschenwü digen“ A -
bei ssi ua ion im Sinne de Be ücksich igung de indi iduellen Leis ungs-
ähigkei und de auße be u lichen Ve p lich ungen de Beschä ig en, de
Pa izipa ion an En scheidungen, die das unmi elba e A bei sum eld be-
e en, abe sich du chaus au die O ganisa ion insgesam beziehen kön-
nen und de Funk ionali ä de P ozessges al ung als wich ige Ein luss-
ak o en au die konk e e A bei ssi ua ion iden i izie we den. Hinzu kom-
men schließlich die An o de ungen eine leis ungsge ech en Ve gü ung
sowie eine Sich ba machung de A bei in den wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen.
Insgesam zeig sich also, dass sich die An o de ungen, die Mi a bei-
e *innen in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Ane kennung
und We schä zung in de A bei swel ich en, nu wenig on denen de
Beschä ig en ande e B anchen un e scheiden.
Es is deshalb keineswegs no wendig, dass an den Hochschulen ü
die wissenscha sun e s ü zenden Be eiche neue bzw. komple eigene
Konzep e in den Be eichen Pe sonalmanagemen und -en wicklung sowie
Füh ung und O ganisa ionsmanagemen en wickel we den. Vielmeh
können die iel äl igen Fo schungse gebnisse und P axisbeispiele, die
anhand de Si ua ion in ande en B anchen en wickel wu den, e gleichs-
weise ein ach zu Ve besse ung de Zu iedenhei de Beschä ig en in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen mi ih e A bei ssi ua ion ge-
nu z und ü den Hochschulbe eich adap ie we den.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 68
6. Ansp üche de Beschä ig en
In diesem Kapi el we den die E gebnisse on d ei S udien zu A bei s-
und Beschä igungssi ua ion in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
(Bansche us e al. 2017; Hoble /Reuyß 2020; Bansche us/Golubchyko-
a/Tobias 2022) eine Übe p ü ung im Rahmen eine T iangula ion, kon-
k e de Kombina ion aus eine Da en-T iangula ion und eine „In es iga-
o T iangula ion“, un e zogen (Flick 2022).
Die S udien zeig en übe eins immend, dass mi wissenscha sun e -
s ü zende Tä igkei sowohl hohe achliche An o de ungen als auch eine
s a ke Belas ung einhe gehen. Zudem e weisen die S udiene gebnisse
au eine Unzu iedenhei de Beschä ig en mi e schiedenen Aspek en
ih e A bei s- und Beschä igungssi ua ion, insbesonde e mi de Einkom-
menshöhe und den Au s iegsmöglichkei en sowie de In e ak ion de
Hochschulangehö igen un e einande , sowohl hinsich lich de Füh ungs-
kul u als auch in Bezug au die Ablau o ganisa ion.
Fü die T iangula ion ha eine Fo sche in, die mi den S udien und ih en
E gebnissen zwa e au is , an den Auswe ungen selbs alle dings
nich mi gewi k ha , eine Da enquelle genu z , die bishe unbe ücksich ig
geblieben is . Analysie wu den die An wo en au eine o ene Abschluss-
age, die in den F agebögen, die bei den d ei S udien eingese z wu den,
in ganz ähnliche Fo m ges ell wu de. Die Be agungs eilnehme *innen
wu den jeweils da um gebe en, e gänzende Hinweise und Anme kungen
zu geben und/ode ih e Einschä zung zu E hebung abzugeben, so e n
sie dies wünschen.
In de Me hodenli e a u gel en die An wo en au o ene F agen als
wich ige E gänzung, da Be ag e ih e eigenen Vo s ellungen zum Aus-
d uck b ingen und di e enzie au diejenigen Aspek e eingehen können,
die aus ih e subjek i en Pe spek i e besonde s ele an sind (Fie z/
F ied ichs 2022; Reinde s 2022). Die In e p e a ion de E gebnisse de
Inhal sanalyse de F ei es an wo en schließ an die a bei spsychologi-
schen und sozial heo e ischen Konzep e de o ganisa ionalen Ge ech ig-
kei ( gl. Abschni 3.1) sowie on Ane kennung und soziale We schä -
zung ( gl. Abschni 5.1) an.
6.1 Einschä zungen de Beschä ig en zu
ih e be u lichen Si ua ion
Un e Einsa z de Analyse ools de So wa e MAXQDA konn en in einem
i e a i en P ozess im Ma e ial de F ei ex an wo en aus d ei S udien ( gl.
Abschni 3.3) eng mi einande e wobene inhal liche Aspek e he ausge-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 69
a bei e we den, au de en Basis sechs besonde s ele an e Themen el-
de iden i izie wu den.
Hie zu gehö en mi den Themen En lohnung, Be is ung und Pe sonal-
en wicklung d ei Schwe punk e, die o allem die Beschä igungssi ua ion
be e en, sowie mi den Themen S a uszusch eibung, Ablau o ganisa ion
und Füh ung wei e e d ei Schwe punk e, die zen ale F agen des Zusam-
menwi kens de un e schiedlichen Ak eu *innen inne halb de O ganisa-
ion Hochschule be üh en. Allen Schwe punk en is gemeinsam, dass sie
di ek ode indi ek mi den übe g ei enden E wa ungen de Beschä ig-
en an o ganisa ionale Ge ech igkei und soziale We schä zung e bun-
den sind.
6.1.1 En lohnung
Hinsich lich de En lohnung we den sei ens de Be ag en die g undsä z-
liche Höhe des Gehal s, auch im Ve gleich zwischen e schiedenen Pe -
sonalg uppen sowie zwischen dem ö en lichen Diens und de P i a wi -
scha , hema isie . In diesem Kon ex spielen auch die bes ehenden
Möglichkei en ü Einkommenszuwächse übe den Beschä igungs e lau
hinweg, beispielsweise du ch eine a i liche Höhe g uppie ung, eine wich-
ige Rolle. Hinzu komm zum ande en die Bewe ung de Angemessenhei
de Eing uppie ung in Bezug au das An o de ungsp o il, das A bei spen-
sum und das indi iduelle Engagemen , wobei zwischen den genann en
Aspek en unzwei elha gewisse Übe schneidungen bes ehen.
Ein ele an e Teil de Be ag en be ach e die E äge, die sie im Ge-
genzug zu ih en e b ach en Leis ungen e hal en, als zu ge ing. Dies gil
insbesonde e auch un e Be ücksich igung e ände e achliche An o -
de ungen und ehlende Aussich en sowohl au eine e ände e Eing up-
pie ung als auch au die Gewäh ung on Zulagen, wie eine An wo be-
spielha e deu lich :
„Du ch zahl eiche Ums ellungen sind wi nich wissenscha lichen Anges ell en
imme meh belas e wo den. Uns wu de eine imme höhe e Ve an wo ung ü
imme g öße e P ojek e übe agen. An unse em Gehal ha sich nich s geände .
Im bes en Fall sind wi in TVL 8, meis ens in 6 und manchmal soga nu in 5. In
unse em in e nen Fo mula sch ank gib es zahl eiche An äge zu D i mi elzula-
gen, die meis ens schon o ad essie sind – an die Ab eilung ü wissenscha li-
ches Pe sonal!“ (S udie 1, F agebogen-ID: 926577)
Auch im Ve gleich zu ande en Beschä ig en wi d die eigene En lohnung
on ielen Beschä ig en als unge ech wah genommen. Eine besonde e
Rolle spiel hie bei das wah genommene ge inge e Engagemen on Kol-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 70
leg*innen mi eine e gleichba en Eing uppie ung, die nich sel en als
ambi ionslos und wenig eigen e an wo lich cha ak e isie we den:
„Es spiel ü die En lohnung nich die ge ings e Rolle, WIE man seine A bei e -
ledig . Engagemen wi d bes a (man bekomm nich meh ), die Faulen we den
belohn (sie bekommen nich wenige ).“ (S udie 2, F agebogen-ID: 9571)
Die Aus üh ungen de Be ag en implizie en eine sys ema ische Schie -
lage im Be eich de dis ibu i en Ge ech igkei , wobei die s a ke P äsenz
des Themas En lohnung in den An wo en au die o enen Abschluss a-
gen die hohe Rele anz un e s eich , die die Beschä ig en in wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen diesem Aspek de Beschä igungsbe-
dingungen zusch eiben, denn in allen d ei F agebögen sind be ei s ge-
schlossene Bewe ungs agen zu Einkommenshöhe en hal en gewesen.
6.1.2 Be is ung
Die Be is ung on A bei s e ägen p oblema isie en die Be ag en o
allem in Bezug au (1.) die eigene Beschä igungssi ua ion, (2.) die Si ua-
ion an Hochschulen im Allgemeinen, insbesonde e hinsich lich eine
mangelnden A ak i i ä des A bei spla zes Hochschule sowie (3.) den
Ein luss on be is e en Beschä igungs e häl nissen ande e Mi a bei-
e *innen au die Abläu e im eigenen A bei sum eld (z.
B. Fluk ua ion und
wiede keh ende Eina bei ungsbeda e).
Die Be is ung des eigenen A bei s e ages besch eiben die Beschä -
ig en, o allem im Falle meh ache Wiede holungen, insbesonde e au -
g und de ehlenden Planungssiche hei als demo i ie end, k ä ezeh end
und po enziell gesundhei sge äh dend, wie olgendes Beispiel e deu -
lich :
„Es is unkla ob ein Ve ag e länge wi d, ob diese nah los e länge wi d, ob
wiede ausgesch ieben wi d, wie lang die Ve agslau zei sein wi d e c. Das
nimm einem den Wind aus den Segeln. Ans a siche e Ve häl nisse zu scha en,
die die Mo i a ion, P oduk i i ä und das Know-How s eige n und es einem e lau-
ben We schä zung zu e ah en, hängel [sic] man sich on einem be is e en
Ve häl nis ins nächs e.“ (S udie 3, F agebogen-ID: 185)
Die im Ve gleich zu ande en B anchen, insbesonde e dem ö en lichen
Diens insgesam , höhe en Be is ungsquo en in den wissenscha sun e -
s ü zenden Be eichen an Hochschulen (Bansche us e al. 2017) besch ei-
ben die Be ag en, ge ade auch in Kombina ion mi einem ge inge en Ein-
kommensni eau als in de P i a wi scha , als G und ü zunehmende
Schwie igkei en bei de Gewinnung on neuen Mi a bei e *innen und de
Bindung des bes ehenden Pe sonals.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 71
Dies wi d keineswegs sel en als Beleg ü ein gene elles De izi an so-
ziale We schä zung gegenübe Beschä ig en in wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen in e p e ie , die – zumindes in de Wah nehmung, die
in den F ei ex an wo en zum Ausd uck kommen – sei ens des wissen-
scha lichen Pe sonals als wei gehend aus auschba e Au agsemp än-
ge *innen be ach e we den. Hinzu kommen den Be ag en zu olge p ak-
ische P obleme, die sich nega i au die P oduk i i ä de wissenscha s-
un e s ü zenden Be eiche auswi ken. Hie zu gehö insbesonde e die
wiede hol e No wendigkei zu Eina bei ung on neuen Kolleg*innen:
„Ich hal e es wei e hin ü belas end, s ändig neue Leu e eina bei en zu müssen.
Das müssen ja diejenigen Mi a bei e innen und Mi a bei e un, die noch da sind.
Je schlech e die Eins u ung und je meh be is e e S ellen des o höhe de Au -
wand, imme wiede neue Kolleginnen und Kollegen eina bei en und in eg ie en
zu müssen. Und jede Übe gang üh dazu, dass die S elle e e en we den
muss, bis jemand Neues da is .“ (S udie 2, F agebogen-ID: 7851)
6.1.3 Pe sonalen wicklung
In den F ei ex an wo en hema isie en die Be ag en auße dem Face en
de be u lichen Wei e en wicklung, wozu aus Sich de wissenscha sun-
e s ü zenden Mi a bei e *innen auch das Vo handensein on in e nen
Ka ie ewegen und aus diesen esul ie ende Au s iegschancen gehö en
bzw. gehö en soll en. Bemängel wi d insbesonde e, dass an Hochschu-
len zwa gene ell Möglichkei en zu Teilnahme an Fo - und Wei e bil-
dungsmaßnahmen bes ehen, diese abe in de Regel keine Ve besse-
ung de Beschä igungsbedingungen, o allem de Einkommenssi ua-
ion, nach sich ziehen. Diese Sich weise e anschaulich beispielha ol-
gendes Zi a :
„Ansons en gib es jede Menge Fo bildungsmaßnahmen die einem mögliche -
weise die A bei im Bü o e leich e n, ü eine Quali izie ung au eine höhe do-
ie e Beschä igung jedoch nich maßgebend sind, weil es diese höhe do ie e
Beschä igung nich gib .“ (S udie 2, F agebogen-ID: 17172)
Gleiches gil den An wo enden zu olge ü die Aneignung on neuem
Wissen im Rahmen de E ledigung on sich e ände nden A bei sau ga-
ben. Diesbezüglich we den im Zei e lau ans eigende achliche An o de-
ungen besch ieben, die eilweise mi höhe en me hodischen und sozia-
len Kompe enze wa ungen an die Beschä ig en e bunden sind, abe
eben alls nich on eine Ve ände ung de e eichba en Gegenleis ungen
beglei e we den. Diese Si ua ion wi d in eine F ei ex an wo so da ge-
s ell :
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 72
„Ak uell wi d die P oblema ik in meinem Um eld und auch bei mi imme g öße ,
dass du ch quali izie ende Wei e bildung und Aus üh ung diese A bei en eine
Höhe g uppie ung gene ell mi dem A gumen abgeblock wi d, es gäbe da ü
kein Geld. Die Tä igkei en we den ge n in Ansp uch genommen, abe eine Ge-
hal sdiskussion wi d abgeblock .“ (S udie 2, F agebogen-ID: 6176)
Dieses wachsende Miss e häl nis zwischen Leis ungen und En lohnung
is ein wei e es Indiz ü eine aus Sich de Mi a bei e *innen in wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen mangelnde dis ibu i e Ge ech igkei ;
eine Wah nehmung, die mi el- und lang is ig nega i e Auswi kungen au
die Gesundhei de be o enen Beschä ig en haben kann (Sieg is /D a-
gano 2020).
6.1.4 S a uszusch eibung
Die F ei ex an wo en spiegeln zudem wide , dass ein ele an e Teil de
Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen die deu lich
g öße e Sich ba kei de hochschulischen Ke np ozesse, o allem Fo -
schung und Leh e, in de allgemeinen Ö en lichkei , abe du chaus auch
inne halb de Hochschulen, als soziale Posi ionie ung wah nimm . Da die
Leis ungen des wissenscha lichen Pe sonals als maßgeblich ü die Re-
pu a ion eine Hochschule be ach e we den, be ich en Be ag e diesbe-
züglich on eine wah genommenen Un e o dnung und dem Eind uck de
Zusch eibung eine ge inge en Bedeu ung de Beschä ig eng uppe de
wissenscha sun e s ü zenden Mi a bei e *innen.
So bezeichne eine Reihe an Beschä ig en den sozialen Raum Hoch-
schule explizi als „Klassengesellscha “ (z.
B. S udie 2, F agebogen-ID:
16539). Diese Wah nehmung machen die Be ag en o allem auch am
Ve hal en de Wissenscha le *innen es , die nach Einschä zung de wis-
senscha sun e s ü zenden Mi a bei e *innen in e ne En scheidungsp o-
zesse in ih em Sinne dominie en, wie beispielha olgendes Zi a zeig :
„Hie a chisches Denken is m.
E. nach p oblema isch: P o esso Innen ode wiss.
Mi a bei e Innen sp echen meis nu mi ih esgleichen wenn es um Abs immun-
gen geh ; es wi d Mach (z.
B. in G emien wie einem Ins i u s a ) ausgeüb um
pe sönliches [sic] In e essen du chzuse zen ode Dinge/En scheidungen zu blo-
ckie en.“ (S udie 2, F agebogen-ID: 1809)
Monie wi d zudem das g undsä zliche Fehlen on Ins umen en und
Symbolen, um eine Ane kennung de Leis ungen und de sozialen We -
schä zung on Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
Ausd uck e leihen zu können. Auch diese Lee s elle wi d als Beleg ü
eine s uk u ell ge inge e S a uszusch eibung diese G uppe on Hoch-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 79
2017). Viel ach wi d de G ad de Komplexi ä wei e e höh du ch den
Einsa z on IT-Lösungen, die übe einen länge en Zei aum hinweg au
die hochschulspezi ischen An o de ungen hin op imie wo den sind.
Die somi en s andenen P adabhängigkei en e schwe en Ve ände un-
gen zusä zlich – sowohl wegen de Gewöhnung de Beschä ig en an be-
s imm e P ozesse als auch wegen de no wendigen Siche ung eine ech-
nischen Anschluss ähigkei beim Einsa z neue So wa ep og amme. Die
um assende Digi alisie ung on Ve wal ungsau gaben muss also als kom-
plexe Reo ganisa ionsp ozess e s anden we den, bei dem es „o mals
e o de lich [is ], ie in die O ganisa ionskul u einzu auchen und do an-
zuse zen“ (Haude/Toschläge 2017, S. 60).
Zudem soll e be ücksich ig we den, dass die Digi alisie ung nich mi
de Ein üh ung on neuen IT-Komponen en abgeschlossen is , sonde n
da übe hinaus ein o daue nde Beda an Wa ung und Suppo bes eh
und nich zule z auch de Au wand ü Adminis a ion, Be ieb und Wei-
e en wicklung abgedeck we den muss, de neben echnischen Aspek en
ein kon inuie liches Schulungsangebo ü die Nu ze *innen um assen
soll e (Au h 2017).
Digi alisie ung on Ve wal ungsp ozessen als Op imie ungsansa z,
de eine Ve besse ung de Quali ä adminis a i e Diens leis ungen an-
s eb , besch änk sich nich au die eine Übe agung analoge P ozesse
au digi ale, sonde n muss eine Ve ände ung on Hie a chien, Abläu en,
Zus ändigkei en und A bei sweisen zumindes als möglich be ach en
(Heube ge 2020; Dö ing/Löbel 2020). Hie zu is es de o liegenden Li-
e a u zu olge nich aus eichend, beispielsweise bei de Ein üh ung eines
Campus-Managemen -Sys ems an eine Hochschule einen Sys eman-
bie e auszuwählen, anschließend die bes ehenden P ozesse zu e heben
und diese in de So wa e abzubilden (P inzip „sys em i s “).
Vielmeh soll e zunächs eine Analyse de IST-P ozesse du chge üh
we den und da an anschließend un e Be ücksich igung de echnischen
An o de ungen eine De ini ion op imie e SOLL-P ozesse e olgen (P in-
zip „p ocess i s “) (Haude/Toschläge 2017; Zie old/T au wein 2017). Die
Ve bindung eine Reo ganisa ion de Abläu e, die gegebenen alls auch
eine Anpassung de Au bauo ganisa ion e o de n kann, mi de Ein üh-
ung eines neuen So wa epake s im Zuge de Digi alisie ung de Ve wal-
ung bedeu e einen ie g ei enden Ve ände ungsp ozess, de in alle Re-
gel du ch ein passgenaues Change Managemen lankie we den soll e
(Heube ge 2020).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 80
7.1.2 Gelingensbedingungen on
Ve ände ungsp ozessen
Um Ini ia i en zu Ve ände ung eine O ganisa ion zu einem e olg eichen
Abschluss zu b ingen, is nich zule z die Un e s ü zung de Mi a bei-
e *innen e o de lich, die sich nich nu au die So wa e und die de inie -
en Abläu e einlassen, sonde n nach Möglichkei den Implemen ie ungs-
p ozess un e s ü zen soll en. Diesen P ozess bes möglich zu s eue n, is
Au gabe eines Change-Managemen s (Laue 2019).
Ideal ypisch um ass ein solches meh e e Sch i e: Zunächs gil es, die
Be eilig en da on zu übe zeugen, dass ein Wandel übe haup no wendig
is . Dies se z in de Regel nich nu eine hohe Unzu iedenhei mi dem
bes ehenden Zus and und/ode einen hohen ex e nen Re o md uck o-
aus, sonde n auch die Einsich , dass de Au wand, de mi Ve ände un-
gen imme e bunden is , zu einem zu iedens ellenden E gebnis üh en
wi d. Dies gil umso meh , wenn die o handenen Ressou cen zu Bewäl-
igung de bes ehenden An o de ungen be ei s seh s a k ausgelas e
ode soga übe las e sind.
Um ie g ei ende Ve ände ungen zu e möglichen, is es deshalb in de
Regel e o de lich, Wide s ände sei ens de Belegscha , die in ele an-
em Maße zum Schei e n de Ve ände ungsini ia i en bei agen können,
du ch geeigne e Maßnahmen zu übe winden.
Wide s ände be uhen beispielsweise au So gen o dem Ve lus des
A bei spla zes ode eine Dequali izie ung, die ein ge inge es Einkommen
nach sich ziehen könn e. Be ü ch e we den kann auch eine quali a i e
und/ode quan i a i e Übe o de ung du ch die Ve ände ungsp ozesse
selbs und/ode e ände e An o de ungen. Mögliche weise bes eh auch
die E wa ung, dass die A bei in einem neuen Team mi einem möglich-
e weise kon lik beha e en P ozess de Rollen indung e bunden sein
könn e. Ode es wi d de Ve lus des bishe igen S a us – wie die Ein-
sch änkung on En scheidungskompe enzen ode de En zug on P i i-
legien – be ü ch e .
Wide s ände können auch be ei s in de Kul u eine O ganisa ion an-
geleg sein; zum Beispiel dann, wenn die bes ehenden P ozesse s a k
o malisie sind und En scheidungen in einem hie a chischen Ins anzen-
weg ge o en we den. In diesen Fällen is häu ige mi gene ellen Vo hal-
en gegenübe Ve ände ungen zu echnen (Laue 2019).
Um Mi a bei e *innen ü die Un e s ü zung eines Ve ände ungsp o-
zesses zu gewinnen, is es no wendig, diese übe alle Re o mphasen hin-
weg um assend übe die anges eb en Ziele und die geplan en Umse -
zungssch i e zu in o mie en, ihnen also eine kon inuie liche O ien ie ung
zu bie en und au diese Weise bes ehende Ängs e und da aus esul ie-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 81
enden S ess zu eduzie en. Nach Möglichkei soll en die Mi a bei e *in-
nen den Wandel mi ges al en und eine ak i e Rolle da in spielen.
Wich ig is zudem, dass de übe wiegende Teil de Belegscha die
Ziele als e s ebenswe be ach e , sich die Be o enen hinsich lich de
ihnen zugedach en neuen bzw. e ände en Au gaben als kompe en e -
leben und die Mi a bei e *innen die Möglichkei e hal en, sich in einem
geeigne en Rahmen übe ih e E ah ungen, E wa ungen und En äu-
schungen auszu auschen und diese auch an die Ve an wo lichen zu ad-
essie en.
E s e es wi d du ch ein mi a bei e o ien ie es Füh ungs e hal en un-
e s ü z , le z e es du ch geeigne e Maßnahmen de Pe sonalen wick-
lung, un e ande em geeigne e Fo bildungen. Eine wei e e He aus o de-
ung bes eh schließlich da in, zu e hinde n, dass ein Leis ungsab all,
de sich bei ie g ei enden Ve ände ungen kaum e meiden läss , zu eine
daue ha en Demo i ie ung de Be eilig en üh . Auch hie is eine in en-
si e Kommunika ion als Teil de Füh ungss a egie un e zich ba (Laue
2019; Pie zonka 2017; Langemeye 2019).
7.1.3 He aus o de ungen in de ö en lichen
Ve wal ung
Ve wal ungsp ozesse weisen einige Besonde hei en au , die auch ü ein
Digi alisie ungsp ojek on Rele anz sind. So sind sie eine sei s e -
gleichsweise s a k s anda disie , da sie in de Regel au gese zlichen
Vo gaben basie en und diese umse zen. Ande e sei s lassen Gese ze
und Ve o dnungen E messensspiel äume häu ig nich nu zu, sonde n
sind diese ielmeh un e zich ba , um den An o de ungen eines spezi i-
schen Einzel alls ge ech zu we den.
Hie bes eh also ein Spannungs eld zwischen einem Höchs maß an
Au oma isie ung – gegebenen alls un e Einsa z küns liche In elligenz –
und de Nu zung on En scheidungsspiel äumen und in o mellen Übe -
einkün en, die in Einzel ällen die E izienz on Ve ah en und de en Ak-
zep anz e höhen können (Dö ing/Löbel 2020).
Dass Mi a bei e *innen de ö en lichen Ve wal ung die Möglichkei on
(no wendigen) E messensen scheidungen im Zuge on Digi alisie ungs-
p ozessen ein o de n, is alle dings keineswegs siche , da eine höhe e
T anspa enz on A bei sp ozessen auch die Iden i izie ung on Fehle n
und de en pe sönliche Zu echnung e leich e (Meuche 2022; Dö ing/Lö-
bel 2020).
Hie wi ken sich das Selbs e s ändnis und die be u liche Sozialisa ion
on Beschä ig en in de ö en lichen Ve wal ung aus, die s a k an S abili-
ä und Siche hei sowie dem P inzip de Rech mäßigkei des Ve wal-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 82
ungshandelns ausge ich e sind, was insgesam dazu bei agen kann,
dass neue Ve ah en und Abläu e zu ückgewiesen we den und an ge-
wohn en und e ablie en O ganisa ionsweisen es gehal en wi d, die mi
den ie e wu zel en Idealen de Ve wal ung und eine dami e bunde-
nen bü ok a ischen O ganisa ionskul u einhe gehen (Heube ge 2020;
Kaise 2021; Bansche us 2021).
Nich zule z sind auch die digi alen Kompe enzen iele Mi a bei e *in-
nen in de ö en lichen Ve wal ung noch ausbau ähig, wie eine Be agung
on Beschä ig en in den Kommunal e wal ungen in NRW zeig , bei de
nu 18 P ozen de Be ag en das Kollegium als digi al (ehe ) kompe en
be ach e en, wäh end 24 P ozen dies (ehe ) e nein en und die g oße
Meh hei (58 P ozen ) eine ambi alen e Einschä zung („ eils/ eils“) abgab
(Niede elz e al. 2022).
Eine wei e e He aus o de ung ü Digi alisie ungsp ozesse in de ö -
en lichen Ve wal ung s ellen die hie a chisch gep äg e Au bau- und eine
hochg adig o malisie e Ablau o ganisa ion da , die eine s a k an unk i-
onalen E wägungen o ien ie e Denkweise be ö de . Die in de ö en li-
chen Ve wal ung o he schende Ablau o ganisa ion weis auch und
100 Jah e nach ih e e s en Besch eibung du ch Max Webe als wesen -
liche Me kmale die P inzipien de Ak en ö migkei und de Sch i lichkei
au .
Beide sollen einen Bei ag zu T anspa enz on En scheidungen leis-
en und zu Gleichbehandlung alle An ags elle *innen bei agen und wa-
en insbesonde e in den An angsjah en de demok a ischen He scha in
Deu schland gu beg ünde . Dieses his o ische E be kann sich alle dings
in Bezug au Digi alisie ungsp ozesse als Hemmnis e weisen. Hinsich lich
de Au bauo ganisa ion geh es in e s e Linie um den Ins anzenweg und
( o male) Zus ändigkei en, wie sie im jeweiligen Geschä s e eilungsplan
es geleg sind (Bogumil/Jann 2020; Ne dinge 2014).
Im Un e schied zu häu ig o he schenden „Ab eilungspe spek i e“,
die sich im Wesen lichen au den eigenen Zus ändigkei sbe eich be-
sch änk , s eh bei digi alen Lösungen, die au E izienzgewinne und Qua-
li ä s e besse ung ausgeleg sind, die P ozesso ien ie ung (und de en
Op imie ung) im Vo de g und. Dies kann wiede um di ek e und indi ek e
Auswi kungen au die Ablau o ganisa ion und in le z e Konsequenz auch
au die Au bauo ganisa ion haben kann, womi imme auch indi iduelle
In e essen de Mi a bei e *innen wie En scheidungskompe enzen, Repu-
a ion ode de Zug i au Ne zwe ke e bunden sind.
Vo diesem Hin e g und kann es wenig übe aschen, dass Vo s ellun-
gen übe die kün ige Ausges al ung de P ozesse – im ö en lichen Diens
genauso wie in den meis en ande en O ganisa ionen – nich allein on
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 83
achlichen E wägungen beein luss we den (Meuche 2022; Ne dinge
2014).
Hinzu komm , dass in einigen Be eichen ein olls ändige Ve zich au
Un e lagen in Papie o m mi e bindlichen ech lichen Vo gaben kollidie-
en kann, was sich insbesonde e bei de wei gehenden Ve lage ung de
A bei ins Homeo ice wäh end de Co ona-Pandemie als P oblem he -
ausges ell ha (Niede elz e al. 2022).
Beispielsweise sind Fo mula e in Papie o m in de Finanz- und Pe -
sonal e wal ung an Hochschulen, die eng an die üblichen P ozesse de
ö en lichen Ve wal ung gekoppel sind, iel ach noch nich olls ändig
e zich ba , da diese Fo m de Ak en üh ung in de jeweiligen Landes-
haushal so dnung explizi o gegeben is ode om zus ändigen Landes-
echnungsho als e bindlich be ach e wi d (Gilch 2020).
Insgesam kann de Digi alisie ungsg ad de ö en lichen Ve wal ung
als ge ing be ach e we den (Niede elz e al. 2022; Meuche 2022). Dies
zeig e sich auch beim Umgang mi den He aus o de ungen du ch die
Co ona-Pandemie. In eine Be agung on Ve wal ungsbeschä ig en zu
A bei ssi ua ion im wei gehend ungeplan en Homeo ice wäh end des e s-
en Lockdowns im F ühjah 2020 gaben 41 P ozen an, dass elek oni-
sche Ak en ga nich o handen gewesen seien, wei e e 14 P ozen ha -
en nu in ge ingem Maße Zug i au die o handenen E-Ak en (Siegel
e al. 2020, S. 282).
In Bezug au die o ganisa ionale Leis ungs ähigkei wäh end des Lock-
downs gaben 39 P ozen de Be ag en die Einschä zung ab, dass sich
die Menge de e b ach en Leis ungen e inge habe, und 36 P ozen ,
dass die E izienz de Abläu e ge inge gewesen sei als im No malbe ieb.
Rund ein Fün el (21 P ozen ) schä z e zudem die Quali ä de e b ach en
Leis ungen wäh end des Lockdowns als ge inge ein (Siegel e al.,
S. 284).
U sächlich ü die eingesch änk e Leis ungs ähigkei wa en aus Sich
de be eilig en Fo sche *innen o allem De izi e in den Be eichen Res-
sou cenauss a ung im Homeo ice, Füh ung i uelle Teams, (bü ok a i-
sche) O ganisa ionskul u sowie digi ale T ans o ma ion, und hie o al-
lem die konk e e Ausges al ung de P ozesse.
7.1.4 Besonde hei en on Hochschul e wal ungen
Die zu o besch iebenen He aus o de ungen bei de Umse zung on Ve -
ände ungsp ozessen e en in ganz ähnliche Weise auch bei de Digi a-
lisie ung on Ve wal ungsp ozessen an Hochschulen au . Hinzu kommen
alle dings noch einige wei e e Aspek e, die sich aus den Besonde hei en
de O ganisa ion Hochschule e geben; zu nennen is hie o allem die
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 84
duale Ve ass hei de meis en s aa lichen Hochschulen, die gleichzei ig
Selbs e wal ungskö pe scha bzw. Expe eno ganisa ion und s aa liche
Behö de sind (Bansche us e al. 2017).
Insbesonde e aus den ausgep äg en Selbs e wal ungs ech en e ge-
ben sich bei de Ausges al ung on Ve ände ungsp ozessen besonde s
hohe An o de ungen an T anspa enz und Pa izipa ion. So bes eh an
Hochschulen in de Regel die E wa ung, dass alle Fachbe eiche und alle
S a usg uppen be eilig we den.
Dies wi d dadu ch wei e e s ä k , dass Weisungs ech e gegenübe
dem wissenscha lichen Pe sonal allen alls eingesch änk o handen und
da übe hinaus ehe unüblich sind. Zudem we den iele En scheidungen
au dezen ale Ebene in den Fakul ä en, Ins i u en ode soga di ek in
den Fachgebie en ge o en. Dies e schwe eine schnelle Implemen a ion
on wei eichenden Ve ände ungen (P an l e al. 2020; G a -Schla mann
e al. 2020).
Die s a ke in e ne Di e enzie ung on Hochschulen b ing auße dem
häu ig eine „Übe iden i ika ion mi den und P io isie ung de Au gaben im
eigenen Zus ändigkei sbe eich“ mi sich (Zie old/T au wein 2017, S. 90),
sodass die Be ei scha zu Übe nahme zen ale Lösungsansä ze ehe
schwach ausgep äg is .
De Passung on IT-Anwendungen au die spezi ische Si ua ion im un-
mi elba en A bei sum eld wi d deshalb o eine hohe Bedeu ung zuge-
messen. Die An o de ungen an Campus-Managemen -Sys eme können
sich somi in den einzelnen Be eichen eine Hochschule s a k un e schei-
den, sodass „die E wa ungshal ung eines Hochschulleh e s, eines Ins i-
u s ode auch eine Fakul ä imme die is , dass sich die So wa e bi e
an die P ozesse de jeweiligen Fakul ä ode des Ins i u s anpassen soll
und nich umgekeh “, wie es in einem In e iew heiß , das im Rahmen
eine S udie zu Digi alisie ung on Hochschul e wal ungen ge üh
wu de (zi . nach Pas e nack e al. 2018, S. 114; Haude/Toschläge 2017).
Nich sel en e en P ojek e zu P ozessop imie ung und Digi alisie-
ung an Hochschulen auch au p inzipiellen Wide s and, da o allem im
akademischen Be eich die Posi ion p äsen is , „dass Fo schung und
Leh e ei sein müssen und sich nich in s anda disie e P ozesse p essen
lassen“ (Au h 2017, S. 49). Da Top-down-P ozesse an Hochschulen zu-
meis wenig aussich s eich sind, olgen um ang eiche Ve ände ungen
häu ig dem Gegens omp inzip, wobei o ein i e a i es Vo gehen e o -
de lich is , das nu übe einen e gleichsweise langen Zei aum zu einem
E gebnis ge üh we den kann (G a -Schla mann 2020).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 85
7.2 Be unde zu Digi alisie ung de
Ve wal ung an eine Uni e si ä
Fü dieses Kapi el wu den die In e iews aus eine Falls udie ( gl. Ab-
schni 3.2) eanalysie , wozu die be ei s o handenen Codie ungen
übe p ü und punk uell e gänz wu den. Schwe punk wa hie bei die Pe -
spek i e on Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
au die Digi alisie ung de adminis a i en P ozesse im Rahmen de Ein-
üh ung eines in eg ie en Campus-Managemen -Sys ems. Die Einschä -
zungen und Bewe ungen de be ag en Mi a bei e *innen we den in den
olgenden Abschni en da ges ell .
Diesem Kapi el lieg somi keine E alua ionss udie zug unde, bei de
auch die Ziele de e an wo lichen Ak eu *innen (z.
B. Kanzle *in, P o-
zessmanage *in) und de en Agie en wäh end des Implemen a ionsp o-
zesses Gegens and de Analyse gewesen wä en. Hie aus e geben sich
no wendige weise Einsch änkungen hinsich lich eine möglichen Rekon-
s uk ion des Ve ände ungsp ozesses sowie de e eich en E gebnisse.
7.2.1 Ziele, P ozesss eue ung und
Implemen a ionsp obleme
Die Beschä ig en in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an de
un e such en Uni e si ä wa en mi den o dem Beginn des Digi alisie-
ungsp ojek es bes ehenden Ve wal ungsp ozessen insgesam ehe un-
zu ieden und haben sich on de Digi alisie ung Ve besse ungen – ins-
besonde e hinsich lich eine deu lichen E höhung de E izienz – e sp o-
chen.
Hie zu gehö en die E wa ung eine Beschleunigung de Du chlau zei-
en du ch den Weg all des T anspo s on Papie ak en pe Hauspos , die
E leich e ung de Bea bei ung on S ellenbese zungs e ah en du ch die
Ve lage ung de Eingabe on zen alen In o ma ionen au die Bewe -
be *innen ode die Au oma isie ung de Be echnung des U laubsan-
sp uchs on be is e en und/ode Teilzei beschä ig en.
Hinzu kommen die E wa ungen eine e izien e en Ak en üh ung
du ch einen Wechsel on de Papie - zu Digi alak e sowie eine höhe en
T anspa enz du ch die Möglichkei , den ak uellen Bea bei ungss a us ei-
nes Vo gangs unkomplizie einsehen zu können, wie es beispielha das
olgende Zi a eine Hochschulsek e ä in e anschaulich :
„[W]enn wi so ’n, solche digi alen Umlau mappen hä en, dann hä en wi die
Fo mula e schon di ek . Also im bes en Fall an de S elle, könn en die di ek di-
gi al aus üllen, wü de di ek übe die digi ale Umlau mappe wei e lau en. Man
könn e imme einsehen wo be inde sich ge ade. Und man wü de auch eine Be-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 86
nach ich igung zum Beispiel bekommen, wenn es dann abe e ig bea bei e is .
Das, das änd ich den Ideal all, dann hä en wi auch wenige Papie .“ (In e iew
I 16)
Insgesam sind die E wa ungen de Beschä ig en an die Digi alisie ung
de adminis a i en P ozesse hoch, bleiben jedoch gleichzei ig ech un-
spezi isch. So inden sich im Ma e ial kaum Hinweise da au , wie die an-
ges eb en Ve besse ungen konk e e eich we den sollen.
Hie zu dü e auch bei agen, dass in den In e iews die Einschä zung
p äsen is , dass die P ojek e an wo lichen zu wenig kommunizie en;
sowohl hinsich lich de übe g ei enden Ziele des Ve ände ungsp ozesses
insgesam als auch in Bezug au die ku z is igen Auswi kungen einzelne
Teilsch i e au die indi iduelle A bei ssi ua ion de Beschä ig en, bei-
spielsweise im Zuge eine Neuzuweisung on Rollen und den dami e -
bundenen Zug i s- und Bea bei ungs ech en.
Hie wi k sich den In e iewauswe ungen zu olge das wei gehende
Fehlen eine Be eiligung de Beschä ig en bei de Besch eibung konk e-
e An o de ungen an die einzelnen Module des So wa epake s aus. Zu-
dem wu de aus Sich de In e iew en nich anspa en gemach , welche
Ände ungen in den Abläu en mi de neuen So wa e konk e e bunden
wa en und wie sich de Implemen a ionss and eines bes imm en P ozes-
ses zu einem bes imm en Zei punk ges al e .
Gleiches gil ü die F age, welche S elle wäh end des Implemen a i-
onsp ozesses ü einen de inie en P ozess e an wo lich wa und in wel-
chem Rahmen Suppo zu Ve ügung s and. In den Wo en de ehemali-
gen Geschä s üh e in eine Fakul ä kling de zu o besch iebene Be-
und olgende maßen:
„Man muss e jede[m] Sch i hin e he lau en und agen und machen. Und das
wu de alles, ja, es is imme so die F age, Henne-Ei-P oblem, wie wa o [dem
neuen Sys em], is das du ch [das neue Sys em] alles gekommen? Abe [das
neue Sys em] ha das alles noch unendlich e schwe , weil eben plö zlich die
P ozesse ga nich meh kla wa en. Man ha e e schiedene Sys eme. Wenn
i gendwas nich unk ionie ha , wuss e man nich , häng es am Bea bei e , häng
es am Sys em, dass das nich unk ionie . Wo an, wo äng man an nachzu a-
gen, wenn i gendwas nich unk ionie ha ? An we[n] muss ich mich wenden?
Muss ich mich an die IT wenden, weil Sys em ein P oblem is ? Ode muss ich
mich an die Fachab eilungen, weil es do ein P oblem is ? Ode lieg es an den
Da en ode was auch imme ?“ (In e iew IE 8)
In den In e iews wi d zudem häu ig k i isie , dass die Umse zung des
Digi alisie ungsp ojek es wei gehend als zusä zliche Au gabe ü das o -
handene Pe sonal hinzugekommen sei. Dies habe zu eine s a ken Zu-
nahme de A bei sbelas ung ge üh , insbesonde e in Be eichen, in denen
be ei s zu o nich alle S ellen bese z gewesen sind.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 87
7.2.2 Pe sis enz adie e P ozesse
Ein wei e e K i ikpunk , de in den In e iews genann wu de und au den
e s en Blick pa adox e scheinen mag, sind die Zus ändigkei en de ein-
zelnen Beschä ig en. So wu de eilweise k i isie , dass sich die indi idu-
ellen Au gaben mi de Ein üh ung des in eg ie en Campus-Manage-
men -Sys ems e ände haben, beispielsweise indem eine Sachbea bei-
e in nun Eingaben o zunehmen ha , die sie zu o an eine ande e Mi a -
bei e in delegie en konn e.
Teilweise wu de abe auch bemängel , dass sich Au gaben ge ade
nich e ände haben. Beispielha hie ü s eh ein IT-Beschä ig e , de
wei e hin ü die Anwendungen einem bes imm en Be eich zus ändig is ,
in dem zu o eine eigens ändige So wa elösung genu z wu de, die nu
den Mi a bei e *innen des zus ändigen Deze na s zu Ve ügung ges an-
den ha . In de neuen A chi ek u i an diese S elle ein So wa emodul,
das alle dings on einem deu lich g öße en Pe sonenk eis genu z wi d,
sodass den Mi a bei e nunmeh achliche F agen e eichen, ü de en
Bean wo ung e sich au g und seine echnischen Quali ika ion jedoch
nich als kompe en be ach e .
Beide Beispiele sind inso e n übe den Einzel all hinaus ele an , als
sie deu lich machen, welch g oße Bedeu ung de S a us quo an e auch
nach de Implemen a ion de neuen P ozesse ha . Teilweise e olg e also
eine Übe agung de bes ehenden Zus ändigkei en in das neue Sys em,
obwohl sich au g und de neuen So wa ea chi ek u die echnischen Vo-
ausse zungen e ände haben, was eine Neujus ie ung des Au gaben-
spek ums nahegeleg hä e.
Teilweise sind in de be ach e en Uni e si ä abe auch deu liche Wi-
de s ände gegen eine E se zung de adie en „Silo-Lösungen“, bei de
ü die e schiedenen Au gaben elde je spezi ische So wa elösungen
genu z wu den, du ch eine in eg ie e So wa elösung es zuhal en. Bei
einem ele an en Teil de Beschä ig en in den wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen diese Hochschule, insbesonde e im Be eich de Zen -
al e wal ung, ehl also die Be ei scha , sich au die ande en An o de-
ungen sowie auch den dami einhe gehenden e wei e en Abs immungs-
beda einzulassen, die ein in eg ie es Campus-Managemen -Sys em mi
sich b ing .
Die Hal ung, dass eine neue So wa e die bes ehenden P ozesse wei-
e hin abbilden müsse und sich die indi iduellen Au gaben du ch de en
Ein üh ung nich wesen lich e ände dü en, e deu lichen die olgenden
Aussagen eines Sachbea bei e s in de Zen alen Uni e si ä s e wal ung:
„Ich glaube, ich bin da as om S uhl ge allen, weil ich habe nich die Zei , mich
mi Besch eibungen d ei bis ün Mal auseinande zuse zen. De , die An o de un-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 88
gen, auch bezogen au das neue Sys em, die wa en hinlänglich besch ieben,
auch in de neuen S uk u . Also e wa e ich, dass jemand, de je z als P og am-
mie e angeh und wenn ich da ü ’n P ojek e an wo lichen ü das Teilp ojek
[…] habe, dass diese Menschen sich eigens ändig mi den zug unde geleg en
An o de ungen auseinande se zen. Es kann nich sein, dass ich das Pe sonal
daue ha in Endlosschlei en beschä ige, um dann hinzugehen und zu sagen, ja,
das können wi nich . Ode dann k iege ich i gendeine K ücke und die Leu e kom-
men nich zu ih e A bei und we den nu mi sich selbs beschä ig und mi Ab-
lau e ah en [im neuen Sys em].“ (In e iew I 15)
De g oße Ein luss de adie en (analogen) Abläu e au die (Neu-)De i-
ni ion de P ozesse im Rahmen des Digi alisie ungsp ozesses spiegel
sich beispielsweise auch da in, dass die Eingabe de S ammda en eine
Zahlungsemp änge in in das Sys em auch nach e olg em Ve ände ungs-
p ozess du ch die Zen al e wal ung du chge üh wi d, de Leis ungs-
emp änge in den dezen alen O ganisa ionseinhei en hie ü alle dings
die e o de lichen Da en zulie e n muss – in Papie o m.
Somi bes eh hie ein sys ema ische Medienb uch, da das Fo mula
ausge üll und ausged uck sowie die Da en anschließend manuell in das
Sys em übe agen we den müssen. De besch iebene Ve wal ungsp o-
zess is somi in höhe em Maße ehle an ällig als dies e o de lich wä e.
Ähnliche s uk u elle Risiken ü mögliche Bedien- bzw. Eingabe ehle
wu den auch in meh e en ande en In e iews besch ieben. Ein echni-
sche Mi a bei e aus eine Fakul ä o mulie sein Un e s ändnis übe
den zu o besch iebenen P ozess in den olgenden Wo en:
„Dann age ich mich, wa um muss ich [ein] S ammda enbla ausd ucken, wenn
ich weiß, dass am ande en Ende i gendwo in de Finanzab eilung jemand sich
dieses Bla nimm und da on das wiede ipp , is e s einmal hochg adig ehle -
belas e . Man mach bes imm bei jedem ün en Bla mindes ens mach man mal
einen Fehle , Tipp ehle und ande e sei s o al übe haup nich no wendig wa ,
weil ich könn e das ja eigen lich auch [in das neue Sys em] ein speiche n, wenn
ich sowieso schon die ganzen S eue da en on den Un e nehmen ab age und
Ad essen und, und, und Pos äche und sowas alles ein agen muss. Dann kann
ich das doch di ek […] ode ich ag’s […] ein und dann muss ielleich nochmal
jemand p ü en, ob ich es ich ig gemach habe, abe nich diese komplizie e Kon-
s uk ion mi , ich, ich mach das alles, d uck’s aus und i gendwo ipp ’s nochmal
jemand ab.“ (In e iew I 14)
7.2.3 Wei e bildungsbeda und echnische Suppo
Hinsich lich de Un e s ü zung des Ve ände ungsp ozesses du ch Wei e -
bildungsangebo e und echnischen Suppo inden sich im In e iewma e-
ial un e schiedliche Einschä zungen. So we den die Un e s ü zungsleis-
ungen insbesonde e on den be ag en Hochschulsek e ä *innen s a k
k i isie : Es gebe nich nu zu wenig Schulungen, sodass es e o de lich
sei, sich das no wendige Wissen mi hil e on Handbüche n selbs anzu-
eignen, die angebo enen Schulungen seien zudem unzu eichend, da hie
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 95
ielmeh lassen sich auch in o melle Füh ungsbeziehungen beobach en,
beispielsweise inne halb bes imm e Beschä ig eng uppen ode im Rah-
men eines Men o ings, bei dem eine geziel e Wei e gabe on be iebli-
chem Wissen e olg .
Bei de Analyse on Füh ungsbeziehungen in den wissenscha sun e -
s ü zenden Be eichen an Hochschulen könn en insbesonde e auch die
Ansä ze de la e alen Füh ung und de „Füh ung on un en“ on Rele anz
sein. Eine Be ücksich igung diese Konzep e is jedoch im Rahmen die-
ses Kapi els nich möglich.
De Fokus lieg deshalb au dem Füh ungs e hal en on Vo gese z en,
das be ei s sei Langem Gegens and heo e ische Übe legungen und
empi ische Un e suchungen is , die sich in e s e Linie au Un e nehmen
beziehen. Teilweise wu den auch die ö en liche Ve wal ung und Hoch-
schulen in den Blick genommen, wobei die Hochschul e wal ung jedoch
zumindes in Bezug au empi ische Un e suchungen eine Lee s elle
bleib .
8.1.1 Füh ungs heo ien und Füh ungsins umen e
Es is an diese S elle nich möglich, auch nu ansa zweise die Vielzahl
de heo e ischen Pe spek i en au Füh ungsbeziehungen da zus ellen.
Fü den be ach e en Kon ex e schein alle dings die s a k e ein ach e
Gegenübe s ellung on Füh ung und Lei ung als nü zliche Heu is ik, da
sie die In e p e a ion de In e iewäuße ungen on Beschä ig en in den
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen eine Uni e si ä e leich e .
Lei ung mein die S eue ung des Ve hal ens on Mi a bei e *innen au
Basis des Di ek ions ech s, dass ein*e Vo gese z e* gegenübe den zu-
gewiesenen Beschä ig en ha . Füh ung hingegen kann nich on de
obe s en Lei ungsebene zugewiesen we den, sonde n häng en schei-
dend on de Akzep anz du ch die Ge üh en ab (Weible 2021). Genau
genommen handel es sich na ü lich auch beim Ansa z de Lei ung um
eine Fo m de (Pe sonal-)Füh ung, die alle dings einem adi ionellen Ve -
s ändnis olg , die in de Füh ungsleh e als nich meh zei gemäß be ach-
e wi d (Sch eyögg/Koch 2020; Hilleb ech 2021).
Mi de adi ionellen Lesa on Füh ung als Lei ung ko espondie
eine s a ke Au gabeno ien ie ung, bei de das Haup augenme k au de
Einhal ung de de inie en Abläu e und de E b ingung de ge o de en
Leis ung lieg . Mi a bei e *innen gel en hie bei „haup sächlich als We k-
zeuge ode Einsa z ak o en, die de Leis ungse s ellung dienen und die
un e D uck gese z we den müssen“ (Sch eyögg/Koch 2020, S. 531; Hil-
leb ech 2021).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 96
In e ak ion ollzieh sich diesem Ansa z zu olge als T ansak ionsp o-
zess, bei dem die Beschä ig en du ch An eize und Sank ionen dazu ge-
b ach we den sollen, die gese z en Ziele zu e eichen. Au diese Weise
kann alle dings kaum meh als „Diens -nach-Vo sch i -Ge olgscha “ mo-
bilisie we den (Sch eyögg/Koch 2020, S. 547).
Ak uellen Theo ieansä zen zu olge en s eh Füh ung hingegen e s in
de sozialen In e ak ion on Füh ungsk ä en und Mi a bei e *innen. Sie
e möglich dann op imale Leis ungen, wenn sie sowohl eine angemes-
sene Reak ion au die An o de ungen da s ell , die sich aus eine spezi i-
schen Si ua ion e geben, als auch zu den indi iduellen E wa ungen und
Bedü nissen de Ge üh en pass .
Le z e es kann beispielsweise da in bes ehen, dass Füh ungsk ä e ih-
en Mi a bei e *innen F ei äume ü den Einsa z ih e Fähigkei en lassen,
ih be u liches Fo kommen ö de n und ihnen En scheidungskompe en-
zen ein äumen, abe auch die pe sönliche Si ua ion sowie die emo ionale
Ebene nich unbe ücksich ig lassen (Sch eyögg/Koch 2020; Weible
2021).
Bei de Bewe ung des Ve hal ens on Füh ungsk ä en komm impli-
zi en Füh ungs heo ien, die auch den Cha ak e on Füh ungsmy hen an-
nehmen können, eine g oße Bedeu ung zu – und zwa sowohl hinsich lich
de Wah nehmung de Ge üh en als auch de Füh enden selbs (Weib-
le /Deeg 2019; Sch eyögg/Koch 2020). Im Zen um s ehen hie bei spezi-
ische Eigenscha en, die „gu en“ Füh ungsk ä en zugesch ieben we -
den.
Füh ende gel en im All ags e s ändnis beispielsweise als besonde s
cha ak e s a k und in elligen . Sie sind mo alischen Handlungsweisen
e p lich e , olgen einem kla en Plan und ih indi iduelle Einsa z mach
den en scheidenden Un e schied ü die Ziele eichung – so die An-
nahme.
Füh ung is auch heu zu age übe wiegend männlich konno ie , da
Füh ungsk ä e den gängigen Vo s ellungen zu olge „mi alle K a
schweigsam ‚[…] un, was zu un is ‘“, „wenn es ha au ha komm “
(Weible /Deeg 2019, S. 40). Schließlich komm bei de Bese zung on
Füh ungsposi ionen häu ig das Selbs ähnlichkei sp inzip zu Wi kung, so-
dass eine neue Füh ungspe son nich sel en ähnliche Eigenscha sme k-
male au weis wie ih *e Vo gänge *in (Weible /Deeg 2019).
8.1.2 Füh ungs e hal en akademische
Füh ungsk ä e
In de medialen Be ich e s a ung we den (Spi zen-)Wissenscha le *in-
nen nich in e s e Linie als exzen ische und e was wel emde Genies
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 97
cha ak e isie . Dies komm zwa du chaus o , es dominie alle dings die
Cha ak e isie ung als wei übe du chschni lich gebilde e, leidenscha lich
an neuen E kenn nissen in e essie e und ü de en Gene ie ung ha a -
bei ende. Wissenscha le *innen we den zudem als niemals zu Ruhe
kommende Pe sönlichkei en besch ieben, de en Fo schung den No men
de Objek i i ä und Neu ali ä olg und nich sel en auch dem Gemein-
wohl e p lich e is (Maie 2013; Wessel 2013).
Wenige p äsen is in de Ö en lichkei die hohe Konku enz, die mi
wissenscha liche A bei in alle Regel e bunden is , sei es um Beschä -
igungsposi ionen, Ressou cen ode Mi a bei e *innen, sei es um op imale
Publika ionsmöglichkei en (Ba haue e al. 2016; Wessel 2013). Das me-
diale Bild s imm ech wei gehend mi dem Selbs bild iele Wissen-
scha le *innen übe ein, is de en A bei sweise doch on hohe Au ono-
mie und Selbs o ganisa ion gep äg und sind ih e Ziele zu o de s an
achlichen E wägungen und de indi iduellen Posi ion im Ge üge de je-
weiligen Disziplin o ien ie .
Hingegen is ih e Bindung an die O ganisa ion, de sie angehö en, im
Ve gleich zu ande en Beschä ig eng uppen ehe schwach ausgep äg .
Die achlichen Leis ungen sind bei de Bese zung on Füh ungsposi io-
nen inne halb des akademischen Feldes on en scheidende Bedeu ung,
Füh ungsquali ä en spielen hingegen allen alls eine un e geo dne e Rolle
(Rybnicek/Be gne /Suk 2016; Hodel 2019).
Akademische Füh ungsk ä e de inie en sich o allem du ch ih e wis-
senscha lichen Tä igkei en, wo ü sie e hebliche Zei und Ene gie au -
wenden (Amb asa /Hege 2019). Sie haben sich o de Übe nahme on
Füh ungs e an wo ung nu sel en ak i au die neue Rolle o be ei e ,
hie ü alle dings auch nu sel en die Möglichkei e hal en haben. Dies
lieg da in beg ünde , dass en sp echende Wei e bildungen und/ode
Coachings an den Hochschulen zwa in den le z en Jah en e s ä k an-
gebo en we den, abe noch keineswegs den Regel all da s ellen.
Vo diesem Hin e g und kann es kaum übe aschen, dass das Füh-
ungs e hal en on Wissenscha le *innen sei ens de Ge üh en iel ach
als subop imal wah genommen wi d. Dies gil sowohl ü die wissen-
scha lichen Mi a bei e *innen, de en F ei äume die Füh ungsk ä e häu-
ig nich beschneiden möch en, als auch – und noch in deu lich s ä ke em
Maße – ü die wissenscha sun e s ü zenden Mi a bei e *innen; denn
hie wi ken sich un e schiedliche A bei so ien ie ungen, indi iduelle Ziel-
se zungen und Ra ionali ä en in ele an em Maße au die Zusammena -
bei aus (Bai sch 2017; Bischo /Rossi/Bona 2019; Bansche us 2018b,
2021).
Wäh end ein Teil des wissenscha lichen Pe sonals mi dem bei ih en
Vo gese z en häu ig anzu e enden Laissez- ai e-Füh ungss il gu zu-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 98
ech komm und sich de Umse zung ih e eigenen Ziele widme , e miss
ein ele an e Teil bei den Füh ungsk ä en jedoch We schä zung und
pe sönliches In e esse sowie Un e s ü zung und Pa izipa ionsmöglich-
kei en. Nich sel en we den auch eine au o i ä e Kommunika ionsweise
sowie ausbeu e ische Tendenzen wie die Aneignung de Leis ungen on
Teammi gliede n k i isie (Schmid/Knip e /Peus 2017; Bischo /Rossi/Bo-
na 2019).
Sei ens des wissenscha sun e s ü zenden Pe sonals komm o noch
de Vo wu eines ehlenden Ve s ändnisses ü adminis a i e P ozesse
sowie eine ehlenden Be ei scha , diese übe haup e s als e bindlich
zu be ach en, hinzu (Bai sch 2017).
8.1.3 Füh ungs e hal en adminis a i e
Füh ungsk ä e
Im Un e schied zu den Expe eno ganisa ionen, als welche Hochschu-
len – ode zumindes die Selbs e wal ungskö pe scha als de en zen -
ale Bes and eil – häu ig besch ieben we den, sind Behö den adi ionell
ausgesp ochen hie a chisch au gebau , weshalb die In e ak ionsmus e
s a k on o malen Zus ändigkei en und e ikalen En scheidungswegen
gep äg sind, bei denen Vo gese z e die zen alen Ins anzen da s ellen.
Kul u ell p ägend sind das Legali ä sp inzip, de Gleichbehandlungs-
g undsa z sowie das Pa adigma de Wi scha lichkei des Ve wal ungs-
handelns (Ri z 2019; Ecke 2020; Bansche us 2021). In diesem Kon ex
we den Füh ungsk ä e zum einen als wich ige Schni s elle im In o ma i-
ons luss de Behö de cha ak e isie : Sie nehmen In o ma ionen au , il-
e n und e dich en diese und geben sie au dem Diens weg wei e – so-
wohl on oben nach un en als auch in de en gegengese z en Rich ung.
Zum ande en wi d ihnen die Ve an wo ung ü das T e en bzw. die
Wei e gabe on En scheidungen und de en Umse zung zugesch ieben,
indem sie die Mi a bei e *innen du ch Weisungen, An eize und Sank io-
nen, abe auch du ch Übe zeugungsa bei und Aushandlungsp ozesse
dazu b ingen, sich en sp echend zu e hal en. Füh ung wi d in de ö en -
lichen Ve wal ung also in o allem als unk ionale E gänzung zu den o -
malen S uk u en de O ganisa ion beg i en, quasi als „das E kennen,
Ve s ehen und Akzep ie en eines he aus o de ungs ollen Wide sp uchs-
managemen s“ (Ba hel 2020, S. 38).
Auch im ö en lichen Diens gil ein au o i ä e Füh ungss il nich meh
als zei gemäß, schon allein deshalb, weil de Bei ag de Mi a bei e *in-
nen bei de Vo be ei ung on En scheidungen allgemein ane kann wi d
(Ecke 2020; Ba hel 2020). Dennoch is Füh ung insgesam s ä ke an
Posi ionen als an Pe sonen gekoppel sowie hochg adig egulie du ch
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 99
Gese ze, Ve o dnungen und wei e e s anda disie e Rich linien, die eil-
weise auch konk e e Vo gaben zu Zusammena bei on Vo gese z en
und ih en Mi a bei e *innen beinhal en. Die Handlungsspiel äume on
Füh ungsk ä en sind deshalb s a k eingesch änk (Ne elns o h 2019;
Ri z 2019).
Die Pe sis enz adie e Be u s- und Rollenbilde on Füh ungsk ä en
in de ö en lichen Ve wal ung is nich zule z eine Folge eine hohen Kon-
inui ä des Pe sonalbes ands sowie eine Dominanz de Rek u ie ung
on Ju is *innen ü Beschä igungsposi ionen des höhe en Diens es und
e gleichba e a i liche En gel g uppen, die ih e Füh ungskompe enzen
zumeis e s im Rahmen on Wei e bildungen e we ben ode sich diese
au odidak isch aneignen.
Die Au ech e hal ung de hie a chischen O dnung wi d wei e be ö -
de du ch die adie en Ausbildungsgänge ü Beam *innen des gehobe-
nen Diens es, de en Inhal e sich in e s e Linie an den An o de ungen de
bes ehenden Ve wal ungsp axis o ien ie en und au eine unmi elba e
Einsa z ähigkei abzielen; eine E wa ung, die auch an Que eins eige *in-
nen ge ich e wi d (Ecke 2020).
Ob und inwiewei die zu o besch iebenen Be unde au die adminis -
a i en Be eiche on Hochschulen übe agen lassen, läss sich bislang
nich e lässlich abschä zen, da en sp echende Un e suchungen kaum
o handen sind.
8.2 Be unde aus quali a i en In e iews mi
Beschä ig en
Fü dieses Kapi el wu den 14 In e iews aus eine Falls udie ( gl. Ab-
schni 3.2) eanalysie , die mi Beschä ig en in de zen alen Ve wal ung
ge üh wu den. Hie bei handel es sich um neun Sachbea bei e *innen
und ün Re e en *innen ohne Lei ungs unk ion. Eben alls eanalysie
wu den zwöl In e iews mi Beschä ig en, die Ins i u en ode Fachgebie-
en zugeo dne wa en. Hie bei handel es sich um die In e iews mi sechs
Hochschulsek e ä *innen und sechs Beschä ig en in den Be eichen
Technik und IT.
Lei mo i de Reanalyse, in de en Rahmen die be ei s o handenen
Codie ungen übe p ü und punk uell e gänz wu den, wa das Füh ungs-
e hal en on akademischen und adminis a i en Füh ungsk ä en aus
de Pe spek i e on Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be-
eichen.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 100
8.2.1 In e iews mi Beschä ig en in de zen alen
Hochschul e wal ung
Bei de Reanalyse de In e iews mi insgesam 14 Sachbea bei e *innen
und Re e en *innen ohne Lei ungs unk ion in de Zen al e wal ung de
Uni e si ä wu den sowohl au gabenbezogene als auch pe sonenbezo-
gene Aspek e des Ve hal ens de Füh ungsk ä e be ücksich ig . Hie zu
gehö en beispielsweise de Modus de En scheidungs indung und die
S eue ung de Au gabene üllung, die bes ehenden Möglichkei en zu
Selbs o ganisa ion de A bei , de pe sönliche Umgang de Füh ungs-
k ä e mi ih en Mi a bei e *innen sowie die Füh ungskompe enzen de
Vo gese z en aus Sich de Beschä ig en in den wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen.
Diens weg und indi iduelle F ei äume
Aus dem In e iewma e ial wi d deu lich, dass die Beschä ig en in de
zen alen Hochschul e wal ung wei gehend selbs übe die Ges al ung ih-
es A bei sall ags en scheiden können, beispielsweise indem sie gewisse
Spiel äume bei de A bei szei und de unmi elba en A bei so ganisa ion
haben. Sie dü en jedoch kaum selbs En scheidungen e en und können
allen alls Vo schläge an die Vo gese z en machen, wie bei einem konk e-
en Vo gang e ah en we den soll e.
Alle dings sind ele an e Un e schiede bei de Ausübung des En -
scheidungs o behal s du ch die Vo gese z en es zus ellen: Einige Mi a -
bei e *innen be ich en on eine klein eiligen Kon olle, die in o malisie -
e Fo m übe sch i liche Ve me ke ausgeüb wi d. Teilweise sind in den
zen alen Ve wal ungsein ich ungen auch in o melle Abs immungen an-
zu e en, wie eine Re e en in besch eib , die En scheidungskompe enz
lieg jedoch auch in diesem Beispiel ausschließlich bei de Vo gese z en:
„Da e lang auch meine Vo gese z e, dass sie mindes ens in o mie is , in ielen
Fällen dann auch zumindes ja sagen soll. Also nich so, dass man sag , ich in-
o mie e dich je z mal, ich hab’ das so und so gemach , sonde n ich wü de o -
schlagen, dass wi das so und so machen. Und dann sag sie en wede ja ode
nein.“ (In e iew I 21)
Die In e iewäuße ungen zeigen alle dings, dass sich die Beschä ig en
übe wiegend einen g öße en indi iduellen Handlungsspiel aum wün-
schen, de ihnen meh F ei äume läss und ihnen die Möglichkei gib , ih
Wissen übe bes imm e Sach e hal e und ih e achlichen Kompe enzen
in s ä ke em Maße als bishe einzub ingen, in ih em Zus ändigkei sbe-
eich auch e s ä k selbs En scheidungen zu e en und so auch Lee -
lau zu e meiden, de sich zum Beispiel da aus e geben kann, dass Vo -
gese z e zu einem bes imm en Zei punk nich e eichba sind.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 101
Dass es sich bei diesem Anliegen um eine g undsä zliche F ages el-
lung handel , e anschaulich die Äuße ung eines Sachbea bei e s, de
sich skep isch übe die bes ehenden Hie a chien in de Hochschul e wal-
ung äuße :
„Und da is ü meinen Geschmack dann zu wenig Rückspiegelung und Einbin-
dung […]. Inso e n wü de ich mi wünschen, dass die A bei da e was au ge-
schlossene is . […] Naja, es gib da so eine ne e Fo mulie ung meines Che s,
die lau e ‚Obe e s ich Un e e ‘ und dami mag e ech haben, abe das emp-
inde ich nich als kons uk i .“ (In e iew I 15)
Ein lussnahme on Wissenscha le *innen
Häu ig hema isie wi d in den In e iews die als illegi im e leb e Ein luss-
nahme on P o esso *innen au Einzel allen scheidungen, beispielsweise
um die Bea bei ung eines bes imm en Vo gangs zu beschleunigen ode
eine au Sachbea bei ungsebene ge o ene En scheidung du ch die di-
ek en Vo gese z en, häu ig abe auch du ch eine In e en ion de Hoch-
schullei ung zu e ände n.
Dass in solchen Fällen die wissenscha liche Repu a ion höhe gewich-
e wi d als die Einschä zungen de achlich zus ändigen Bea bei e *in-
nen, wi d du ch die Be ag en äuße s k i isch bewe e . Folgende Äuße-
ung eine Sachbea bei e in mach deu lich, dass die Lösung on Einzel-
agen au Basis on sach emden E wägungen au g undsä zliche Vo -
behal e i :
„Inzwischen is es ja so, also das is ja so sku il gewo den wie, wie, wie Ve wal-
ung bei uns so unk ionie . Wenn dann de einzelne Hochschulleh e i gendwie
zum Kanzle ode zu Ab eilungslei ung hingeh , sein Elend da o p edig . Und
dann wi d diese Einzel all gelös , ans a mal Themen au zunehmen, die so ge-
ne ell gelös we den müssen […].“ (In e iew IE 1)
Beschä ig e in de zen alen Hochschul e wal ung e missen häu ig die
Rückendeckung du ch ih e Füh ungsk ä e. Ein Beispiel hie ü is die
S eue ung des A bei s olumens, das als s uk u ell zu hoch wah genom-
men wi d. Wei e e sind de Umgang mi neuen inhal lichen An o de un-
gen, die sich beispielsweise aus Ände ungen on ele an en Gese zen
und Ve o dnungen e geben, abe eben auch de Umgang mi einzel all-
bezogene In e en ionen on P o esso *innen, wie die k i ische Anme -
kung eine Sachbea bei e in zeig :
„Dass da keine Un e s ü zung s a inde . Rücken eihal en, dass wenn wi auch
in de Sachbea bei e ebene mal eine En scheidung ge o en haben, dass die
mi ge agen wi d. Ode auch on oben ode ein [Teamlei e ] diese En scheidung
i . Wi e leben das imme wiede , dass wenn denn oben bei [de Hochschullei-
ung] ange u en wi d ode bei [de Deze na slei ung], dass die Vo gänge au ein-
mal doch gemach we den.“ (In e iew I 29)
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 102
S eue ung de Au gabenbea bei ung
Thema isch eng e bunden mi de Un e s ü zung gegenübe D i en is
aus Sich de Beschä ig en die F age, wie kompe en die Füh ungsk ä e
die Bea bei ung de an allenden Au gaben du ch das jeweilige Team
s eue n. Hie inden sich in den In e iews deu liche Hinweise da au ,
dass sei ens de Mi a bei e *innen nich sel en eine o ausschauende
Planung und (Vo -) S uk u ie ung de A bei sp ozesse sowie eine die Be-
schä ig enin e essen wah ende Bewäl igung on un o he gesehenen E -
eignissen wie dem k ankhei sbeding en Aus all on Kolleg*innen ode de
Aba bei ung zusä zliche An o de ungen du ch übe geo dne e Ebenen
e miss wi d.
Dass die Füh ungsk ä e in de Hochschul e wal ung diesem Deside-
a iel ach nich ge ech we den, wi d aus olgende Einschä zung eine
Sachbea bei e in deu lich:
„Also wenn z.
B. jemand im Team ehl , is es in meine Vo s ellung so, dass,
dass, dass, dass die Lei ung schauen muss, ok, was muss man machen, dami
diese Aus all nich zum T agen komm ? Ode dass das Team hal o zdem gu
wei e a bei en kann und sich selbe aushel en kann und nich , dass die Lei ung
selbe dann mi a bei e . Also das sehe ich hal nich .“ (In e iew I 17)
Die k i ische Bewe ung de S eue ung de all äglichen Au gaben du ch
die Füh ungsk ä e wi d aus Sich de In e iew en zusä zlich du ch ein
Fehlen on Fachkenn nissen, das insbesonde e Sachbea bei e *innen
au ällig o bei ih en Vo gese z en kons a ie en, sowie eine enge Ausle-
gung de eigenen Zus ändigkei en und in olgedessen auch de Hand-
lungsmöglichkei en, übe die Füh ungsk ä e in Bezug au bes imm e F a-
ges ellungen e ügen, wei e e schwe .
So wi d beispielsweise bemängel , dass Vo gese z e iel ach nich
übe das no wendige De ailwissen e ügen, um in konk e en Einzel ällen
zu eine achlich angemessenen Einschä zung zu kommen ode ihnen
auch die di e enzie e Kenn nis de eamin e nen Abläu e ehl , um au
e waige S ö ungen kompe en eagie en zu können, wie es eine Sachbe-
a bei e in o mulie ha :
„[A]be ich bin eigen lich de Meinung, dass die [Teamlei e ] auch dies können
müssen. Also sie soll en schon die A bei sabläu e in ih em Team kennen und
wissen, wie das unk ionie , um übe haup sich auch eine Meinung bilden zu
können übe unse e Au gaben, die äglich on uns zu e ledigen sind.“ (In e iew
I 26)
Hinzu komm die Wah nehmung, dass Füh ungsk ä e in de zen alen
Ve wal ung da o zu ücksch ecken, En scheidungen in Angelegenhei en
zu e en, die nich eindeu ig zu ih em Zus ändigkei sbe eich gehö en,
auch wenn diese ü ih e Mi a bei e *innen no wendig is , um einen be-
s imm en Vo gang abschließen zu können. So e n sich in diese F age
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 103
dann keine ande e Füh ungsk a au de gleichen Hie a chieebene ü
zus ändig e klä , bleib die F age länge e Zei ungeklä , was wiede um
unmi elba en Ein luss au die A bei de Mi a bei e *innen haben kann,
wie olgendes Zi a e deu lich :
„Und g undsä zlich haben ja alle [Teamlei e ] so ih e bes imm en Au gaben, wo-
ü sie zus ändig sind. Und da wi d hal ganz genau geschau , ob das in ih en
Zus ändigkei sbe eich äll ode ob da nich doch ein ande e [Teamlei e ] e en-
uell, sein Gebie auch in ol ie sein könn e. Und dann wi d es e s einmal wei-
e geschick an den ande en [Teamlei e ]. Ja, das is so, ja, ich weiß nich , wie
ich es besch eiben soll. So ein Wei e lei en, ohne dass eine En scheidung ge o -
en wi d, weil das is manchmal nich bei allen, abe bei einigen [Teamlei e n]
schwie ig. Die sind nich so en scheidungs eudig. Das e schwe unse e A bei .“
(In e iew I 26)
Pe sönliche Umgang und indi iduelle Fö de ung
Bei den Beschä ig en in de Zen al e wal ung dominie de Eind uck,
dass sie on ih en Vo gese z en nich als Pe sönlichkei en wah genom-
men we den, die einen wich igen Bei ag zum Funk ionie en de Uni e -
si ä leis en, sonde n iel ach ehe als aus auschba e A bei sk ä e be-
ach e we den. Es sei ü eine Hochschule mi ih en un e schiedlichen
Beschä ig eng uppen abe nich aus eichend, dass sich die Au me ksam-
kei in e s e Linie au leis ungss a ke Wissenscha le *innen und insbe-
sonde e au de en E olge im Be eich de Fo schung okussie .
Vielmeh sei es wich ig, auch die Bedeu ung de wissenscha sun e -
s ü zenden Mi a bei e *innen anzue kennen, wie die Äuße ung eine Re-
e en in hinsich lich de Bewe ung de A bei sa mosphä e, die insgesam
an de Uni e si ä he sch , naheleg :
„[E]s is ein ach an de Zei […], auch zu sehen, dass jede Einzelne […] wich ig
is . Vom, sag ich je z , Hausmeis e übe die Pos s elle bis zum P o esso . Und
solange das on de Füh ungsebene nich geleb wi d, kommen imme wiede
Si ua ionen, wo […] Mi a bei e sich agen, wa um engagie e ich mich hie ei-
gen lich? Das heiß nu das Händeschü eln sei ens de di ek en Vo gese z en
hil da nich . Das muss schon die ganze Ins i u ion leben.“ (In e iew IE 3)
Von Füh ungsk ä en wi d in diesem Zusammenhang e wa e , mi gu em
Beispiel o anzugehen, Leis ungen anzue kennen, in passenden Si ua i-
onen Lob zu e geben ode auch ein ach mal nachzu agen, wie es den
einzelnen Mi a bei e *innen geh und wie sie mi ih e A bei zu ech kom-
men. Aus Sich de Beschä ig en s eh auch die Hochschullei ung in de
P lich , eine gu e Füh ungskul u zu e ablie en und diese daue ha zu si-
che n. Was dami konk e gemein sein könn e, wi d du ch die E wa -
ungshal ung eine Sachbea bei e in deu lich:
„[Die Lei ung] soll e alle ih e Füh ungsk ä e schulen. Und kla machen, dass sie
eine Vo bild unk ion haben und da diese Vo bild unk ion einhal en müssen. Sie
müssen we schä zend sein, sie agen Ve an wo ung ü ih e Leu e und wenn
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 104
sie gu e A bei leis en wollen, dann müssen sie auch en sp echend sich geben
und sie müssen zuhö en. Imme hin lei en sie Fachleu e und nich i gendwelche
Hau en on G undschüle n.“ (In e iew I 20)
Ein wei e e Aspek , de dem In e iewma e ial zu olge in de zen alen
Hochschul e wal ung wei gehend eine Lee s elle da s ell , is de Be eich
Pe sonalen wicklung. Die Beschä ig en be ich en zwa übe wiegend,
dass ihnen die Teilnahme an Wei e bildungsangebo en e möglich wi d,
alle dings müssen sie in de Regel selbs die Ini ia i e e g ei en.
Die Vo gese z en haben also die Kompe enzen und Po enziale ih e
Mi a bei e *innen nich unbeding im Blick. Dies gil sowohl im Hinblick au
einzelne Ve ans al ungen geh , die einen bes ehenden Quali izie ungsbe-
da abdecken sollen, als auch dann, wenn es um eine wei e gehende
(Talen -) Fö de ung geh , die geeigne en Beschä ig en einen indi iduel-
len be u lichen Au s ieg e möglich – de nich sel en auch im Gesam in-
e esse de Hochschule als O ganisa ion liegen dü e.
En sp echende Ansä ze we den sei ens de Beschä ig en e miss ,
wie olgendes Zi a aus dem In e iew mi eine ehemaligen Mi a bei e in
zeig , die die Hochschule aus genau diesem G und e lassen ha und eine
höhe we ige Beschä igungsposi ion in de ö en lichen Ve wal ung ge-
unden ha :
„Wenn man me k , dass die Mi a bei e in sich nach 15 Jah en e ände n möch e,
dann muss ich als Füh ungsk a i gendwie da au eingehen und e suchen,
Wege zu inden, sehen, wie sie sich e ände n kann und eben auch ja wiede
das Pe sonal en wickeln und ihm hel en, dass die Si ua ion besse wi d. Und bin-
den du ch An eize, binden du ch Eing uppie ung und e ände en A bei spla z,
ein ande es Au gabengebie , ja, Be ö de ung, Höhe g uppie ung, besonde e
Schulungen, ielleich auch Fo bildungen anbie en […]. Ja, das hä e ich mi ge-
wünsch .“ (In e iew IE 4)
8.2.2 In e iews mi Beschä ig en in Fachgebie en
und Ins i u en
Die Reanalyse de In e iews mi insgesam zwöl Hochschulsek e ä *in-
nen und Beschä ig en in Technik und IT in den Fachgebie en und Ins i u-
en de Uni e si ä be ücksich ig eben alls sowohl au gabenbezogene als
auch pe sonenbezogene Aspek e des Ve hal ens de Füh ungsk ä e.
Rele an e Aspek e sind hie bei o allem die bes ehenden Spiel äume
de Mi a bei e *innen beim Zus andekommen on En scheidungen sowie
bei de O ganisa ion de all äglichen A bei , die Wah nehmung de wis-
senscha sun e s ü zenden Au gaben du ch die Füh ungsk ä e, die Füh-
ungskompe enzen de akademischen Füh ungsk ä e sowie de pe sön-
liche Umgang de Füh ungsk ä e mi den Mi a bei e *innen. Insbeson-
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 111
9. Pe sonalen wicklung
De in ielen B anchen i ulen e Fachk ä emangel e ass zunehmend
die wissenscha sun e s ü zenden Be eiche an den Hochschulen in
Deu schland. Die Be ich e übe Schwie igkei en bei de Rek u ie ung und
Bindung quali izie e Mi a bei e *innen nehmen zu, nich nu ü Posi io-
nen in IT und Technik, sonde n imme häu ige auch in Bezug au S ellen
in den Ke nbe eichen de Zen al e wal ung (Weidne 2022).
Die Hochschulen s ehen deshalb o immensen He aus o de ungen.
Die Bedeu ung des Themas Pe sonalen wicklung wi d im Hinblick au Be-
schä ig e in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen g öße , dieses
Themen eld s ell in Hochschul o schung und Hochschulen wicklung – zu-
mindes in Bezug au diese spezi ische Zielg uppe – jedoch wei gehend
eine Lee s elle da .
Vo diesem Hin e g und wi d in diesem Kapi el die F age disku ie , wie
die ak uellen Ak i i ä en de Hochschulen im Be eich de Pe sonalen -
wicklung sei ens de Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be-
eichen an Hochschulen wah genommen und bewe e wi d (Ab-
schni 9.4). Zu o we den Ansä ze und Ins umen e zu Pe sonalen wick-
lung o ges ell – sowohl au den allgemeinen be ieblichen Kon ex (Ab-
schni 9.2), als auch spezi ische au den Hochschulbe eich bezogen
(Abschni 9.3). Abschließend wi d eine skep ische Gesam einschä zung
um einige Hinweise au mögliche Pe spek i en e gänz (Abschni 9.5).
9.1 Pe sonalen wicklung im be ieblichen
Kon ex
In einem engen Ve s ändnis bes eh be iebliche Pe sonalen wicklung
aus dem Angebo on a bei spla z ele an en Wei e bildungen. Ein wei e-
es Ve s ändnis schließ zusä zlich die indi iduelle Ka ie e ö de ung on
ausgewähl en Mi a bei e *innen ein. Daneben we den auch eine E wei e-
ung des Au gabenbe eichs (Job Enla gemen ), die Übe agung neue
Au gaben (Job En ichmen ) sowie de ( empo ä e) Wechsel des Au ga-
benbe eichs (Job Ro a ion) als mögliche Bes and eile de Pe sonalen -
wicklung be ach e (S ock-Hombu g/G oß 2019).
Aus pe sonalwi scha liche Sich gil Pe sonalen wicklung als zen a-
le Bes and eil des Pe sonalmanagemen s, weshalb es wenig übe a-
schend is , dass aus diese Pe spek i e das Ziel eines op imalen Pe so-
naleinsa zes Lei mo i de un e schiedlichen Ak i i ä en is (z.
B. Lindne -
Lohmann/Lohmann/Schi me 2023).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 112
Demgegenübe nimm die E wachsenenbildung in e s e Linie die indi-
iduellen En wicklungsmöglichkei en in den Blick, wobei hie das emanzi-
pa o ische Po enzial on (Wei e -)Bildung s e s zumindes mi gedach
wi d (z.
B. Käpplinge 2018). Dieses Spannungs eld zwischen indi iduel-
len und o ganisa ionalen In e essen spiegel sich auch in den Zielse zun-
gen und E wa ungen on Lei ungsebene au de einen und Mi a bei-
e *innen au de ande en Sei e.
9.1.1 Wei e bildung
Inhal e und Fo ma e de be ieblichen Wei e bildung we den in e s e Li-
nie du ch be iebliche In e essen, insbesonde e die in Un e nehmen, Be-
hö den ode ande en O ganisa ionen bes ehenden Quali izie ungsbe-
da e bes imm . Angebo e de be ieblichen Wei e bildung inden übe wie-
gend wäh end de A bei szei s a und we den auch (zumindes übe wie-
gend) on den A bei gebe *innen inanzie (BMBF 2022).
Die Abdeckung des be ieblichen Quali izie ungsbeda s soll dazu bei-
agen, den Be ieb in seinem Fo bes and zu siche n bzw. s a egische
En wicklungsziele zu e eichen; ein Ansa z, de bei Fo schenden und
P ak ike *innen de E wachsenen- und Wei e bildung wegen seine s a -
ken Fokussie ung au Anwendba kei und Ve we ba kei im A bei sall ag
nich ohne K i ik blieb (Käpplinge 2018).
Dem egelmäßig du chge üh en Adul Educa ion Su ey zu olge en -
ielen im Jah 2020 d ei Vie el de Wei e bildungsak i i ä en in Deu sch-
land au das Segmen de be ieblichen Wei e bildung (BMBF 2022,
S. 22). Hinsich lich de Be eiligung an Wei e bildungen sind deu liche Un-
e schiede es zus ellen, insbesonde e nach dem o malen Bildungsg ad
und de Beschä igungssi ua ion. Bei E s e em s eig die Teilnahmewah -
scheinlichkei mi zunehmendem Quali ika ionsni eau, bei Le z e em wi -
ken sich o allem a ypische Beschä igungs o men wie Be is ungen und
Teilzei a bei hemmend aus (Dobischa /Düsseldo 2018).
Ein G oß eil de be ieblichen Wei e bildung en äll au Schulungen
ode Un e weisungen zu konk e en Einzel agen wie eine neuen So -
wa e ode Ve ände ungen in de Ablau o ganisa ion, die zumeis nu ei-
nige S unden ode wenige Tage daue n; wenn sie nich ohnehin komple
selbs ges eue e olgen, beispielsweise du ch die Nu zung on Online-
Tu o ials ode i uellen Le numgebungen. Häu ig ealisie sich de an-
ges eb e Le ne olg auch e s in Ve bindung mi in o mellem Le nen im
P ozess de A bei , beispielsweise du ch Ausp obie en ode den Aus-
ausch mi Kolleg*innen (Dehnbos el 2018).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 113
Bei be iebliche Wei e bildung handel es sich zudem häu ig um An-
passungsquali izie ungen, die da au abzielen, die Leis ungs ähigkei de
Beschä ig en un e e ände en Rahmenbedingungen zu e hal en, wo-
aus sich eben alls ein Spannungs eld zwischen den In e essen de Be-
iebe und denen de Beschä ig en e geben kann, die nich sel en ih e
be u liche Handlungs ähigkei insgesam e höhen möch en und dami
auch bes imm e Ka ie eziele e binden (Dobischa /Düsseldo 2018).
9.1.2 Maßnahmen zu A bei ss uk u ie ung
Im Rahmen on Pe sonalen wicklungskonzep en we den auch Me hoden
zu A bei ss uk u ie ung wie Job Enla gemen , Job En ichmen und Job
Ro a ion als Ins umen e de in o mellen Wei e bildung eingese z . Sie
sollen da übe hinaus dazu bei agen, die Mo i a ion de Mi a bei e *innen
zu ö de n und somi einen Bei ag zu Pe sonalbindung zu leis en.
Im Rahmen des Job Enla gemen inde eine quan i a i e Au gabene -
wei e ung au dem gleichen Quali ika ionsni eau s a , wodu ch die aus-
geüb e Tä igkei abwechslungs eiche ges al e we den soll. Job En ich-
men bes eh aus eine quali a i en E wei e ung de A bei sau gaben – in
de Regel au einem höhe en Quali ika ionsni eau. So sollen die Mi a bei-
e *innen ein höhe es Maß an Ve an wo ung und Au onomie e hal en,
was sich wiede um in eine höhe en A bei smo i a ion niede schlagen
kann.
Als d i e Maßnahme zu A bei ss uk u ie ung bes eh Job Ro a ion
aus einem zei lich be is e en Wechsel des A bei spla zes. Job Ro a ion
wi d übe wiegend dazu genu z , (Nachwuchs-)Füh ungsk ä en einen Ein-
blick in die e schiedenen Geschä sbe eiche zu e möglichen und ihnen
au diese Weise ein um assendes Wissen übe die be iebliche O ganisa-
ion insgesam zu e mi eln (S ock-Hombu g/G oß 2019).
Ve ände ungen de A bei so ganisa ion, die einen Bei ag zu Wei e -
en wicklung „on he job“ leis en sollen, sind o allem dann e olg eich,
wenn sie mi Un e s ü zung on Mi a bei e *innen und Füh ungsk ä en
einge üh we den. Sie soll en zudem die Auslas ung de Be eilig en be-
ücksich igen und Übe las ungen in olge eine zu s a ken A bei s e dich-
ung e meiden und auße dem be ücksich igen, dass die E wei e ung on
Au gabengebie en eine Neubewe ung de S ellenbesch eibung e o de -
lich machen kann, die wiede um zu Eins u ung in eine ande e Gehal -
g uppe üh en und somi a bei gebe sei ig mi höhe en Kos en e bunden
sein kann (Ma enbach/Geige 2019).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 114
9.1.3 Ka ie e ö de ung
Insbesonde e in g öße en Un e nehmen sind be ei s sei einigen Jah -
zehn en um assende Konzep e de Ka ie e ö de ung on ausgewähl en
Mi a bei e *innen anzu e en, die zumeis als Talen managemen be-
zeichne we den. Ansä ze des in e nen Talen managemen s sind – e -
gänzend zu ex e nen Rek u ie ung neue Mi a bei e *innen – en s an-
den, um den zukün ig zu e wa enden Beda an Füh ungsk ä en du ch
eine ühzei ige Iden i ika ion und länge is ige Vo be ei ung geeigne e
Pe sonen zu decken (Lindne -Lohmann/Lohmann/Schi me 2023).
Neben de inie en Füh ungska ie en, die bis au die Lei ungsebene
eichen können, wu den in den le z en Jah en e meh auch spezi ische
Fach- und P ojek ka ie en gescha en, die alle dings au g und de be-
g enz en Einsa zmöglichkei en de be e enden Mi a bei e *innen seh
eng an die konk e en be ieblichen Beda e gekoppel und somi om Um-
ang he beg enz sind (S ock-Hombu g/G oß 2019).
Im Rahmen des Talen managemen s, das aus pe sonalwi scha liche
Sich au kla en P ozessen und anspa en en K i e ien basie en soll e,
we den Mi a bei e *innen, denen ein g oßes En wicklungspo enzial zuge-
sch ieben wi d, geziel ge ö de ; du ch möglichs passgenaue Wei e bil-
dungsangebo e, indi iduelles Coaching bzw. Men o ing sowie den zei lich
be is e en Einsa z au im Vo eld de inie en Beschä igungsposi ionen
(Hu 2020).
Die Auswahl de zu ö de nden Mi a bei e *innen e olg in de Regel
du ch ein meh s u iges Auswahl e ah en, in dem auch kompe enzdiag-
nos ische Me hoden eingese z we den können (Lindne -Lohmann/Loh-
mann/Schi me 2023). Fü A und Um ang des Talen managemen s sind
die s e s die s a egischen Ziele de Un e nehmenslei ung und de en Ope-
a ionalisie ung im Rahmen de Pe sonalbeda splanung ausschlagge-
bend, was du chaus in Kon lik zu indi iduellen Au s iegswünschen de
Beschä ig en s ehen kann.
Ande s als in de P i a wi scha sind Maßnahmen zu geziel en Ka -
ie e ö de ung ausgewähl e Mi a bei e *innen im ö en lichen Diens bis-
lang wei gehend unbekann . Zwa können Beam *innen im Lau e ih es
Be u slebens be ö de we den, dies is alle dings im Wesen lichen ab-
hängig on den egelmäßig du chge üh en Leis ungsbewe ungen du ch
die jeweiligen Vo gese z en und se z das Vo handensein on höhe do-
ie en Diens pos en o aus. Ta i beschä ig e we den hingegen adi io-
nell ü ein bes imm es Tä igkei s eld einges ell , eine be u liche Wei e -
en wicklung is übe Anpassungsquali izie ungen hinaus in de Regel
nich o gesehen (Reicha d/Röbe 2019).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 115
E s in den le z en Jah en wu den in einigen Lände n und Kommunen
T aineep og amme au geleg , die sich in e s e Linie an Absol en *innen
eines wi scha s- ode sozialwissenscha lichen Mas e s udiengangs
ich en und nach zwei bis d ei Jah en mi de En scheidung übe eine
mögliche Ve beam ung au Lebenszei enden (Fische 2018). Ve einzel
wi d au s iegso ien ie en Mi a bei e *innen auch die Teilnahme an einem
Bachelo - ode Mas e s udium e möglich ; dies wi d alle dings in alle Re-
gel wede du ch Maßnahmen zu Pe sonalbindung lankie noch mi eine
konk e en be u lichen Pe spek i e e knüp .
Hinzu kommen punk uell Coachingangebo e ü Füh ungsk ä e bei de
Übe nahme eine neuen Lei ungsposi ion. Insgesam sind Ansä ze zu in-
di iduellen Ka ie e ö de ung im ö en lichen Diens de zei noch wenig
sys ema isie und in hohem Maße abhängig om konk e en A bei sum-
eld (Reicha d/Röbe 2019).
9.2 Wei e bildung und Pe sonalen wicklung
an Hochschulen
Auße halb de Disziplinen, in denen Pe sonalen wicklung im enge en
ode wei e en Ve s ändnis Gegens and on Fo schung und Leh e is , also
o allem auße halb de Be iebswi scha , de Bildungswissenscha und
de Psychologie, is in Hochschulpoli ik und Hochschulen wicklung eine
besonde e Ve wendung de Beg i e Wei e bildung und Pe sonalen wick-
lung es zus ellen. Inne halb des akademischen Feldes is o allem die
Rede on „wissenscha liche Wei e bildung“ und „akademische Pe so-
nalen wicklung“; hie mi we den spezi ische Bedeu ungen e bunden, die
im Folgenden skizzie we den.
9.2.1 Wissenscha liche Wei e bildung
Bezogen au den Hochschulkon ex wi d de Beg i de Wei e bildung in
e s e Linie mi Angebo en de wissenscha lichen Wei e bildung assozi-
ie , die sich o allem dadu ch cha ak e isie en lassen, dass e s ens die
e mi el en Inhal e, zwei ens die didak ische Ges al ung und d i ens die
Quali ika ion de Leh enden einem wissenscha lichen An o de ungsni-
eau en sp echen (Widany/Wol e /Dollhausen 2018).
Zudem ich en sich en sp echende Fo ma e in e s e Linie an Be u s-
ä ige, die be ei s einen Hochschulabschluss e wo ben haben ode übe
eine e gleichba e Quali ika ion e ügen. Im Zuge de hochschulpoli i-
schen Re o men sei den spä en 90e Jah en wu de die Zielg uppe e -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 116
s ä k um Pe sonen e wei e , die in de be u lichen Bildung quali izie
und an de Au nahme eines S udiums in e essie sind (Schwikal/Neu-
eu he 2018; Jü e/Bade-Becke 2018).
Die wissenscha liche Wei e bildung – und somi ein seh spezi isches
Ve s ändnis on Wei e bildung – ha in den le z en Jah en im hochschul-
poli ischen Disku s einen deu lich höhe en S ellenwe e hal en, wozu
nich zule z en sp echende Fö de linien on Bund und Lände n in ele-
an em Maße beige agen haben (Wol e /Schä e 2018).
His o isch eich die En wicklung de wissenscha lichen Wei e bildung
bis ins spä e 19. Jah hunde zu ück, wobei die Bemühungen um eine
gesellscha liche Ö nung de Hochschulen eine wich ige Kons an e da -
s ellen, ein Ziel, das gleichwohl im Zei e lau und o allem im Kon ex
sich wandelnde Rahmenbedingungen un e schiedlich in e p e ie wo -
den is (Wol e /Schä e 2018). Vo diesem Hin e g und wi d e s ändlich,
dass die wissenscha liche Wei e bildung in e s e Linie hochschulex e ne
Zielg uppen ad essie .
Somi we den Maßnahmen de Pe sonalen wicklung, die sich an Hoch-
schulangehö ige ich en, in alle Regel konzep ionell nich als Teil de wis-
senscha lichen Wei e bildung e s anden, auch wenn diese an Hoch-
schulen s a inden bzw. on diesen angebo en we den (Dollhausen e al.
2018). In E mangelung eine e bindlichen De ini ion is eine ennscha e
Un e scheidung zwischen wissenscha liche Wei e bildung und sons i-
gen Wei e bildungsak i i ä en de Hochschulen in de P axis alle dings
häu ig kaum möglich (Kamm e al. 2016).
Somi wi d e s ändlich, wa um hochschuldidak ische Quali ika ionen
ode Schulungen im Be eich des Fo schungsmanagemen s eilweise de
wissenscha lichen Wei e bildung zuge echne we den, ex acu icula e
Bildungsak i i ä en on S udie enden wie Sp achku se ode Ku se zu be-
u sbezogenen Schlüsselquali ika ionen hingegen ebenso wenig wie An-
gebo e, die sich in e s e Linie an wissenscha sun e s ü zende Mi a bei-
e *innen ich en. Beispiele ü le z genann e Angebo e sind un e ande-
em Schulungen in den Be eichen IT, Ve wal ung und Rech ode Themen
des be ieblichen Gesundhei smanagemen s (Wol e /Schä e 2018; Doll-
hausen e al. 2018; Widany/Wol e /Dollhausen 2018).
9.2.2 Akademische Pe sonalen wicklung
Das Thema Pe sonalen wicklung is e e an den Hochschulen lange Zei
ein Scha endasein. Zwa s anden insbesonde e Beschä ig en in wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen an ih en Ein ich ungen auch in de
Ve gangenhei be ei s zahl eiche Ku se zu Ve ügung, o allem aus den
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 117
Be eichen EDV/IT, Sp achen, Ve wal ung und Rech , Kommunika ion und
soziale Kompe enzen sowie Gesundhei und Spo .
Die Zusammens ellung des P og amms e olg e alle dings ehe ange-
bo s- als beda so ien ie , indem bewäh e und posi i angenommene
Maßnahmen o ge üh und au G undlage de E ah ungen de Ve an -
wo lichen und/ode au Vo schlag on Teilnehme *innen um neue e -
gänz wu den.
Anmeldungen e olg en im Wesen lichen aus dem indi iduellen In e-
esse de Beschä ig en he aus (Han /Zen ne 2004). Eine sys ema ische
E mi lung bes ehende Quali ika ionsbeda e du ch die Pe sonalab eilun-
gen und das geziel e Angebo on Maßnahmen, die einen Bei ag zu
s a egischen En wicklung de Hochschulen leis en konn en, and hinge-
gen allen alls e einzel s a (Röbken/Schü z 2015).
Fü Wissenscha le *innen wu de soga wei gehend ga kein Beda an
Maßnahmen zu Pe sonalen wicklung gesehen. Nach he schende Les-
a ha en wissenscha liche Mi a bei e *innen „einen eng umg enz en
Au gabenk eis zu e üllen, ü den sie be ei s quali izie einges ell wo -
den wa en ode sie s eb en eine Be u ung au eine P o essu an eine
ande en Hochschule an.“ (Weble 2006, S. 5) In beiden Fällen gal en ge-
ziel e Ini ia i en zu Wei e quali ika ion als en beh lich.
Die „demons a i e Zu ückhal ung und […] Skepsis de g oßen Meh -
zahl de Hochschulen“ (Winde 2010, S. 16) gegenübe den Ini ia i en ein-
zelne Vo ei e hochschulen wich jedoch schnell einem zunehmenden
Engagemen , nachdem sich Pe sonalen wicklungss a egien ü das wis-
senscha liche Pe sonal im Zuge de Exzellenzini ia i e als We bewe bs-
o eil e wiesen ha en. In de Folge sind an zahl eichen Hochschulen
iel äl ige Angebo e en s anden, die sich zunächs insbesonde e an Dok-
o and*innen, spä e auch an Pos dok o and*innen ich e en (Mülle /Ka -
enbe g 2015; Winde 2010).
Diese En wicklung wu de dadu ch wei e e s ä k , dass Pe sonalen -
wicklungskonzep e in wei e en Fö de linien on Bund und Lände n eine
e bindliche Teilnahmebedingung da s ell en (K üge 2020). Au diese
Weise ha sich die Pe sonalen wicklung ü das wissenscha liche Pe so-
nal im Lau e de le z en beiden Jah zehn e an den Hochschulen wei ge-
hend e ablie und um ass Wei e bildungsangebo e zu wissenscha sspe-
zi ischen Themen wie Hochschuldidak ik ode Fo schungsmanagemen
genauso wie Ka ie ecoachings, die sich auch au Tä igkei en auße halb
de Wissenscha beziehen, sowie nich zule z Angebo e, die sich geziel
an wissenscha liche Füh ungsk ä e ich en (Bu kha d e al. 2020; K ü-
ge 2020).
Mi de Teilnahme an en sp echenden Angebo en is ü die Wissen-
scha le *innen alle dings zumeis keine konk e e Beschä igungsop ion
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 118
e bunden, im Zen um s eh ielmeh allgemein eine Ve besse ung de
Chancen au die Realisie ung on Ka ie eop ionen.
Noch e was zugespi z e s ell sich die Si ua ion in den wissenscha s-
un e s ü zenden Be eichen da – zumindes auße halb des Wissen-
scha smanagemen s, ü dessen Angehö ige eben alls ein b ei es Ange-
bo an Wei e bildungsmöglichkei en bes eh ; da un e gleich meh e e
Mas e s udiengänge, die be u sbeglei end absol ie we den können
(Janson/Ra hke 2023).
In Technik und Ve wal ung s ehen Mi a bei e *innen, die be u lich au -
s eigen möch en, hingegen o e heblichen He aus o de ungen, „ge ade
im mi le en Ve wal ungsbe eich“ is „[d]ie gläse ne Decke […] schnell e -
eich “ (Al 2020, S. 5). Bei den e ügba en Wei e bildungsku sen domi-
nie en wei e hin die gleichen Themen wie in de Ve gangenhei , wenn-
gleich diese um spezi ische Angebo e ü Füh ungsk ä e e gänz wu den
(Bu kha d e al. 2020; Bansche us 2018a).
Dazu, dass die wissenscha sun e s ü zenden Be eiche wei gehend
eine Lee s elle in den Pe sonalen wicklungss a egien de Hochschulen
bilden, äg nich zule z eine deu liche Hie a chisie ung inne halb de
Hochschulen bei, inne halb de e „das wissenscha ss ü zende Pe sonal
übliche weise als ‚Zulie e be ieb‘ des wissenscha lichen Diens es cha-
ak e isie “ wi d (Röbken/Schü z 2015, S. 143), wo aus sich auch eine
kla e konzep ionelle Dominanz de wissenscha lichen Be eiche e gib ,
weshalb es wenig übe aschend is , dass es sich bei Ak i i ä en zu Pe -
sonalen wicklung an Hochschulen in e s e Linie um akademische Pe so-
nalen wicklung handel .
9.3 Bewe ungen de Beschä ig en in
wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
Dieses Kapi el basie au eine Sekundä analyse de Da en des DGB-
Hochschul epo s zum Themen eld Pe sonalen wicklung ( gl. Ab-
schni 2.1). Lei end wa hie bei ein wei es Beg i s e s ändnis, das übe
Wei e bildungsangebo e (Abschni 9.3.1) hinaus auch Le nak i i ä en im
P ozess de A bei (Abschni 9.3.2) und Au s iegsmöglichkei en (Ab-
schni 9.3.3) be ücksich ig ha .
Die desk ip i en s a is ischen Auswe ungen wu den e gänz du ch
eine quali a i e Inhal sanalyse on An wo en au eine o ene Abschluss-
age, die Bes and eil des F agebogens gewesen is ( gl. Abschni 2.3).
O ene F agen we den in s anda disie en Be agungen häu ig eingese z ,
um die bes ehenden An wo möglichkei en zu e wei e n. (Fie z/F ied ichs
2022; Reinde s 2022).
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 119
9.3.1 Wei e bildungsangebo e
E was meh als die Häl e (55 %) de Beschä ig en in wissenscha sun-
e s ü zenden Be eichen gab an, dass sie in seh hohem ode hohem
Maße
7
die Möglichkei e hiel en, en sp echend ih e An o de ungen An-
gebo e zu Wei e bildung bzw. (be u lichen) Wei e en wicklung nu zen zu
können ( gl. Tabelle 11). Beschä ig e aus de S ellenp o ilg uppe Wis-
senscha smanagemen sahen dies besonde s häu ig (67 %) als gegeben
an, Mi a bei e *innen aus den echnischen Be eichen besonde s sel en
(44 %).
Die hohen Zus immungswe e bei Wissenscha smanage *innen und
wei e en Angehö igen de neuen Hochschulp o essionen dü en insbe-
sonde e aus den iel äl igen Angebo en esul ie en, die in de Ve gangen-
hei speziell ü diese Zielg uppe en wickel wo den sind (Janson/Ra hke
2023).
Ein G und ü die un e du chschni lichen Zus immungs a en im Be-
eich Technik dü e da in liegen, dass an ielen Hochschulen übe G und-
lagenschulungen hinaus keine Wei e bildungen in den Be eichen Technik
und IT angebo en we den, was bei Beschä ig en aus diese S ellenp o-
ilg uppe mi un e du chschni lichen Teilnahmequo en an Wei e bil-
dungsangebo en ko espondie (Bansche us 2018a; Bansche us e al.
2017; Bansche us/Golubchyko a/Tobias 2022).
Eine Reak ion au ehlende Wei e bildungsangebo e ü die echni-
schen Be eiche sind e s ä k e in o melle Le nak i i ä en, wie olgendes
Zi a aus eine F ei ex an wo e anschaulich :
„Fü die Quali izie ung on Ve wal ungsanges ell en gib es Wei e bildungen,
abe nich ü echnische Fachk ä e. Das muss quasi imme sel -pased [gemein
is sel -paced = selbs ges eue , Anm. d. Ve .] e olgen und meis au eigene
Kos en in de F eizei […].“ F agebogen-ID 8145
Deu liche Un e schiede hinsich lich de Bewe ung des bes ehenden Wei-
e bildungsangebo s bes ehen auße dem nach dem o malen Bildungs-
g ad; Mi a bei e *innen mi Hochschulabschluss sehen ü sich e heblich
häu ige en sp echende Möglichkei en als Beschä ig e, die kein S udium
abgeschlossen haben. Dieses E gebnis geh einhe mi den gene ellen
Be unden de Wei e bildungs o schung zu Ein luss ak o en au die Wei-
e bildungsbe eiligung (Dobischa /Düsseldo 2018).
Ande s s ell sich die Si ua ion mi Blick au a ypische Beschä igungs-
o men (Teilzei , Be is ung) da . Zumindes in Bezug au die Wei e bil-
dungs eilnahme sind in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an
7
Die wei e en An wo möglichkei en lau e en „in ge ingem Maße“ und „ga nich “.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 120
Hochschulen bei diesem Aspek keine ele an en Un e schiede es zu-
s ellen.
Tabelle 11: Bes ehende Wei e bildungsmöglichkei en
F age: Inwiewei e möglich Ihnen die Hochschule, dass Sie sich
en sp echend Ih e An o de ungen wei e en wickeln können, z.
B.
du ch das Angebo on Wei e bildungen, T ainings ode
Coachings?
An wo en: in seh hohem Maße und in hohem Maße
Beschä ig e insgesam
55
%
S ellenp o ilg uppe
Ve wal ung
58
%
Biblio heken
57
%
Technik
44
%
Wissenscha smanagemen
67
%
Geschlech
weibliche Beschä ig e
57
%
männliche Beschä ig e
51
%
Bildungsg ad
mi Hochschulabschluss
61
%
ohne Hochschulabschluss
47
%
Ve agsdaue
unbe is e
55
%
be is e
57
%
Beschä igungsum ang
Vollzei
54
%
Teilzei (< 35 Wochens unden)
56
%
Quelle: DGB-Hochschul epo , eigene Auswe ungen
Die An wo en au die o ene Abschluss age machen deu lich, dass iele
Mi a bei e *innen in Technik und Ve wal ung eine Gegenleis ung ü ge-
zeig es Wei e bildungsengagemen e wa en. Dies gil in besonde e
Weise ü den Wunsch nach eine Einkommens e besse ung, wo aus
man die Einschä zung ablei en kann, dass eine Anpassungsquali izie un-
gen – die ein zen ales Elemen on pe sonalwi scha lich o ien ie en
Ansä zen des Pe sonalmanagemen s bilden – in den wissenscha sun e -
s ü zenden Be eichen an Hochschulen au ge inge Akzep anz s oßen.
Dies zeig beispielha nachs ehende Auszug aus eine F ei ex an wo :
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 127
geschieh – und au diese Weise die indi iduellen Aussich en au das E -
eichen höhe do ie e Beschä igungsposi ionen zu e besse n.
Eine en scheidende Bedeu ung könn e schließlich eine passgenauen
Wei e en wicklung bes ehende Quali izie ungsangebo e (beispielsweise
des Ve wal ungsleh gangs II) zu eine A „Tenu e- ack ü die Ve wal-
ung“, eine de inie en Au s iegsmöglichkei ü geeigne e Mi a bei e *in-
nen, zukommen, die beispielsweise die Op ion au einen Weg on de
En gel g uppe 6 zu En gel g uppe 9a e ö ne .
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 128
10. A bei und Beschä igung in
wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen an Hochschulen:
Eine Quin essenz in zehn Punk en
Un e den Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an
Hochschulen dominie insgesam eine k i ische G undhal ung bei de Be-
we ung de A bei s- und Beschä igungssi ua ion. Besonde s ele an e -
scheinende Aspek e we den in den olgenden Abschni en zusammenge-
ass .
1. (Un-)Sich ba kei , Handlungsspiel äume
Ein Teil de Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen
e miss eine Ane kennung de on ihnen e b ach en Leis ungen du ch
ande e Hochschulangehö ige. Gleiches gil ü die soziale We schä -
zung, die ihnen als Pe sonen (nich ) en gegengeb ach wi d. Diese Teil
de Mi a bei e *innen in Ve wal ung, Technik und wei e en Se icebe ei-
chen ha übe wiegend den Eind uck, dass ih e A bei wei gehend unsich -
ba bleib und nu wah genommen wi d, wenn Fehle passie en ode die
E wa ungen, die an sie ge ich e we den – insbesonde e sei ens des wis-
senscha lichen Pe sonals –, nich e üll we den.
Solange die Abläu e wei gehend eibungslos bleiben, we de ihnen
übe wiegend mi Desin e esse begegne , sowohl du ch P o esso *innen
und wissenscha liche Mi a bei e *innen als auch du ch die S udie enden.
Zu den Schilde ungen dieses Teils de Beschä ig en gehö auch das
Fehlen on Handlungsspiel äumen; sowohl in Bezug au En scheidungen,
die ih unmi elba es A bei sum eld be e en als auch hinsich lich wei e -
gehende Aspek e au übe geo dne en Ebenen, die sich au die indi idu-
elle A bei ssi ua ion auswi ken können.
Ein ande e Teil de Beschä ig en be ich e hingegen on eine gänz-
lich ande en Si ua ion, die on Ve auen, Respek und de Be eiligung an
achlichen und s uk u ellen En scheidungen gep äg is . Insgesam domi-
nie en jedoch nega i e Da s ellungen in Bezug au die (Un-)Sich ba kei
on Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen an Hoch-
schulen.
2. Belas ung, Leis ungs ähigkei
Den Beschä ig en zu olge haben de deu liche Ans ieg de Zahl de S u-
die enden und – einhe gehend mi eine massi gewachsenen Bedeu ung
on D i mi eln – die wachsende de Zahl de wissenscha lichen Mi a -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 129
bei e *innen im Zuge de Hochschulexpansion de le z en beiden Jah -
zehn e eine s a ke Ve dich ung de A bei mi sich geb ach .
Dies spiegel sich in einem hohen indi iduellen Belas ungse leben wide .
Bis zu einem D i el de Mi a bei e *innen gib an, du ch die A bei s a k
ode seh s a k belas e zu sein. Dies wi d du ch häu ig au e ende Va-
kanzen und zu e b ingende Ve e ungen sowie die No wendigkei zu
Eina bei ung neue Kolleg*innen wei e e s ä k .
U sächlich ü die hohe Belas ung is dabei wenige ein bes ehende
Zei - und Leis ungsd uck, auch die Meh a bei häl sich im Du chschni
alle Beschä ig en in engen G enzen – alle dings mi e heblichen indi i-
duellen Schwankungen. Als wich ige e Ein luss ak o en au das indi idu-
elle Belas ungse leben e weisen sich ielmeh die Häu igkei an S ö un-
gen und/ode Un e b echungen, die No wendigkei on „Mul i asking“ so-
wie ehlende bzw. unkla e In o ma ionen übe konk e e Au gaben und An-
o de ungen.
3. S ellenbewe ung, Eing uppie ung
E was meh als die Häl e de Beschä ig en in wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen is dem ein achen ode mi le en Diens de Beam en-
lau bahn bzw. – wei aus häu ige – den en sp echenden a i lichen En -
gel g uppen (E 1 bis E 4 bzw. E 5 bis E 9a) zugeo dne . In diese Teil-
g uppe des wissenscha sun e s ü zenden Pe sonals is die Unzu ieden-
hei mi dem Einkommen wei e b ei e . Nich nu gil das Einkommensni-
eau nach Einschä zung des G oß eils de Beschä ig en als nich ange-
messen im Ve häl nis zu den e b ach en Leis ungen, es eich aus Sich
de Mi a bei e *innen iel ach auch nich ode nu ge ade so aus, um den
Lebensun e hal zu bes ei en.
In Bezug au weibliche Beschä ig e gib es zudem ele an e Hinweise
au eine De alua ion, eine sys ema ische Un e bewe ung weibliche A -
bei . Ein en sp echendes Bild e gib sich beispielsweise hinsich lich des
Ve häl nisses on A bei sau gaben und En lohnung im Ve gleich zwi-
schen Mi a bei e *innen in Hochschulsek e a ia en und Biblio heken au
de einen Sei e und den Be eichen Technik und IT au de ande en.
4. Pe sonalen wicklung, Wei e bildung
Die Wei e bildungsangebo e, die sich an die Mi a bei e *innen in Ve wal-
ung, Technik und wei e en Se icebe eichen ich en, we den on diesen
übe wiegend als ehe allgemein ausge ich e wah genommen. Beispiele
hie ü sind Sp ach- und EDV-Ku se, die Ve mi lung on ech lichen bzw.
adminis a i en G undlagen ode Ve ans al ungen im Be eich des Ge-
sundhei smanagemen s. Diese Aus ich ung de Wei e bildungsp og am-
me wi d eilweise als zu wenig spezi isch be ach e .
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 130
Vo allem in den Be eichen Technik und IT ehlen Möglichkei en ü
den E we b des ü die E ledigung de sich kon inuie lich wandelnden A -
bei sau gaben no wendigen Spezialwissens. Ähnliches wi d beispiels-
weise auch ü spezielle Rech sgebie e im Ve wal ungsbe eich kons a-
ie .
Vo diesem Hin e g und wi d e s ändlich, wa um die Teilnahmequo-
en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen zwa insgesam hoch
sind, die Zu iedenhei mi dem bes ehenden Fo - und Wei e bildungsan-
gebo abe ehe im Mi el eld lieg , du chaus mi ele an en Un e schieden
zwischen den S ellenp o ilg uppen. Die g undsä zlichen Möglichkei en zu
Teilnahme an Wei e bildungen, sowei passende Angebo e o handen
sind, we den insgesam als ech gu be ach e , wenngleich ein Teil de
Mi a bei e *innen in diese Hinsich die no wendige Un e s ü zung du ch
die jeweiligen Vo gese z en e miss .
Hingegen bes eh in den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen lä-
chendeckend eine e hebliche Unzu iedenhei mi den (nich ) bes ehen-
den Au s iegsmöglichkei en. Hie wi d in Bezug au in e ne Ka ie ewege
ein gene elles De izi kons a ie .
5. Sinn de A bei , Iden i ika ion
Die Be agungse gebnisse lassen au me ken: und die Häl e de Be-
schä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be eichen sch eib de eige-
nen A bei allen alls eine ge inge gesellscha liche Bedeu ung zu, meh
als ein Vie el be ach e die eigenen Leis ungen nich ode nu in einem
ge ingen Maße als ele an ü die Hochschule, an de sie ä ig sind. Ein
gu es Fün el iden i izie sich ga nich ode nu schwach mi de A bei .
Diese We e sind im B anchen e gleich au allend hoch und beinhal en
ein e hebliches Po enzial ü Demo i a ion bis hin zum „bo e ou “. Ge ade
Hochschulen als O e de Bildung und Fo schung soll en ein In e esse
da an haben, diese Si ua ion pe spek i isch deu lich zu e besse n.
6. Be is ung, Teilzei a bei
In den wissenscha sun e s ü zenden Be eichen is und jede ie e A -
bei s e ag be is e . Somi is die Be is ungsquo e zwa e heblich nied-
ige als beim wissenscha lichen Pe sonal, und hie insbesonde e bei
den wissenscha lichen Mi a bei e *innen, jedoch deu lich höhe als in de
ö en lichen Ve wal ung insgesam . Auch wenn be is e e Beschä igungs-
e häl nisse nich gänzlich zu e meiden sind, beispielsweise bei El e n-
zei e e ungen, sind diese ü die be o enen Mi a bei e *innen dennoch
imme mi einem e heblichen Maß an Unsiche hei e bunden.
De An eil eilzei beschä ig e Mi a bei e *innen is in den wissen-
scha sun e s ü zenden Be eichen e gleichsweise hoch, bei den weibli-
chen Beschä ig en lieg die Teilzei quo e soga bei e wa 50 %. Teilzei a -
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 131
bei is ü die Lebenssi ua ion iele Beschä ig e passend, zum Beispiel
aus G ünden eine besse en Ve einba kei on be u lichen und amiliä en
Ve p lich ungen, ode weil sie den subjek i en Vo s ellungen on eine
gu en „Wo k-Li e-Balance“ en sp ich . Teilweise is Teilzei a bei abe
auch ungewoll , bleib de Wunsch nach eine Vollzei s elle une üll .
Hinsich lich de indi iduellen A bei szei wünsche müssen die Hand-
lungsmöglichkei en de Hochschulen deshalb insgesam als keineswegs
ausgeschöp be ach e we den.
7. Flexibili ä , A bei szei au onomie
Ganz übe wiegend schä zen die Beschä ig en in wissenscha sun e s ü -
zenden Be eichen ih e A bei szei au onomie als hoch ein, wenngleich
diese eilweise au g und de es ik i en Hal ung on Vo gese z en (z.
B.
bei Hochschulsek e ä *innen) ode gene ell wegen ehlende Möglichkei-
en (z.
B. in Biblio heken und Technik) abe auch als eingesch änk be-
sch ieben wi d. Ein G und ü die insgesam wah genommene hohe Fle-
xibili ä is die s a ke Ve b ei ung mobilen A bei ens, wobei diese gene-
elle Be und in besonde s s a kem Maße ü Mi a bei e *innen im Wissen-
scha smanagemen und wei e en neuen Hochschulp o essionen gil .
Die bes ehenden ungleichen F eihei sg ade bei de be u lichen Flexi-
bili ä sowie de Möglichkei en zu indi iduellen A bei sges al ung können
aus Sich de Beschä ig en alle dings als illegi im e leb we den, was sich
wiede um nega i au die A bei ssi ua ion und lang is ig auch au die Pe -
sonalbindung auswi ken kann. Abhängig on den konk e en Au gabenbe-
eichen und den dami e bundenen An o de ungen an eine P äsenz o
O kann es deshalb no wendig sein, gemeinsam mi den Beschä ig en
nach k ea i en Lösungsansä zen zu suchen.
8. Ablau o ganisa ion, Diens leis ungso ien ie ung
Die Ablau o ganisa ion de Hochschulen wi d sei ens de Mi a bei e *in-
nen in Ve wal ung, Technik und wei e en Se icebe eichen iel ach als
schwe ällig und bü ok a isch, in Ex em ällen soga als dys unk ional be-
sch ieben. Eine de U sachen lieg aus Sich de Beschä ig en in de je
nach Hochschule un e schiedlich s a k ausgep äg en Diens leis ungso i-
en ie ung – insbesonde e de Zen alen Hochschul e wal ungen.
Hie ü sind e schiedene Ein luss ak o en ausschlaggebend: au de
pe sonalen Ebene sind beispielsweise Un e schiede bei Eins ellungen
und Mo i a ion es zus ellen, au de o ganisa ionalen Ebene is die Funk-
ionali ä de in e nen P ozesse on Hochschule zu Hochschule e schie-
den, und au de s uk u ellen Ebene schließlich haben gese zliche Rege-
lungen (z.
B. im Haushal s ech ) einen e heblichen Ein luss au die Aus-
ges al ung de adminis a i en Abläu e.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 132
Vo allem Le z e e sind – en gegen iel ach bes ehende ande slau-
ende E wa ungen an das Hochschul- und Wissenscha smanage-
men – iel ach nu beg enz e ände ba ; zumindes solange kein en -
sp echende Wille des Gese zgebe s es zus ellen is . Ein wei e e ele-
an e Ein luss ak o is die Digi alisie ung on Ve wal ungsp ozessen.
Teilweise e weis sich de en Umse zung als p oblema isch, sei es, weil
die Ausges al ung des Change Managemen s nich op imal gewesen is ,
sei es, weil sich die Passung zwischen echnischen und adminis a i en
An o de ungen als unzu eichend e weis .
9. In e ak ion, Füh ungskul u
Die In e ak ion de wissenscha sun e s ü zenden Mi a bei e *innen mi
ih en Vo gese z en und Kolleg*innen is s a k einzel allabhängig. Wäh-
end die meis en Beschä ig en in wissenscha sun e s ü zenden Be ei-
chen Hil e und Un e s ü zung aus dem Kollegenk eis e hal en und in die-
sem Kon ex auch We schä zung e ah en, is das Ve häl nis zu den Vo -
gese z en aus Sich de Beschä ig en iel ach s a k au die E ledigung
de Sachau gaben bezogen. Die A bei so ganisa ion du ch die Vo gese z-
en wi d nich sel en als subop imal besch ieben, beispielsweise, weil In-
o ma ionen nich ode zumindes nich ech zei ig wei e gegeben we den
ode Kon lik e nich kons uk i gelös we den können.
Demgegenübe we den pe sonenbezogene Aspek e de Füh ungsbe-
ziehungen wie die Mo i a ion de Teammi gliede ode eine si ua i ange-
messene Rückmeldung du ch die Vo gese z en sei ens de Mi a bei e *in-
nen in Ve wal ung, Technik und wei e en Se icebe eichen ehe e miss .
Als p oblema isch besch ieben we den insbesonde e die Ve hal ens-
weisen on manchen akademischen Füh ungsk ä en, denen es aus Mi -
a bei e sich an einem g undlegenden Ve s ändnis adminis a i e P o-
zesse mangel und die nich sel en En scheidungen „am Diens weg o -
bei“ he bei üh en möch en. Au ällig is zudem de im Ve gleich zu den
Beschä ig en insgesam ge inge An eil weibliche Füh ungsk ä e – ins-
besonde e au den höhe en Hie a chieebenen.
10. Fachk ä ebeda , Al e ss uk u
Bis zu einem D i el de Mi a bei e *innen in Ve wal ung, Technik und wei-
e en Se icebe eichen is äl e als 50 Jah e. De iele o s be ei s zum
je zigen Zei punk i ulen e Fachk ä emangel dü e sich also pe spek i-
isch wei e e schä en. Diese En wicklung wi d dadu ch wei e e -
schwe , dass an den Hochschulen in den wissenscha sun e s ü zenden
Be eichen – ande s als iel ach bei den S udie enden und beim wissen-
scha lichen Pe sonal zu beobach en – häu ig nu eine ge inge Be eili-
gung on Menschen mi Mig a ionsgeschich e zu e zeichnen is .
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 133
Ein wei e es Indiz ü bes ehende Schwie igkei en bei de Rek u ie ung
quali izie e Fachk ä e is de an ielen Hochschulen g oße An eil an
Que eins eige *innen, die häu ig mi e heblichem Au wand nachquali i-
zie und eingea bei e we den müssen. Von den Ausbildungsak i i ä en
de Hochschulen is schon allein au g und de übe schauba en Zahl an
Auszubildenden (bundeswei ca. 5.000 bis 6.000) nu in seh beg enz em
Maße eine en las ende Wi kung zu e wa en.
Die Hochschulen s ehen insgesam o de He aus o de ung, ih e A -
ak i i ä als A bei gebe innen in den wissenscha sun e s ü zenden Be-
eichen kün ig deu lich zu e besse n. Ohne en sp echende Ak i i ä en
dü e es kaum gelingen, kün ig hin eichend iele quali izie e Mi a bei-
e *innen zu gewinnen, die die iel äl igen Au gaben in de zen alen und
dezen alen Ve wal ung, in Biblio heken und Rechenzen en, in We ks ä -
en und Labo en, im Hochschulsek e a ia en und im Wissenscha sma-
nagemen e ledigen.
Ohne diese Un e s ü zungsleis ungen können abe auch die wissen-
scha lichen Ke nau gaben in Fo schung und Leh e, Wei e bildung und
T ans e sowie in wei e en Be eichen nich in de e wünsch en In ensi ä
sowie in de ge o de en Quali ä e b ach we den.
BANSCHERUS: „… WIR HALTEN DIE UNI AM LAUFEN!“ | 134
Li e a u
So e n nich s ande es angegeben is , wu den alle In e ne sei en zule z
am 24.9.2024 besuch .
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