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Ideologien und soziale Grundbeziehungen

Abstract

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Ideologien und soziale Grundbeziehungen

Author: Sperling, Hans
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1951
DOI: 10.3790/schm.71.2.23
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290721/1/schm.071.2.023.pdf
Spe ling, Hans
A icle
Ideologien und soziale G undbeziehungen
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Spe ling, Hans (1951) : Ideologien und soziale G undbeziehungen, Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 71, Iss. 2, pp. 23-71,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.2.23
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290721
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151] 23
Ideologien und soziale G undbeziehungen
Von
Hans Spe ling, Minden
Inhal s e zeichnis: I. Das Zei al e de Eins ein• Planckschen Kosmologie.: 1. Die
o melha en Bindungen de Ismen S. 23 — 2. Die ideologische P on enbildung des
zwei en Wel k ieges S. 26 — 3. Die „Re ol e gegen den Ma xismus" S. 30 —
4. De Wiede anschluß des geis eswissenscha lichen an das na u wissenscha liche
Denken S. 38 — II. Die sozialen G undbeziehungen: 1. De Beg i de Pe sönlich-
kei S. 40 — 2. Die Ke nbezogenhei de Bedü nisse S. 50 — 3. Die Reali ä
de Selbs bezogenhei S. 52 — 4. Die Du-Beziehung S. 55 — 5. Die Wi -Beziehung
5, 60 — III. Koo dina ion S. 70.
I. Das Zei al e de Eins ein-Planckschen Kosmologie
Rund d ei Jah hunde e hindu ch wu de die Philosophie und mi
ih die Sozialwissenscha on de Denkweise des Ra ionalismus be-
he sch . Eine ie ache E wei e ung des menschlichen E kenn nis-
be eichs ha diese geis ige Epoche bes imm : die Na u wissenscha
des F ancis Bacon, New ons Mechanik, de En wicklungs-
gedanke Da wins und die mechanis ische (kausalis ische und de-
e minis ische) Na u au assung on Hobb.es bis Mi 11. Vie neue
E kenn nisse sind es wiede , die nun in ungleich s ä ke e zei liche
Ra ung ges al end in unse Wel bild eingeg i en haben: Eins eins
Rela i i ä s heo ie, die Quan en heo ie Plancks, die Biosleh e on
F ance und die Emanzipa ionsleh e on Kipp. Zusammen haben
sie eine neue Kosmologie e schlossen. Die geis igen Ka ego ien e -
scheinen nich meh in gleiche Weise gesiche wie noch an de Jah -
hunde wende, und die Beg i e d ängen nach neue Klä ung.
1. Die o melha en Bindungen de Ismen
Sei jehe neig die geis ige En al ung de Menschhei au ih en
E kenn niss u en dazu, aus beding en P ämissen ih e Zei unbeding e
Folge ungen zu ziehen, die an ih en Rela ionen zu messen, eine B ei en-
esonanz ge ade ü pos ulan e Ideologien e schwe , weil die b ei en
Schich en ein Gedankenge üge am leich es en in de o melmäßigen
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Ve ein achung eines jene Ismen appe zipie en, die als Haup schlüssel
zu den Wel ä seln geglaub we den, mögen sie auch nu Teile kenn -
nisse sein. Nu zu leich doch p ägen sich gängige Ismen zum Aus-
schließlichkei sdogma. Auch de G undsa z eine o ganischen Zuo d-
nung alle sozialen K ä e läß sich bequem zu einem gängigen Kosmo-
nym e ein achen, das dami iel äl ige Deu ung aus Milieu und Zei -
geis zugänglich wi d. Ein Gedankengu mi geno m en Beg i en zum
Ismus zu kon ek ionie en, üh abe nich übe die konku ie enden
Angebo e de Ma k ie an en hinaus. „Das Ziel en weich , dem man
sich nah' geglaub , wenn sich Gedanken und Gedanken jagen und eine
s e s die K a dem ande n aub ", sag Dan e o 650 Jah en nach
seinen E ah ungen als Magis a s a wäh end de lo en inischen Pa -
eikämp e. De mode nen Sozialwissenscha dü e es obliegen, die
Ges al ungsg undsä ze des menschlichen Zusammenlebens aus de
o melha en An i hese s a e Gene alkonzep ionen bes imm en E -
kenn nisbe eichs zu lösen. Dogmenk i ik aus dem Aspek de Gegen-
meinung kann zwa die Mach eines Vo s ellungskomplexes schwächen
— besonde s, wenn diese wie S eck uß schon 1840 es s ell e, aus
in e essepoli ischen G ünden ode auch du ch blinden Glauben de
Anhänge au eine küns lich e ungenen Höhe gehal en wi d, „welche
dahe jede ie e e E ö e ung e de blich zu we den d oh ". Die Kon-
o e se mi o mulie en Te minis is nü zlich, solange sie im gleichen
geis igen Raum e olg . Is die allgemeinwissenscha liche G undlage
de Diskussion ü die Be eilig en e schieden, und das is bei eine
E wei e ung de kosmologischen G und o s ellungen s e s de Fall, so
komm es zu eine „Leipzige Dispu a ion", wenn al e und neue E -
kenn nisse nich um das Rich igsein, sonde n um das Rech haben, nich
um die Weishei , sonde n um die Mach ingen. Auch de bes e Wille,
eine ande en Anschauung ge ech zu we den, s auchel abe übe
Fo meln und Beg i e, denen die Pa ne —" ielleich einande unbe-
wuß — abweichende Inhal e zumessen. Die En wicklung de Re o ma-
ion und de a ionalis ischen Philosophie zeigen deu lich genug, wie
langsam das Auseinande zweigen des beg i lichen Denkens als gei-
s ige Klimaände ung e kann we den. Die Geis esgeschich e bie e ehe
das Bild eines schwankenden S ellungsk ieges als dasjenige eines ge-
meinsamen Ringens de Menschhei um die höchs e E kenn nis. So
komm es zu jene Al e na ion de Gedankensys eme, die sich du ch
die Geschich e zieh .
Vo e wa 25 Jah en geb auch e de A bei s ech le J o e g e s ein-
mal das Bild de Kul u spi ale. Ta sächlich zeig sich auch au dem
speziellen Gebie des A bei s ech s gelegen lich eine Wiede keh on
P oblemlösungen au de Basis eines e wei e en Gegenwa swissens,
die ähnlich be ei s in einem ühe en Kul u k eis o mulie wo den
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153] Ideologien und soziale G undbeziehungen 25
sind. Wenn beispielsweise M o
1
i o das Wesen des A bei s e ages
dahin de inie , daß de Schuldne „zugleich als Mensch inso e n
Gegens and des Schuld e ags is , als die A bei sleis ung du ch seine
A bei sk a bewi k we den soll, die nu eine Fähigkei des Menschen
is , so daß dami de sons dem Rech s e keh als Gegens and en -
zogene Mensch mi elba selbs als Gegens and des Schuld e häl nisses
e schein ", so komm dies de De ini ion des A bei s e ags e häl -
nisses als Selbs e mie ung im babylonischen Rech un e H a m m u -
a b i seh nahe. Wenn die Wiede au nahme al e Anschauungen auch
nich imme die Resonanz eines Come back e eich , so is ih e
geschich sges al ende K a g undsä zlich unbes ei ba , wie die
„Renaissance" augen ällig genug gemach ha . Gleichwohl we den die
Ve e e p äsen e Ideologien kaum geneig sein, die Vo s ellung eine
Kul u spi ale ande s als einen me kwü digen Gedanken zu we en, zu-
mal seine Annahme die O iginali ä de eignen G undp inzipien und
ih en Ansp uch au eine ollkommene Endlösung in F age zieh . Dabei
knüp diese Gedanke eine Kul u spi ale selbs o enba an D a n e s
Vo s ellung eines spi aligen Weges um den Läu e ungsbe g seine Fege-
eue zone an, und es e schiene imme hin ös lich, wenn die zei weilig
en h on en Gedankensys eme einen Vi ,gil ü den Weg zu eine
geläu e en Wiede keh änden. Sons bliebe nu noch die Ve -
mu ung eines ci culus i iosus um das P oblem de menschlichen Ge-
meinscha so dnung he um.
Die Annahme eine au s eigenden Zi kula ion de geis igen S ö-
mungen ges eh du chaus zu, daß eine Analogie de S andpunk e nich
no wendig deckende Pe spek i en bedeu e ode gleiche Ausgangs-
gedanken zu gleichen Realisa ionen üh en müssen. Ein his o isches
Gedankensys em wi d niemals im gleichen E kenn nis aum wiede -
e weck ; denn ieles, wo au seine Schöp e sich noch eleologisch ein-
s ell en, un e lieg , wie Somba schon e inne e, ü den Neu-
schöp e eine kausalen Be ach ungsweise. Und ü jenen wie ü
diesen gil die Fes s ellung on S eck uß, daß jede , wie hoch e
auch übe seine Zei empo age, mi allem, was e geis ig und si lich
au nimm und wi k , ein E zeugnis seines Zei al e s is . Da aus können
sich — mindes ens bei obe lächliche , o eingenommene ode en-
denziöse Be ach ungsweise — ü den Spä e en, wie Somba den
sozialökonomischen Klassike n gegenübe den Me kan ilis en nach-
weis , Schie hei en und I üme e geben, die zu eine sinnen emden-
den Auslegung eine Theo ie üh en, welche die nachgebo enen Kom-
men a o en nu noch eine o melha e Exis enz gewäh en. Leh meinun-
gen, Ideologien ode poli ische Bewegungen können eine ih en T äge n
du chaus bewuß e O iginali ä mi de T adi ion ane kann e G und-
sä ze bemän eln ode umgekeh sich un e Ta nung übe nommene
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Elemen e o iginä gebä den ode auch in ih e Anwendung ode Aus-
wi kung Züge gewinnen, die den Eind uck eine Gemeinsamkei mi
ande en Sys emen e wecken, ohne ihnen wesen lich zu sein. Die E -
scheinungs o m, so seh sie den Wesenske n übe decken mag, beweis
noch nich s hinsich lich de Seins o m.
2. Die ideologische F on enbildung
des zwei en Wel k ieges
Fü B u n h a m haben S alin und Hi le Sozial e olu ionä e
Mäch e g undsä zlich gleiche P ägung ep äsen ie , welche die S u en
zu manage iellen Gesellscha so dnung nu in e schiedene Reihen-
olge zu ückgeleg haben. Wäh end e die ussischen Me hoden en -
wicklungsgeschich lich au Ma x als Ausgangs heo ie zu ück üh ,
bleib die heo e ische G undhal ung des Na ionalsozialismus un-
e ö e . In diese abe lieg nich nu de Wesensun e schied zu de
scheinba im P inzip gleichen Gesellscha so dnung Sowje ußlands,
sonde n auch die ie e e U sache ü die F on enbildung im zwei en
Wel k ieg.
Wenn sich Lenin mi dem A gumen , die s aa liche A bei e -
demok a ie müsse sich au eine Dik a u de Manage g ünden, ak isch
auch on de ma xis ischen Vo s ellung eine Exp op ia ion de P i a -
kapi alis en du ch das P ole a ia en e n ha , so wi d die Hal ung
Rußlands de Außenwel gegenübe doch imme noch du ch die
ma xis ische Annahme eines selbs ä igen Un e gangs des Kapi alismus
und dami eine au oma ischen He schä sübe nahme du ch das P o-
le a ia bes imm . Daß die ussische Poli ik hie aus die g undsä zliche
Feindseligkei und Agg essionssuch ih e nach diese Leh e o
d ohendem Un e gang bangenden kapi alis ischen Umwel olge ,
demgemäß eigene mili an e Handlungen s e s als De ensi maßnahmen
be ach e und im üb igen beha lich au die g oße Ve nich ungsk ise
in den Lände n auße ih em Ein lußbe eich echne , bes ä ig nu zu-
sä zlich die Neigung, einen mechanischen Ablau de geschich lichen
E eignisse zu un e s ellen. In seine Un e suchung übe „die S a egie
des kal en K ieges"* weis B u n h a m da au hin, „daß die Te mino-
logie und Dok in ebenso wie die Ausbildung und E hik de Kommu-
nis en haup sächlich mili ä isch o mulie sind" und „die zen alis i-
sche, hie a chische Disziplin on oben nach un en ielleich schä e
is als in eine gewöhnlichen A mee". Un e de De ise eine Ze -
schlagung des Klassen eindes au dem Wege zu Wel e olu ion und
„Dik a u des P ole a ia s" sei hie bewuß ein S aa smechanismus
gescha en wo den, de au die eins en Zeichen seine Füh ung bis in
das le z e Rädchen so schal e , wie es das s a e Gese z eine abs ak en
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155] Ideologien und soziale G undbeziehungen 27
Theo ie e lang . Dennoch weis das im ganzen beha lich abwa ende
Ve hal en diese Füh ung au das Ve auen in einen — nach Ma x
in ih em Sinne wi kenden — Au oma izismus des Wel geschehens, das
sich p inzipiell deck mi dem libe alis ischen „laissez ai e, ca le
monde a de lui meme."
Diese Fa alismus e lek ie aus dem En wicklungsgedanken, den
de Me aphysike Hegel on de Na u au die Gesam hei de E -
scheinungen ausdehn e und Spence du ch sein „Sys em de syn he-
ischen Philosophie" wie kaum ein ande e in England e b ei e ha ,
wo die Leh en Da wins, in welchem man Kan s „N e w o n des
G ashalms64 sah, be ei s on M i 11 logisch zu eine Neu undamen ie-
ung des menschlichen Denkens au ein nach mechanischen Kausal-
gese zen on L a p
1
a c e s hypo he ischem „Wel geis " o - und ück-
wä s be echenba es Neben- und Nacheinande on Zus änden und
Einzeldingen wei e en wickel wa en. Geis ig o be ei e wa diese
Fo m des Kausalismus du ch Humes Annahme des ma e iellen Wel -
sys ems als U sache und du ch den eidenke ischen Ma e ialismus on
Hobbes sowie den pan heis ischen De e minismus Spinozas.
Angesich s diese gemeinsamen geis igen Wu zeln de klassischen
Na ionalökonomie und des ma xis ischen Sozialismus übe asch es
nich , daß sich die angelsächsische Wel de libe alis ischen Wi -
scha s- und Gesellscha sau assung o z des Gegensa zes on Mono-
kapi alismus und Sozialismus dem sowje ischen Sys em ideell e wand
ühl e. De „Le ia han" on Hobbes mach es auch e s ändlich, daß
ein S aa ssys em un e hüll en Zwanges aus de selben „wah en Dok in
de Gese ze de Na u " he aus e dach we den kann, welche den
Mechanismus des klassischen Sys ems bes immen. Und die Tole anz-
leh e L o c k e s gewinn au diesem Hin e g und eine ande e Fa be als
in absolu e Sich , zumal seine Duldsamkei ih e G enze ge ade in
einem poli ischen Punk and, wie ihn die on ihm damals angenom-
mene S aa s eindlichkei des Ka holizismus da s ell .
T o z des zunächs eingehal enen Chambe lain - Ku ses hä e
die angelsächsische Wel wohl auch ohne die gegebenen außenpoli i-
schen Handlungen Deu schlands dessen na ionalsozialis ische Konzep-
ion au die Daue kaum hingenommen; denn hin e dem äuße en
Anlaß on Polen und Danzig als K iegsein i sg und on England und
F ank eich, selbs hin e eine deu schen Expansionsge ah an sich,
s and die Wesens e schiedenhei de geis igen G undlagen, die den
wes lichen Demok a ien ge äh liche e scheinen muß e als ein Land,
dessen demok a ische Hal ung ungeach e alle abweichenden sozial-
ökonomischen Folge ungen als glaubha und in ih en G undp inzipien
als wesens e wand emp unden we den muß e und konn e. Daß ü
den Leninoma xismus die gleichen K i e ien eines mechanischen, s a i-
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sehen, zi kula ionsp oblema ischen, ma e ialis ischen und passi is i-
schen Gedankensys ems zu e en, die Somba ü das angelsäch-
sische Sys em de „klassischen Na ionalökonomie" au ges ell ha , ha
ü die Wes mäch e den Weg on Jal a bis Be lin, bis zum Bewuß -
we den des inhal lichen Auseinande wachsens o mal gleiche Aus-
gangsbeg i e so schwie ig und do nen oll gemach .
Die An i hese de „G oße-Mann-Theo ien" S p e n c e /N ie zsche
i nich den Ke n de na ionalsozialis ischen Geis esp oblema ik.
Nie zsche dü e meh on o malem als on wesen lichem Ein luß
au dies Gedankensys em gewesen sein. Nu wu zel seine Leh e om
Übe menschen im menschlich-pe sönlichen Bezi k und e einba sich
da um mi eine nich ma e ialis ischen Gedankenwel ehe als mi
eine ma e ialis ischen, auch wenn sie jene en wicklungsmäßig nich
ge agen ha . Die s a k e äuße lich e Be onung on Nie zsche,
welche ü die Übe schä zung seines Ein lusses e an wo lich schein ,
dü e meh kul ische Vo wand gewesen sein als Beweis ü eine eale
geis ige G undlage de gesellscha lichen Hal ung des Na ionalsozialis-
mus. Die na ionalsozialis ische Gegne scha zum Massenmenschen um
und zu En pe sönlichung wide sp ich soga de abschä zigen Beu -
eilung des Volkes du ch Nie zsche als eine nu om He den ieb
gelei e en Masse, de en gesellscha liche Ins ink e, wie W i e s e schon
ähnlich eingewand ha , olge ich ig im Ga ungszweck eines P ole a-
ia s kulminie en müß en, das eben de Na ionalsozialismus en gegen
dem Ma xismus abgelehn ha .
Wenn T e o -Rope in seinem Buch übe „H i 11 e s le z e
Tage" einen monoli hischen ode py amidalen Au bau de na ional-
sozialis ischen Poli ik und Ve wal ung nich ane kennen will, weil das
a sächliche Nebeneinande egois ische Be eiche dem wide sp äche,
so e wechsel e eine Feudalisie ung de Lehnsmänne als Wi kung
mi de U sache eine Elephan iasis on S aa sgliede n. Die S aa sidee
des Na ionalsozialismus wu zel e ebenso wie diejenige Mon ch e-
i e n s in de Vo s ellung des S aa es als eines o ganischen Kö pe s,
die soga aus Gese zes i eln sp ich wie e wa dem „Gese z zu Vo -
be ei ung des o ganischen Au baues de Wi scha " om 27. Feb ua
1934. Eigena ige weise üg sich das Bild des na ionalsozialis ischen
Sys ems ähnlich aus seine P axis und aus Einzele ö e ungen zu-
sammen, wie Somba dies ü den Me kan ilismus au gezeig ha .
We dessen Da s ellung im 2. Halbband des 2. Bandes seines „Mode nen
Kapi alismus" e gleichend olg , wi d dahe die on Somba au
die Me kan ilis en bezogenen K i e ien, ih Denken sei o ganisch,
dynamisch, p oduk ionsp oblema isch, ak i is isch und idealis isch,
auch au die Na ionalsozialis en anwendba inden. Daß diese Kon-
zep ion eines O ganismus schließlich in diejenige eines Mechanismus
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157] Ideologien und soziale G undbeziehunge 29
übe gegangen is , lieg gedanklich an eine Unzulänglichkei de Vo -
s ellungen übe die Funk ionsweise des lebendigen Kö pe s ode übe -
haup in eine Fehleins ellung zu symbio ischen Lebens o m, d as isch
ausged ück , in de Ve wechslung des Waldes mi dem S angen o s .
In de gleichen Zei , in de die Fo s wi scha sleh e die Zweckmäßig-
kei de Mischwaldp lege e kann ha , is die S aa skonzep ion ge-
wisse maßen den umgekeh en Weg gegangen. Diese Ve einsei igung in
Schema und Ve an wo ung lieg nich im Wesen des O ganischen, son-
de n in de unzulänglichen geis igen E assung on seinem Wesen.
Diese Unzulänglichkei e u sach die on Mülle -F eien els
es ges ell e Neigung menschliche O ganisa ions o men zu Mechanis-
menbildung und be ei e den Boden ü die En wicklung jene „dik a-
o ischen Gewal ", die — wie T e o -Rope sag — schließlich
„den E olg zum Schwinden b ing ". Das Übe wuche n de Dik a o en-
philosophie ha ü das hi le ische Deu schland die gleichen Symp ome
des To ali a isinus gezei ig , wie man sie am ussischen Sys em diagno-
s izie ha , ohne daß die Gleichhei des E scheinungsbildes eine solche
des Wesens bezeug .
Gewiß haben indus iepoli ische, Wel handels- und P es igein e -
essen die S ellungnahme de Wes mäch e im K iege beein luß , sie
wu zel en abe in den ü das Wi scha s- und Sozialsys em diese
Mäch e gül ig gewo denen Vo s ellungen; gewiß auch haben die om
Regime Hi le aus eine ohnehin p imi i en Rasseidee gezogenen
b u alen Konsequenzen die Empö ung de Wel e eg . Un e schiede
man abe die Auslösungs- und Supplemen ä ak o en nich on den
G undmo i en, so e iele de Ansp uch eines ideellen Ein e ens de
Wes mäch e „ ü die Sache de Demok a ie" als K iegsg und dem An-
schein eine P opagandaph ase, de nach dem Maßs ab eine Ve eidi-
gung de „Lei idee eines als Mechanismus wi kenden o d e na u el"
nich zu i . W a b u g wa n abe in seinem Buch „Ge many —
B idge o Ba leg ound" zu olge n, daß Demok a ie mi Füh e scha
un e einba sei. „Demok a ie e lang Füh e scha . Abe demok a-
ische Füh e scha is e was seh e schiedenes on au o i ä e He -
scha . Die Funk ion des demok a ischen Füh e s bes eh nich da in
zu bes immen, was geschehen soll, und dann die en sp echenden Be-
ehle zu e lassen, sonde n da in, die Wünsche des Volkes es zus ellen
und möglichs so auszu üh en, wie dieses es e wa e . Ha das Volk
keine kla en Wünsche in eine Sache, die eine En scheidung ode ein
Handeln e o de , so ha de demok a ische Füh e dem Volk den
F agenkomplex und seine Zusammenhänge sowie die o aussich lichen
Wi kungen eine ode meh e e mögliche Ak ionen zu e klä en."
Nach diesen Maßs äben konn e das ussische Regie ungssys em so lange
als nich au o i ä gel en, als die Wes mäch e on diese mi ih e geis i-
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30 Hans Spe ling [158
gen G undhal ung quellengleichen Sozialau assung übe zeug wa en,
daß du ch sie Wünsche des Volkes nach eine du ch Klassenlosigkei
eien Gesellscha e wi klich we den. Demen sp echend wa ih
K iegsziel nach Punk 6 de A lan ik-Cha a „die schließliche Ze -
s ö ung de Nazi-Ty annei", de en komp omißloses und gewal sames
Au e en in de Geschich e diesem He scha ssys em macchia ellische
A ibu e ein ug, es in einen p ima- is a^Gegensa z zu den Ve hal ens-
p inzipien de Wes mäch e b ach e und on diesen aus zum Wel eind
N . 1 mach e. So gesehen bilde e de Gegensa z zwischen mechanisch-
ma e ialis ische und o ganisch-idealis ische Vo s ellungswel meh
einen Sekundä ak o , de zu Übe b ückung des Gegensa zes zwischen
Kapi alismus und Bolschewismus — auch bei de damaligen mili ä i-
schen Si ua ion — o handen sein muß e, weil eine so wei gehende
Hil e ein gewisses Maß ideologische Sympa hie o ausse z , wäh end
e — imme un e dem an iau o i ä en Aspek — im Ve häl nis zu
Deu schland wenige eine Bedingung als ein e schwe endes Fak um
da s ell e, dessen ennende K a in dem Maß schwand, als sich auch
im Be eich de Wes mäch e „an de S elle de eien Ma k mechanik
ein Sys em egelnde Eing i e" en wickel e, wie es Somba o
und 20 Jah en au de Zü iche Tagung des Ve eins ü Sozialpoli ik
o ausgesehen ha e. Die E gebnisse de ma hema isch-physikalischen
Fo schung konn en nich öllig ohne Wi kung au das gesam e Wel -
bild bleiben und begannen im dogma isch nich gebundenen mensch-
lichen Denken das mechanis isch-ma e ialis ische P inzip zuguns en
eine o ganischen O dnung abzulösen, wenngleich die an inazidik a-
o ische F on wäh end ih es Bes ehens eine unzwei elha e Ge-
schlossenhei ih e wel anschaulichen Elemen a konzep ionen zeig e.
3. Die „Re ol e gegen den Ma xismus"
„De Ablau de Lebens o gänge in einem O ganismus zeig eine so
bewunde nswe e Regelmäßigkei und O dnung", sag Sch ödinge
1945 in seinem Buch „Wha is Li e?", „wie sie im Be eich de unbe-
leb en Ma e ie ni gends ih esgleichen inde ", und be on „die e s aun-
liche Fähigkei eines O ganismus, einen S om on O dnung au sich
zu lenken und dadu ch dem Ze all in a omisches Chaos zu en gehen."
De O ganismus wi d hie nich meh in de S einbaukas enpe spek i e
des „Zellens aa es" gesehen. Be ei s G awi z s ell e de Zellula -
pa hologie Vi chows die Fo de ung nach eine Molekula pa hologie
en gegen, weil die Eiweißmoleküle die ü uns wah nehmba en p i-
mä en Lebens äge seien, und B e 11 e üh 1949 aus, daß die Ge-
sam hei de Beziehungen zwischen den Molekülen, die uns als Zelleben
e kennba wi d, sich nich als ma e iell aßba e weis , „sonde n in
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165] Ideologien und soziale G undbeziehungen 37
lose Bindung da s elle, sonde n Locke und o d. 100 Jah en M i 11
in seinem T ak a „übe die F eihei 46 wa en du chaus bemüh , inne -
halb des Gemeinwohls als Rahmen die G enzen de indi iduellen F ei-
hei gegenübe dem g undsä zlich unange och enen Rech de Gesell-
scha abzus ecken. Wenn man diese Leh e, die en sp echend de
mechanis ischen Wel anschauung glaub , „daß die Aussch ei ungen des
pe sönlichen Egoismus du ch den allgemeinen We bewe b in alle
Regel abgeschni en we den", nach Wies e auch o we en kann,
„daß sie die G enze de pe sönlichen Bewegungs eihei zu wei ge-
zogen habe", so is sie doch unleugba nich an isozial, so e n man den
Beg i „sozial" nich en gegen seine u sp ünglichen Bedeu ung nu
au einen Teil de Gemeinscha s a au die Gesellscha als ganze be-
zieh . Die in jene Un e hausdeba e zum Ausd uck geb ach e Be ei -
scha de b i ischen Konse a i en, im Falle eine Regie ungsübe -
nahme die on de Labou -Regie ung einge üh en sozialen Diens e
au ech zue hal en, is dahe mi ih e G undeins ellung ebenso e ein-
ba , wie sie nich s übe eine Dis anzie ung on den pe sönlichen F ei-
hei ech en besag . W i e s e weis 1926 in seinem „Gese z de Mach "
au die Zweischneidigkei diese F eihei ü die wi scha lich
Schwachen hin. De Un e schied de ch is lich-sozialen Au assung
dü e in de en Fo mulie ung zu suchen sein, daß „F eihei sbesch än-
kung nu den Zweck e olgen da , einen höhe en G ad on F eihei
zu siche n". Man wi d diesen gewisse maßen e edel en Indi idualis-
mus als in de ch is lichen Anschauung übe den Schöp ungszweck des
Menschen undie e ach en müssen, wie ihn Ba h in angegebene
Weise da s ell , wodu ch sich eine sei s die B ücke zum Sozialismus,
ande sei s zum Libe alismus e gib . Ta sächlich is das Na u ech u -
sp ünglich auch als Bes and eil de gö lichen Schöp ungso dnung be-
ach e wo den, und Locke wa keinswegs ein Ve e e eines deis i-
schen ode a heis ischen Ra ionalismus, sonde n s and du chaus au
dem Boden de anglikanischen Ki che. Auch hie o enba sich also
eine gewisse Wu zel e wand scha zweie an sich e schiedene
Sys eme.
Die T äge de heu igen an i o ali ä en F on e e en Ideologien,
die in ih en Elemen en e wand e Züge agen. Diese Ve wand scha
eich abe auch zum kon as ie enden o ali ä en Sys em hinübe , so
daß ideologisch nich de pola e Gegensa z wie zum Fascismus bes eh
und die indi iduellen Züge de mi wi kenden Gedankensys eme ein
g öße es Gewich haben als o dem F on wechsel. Diese Zus and
ö ne zwa p ak ischen Folge ungen aus eine inde e minis isch-bio-
logischen Denkweise einigen Zugang im Rahmen konk e e Au gaben,
beein äch ig abe ge ade hie du ch die P äzisie ung des g undsä z-
lichen Denkens. Die a lan isch-eu opäische F on be uh nich au eine
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38 Hans Spe ling [166
Re ol e, weil sie sich nich gegen ein behe schendes Sys em wende , und
ich e sich nich gegen den Ma xismus, de in beiden Lage n e e en
is , sonde n bezeichne eine an i o ali ä e Posi ion, die meh einem
Regie ungssys em als eine Sozialidee kon as ie und dahe ideolo-
gisch nich g ei ba im Sinne des e wei e en menschlichen E kenn nis-
s andes übe sich hinaus weis .
4. De Wiede anschluß des geis eswissenscha -
lichen an das na u wissenscha liche Denken
Das Un e scheidungsme kmal als G undlage alle Sys ema ik ha e
in de einen Geis eswissenscha so seh absolu e Bedeu ung e lang ,
daß die Rela ionen seine We e e nachlässig wu den. Dadu ch wu -
den die im Gedankens om abschließend o mulie en Konzep ionen
als ebenso iele einzelne Ismen ka ego isie , de en zei gül ige Fo men
so eine g undsä zliche Opposi ionali ä gewannen, die ihnen als e -
schiedene subjek i e Schluß olge ungen au de selben E kenn nisg und-
lage iel ehe g aduell als p inzipiell zukomm . Das an de klassischen
Li e a u geschul e Denken „in Wo en" ha die am Beginn de ech-
nischen Zi ilisa ion s ehende na u wissenscha liche Denkweise in
i alen Zusammenhängen ü seinen Be eich abe me hodisch nich zu
bewäl igen e moch . Diese abs ak i -s a ische Konzep ion muß e den
Zusammenhang mi dem konk e -dynamischen na u wissenscha lichen
Vo s ellungsbe eich in dem Maß e lie en, als die sozialen und ökono-
mischen P obleme de echnischen Zi ilisa ion sich übe das an ezi-
pie e Schema hinaus en wickel en und die G undhypo hese de abso-
lu en Kausali ä du ch das Rela i i ä sp inzip übe wunden wu de. E s
diese Übe windung de De e mina ion ebne e dem menschlichen
Denken den logischen Weg zu de Vo s ellung, das Dasein in den
G enzen de A a ionali ä des Bios nach seinen a ionalen Gese zen
ges al en zu können. Dami e äh die Emanzipa ion des Menschen
on de Umwel ih e logische Rech e igung, und das geis eswissen-
scha liche Denken gewinn den Anschluß an die na u wissenscha -'
liehe E kenn nis zu ück.
Die Vo s ellungswel des Gegenwa smenschen gewinn so die dem
E kenn nis e mögen seine Zei angemessene G undlage. Da die Übe -
eins immung zwischen Wah nehmen, Denken und Handeln kul u -
his o isch das K i e ium eine Epoche is , jede his o ische En wick-
lung de Koo dina ion diese Funk ionen au ih e E kenn niss u e zu-
s eb und diese Tendenz zu Ha monie — nach F ance — eine ü
den Bios allgemeingül ige Regel da s ell , wi d sich diese En wicklung
auch ü unse e Zei du chse zen. Die Abweh des an sich übe aus ole an-
en Al e ums gegen den Ausschließlichkei sansp uch de ch is lidien Re-
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167] Ideologien und soziale G undbeziehungen 39
ligion is nich so seh — wie Bu y mein — an mangelnde Rech -
zei igkei und Sys ema ik de Gegenmaßnahmen geschei e als an de
geis igen Übe windung des — wie die Sch i en Lukians bezeugen,
inne lich mo sch gewo denen — Poly heismus du ch den schon on
Sok a es o gedach en Mono heismus in Ve bindung mi dem sozial
a ak i en ch is lichen Glauben an eine allgemeine Go eskindscha ;
wede Domi ian noch Ne o, nich Decius und Vale ian
ode Diokle ian haben e hinde n können, daß die Haup s ad
ih es Reichs Zen um des on ihnen e em en Glaubens wu de. Und
diese Ki che selbs is es du ch keine Zwangsmaßnahme gelungen, die
Unbeding hei ih e Au o i ä ü den Be eich jensei s menschliche
E kenn nis gegen das Vo d ingen des ma e ialis ischen Ra ionalismus
zu behaup en. Auch die ma e ialis isch-mechanis ische Wel anschau-
ung wi d olge ich ig ih en Allgemeingül igkei sansp uch gegenübe
de E kenn nis eine Rela i i ä de De e mina ion mi keinen Mach -
mi eln au ech e hal en können.
Obwohl, wie L o o n („Home o Mankind") beg ünde , die ch is -
liche Ki che om 5. Jah hunde n. Ch . an nich nu übe g öß e
Mach ollkommenhei e üg e, sonde n auch gewich ige heologische
G ünde ha e, die be ei s on Phil-olaos (5. Jah h. . Ch .) und den
Py hago ee n (6. Jah h. . Ch .) en wickel e Kugel o s ellung de
E de abzulehnen, d ang diese Konzep ion schließlich doch du ch, nach-
dem Magalhäes.1521 die im 9. Jah hunde on den A abe n he
mi de Logik des A is o eles in die ch is liche Wissenscha ein-
ged ungenen as onomischen und geoidä en Hypo hesen des S agi äe s
du ch seine E dumsegelung zwingend bes ä ig ha e. Fü das Gül ig-
we den eine neuen Fundamen ale kenn nis is es belanglos, daß, ob
und un e welchen Feldzeichen Mach kämp e um und übe sie s a -
inden und welche Pa ne obsieg ; denn die s agnie ende Dok in
un e lieg mi na u gese zliche No wendigkei . Nich gleichgül ig is
die Un e d ückung abe ü den Zei punk und die Fo m jenes Gül ig-
we dens. Je länge und s ä ke sie un e d ück wi d, um so gewal -
ä ige und da um auch unkon ollie ba e können die eibenden
K ä e schließlich he o b echen. Die a ionale Rech e igung des
Pazi ismus lieg nich so seh in de E kenn nis, daß — äuße e ode
inne e — Mach kämp e sinnlos sind, weil sie übe die E ek uie ung
wel anschauliche T iebk ä e nich en scheiden, sonde n weil ein
explosionsa ige Du chb uch diese K ä e selbs übe ih Maß empo -
schießen läß . De Pa lamen a ismus ha den Ausgleich de inne -
poli ischen Spannungen in dem Maß kul i ie , in welchem die Ausein-
ande se zungen zwischen den Pa eien eines mode nen Pa lamen s
e hisch übe den lo en inischen Pa eikämp en um 1300 liegen. Es is
nu olge ich ig, wenn de Pazi ismus in seine schöp e ischen Fo m
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40 Hans Spe ling [168
ein Wel pa lamen ans eb ; denn dies wü de die außenpoli ischen
Auseinande se zungen in gleiche Weise kul i ie en.
Nu da de pa lamen a ische G undsa z des eien Meinungs-
aus ausches zu Klä ung und p leglichen Be ücksich igung de inne -
halb eine Gemeinscha wi kenden K ä e nich mi dem ana chischen
P inzip de Au o i ä slosigkei e wechsel und mi dem Au o i ä en
nich auch die Au o i ä abgelehn we den. De Pa lamen a ismus
glaub nu , daß eine Konzep ion nich deshalb au o i a i sei, weil sie
sich un e bes imm en zei lichen Bedingungen bewäh ha , sonde n
nu inso e n sie sich daue nd bewäh , und daß es e nün ig sei, die
Rezep e des Kochs zu p ü en, ehe die Mahlzei e salzen is . Un e
Au o i a ianismus e s eh de Pa lamen a ismus jene Fo m de Au o-
i ä sausübung, die nich be ei is , ih e Weishei und Übe zeugungs-
k a s ändig im lebendigen geis igen Aus ausch zu e p oben, sonde n
sich in ech habe ische Fu ch o diesem hin e dem sich zwangs-
läu ig e b auchenden Schild b achiale Gewal zu be gen such . De
Pa lamen a ismus is aus de Au lehnung gegen Gewissenszwang und
Absolu ismus en s anden, welche die Behe sch en zu Objek en au o i-
ä en Willens mach en. Und weil diese Objek e, de en Lebens ech e e
zu e wi klichen s eb e, das G os de Be ölke ung bilde en, bezeichne e
e sein Sys em als Demok a ie, ohne zu gewä igen, daß diese opposi-
ionelle Name selbs wiede einen kon adik o ischen He scha s-
ansp uch en hiel , welche dem eigenen G undsa z gemeinscha liche
eie Willensbildung wide sp ach. De Pa lamen a ismus ha demzu-
olge das k i ische Momen des Mach komplexes nich es los abso -
bie , solange e sich nich on de übe kommenen Zwangsassozia ion
poli ische Fo mung mi dem He scha sbeg i eine „K a ie" ode
„A chie" zuguns en eine egula i en „O dnung" lös , also auch e -
minologisch on de Subo dina ion zu Koo dina ion als ges al ungs-
bes immende Vo s ellung gelang . Dem Gemeinscha sleben eine e -
nun gemäße O dnung zu e ingen und zu e hal en, is ja das Ziel des
Kamp es, zu dem de Ra ionalismus eins gegen Ki che und Könige
ange e en is . Ih en Maßs ab nahm die Leh e de Ve nun abe on
den na u wissenscha lichen E kenn nissen ih e Zei , und diese wa en
diejenigen des ma e ialis isch-mechanis ischen Wel bildes. Inzwischen
is aus de mode nen Na u wissenscha eine neue Kosmologie e -
s anden, du ch welche die menschliche Ve nun als wi kende Teil des
o menden P inzips e kann wu de. Seine En s ehung aus dem Ra iona-
lismus ma e ialis isch-mechanis ische O ien ie ung ha abe den Pa la-
men a ismus bishe de Wei e en wicklung de Ra io nich mi dem
gleichen Schwung olgen lassen, de ihn bei de au kommenden Be-
eiung des e nun gemäßen Denkens e üll ha . Alles Leben is
We den aus dem Gewo denen, und es is das wesen liche Ve diens des
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169] Ideologien und soziale G undbeziehungen 41
Pa lamen a ismus, diesen Dualismus de biologischen K ä e ü die
Ges al ung des sozialen Lebens uch ba gemach zu haben. Sowohl
de konse a i e als auch de e olu ionä e Fak o sind nich nu be-
ech ig , sonde n lebensno wendig. Das Au e en on Wahlmüdigkei
is abe ein Zeichen da ü , daß sich diese Dualismus nich meh hin-
eichend mani es ie . Und dies beein äch ig die Au o i ä des Pa la-
men a ismus als solchen.
Daß die Wu zeln de im gegenwä igen Pa lamen a ismus und
du ch seinen dik a o ischen Wide pa in o ganisie e E scheinung
e enden Ideologien in de Zei o 1900 liegen, besag nich , daß diese
in o o alsch und e we lich sind. Man kann und muß sie mi Ba h
als Teillösungen und als Deu ungs e suche bes imm e Phänomene des
Menschlichen gel en lassen. Daß Libe alismus und Ma xismus au de
gleichen E kenn nisg undlage zu di e gie enden Folge ungen gelangen,
beweis nich den ölligen I um des einen ode ande en. Wesen liche
is , in welchem Um ang ih e Te minologie die gesellscha liche P o-
blema ik de Gegenwa ges al end zu e assen e mag. „Die Wo e
Bou geoisie und P ole a ia ", sag e Annan 1947, „können bedeu en,
was man ge ade will", und zeig e, daß die gesellscha liche Schich ung
unendlich komplizie e gewo den is , als dem ma xis ischen Klassen-
schema en sp ich . Was beinhal e de Beg i „Sozialismus" noch ü
den Wähle , wenn diese Beg i nach de e wi enden Episode eines
na ionalen Sozialismus nun auße on ma xis ische auch on ch is -
lich-demok a ische Sei e in Ansp uch genommen wi d? Mi den Be-
g i en Ch is en um, Humanismus, Konse a i ismus is es kaum
ande s. De We bekamp de Pa eien un e einande ha allein nich
alle diese Beg i e e waschen; nich das Jedem-e was-bie en-wollen,
sonde n eine gewisse a sächliche geis ige Nähe im Zeichen de
Locke, Mill usw. läß die Ideologien einande mi An i hesen eine
ü die Gegenwa spe spek i en des sozialen Geschehens nich meh
oll gül igen Te minologie so gegenübe e en, als ep äsen ie en sie
die Vo s ellungswel noch im gleichen G ade wie o de Jah hunde -
wende. Die K ise des Pa lamen a ismus lieg abe nich da in, daß
dies nich meh zu i , sonde n daß diesen nach dem heu igen E -
kenn niss and im wesen lichen konse a i en K ä en ein ech e e olu-
ionä e Fak o nich in o ganisie e Fo m gegenübe s eh , so daß
jene lebendige Dualismus ehl , de das Wesen des Pa lamen a ismus
ausmach und ihn om Au o i a ianismus un e scheide .
Selbs e s ändlich is es deswegen nich so, daß diese e olu ionä en
Vo s ellungen übe haup nich zu pa lamen a ische Beach ung ge-
langen. Im Gegen eil is as jede Rich ung bemüh , sie zu dem einen
ode ande en Teil de eigenen Konzep ion einzubauen ode zu assimi-
lie en. Dadu ch wi d die Diskussion au die G undlinien und die Te -
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42 Hanß Spe ling [170
minologie de adi ionellen Rollen e eilung abged äng , und de
konse a i e Fak o wi k nich im Sinne eine kla en dispu a i en
Ein lußnahme kul i ie end, sonde n hemmend. Am deu lichs en ha
sich das e olu ionä e und das konse a i e Elemen ielleich noch in
den Ve einig en S aa en zwischen dem Fai -Deal-P og amm de Demo-
k a en und dem F eie-Wi scha -P og amm de Republikane ge-
schieden. In Eu opa sind diese G enzen wei wenige kla . Die e olu-
ionä en Tendenzen kommen hie meh im wissenscha lichen Rahmen
zum Ausd uck. Von de Ve d ängung de mechanis ischen Konjunk u -
leh e du ch die „demand de iciency heo y" on Keynes bis zum
Vollbeschä igungsplan on Be e idge und auch den „Economics
o Con ol" des Ame ikane s Le ne , on de E schü e ung de
klassischen Theo ie de Finanzwissenscha du ch Keynes bis zu den
Au assungen on Lukas,Rich e -Al schä e und Donne
üh de Faden o om eien Spiel de K ä e zu eine „O dnung"
de Wi scha gemäß den Lebensbedü nissen de on ih zu e -
so genden sozialen Gemeinscha .
Man könn e angesich s des Maßes konk e e Au gaben gegenübe
eine philosophischen G undlegung des sich en wickelnden wi scha -
lichen und sozialen P inzips mi U h
1
i g gleichgül ig sein, wenn eben
nich zwischen ma xis ische Planwi scha und sozialo ganische
Wi scha slenkung jene Un e schied zwischen Ges e n und Heu e
bes ünde, de in g undsä zliche Beziehung unmi elba in die p ak-
ische P oblema ik eine plan ollen Wi scha spoli ik eing ei . Ohne
eine de a ige Fundie ung bleiben Wi scha swissenscha und -poli ik
in dem al en a ionalis ischen Gegensa z on Indi idualismus und
Sozialismus hängen ungeach e de Ta sache, daß diese Dualismus nu
zwei Sei en desselben Objek s behandel . Nach de E kenn nis de Un-
ausschließlichkei de Bezugssys eme und de sich da aus e gebenden
Funk ionali ä jedes Bezugssys ems im Ve häl nis zu seine Lebens-
nähe kann die No wendigkei und de Modus eine sozialwi scha -
lichen Planung o enba nich meh als ein echnisches P oblem ange-
sehen we den, dessen punk weise ode linea e Lösung im Rahmen eines
adi ionell übe nommenen Schemas de P axis übe lassen bleiben mag,
sonde n die Neuo ien ie ung des geis igen Gene alaspek s beda de
unmi elba en Anwendung au die Bezugsobjek e des sozialen Lebens.
Diese Neuo ien ie ung bes eh abe in de Rela i ie ung des Kausal-
gese zes und dami in jene Modi ika ion des De e minismus, die eine
passi en Eino dnung des menschlichen Ve hal ens in ein mechanis i-
sches Sys em de Lebens o gänge ode des Geschich sablau s en gegen-
s eh . Dem en sp ich die E kenn nis K i p p s, daß sich die Höhe -
en wicklung des G unds amms de Wi bel ie eihe du ch das imme
selbs ändige e He o e en des Innenlebens gegenübe de Außenwel
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171] Ideologien und soziale G undbeziehungen 43
kennzeichne , daß das o mende P inzip also — wie Uexkuell o
30 Jah en es s ell e — im Tie si z und dami en gegen de den
ma e ialis ischen Ra ionalismus so s a k bes immenden Ansich
Da wins nich die Lebens üch igkei , sonde n die Emanzipa ion on
de Umwel k a inne e Ve ollkommnung zunehme. Demgemäß
muß e auch die Vo s ellung des O ganischen ü die Me kan ilis en
ande s bes imm sein, als sie sich au de G undlage de mode nen
E kenn nis übe die biologischen Zusammenhänge da bie e . De Be-
g i des O ganischen, wie e sich Mon ch e ien und Beche
da s ell e, wu de du ch die im gleichen 17. Jah hunde beg ünde e
Na u wissenscha F ancis Bacons bes imm , die sich as aus-
schließlich mi dem chemisch-physikalischen Ve hal en de S o e
un e einande be aß e und in Ve bindung mi dem Wissen übe die
e s 1628 on H a e y en deck en chemisch-mo o ischen Vo gänge des
Blu k eislau s und de Ve dauung zu Technik de Eigenk a maschine
und zu de on Lame ie bis Oppenheime eichenden Vo -
s ellung des „Menschen als K a maschine" üh e. Au diese E kenn -
nisbasis kann sich auch ein ma e ialis isch-mechanis isches Sys em als
„o ganisch" be ach en, und Mao TzuTung e läß inso e n keines-
wegs „die uni e salen G undsä ze des Ma xismus64, wenn e ü China
einen „o ganischen" Zen alismus o de . Nu ha sich diese Beg i
de ma e ialis ischen Wel anschauung un e dem E kenn nisbezug de
Eins ein-Planck' sehen Kosmologie als gleichbedeu end mi dem
des „Mechanischen" e wiesen. Die be ei s e wähn e Neigung zu Mecha-
nismenbildung im Sinne on Mülle -F eien els muß hie nach
als üm so s ä ke und o iginä e angenommen we den, je s ä ke die
be e ende Ins i u ion un e dem Zeichen de ma e ialis ischen E -
kenn nisleh e s eh . Die Unzulänglichkei des Na ionalsozialismus be-
s and da in, de*i o - und nach-eins einzei lichen Beg i sinhal des
„O ganischen" nich un e schieden zu haben. In olgedessen ha e auch
die me kan ilis ischen Vo s ellungen, die bei alle Dis anzie ung on
einem sozialökonomischen Fa alismus le z en Endes doch im na u -
wissenscha lichen E kenn nis ahmen F an eis- Bacons blieben und
auch nu die Vo ausse zungen ü die Annahme eine Monopola i ä
des O ganismus besaßen, nich wei e en wickel , so daß e ähnlich den
Vo gängen de me kan ilis ischen Epoche in eine A Absolu ismus
e iel, die en gegen de genann en Ansich T e o -Rope s de
Idee nach monoli hisch wa .
Gewiß bemüh sich de Vi alismus mi de Annahme eine besonde-
en Lebensk a , die in de mode nen Fassung des Neo i alismus on
D iesch mi dem a is o elischen Beg i de En elechie beleg wu de,
be ei s sei einem Jah hunde , den unbe iedigenden mechanis ischen
Lösungs e such des Lebensp oblems zu ko igie en, ohne dami nach
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44 Hans Spe ling [172
B a i n k eine olle Übe eins immung zwischen Biologie und mode ne
Physik e eich zu haben. Im Anschluß an F iedmann sieh
B a y i n k nich einen ein addi i en, sonde n ek onischen Au bau de
Wi kungsquan en, bei dem die niede e psychische Ges al o men-
hie a chisch so on de höhe en au genommen und zu höhe e Syn hese
geb ach wi d, daß de Beg i „Ges al " jeweils e üll wi d du ch
„eine Gesam hei , die alle ih e Teile (Elemen e) bes imm und um-
gekeh du ch alle einzelnen Elemen e bes imm wi d". Die besonde en
Sys emgese ze de o ganischen Fo men beginnen dann da, wo die
Komplizie hei de subs an iellen S uk u diese in ih en G und-
bes and eilen nich meh no ma i quan i izie ba mach und in ih em
Gesam e hal en g ößenma hema isch nich e schöp end analysie en
und o ausbe echnen läß . „Das Gesam leben des O ganismus is da um
niemals eine ein ache Summenbildung aus dem Leben alle einzelnen
Zellen, sonde n es bedeu e eine In eg a ion besonde e A , ü die es
in de physikalisch-chemischen Wel des bloßen K ä espiels kein
Gleichnis gib ." In diesem Rahmen bedeu e die einzelne Kö pe zelle
nich nu G öße, sonde n „Ges al " mi demen sp echendem Eigenleben
als o ganisches Indi iduum, das no male weise im Kö pe e bande
leb , abe — wie u. a. C a e
1
gezeig ha — un e Ums änden auch
auße halb desselben exis ie en kann. „Das Geheimnis des o ganischen
Lebens" (Pascual Jo dan) wi d on de heu igen Physik und
Biologie ande s beg i en als on F ancis Bacon und La-
me ie, und da um beinhal e de Ve gleich „en e les co ps
d'E a s bien composés e les co ps d'animaux" ü eine au de heu igen
Na u e kenn nis ußende Sozialwissenscha e was ande es als ü
Mon ch é ien. Vielleich wählen wi soga ehe mi F ance
den Wald als Beispiel eine o ganischen Lebensgemeinscha , um
eine sei s die Rela i ie ung de Indi idual unk ion zu Sozial unk ion
in dem Funk ionskomplex de Indi iduali ä selbs und ande sei s das
biologische Ineinande g ei en des Gewo denen mi dem We denden zu
einem ha monischen Lebensp ozeß augen ällig zu machen. Da aus olg
en gegen de Ansich Uhligs, daß die übe die klassische Na ional-
ökonomik und auch übe das o ganologische Denken des Me kan ilis-
mus hinausweisenden wi scha swissenscha lichen Theo ien nu dann
eine übe das ein Technische hinaus üh ende e olu ionä e Bedeu ung
e langen können, wenn sie un e de Gene alsich ih e geis igen
G undlagen gewü dig we den.
Wenn de ame ikanische Soziologe Lundbe g 1949 ag , ob
Wissenscha uns e en könne, so hil sie uns jeden alls dann nich s,
wenn diese geis igen G undlagen keine Ve e ung inden, die jene
kla e Scheidung de Geis e e möglich , die einen uch ba en Dualis-
mus des konse a i en und des e olu ionä en Fak o s gewäh leis e .
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173] Ideologien und soziale G undbeziehungen 45
Wenn de Pa lamen a ismus hie zu nich gelang e, en s ünde die Ge-
ah eines Ausschließlichkei ss ebens de beha enden Elemen e. Es
wä e ü die emanzipa o ische En wicklung de Menschhei ein
schwache T os , daß die Gedankenwel de neuen E kenn nisse
i gendwie doch wenigs ens im Un e holz de kleinen Lebens echnik
o kümme und sich jeden alls einmal Raum scha , wie sich auch die
an ike Gedanken eihei schließlich in neue Fo m wiede gegen mi el-
al e liche O hodoxie du chgese z ha , wenn auch e s nach Jah -
hunde en.
Die Vo s ellung eine Kul u spi ale i inso e n e was Wesen -
liches, als sich die Höhe en wicklung des Menschen o ensich lich nich
ge adlinig ollzogen ha , sonde n in den G enzen schwing , welche die
e s andesmäßige E kenn nis au jede En wicklungss u e zu ziehen
ims ande is . Diese E kenn nis e höh sich jeweils um so di ek e , je
sys ema ische de Ve s and o geh . Dies schließ den eklek ischen
Au bau au Empi ie und Ideologie de Ve gangenhei nach Maßgabe
de neu e schlossenen kosmologischen G undkonzep ion ein. Un e de
K i ik diese Konzep ion e ah en die übe kommenen Beg i e eine
Auslese und einen Bedeu ungswandel, de die o melha e Anwendung
he geb ach e Beg i e zu eine Ge ah mach , die besonde s gegenübe
de Neigung des a ionalis ischen Zei al e s zu Reduzie ung kompli-
zie e E kenn nis- und Ideensys eme au die ü den Nich spezialis en
sel en kla de inie ba e Fe igpackung eines Ismus bes eh . Mi diesem
Zei al e is jene Epoche gemein , welche die Ra io als eie Ve bin-
dung on Wah nehmen und Denken im Sinne on De sca es dem
C edo eine Ae a o hodoxen Au o i a ianismus gegenübe ges ell ha .
De Un e schied de mode nen Konzep ion bes eh nun nich gegen-
übe de Ra io an sich, sonde n hinsich lich de ma e ialis isch-
mechanis ischen Maßs äbe ih e Anwendung. De mechanis ische Ra-
ionalismus is in dem Maß übe hol , in welchem die in ih e umwälzen-
den Bedeu ung zue s on Eins ein e kann e Planck sehe Theo ie
de Wi kungsquan en die New on sehe Mechanik au die Bedeu ung
eines Un e alles eduzie ha und die mode ne Physik jensei s de
Meßba kei sg enzen on Ma e ie und Ene gie eine das ma e ielle Ge-
schehen e u sachende U k a nich meh ma e ielle Na u annimm .
Wenn sich, ande s ausged ück , die Subs anz in imma e ielle Wi kungs-
quan en au lös , bezeichne de Beg i de Ma e ie nu noch eine E -
scheinungs o m de Ene gie. Is e ne de Au bau ih e Ges al ung im
Sinne de Un e suchungen on Pe in „diskon inuie lich", so is ihm
nich die Fo mulie ung de Na u gese ze im Sinne eine S e igkei in
Raum und Zei in Fo m de Di e en ialgleichung adäqua , sonde n
diese sind Resul an en eine s a is ischen Wah scheinlichkei . Dann is
de Kosmos nich ein unabände lich ablau ende , im Sinne on L a -
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46 Hans Spe ling [174
place p inzipiell o - und ückwä s be echenba e Mechanismus,
sonde n das Kausiali ä sp inzip ela i ie sich nach den G enzen de
Wah scheinlichkei s echnung. Die schöp e ische Ene gie e schöp sich
dami nich in einem An angsimpuls, sonde n is ein zei lich übe haup
nich bezogenes ode gebundenes Po en ial, das als sup eme „Ges al "
alle In eg a ionss u en und - o men des Kosmos im Sinne eines mo -
phologischen Au baues on Wi kungselemen en um aß . Danach is
die eie Se zung on Elemen a ak en jede zei „wah scheinlich" und
da in inso e n Bes and eil eines „Planes" als diese Wah scheinlichkei
de gegebenen ene ge ischen S uk u p inzipiell innewohn . Ähnel
so de Kosmos, wie Jeans es ech plas isch einmal unge äh ausge-
d ück ha , meh einem ina hema ischen Gedanken als einem Mechanis-
mus, so is eine De e mina ion auch nu un e Bezug au das Wi kungs-
p inzip des U po en ials gemäß den Gül igkei sg enzen de Wah -
scheinlichkei denkba . Eine Ve hal ensweise is somi im Sinne de
Gedanken üh ung on B a i n k um so wenige als o ausbes imm
und be echenba anzunehmen, je komplizie e de Au bau de Wi -
kungselemen e is , aus dem sie esul ie . Ande s ausged ück , is de
An eil de indi iduellen „Ges al " an de schöp e ischen U k a um
so g öße , je höhe sie in de „Hie a chie de Fo men" s eh , in die
sie dessenungeach e p inzipiell eingeo dne bleib . Hie in liegen die
Quelle und die G enzen de menschlichen Willens eihei , und hie in
bes eh auch das Wesen dessen, was Kipp als „Emanzipa ion on de
Umwel " bezeichne . Is diese abe in diesem Maß und au diesen
G undlagen gegeben, so is nich meh de Mensch an den absolu en
Maßs äben eines unabände lichen Mechanismus zu messen, sonde n die
Regele scheinungen de Umwel sind im Hinblick au das Ve hal ens-
po en ial des Menschen zu we en. Dami is eine gewisse Anknüp ung
an das humanis ische Ideal des wah ha Menschlichen ollzogen, so
daß man die „Suche de Menschhei nach einem neuen Humanismus"
in einem höhe en Spi alk eis de Kul u en wicklung ollende glauben
möch e.
De Humanismus olg e abe de Pa is ik und Scholas ik in de
Übe nahme an ike Denkmi el, die aus de Li e a u als geis ige
G undlagen ü die Renaissance des kul u ell o bildlich gedach en
an iken Menschen oll zu e schließen und zu e hal en, seine eigen liche
Angelegenhei wa . Im wesen lichen sind seine E kenn nisquellen dem-
gemäß sekundä e A , sein E kenn nis e ah en deduk i und seine
Denkweise dialek isch. Ohne sich de geis igen E ungenscha en de
an iken Philosophie zu begeben, ha die Gegenwa dem induk i en
Ve ah en den bedeu enden Ein luß einge äum , und die li e a isch-
o a o ische Schulung is gegenübe einem Denken in Wi kungen zu-
ückge e en. Die nich meh in e s e Linie sch i enkundige, speku-
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181] Ideologien und soziale G undbeziehungen 53
ung nich unbeding eine sinn oll schöp e ische Resul an e e geben,
sonde n daß de Selbs e hal ungs ieb o z ih es Vo handenseins ge-
gebenen alls bis zu einem gewissen G ad auch nach de Me hode „o
ial and e o " o geh . Die sich hie bei e gebenden sozialen F ik io-
nen b audien du chaus nich au die Mo i e eine ma e iell ode auch
imma e iell ausge ich e en Vo eilssuch ück üh ba zu sein, um asozial
mo i ie zu e scheinen. Ande sei s besag das Au e en solche Vo -
eilssuch nich s übe die Funk ion des Selbs e hal ungs iebes als
solche. Egozen ik und Selbs such sind nich iden isch. Die Ke nbe-
zogenhei de menschlichen Bedü nisse is ein ach o handen und
un e lieg dahe als solche keine e hischen We ung, sonde n is eine
Reali ä . De Dämon des Begeh ens is wede gu noch böse, wede
schön noch häßlich. E is das Magma unse inne en Wel , aus dem
die Begie den an die Obe läche d ängen, un uch ba e s a end ode
schöp e isch ges al end.
Im sozialen Leben komm es da au an, ob die E üllung des Be-
geh ens ausschließlich ih em T äge dien ode aus de Fülle he aus
mi eil und be uch e . Von hie aus e gib sich die soziale hische We -
ung. Und e s on de E üllung he zeichnen sich die Selbs bezogen-
hei , die Du- und Wi -Bezogenhei als e schiedene Sozialkomponen en
de Psyche ab, in de sie ih en gemeinsamen U sp ung haben. Die
Ke nbezogenhei kennzeichne das Begeh en aus de Mangelemp in-
dung des Ich he aus. Die Selbs bezogenhei um aß alle nu au das
eigene Ich ge ich e e Bedü nisbe iedigung.
Eine solche Ziels éllung e gib sich aus de zei lichen Inka na ion
alles Lebens in Indi iduen, de en Exis enz on bes imm en physiologi-
schen Umse zungen abhäng , de en Ablau de Mensch als Be iedi-
gung, de en Hemmung e als Mangel emp inde . Die sozialwi scha -
liche Bedeu ung de ein physiologischen Umse zungen is undamen al
genug, um sie als ökonomische „Wi kungsquan en" abzuhandeln. Im
Rahmen eine Be ach ung de sozialen G undbeziehungen wieg abe
die F age nach den psychologischen Reak ionen o , die aus de A des
Ablau s de physiologischen Umse zungen e lek ie en. Daß le z e e
du ch die Zu uh s o liche Ene giemengen un e hal en we den, bilde
nich ein nun doch he o e endes A gumen ü eine s o liche Kau-
sali ä alle Lebense scheinungen; denn le z en Endes wi d de Blu -
chemismus om ege a i en Zen um de Psyche aus ges eue , und
die Psychosoma ik ha den Beweis ü die Auslösba kei kö pe liche
Reak ionen au ein psychischem Wege expe imen ell nachgewiesen.
Demgemäß e olg die Reak ion au eine physische Mangelemp indung
wede mechanisch noch schema isch. Dennoch e olg sie elemen a , und
es is soziologisch no wendig, das Wi kungspo en ial diese Elemen a i-
ä zu wü digen.
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54 Hans Spe ling [182
Das G oßexpe imen de jüngs en Ve gangenhei ha e wiesen, daß
eine daue nde und zunehmend e hebliche Un e sch ei ung des Mindes -
beda s zu einem Ze all de sozialen Bindungen üh . Diese geh
nich gleichlau end mi de Nah ungs e minde ung o sich, sonde n
e zöge ode beschleunig sich gemäß dem zei lichen und äumlichen
Wah scheinlichkei sg ad, im Gemeinscha s ahmen noch eine Wendung
he beizu üh en. Diese kann auch nu indi iduell sein, also in pe sön-
lichen ode g uppenmäßigen P i ilegien bes ehen. Die es es e Bindung
bilde die Familie. So wu den besonde e Vo keh ungen ge o en, um
die Zusa ze näh ung ü Be ga bei e un e möglichs em Ausschluß
des Familien op es nu de Fö de leis ung zuzu üh en. Die s ä ke e
Bindung bes eh alle dings zwischen Mu e und Kind. Au diese
Kla ia u de Un e e näh ung kann eine Be ölke ung on einem phy-
siologisch sa u ie en Mach komplex behe sch we den, bis de la en
wachsende psychologische Wide s and en wede passi das Wi scha s-
po en ial des behe sch en Raumes bis zu gesam wi scha lichen Un-
agba kei lähm , wobei de physiologische Leis ungs e all mi wi k
ode ak i schwache ode sich locke nde S ellen im behe schenden
Mach ge üge ang ei . Diese Ak i ismus eich on de Einzelak ion
übe die G uppen- zu Gesam ak ion und om Felddiebs ahl bis zum
poli ischen Ums u z. Je meh die Vo s ellung wächs , den Zwang des
Hunge s ak i übe winden zu können, um so meh übe lage die
psychische Ene gie die physische Schwäche, und um so unwide s eh-
liche is de Wille zu Nah ung gegenübe allen Wa en, die nich
B o sind.
Auch das Du s p oblem e mag die Wuch pe sönlichen Bedü -
nisses in de Niede eißung alle seelischen und sozialen Sch anken zu
illus ie en, doch ha es nu ü kleins e soziale G uppen p ak ische
Bedeu ung. Es gib dazu zu iel Wasse au de Wel .
Dagegen is die Käl e eine soziale He sche in, welche die Menschen
in den Duns ih e eigenen Kö pe wä me zusammend äng und sie zum
geheilig en He d eue ge üh ha . Es gib keine Tempel heiligen Feue s
meh , die de du ch Ze s ö ung seine He ds elle aus de Gemeinscha
Ausgeschlossene be auben könn e. Heu e is de Raub an Kohlenhal-
den, Kohlenzügen und Fo s en ein G admesse de sozialen O dnung,
die heu e wie o Jah ausenden au de Feue - und Wä megemein-
scha als kul u biologischem P inzip be uh .
Die on dem Leidcha ak e de Mangelemp indung ausgehende
Leidenscha is ein in seinen Elemen en allgegenwä iges Po en ial des
menschlichen Zusammenlebens. Aus einem beg enz en S amm on
G undbedü nissen lei e sich eine p inzipiell unbeg enz e Anzahl
a iable Bedü nis o men ab. Deshalb müssen die T äge de sozialen
Ges al ung die jeweiligen Mangelemp indungen inne halb de on ihnen
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183] Ideologien und soziale G undbeziehungen 55
gelei e en Gemeinscha e ho chen, und es en s eh das Bild des demo-
k a ischen Füh e s, das Wa bü g in de angegebenen Weise ge-
zeichne ha . Soziale Ges al ungsp inzipien abe , welche den leben-
digen Menschen und seine Bedü nisse in s a e Schema a binden
wollen, we den au die Daue an de sozialen Wi klichkei o beileben.
Leben is Bewegung und En al ung on Ene gien. Die Vo s ellung,
es mi ein paa P inzipien aus einem zei lichen E kenn nisbe eich he -
aus in eine Zaube o mel bannen zu können, häl dem heu igen Wissen
übe seine ene ge ische G undlage so wenig s and wie de eins ige
Glaube eines o hodoxen Dogma ismus. „I is a mons ous hing o o -
ganize you li e ound one o wo p inciples, pa icula ly so i hey a e
poli ical p inciples", sag Rex Wa ne in seinem e schü e nden
Roman des unbekann en Solda en und läß ihn aus seinem pe sönlichen
Lebensansp uch he aus agen: „Why was I killed?"
Die Selbs bezogenhei is e hisch neu al. Sie is eine biologische
Ta sache und s eh ollgül ig neben de Sozialbezogenhei . Beide bilden
eine unk ionelle Duali ä . Die e hische We ung eines Menschen, eine
sozialen G uppe und eine Gemeinscha ich e sich nach dem Punk ,
au dem diese dualis ischen K ä e in de be e enden Einhei ih e
Balance inden.
4. Die Du-Beziehung
Du- und Wi -Beziehung sind S u en de Lebensen al ung inne -
halb des Fo bes andss ebens de Indi iduen. De Sp achgeb auch ha
den Beg i de Zeugung au den physiologischen Vo gang besch änk
und dami das Bewuß sein de gleichen Zugehö igkei des geis igen
Scha ens und de aus ihm he o gehenden echnischen E zeugung zu
eine gemeinsamen G undno wendigkei des We dens ge üb . Beides
is Äuße ung jene Ziels ebigkei des P o oplasma, wobei dem geis i-
gen Scha en die S ellung eine in eg ie enden Mi el unk ion zukomm .
Da sich das geis ige Scha en un e Umse zung und Kombina ion
on E kenn nissen ollzieh , bilde de E kenn nisd ang die Vo aus-
se zung des Ges al ungs iebes, so daß das geis ige Scha en wiede in
diese beiden Komponen en ze äll . Die S ä ke des E kenn nisd anges
s eh beim Menschen im umgekeh en Ve häl nis zu seinem kul u ellen
und geis igen S and; e p äsen ie sich dahe am augen älligs en in
de p imi i en, de kindlichen und de g eisenha en Neugie . Au de
un e s en S u e is e die Such , die Blä e nach Ke en umzuwenden
ode die Schale de unbekann en F uch au zu eißen, um das eigene
Leben zu e hal en. Diese Lebense hal ung is die Vo bedingung de
A e hal ung, so daß de E kenn nisd ang eine G und unk ion da -
s ell .
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56 Hans Spe ling [184
Die E kenn nis umzuse zen — und auch die Ein e leibung des au -
genommenen Ke ie es als Nah ung is ein Ges al ungs o gang —,
e o de eine ce eb ale Ak ion. Diese ollzieh sich um so meh als
unmi elba e Reak ion, je di ek e Wah nehmen und Handeln e -
bunden sind, was am ausgep äg es en de Fall is , je nähe sich de
Vo gang den U bedingungen des Lebens ollzieh . Da die Lebensbe-
dingungen sich ände n, kann das Plasma das op imale Ve häl nis zwi-
schen Lebewesen und Umwel dadu ch e hal en, daß es den O ganis-
mus zu Zweck o m ges al e (Spezialisa ion) ode die Fähigkei zu
indi ek en Reak ion, also einen Denk o gang zwischen Wah nehmen
und Handeln, ausbilde (Emanzipa ion). Je meh plasma ische K a
au die Anpassung e wende wi d, ein um so ge inge es Maß an E -
kenn nisd ang und E kenn nis ähigkei is ü die Lebens- und A -
e hal ung e o de lich, so daß die Impulse zu En al ung de e wähn-
en Bipola i ä on Tie en- und Ra ionalpe son o enba als om E -
kenn nisd ang ausgehend anzunehmen sind.
Geh abe die Ra ionali ä au einen P imä ieb zu ück, dem en -
wicklungsgeschich lich unk ionell eine dem Anpassungs ieb analoge
Bedeu ung zukomm , so is ih e eie En al ung nich nu eine Lebens-
und A e hal ungs o ausse zung schlech hin, sonde n un e den spe-
zi ischen Ve häl nissen des Wi bel ie s ammes die Vo ausse zung de
menschlichen Höhe en wicklung, womi das Pos ula de Gedanken ei-
hei seine biologische Rech e igung e äh .
Denk o gänge sind nu dadu ch ealisie ba , daß sie sich in Ve -
hal sweisen umse zen, also i gendwie „ges al e " we den. Da jede
bewuß e Ges al ungs o gang om Zuknöp en des Rockes bis zu Kon-
s uk ion eines Rechenau oma en au einem Denkp ozeß be uh , de
Willensimpulse auslös , selbs abe aus E kenn nis e mögen schöp ,
wi d de Beg i des geis igen Scha ens hie im wei es en Sinn de ge-
sam en Ra ionali ä e s anden, die also als Schöp ung und Funk ion
de Tie enpe son in dem Maß ungibel is , als dem ene ge ischen Ve -
häl nis des p imä en und des sekundä en Funk ionsbe eichs en sp ich .
Als Schlüssel ieb zu den äuße en Handlungen de Lebense hal ung
gehö de E kenn nisd ang zu den Mi eln de A e hal ung und s ell
gewisse maßen eine Komplemen ä unk ion da zum Zeugungs- und
Fü so ge ieb. Ebenso wie de E kenn nisspeiche und - e we e un-
mi elba mi dem ege a i en Zen um geschal e is , gil dies ü die
Keimd üse. Sind abe Zeugungs- und E kenn nis ieb gemeinsam im
U wesen des Menschen e anke , so e schein die „Tie enpe son" in
ein „Tie en-Ich" und ein „Tie en-Du" gegliede .
Das bedeu e eine sei s, daß die Willens eihei auße du ch das
ene ge ische und unk ionelle Ve häl nis des a ionalen zum ege-
a i en Zen um auch du ch die übe das „Du" e lau ende Sozial-
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185] Ideologien und soziale G undbeziehungen 57
beziehung inso e n als p imä ela i ie zu denken is , als diese Be-
ziehung eben aus de Fo p lanzungs eihe esul ie , wäh end die
Willens eihei bezüglich des üb igen Sozialbe eichs nu a ional ela-
i ie e schein . Und es bedeu e ande sei s, daß die Funk ionsbe eiche
de a ionalen Ges al ung und de A e hal ung aus dem gleichen ene -
ge ischen Po en ial de indi iduellen plasma ischen Einhei schöp en.
De im Ve gleich mi dem Manne ungleich behe schende en Be-
deu ung des Geni al ak us ü den weiblichen Kö pe haushal en -
sp ich die seelische Anlage de F au. „Wenn die seelische Besonde -
hei de weiblichen Na u übe haup in einem Symbol anzusp echen
is ", sag e Geo g Simmel, „so is es dieses, daß ih e Pe iphe ie
enge mi ih em Zen um e bunden is , die Teile meh mi dem Gan-
zen solida isch sind als in de männlichen Na u ". De weibliche O -
ganismus beansp uch das plasma ische Po en ial somi s ä ke ü die
Sphä e des Vege a i en, I a ionalen, wäh end die ge inge e physio-
logische Beansp uchung des männlichen ü die Fo p lanzung einen
g öße en Po en ialan eil ü den a ionalen Be eich e ügba mach .
Demen sp echend s ell e B u c u a es : „Die Sensibili ä , das Ge ühl,
das Anschauliche und Konk e e sind die Domäne de F au. Das All-
gemeine, das Abs ak e, das s eng wissenscha liche Denken die des
Mannes. Was mi e s e em zusammenhäng , wi d die ech e F au gu
behe schen, was mi le z e em de ech e Mann." Hie in lieg die Po-
la i ä de Du-Beziehung.
Die s ä ke e Ausp ägung des Ra ionalen beim männlichen Typus
is biologisch du ch die Behinde ung de F au au de Nah ungssuche
de p imi i en Lebenss u e du ch Schwange scha und Kinde au zuch
beg ünde , die ü den physiologisch wenige beansp uch en Mann in
de So ge ü die E näh ung diese Meh zahl on Pe sonen eine s ä -
ke e Ausbildung de E kenn nis e we ung e o de . Die ge inge e
Solida i ä de Teile mi dem Ganzen im männlichen O ganismus mach
die ege a i e Kon olle de männlichen Ra ionali ä gegenübe de
weiblichen e gleichsweise locke , so daß de Zusammenhang des männ-
lichen Ve hal ens mi dem plasma ischen G undp inzip de A e hal-
ung ehe e lo engehen kann als bei de F au. Dies begüns ig die on
Mülle -F eien els de inie e E s a ung menschliche O gani-
sa ions- und Gesellscha s o men, welche P ozeß ielleich au die im
gesam en En wicklungsgang des Wi bel ie s ammes au e ende Nei-
gung zu anpassenden Spezialisa ion zu ückgeh , die de Mensch au de
gegenwä igen a geschich lich noch e häl nismäßig jungen En wick-
lungss u e de Ra ionali ä anscheinend nu schwe übe winden kann.
So üh die Au bü dung alle schwe en A bei au die F au bei
manchen Völke n ein ache Acke baukul u wäh end gleichzei igem
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58 Hans Spe ling [186
Nich s un ih es „He n" in de Regel nich on dessen u sp üngliche
„ a ionale " Faulhei he , sonde n diese is e s eine Folge des Aus alls
seine lebenswich igen Beschä igung in de o ausgegangenen No-
madenkul u . Auch de k iege ische Raubzug bo wäh end diese und
au de o he gehenden Jäge s u e im Ve gleich mi den ha en Be-
dingungen des U e we bs bei diesen ex ensi en Wi scha s o men eine
Chance asche Reich ums e meh ung, die zu e kennen und zu e -
wi klichen zwei ellos on i alem Nu zen ü den Lebenss anda d des
S ammes und die E hal ung seine A wa . „De Acke baue ", s ell
Kunhenn in seine Un e suchung „Hi en, Nomaden, E obe e " es ,
„lieb die S e igkei und Seßha igkei , e haß die Un uhe und den
K ieg, weil sie seine egelmäßige Tä igkei s ö en und den E ag de
E n e, also den Lohn ü seine Mühen in F age s ellen. De Umgang
mi den Wa en is ü ihn s e s e was besonde es." E g ei abe zu-
weilen eben doch zu diesem Nomadenmi el, und zwa dann, wenn e
die eigenen iedlichen Mi el zu Exis enze hal ung und -Ve besse ung
ü e schöp häl , einen leich en Gewinn ohne Ge äh dung des eigenen
Besi zes e ho ode un e Hin anse zung alle Besi zin e essen eine
angemaß e „He eneh e" ode ein e mein liches „Mach p es ige" e -
ech en zu müssen glaub . In allen diesen Fällen ebenso wie bei de
G enzübe sch ei ung aus Fu ch o eine noch ga nich e olg en Ve -
le zung des eigenen Ein lußbe eichs is de Ang i sk ieg Res bes and
de Men ali ä eine ühe en Kul u s u e, dessen i ale Be ech igung
de Gewinn/Ve lus -Rela ion di ek und dem Di e enzie ungsg ad de
Kul u en wicklung indi ek p opo ional is . Die in zwei Wel k iegen
au gewand en Mi el haben das Ve häl nis on Lebens aum zu Be ölke-
ung in keinem Fall e besse , abe kon inen wei e Räume blieben
wi scha lich une schlossen, obwohl die echnische und inanzielle
Möglichkei hie zu gegeben wa , und die Lösung de lebenswich igen
Au gaben wu de e zöge , die sich angesich s de Sch ump ung des
Wel o a s an den ene ge ischen und ohs o lichen G undlagen un-
se e bishe igen zi ilisa o ischen Technik s ellen und die — wie
R ö m p p zeig — ungeach e eine zunehmenden Wel be ölke ung
auch bewäl ig we den können. Die „Road o Su i al" des Ame i-
kane s Vog b auch e danach mindes ens hinsich lich des Vo schlags
de Gebu en egelung nich übe s ü z besch i en zu we den, wenn-
gleich das geschich liche Vo d ingen de Hygiene diese F age au wi
und ih e posi i e Bean wo ung un e dem Gesich spunk des dem
Menschen e liehenen plasma ischen Ges al ungspo en ials ökonomi-
sche e schein als die spä e e Ve nich ung Gebo ene und Au gezoge-
ne , abgesehen da on, daß auch die s ä ks e Massie ung echnische
K iegsmi el nachweisba keinen nennenswe en Ein luß au die Be-
ölke ungsdich e de E de auszuüben e mag.
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187] Ideologien und soziale G undbeziehungen 59
Als T äge de poli ischen En wicklung weis die Geschich e as
ausschließlich Männe aus, so daß diese e nich ende Bilanz a ionale
Lebensen emdung zu Las en de männlichen Ra ionali ä zu e -
buchen wä e, wenn eben nich die poli ische Neigung de F au, wie
schon de Psychologe Lipmann es s ell e, so iel ge inge wä e als
beim Mann. O enba is dies nich imme so gewesen; denn, ohne daß
die F age eine geschich lichen P io i ä des Ma ia cha s e ö e zu
we den b auch , sp ich ü eine s ä ke e Ein lußnahme de F au au
das gesellscha liche Tun noch un e den ein achen bäue lichen Ve -
häl nissen so iel, daß ein Rückgang dieses Ein lusses e s un e den im
enge en s äd ischen Zusammenleben en wickel en Vo s ellungen übe
die An eilnahme de F au am ö en lichen Leben einge e en sein
dü e. Zwangsläu ig wu de die F au in de Folge ela i s ä ke an
das Haus gebunden, da die En wicklung de inne häuslichen A bei s-
echnik mi de auße häuslichen nich en e n Sch i hiel . Le z e e
abe is die Domäne des Mannes, so daß die männliche Ra io un e
wei es gehendem Aus all des weiblichen Ein lusses au das ö en liche
Leben zwa die ih sei al e s spezi ischen Au gaben de echnischen
Ausges al ung des äuße en Lebens aumes, nich meh jedoch ebenso
die dem männlichen und weiblichen P inzip gemeinsamen Au gaben
bewäl ig ha . Die disha monische En wicklung de gesellscha lichen
Kul u be uh mi hin au eine Aus alle scheinung in de Spannungs-
ela ion de Du-Pola i ä au Sei en des weiblichen P inzips.
Es is selbs e s ändlich, daß sich die Wi kung diese Di e genz mi
zunehmende Di e enzie ung de Lebensges al ung e schä en muß e;
denn in gleichem Maß ha sich ja die Neigung de Geis e zu eine
abs ahie enden Ra ionali ä ma e ialis ische Kausalie ung und dami
die Lösung de Denk o gänge aus dem o ganischen Zusammenhang
e s ä k , de sich psychisch in de Du-Pola i ä mani es ie . Da an
e weis sich, daß die a ionale De e mina ions ähigkei des Menschen
zwa nich mechanisch im Sinne eine inne en Au oma enschal ung
geschlossen, wohl abe aus dem Risiko de lebenswid igen Wi kung au
die O ien ie ung an de Du-Pola i ä angewiesen is .
Neben diese p imä en Rela i ie ung aus de Du-Beziehung de
Fo p lanzungs eihe is eine Rela i ie ung de Willens eihei , wie
schon gesag , aus dem Be eich jene a ionalen Beziehungen zu Mi -
menschen e kennba , die nich im Zuge de eigenen Gene a ionenke e
liegen, de a e hal enden Du-Pola i ä abe in gleiche Weise komple-
men ä sind wie de Ges al ungs ieb dem A e hal ungs ieb an sich,
so daß ü diese zwischenmenschlichen Beziehungen die gleichen P in-
zipien, Möglichkei en und Maßs äbe gel en wie ü jene. Will man
diesen gemeinscha spe sönlichen Be eich ü sich scheiden, so schein
es in Anlehnung an die Te minologie on F eud zweckmäßig, hie
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60 Hans Spe ling [188
on einem „Übe -Du" zu sp echen. Das „Tie en-Du" wü de dann zu-
sammen mi dem „Übe -Du" in e wa dem „Übe -Ich" on F eud
en sp echen, das dem „Ich" unk ionell so gegenübe s eh , daß „Übe -
Ich"- und „Ich"-Komplex zusammen zu „Wi "-Funk ion üh en. Das
bedeu e , daß die a ionale Sphä e schlech hin bezüglich ih es Wi kens
an die Maßs äbe de gene ischen Du-Pola i ä gebunden is .
De scheinba e Wide sp uch, die Ra ionali ä und dami das geis ige
Scha en, also die E zeugung im wei e en Sinne als ke nbezogenes Be-
dü nis au exis en ielle Mangelemp indungen zu ückzu üh en, lös
sich aus de Übe zeugung, daß de au A e hal ung ge ich e e Zeu-
gungs ieb no wendig mi einem die Vo ausse zungen de Lebens o -
wi kung siche nden Scha ens ieb gekoppel sein muß, de diese Funk-
ion i al nu im Hinblick au ih en Sinn und in diese Aus ich ung
inso e n na ional e üllen kann, wenn e das menschliche Dasein übe
die gene elle I a ionali ä e heb und dami au eine Exis enzebene
heb , au de die Fes s ellung Spinozas, daß „die g oßen Fische
die kleinen essen", eben nich meh gil .
5. Die Wi -Beziehung
De Wille zu Uns e blichkei , on dem P
1
a o n sp ich , is de
in das a ionale Bewuß sein e hobene Ins ink des Lebens. Die au ein-
ande olgenden Du-Beziehungen bilden die Gliede in de Ke e de
Gene a ionen. Aus de Du-Beziehung e wächs das Wi du ch die
Schwäche de Mu e scha und die Hil sbedü igkei des Kindes. Die
Gemeinscha de Familie wi d biologisch du ch die Au zuch bedin-
gungen ü den Nachwuchs bes imm . De Mann is du ch den A -
e hal ungsins ink als Schü ze und E näh e mi de Familie en -
sp echend de Hil sbedü igkei des Nachwuchses e bunden.
Die Schu z- und Nah ungsgemeinscha de Familie e mag den
U ieb de Lebense hal ung ü sich allein abe nich zu e üllen, wenn
das amilienbildende Wesen im Ve gleich zu seinen Mi geschöp en
schwach is . Besonde s bei lange und in de Gebu en olge ineinande
übe g ei ende Indi idualau zuch is idie E hal ung de A ungenü-
gend gesiche , wenn und so lange die Familie du ch den isolie in
de Außenwel s ehenden Mann e e en wü de, de gegen die Muskel-
k a , P anken und Fänge de Raub ie wel kö pe lich nu seine au -
ech e Hal ung einzuse zen ha . De Mann b auch die ande en Männe
zum Schu z gegen die übe legenen Mi wesen im Lebens aum; sie
müssen gemeinsam au die Nah ungssuche gehen, gemeinsam ih e
Familien schü zen. De E hal ungs ieb, de die Ke e de Gene a-
ionen an das Dasein de Familie binde , e zwing die Siche ung ih es
Daseins du ch den übe geo dne en Zusammenschluß.
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189] Ideologien und soziale G undbeziehungen 61
Diese e olg u sp ünglich nich als e wei e e Du- und Wi -
Beziehung de Geschlech e , sonde n wegen de zwische ageschlech -
lichen Du- und Wi -Beziehung als diese e gänzende Komplex on
Du-Beziehungen zwischen den männlichen Schü ze n und zwischen den
schu zbedü igen Familien un e einande . De U en schluß zu übe -
iamiliä en Gemeinscha bedu e zu seine Auslösung eines dem U -
p imi i en gegenwä igen inne en Zwanges. In de Psyche des ein-
zelnen muß e eine Funk ion wi ksam sein, welche ihn den Zusammen-
schluß als Mi el zu Be eiung aus dem Ge ühl de Ohnmach als
einzelne e kennen ließ.
Die physiologischen Un e suchungen des Fu ch zus andes du ch
Cannon, Ba c o u. a. haben nach B i n e gezeig , daß die
kö pe lichen Reak ionen (He zbeschleunigung, leich e Blu d uck-
e höhung, E y h ozy enzunahme, Hype glykämie) eine ins ink i e
Eins ellung au eine be äch liche Ans engung da s ellen, die nun
Kamp ode Fluch sein kann. Die E egungs eak ion kann bewuß
beein luß we den. De En schluß zu Kamp ode Fluch e olg aus
beiden ce eb alen Schich en, so daß je nach de S ä ke de Neuhi n-
en wicklung eine en sp echende Bewuß seinsmi wi kung anzunehmen
is . Die in k i ischen Si ua ionen besonde s des zwei en, in das zi ile
Leben so unmi elba eing ei enden Wel k ieges imme wiede zu be-
obach ende Neigung de Menschen, siclh zusammenzud ängen, wa zum
Teil siche eine ege a i e Reak ion, wu de abe e wiesene maßen
auch öllig bewuß be olg . De Zusammenschluß in Ve bänden, Ve -
einen usw. is ja p ak isch das gleiche Ballungsp inzip, das im ge-
schlossenen Einigebo enendo , in de ummaue en Kleins ad des
Mi elal e s ode in de pallisadenbeweh en Siedlung de no dame ika-
nischen Kolonialzei zum Ausd uck komm . In allen Fällen handel es
sich um das Bes eben de Abweh i gendeine ealen ode e en ualen
Ge äh dung des eigenen Lebensbe eichs, also um eine Fu ch handlung,
de en Ak i i ä sich p opo ional de Emo ionali ä de Mi gliede e -
häl , weshalb wohl die Exponen en solche Ballungen auch nich sel en
zu eigenen Al e a ion neigen und zu de ih e Ge olgspe sonen ode
de e , die es we den sollen. Besonde s die P opaganda mi dem d ohen-
den Ungewissen ha sich sei jehe als wi ksame Ad enalinsp i ze e -
wiesen. Das Ungewisse, das im Dunkel lieg , die Nach mi ih en e -
bo genen Ge ah enmöglichkei en ha au den P imi i en, de noch in
unse alle U bewuß sein mi leib , iel ¡s ä ke eingewi k als jede noch
so ehemen e Ge ah im Tageslich . Nach bedeu e auch Abkühlung.
De ös elnde Mensch ühl sich de unbekann en Ge ah gegenübe
hil lose . Fu ch wie Käl e lassen den Menschen zi e n, und das
G auen läß ihn ös eln wie die Kühle de Nach . In beiden Fällen
auch gib die Nebennie end üse Ad enalin an das Blu ab. Physisches
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62 Hans Spe ling [190
wie psychisches „Käl ege ühl" ha die Vo menschen zusammenge-
d äng , ih e Lich - und Wä mesehnsuch üh e zu jenem D ang nach
E lösung, welche die p imi i e Scheu o dem bli zs ahlen zünde en
Holz übe winden ließ. Dennoch wa die Feue nahme bei alle ko po a-
i en Gie nach dem Besi z des himmlischen Lich - und Wä mespende s
om S andpunk de eue scheuen Menge ein sühnep lich ige Übe -
g i in die geheilig en Bezi ke übe i dische Mach . In allen Völke n
is die Such nach de Flamme mi dem bösen Gewissen o ih em
He n gepaa , zu dessen En las ung sie zwa be ei sind, ih en P o-
me heus, nich abe dessen E we b zu op e n. Die Ta en de G oßen
de Völke e wachsen imme i gendwie aus dem Gedankenmilieu ih e
Umwel , be eiche n ode e älschen es, nü zen ihm ode es, sind ihm
abe im G unde nich öllig wesens emd. Die imme wiede keh ende
An eindung diese Ak eu e ha o genug ih e Massen esonanz in de
Fu ch samkei de ielen, welche wollen, abe nich können ode sich
doch nich ge auen, ehe die Go hei ü den G i de Menschen übe
ih e bishe igen G enzen hinaus du ch ein Op e e söhn is .
Die E obe ung des Feue s hia den Menschen aus de Un e wo en-
hei un e den na ü lichen Wechsel on Tag und Nach , Wä me und
Käl e be ei und ihm das gö liche Elemen zum Diene e p lich e .
Sie e olg e mögliche weise schon seh üh — Weine be ich e ,
daß bei dem end e iä en Aus alopi hecus p ome heus in Süda ika
nach Da Kohlenspu en ge unden wu den —, geschah abe o enba
on den einzelnen U ölke n ü sich und zu e schiedene Zei und
dü e die Bildung jene na ionalen Religiosi ä e u sach haben, die
bis in die jüngs e Zei in (den Gebe en k ieg üh ende Völke o mal
gleichen Glaubens um den eigenen Sieg nachkling , und e heb die
Feue s ä e übe den Zweckcha ak e des Wä meho des zum heiligen
e eidigenswe en Mach besi z des be e enden Volkes. Mi de Übe -
windung des En se zens o dem Feue is aus de zusammend ängen-
den Fu ch samkei die K a de sozialen Bewuß hei als Fundamen
des indi iduellen Mu es und En schlusses zu Ta und die K a ko po-
a i en Handelns e wachsen. Hie zeig sich ein Ausgangspunk des
K a zuwachses aus de übe indi iduellen „Ges al " de Gemeinscha ,
den de einzelne e spü , und de S oßk a de Koali ion. Das Be-
wuß sein ko po a i en Mach besi zes be ei das Indi iduum on
seinem pe sönlichen Schwächege ühl. Is das Bewuß sein diese kollek-
i en K a o handen, so sind die Menschen be ei , sich auch schon ü
das ex ile Symbol de heiligen Flamme zu op e n. Is dies Bewuß sein
nich o handen, so ehl de Wi -Beziehung ih biologisches Essen iale.
Das u sp üngliche Bewuß sein eine Wi -Mach — und hie an wi d
die ie e Ve anke ung de Kombina ion Go hei —Flamme—Feue -
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197] Ideologien und soziale G undbeziehungen 69
nich s übe ih e Masseng öße. Ob sie eine ech e G oßgemeinscha mi
inne e T iebk a , ob sie die Meh hei um aß , ob sie eine on außen
he ges al e e Kons uk ion ode nu die Demons a ion eine „kom-
pak en Majo i ä " da s ell , e weis sich nich an dem unbes imm en
Zahlwo „Masse", das die F age nach dem Wie iel nu mi „ iel" be-
an wo e .
Von dem heu igen wei en und di e enzie en Wissensbe eich e -
mag de einzelne nu einen seine besonde en Ausbildung en sp echen-
den kleinen Teil zu behe schen. Im üb igen is e meh ode wenige
Laie, ha inso e n na ü lich audi Wünsche, abe keine exak en Vo -
s ellungen. De Laienscha au einem bes imm en Gebie zu e mög-
lichen, ih e unscha en Vo s ellungen so zu en wickeln, daß ih e
Wünsche im sozialen Leben als Impulse wi ken können, is die
Au gabe de Wissenden dieses Geibie s. Diese Konzen a ion de Vo -
s ellungen au einem Gebie im Hinblick au eine zukün ig gedach e
Ges al ung mach den Beg i de Ideologie aus, die somi im Sinne
Kan s als Regula i no wendig e schein , ih en Sinn als Rich ung-
weise lebendige En wicklungsk ä e dann abe e lie , wenn sie zum
unausweichlichen Reglemen ausa e ode wenn ih e zukun weisende
Funk ion du ch die a sächliche ode geis ige En wicklung übe hol
wi d. Die Ideologie is als Regula i in dem Wissen ih e geis igen
T äge ela i ie . Da die Zahl de Laien au einem Gebie s e s g öße
is als diejenige de Fachleu e, bilden jene diesen gegenübe imme
die „Masse". Da das Laien um au jedem Gebie sich um die Wissenden
nach abnehmendem Ve s ändnis und In e esse schich e , p lanz sich
de ideologische Funke ke enzündunigsa ig zu den schwe s en zünd-
lichen Pa ikeln o . Weil diese pe iphe en K ä e im gegebenen
Zus and s ä ke beha en als die axialen, geh eine e s einmal e -
b ei e e Idee auch nach ih e ealen ode a ionalen Ve al ung nich
ab up un e , sonde n e lisch bei un e bleibende E schü e ung on
außen mi dem allmählichen Ausschwingen de on ih e g i enen pe i-
phe en K ä e. Bei schnellem ideologischem Wechsel kann es du chaus
sein, daß die — äumlich, ih en Lebensums änden nach ode in ellek-
uell — „en e n es en" K ä e die S ahlung de Idee e s au nehmen
und e lek ie en, wenn sie in ih em U sp ung be ei s e loschen is .
Auch un e dem quali ika o ischen Aspek des Laien ums e schein das
G os eine ideologischen Ge olgscha nich als eine ungegliede e
Masse, sonde n als ein Ge üge on Indi iduen, de en Hal ung aus ih em
pe sönlichen En schluß zwischen Begeh en und Zu ückhal ung, Glau-
ben und Zwei el esul ie , solange diese Reagibili ä de Teile nich
küns lich ausgeschal e ode au ih en G enzwe ni ellie und die
Gemeinscha dami ih es Cha ak e s als Funk ion eine biologischen
Wi -Beziehung be aub wi d.
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70 Hans Spe ling [198
III. Koo dina ion
Die kosmologischen E kenn nisse des 17. Jah hunde s ha en das
menschliche Denken in öllig neue Bahnen gelenk und dami epochale
Bedeu ung gewonnen. Dabei wu den die Denlk o men s a k du ch die
geis eswissenscha liche Hal ung de Renaissance mi bes imm , so daß
sich eine gewisse maßen schizo hyme geis ige Ve assung en wickel e,
in welche ein s a isch-abs ak e wel anschauliche Schema ismus
eine dynamisch-konk e en Fo schungs e wi klichung gegenübe a .
Die e s e Häl e des 20. Jah hunde s ha mi na u wissenscha lich-
ma hema ischen Mi eln den Au bau des Kosmos in eine Weise e -
kennba gemach , die wesen liche P ämissen de philosophischen
Sys eme des o angegangenen Zei abschni s ums öß , ela i ie ode
in F age s ell . Gleichzei ig weisen diese E kenn nisse dem mensch-
lichen Denken den Weg zu eine sozusagen wiede zyklo hymen
Geis es e assung. Die Bedeu ung diese Kosmologie is nu seh weni-
gen S u en de Kul u geschich e e gleichba . Die Sozialwissenscha
is dahe gezwungen, die Folge ungen aus diese E kenn nisen wick-
lung ebenso zu ziehen, wie sie die allgemeinwissenscha lichen E -
kenn nisse des o he gehenden Zei aums e we e ha .
Au diese G undlage s ell sich das Objek de Soziologie als meh -
s u iges Ge üge in e mediä e ene ge ische Rela ionen da , inne halb
dessen das Indi iduum zwa s uk u elles Elemen , wi kungspo en iell
abe keine „a- oma e" Ganzhei is , die sich mechanis isch addi i „ge-
sellen" läß , sonde n zu eine in eg ie enden Syn hese in de spezi i-
schen Wi kungsges al de „Gemeinscha " s eb . De niede en Wi -
kungsges al des Indi iduums als komplemen ä is demgemäß die
Fo m de Soziali ä anzunehmen, welche als höhe e In eg a ionss u e
die in de isolie en Indi idualexis enz nich sa u ie ba en We ig-
kei en op imal e ek uie end binde . Die g undsä zlich aus dem Indi-
iduum wi kenden Impulse e zeugen du chschni liche Wi kungen,
de en Fo m ü die g oße Zahl gil , un e de en G enze die „elemen a e
Uno dnung" ein Essen iale de Ene giee hal ung und dami eben de
Du chschni swi kung is . Die Socie as is hie nach nich eine nach
mechanischen Gese zen kons uie e (O ganisa ion), sonde n eine aus
i alen Bedü nissen e wachsende Fo m (O ganismus), de en Voll-
kommenhei sich nach dem G ade de E üllung de Sozialbedü nisse
du ch sie bes imm . Eine Sozial o m on außen he nach einem P inzip
ode Schema au zubauen, das den inne en sozialen K ä en de G uppe
nich komplemen ä is ode das eine abs ak en Kons uk ion olg ,
is da um nich unmöglich, üh abe zwangsläu ig zu eine Disha -
monie de in e nen Wi kungselemen e, welche die g undsä zliche No -
wendigkei eines jemaligen Spannungsausgleichs in sich äg . Hie in
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199] Ideologien und soziale G undbeziehungen 71
zeig sich ein p ak ische Fall de Beg enzung menschliche Willens-
eihei , die o wi kend zu ges al en nu inso e n e mag, als sie sich
in den G enzen und biologisch agba en Maßen de plasma isch o -
angeleg en Bedü nisse häl . Die a ional-ökonomische Ges al ungs-
ähigkei , zu de sich das Ge üge kosmische Wi kungselemen e im
Menschen sublimie ha , is somi wi kungsbeg enz . Ande sei s is
ih e Anwendung im Rahmen des biologisch Möglichen die Bedingung
de Höhe en wicklung und Emanzipa ion des Menschen. Diese Anwen-
dung, die somi eine biologische Ve p lich ung da s ell , e möglich sich
im Be eich de Du- und Wi -Beziehung nu aus dem Wi kungspo en ial
de höhe en In eg a ionss u e he aus. Die in de Ve gangenhei o mu-
lie en empi ischen Gese ze we den du ch den Übe gang on eine
mechanis ischen zu eine o ganologischen Konzep ion nich in Bausch
und Bogen au gehoben, sonde n sind inso e n ela i ie , wie die
Hygiene nich die Wi kung des Kommabazillus an sich besei ig , son-
de n die epidemische Schädigung de Menschhei eingedämm ha . In
gleiche Weise, wie die k iminelle En al ung menschliche Bedü nisse
du ch die S a jus iz sozial a ional besch änk wi d, bedeu e eine Ab-
s immung de wi scha e wi ksamen K ä e au das soziale Risiko
nich s ande es als die au ande en Lebensgebie en be ei s ollzogene
„ökonomisie ung" on Ge ah enquellen. Wie au jenen ande en Ge-
bie en möch e man die hie zu e o de liche Koo dina ion de K ä e
als Au gabe on Fachwissenscha le n ansehen, die sich eben hie du ch
on manage iellen O ganisa o en un e scheiden und ei on ideolo-
gisch-dogma ischen ode in e essemäßigen Vo u eilen sind. Koo di-
nie en heiß , das Wi kungspo en ial de Gemeinscha mi den indi i-
duellen Impulsen in Einklang zu b ingen. Maßs ab is dahe imme das
Wi kungsquan um an „Valenzen", das als ^Du chschni swe " de
indi iduellen K ä e zum Ausd uck gelang . Es ollzieh sich dem-
gemäß nich schema isch-kons uk i , sonde n in de Fö de ung,
P lege und Reduzie ung on En al ungs o gängen nach Maßgabe de
jeweiligen sozialbiologischen E o de nislage ü die jeweilige Gemein-
scha . Koo dina ion wä e dami unge äh das Gegen eil on „He -
scha " und eine nahezu gä ne ische Tä igkei , wobei alle dings zu
beme ken wä e, daß auch die Ga enkuns ih en Weg on de anzö-
sischen Geome ik zu o ganischen U sp ünglichkei e s inden muß e.
Die in ähnliche Weise ü gegenwä ige Ideologien au auchende
F age kann hie nu dahin bean wo e we den, daß eine solche nach
en sp echende En wicklung nich meh im gleichen Sinne ideologisch
sie selbs wä e wie o he , womi eine solche En wicklung wede be-
we e noch in F age ges ell we den soll. Hie handel e es sich nu um
den Ve such eine Analyse au de Basis des neu e schlossenen Wel -
bildes, nich um eine P ognose ode ein P og amm.
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