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Schulfördervereine in der lokalen Bildungslandschaft: Engagement für Schulen nachhaltig gestalten

Priemer, Jana,Rößler-Prokhorenko, Charlotte,Hutter, Swen

Abstract

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Full text

Priemer, Jana; Rößler-Prokhorenko, Charlotte; Hutter, Swen Research Report Schulfördervereine in der lokalen Bildungslandschaft: Engagement für Schulen nachhaltig gestalten Policy Brief Provided in Cooperation with: WZB Berlin Social Science Center Suggested Citation: Priemer, Jana; Rößler-Prokhorenko, Charlotte; Hutter, Swen (2025) : Schulfördervereine in der lokalen Bildungslandschaft: Engagement für Schulen nachhaltig gestalten, Policy Brief, Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung an der Freien Universität Berlin (FU) und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Stiftungen für Bildung e.V. mit dem Netzwerk Stiftungen und Bildung, Berlin, https://bibliothek.wzb.eu/policy-brief/ZZ_FU-WZB_PolicyBrief_02_priemer_roesslerprokhorenko_hutter.pdf This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/316319 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. 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Bürgerschaftliches Engagement in kommunalen Bildungslandschaften“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und ist ein Verbundprojekt des Vereins Stiftungen für Bildung e.V., Träger des Netzwerkes Stiftungen und Bildung, und des Zentrums für Zivilgesellschaftsforschung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Freien Universität Berlin. Das Projekt widmete sich der Bedeutung der Zivilgesellschaft für Bildung und untersuchte, wie freiwilliges Engagement zur Entwicklung kommunaler Bildungslandschaften beitragen kann. Jana Priemer Charlotte Rößler-Prokhorenko Swen Hutter 2 Einführung: Warum wir mehr über Schulfördervereine wissen müssen Fester Bestandteil von Schulen – und unterschätztes Forschungsfeld Schulfördervereine werden in der Regel als gemeinnützige Organisationen verstanden, deren Hauptaufgabe in der ideellen und finanziellen Unterstützung von Schulen liegt. Meist werden sie von Eltern, Lehrkräften, ehemaligen Schüler*innen oder anderen Engagierten gegründet und betrieben (Braun et al. 2013). Seit den 1990er Jahren haben sie sich zu einer festen Größe der deutschen Schullandschaft entwickelt. Heute wird der Großteil der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland von einem Schulförderverein begleitet und unterstützt (ebd.; Kuhn et al. 2024). Laut Deutschem Schulbarometer sind 40 % der Eltern Mitglied im Schulförderverein der Schule der eigenen Kinder (Robert Bosch Stiftung 2019, S. 100). Schulfördervereine sind demnach aus dem Schulleben kaum noch wegzudenken. Dennoch sind Schulfördervereine bislang nur selten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Vor allem in der sozialwissenschaftlichen Zivilgesellschaftsforschung wurden Schulfördervereine kaum systematisch untersucht. Ein möglicher Erklärungsansatz liegt im häufig vorherrschenden Verständnis von Schulfördervereinen als primärem Finanzierungsinstrument – eine Sichtweise, die ihre Funktion auf eine bloße finanzielle Unterstützung der Schulen verkürzt. Tatsächlich sind Schulfördervereine vor allem für das Sammeln und Verwalten von Spenden bekannt. Besonders in den 1990er Jahren wurden viele Schulfördervereine zu genau diesem Zweck gegründet, da Schulen durch Schulfördervereine zusätzliche finanzielle Mittel generieren und unkompliziert verwalten können (bmfsfj 2005, S. 293). Schulfördervereine als Partner von (Ganztags-)Schulen Vieles deutet jedoch darauf hin, dass sich das Tätigkeitsspektrum der Schulfördervereine gewandelt hat und dass sie mehr sind als ein reines Finanzierungsinstrument. Braun und Kollegen zeigten bereits 2013, dass sich Schulfördervereine durch vielfältige Angebote und Tätigkeitsinhalte auszeichnen. Dazu gehören neben der Anschaffung von Lehrund Lernmitteln sowie der Instandhaltung von Schulgebäuden auch außerschulische Freizeitangebote (Braun et al. 2013, S. 100). Im Rahmen der Begleitstudien des Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ (2003-2009) wurde zudem deutlich, dass Schulfördervereine neben anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen wichtige Träger von Ganztagsangeboten sind und bisweilen ganze Hortträgerschaften übernehmen, was sie zu wichtigen Partnern von Ganztagsschulen macht (Arnoldt 2007). Die Perspektive der Zivilgesellschaftsforschung auf Schulfördervereine Diese vielfältigen Angebote können Schulfördervereine nur erbringen, weil hinter ihnen engagierte Menschen stehen, die freiwillig und unentgeltlich eigene Ressourcen in Form von Zeit und Geld einbringen. Dies ist eine Besonderheit, die in engagementpolitischen und bildungspolitischen Debatten nicht immer hinreichend beachtet wird. Dass solches zivilgesellschaftliches Engagement an Schulen allerdings kein Selbstläufer ist, zeigen Daten zur Kooperation von Ganztagsschulen. Ganztagsschulen fällt es zunehmend schwer, genügend Partner aus der Zivilgesellschaft zu finden, mit denen sie gemeinsam den Ganztag gestalten können (StEG-Konsortium 2019, S. 42). 3 Spätestens mit dem Inkrafttreten des Ganztagsförderungsgesetzes 1 ab 2026 dürfte sich diese Herausforderung noch zuspitzen. Bereits jetzt ist absehbar, dass Schulen eine umfassende Ganztagsgestaltung nur mit Unterstützung externer Partner gewährleisten können (ebd.). Daher ist es essenziell zu verstehen, wie potenzielle Partner – insbesondere Schulfördervereine und andere Akteure der Zivilgesellschaft – arbeiten und was sie auszeichnet. Schulfördervereine als unverzichtbarer Teil der Zivilgesellschaft und die Bedeutung freiwilligen Engagements für ihre Aktivitäten müssen daher stärker in den Fokus öffentlicher Debatten gerückt werden. Genau das leistet dieser Policy Brief. Ziel des Policy Briefs Der vorliegende Policy Brief ermöglicht einen differenzierten Blick auf Schulfördervereine als Teil der organisierten Zivilgesellschaft. Folgende Fragen werden in den Blick genommen: • Welche Rolle spielen Schulfördervereine in der organisierten Zivilgesellschaft und welche Beiträge leisten sie? • Welche Bedeutung hat freiwilliges Engagement für die Arbeit von Schulfördervereinen? • Wie sind Schulfördervereine in die lokale Bildungslandschaft eingebunden? Basierend auf den Analysen werden praktische Empfehlungen abgeleitet, die sich an Entscheidungsträger*innen in Politik und Verwaltung sowie an Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern beziehungsweise an Schulfördervereine selbst richten. Datengrundlage Die Daten basieren auf einer Verknüpfung quantitativer Individualund Organisationsbefragungen sowie qualitativer Fallstudien (Dialogrunden), die 2023 und 2024 im Rahmen des transdisziplinären Forschungsprojekts „Zivilgesellschaft und Bildung. Bürgerschaftliches Engagement in kommunalen Bildungslandschaften“ entwickelt und erhoben wurden. Zivilgesellschaftliche Akteure wurden aktiv in den gesamten Forschungsprozess eingebunden, beginnend bei der Präzisierung der Forschungsfragen und der Entwicklung der Erhebungsinstrumente bis hin zur Ableitung von praktischen Empfehlungen. Der Policy Brief basiert auf den Ergebnissen einer Umfrage eingetragener Vereine in Deutschland, die im Frühjahr 2024 durchgeführt wurde. Aus dem Vereinsregister wurden 40.000 Vereine zufällig ausgewählt und postalisch zur Teilnahme an der Befragung eingeladen. Nach der Bereinigung verblieben 4.586 Datensätze, die die Grundlage für die Analysen bilden. Schulfördervereine (n = 227) wurden anhand des Organisationsnamens manuell identifiziert. Die Organisationen wurden zu grundlegenden Aspekten wie Gründungsjahr, Größe, Ressourcen und Kooperationen befragt. Darüber hinaus wurden Informationen zu Arbeitsinhalten, Tätigkeiten und Angeboten erhoben. Die Befragungsergebnisse werden durch Stimmen von Vertreter*innen der Schulfördervereine aus den Dialogrunden ergänzt. Weitere Informationen zu den Daten und zum Projekt finden Sie unter: • Befunde und Botschaften aus dem Forschungsprojekt: www.zivilgesellschaft-bildung.de/befunde-und-botschaften • Weiterführende Informationen zur Datengrundlage: www.zivilgesellschaft-bildung.de/datenreport • Weitere Informationen zum Projekt: www.zivilgesellschaft-bildung.de 1 Ab August 2026 haben alle Erstklässler Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. Bis 2030 wird dieser schrittweise auf alle Kinder der Klassenstufen eins bis vier ausgeweitet (https://www.recht-auf-ganztag.de/gb/politik/ganztagsfoerderungsgesetz, 15.03.2025). 4 Schulfördervereine sind ein zentraler Teil der Zivilgesellschaft Ein noch junger Teil der Zivilgesellschaft Längst sind Schulfördervereine mehr als nur eine Randerscheinung – allein ihre Zahl macht sie zu einem zentralen Bestandteil der Zivilgesellschaft in Deutschland. In unserer Befragung wurden 5 % der teilnehmenden Organisationen eindeutig als Schulfördervereine identifiziert. Damit sind sie zahlenmäßig in der Zivilgesellschaft ähnlich stark vertreten wie zivilgesellschaftliche Organisationen in anderen bedeutenden Handlungsfeldern, etwa in den Sozialen Diensten oder im Umweltund Naturschutz (vgl. Priemer et al. 2024, S. 11). Dies war nicht immer so, denn Schulfördervereine sind eine vergleichsweise junge Entwicklung innerhalb der organisierten Zivilgesellschaft. Während viele andere zivilgesellschaftliche Organisationen auf eine lange Tradition zurückblicken, entstanden die meisten Schulfördervereine erst in den letzten 35 Jahren. So wurden laut unserer Erhebung 86 % von ihnen in den 1990er Jahren oder später gegründet, 37 % sogar erst seit 2010 – also innerhalb der letzten 15 Jahre (vgl. Abb. 1). Datenbasis: Organisationsbefragung „Zivilgesellschaft und Bildung“ Abbildung 1: Gründungsjahre von Vereinen in Deutschland, kategorisiert (in %) 5 Schulfördervereine sind mehr als nur Finanzierungsinstrumente von Schulen Ergänzung und Stärkung der schulischen Infrastruktur Schulfördervereine sind vielseitig aufgestellt – sie übernehmen ein breites Spektrum an Aufgaben und tragen so in vielfältiger Weise zum Schulalltag bei. Das Engagement von Schulfördervereinen geht weit über finanzielle und materielle Unterstützung hinaus, auch wenn diese oft im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht. Mit 77 % gibt der Großteil der Schulfördervereine an, Schulen finanziell oder materiell zu unterstützen. Beispielsweise finanzieren Schulfördervereine besondere Lehrmittel (50 %), wie Musikinstrumente oder Experimentiersammlungen, oder technische Ausstattung (36 %), wie zum Beispiel Whiteboards oder Laptops, die auch dem Unterricht zugutekommen. Die Förderungen der Schulfördervereine tragen vielfach zur schulischen Infrastruktur bei – jedoch immer ergänzend, nie ersetzend. Denn ein Ersatz staatlicher Mittel wäre weder ihre Aufgabe noch realistisch: Nur rund 13 % der Vereine verfügen über ein Jahresbudget von mehr als 20.000 Euro. Zusätzliche Bildungsangebote und Potenzial für den schulischen Ganztag Während finanzielle und materielle Unterstützungsleistungen häufig mit Schulfördervereinen assoziiert werden, bleibt ihr unmittelbarer Bildungsbeitrag vielfach unbeachtet – dabei sind insbesondere non-formale Bildungsangebote weit verbreitet. Beispielsweise organisieren 66 % der Schulfördervereine Sportund Bewegungsangebote. Darüber hinaus bieten sie zahlreiche weitere Bildungsangebote an, darunter kulturelle Bildung (57 %), Sprachund Leseförderung (35 %), Medienbildung (32 %) sowie politische Bildung (21 %). Diese Angebote werden durch Formate wie Arbeitsgruppen, Workshops, Ausstellungen und Ausflüge umgesetzt. Zudem unterstützen oder betreiben 19 % der Schulfördervereine eine schuleigene Bibliothek. Datenbasis: Organisationsbefragung „Zivilgesellschaft und Bildung“, nur Schulfördervereine Abbildung 2: Themen, zu denen Schulfördervereine Bildungsangebote machen (in %) 6 Damit ergänzen Schulfördervereine das schulische Bildungsangebot und bieten zusätzlich Potenzial für den schulischen Ganztag. Dennoch ist der Anteil der Schulfördervereine, die in die Hortund Nachmittagsgestaltung eingebunden sind, mit nur 11 % gering: Gerade einmal jeder zehnte Verein übernimmt demnach Aufgaben wie die Bereitstellung des Mittagessens oder die Organisation von Arbeitsgemeinschaften. Orte der Gemeinschaftsbildung und des gelebten Engagements Eine ebenfalls oft übersehene dritte Säule im Aktivitätsspektrum von Schulfördervereinen ist ihre Rolle beim sozialen Ausgleich und der Gemeinschaftsbildung. Schulfördervereine unterstützen gezielt benachteiligte Kinder und Jugendliche, indem sie beispielsweise Klassenfahrten und Ausflüge bezuschussen oder spezielle Förderungen anbieten. Die Gemeinschaftsbildung fördern sie unter anderem durch verschiedene schulische Veranstaltungen, die das schulische Miteinander stärken sollen. Fast jeder zweite Schulförderverein (48 %) organisiert Sommerfeste, Weihnachtsbasare, Spendenläufe und ähnliche Veranstaltungen. Daran beteiligt sich meist die gesamte Schulgemeinschaft – neben den Schüler*innen und Lehrkräften werden oftmals die Eltern eingebunden, die somit temporär zu Engagierten werden. Damit fungieren Schulfördervereine auch als Initiatoren und als Drehscheibe für freiwilliges Engagement. Vorstandsmitglied Förderverein einer Sekundarschule, Nordrhein-Westfalen »Ich will mal ein schönes Beispiel der Sprachförderung nennen. Es wurde von der Schulleitung ein sportlich begabter Schüler vorgestellt, der sprach aber noch nicht Deutsch. Da haben wir dann vom Förderverein gesagt, wir zahlen ihm die Fahrkarte zum Training für ein Vierteljahr, weil er beim Fußballspielen Deutsch lernt. […] Das ist eine andere Art der Förderung, das kann nur ein Förderverein. Das kann keine Institution Schule. Schulförderverein, Bayern »... also wir schauen halt schon, dass unsere Kinder zum Beispiel auch Frühstück bekommen. […] Wir unterstützen verschiedene Projekte, die wir an der Mittelschule aufgebaut haben.« 7 Schulfördervereine leben von freiwilligem Engagement, Mitgliedsbeiträgen und Spenden Notwendigkeit und Herausforderung: Freiwilliges Engagement Schulfördervereine bieten Raum für vielfältige Formen des Engagements. Bei Festen, Veranstaltungen und zeitlich begrenzten Projekten steht vor allem kurzfristiges Mitwirken im Vordergrund. Darüber hinaus engagieren sich viele in klassischen Ehrenämtern – etwa in der Vorstandsarbeit, beim Einwerben und Verwalten von Spendengeldern oder in der Organisation von Arbeitsgruppen und Freizeitangeboten. Ohne dieses Engagement könnten Schulfördervereine nicht existieren, da ihre Angebote in der Regel ausschließlich von freiwillig Engagierten getragen werden. 91 % der Schulfördervereine arbeiten ohne zusätzliches bezahltes Personal. Daher sind sie wie andere zivilgesellschaftliche Organisationen auf freiwilliges Engagement angewiesen: 86 % geben an, dass sie ihre Angebote nur dadurch aufrechterhalten können. Ein vielfältiges Angebot können sie demnach nur gewährleisten, wenn es ihnen gelingt, genügend Engagierte zu gewinnen und dauerhaft zu binden. Doch genau das stellt für einige Schulfördervereine eine große Herausforderung dar – insbesondere in Bezug auf langfristiges Engagement. Zwar berichten 68 % von stabilen und 10 % sogar von gestiegenen Engagiertenzahlen zwischen 2020 und 2024, doch bei 22 % war die Anzahl der Engagierten in diesem Zeitraum rückläufig. Schulförderverein, Bremen »Ohne Ehrenamt funktionieren unsere Arbeiten nicht. Das sind die wichtigsten Akteure …« Schulförderverein, Hessen »… der Förderverein ist sehr stark angewiesen auf Mitglieder, auf Spenden der Eltern, damit wir einige Dinge finanzieren können, die über das normale Budget der Schule nicht gedeckt werden …« 8 Mitgliedsbeiträge und Spenden als weitere tragende Säule Schulfördervereine sind nicht nur auf freiwilliges Engagement in Form von Zeitspenden angewiesen, sondern auch auf Mitgliedsbeiträge sowie Geldund Sachspenden. Dies zeigt sich an der Bedeutung von Mitgliedsbeiträgen, die für 61 % der Schulfördervereine die wichtigste Einnahmequelle darstellen. Neben den Mitgliedsbeiträgen sind Geldspenden besonders wichtig, die eine größere Rolle spielen als in anderen Bereichen der organisierten Zivilgesellschaft. Dafür sind öffentliche Fördermittel bei der Finanzierung von Fördervereinen kaum relevant (vgl. Tab. 1). Daher sind Schulfördervereine besonders auf stabile Mitgliederstrukturen angewiesen, die eine wichtige Basis für die finanzielle Planbarkeit bilden. Doch stabile Mitgliederzahlen sind ebenso wenig selbstverständlich wie stabile Engagiertenzahlen. Tabelle 1: Wichtigste, zweitwichtigste und drittwichtigste Einnahmequellen von Schulfördervereinen (in %) Wichtigste Einnahmequelle Zweitwichtigste Einnahmequelle Drittwichtigste Einnahmequelle Mitgliedsbeiträge 61 21 15 Geldspenden 13 36 39 Förderungen aus Zivilgesellschaft 4 13 10 Wirtschaftliche Aktivitäten 13 23 23 Öffentliche Fördermittel 6 7 8 Sonstige 3 0 5 Gesamt 100 100 100 Datenbasis: Organisationsbefragung „Zivilgesellschaft und Bildung“, nur Schulfördervereine Sachspenden als wichtige Ergänzung im Finanzierungsmix Rund ein Fünftel der Schulfördervereine (22 %) gibt an, dass die finanziellen Mittel durch Sachspenden wie Geräte, Bücher oder Papier ergänzt werden. Besonders bei Veranstaltungen tragen gespendete Getränke, Kuchen und andere Speisen von Eltern maßgeblich für deren Gelingen bei. Auch Weihnachtsund Bücherbasare wären ohne Sachspenden kaum denkbar. Solche „wirtschaftlichen“ Aktivitäten – darunter Verkaufsveranstaltungen und andere verbreitete Fundraising-Aktionen wie Spendenläufe – stellen eine weitere zentrale Einnahmequelle dar.