S einmann, Bodo
A icle
In e ne und ex e ne S abili ä
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: S einmann, Bodo (1970) : In e ne und ex e ne S abili ä , K edi und Kapi al, ISSN
0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 3, Iss. 4, pp. 386-407,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292652
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
In e ne und ex e ne S abili ä
Eine k i ische Auseinande se zung mi Vo schlägen
on R. A. Mundell und W. S ü zel*
Von Bodo S einmann, Kabul
(1) Jedes ak uelle Zielsys em de Wi scha spoli ik weis eine Reihe
on Einzelzielen au , bei denen de G ad ih e Realisie ung zu Las en
des E üllungsg ades ande e Ziele geh .
De a ige Kon lik kons ella ionen e o de n einen Komp omiß hin-
sich lich des Ausmaßes de Ve wi klichung einzelne Ziele, de dann als
op imal gel en kann, wenn „die Gesam einbuße aus de eilweisen Nich -
Realisie ung on zwei ode meh e en Zielen am ge ings en e schein "1.
Fü die Ziele de in e nen und ex e nen S abili ä wi d bei bes imm en
gesam wi scha lichen Kons ella ionen (Zahlungsbilanzde izi und Re-
zession bzw. Zahlungsbilanzübe schuß und In la ion) im Rahmen de be-
s ehenden in e na ionalen Wäh ungso dnung ( es e Wechselku se, eie
Kon e ibili ä ) ein Kon lik angenommen, de nu du ch einen Kom-
p omiß gelös we den kann2. Das Vo liegen eines solchen Kon lik es —
* E wei e e Fassung des Habili a ions o ags o de Fakul ä de Wi -
scha swissenscha lichen Ab eilung de Ruh -Uni e si ä Bochum.
1 W. A. Jöh IH. W. Singe , Die Na ionalökonomie im Diens e de Wi -
scha spoli ik, Gö ingen 19642, S. 154.
2 Vgl. z. B. H. Bes e s, S aa liche Au onomie und in e na ionale Konjunk u -
poli ik, in: Fes sch i ü A. Mülle -A mack, h sg. . F. G eiß und F. W. Meye ,
Be lin 1961, S. 244 . — Zu dem his o ischen Hin e g und de Kon lik mög-
lichkei en zwischen diesen Zielen gl. H. Mölle y P obleme de Geld- und K edi -
poli ik bei Wäh ungskon e ie ba kei , in: Wi scha s agen de eien Wel ,
Fes sch i ü Ludwig E ha d, h sg. . E. . Becke a h, F. W. Meye und A.
Mülle -A mack, F ank u /Main 1957, wiede abged uck in: Geld- und Bank-
poli ik, h sg. . E. Dü , Köln/Be lin 1969, S. 407.
Die Zielan inomie weis ein ande es Bild au , wenn un e schiedliche Wachs-
ums a en des Sozialp oduk s einge üh we den — gl. hie zu z. B. F.A.Lu z,
Das P oblem des in e na ionalen wi scha lichen Gleichgewich s, Tübingen
1963; /. Klaus, Wachs umsbeding e Kon lik e zwischen ex e nem Gleichgewich
und in e nen Zielse zungen, Kyklos XIX (1966), S. 642 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 387
und dami die No wendigkei , Komp omißlösungen zu suchen — e -
neinen Mundeil3 und S ü zel4 ü den Fall, daß die T äge de Wi -
scha spoli ik be ei sind, nach bes imm en K i e ien eine Spal ung des
wi scha spoli ischen Ins umen a iums o zunehmen, d. h. einige Ins u-
men e expansi , ande e kon ak i einzuse zen. Was eine solche nach den
Vo schlägen de genann en Au o en du chge üh e Spal ung in bezug au
die P oblemlösung zu leis en e mag, is die F ages ellung de o liegen-
den Abhandlung.
(2) Die Ku z o mel ü die in den Vo schlägen on Mundell und
S ü zel anges eb en Ziele heiß „in e ne und ex e ne S abili ä ". Dabei
wi d mi in e ne S abili ä jene gedach e gesam wi scha liche Si ua ion
umsch ieben, in de die Höhe de Nach age zum einen die Vollbeschä i-
gung alle inländischen P oduk ions ak o en e laub und zum ande en
in einem solchen Ve häl nis zu dem im Inland e ügba en Gü e angebo
s eh , daß das P eisni eau kons an bleiben kann; m. a. W., die in e ne
S abili ä kennzeichne eine Si ua ion on Vollbeschä igung und P eis-
ni eaus abili ä .
Die ex e ne S abili ä bezieh sich au den Ausgleich de Zahlungs-
bilanz, und zwa in seine Ausp ägung als Ausgleich de Bilanz de lau-
enden Pos en sowie de Kapi al e keh sbilanz5. Ein solche Ausgleich
3 R. A. Mundell, The App op ia e Use o Mone a y and Fiscal Policy o
In e nal and Ex e nal S abili y, In e na ional Mone a y Fund, S a Pape s,
IX (1962), S. 7O .; wiede abged uck in: /. Lindme (ed.), Mac oeconomic
Readings, New Yo k, London 1968, S. 253 . und in: In e na ional Economics,
New Yo k/London 1968, Kap. 11.
4 W. S ü zel, Volkswi scha liche Saldenmechanik. Ein Bei ag zu Geld-
heo ie, Tübingen 1958, S. 124 .; de s., De in e na ionale K edi e keh und
die Koo dinie ung de Konjunk u poli ik, Konjunk u poli ik, 4 (1958), S. 95 .
5 Dieses Beu eilungsk i e ium ü eine ausgeglichene Zahlungsbilanz en -
sp ich so lange de heu e allgemein akzep ie en De ini ion om Zahlungsbilanz-
ausgleich ( gl. z. B. H. Bes e s, Zahlungsbilanz, in: S aa slexikon, F eibu g 19626,
Bd. VII, Sp. 929 .; /. E. Meadey The Theo y o In e na ional Economic Policy,
Bd. I, The Balance o Paymen s, London/New Yo k/To on o 1951 (1963),
S. 9 .; K. Rose, Theo ie de Außenwi scha , Be lin/F ank u 19662, S. 18 .),
wie die po en iellen Zahlungen den ak uellen en sp echen und auße halb de
Zen albank keine zahhingsbilanzinduzie en T ansak ionen s a inden, d. h.
so lange die T ansak ionen unbehinde on wi scha spoli ischen Maßnahmen
und ohne Rücksich au die Zahlungsbilanzsi ua ion das E gebnis de eien
En scheidung de Wi scha ssubjek e sind. — Vgl. H. G. Johnson, In e na ional
T ade and Economic G ow h. S udies in Pu e Theo y, London 1958, S. 155.
"The mos basic measu e o balance-o -paymen s disequilib ium is he coun y's
su plus o de ici o po en ial and con inuing paymen s o au onomous ade
25*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
388 Bodo S einmann
bedeu e — on „nich e aß en Pos en und s a is ischen E mi lungs-
ehle n" abgesehen —, daß auch die De isenbilanz als Außenbilanz de
Zen albank keinen Saldo au weis .
(3) Die Mi el, die zu E eichung diese Ziele eingese z we den sol-
len, sind bei beiden Au o en ähnlich. Sie s ammen aus dem A senal de
Geld- jund K edi poli ik sowie de Finanzpoli ik. Das geld- und k edi -
poli ische Ins umen is bei Mundeil ein — nich nähe spezi izie e —
Zinssa z und bei S ü zel die Gesam hei de K edi kondi ionen (Zins-
sä ze, Lau zei en de K edi e und Boni ä san o de ungen).
Das inanzpoli ische Ins umen bes eh — sowohl bei Mundell als
auch bei S ü zel — aus einem posi i en ode nega i en Budge saldo, de
du ch Va ia ion de S eue sä ze und/ode de Ausgaben e ziel wi d. Bei
S ü zel i e gänzend das Ins umen de Spa beein lussung (in Fo m
eine Ein üh ung/Abscha ung bzw. Ände ung on Spa p ämien) hinzu.
(4) Au g und des S ando s, den die zu (behandelnden Vo schläge
im Rahmen de na ionalen Konjunk u poli ik einnehmen, lassen sich
ü die wei e e Diskussion die olgenden allgemeinen P ämissen bes im-
men:
— es e Wechselku se,
— Abwesenhei gü e wi scha liche und mone ä e Kon ollen
im in e na ionalen Handel,
— Gleich angigkei binnen- und außenwi scha liche Ziele,
— au onome na ionale, d. h. in e na ional nich ha monisie e
Wi scha spoli ik,
— gesam wi scha liche Kons ella ionen on Zahlungsbilanzde izi
und Rezession bzw. Zahlungsbilanzübe schuß und In la ion.
I. Da s ellung und A bei sweise de Modelle on Mundell u. S ü zel
Die oneinande unabhängig e a bei e en Vo schläge on Mundell und
S ü zel, die beide das Ziel e olgen, du ch eine Spal ung des wi scha s-
poli ischen Ins umen a iums gleichzei ig die in e ne und die ex e ne
S abili ä zu siche n, we den im olgenden in ih en wesen lichen Punk en
da ges ell . Dabei muß au eine in eg ie e Be ach ung de beiden Mo-
delle wegen ih e un e schiedlichen speziellen P ämissen e zich e we -
den.
and ans e s" — /. E. Meade, The Theo y o In e na ional Economic Policy,
S. 16.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 389
1. De Vo schlag on Mundell
(1) Neben den allgemeinen P ämissen, in die die un e such en Vo -
schläge eingebe e sind, weis das Modell on Mundell eine Reihe wei e-
e , speziell diesen Vo schlag be e ende P ämissen au , on denen ol-
gende die wich igs en sind:
— zinsabhängige In es i ionen,
— om Zinsge älle zwischen In- und Ausland induzie e Kapi al-
übe agungen,
— kons an e ma ginale Impo neigung und gegebene Höhe de Expo e.
(2) Au de Basis de genann en P ämissen we den die skizzie en
Mi el und Ziele in einen Wu kungszusammenhang geb ach und Ku en
des ex e nen und in e nen Gleichgewich s kons uie . Diese spiegeln die
Kombina ionen on Zinssä zen und Budge salden wide , die en wede
einen Zahlungsbilanza/usgleich als Ausgleich de De isenbilanz ode Voll-
beschä igung bei P eisni eaus abili ä bedingen.
Diese Kons uk ion soll du ch eine — on Mundell übe nommene8 —
G a ik e deu lich we den, in de au de Abszisse Zinssä ze (i) und au
de O dina e Budge salden (b) abge agen sind, und zwa le z e e in de
Fo m, daß sich om O-Punk weg ein bes ehende Budge übe schuß e -
g öße bzw. ein bes ehendes Budge de izi e inge (ode ein ausge-
glichenes Budge on einem Budge übe schuß abgelös wi d).
Die eingezeichne en S abili ä sku en haben beide eine nega i e S ei-
gung7: Die Ku e de ex e nen S abili ä (E) e läu on links oben
nach ech s un en, weil eine E höhung des Zinssa zes ce e is pa ibus den
Kapi alexpo eduzie (bzw. einen Kapi alimpo o cie ) und übe
eine Senkung de In es i ionen das Einkommen und dami die Impo e
e inge . Ein e höh e Zinssa z muß deshalb — soll de Zahlungs-
bilanzausgleich e hal en bleiben — mi einem ge inge en Budge übe schuß
(höhe en Budge de izi ) gekoppel sein, de das Einkommen und dami
übe eine kons an e ma ginale Impo neigung die Impo e -e höh . Punk e
obe halb und ech s de E-Ku e besch eiben einen Zahlungsbilanzübe -
schuß, Punk e un e halb und links ein Zahlungsbilanzde izi .
6 R. A. Mundell, The App op ia e Use o Mone a y and Fiscal Policy o
In e nal and Ex e nal S abili y, S. 255. G a ik siehe S. 380.
7 Bezüglich des genauen Ausmaßes de S eigung (bzw. seine Ände ung)
haben die eingezeichne en Ge aden keine Aussagek a . Es is lediglich beab-
sich ig , du ch sie die Rich ung de S eigung anzuzeigen und die Anschaulich-
kei de Aus üh ungen z-u e höhen.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
390 Bodo S einmann
Die Ku e des in e nen Gleichgewich s (I) weis deshalb eine gleich-
ge ich e e S eigung au , weil ein höhe e Zinssa z ce e is .pa ibus übe
eine Senkung de In es i ionen das Einkommen eduzie , so daß ein
ge inge e Budge übe schuß (höhe es Budge de izi ) nö ig is , um die
Gesam nach age au dem zu Vollbeschä igung de inländischen Res-
sou cen e o de lichen Ni eau zu hal en. Punk e obe halb und ech s
de I-Ku e kennzeichnen eine Rezession, Punk e un e halb und links
eine in la ionä e Ube hi zung.
Die nega i e S eigung de Ku e des ex e nen Gleichgewich s is aus
olgendem G und s ä ke als die des in e nen Gleichgewich s: die I-Ge-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 391
ade is in ih e S eigung abhängig on de Reak ion de inländischen
Nach age au Zinsände ungen und Ände ungen des Budige saldos. Un e
de Annahme, daß keine Kapi alübe agumgen s a änden, wiese die
E-Ku e bei kons an en Expo en in olge de gleichbleibenden Abhängig-
kei de Impo e om Volkseinkommen die gleiche Reak ion au Zins-
ände ungen und Ände ungen des Budge saldos au wie die I-Ku e. So-
bald abe zinsabhängiige (bzw. zinsge älleabhängige) Kapi alübe agun-
gen o genommen we den, muß die E-Ge ade s eile als die I-Ge ade
e lau en, da eine Zinse höhung nich nu die Impo e in gleichem Aus-
maß e ände wie die heimische Nach age, sonde n gleichzei ig auch
den Kapi alexpo e inge (Kapi alimpo e höh ), so daß eine g ö-
ße e Reduk ion des Budge übe schusses (E höhung des Budge de izi s)
zum Zahlungsbilanzausigleich e o de lich is als zu Au ech e hal ung
de inländischen Nach age und ice e sa bei eine Zinssenkung.
Die Di e enz zwischen den S eigungen de beiden Ku en is um so
g öße , je g öße die Mobili ä des Kapi als im Anschluß an Zinsände-
ungen is , mi de sich de Zahlungsbilanzsaldo e ände , und je ge in-
ge die Impo neigung is , on de en Höhe die Ände ung des Budge -
übe schusses bzw. -de izi s abhäng , die zu Besei igung de unausge-
glichenen Zahlungsbilanz no wendig is .
(3) En sp echend den allgemeinen P ämissen is de Vo schlag on
Mundeil in seine Anwendung au die gesam wi scha lichen Kons ella-
ionen on in la ionä e Übe hi zung mi Zahlungsbilanzübe schüssen
sowie Rezessionen mi Zahlungsbilanzde izi en besch änk .
Die o gesehenen Ins umen e sollen dabei — gemäß dem „P inzip
de e ek i en Ma k klassi ika ion"8 — in de Weise eingese z we den,
daß sie jeweils an dem Ziel (bzw. au den Ma k ) ausge ich e sind, au
das sie den g öß en Ein luß haben. Da die Rela ion „Wi kung des Zins-
sa zes au in e ne S abili ä zu Wi kung au ex e ne S abili ä " kleine
is als die Rela ion „Wi kung de Budge poli ik au in e ne S abili ä zu
Wi kung au ex e ne S abili ä ", muß de Einsa z de beiden Ins umen e
in de Weise e olgen, daß die Budge poli ik de in e nen und die Zins-
sa zpoli ik de ex e nen S abili ä dien . Ein Land mi Zahlungsbilanz-
Übe schuß und In la ion müß e demzu olge die S eue n e höhen und/ode
die S aa sausgaben eduzie en sowie den Zinssa z senken, z. B. indem die
8 Vgl. R. A. Mundelly The Mone a y Dynamics o In e na ional Adjus men
unde Fixed and Flexible Exchange Ra es, Qua e ly Jou nal o Economics,
LXXIV (1960), S. 249 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
392 Bodo S einmann
No enbank O enma k papie e ankau . Das Umgekeh e gil ü ein
Land mi Zahlungsbilanzde izi und Rezession9.
Zu Illus a ion eine solchen Poli ik wi d in einem Land eine gesam -
wi scha liche Kons ella ion un e s ell , wie sie e wa dem Punk A in
de G a ik en sp ich . Eine in la ionä e Übe hi zung is mi einem Zah-
lungsbilanzübe schuß gekoppel . Du ch eine E höhung des Budge übe -
schusses (Ve inge ung des Budge de izi s) on bi au b2 wi d — un e
de Annahme, daß die da ges ell en Ge aden die sich aius den Gegeben-
hei en in eine Volkswi scha e ek i esul ie enden S eigungsmaße
wide spiegeln — das in e ne Gleichgewich bei B ealisie , abe de
Zahlungsbilanzübe schuß on AB' au BB' e s ä k , da die Impo e
sinken. Es muß deshalb gleichzei ig eine Zinssenkung on ii au i2 e ol-
gen, wodu ch sich übe eine E höhung de Impo e und de Kapi al-
expo e (Senkung de Kapi alimpo e) ein Zahlungsbilanzausgleich bei C
eins ell . Du ch wei e e E höhungen des Budge übe schusses (Ve inge-
ung des Budge de izi s) und Senkungen des Zinssa zes wi d übe D-E-F
das Vollbeschä igungsgleichgewich bei P eisni eaus abili ä und Zah-
lungsbilanzausgleich (G) e eich . Das en sp echend Umgekeh e gil ü
ein Land mi Rezession und Zahlungsbilanzde izi .
(4) Wenn zu E eichung bes imm e Ziele — wie im o liegenden
Fall de in e nen und ex e nen S abili ä — eine gleichg oße Anzahl un-
abhängige Ins umen e (Zinssa z und Budge saldo) zu Ve ügung s eh 10
und wenn diese Ins umen e in bezug au die anges eb en Ziele e izien
sind und en sp echend dem „P inzip de e ek i en Ma k klassi ika ion"
gespal en we den (Budge saldo ü in e ne und Zinssa z ü ex e ne S a-
bili ä ), dann sind die T äge de Wi scha spoli ik in de Lage, die on
ihnen anges eb en Ziele gleich angig zu behandeln und oll zu ealisie-
en. Magische Zielkon lik e e lie en ih e Sch ecken.
2. De Vo schlag on S ü zel
(1) Zu dem gleichen E gebnis komm auch S ü zel, de die Ins u-
men e Zinssa z (bzw. K edi kondi ionen) und Budge saldo in de gleichen
Weise einse z wie MundelL Alle dings is de Ablau des Modells ein
ande e , da die speziellen P ämissen wei gehend ande e sind.
9
Mundeil weis nach, daß ein de e ek i en Ma k klassi ika ion zuwide -
lau ende Einsa z de Ins umen e die in e nen und ex e nen Ungleichgewich s-
si ua ionen e schä .
10 Vgl. J. Tinbe gen, On he Theo y o Economic Policy, Ams e dam 1952.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 393
Neben de mi Mundeil übe eins immenden Annahme
— de om Zins- (bzw. K edi kondi ionen-) ge alle zwischen
In- und Ausland induzie en Kapi alübe agungen
sind nach S ü zel
— die In es i ionen übe wiegend gewinnabhängig und we den
— die Ände ungen on Impo en und Expo en du ch Ände ungen
de K edi kondi ionen ausgelös .
(2) Auch nach dem Plan on S ü zel we den die wi scha spoli ischen
Ins umen e so eingese z , daß die Finanz- (und Spa -) poli ik die Siche-
ung de in e nen und die Geldpoli ik die de ex e nen S abili ä übe -
nimm .
(3) Zu Illus a ion eine solchen Poli ik soll — wie im Modell on
Mundell — eine mi einem Zahlungsbilanzübe schuß gekoppel e in la io-
nä e Ube hi zung in einem Land als Ausgangskons ella ion un e s ell
we den.
Die Finanzpoli ik eduzie das Budge 11, und zwa die Ausgaben
s ä ke als die Einnahmen, um einen Haushal sübe schuß zu e zielen.
Dami sich da aus abe nich eine Ve s ei ung des Geld- und Kapi al-
ma k es e gib , die dem außenwi scha lichen Ziel zuwide läu , emp-
iehl S ü zel, diesen Übe schuß di ek am Kapi alma k ode bei den
Geschä sbanken anzulegen12.
Neben de Finanzpoli ik (ode im Rahmen de Finanzpoli ik) sollen
Maßnahmen e g i en we den, um die Spa ä igkei de Nich un e neh-
me anzu egen. Dami auch on dahe keine Beein äch igung de Liqui-
di ä e olg , müssen die e höh en E spa nisse eben alls olls ändig au
den Kapi alma k ließen.
Eine solche Poli ik wü de o z Liquidi ä sneu ali ä konjunk u -
dämp end wi ken, da die du ch Finanz- und Spa poli ik e ziel en Ein-
ndimeübe schüsse de s aa lichen und p i a en Haushal e en sp echend
de Keyness&ien Ve eilungsgleichung die Gewinne de Un e nehme
11 In eine wachsenden Wi scha genüg es, wenn die S aa sausgaben und
-einnahmen in einem ge inge en Ausmaß s eigen als das Sozialp oduk .
12 Dami se z sich S ü zel in Gegensa z zu H. Mölle (P obleme de Geld-
und K edi poli ik ibei Wäh ungskon e ie ba kei , S. 412), de in seinem „Vo -
schlag zu Kon lik milde ung" ü einen s ä ke en Einsa z de Finanzpoli ik
plädie , abe o de , daß „die en s ehenden ö en lichen Kassenübe schüsse nich
im Bankenappa a s ehengelassen we den, weil sie sons dessen K edi spiel aum
e wei e n wü den und zusä zlich p i a e In es i ionen e möglichen könn en."
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
400 Bodo S einmann
de Ände ung des Budge saldos geling , die binnenwi scha liche Gesam -
nach aige di ek ode indi ek zu beein lussen, — dies um so meh , als
auch die Gewinnaussich en de Un e nehme im gewünsch en Sinne e -
ände we den19. Nach Ansich on Mundell und S ü zel is die Einwi -
kung mi els Budge - (und Spa -)poli ik in jedem Falle geeigne und aus-
eichend, um in eine in la ionä en Wi scha P eisni eaus abili ä zu
e zielen.
Diese Beu eilung e weis sich jedoch als zu wenig di e enzie , denn
eine He bei üh ung ode Ände ung eines Budge saldos is nu dann als
eine u sachenadäqua e Maßnahme anzusehen, wenn die zu be einigende
Si ua ion du ch eine — im Ve häl nis zum Gü e angebo zu he schenden
P eisen — zu hohe mone ä e Nach age en s anden is und wenn den
einge e enen P eiss eige ungen keine Kos ene höhungen in gleichem Um-
ang ge olg sind, wenn es sich also m. a. W. um eine eine Nach age-
in la ion handel .
Lieg jedoch diese In la ions yp nich o , so is das Mi el de Budge -
saldo a ia ion ungeeigne , das anges eb e Ziel de in e nen S abili ä zu
e wi klichen. In diesem Fall läß sich die Reali ä nich exak du ch eine
S abili ä sge ade (I) in die Be eiche Un e beschä igung bei P eisni eau-
s abili ä und Übe beschä igung bei In la ion ein eilen, sonde n diese
beiden Be eiche übe lappen sich. Das ha zu Folge, daß eine Senkung de
Nach age nich die in e ne S abili ä — gekennzeichne du ch Vollbe-
schä igung und P eisni eaus abili ä — sonde n die Kons ella ion „In la-
ion bei Un e beschä igung" 'he bei üh en kann20. Am Mundell-, abe
auch am S ü zel- Vo schlag is deshalb zu bemängeln, daß die emp ohlenen
Maßnahmen — zumindes sowei es das Ziel de in e nen S abili ä be-
i — au eine zu »globalen U sachenanalyse be uhen, als daß sie in
de au gezeig en Ausgangslage in jedem Fall E olg b ingen könn en. Es
hä e eine Di e enzie ung de Maßnahmen en sp echend de hin e de
o ge undenen P eisen wicklung liegenden U sachen e olgen müssen.
19 Alle dings is hie — sowei ein Ans ieg des Budge saldos au S eue -
e höhungen be uh — au das P oblem de S eue übe wälzung au me ksam zu
machen, du ch die die Realisie ung des anges eb en Ziels "beein äch ig we den
kann.
20 K. Rose (Möglichkei en und G enzen eine übe na ionalen Konjunk u -
poli ik, Wi scha sdiens , 47 (1967), S. 363 .) sieh au g und solche Übe -
legungen eine Einigung übe einen Komp omiß zwischen Vollbeschä igung und
P eisni eaus abili ä als no wendige Vo ausse zung ü den E olg eine übe -
na ionalen Konjunk u poli ik an.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 401
(2) Hinsich lich de Eignung de Zinsände ungen zu E eichung de
ex e nen S abili ä sind eben alls einige Einsch änkungen angezeig . Wie
be ei s da geleg , muß de Ausgleich de De isenbilanz in e s e Linie
du ch Kapi alübe agungen in olge He s ellung ode Ände ung eines
Zinsige älles zum Ausland e olgen.
Selbs wenn es geling , ein zielkon o mes Zinsge älle zum Ausland zu
scha en — ausländische No enbanken könn en ihm du ch Swapsa z-
poli ik en gegena bei en —, is zu bedenken, daß die Kapi als öme auch
on ande en Fak o en abhängen, die un e Ums änden den An eiz, einen
hohen Zins e dienen zu können, übe kompensie en. Jede K edi gebe
muß bei einem Auslands ans e nich nu au die Ren abili ä seine
Anlage und die Boni ä des Schuldne s ach en, sonde n auch da au , ob
diese in de Lage is , Zinsen und Tilgungsbe äge nich nu in Inlands-
wäh ung, sonde n auch in De isen au zub ingen20*. In ielen Lände n,
in denen zum Ausgleich eines De izi s in de Leis ungsbilanz hohe Zinsen
Auslandsgelde he einholen sollen, is die S eige ung de Expo k a
im Ve gleich zum Impo beda so ge ing, daß eine Rückzahlung in
De isen nich zu e wa en s eh und das Zins- und Kondi ionenge älle
zum Ausland nich (ode nich oll) zu Wi kung komm .
Daneben is au die Vielzahl on Mo i en au me ksam zu machen, die
— neben Zinsdi e enzen au Geld- und Kapi almä k en zwischen In-
und Ausland — in e na ionale Kapi albewegungen bedingen können21.
Eine e izien e Ein lußnahme au in e na ionale Kapi albewegungen muß
an diesen un e schiedlichen Mo i en anse zen. Diese lassen sich aus de
Zahlungsbilanz eines Landes, die nu nach Anlage o men in ku z- und
lang is ige T ansak ionen »di e enzie , nich ablesen.
(3) Sieh man einmal on diese Quali ika ion ab, so is es bei Zah-
lungslbilanzungleichgewich en g öße e en Ausmaßes aglich, ob die Mani-
pula ion de Zinssä ze (K edi kondi ionen) aus eich , die Zahlungsbilanz
auszugleichen.
20a Hie au e weis auch S ü ze (Volkswi scha liche Saldenmechanik, Sei e
159 .) in einem einsch änkenden Absa z seine Analyse.
21 Vgl. z. B. A. S obbe (Kapi albewegungen als S ö ungs ak o im he schen-
den Wäh ungssys em, Sch i en des Ve eins ü Socialpoli ik, Be lin 1965, Bd. 35),
de olgende Mo i e ü Kapi albewegungen un e scheide : (1) En wicklungs-
hil e, (2) Schulden ilgung (Repa a ionen), (3) Wechselku sspekula ion, (4) Un e -
schiede im In la ionsg ad (m. E. alle dings nu in Ve bindung mi (3) ode mi
Ve ausgabung im Ausland), (5) Un e schiede in de G enzleis ungs ähigkei des
Kapi als (Di ek in es i ionen), (6) Un e schiede in de Einkommens eue (ein-
schließlich Un e schiede in de E hebungs echnik), (7) Rahmen isikodi e enzen
und (8) Au bau und Siche ung de Expo mä k e.
26 K edi und Kapi al 4/1970
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
402 Bodo S einmann
S ü ze selbs is pessimis isch ü den Fall eine s a k passi en Zah-
lungsbilanz eines Landes, e bunden mi Löhnen, die im Ve gleich zu
denen de Handelspa ne zu (hoch liegen und bei denen sich eine Senkung
ih es „in e nen Nominalwe s" poli isch nich du chse zen läß . „Diese
ge inge Flexibili ä de Löhne nach un en is de einzige G und, weshalb
Si ua ionen ein e en können, in denen die He s ellung eines angemesse-
nen Ge älles de K edi kondi ionen nich aus eich , den Ausgleich de
Zahlungsbilanz zu siche n22." Falls es e Wechselku se beibehal en we den
sollen und sich die P oduk i i ä eine Volkswi scha nich beliebig
s eige n läß , muß eine Anpassung de Löhne hinzukommen. Dami is
abe die Kon lik si ua ion zwischen 'binnen- und außenwi scha lichen
Zielen nich meh ohne eine Un e o dnung de na ionalen Wi scha s-
poli ik un e die Zahlungsbilanze o de nisse zu lösen.
(4) Die E wa ung eines Zahlungsbilanzausgleichs du ch Kapi als öme
beinhal e da übe hinaus eine unzulässige Isolie ung de Kapi albilanz
on de Leis ungsbilanz.
Wie aus de T ans e heo ie — on A. Hahn poin ie als Bume ang-
hese o ge agen23 — bekann is , we den Kapi alexpo e nich pe se zu
eine die Leis ungsbilanz ausgleichenden K a . Hie muß eine di e en-
zie e Analyse übe Au b ingung und Ve wendung des Kapi als e olgen,
bei de sich als ein du chaus denkba es E gebnis he auss ellen kann, daß
es ü einen s ändigen Ausgleich de De isenbilanz kumula i e Kapi al-
expo e beda , wie es Hahn — alle dings in gene alisie ende Weise —
da geleg ha .
3. P obleme e eich e Ziel ealisie ung
(1) Wi d un e s ell , daß o z de im Zusammenhang mi den einge-
se z en Mi eln gemach en Modi ika ion eine gleichzei ige Realisie ung
de anges eb en Ziele möglich is und daß e ne die in den Vo schlägen
nich beach e en Nebenwi kungen au D i ziele (wie z. B. hinsich lich
de Be iedigung on Kollek i bedü nissen, des Wachs ums und de
Einkommens e eilung) e nachlässig we den können24, so is noch ein
Einwand gegen die Analysen on Mundell und S ü ze zu e heben, de
22 W. S ü ze , Volkswi scha liche Saldenmechanik, a.a.O., S. 205.
23 Vgl. A. Hahn, Kapi alaus uh : Illusion und Wi klichkei , in: Die Zei ,
N . 3, 15.6.1958, wiede abged uck in: Geld und K edi , F ank u a. M.,
S. 28 . sowie wei e e Au sä ze in diesem Sammelband.
24 In Wi klichkei is die Nich beach ung on Wi kungen au D i ziele ein
wei e e e ns zunehmende Mangel diese Vo schläge.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 403
bedeu end schwe e wieg als die bishe gemach en und de die g und-
sä zlich posi i e Beu eilung de Vo schläge nich nu modi izie , sonde n
— zumindes ü eine gesam wi scha liche Kons ella ion — in F age
s ell .
Es läß sich e deu lichen, wie ein zu enge heo e ische Ansa z au -
g und eine unzulässigen ce e is-pa ibus-Be ach ung unzu eichende E -
gebnisse -bzw. — so e n e als Basis wi scha spoli ische Ak ionen zu
Übe windung on Zielkon lik en benu z wi d — Scheinlösungen p odu-
zie .
(2) Obwohl beide Au o en als eine ele an e gesam wi scha liche
Kons ella ion den Fall de in la ionä en Ube hi zung bei Zahlungsbilanz-
übe schüssen un e suchen, basie en sie ih e Vo schläge implici e au einen
Ansa z, de — en wede au de Keynesschen Beschä igungs heo ie au -
bauend (Mundeil) ode aus de mik oökonomischen Abso p ions heo ie
s ammend (S ü zel) — die Kons anz alle P eise beinhal e , bzw. de
Ve ände ung de P eise keine Bedeu ung ü die Analyse 'beimiß .
(3) Daß ein solch enge Ansa z on den beiden Au o en gewähl
wo den sein muß, geh da aus he o , daß en wede die Impo e zu den
Gesam ausgaben des Inlands in eine es e Beziehung gese z und die
Expo e als kons an angesehen (Mundeil) ode abe die Ände ungen
on Ex- und Impo en als on Ände ungen de K edi kondi ionen ab-
hängig be ach e we den (S ü zel).
Diese Annahmen wä en nu be ech ig , wenn die binnenländischen Ge-
sam ausgaben ode die K edi kondi ionen die einzigen P ozeß a iablen
wä en, die au die Impo e Ein luß nähmen, bzw. wenn es — auße den
Kiedi kondi ionen bei S ü zel — keine P ozeß a iablen gäbe, die ü
die Bes immung de Expo e Bedeu ung hä en. Das is abe nich de Fall.
Selbs wenn au g und de Annahme eines im Ve häl nis zu üb igen Wel
ge ingen Außenhandels olumens die Auswi kungen on Ände ungen in-
ländische Va iablen au die en sp echenden G ößen des Auslands e -
nachlässig we den können, so wi d sich im Anschluß an die du chge-
üh en wi scha spoli ischen Maßnahmen die P eisen wicklung im In-
land ände n, wodu ch Expo - und Impo we e nich unbeein luß blei-
ben. Die Bedeu ung de P eise ü -diese G ößen wi d auch on beiden
Au o en in ande en Un e suchungen — en wede als Geldmengenp eis-
mechanismus (Mundell) ode als di ek e in e na ionale P eiszusammen-
hang (S ü zel) — oll ane kann 25.
25 Vgl. R. A. Mundell, In e na ional Economics, Kap. 10 und W. S ü zel, Is
die schleichende In la ion du ch mone ä e Maßnahmen zu beein lussen? Beihe e
zu Konjunk u poli ik, He 7, Be lin 1960, S. 10 .
26*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
404 Bodo S einmann
(4) Zu Illus a ion dieses P oblems eigne sich besonde s die Analyse
on Mundell, und zwa wi d de Fall eines „in la ion su plus" (Punk A
in de G a ik) noch einmal au geg i en: Das Vollbeschä igungsgleich-
gewich bei P eisni eaus abili ä und Zahlungsbilanzausgleich soll e le z -
lich dadu ch e eich we den, daß ein Rückgang de Gesam ausgaben im
Inland das in e ne Gleichgewich e wi klich , wäh end o allem du ch
Kapi alexpo die e g öße e Expo -Impo lücke geschlossen wü de.
Dieses E gebnis läß sich jedoch — se z man o aus, daß die wi -
scha spoli ischen Maßnahmen die gewünsch en Wi kungen haben —
nu e eichen, wenn sich du ch den Einsa z de Ins umen e die Ku en
des in e nen und ex e nen Gleichgewich s nich e schieben.
In dem Ausmaß abe , in dem es geling , eine in la ionä e Übe hi zung
in Rich ung au das in e ne Gleichgewich zu ückzu üh en (A->G), en -
s eh —un e de Annahme, daß sich du ch diese Maßnahme an de P eis-
en wicklung des Auslands nich s ände — ein P eisni eauge älle zugun-
s en des Inlands (bzw. ein bes ehendes posi i es P eisni eauge älle e -
s ä k sich ode ein nega i es schwäch sich ab).
Da aus esul ie zum einen — no male Reak ion de Zahlungsbilanz
o ausgese z — ein Leis ungsbilanzübe schuß. Punk G wi d in bezug
au das ex e ne Gleichgewich ein Punk des Zahlungsbilanzübe schusses,
d. h. die E-Ge ade e schieb sich nach links.
Zum ande en e gib sich — di ek übe den in e na ionalen P eiszusam-
menhang (in Ve bindung mi einem Zu luß zusä zliche Liquidi ä ) und
indi ek übe den Geldmengenp eis- und Einkommensmechanismus —
ce e is pa ibus eine Beein äch igung des in e nen Gleichgewich s. Punk G
lieg in bezug au das in e ne Gleichgewich im Be eich in la ionä e
Übe hi zung, d. h. die I-Ku e e schieb sich nach ech s.
(5) Dami abe bleiben de Zielkon lik , de du ch die Spal ung des
Ins umen a iums besei ig we den soll e, und die No wendigkei zum
Komp omiß bes ehen. Es geling lediglich eine Scheinlösung: Nu du ch
Ve nachlässigung on P eisände ungen, die in Ve bindung mi den wi -
scha spoli ischen Maßnahmen au e en, esul ie aus de Spal ung de
inländischen Wi scha spoli ik ein s abiles in e nes und ex e nes Gleich-
gewich .
We den hingegen die P eisände ungen einbezogen, so wi d die Ins a-
bili ä des Gleichgewich s o enkundig. Mi de Spal ung des Ins umen-
a iums kann die Wi scha spoli ik das Dilemma, in das sie du ch die
Kons ella ion on In la ion und Zahlungsbilanzübe schuß ge ä , nich be-
sei igen. Sie bleib „sel -de ea ing", d. h. je besse es ih geling , das Ziel
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 405
de in e nen S abili ä zu e eichen, des o ge äh de e is das Ziel de ex-
e nen S abili ä , und je wenige das Ziel de ex e nen S abili ä eali-
sie wi d, .des o massi e wiede um müssen die Maßnahmen zu E ei-
chung des in e nen Ziels sein, und so o .
III. Abschließende Beme kungen
(1) Die P oblema ik de un e such en Vo schläge in den angesp oche-
nen Be eichen des Mi eleinsa zes und de Mi elwi ksamkei , de Eignung
de eingese z en Mi el sowie de e eich en Ziel ealisie ung läß sich wie
olg esümie en:
E s ens: Die ü die Ziele de in e nen und ex e nen S abili ä ein-
ge eil en wi scha spoli ischen Mi el lassen sich nich — wie bei Mun-
dell im Gegensa z zu S ü ze beabsich ig — in ih em Einsa z öllig
oneinande isolie en. Das ha zu Folge, daß ih e Dosie ung e höh
we den muß, um die gleiche Zielwi ksamkei wie bei oneinande un-
abhängigen Mi eln zu e eichen. Auch in ih e Wi kung sind die Mi el
gegensei ig nich oneinande abzukapseln, wodu ch sich die Basis ü
die Beu eilung e olg eiche Ziel ealisie ung e ände : Die in e ne S a-
bili ä is leich e , die ex e ne S abili ä schwe e zu ealisie en.
Zwei ens: Un e Be ücksich igung de du chge üh en Modi ika ionen
leg die Beu eilung de Eignung de eingese z en Mi el zu E eichung
de anges eb en Ziele die Ve mu ung nahe, daß die beabsich ig e Spal-
ung des Ins umen a iums nu bei bes imm en gesam wi scha lichen
Kons ella ionen on P eis- und Zahlungsbilanzen wicklungen ( eine
Nach agein la ion und leich e Zahlungsbilanzungleichgewich e mi ge-
ingen Bume ange ek en) e olg eich sein kann.
D i ens: Bei de gesam wi scha lichen Kons ella ion In la ion/Zah-
lungsbilanzübe schuß e olg die gleichzei ige Realisie ung beide Ziele
nu au g und eines zu engen heo e ischen Ansa zes (Ausschal ung de
P eiskomponen e). Diese Scheinlösung klamme einen G oß eil de da-
bei au e enden P oblema ik aus, die nich nu da in bes eh , daß sich
die Mi el in ih em Einsa z und in ih e Wi ksamkei bei de Realisie-
ung de anges eb en Ziele behinde n, sonde n auch, daß on dem G ad
de Ziel ealisie ung seine sei s wiede um K ä e ausgehen, die den Kon-
lik e s ä ken.
(2) Die Spal ung des wi scha spoli ischen Ins umen a iums zu
E eichung in e ne und ex e ne S abili ä kann — im Gegensa z zu
den disku ie en Vo schlägen — höchs ens bewi ken, übe U sachen-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
406 Bodo S einmann
adäqua e, e izien e und en sp echend dem „P inzip de e ek i en
Ma k klassi ika ion" eingese z e Mi el Kon lik e beim Mi eleinsa z
und bei de Mi elwi ksamkei auszu äumen, nich abe Kon lik e, die
mi dem G ad de Ziel ealisie ung zusammenhängen. Die disku ie en
Vo schläge können o allem deshalb keine be iedigende Lösung des
Kon lik s zwischen in e ne und ex e ne S abili ä anbie en, weil sie —
mi meh ode wenige g oßem E olg — nu au zwei de d ei Be eiche
des Zielkon lik s abheben.
Summa y
In e nal and Ex e nal S abili y
A c i ical app aisal o p oposals by
R. A. Mundell and W. S ü zel
This a icle en ila es p oposals by Mundell and S ii zel who ecommend ha ,
in o e all economic si ua ions in which objec i es o in e nal and ex e nal
s abili y con lic wi h each o he wi hin he amewo k o he p e ailing in e -
na ional economic sys em, he ins umen s o economic policy should be spli up.
Fiscal policy should be expansi e (con ac i e) o a ain ull employmen
coupled wi h mone a y s abili y, while mone a y policy — simul aneously
con ac i e (expansi e) — should se e o squa e he balance o paymen s.
I p o es, howe e , ha he in es iga ed p oposals canno — as in ended —
sol e he dilemma wi h which many coun ies a e aced in ying o achie e
in e nal and ex e nal economic goals simul aneously wi hou sac i icing he
p io i y o one o he goals o ha ing o ee o he cou se o he exis ing
in e na ional mone a y sys em.
A conside a ion o he h ee le els on which he means applied may con lic
wi h each o he in achie ing objec i es (mu ual impai men in applica ion, in
e ec i eness and, inally, in consequence o he deg ee o a ainmen o goals)
shows ha he spli ing up o economic policy ins umen s can cons i u e a
solu ion — hough o di e en ex en s acco ding o he wo au ho s — a bes
o he i s wo. Expe ience will show ha i economic policy achie es one
o he con lic ing objec i es, i will ende a ainmen o he o he mo e di icul ,
despi e he spli ing up o economic policy ins umen s.
Résumé
S abili é in e ne e ex e ne
Une analyse c i ique des sugges ions de
MM. R. A. Mundell e W. S ü zel
L'a icle analyse les p oposi ions de MM. Mundell e S ü zel qui ecomman-
den à la poli ique économique de di e si ie ses ins umen s ace aux cons el-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40
In e ne und ex e ne S abili ä 407
la ions économiques globales dans lesquelles les objec i s de la s abili é in e ne
e ex e ne en en en con li dans le cad e de l'o d e économique in e na ional
ac uel. La poli ique inanciè e de ai in e eni expansi emen (con ac i e-
men ) pou éalise le plein emploi dans la s abili é moné ai e, andis que la
poli ique moné ai e — simul anémen con ac i e (expansi e) — de ai eille
à l'équilib e de la balance des paiemen s.
Il s'a è e ou e ois que les p oposi ions examinées ne pa iennen pas à élimi-
ne , ce qu'elles eche chen cependan , le dilemme dans lequel s'en e men de
nomb eux pays qui en en de éalise simul anémen leu s objec i s économiques
in e nes e ex e nes sans abandonne la p io i é d'un de ces objec i s ou sans
de oi s'éca e de l'o d e moné ai e in e na ional exis an .
Pou les ois é apes, a«u momen desquelles les moyens de éalisa ion des
objec i s peu en en e en con li (gêne écip oque lo s de leu mise en oeu e,
dans leu e icaci é e en in dans le deg é de éalisa ion des objec i s) ou au
moins pou les deux p emiè es, les au eu s p ensen a oi ou é la solu ion,
enco e que dans des mesu es di é en es chez chacun d'eux, dans la di e si i-
ca ion des ins umen s de la poli ique économique. Il ne ai aucun dou e que
malg é ce e di e si ica ion, la poli ique économique, dès qu'elle pa ien à l'un
des objec i s géné a eu s de con li s, se heu e a oujou s aux pi es di icul és
pou éalise l'au e.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.3.4.386 | Gene a ed on 2023-01-16 13:08:40