Heinemann, F ied ich
A icle
F ank eich-Wahl: Subs anzielle Folgen ü die EU
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Heinemann, F ied ich (2024) : F ank eich-Wahl: Subs anzielle Folgen ü die EU,
Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 7, pp. 436-437,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0113
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/301376
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Wi scha sdiens 2024 | 7
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DOI: 10.2478/wd-2024-0113
Wi scha sdiens , 2024, 104(7), 436-437
JEL: E62, F02, F50, H61
F ank eich-Wahl
Subs anzielle Folgen ü die EU
F ank eich ha ein Pa lamen mi unkla en Meh hei s e -
häl nissen gewähl . S ä ks e K a is das Linksbündnis
Neue Volks on (NFP) un e de Füh ung des Linkspo-
pulis en Jean-Luc Mélenchon gewo den. De ech sex-
eme Rassemblemen Na ional (RN) is – en gegen de
Be ü ch ungen nach dem e s en Wahlgang – hin e dem
al en Regie ungsbündnis on Emmanuel Mac on nu au
dem d i en Pla z gelande . Auch wenn E leich e ung be-
s eh , dass dami eine Regie ungsmeh hei des emden-
eindlichen und na ionalis ischen RN e hinde we den
konn e, sind die Pa lamen ssi ze dennoch insgesam an
die Rände des poli ischen Spek ums ge ück . Vo läu ig
s eh diesem pola isie en Pa lamen noch ein e o mo-
ien ie e und eu opa eundliche P äsiden gegenübe ,
dessen Handlungsmöglichkei en nun jedoch s a k einge-
sch änk sind.
Beide Blöcke am Rande des poli ischen Spek ums wei-
chen mi ih en p og amma ischen Aus ich ungen signi i-
kan on den Pa eien de Mi e ab. Die NFP, die je z den
Ansp uch au die Regie ung e heb , s eh ü die dezidie e
Abkeh on dem Re o mku s Mac ons. Sie will den hohen
anzösischen Mindes lohn noch wei e e höhen, in die
P eisbildung ü G undnah ungsmi el und Ene gie ein-
g ei en, die Ren en- und A bei sma k e o men Mac ons
zu ücknehmen sowie Un e nehmen und Ve mögende hö-
he bes eue n. Fü Eu opa lehnen die Linken nich nu neue
F eihandelsabkommen ab, sonde n wollen soga exis ie-
ende Abkommen au kündigen. De RN wü de eben alls
den Ren enein i wiede o ziehen und die Meh we -
s eue au Ene gie senken. De RN s eb eine Senkung
de anzösischen Bei äge zu EU an, be ü wo e G enz-
kon ollen im Binnenma k und s eh dem G een Deal und
einem in eg ie en Binnenma k ü Ene gie eindlich ge-
genübe . Beiden Blöcken is gemeinsam, dass sie die EU,
die USA, das Ausland insgesam sowie den Ma k ü die
P obleme F ank eichs e an wo lich machen. Auße dem
lehnen sie eine Eu opäisie ung de Ve eidigungspoli ik ab.
Ge ade auch wich ige Rep äsen an en des Linksblocks,
wie Jean-Luc Mélenchon, sind zudem du ch an i-deu sche
Posi ionie ungen au ge allen.
Diese Pola isie ung de anzösischen Poli ik ha sub-
s anzielle Folgen ü die EU und ih e Handlungsmöglich-
kei en. Dies gil nich zule z au dem Schlüssel eld des
EU-Haushal s. Eine de wich igs en Au gaben de sich
neu o mie enden Eu opäischen Kommission sind die
Ve handlungen übe den kommenden EU-Finanz ahmen
ü die Jah e 2028 bis 2034. Hie s ell sich nich nu die
F age nach dem Budge olumen, sonde n auch nach de
Ausgabens uk u und mögliche Schulden inanzie ung.
Bislang wä e un e de Annahme eines wei e hin s a k
p o-eu opäisch und s abili ä so ien ie en F ank eichs
olgende En wicklung ü den EU-Haushal ealis isch ge-
wesen: In wei e s eigendem Maße hä e sich die EU im
nächs en Finanz ahmen ü eu opäische ö en liche Gü e
im Be eich Ve eidigung, Uk ainehil e, Mig a ion und Kli-
ma engagie en können. Mögliche weise hä e ein sich e-
o mie endes F ank eich auch die Skepsis Deu schlands
und de No deu opäe gegen e neu e schulden inan-
zie e Budge s übe winden können. Im Konze mi den
Südeu opäe n wa es das Ziel des Mac on-Lage s, die
Schulden-Kons uk ion des u sp ünglich als Ausnahme
geplan en Nex Gene a ionEU (NGEU), zu einem pe ma-
nen en Elemen des EU-Finanzsys ems o zuen wickeln.
Das anzösische Wahle gebnis ha diese Pe spek i e
ze schlagen. Das Szena io eine übe neue EU-Schulden
inanzie en Auswei ung des EU-Haushal s is aus d ei
G ünde unwah scheinliche gewo den.
E s ens is de o z alle Di e enzen im De ail bislang
bes ehende deu sch- anzösische G undkonsens übe
die Aus ich ung des In eg a ionsp ozesses so nich meh
exis en . Auch ü die NFP is das gemeinsame Handeln
de EU kein Teil de Lösung, sonde n ehe eine unge-
büh liche Einsch änkung anzösische Sou e äni ä .
Die NFP s eh dem zen alen In eg a ionsp ojek eines
ma k wi scha lich o ganisie en Binnenma k s k i isch
gegenübe und e olg nach außen einen dezidie p o-
ek ionis ischen Ku s mi eine kla en Absage an P inzi-
pien des F eihandels. Zen ale P ojek e, ü die iele an-
de e Mi glieds aa en meh EU-Geld mobilisie en wollen
– Ve eidigung und Uk ainehil e – s oßen bei F ank eichs
Linksblock nich au Sympa hie. Angesich s diese kün -
igen Meinungs e schiedenhei en zwischen F ank eich
und seinen eu opäischen Pa ne n übe die ich igen Aus-
gabeschwe punk e is ein Konsens übe eine Budge aus-
wei ung schwe o s ellba .
Zwei ens e schlech e die nun unausweichliche Abkeh
F ank eichs om Re o mku s Mac ons die Boni ä F ank-
eichs und dami auch die de EU. Schon bei de E ablie-
ung on NGEU wa de Zinsau schlag de EU-Anleihen
gegenübe deu schen S aa sanleihen en äuschend
hoch. Die K edi wü digkei de EU wi d nich du ch eige-
ne Einnahmequellen abgesiche , sonde n du ch die Be-
ei scha de Mi glieds aa en zu Bei agszahlung. Weil
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 437
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sich F ank eichs K edi wü digkei mi de Hinwendung
de anzösischen Wähle scha in Rich ung Fiskalpopu-
lismus nun noch asche in Rich ung de Boni ä I aliens
bewegen dü e, sink auch die EU-K edi wü digkei wei-
e . All das sp ich ü s eigende Zinskos en auch ü die
EU, auch wenn die EZB eine wi scha lich s auchelnden
anzösischen Links egie ung du ch neue Anleihekäu e
Hil es ellung geben könn e. Dennoch is dami zu ech-
nen, dass zusä zliche eu opäische Schulden wegen de
hohen und unmi elba wi ksamen Zinsbelas ung im EU-
Haushal an A ak i i ä e lie en.
D i ens wi d es poli isch ü Lände wie Deu schland, die
Niede lande und Finnland imme schwe e , ih en eigenen
Wähle n gegenübe zusä zliche Finanzga an ien ü ande-
e Mi glieds aa en zu e mi eln. Die NGEU-Ve schuldung
is du ch eine wechselsei ige Ha ung alle Mi glieds aa-
en gekennzeichne . Fallen die Bei agszahlungen eines
Landes an die EU zu Ve zinsung und Tilgung on EU-
Schulden aus, dann müssen die ande en umso meh Geld
nachschießen. Diese Ha ungs e bund is im de zei gül-
igen Eigenmi elbeschluss ü die NGEU-Schulden kla
de inie . Diese übe den EU-Haushal kons uie e ge-
sam schuldne ische Ha ung wa poli isch du chse zba ,
weil die Pandemie als un e schulde es, exogenes K i-
sene eignis gewe e wu de. Diese Wahl s eh nun hinge-
gen ü die Abkeh F ank eichs on eine Wi scha s- und
Eu opapoli ik de iskalischen Ve an wo ung. Die da aus
olgende wei e e Ve schlech e ung de anzösischen
S aa s inanzen is eindeu ig selbs e u sach . Es is kaum
denkba , dass eine deu sche Bundes egie ung die Fi-
nanzpoli ik eines in den linken Fiskal-Populismus abd i -
enden F ank eichs mi höhe en deu schen Ga an ien ü
den EU-Haushal absiche n wü de, ohne om Wähle ab-
ges a zu we den.
Na ü lich is es eine al e E ah ung mi Wahlsiegen on
Pa eien mi un ealis ischen Wahl e sp echen, dass sie
nach de Regie ungsübe nahme iele ih e Ankündi-
gungen zumindes abmilde n. Dies könn e nun auch ü
F ank eich gel en, wo de Linksblock übe keine eigene
Meh hei e üg . Diese Einwand üh jedoch zu keine
undamen al ande en Bewe ung. F ank eichs iskalische
En wicklung wa soga schon im je z zuge allenen Re-
o m ens e un e Mac on ins abil. Die nächs e Regie ung
müss e iskalisch eigen lich konse a i e agie en als Ma-
c on bishe , um die Lage zu s abilisie en. Die NFP-P o-
g amma ik is jedoch das genaue Gegen eil dessen, was
F ank eich iskalisch hel en und als In es i ionss ando
wiede a ak i machen könn e. Alle momen an o s ell-
ba en iskalischen Komp omisse zwischen dem Mac on-
Lage und dem Linksblock wü den die Lage de anzö-
sischen Volkswi scha und ih e S aa s inanzen wei e
des abilisie en.
Ein ande e Einwand gegen eine allzu pessimis ische Sich -
weise is , dass die Kapi almä k e ode die EU-Fiskal egeln
die neue Regie ung zu iskalischen Ve nun zwingen wi d.
Auch das is zwei elha . Die EZB ha mi ih en Zusagen,
Zinsau schläge im Eu o aum einzudämmen, den Diszip-
linie ungsd uck de Mä k e wei e eingesch änk . Auch
könn e on einem zu s a ken Ans ieg de anzösischen
Sp eads eine Des abilisie ung de S aa sanleihemä k e in
Südeu opa ausgehen. Hinzu komm , dass de poli ische
D uck au die EZB g oß sein dü e, eine Links egie ung
schon alleine deshalb zu s ü zen, weil sons bei de nächs-
en P äsiden scha swahl ein Wahlsieg des RN d ohen
könn e. Unabhängig on diesen poli ischen Kalkülen is
F ank eich aus Sich de EZB jedoch ein kla e Fall on „ oo
big o ail“, sodass eine populis ische Finanzpoli ik in Pa is
da au ho en kann, Hil en de EZB zu e zwingen, wenn sich
eine Schuldenk ise andeu e . Es äch sich je z , dass die
EZB mi ih em T ansmission P o ec ion Ins umen (TPI) im
G unde Blankoschecks ü eine Beg enzung on Zinsau -
schlägen ausges ell ha und übe keine S a egie e üg ,
wie sie im Fall eines populis isch egie en g oßen Landes
eine Ak i ie ung on TPI glaubwü dig ausschließen könn e.
Dass de e o mie e S abili ä s- und Wachs umspak an-
zösische Fiskalpopulis en zu Ve nun b ingen könn e, is
wohl eben alls nu ein omme Wunsch. Die Eu opäische
Kommission ha eine no o isch schlech e Bilanz, die Regeln
des Pak s gegen g oße Lände du chzuse zen. Die neuen
Fiskal egeln bie en noch dazu de a ig iel In e p e a ions-
und Ve handlungsspiel aum, dass ih e Glaubwü digkei
seh beg enz sein dü e. Auch hie is mi eine o sch ei-
enden poli isie en Auslegung de Regeln im Vo eld de
nächs en P äsiden scha swahl in F ank eich und de Angs
o einem RN-Wahlsieg zu echnen.
Das Wahle gebnis in F ank eich om 7. Juli 2024 ha somi
g a ie ende Konsequenzen. In Bezug au den nächs en
EU-Finanz ahmen dü e es die bishe igen T äume übe
neue schulden inanzie e EU-Budge s in wei e e Fe ne ü-
cken lassen. We das o schnell als posi i en Nebene ek
eine ansons en ge äh lichen En wicklung in e p e ie ,
de übe sieh eine ganz eindeu ig nega i e iskalische
Konsequenz: Die sei Langem wünschenswe e Neuaus-
ich ung de eu opäischen Ausgaben au eu opäische Au -
gaben ück mi eine eu opaskep ischen Links egie ung
in F ank eich in wei e Fe ne. Eu opa dü e dahe wei e hin
un ähig bleiben, in nennenswe em Maße Finanzmi el ü
die ech en eu opäischen ö en lichen Gü e zu mobilisie-
en. Die EU könn e dami in einen Teu elsk eis gelangen:
Sie kann die eu opäische He aus o de ungen nich lösen;
dies us ie die Wähle scha , die sich in En äuschung
imme wei e om In eg a ionsp ojek abwende .
P o . D . F ied ich Heinemann
ZEW und Uni e si ä Heidelbe g