Kusche, Isabel
Book Re iew — Published Ve sion
[Rezension] Digi ale T ans o ma ion
KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie
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Sp inge Na u e
Sugges ed Ci a ion: Kusche, Isabel (2024) : [Rezension] Digi ale T ans o ma ion, KZ SS Kölne
Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie, ISSN 1861-891X, Sp inge Fachmedien Wiesbaden
GmbH, Wiesbaden, Vol. 76, Iss. 1, pp. 99-102,
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-024-00942-6
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h ps://hdl.handle.ne /10419/315420
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LITERATURBESPRECHUNGEN
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-024-00942-6
Köln Z Soziol (2024) 76:99–102
Digi ale T ans o ma ion
Isabel Kusche
Angenommen: 7. Feb ua 2024 / Online publizie : 21. Feb ua 2024
© The Au ho (s) 2024
Sch ape, Jan-Felix: Digi ale T ans o ma ion. Biele eld: ansc ip Ve lag 2021.
264 Sei en. ISBN: 978-3-8252-5580-0. P eis: C22,00.
Die digi ale T ans o ma ion is sei ge aume Zei ein wich iges Thema ü die So-
ziologie, das alle dings e heblichen Konjunk u en de Au me ksamkei un e lieg . In
den le z en zehn Jah en wa en es insbesonde e digi ale Pla o men und die au ihnen
an allenden sogenann en Big Da a, die aus de Pe spek i e e schiedene soziologi-
sche Teildisziplinen, on de Mediensoziologie übe die poli ische Soziologie bis
zu A bei s- und Techniksoziologie, behandel wu den. Die E ah ungen in de Co-
onapandemie haben das In e esse an möglichen gesellscha lichen Ve ände ungen
als Folge digi ale Mediennu zung noch einmal e s ä k . Sei de Ve ö en lichung
on Cha -GPT im He bs 2022 sind wiede um Folgen de Ve b ei ung Küns li-
che In elligenz in den Fokus de Au me ksamkei ge ück , die einen ie g ei enden
gesellscha lichen Wandel zu signalisie en scheinen. T o z iele Einzels udien zu
Aspek en des digi alen Wandels und einigen Ve suchen de gesellscha s heo e i-
schen Eino dnung mangel es bislang an Bei ägen, die konk e e empi ische Be unde
mi heo e ischen Übe legungen dazu e knüp en, was jensei s au ge eg e Medien-
be ich e s a ung und poli isch-oppo unis ische P oblemdiagnosen a sächlich ge-
sellscha lich olgen eiche Ve ände ungen sein könn en, die mi de Digi alisie ung
einhe gehen.
In diese Lücke s öß das Buch on Jan-Felix Sch ape, das in zen ale Aspek e
de digi alen T ans o ma ion ein üh . Diese Ein üh ung e olg aus eine dezidie
echniksoziologischen Pe spek i e, die lang is igen sozio echnischen Wandel als
I. Kusche
O o-F ied ich-Uni e si ä Bambe g
Raum 01.45b, Feldki chens aße 21, 96045 Bambe g, Deu schland
E-Mail: isabel.kusche@uni-bambe g.de
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No mali ä be ach e und o diesem Hin e g und da on ausgeh , dass auch die
digi ale T ans o ma ion kein dis up i e B uch, sonde n ein ink emen elle Ve ände-
ungsp ozess is , de alle dings im le z en Jah zehn zunehmend in de Gesellscha
als gesam gesellscha lich olgen eich hema isie wi d.
Nach eine Einlei ung, die die F age nach dem a sächlich Neuen de digi a-
len T ans o ma ion in g undlegende Übe legungen zum Ve häl nis on Technik und
Gesellscha eino dne , bie e das zwei e Kapi el zunächs eine Ein üh ung in G und-
lagen de Techniksoziologie. Sie o ien ie sich übe wiegend an de einschlägigen
deu schsp achigen Li e a u und s ell e schiedene Technikbeg i e, echniksozio-
logische Posi ionen zum Ve häl nis on Technik und Gesellscha sowie Phasenmo-
delle de echnischen En wicklung o . Im d i en Kapi el wi d die Digi alisie ung
als sozio echnische T ans o ma ionsp ozess besch ieben, de mi de E indung des
Compu e s und de Idee de In o ma ionsgesellscha einse z . Übe die beginnende
Compu e isie ung des All ags in den 1980e -Jah en und die allmähliche Ve b ei-
ung des In e ne s ab den 1990e -Jah en üh diese P ozess bis zum Au s ieg de
Pla o mun e nehmen und des sogenann en Web 2.0 in den 2000e -Jah en und zu
ausd ücklichen Thema isie ung diese T ans o ma ion und ih e gesam gesellscha -
lichen Ausmaße in jüngs e Zei . Die beiden da au olgenden Kapi el nehmen dann
sozio echnische Ve ände ungen in den Blick, die sich gegenwä ig be ei s kla ab-
zeichnen, und sys ema isie en diese en lang de Un e scheidung on gesellscha li-
che Koo dina ion und Kommunika ion. Im ie en Kapi el inden sich demen sp e-
chend knappe Da s ellungen zu Ve ände ungen in den Be eichen Mä k e, A bei , o -
male O ganisa ionen und soziale Bewegungen. Dagegen geh es im ün en Kapi el
in e s e Linie um die digi ale T ans o ma ion ö en liche Kommunika ion, ü die
ün Ke ndynamiken iden i izie we den, die sich zum Teil übe meh e e Jah zehn e
en al e haben: die Pla o misie ung on Mediens uk u en, die Indi idualisie ung
on Medien epe oi es, die Plu alisie ung on Ö en lichkei sa enen, die wachsende
Rolle echnische S uk u ie ungsleis ungen ü die F age ö en liche Sich ba kei
sowie als E gebnis eine dynamisie e gesellscha liche Wi klichkei skons uk ion.
Als Buch ü die Leh e ha de Band iele S ä ken. E besi z nich nu ein übe -
sich liches Layou , sonde n bie e auch iele nü zliche Tabellen, die zen ale Punk e
sys ema isie en. Zu Illus a ion lang is ige T ends we den wiede hol empi ische
Da en he angezogen, und auch wenn diese ela i schnell ih e Ak uali ä einbüßen,
schü z die Pe spek i e au lang is ige Ve ände ungen das Buch insgesam o die-
sem Schicksal. Bei de Da s ellung de Ve ände ungen ö en liche Kommunika ion
is de Blick nich nu au den Be eich des Jou nalismus, sonde n auch au den
de Un e hal ung posi i he o zuheben, bie e e doch besonde s leich Anknüp-
ungspunk e ü die Diskussion mi S udie enden. De Leh buchcha ak e b ing es
alle dings auch mi sich, dass gelegen lich e schiedene Konzep e ode desk ip i e
Modelle o ges ell we den, ohne zu disku ie en, wie diese sich zueinande e hal en
und wie es um ih e Kompa ibili ä bes ell is . Das be i beispielsweise die Rede
on „sozio echnischen Ke nsys emen“, die o enba e deu lichen soll, dass man es
bei de digi alen T ans o ma ion nich mi i gendeinem sozio echnischen Ve ände-
ungsp ozess zu un ha , sonde n mi einem, de gesam gesellscha lich besonde s
wich ig is . Hie is de Ve weis au Sma phone-Ha dwa e, -So wa e und -Rou inen
de Ve wendung zwa eine nü zliche Illus a ion, die abe das Fehlen eine allge-
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meinen De ini ion dessen, was ein sozio echnisches Sys em zu einem „Ke nsys em“
mach , nich ausgleichen kann.
T o zdem is das Buch auch ü ein nich s uden isches Fachpublikum du chaus
in e essan , insbesonde e mi Blick au die digi ale T ans o ma ion de Ö en lich-
kei . Hie wi d un e Bezugnahme au die soziologische Sys em heo ie eine eigene
heo e ische Posi ion angedeu e , die sich Be ü ch ungen übe eine F agmen ie ung
de Ö en lichkei en gegens ell und die anhal ende Bedeu ung on Massenmedien
ode Lei medien be on . Dabei sind eine Reihe on Fo mulie ungen alle dings meh -
deu ig, sodass unkla bleib , ob die These des Au o s nun is , dass die adi ionellen
jou nalis isch gep äg en Massenmedien wei e hin ele an bleiben we den ode es
lediglich auch kün ig „massenha ezipie e Inhal e“ (S. 169) geben wi d. Ob und
inwie e n das einen Un e schied mach , bleib unkla , sodass hochak uelle F agen
zu Ku a ie ung on In o ma ionen ga nich hema isie we den. De Ve such,
Social Media und Massenmedien au un e schiedlichen Ebenen gesellscha liche
Wi klichkei skons uk ion – Meso und Mak o – zu e o en und da aus eine kom-
plemen ä e Koexis enz s a Konku enz abzulei en, übe geh , was zu o kons a ie
wu de, nämlich, dass „einige ielbeach e e Social-Media-Angebo e eine ähnliche
Posi ion“ (S. 173) wie Massenmedien einnehmen können. Sugge ie wi d, dass die
Un e scheidung zwischen In luence -A ena und massenmediale A ena kla is , ob-
wohl eichwei ens a ke In luence sich kaum noch au Many- o-many-Dynamiken
s ü zen, sich du chaus auch zu poli ischen Themen äuße n und die in Redak ionen
e ügba en Me iken zunehmend spezi ische Bezugsg undlagen ü die Einschä -
zung de Popula i ä on Inhal en scha en. Es bleib abzuwa en, ob das Buch die
Folgen de digi alen T ans o ma ion ü die Möglichkei und Funk ionsweise on
Massenmedien nich doch un e schä z . De Hinweis, dass eine polykon ex u ale
Gesellscha au syn he isie ende Leis ungen de Massenmedien ode unk ionale
Äqui alen e angewiesen sei (S. 194), läss hie zum einen zu iel o en und wende
den Äqui alenz unk ionalismus zum ande en sel sam op imis isch. Das Vo handen-
sein eines gesellscha lichen Bezugsp oblems heiß schließlich nich , dass sich qua-
si-au oma isch eine gesellscha liche P oblemlösung eins ellen und Bes and haben
wi d.
Insgesam handel es sich bei dem Buch abe um eine seh gu e s ändliche
Ein üh ung, die Lese innen und Lese , die sich einen Übe blick übe Aspek e de
digi alen T ans o ma ion e scha en wollen, mi g oßem Gewinn lesen we den und
die auch ü be ei s länge am Thema In e essie e we olle An egungen en häl .
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Open Access Diese A ikel wi d un e de C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Li-
zenz e ö en lich , welche die Nu zung, Ve iel äl igung, Bea bei ung, Ve b ei ung und Wiede gabe in
jeglichem Medium und Fo ma e laub , so e n Sie den/die u sp ünglichen Au o (en) und die Quelle o d-
nungsgemäß nennen, einen Link zu C ea i e Commons Lizenz bei ügen und angeben, ob Ände ungen
o genommen wu den.
Die in diesem A ikel en hal enen Bilde und sons iges D i ma e ial un e liegen eben alls de genann en
C ea i e Commons Lizenz, so e n sich aus de Abbildungslegende nich s ande es e gib . So e n das be e -
ende Ma e ial nich un e de genann en C ea i e Commons Lizenz s eh und die be e ende Handlung
nich nach gese zlichen Vo sch i en e laub is , is ü die oben au ge üh en Wei e e wendungen des
Ma e ials die Einwilligung des jeweiligen Rech einhabe s einzuholen.
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Hinweis des Ve lags De Ve lag bleib in Hinblick au geog a ische Zuo dnungen und Gebie sbezeich-
nungen in e ö en lich en Ka en und Ins i u sad essen neu al.
Isabel Kusche P o . D ., Ins i u ü Soziologie de O o-F ied ich-Uni e si ä Bambe g. Fo schungs-
schwe punk e: digi ale Medien, Küns liche In elligenz, Poli ische Kommunika ion, Soziologische Theo-
ie. Ve ö en lichungen: A i icial In elligence and/as Risk. In: AI – limi s and p ospec s o a i icial in el-
ligence, H sg. P. Klimczak und C. Pe e sen. Biele eld 2023.
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