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Grundsatzfragen und Konzepte der dynamischen Inzidenzanalyse

Abstract

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Grundsatzfragen und Konzepte der dynamischen Inzidenzanalyse

Author: Folkers, Cay
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1981
DOI: 10.3790/schm.101.2.127
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291489/1/schm.101.2.127.pdf
Folke s, Cay
A icle
G undsa z agen und Konzep e de dynamischen
Inzidenzanalyse
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Folke s, Cay (1981) : G undsa z agen und Konzep e de dynamischen
Inzidenzanalyse, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i
de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783,
Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 101, Iss. 2, pp. 127-151,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.101.2.127
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291489
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G undsa z agen und Konzep e
de dynamischen Inzidenzanalyse
Von Cay Folke s
Ausgehend on einigen p inzipiellen F agen de Inzidenzleh e we den
P obleme de Analyse lang is ige Ve eilungswi kungen s aa liche Ak-
i i ä en un e such . Zunächs we den die g undlegenden Zusammenhänge
zwischen Wi scha swachs um, Ve mögens e eilung und Inzidenz en -
wickel . Au diese Basis we den sodann die Ansä ze eine kompa a i -
dynamischen Inzidenz k i isch analysie , um un e sukzessi e allgemei-
ne en Bedingungen Elemen e eine gene ellen dynamischen Inzidenz heo ie
zu o mulie en.
I.
Inzidenzanalysen s aa liche Einnahme- und Ausgabe ä igkei haben
sei den ühes en inanzwissenscha lichen Un e suchungen b ei en
Raum im Sch i um eingenommen. Dennoch muß man es s ellen, daß
die gegenwä ige Inzidenz heo ie nich einmal bezüglich ih e adi-
ionellen F ages ellungen zu wide sp uchs eien Aussagen ge üh ha 1.
Noch unbe iedigende is die Si ua ion, wenn man sich de bishe nu
wenig beach e en F age de lang is igen Ve eilungswi kungen s aa -
liche Ak i i ä en im P ozeß des Wi scha swachs ums zuwende , die
ans elle de übe wiegend e wende en kompa a i -s a ischen Ansä ze
no wendig ein dynamisches Konzep e o de . In de lang is ig-dyna-
mischen Analyse s ellen sich mi g oße Schä e einige P obleme, wel-
che übe die spezielle F ages ellung hinaus g undlegende Bedeu ung
ü die gesam e Inzidenz heo ie haben, jedoch bei de kompa a i -s a i-
schen Analyse häu ig übe sehen wo den sind.
Im olgenden soll e such we den, einige P obleme au zuzeigen, die
bei de Beschä igung mi lang is igen Ve eilungswi kungen s aa -
liche Ak i i ä en au e en. Als Konsequenz diese Übe legungen we -
den un e Bezug au Wachs ums- und e eilungs heo e ische Ansä ze
g undlegende Konzep e dynamische Inzidenzanalysen en wo en, wel-
che zu konsis en en, inanzpoli isch e we ba en Aussagen üh en.
Ausgangspunk de Be ach ungen sind einige Beme kungen zu zen a-
len P oblemen de Inzidenzleh e. Anschließend we den die heo e i-
i Vgl. z. B. Li mann (1977), 108 .
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128 Cay Folke s
sehen Zusammenhänge zwischen Wi scha swachs um, Ve mögens e -
eilung und Inzidenz e ö e . Da au au bauend wi d das Konzep de
kompa a i -dynamischen Inzidenz k i isch analysie . Als Konsequenz
we den sodann in zwei Sch i en die Elemen e eine allgemeinen dyna-
mischen Inzidenz heo ie o mulie .
II.
De Beginn de mode nen Leh e on de ma e iellen Inzidenz wi d
du ch die Abkeh on de Vo s ellung de Ve schiebung eine o gege-
benen S eue las 2 sowie du ch die dami einhe gehende E kenn nis
ma kie , daß die Ve eilungswi kungen s aa liche Ak i i ä en das E -
gebnis eine Vielzahl sys embeding e ökonomische Reak ionen da -
s ellen. Die zen alen P obleme bei de E assung diese Anpassungs-
o gänge bzw. ih e Konsequenzen bes ehen da in, die Gesam hei alle
du ch einen s aa lichen Ans oß beding en Reak ionen olls ändig zu e -
assen und diese zugleich on den au ande e Phänomene zu ückgehen-
den, simul anen Ände ungs o gängen des ökonomischen Sys ems zu
ennen. Diese F agen können in de Weise gelös we den, daß g und-
sä zlich die Ve ände ungen zwischen al e na i en Gleichgewich en be-
ach e we den. Lieg in de Ausgangssi ua ion, die mi einem s aa -
lichen Eing i kon on ie wi d, ein Gleichgewich o , so sind die
Auswi kungen alle ühe en S ö ungen beende . Nunmeh kann man
den E ek de be ach e en Maßnahme isolie e olgen, bis ein neues
Gleichgewich ein i , d.h. bis säm liche Reak ionen au diese eine
Maßnahme abgeschlossen sind. Aus dem Ve gleich beide Gleichge-
wich e kann de Gesam e ek , de allein au diese Maßnahme zu ück-
zu üh en is , bes imm we den. Ein Sonde all is dann gegeben, wenn
das Sys em ins abil is bzw. du ch den Eing i ins abil wi d, so daß die
Reak ionen keinen Endpunk inden.
Mi diesem analy ischen Ansa z sind zwa eindeu ig de inie e Be-
zugspunk e ü die Ve eilungsanalyse s aa liche Maßnahmen ixie ,
dennoch sind im inanzwissenscha lichen Sch i um wei e hin kon-
o e se Inzidenzaussagen zu inden. Hie ü sind neben e minologi-
schen Schwie igkei en, die beim Übe gang on de adi ionellen Übe -
wälzungsleh e au ge e en sind3, o allem ie G ünde e an wo lich:
(1) Die Be ach ung un e schiedlich eng abg eg enz e ökonomische
Sys eme,
(2) die Anwendung abweichende Analyseme hoden,
(3) die Un e s ellung e schiedena ige Gleichgewich skonzep e,
2 Vgl. Musg a e (1959), 227.
3 Vgl. den Hinweis on Li mann (1977), 109.
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 129
(4) die Zug undelegung di e gie ende e eilungs heo e ische An-
sä ze.
De e s e Punk wi d du ch die bekann e Kon o e se zwischen dem
mik o- und dem mak oökonomischen Ansa z beleg , die le z lich da au
be uh , daß du ch die un e schiedliche Abg enzung de Sys eme on-
einande abweichende A en on Reak ionen e aß we den. Dabei geh
es um die G undsa z age, inwiewei Ve eilungs o gänge isolie we -
den können bzw. welche Reak ionsebenen sich als e eilungs ele an
e weisen.
De zwei e G und ü di e gie ende Aussagen bes eh in un e -
schiedlichen Analyse e ah en auch bei iden isch abgeg enz en Modell-
beziehungen. Es geh dabei um die P oblema ik eine dynamischen
Analyse im Ve gleich mi de bishe übe wiegend e wende en kom-
pa a i -s a ischen Me hode, eine F age, die sich bei lang is igen Un e -
suchungen as zwangsläu ig s ell . Schon ü eine lang is ige Analyse
de Einkommens e eilung is die explizi e Be ach ung des P ozeß-
ablau s in de Zei nich ohne Bedeu ung, denn de En wicklungsp ozeß
ha nich nu Ein luß au die Inzidenz, sonde n wi d auch seine sei s
on dem Ve eilungs o gang e ände . Geh man jedoch on de Ein-
kommens e eilung zu Ve eilung de Bes andsg öße Ve mögen übe ,
so wi d de dynamische Ansa z zu me hodischen No wendigkei , da
nu die Ve ände ung on Bes andsg ößen in de Zei mi den ko -
espondie enden S omg ößen kompa ibel is . Jede Inzidenzanalyse de
Ve mögensbes ände muß somi inne halb eines dynamischen Konzep s
e olgen; umgekeh gil auch, daß jede dynamische Inzidenzun e -
suchung die Ve mögens e eilung in ih e Be ach ung einbeziehen muß.
De d i e de genann en Punk e ü abweichende Inzidenzaussagen
is bishe meis nich explizie wo den, wenngleich e g a ie ende
ma e ielle Konsequenzen haben kann, wie die bishe o liegenden
Un e suchungen zu dynamischen Inzidenz nachd ücklich belegen. Die
Implika ionen des Gleichgewich skonzep s we den in de olgenden
Analyse g undlegende heo e ische Ansä ze dynamische Inzidenz-
un e suchungen dahe eine wesen liche Rolle spielen.
Das ie e A gumen is bishe o allem im Zusammenhang mi
ande en de genann en G ünde, z. B. zu Punk 1 e wähn wo den. Da
die Inzidenzaussagen en scheidend on de e wende en Ve eilungs-
heo ie abhängen, muß die Deba e um die geeigne e Theo ie jedoch
einen zen alen S ellenwe inne halb de Inzidenzleh e haben. In dem
o liegenden Bei ag kann au de a ige F agen indessen nich im ein-
zelnen eingegangen we den, wohl abe we den die analy ischen Kon-
sequenzen al e na i e Theo ien eine wesen liche Rolle spielen.
9 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1981/2
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130 Cay Folke s
III.
Bezugsg ößen ü heo e ische Wachs umsanalysen und dami auch
ü lang is ig-dynamische Konzep e de Inzidenz sind die un e schied-
lichen Wachs umsgleichgewich e, wie sie sei Ha od4 geläu ig sind. Im
dynamischen Kon ex besch eib ein Gleichgewich eine Si ua ion, in
de die be ach e en ökonomischen Va iablen mi eine kons an en p o-
po ionalen Ra e expandie en5. Übliche weise we den d ei Gleich-
gewich sbedingungen gese z , mi de en eilweise ode öllige E ül-
lung zwei Wachs umsgleichgewich e ko espondie en. S e s wi d o -
ausgese z , daß
— ein k eislau heo e isches Gleichgewich im Sinne de Kompa ibili-
ä zwischen geplan en In es i ionen (I) und geplan en E spa nissen
(S) he sch :
(III.l) I = S .
Is zusä zlich Vollauslas ung des Fak o s Kapi al gegeben, so olg ,
daß
— die Wachs ums a e des olkswi scha lichen Realkapi als bzw. Ve -
mögens (W) de jenigen des Sozialp oduk s (Y) en sp ich :
W Y
(IH.2)
dies sind die Bedingungen eines „be iedigenden" (wa an ed) Wachs-
ums. Is bei gegebene Wachs ums a e de Be ölke ung (n) zusä zlich
Vollbeschä igung des Fak o s A bei (A) gegeben, so gil auch, daß
— die Wachs ums a e des olkswi scha lichen Realkapi als de jeni-
gen de A bei en sp ich :
W Ä
(IH.3) ____„;
ein Wachs um, welches diesen Bedingungen genüg , wi d als na ü liches
(na u al) bzw. s e iges (s eady S a e) Wachs um bezeichne .
Un e klassischen Ve eilungs o s ellungen, d. h. bei Annahme zweie
Klassen, on denen nu eine, die sogenann e Kapi alis enklasse, spa ,
wäh end die A bei e klasse keine E spa nis bilde , gewäh leis en diese
d ei Bedingungen zugleich eine gleichgewich ige, kons an e Einkom-
mens e eilung. Diese wi d bes imm du ch die Wachs ums a e, den
4 Ha od (1948), 87.
s Vgl. z. B. Hahn, Ma hews (1964), 781.
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 131
Kapi alkoe izien en und die Spa quo e de Kapi alis en6. Die F age
de Ve mögens e eilung is dabei ausgeklamme , da nu eine Klasse
de ini ionsgemäß das gesam e Ve mögen häl .
Das zug undeliegende Klassenkonzep kann heu e nich meh als aus-
sage ähig gel en, da es die Ve mögens e eilung de ini o isch es leg
und zugleich das zen ale Phänomen de Que e eilung7, d.h. den
Einkommensbezug aus Leis ungen meh e e Fak o en, ausschließ . We -
den die dami implizie en Di e genzen zwischen unk ionelle und
pe sonelle Einkommens e eilung hingegen in die Analyse einbe-
zogen, so sind die d ei genann en Bedingungen au g und de kompli-
zie e en Modells uk u nich meh hin eichend zu Bes immung eines
Ve eilungsgleichgewich s. Un e diesen ealis ische en Annahmen sind
ielmeh S eady-s a e-Wachs umsp ade möglich, au welchen s ändige
Ve ände ungen de Einkommens- und Ve mögens e eilung e olgen.
Die zen ale Fes s ellung, daß au Wachs umsp aden, ü welche die
d ei klassischen Bedingungen des s eady S a e gel en, s ändige Ve ei-
lungsände ungen e olgen können, s ell den Ausgangspunk ü den
e s en und bishe g undlegenden heo e ischen Ansa z zu dyna-
mischen Inzidenz da , de on Douglas Dosse 8 o geleg wu de. Dos-
se e gleich in kompa a i -dynamische Weise die Einkommensen -
wicklungen au al e na i en s e igen Wachs umsp aden o und nach
einem S eue ans oß, ohne jedoch den Anpassungsp ozeß zwischen bei-
den P aden zu be ücksich igen9. Da die Rela ionen zwischen den G up-
peneinkommen — wie beg ünde — auch nach E eichen eines s e igen
Wachs umsgleichgewich s nich kons an sein müssen, komm Dosse zu
dem E gebnis, s aa liche Maßnahmen hä en im Wachs umsp ozeß nich
eine einzige Inzidenz, sonde n könn en je nach dem Zei punk de
E mi lung un e schiedliche Ve eilungse gebnisse au weisen10.
Di e ie en die Wachs ums a en des Einkommens zwischen den G up-
pen genügend s a k, so kann eine S eue u. U. zu einem Zei punk p o-
g essi , zu einem ande en jedoch eg essi in bezug au das Einkom-
men wi ken; in jedem Fall un e scheide sich zumindes das Ausmaß
eine gegebenen P og ession ode Reg ession. Eine Konsequenz diese
Fes s ellung, die in de anschließenden Diskussion11 eine wesen liche
Rolle gespiel ha , bes eh in de Kons uk ion on sogenann en „buil -
in edis ibu o s"12. Diese s ellen S eue maßnahmen da , welche nach
6 Vgl. z. B. Folke s (1974), 374.
7 De Beg i geh zu ück au S obbe (1962), 20.
8 Dosse (1961). Siehe dazu auch: Bain (1963), P es (1963), Dosse (1963),
Mieszkowski (1969).
» Dosse (1961), 575.
io De s. (1961), 582.
n Vgl. Fußno e 8.
12 Dosse (1961), 589.
n*
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132 Cay Folke s
ih e Ein ich ung ohne wei e e Eing i e zu Kon e genz de Ve ei-
lung gegen einen e wünsch en Inzidenzp ad üh en. Ande e Maßnah-
men können demgegenübe zwa zu bes imm en Zei punk en e -
wünsch e Ve eilungen e zeugen, üh en danach jedoch wiede zu
abweichenden Rela ionen, so daß wei e e Eing i e no wendig we den.
De zen ale Einwand gegen diesen Ansa z und dami auch gegen die
zunächs nich unplausibel e scheinenden E gebnisse bes eh da in, daß
Dosse die Rolle de Ve mögens e eilung im Wachs umsp ozeß nich
e kenn . E be ach e nämlich die Einkommensen wicklungen de
G uppen als isolie e P ade, die jeweils spezi ische Wachs ums a en,
abe keine Beziehungen un e einande au weisen. Diese ein ache Vo -
s ellung un e bundene g uppenmäßige Wachs umsp ade inne halb
eines mak oökonomischen Wachs umsmodells is jedoch nich au ech -
zue hal en, denn Ve ände ungen de Einkommens ela ionen e olgen
in einem s eady S a e keines alls öllig beliebig und ohne Bezugs-
punk . Vielmeh is bei willkü lichen Ve eilungsände ungen die Au -
ech e hal ung eines s eady S a e au die Daue kaum möglich, da die
Ve eilungsände ungen Rückwi kungen au die De e minan en des
Wachs umsp ozesses und dami die Gewäh leis ung de d ei Gleich-
gewich sbedingungen haben we den. En gegen seinem Ansp uch han-
del es sich bei de Un e suchung on Dosse somi nich um eine
Inzidenzanalyse im üblichen Sinn, da sie nich zwischen Gleichgewich-
en de ele an en G ößen, d. h. Ve eilungsgleichgewich en, de inie
is . Es wi d somi kein sys ema ische Bezug au säm liche esul ie en-
den Ve eilungse ek e genommen, sonde n mi einem willkü lich he -
ausgelös en Teil Vo lieb genommen.
Lang is ige Pe manenz eines s eady S a e wi d un e den e allge-
meine en Annahmen bezüglich de Klassens uk u , die auch bei
Dosse zumindes implizi un e s ell we den, nu dann gewäh leis e ,
wenn die d ei klassischen Gleichgewich sbedingungen um eine ie e
Bedingung e wei e we den. Diese muß sich au die Rela ion de Ve -
mögensbes ände zwischen den Klassen beziehen. E s bei eine kon-
s an en Ve mögens e eilung is ein „solides"13 s eady S a e e eich ,
d. h. nu un e diese Bedingung können Einkommensumschich ungen
und da aus esul ie ende Rückwi kungen au das s e ige Wachs um
ausgeschlossen we den. Ein Gleichgewich de Ve mögens e eilung is
gegeben, wenn alle Klassen gleiche p opo ionale Wachs ums a en des
Ve mögens ealisie en, und wenn diese Ra en de gesam wi scha -
lichen Ve mögenszuwachs a e en sp echen:
13 Zu Beg i und Implika ionen eines „soliden" Wachs umsgleichgewich s
gl. Folke s (1980), 273.
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 133
Wi W
(III.4) ^_ = ___ ü allez.
Diese Rela ion bes imm das lang is ige Ve eilungsgleichgewich
als Bedingung ü ein solides s eady S a e. Sie mach zugleich deu lich,
daß eine gleichgewich ige Ve eilung nu un e den Bedingungen des
s eady S a e gewäh leis e is . Die F age, ob s e ige Wachs umsp ozesse
on sich aus K ä e in Rich ung au eine Gleichgewich s e eilung des
Ve mögens eise zen, beda zu ih e Klä ung eine Analyse de ab-
lau enden Dis ibu ions o gänge. Dami e wei e sich die on Ha od
o mulie e P oblema ik de Beziehungen zwischen ak uellem, be ie-
digendem und na ü lichem Wachs um um den zusä zlichen Aspek de
In e dependenzen diese En wicklungen mi dem soliden Wachs um.
Du ch das Gleichgewich de Bes ands e eilung is de bei Dosse
ehlende Bezugspunk ü die dynamische Inzidenzanalyse de inie .
Man kann es s ellen, daß seine zen ale Aussage, „ he e is no , inal'
o ,ul ima e' incidence o gi en o de a ibu able o a budge policy"14,
un e diesem Aspek nich gene ell gül ig is , da seh wohl endgül ige
Gleichgewich swe e de Ve eilung besch ieben we den können. Es is
eine öllig ande e F age, die indessen eben alls nu un e Bezug au
diese We e geklä we den kann, ob die Exis enz und S abili ä de
be e enden Inzidenze gebnisse gewäh leis e sind. G undsä zlich kann
somi auch im dynamischen Ansa z eine kons an e Ve eilungs ela ion
als E gebnis s aa liche Eing i e im Sinne eines Gleichgewich swe es
und nich nu ü sogenann e „eingebau e Redis ibu o en" bes imm
we den, die als besonde es Konzep in dem on Dosse o geschlagenen
Sinn olglich keine Be ech igung haben. Somi is mi dem en wo enen
Gleichgewich skonzep das bishe ehlende dynamische Analogon zum
s a ischen Gleichgewich sbeg i de Inzidenz bes imm . Das Konzep
soll im olgenden k i isch un e such we den. Aus den dabei o enba
we denden P oblemen we den sodann wei e gehende Übe legungen im
Hinblick au die Übe windung des unbe iedigenden me hodischen S an-
des de o liegenden Ansä ze zu dynamischen Inzidenz en wickel .
IV.
Aus den Aus üh ungen zu Bedingung (III.4) e gib sich, daß al e -
na i e Ve eilungsgleichgewich e on Einkommen und Ve mögen o
und nach eine Maßnahme des S aa es eine iden ische gleichgewich ige
Wachs ums a e des Sozialp oduk s implizie en müssen. Diese Wachs-
ums a e is du ch die exogene G öße n gegeben15 und gewäh leis e
14 Dosse (1961), 583.
Die Möglichkei , daß n keine exogene G öße is , sonde n beispielsweise
du ch den s aa lichen Eing i angie wi d, sei ü die olgenden Übe -
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134 Cay Folke s
Vollbeschä igung beide P oduk ions ak o en. Dami schein auch die
Ve gleichba kei de al e na i en Ve eilungs ela ionen als G undlage
ü die eindeu ige Bes immung de Ve eilungse ek e s aa liche Ein-
g i e gewäh leis e zu sein.
Diese Fes s ellung muß indessen bei eine genaue en Be ach ung
de zug undeliegenden Beziehungen un e bes imm en Bedingungen
in F age ges ell we den. Die d ei Gleichgewich sbedingungen (III.l) bis
(III.3) implizie en ü ein s eady S a e die bekann e Rela ion
wobei S die olkswi scha liche E spa nis bzw. Ne oin es i ion be-
zeichne . Das heiß , das Ve häl nis aus Spa quo e und Kapi alkoe i-
zien en sp ich im Gleichgewich de Wachs ums a e des Fak o s A -
bei , wobei A bei zu Be ücksich igung echnische Fo sch i e auch in
E izienzeinhei en gemessen we den kann. Die A de Bes immung
diese Rela ion spiel eine wesen liche Rolle ü die Ve gleichba kei
de Ve eilungsgleichgewich e o und nach dem s aa lichen Eing i .
Es komm ü die Inzidenzaussage somi en scheidend au die zug unde-
liegende Wachs ums- und Ve eilungs heo ie an.
E olg eine Inzidenzun e suchung au de G undlage de pos -
keynesianischen Theo ie, beispielsweise im Rahmen eines Pasine i-
Modells16, so wi d ü die Analyse un e s ell , daß die gesam wi scha -
liche In es i ionsquo e und de Kapi alkoe izien exogen gemäß Rela-
ion (IV.l) ixie sind. Beide G ößen we den nich om ablau enden
Dis ibu ionsp ozeß angie , sonde n sind ielmeh en scheidende
De e minan en des Ve eilungse gebnisses. Al e na i e Gleichgewich s-
p ade un e scheiden sich somi allein hinsich lich ih e Ve eilungs-
ela ionen, wäh end die Wachs um a e des Einkommens, die Rela ion
zwischen Konsum und E spa nis sowie das Einsa z e häl nis on A -
bei und Kapi al iden isch sind und nich au die Ve eilungsabweichun-
gen eagie en.
We den in einem de a igen Modell kompa a i -dynamische Un e -
suchungen im Sinne des eingangs da ges ell en Konzep s de Inzidenz
du chge üh , so e geben sich im No mal all Wide sp üche zu de zen-
alen Annahme de exogenen ixie en In es i ionsquo e in dem ü
s e iges Wachs um no wendigen Ausmaß. Va ia ionen einzelne s aa -
liche Pa ame e bewi ken nämlich meis Ände ungen de gesam wi -
legungen ausgeschlossen, um die g undlegenden Zusammenhänge zu e -
deu lichen. Sie üh nich zu eine p inzipiellen Ände ung de E gebnisse,
sonde n un e s ü z diese zusä zlich.
iß Pasine i (1961/62).
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 141
De Ansa z üh jedoch no ged ungen zu s a ken Einsch änkungen
in den esul ie enden Inzidenzaussagen, so daß aus inanzpoli ische
Sich ein Konzep o eilha e schein , welches die In e dependenzen
zwischen den e schiedenen Ebenen des Wi scha sp ozesses be ück-
sich ig . Da im e s en Fall nu die Ve eilungs o gänge un e sons
„idealen" Ve häl nissen geklä we den, e schein es alle dings nü z-
lich, zunächs einige p inzipielle F agen un e diesen Annahmen zu
e ö e n und e s im olgenden Abschni die Konsequenzen des zwei en
Falles au zuzeigen.
We den die En wicklungsp ade zwischen al e na i en Gleichgewich-
en de Ve mögens e eilung un e den Annahmen des Falles 1 be ach-
e , so kann man Aussagen ablei en, die den Fes s ellungen on Dosse
in gewissen Teilaspek en en sp echen, ohne alle dings die do behaup-
e en Implika ionen zu besi zen. Be ei s die Bes immung de Zei punk e
ode -pe ioden ü die E assung de Ve eilungse ek e ha bei un-
gleichgewich ige Ve eilung en scheidenden Ein luß au das E gebnis,
da sowohl de G ad als auch die Ta sache de P og ession bzw. Reg es-
sion Wandlungen un e liegen. Auch wenn man de Meinung is , daß
ein Umschlagen on P og ession in Reg ession im zei lichen Ablau nu
ausnahmsweise zu e wa en is , bleib doch de E ek au den G ad
de P og ession on g oße Bedeu ung; e zeig nämlich, daß je nach
dem Zei punk de Messung un e schiedliche Konsequenzen mi eine
inanzwi scha lichen Maßnahme e bunden sein können. Diese Zu-
sammenhang kann du ch zwei ypische Kons ella ionen beispielha
beleg we den.
1. Bei übe eins immende Gleichgewich s e eilung des Ve mögens
zweie Maßnahmen kann die Anpassungsgeschwindigkei di e ie-
en, so daß die beiden gleichgewich igen Ve eilungs ela ionen un e -
schiedliche soziale Konsequenzen implizie en.
2. Die Realisie ung eine p ä e ie en Ve eilungs ela ion kann äuße s
lang is ige Zei äume e o de n, wäh end eine wenige p ä e ie e
Ve eilung seh schnell anges eb wi d, so daß au mi le e Sich
(0 < i < '2) die le z e e güns ige e schein ; e s in eine e nen
Zukun ( s) üh de P ad übe den zwei en Gleichgewich swe
hinaus ( gl. Fig. 1 au S. 142; do wi d die En wicklung de Ve -
mögensquo e de A bei nehme als Ausd uck ü die Ve eilungs-
ela ion in einem Zwei-Klassen-Modell da ges ell ).
Ein spezielle Fall, de bei bes imm en Um e eilungsmaßnahmen
nich auszuschließen is , lieg dann o , wenn ein Eing i zwa in
bezug au die gleichgewich ige Ve mögens e eilung meh Gleichhei
scha , zugleich abe zu Ins abili ä dieses Gleichgewich s üh . Ein
solches E gebnis kann jedoch als kaum bedeu same Ausnahme gel en.
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142 Cay Folke s
Maßnahmen mi diese Konsequenz, de en Inzidenz üb igens nich meh
in de üblichen Weise e aß we den kann, können g undsä zlich als
ande en Maßnahmen un e legen angesehen und aus dem Möglichkei s-
aum dis ibu i e Poli iken ausgeschlossen we den.
Die beispielha en Übe legungen dü en e deu lich haben, daß
lang is ige Inzidenzanalysen nich nu eine Be ach ung on Gleich-
gewich en de Ve eilung, sonde n auch de gesam en Zei p ade und
ih e Eigenscha en e o de n. Mi diese Fes s ellung wi d jedoch noch
nich das P oblem gelös , eine eindeu ige, p ak isch e we ba e Inzi-
denzaussage zu gewinnen. Dies is , wie be ei s die Übe legungen zu
kompa a i en Dynamik aus ande en G ünden e gaben, nu möglich,
wenn soziale bzw. poli ische We ungen einbezogen we den. Un e
Inzidenz kann in dem o liegenden Fall nich meh allein eine Be-
sch eibung de posi i es s ellba en Ve eilungswi kungen e s anden
we den. Die E ek e we den nich nu gemessen, sonde n auch beu -
eil , so daß das Inzidenzkonzep ein no ma i es Elemen e häl .
Soll eine eindeu ige Inzidenzaussage un e den gegebenen Bedingun-
gen gewonnen we den, so muß eine soziale P ä e enz unk ion ü die
in e empo ale Bewe ung de Ve eilungs ela ionen übe den gesam-
en Zei ho izon bekann sein. Diese kann im ein achs en Fall die Fo m
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 143
(V.l) ü= co
o
annehmen, wobei w den au Pe iode bezogenen Wel a e-Index, Q
den Gesam index de Wohl ah und die soziale Zei p ä e enz a e
bezeichnen. In allgemeine e Fo m kann de Ausd uck bei meh als
zwei Klassen und nich no wendig kons an e Zei p ä e enz a e ge-
sch ieben we den als
oo
(V.2) Q = o ( ) w
o
W{
wobei ( —, ) die Dich e unk ion de Ve eilung de Ve mögensan eile
w
de Klassen zum Zei punk und q (i) die Diskon ie ungs o sch i be-
zeichnen. Wende man einen de a igen Ausd uck au die e mi el en
En wicklungsp ade an, so e häl man skala e und dami unmi elba
e gleichba e We e ü die Inzidenz.
Es beda kaum de E wähnung, daß die spezi ische Fo m eine sol-
chen Funk ion und die E mi lung de Diskon ie ungs a e p ak isch un-
übe windliche Hinde nisse da s ellen, so daß subs an ielle Aussagen
ü poli ische Zwecke au diese Weise nu mi g oßen Schwie igkei en
gewonnen we den dü en. Die p ak ikable Al e na i e bes eh da in,
du ch die Besch eibung eine no mie en Skala on Punk en und
Eigenscha en des En wicklungsp ades e gleichba e Aussagen in ek-
o ielle Fo m zu gewinnen und diese als G undlage ü poli ische En -
scheidungen zu e wenden, auch wenn ihnen die Eindeu igkei de
skala en Ausd ücke ehl . Im P inzip handel es sich dabei um eine
Klasse on dynamisch de inie en sozialen Indika o en, die dem Man-
gel eine um assenden Wel a e-Funk ion ü alle Zus ände de Wel zu-
mindes no dü ig abhel en.
Auch wenn Gleichgewich s e eilungen ü iden ische Wachs ums-
p ade e mi el we den können, bemessen sie in einem solchen Sys em
nich meh das Inzidenze gebnis, sonde n s ellen nu noch eine Klasse
on Indika o en un e ande en da . Neben ihnen sind die Ungleich-
gewich s e eilungen in bes imm en, no mie zu e assenden Zei -
punk en zu e echnen. Wei e hin is nach dem Zei beda de Anpas-
sung an bes imm e, o gegebene P ozen sä ze de Gleichgewich swe e
zu agen. Die Be echnungen sind ü meh e e Zei in e alle bzw. P o-
zen punk e o zunehmen und um In o ma ionen übe mögliche Um-
schlagpunk e en sp echend dem We e zu e gänzen. Eine Anzahl de -
a ige In o ma ionen, die in s anda disie en Tabellen geo dne we -
den, i dann an die S elle de einen Inzidenz kompa a i -dynami-
sche P ägung als G undlage e eilungspoli ische En scheidungen.
W,
W e- d
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144 Cay Folke s
Dami we den nich nu einzelne Ve eilungs ela ionen an bes imm en
Zei punk en, sonde n die gesam en En wicklungs e läu e de Ve ei-
lung in die Beu eilung einbezogen. Dies e schwe zwa das Ve ah-
en, mach jedoch e s die Komplexi ä lang is ige e eilungspoli i-
sche En scheidungen und de ihnen zug undeliegenden poli ischen
We ungen anspa en . Es schein , daß diese Fo m de Inzidenzbe-
s immung den bes ehenden P oblemen ehe ge ech wi d als de ag-
wü dige Ve such, eindeu ig skala e Lösungen zu e zeugen.
Bezieh man Ungleichgewich e de Ve eilung bei iden ischen gleich-
gewich igen Wachs umsp aden in die Inzidenzaussage ein, so bleiben
neben den hie e ö e en P oblemen auch die im o igen Abschni
be ach e en F agen de gleichgewich igen Bezugsp ade p äsen . Ge-
ling es nich , die Wi kungen au den Wachs umsp ad oll zu kompen-
sie en, so is das da ges ell e Konzep nich meh in de o gesehenen
Fo m e wendba , da die En wicklung de Basisg ößen di e ie . De
G undgedanke des Ansa zes bie e jedoch die Möglichkei , dieses P o-
blem un e gewissen Bedingungen zu be ücksich igen. Die o gesehe-
nen Inzidenz abellen müssen nunmeh um zusä zliche Da en übe den
al en und den neuen Wachs umsp ad e gänz we den. Dami wi d nich
nu e deu lich , welche di e en iellen Ve eilungswi kungen au e-
en, sonde n auch, in welche Höhe sich Oppo uni ä skos en diese Di-
s ibu ionse ek e eins ellen. We den meh e e Al e na i en be ach e ,
so sind zu besse en Ve gleichba kei nu solche Maßnahmenbündel zu-
g undezulegen, welche einen gleichen E ek au den Wachs ums e lau
haben. Mi diesem Vo gehen ück das Ziel eine eindeu igen Inzidenz-
aussage zwa in noch g öße e Fe ne, es we den abe neben de Zei -
s uk u de Ve eilung auch In o ma ionen übe un e meidliche Al-
e na i en zwischen Ni eau- und Ve eilungsg ößen ausgewiesen.
VI.
Die aus de bishe igen Analyse abgelei e en Konsequenzen we den
noch ausgep äg e , wenn die d ei Bedingungen s e igen Wachs ums
nich meh ü den Ablau des Ve eilungsp ozesses als gegeben un e -
s ell we den, sonde n wenn Rückwi kungen au die Beschä igung de
Fak o en und die Wachs ums a e des Sozialp oduk s einbezogen we -
den, die ih e sei s die Ve eilungsen wicklung übe die Zei beein lus-
sen. Ände sich de Wachs umsp ozeß, so i neben die e ö e e
F age de in e empo alen Ve gleichba kei on Ve eilungs ela ionen
das P oblem, di e gie ende En wicklungen de gesam wi scha lichen
Agg ega e übe die Zei zu be ücksich igen, die den Ve gleich zusä zlich
komplizie en. Dami wi d jedoch ein ealis ische e Bezugs ahmen ü
die Analyse de Inzidenz gescha en und zugleich au die Beding hei en
des Wachs umsp ozesses eingegangen.
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 145
Un e neoklassischen Annahmen sind Rückwi kungen au die Be-
schä igung de Fak o en und die Wachs ums a e nu empo ä e Na-
u , denn das Wachs umsgleichgewich is s abil. Abweichungen können
jedoch neben dem Ve lau des Wachs umsp ades in bezug au die Zei -
daue de Anpassung o liegen. Beide F agen wu den be ei s disku-
ie . Diese heo e ische Ansa z muß somi im gegebenen Zusammen-
hang, de sich au mak oökonomische E ek e bezieh , nich wei e e -
olg we den.
Fü das pos keynesianische Modell wu de demgegenübe be ei s da -
au hingewiesen, daß Wi kungen au die olkswi scha liche In es i-
ionsquo e die s e ige En wicklung au Daue s ö en können. In olge
eines s aa lichen Eing i s kann in diesem Fall sowohl säkula e Ins a-
bili ä , d.h. ein s ändiges Ungleichgewich au dem A bei sma k , als
auch konjunk u elle Ins abili ä im Sinne eines s ändig unausgegliche-
nen Kapi alma k es esul ie en. Es e gib sich somi neben den bishe
e ö e en E o de nissen ü kompensa o ische Maßnahmen gleichzei ig
die Au gabe, die aus dem s aa lichen Eing i esul ie enden Reak-
ionen de ak uellen Wachs ums a e sowie die Abweichungen de
gleichgewich igen Wachs ums a e auszugleichen. Dabei können jedoch
bekann lich Zielan inomien au e en, denn die gleichgewich ige Wachs-
ums a e s eig mi s eigende olkswi scha liche Spa quo e, wäh-
end die ak uelle Wachs ums a e mi s eigende Spa quo e sink .
Soll die Inzidenzanalyse wie ge o de au iden ische gleichgewich-
ige Wachs umsp ade bezogen sein, so sind nunmeh mi jedem Eing i
des S aa es Kompensa ionsmaßnahmen au e schiedenen Ebenen e -
bunden, denn es gil mi de Wachs ums a e zugleich die Beschä igung
beide Fak o en zu s abilisie en. Is diese Ausgleich ü den lang is i-
gen Gleichgewich swe olls ändig ealisie ba , so we den in de Inzi-
denzs udie zusä zlich zu den bishe da ges ell en E ek en die wechsel-
sei igen Beziehungen zwischen den Anpassungen de ak uellen und de
gleichgewich igen Wachs ums a e sowie den Ve eilungsände ungen e -
aß . Sie können A und Daue de ablau enden P ozesse e glichen
mi den isolie en Ve eilungsanpassungen des o igen Abschni s e -
heblich e ände n.
Neben den bishe be ach e en Zusammenhängen is ein wei e e
Punk einzubeziehen, de im o s ehenden be ei s angesp ochen wu de.
Die Regie ung kann bes imm e E gebnisse de eigenen In e en ionen
au g und on Zielse zungen und Ve p lich ungen in ande en Be eichen
nich ole ie en, sonde n wi d ähnlich wie die p i a en Wi scha s-
subjek e da au eagie en. Wü de eine Ve eilungsmaßnahme beispiels-
weise Un e beschä igung zu Folge haben, so muß de S aa kompen-
sie ende Maßnahmen einlei en, die den E ek de e s en Maßnahme
10 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1981/2
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146 Cay Folke s
u. U. in F age s ellen. Auch alls diese Maßnahmen ku z is ig zu ück-
ges ell we den können, wenn de Wahl e min nich unmi elba be-
o s eh 25, wi d lang is ig die endenzielle Realisie ung eine hohen
Beschä igung wesen lich übe die Wiede wahl on Regie ungen en -
scheiden, so daß ü den S aa in en sp echende Weise wie ü die P i-
a en bes imm e Reak ions unk ionen au gegebene ökonomische Kon-
s ella ionen un e s ell we den müssen.
Wäh end die Reak ions unk ionen im p i a en Be eich au indi i-
duelle Zielse zungen wie die Gewinnmaximie ung zu ückge üh we -
den, hängen die Reak ionen im s aa lichen Be eich on De e minan en
de poli ischen Sphä e, z. B. on Zielse zungen de S immenmaximie-
ung un e Nebenbedingungen, ab26. Die he kömmliche ma e ielle In-
zidenz, welche ausschließlich die p i a en Anpassungsmechanismen in-
olge s aa liche Eing i e e aß , is im G unde ein Relik des laissez-
ai e, wäh end die Inzidenz heo ie ü den In e en ionss aa nich al-
lein die p i a en, sonde n auch die ö en lichen Reak ionsmechanismen
e assen muß. Diese Fes s ellung wi d im lang is igen Fall besonde s
g a ie end, kann jedoch da übe hinaus gene elle Gül igkei bean-
sp uchen. Die allzu isolie e Be ach ung de p i a wi scha lichen
P ozesse im adi ionellen Inzidenzkonzep muß als wesen liche G und
ü die F agwü digkei manche ih e Aussagen und ü ih Ve sagen
in bezug au iele p ak ische P obleme de Finanzpoli ik gel en.
Die wi scha spoli ischen Reak ionen des S aa es und die ü die In-
zidenz on Maßnahmenbündeln e o de lichen Kompensa ion scheinen
einande g undsä zlich zu en sp echen, da o ensich lich on übe ein-
s immenden Zielen ausgegangen we den kann. Dies is jedoch nich
no wendig de Fall. Beispielsweise können Zielkon lik e zwischen ku z-
und lang is igen E ek en au e en, die ü das Inzidenzkonzep zu-
guns en de lang is igen Gleichgewich ss abilisie ung, ü den poli i-
schen P ozeß jedoch meis zuguns en ku z is ige E ek e en schieden
we den. Auch aus ande en Au gabenbe eichen des S aa es können zu-
sä zliche Ziele e wachsen. Diese poli isch e o de lichen Reak ionen
müssen jedoch einbezogen we den, wenn eali ä sbezogene Ve ei-
lungse gebnisse abgelei e we den sollen, auch wenn dabei die Ve -
gleichsbasis de iden ischen Gleichgewich e e lo engeh . Eine Inzi-
25 No dhaus lei e beispielsweise Schwankungen on A bei slosenquo e
und In la ions a e übe den Wahlzyklus aus a ionalem Regie ungs e hal en
ab. Vgl. No dhaus (1975).
26 De Un e schied zu den eben alls un e diese Zielse zung abgelei e en
Ansä zen poli ische Konjunk u zyklen bes eh in de F is igkei de Ana-
lyse. Wäh end do das ak uelle ku z is ige Ve hal en on Regie ungen
be ach e wi d, geh es im gegebenen Zusammenhang de Wachs ums-
analyse um den Du chschni swe diese Ak i i ä en ü g öße e Zei -
in e alle, d. h. um eine lang is ige Ve hal ens unk ion de Regie ung.
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 147
denzanalyse mi hypo he ischen, abe eal undu ch üh ba en Kompen-
sa ionsmaßnahmen is jeden alls wenig sinn oll und ohne p ak ische
Rele anz. In bes imm en Fällen können die un e idealen Bedingungen
e mi el en Inzidenze gebnisse au g und de a sächlichen Reak ionen
in ih Gegen eil e keh we den, so daß eine zunächs sinn oll e -
scheinende Maßnahme dann un e bleiben wi d.
Realis ische Inzidenzmodelle müssen somi die möglichen Gleichge-
wich ss ö ungen au g und eine Maßnahme zusammen mi den no wen-
digen Kompensa ionsmaßnahmen explizi im Modellzusammenhang e -
assen und die esul ie enden Wi kungen au die Ve eilung einbezie-
hen. Hie ü bie e de pos keynesianische Ansa z einen geeigne en
Rahmen, ohne daß jedoch die Ve eilungsmechanismen on Kaldo un-
e ände übe nommen we den müssen. Dami wi d die Bedeu ung
des iden ischen Gleichgewich sp ades zusä zlich ela i ie . Es wi d ü
den Ve gleich al e na i e Maßnahmen häu ig nich meh ein übe -
eins immende Wachs umsp ad im Endgleichgewich zug undegeleg
we den, sonde n ein ungleichgewich ige mi el is ige Wachs ums-
p ozeß e gleichba e A . Dies schein ehe ein ealis ische Ve -
gleichss anda d ü die dynamische Inzidenz on Maßnahmenbündeln
zu sein, de auch im Hinblick au poli isches S abilisie ungs e hal en
on Bedeu ung is . Das E o de nis eines gleichen Endgleichgewich s
wi d somi au gegeben, da es i. a. wede die Ve gleichba kei de En -
wicklungen siche noch poli isch bedeu sam is . Als Konsequenz sind
neben den Indika o en de Ve eilungsen wicklung zusä zlich s e s die
ele an en G ößen de Wi scha sen wicklung inne halb de Inzi-
denzaussagen auszuweisen, wie dies be ei s ü den ein ache en Fall
de Ve schiebung on Gleichgewich sp aden en sp echend o gesehen
wu de.
Das E gebnis eine de a igen Inzidenz is nich nu wegen de eh-
lenden Eindeu igkei , sonde n auch wegen de Abhängigkei on s aa -
lichen No men mi g oße Vo sich zu in e p e ie en. G undsä zlich gil
die Fes s ellung, daß keine eindeu igen, quasi-objek i en Aussagen übe
die Inzidenz möglich sind, sonde n daß Messung und Bewe ung eine
unlösba e Ve bindung eingehen. Zusä zlich is zu beach en, daß u. U.
selbs ü gegebene poli ische P ä e enzen meh e e Lösungen möglich
sind. Ein s eue liche Eing i kann nämlich in de Regel du ch kom-
pensa o ische Maßnahmenkombina ionen un e schiedliche A neu a-
lisie we den; diese müssen jedoch, wie e wähn , ih e sei s nich e -
eilungsneu al sein, so daß die Inzidenz abweichen kann. Es zeig sich
als wei e e Einsch änkung, daß man in de Ta nu on de Inzidenz
eines bes imm en Maßnahmenbündels, jedoch nich meh eine spezi-
ischen S eue ände ung als solche sp echen kann.
10*
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148 Cay Folke s
Eine Möglichkei , die kons a ie e Schwie igkei zu übe winden, be-
s eh da in, al e na i e Maßnahmen bei s uk u ell no mie en Reak-
ionen des S aa es zu e gleichen. Dabei muß beispielsweise un e -
s ell we den, daß im Falle eine bes imm en Abweichung de gleich-
gewich igen on de s e igen Wachs ums a e nu eine einzige, in ih e
Rela ion eindeu ig ixie e Kombina ion on Gegenmaßnahmen in
einem als angemessen bes imm en Ausmaß e olg . Dadu ch wi d
zwa das Konzep eine isolie en Inzidenz de einzelnen Maßnahmen
nich zu ückgewonnen, wohl abe wi d die Möglichkei on Maßnah-
men e gleichen bei einem spezi ischen Ve hal en de s aa lichen En -
scheidungs äge e ö ne . Ein Modell diese A , in welchem die s aa -
lichen Anpassungen sich in bes imm e Fo m inne halb des Modell-
mechanismus niede schlagen, wu de om Ve asse ü ungleichge-
wich ige Wachs umsp ozesse en wo en27. Es zeig eine Reihe on Be-
ding hei en de Inzidenze gebnisse au und e weis seine Aussage ähig-
kei sowohl beim Ve gleich de Wi kungen gegebene S aa sak i i ä en
als auch bei de da au au bauenden Konzipie ung geeigne e Maßnah-
men de s aa lichen Dis ibu ionspoli ik.
Eine allgemeine e, analy isch jedoch nich unp oblema ische Al e -
na i e e gib sich, wenn man die F ages ellung in de Weise umkeh ,
daß ü gleiche Ve eilungse ek e al e na i e Maßnahmen die auße -
halb des Ve eilungsbe eichs au e enden Wi kungen zu Beu eilungs-
k i e ien we den. Dabei wü den z. B. die Beschä igungs- und Wachs-
umse ek e un e schiedliche S eue - bzw. T ans e maßnahmen e -
glichen we den, die eine gleiche Dis ibu ionswi kung haben. En sp e-
chende Ve ah ensweisen sind ü Un e suchungen übe dis ibu ions-
poli ische F agen du chaus üblich28. Nun is alle dings da geleg wo -
den, daß die Bes immung gleiche Ve eilungse ek e im dynamischen
Ansa z keineswegs ein ach zu lösen is . Es müssen nämlich Redis ibu-
ionen in olge al e na i e Maßnahmen e glichen we den, welche die-
selbe Ve ände ung im Wel a e-Index he o u en. Kann man eine um-
assende Wohl ah s-Funk ion nich e mi eln, so müssen im Rahmen
de ek o iellen E gebnisse die inne halb gewisse Bandb ei en als e -
gleichba angesehene E ek e, d.h. E ek e mi einande wei gehend
en sp echenden sozialen Implika ionen, e glichen we den. Das Kon-
zep en häl somi be ei s in bezug au die G undlage de Ve gleiche
ein Elemen de Willkü , das den zunächs e mu e en Vo eil des An-
sa zes deu lich ela i ie .
27 Folke s (1981), o allem Teil F.
28 Vgl. als Beispiel Fohl, Wegne , Kowalski (1964), o allem Teil C.
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G undsa z agen und Konzep e de dynamischen Inzidenzanalyse 149
VII.
Die en wickel en Sch i e zu eine allgemeinen dynamischen Inzi-
denz heo ie mögen im Ve gleich mi bishe geläu igen Vo s ellungen
ela i komplizie anmu en, sie e scheinen jedoch un e meidba , wenn
die Inzidenz heo ie de p ak ischen Finanzpoli ik nu zba gemach
we den soll. Nu au diesem Wege kann siche ges ell we den, daß die
ele an en Aspek e des P oblems in den poli ischen Kalkül eingehen
und nich eine o ge äusch en Eindeu igkei de E gebnisse zum Op-
e allen, die nu als Sonde all in seh ein achen Modells uk u en
beg i en we den kann.
Das Ziel bes and zunächs da in, die Beg enzungen de om s a i-
schen Ansa z gep äg en Gleichgewich sanalyse und die einsei ige He -
auslösung des Ve eilungsaspek s aus den ökonomischen P ozessen zu
übe winden, um au diese G undlage ein heo e isch undie es und
wide sp uchs eies Bezugssys em ü lang is ige Inzidenzanalysen zu
en we en. Mi de Au gabe des Gleichgewich skonzep s wi d endgül ig
die Möglichkei eindeu ige Inzidenze gebnisse, die auch inne halb die-
ses Konzep s be ei s agwü dig e schein , ausgeschlossen. Ein en schei-
dendes E gebnis ü die gesam e Inzidenzanalyse, das in wissenscha -
lichen Expe isen s ä ke he o gehoben we den soll e, bes eh in de
E kenn nis, daß jede Inzidenzaussage on sozialen No men abhäng
und diesen nich als posi i e Analyse gegenübe s eh . Mi diese Fes -
s ellung we den die En scheidungsp obleme de Ve eilungspoli ik
zwa nich ein ache , wohl abe we den e b ei e e Fehleinschä zungen
o enba , und die T anspa enz de En scheidungsg undlagen wi d e -
höh .
Zusammen assung
Ausgehend on de E ö e ung einige G undp obleme de Inzidenz wi d
aus Wachs ums- und e eilungs heo e ischen Zusammenhängen eine In-
konsis enz des au Dosse zu ückgehenden Konzep s de dynamischen In-
zidenz abgelei e . Als Konsequenz wi d ein neue kompa a i -dynamische
Gleichgewich sansa z de Inzidenz on Maßnahmenbündeln o mulie , de
indessen noch keine eindeu igen E gebnisse e b ingen kann. Diese Fes s el-
lung üh zum En wu zweie un e sukzessi e Au hebung bes imm e
Gleichgewich sannahmen en wickel e Konzep e de ungleichgewich igen
dynamischen Inzidenz. Da aus we den s anda disie ba e Vo gehensweisen
ü p ak ische Inzidenzs udien abgelei e . Die Un e suchung diese Ansä ze
beleg die Unmöglichkei eindeu ige , posi i e Inzidenzaussagen jensei s
soziale No men.
Summa y
A e discussing some undamen al incidence p oblems i is shown ha
he concep o dynamic incidence based on Dosse is inconsis en wi h a
cen al aspec o g ow h and dis ibu ion heo y. Consequen ly a new com-
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150 Cay Folke s
pa a i e-dynamic equilib ium concep o he incidence o policy bundles
is de eloped which s ill, howe e , ails o yield unique esul s. Successi ely
omi ing ce ain equilib ium assump ions wo concep s o dynamic dis-
equilib ium incidence a e hen designed. F om his s anda d p ocedu es o
p ac ical incidence esea ch a e de eloped. The analysis o hese concep s
demons a es he impossibili y o unique, posi i e incidence esul s beyond
social no ms.
Li e a u
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OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.101.2.127 | Gene a ed on 2023-04-04 11:59:45