Jonas, F ied ich
A icle
Subjek und Gegens and in de klassischen
Na ionalökonomie
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Jonas, F ied ich (1956) : Subjek und Gegens and in de klassischen
Na ionalökonomie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN
1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 76, Iss. 3, pp. 83-91,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.76.3.83
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339] 83
Subjek und Gegens and
in de klassischen Na ionalökonomie
Von
F ied ich Jonas - Obe hausen
Inhal s e zeichnis: 1. Cha ak e is ik des a ionalen Gegens andes S. 83 —
2. "We leh e und Saysches Theo em S. 85 — 3. Die Au lösung des Gegen-
s ande« S. 89
1. Cha ak e is ik des a ionalen Gegens andes als Na u
Die G undlage, on de aus sich de „Ausgang des Menschen aus
seine selbs e schulde en Unmündigkei " ollzog, is o meh ode
wenige deu lich un e dem Beg i „Ra ionalismus" zusammenge aß
wo den. G undsä zlich kann diese Beg i nach unse e Ansich in
zwei Rich ungen in e p e ie we den. Nach de einen Sei e is Ra io
das Ve mögen des Bes immens ohne Ende, nach de ande en Sei e das
Unbeding e, das Ende des Bes immens selbs ; nach de einen Sei e is
sie Indi iduali ä , nach de ande en To ali ä . Was nun gemeinhin
un e de Bes immung des Ra ionalismus e s anden wu de, wa de
un e mi el e Übe gang om Indi iduellen zum To alen, on de
Summe de P i a kalküle zum Ganzen de Gesellscha , wie e on
Smi h, Say und den Schüle n Ben hams übe all o ausgese z
wi d. Die G undlagen sind hie wohl un e schiedlich, und ideen-
geschich lich is de Übe gang on dem Glauben an die „unsich ba e
Hand", an den Fo sch i de Au klä ung, zu dem logisdien Rigo is-
mus de u ilis ischen Philosophie on Bedeu ung, abe das E gebnis,
die Unmi elba kei de Bes immungen und de absolu e Gegensa z,
de du ch eine bes imm e Denk o m he o ge u en wi d, is on allen
Vo ausse zungen he anzu e en1.
Die Denk o m de Klassik is bes imm du ch das Geschich sbild
des Libe alismus. Hie is das Bewuß sein zu sich selbs gekommen
und sp ich als Selbs bewuß sein sein eigenes Wesen aus: daß es on
nun an nu Gese ze und keine Geschich e meh gäbe. Indem es sich
1
„Na u e (which means in his case heo y ins ead o his o y) begins and ends
wi h indi iduals; Na u e made he indi iduals and Man made he g oups." B o n a
im Vo wo de B ie e Rica dos anMal hus, Ox o d 1887, S. XII.
6*
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84 F ied ich Jonas [340
so als Gegens and gegenübe i , e leugne es sein eigenes Wesen,
da es sich eine äuße en No wendigkei un e wi , on de es nu
weiß, daß sie aus dem Handeln alle esul ie e. Fü den Wissenscha -
le selbs — und die Klassike behaup en ja on sich, im Gegensa z
zum Me kan ilismus die wissenscha liche Na ionalökonomie beg ün-
de zu haben — is diese Schein de äuße en F eihei en des indi i-
duellen Handelns leich du chschauba , und au diese Einsich be-
uh übe haup , wie noch J. S . M i 11 be on , de Cha ak e de Na io-
nalökonomie als Wissenscha . D ei Gese ze behe schen die Na u :
Das Bodengese z, das Be ölke ungsgese z und das hedonis ische P in-
zip, und naçh zwei Maximen kann de Mensch zu Wohls and gelangen:
Du ch A bei en und Spa en. De einzige a ionale" Zweck de Wi -
scha is de Konsum, und die gesellscha lichen Bes immungsg ünde
des Wi scha ens, wie sie sich in de Ve eilung de P oduk ions-
mi el und Be ä igungszweige au die einzelnen Indi iduen zeigen,
sind nebs de da au au bauenden Ve eilung de P oduk e nu
Akziden ien2, die sich selbs als das bes e Mi el zu diesem Zweck be-
wäh haben. „Eine Wa e wi d p oduzie , um sie konsumie en zu
können; Ve eilung und Aus ausch sind nu Zwischenope a ionen3." Es
wi d so ein „klassisches64 Sys em on s enge Einhei lichkei gescha -
en, in welchem die Handlungen des Indi iduums, so e n sie dessen
Wohls and be e en, den Cha ak e de Zu älligkei haben, gleich-
zei ig abe du ch die Ve mi lung de oben genann en Gese ze de
s engen No wendigkei un e liegen, die du ch die gesellscha liche
Ak ion au dem Ma k e he o ge u en wi d und als de en zen alen
Ausd uck die Klassike das We gese z hinges ell haben. So zieh sich
ein Riß zwischen No wendigkei und Zu älligkei on An ang an du ch
die Wissenscha , ein Gegensa z, de du ch die selbs bewuß e Au -
hebung de Geschich e so ausgedehn wi d, daß e keine p ak ische
Bedeu ung meh ha ; es gib „dis u bing causes" (Rica do), eine
Indus ie „ op peu éclai ée (S a y), abe es gib keine Umwälzungen,
denn die Ha monie o s ellung zeig nich nu , daß No wendigkei nu
an de F eihei , sonde n auch daß F eihei nu in de No wendigkei
exis ie . Die Ha monie o s ellung de Klassike ha dahe auch keine
eigen lichen Wohls andsimplika ionen, sie besag nu , daß dem Indi-
iduum genügend Da en zu seine O ien ie ung zu Ve ügung s ehen,
um sich sys emge ech zu e hal en — e an wo en muß sich die
Na u selbs .
2 De Gegensa z zwischen Rica do und Mal hus hinsich lich de Theo ie
de Absa zwege be uh wesen lich au de un e schiedlichen Beu eilung dieses
Punk es.
3 James Mill, Elemen e de Na ionalökonomie, D . . A. L. . Jakob,
Halle 1824, S. 310/311.
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341] Subjek und Gegens and in de klassischen Na ionalökonomie 85
Die Na ionalökonomie wa on den Klassike n beabsich ig als die
Leh e on dem sinn ollen Zusammenleben de Menschen in de Wi -
scha , im Gegensa z zu den me kan ilis ischen Ve wal ungsmaßnah-
men. Sinn (indi iduelle Beda sdeckung) und die on dem hedonis i-
schen P inzip gelenk e A bei als das allen gleichmäßig zugängliche Mi -
el de Sinn e wi klichung s anden du chaus es , so es , daß de An-
sp uch eine Na u wissenscha , de eben au de de scholas ischen
Denk echnik en sp echenden Un e ände lichkei des Gegens andes
au bau , e hoben we den konn e.
2. We leh e und S a y sches Theo em
Du ch die We leh e wu de die Na ionalökonomie zu Wissenscha .
Das We gese z wa eine Kons an e wie die Kons an en de Physik.
Es e schien dies no wendig, da man nach na u wissenscha liche Me-
hode ein Sys em nu beg ünden kann, wenn bes imm e Kons an en
du ch das Sys em selbs nich meh beding sind. Die Klassike glaub-
en eine solche Kons an e, die selbs nich We wa , in de A bei s-
k a ge unden zu haben, was Rica do gegen M a 11 h u s und
Ma x gegen P oudhon be on e. Mi ih sollen die Gese ze, die
den Aus ausch de Wa en bes immen, e klä we den.
De na ü liche P eis ode We de Klassike leis e dasselbe wie
de physiok a ische K eislau . E ep oduzie Lohn, Ren e und P o i
und s ell so gleiche maßen die Bedingungen o gese z en Wi scha -
ens da . E is dami Ausd uck ü die Au onomie des Wi scha s-
ablau s und b ing die Bes immungsg ünde de Wi scha : Knapphei
und soziale Ve bundenhei zum Ausd uck. In ih wi d die Vo ausse -
zung des Indi idualsys ems da ges ell , daß es o z de F eihei des
Indi iduums im sozialen Zusammenhang eine objek i e G öße gib ,
die übe die Bewe ung on Kos en und P oduk en scheide und in
de En gegense zung zum Ma k p eis A und Weise de wi scha -
lichen En wicklung bes imm . Die Klassike gaben die physiok a ische
Gleichgewich sbe ach ung au , weil sie glaub en, daß nu aus den
Wi scha splänen de Indi iduen de Wi scha sablau e klä we -
den könn e. Hie inde Smi h den Lei ungsd ah de ökonomischen
Kausali ä . Dabei ha en sie zunächs gegen die ulgä e Fo m des
Gleichgewich sausd ucks du ch Angebo und Nach age zu kämp en,
einen Schein, den sie nich ze s ö en, geschweige denn au heben konn-
en und de dahe in de wei e en En wicklung imme wiede du ch-
b ich . Das äuße sich schon da in, daß, so so g äl ig sie ihn auch in
mik oökonomische Be ach ung abweh en, sie ihn doch in mak o-
ökonomische Hinsich als allgemeines S abili ä spos ula zug unde
legen. Ohne die Kons an en de We heo ie kann das Sys em nich
die no wendige S abili ä haben. Die Konku enz on Angebo und
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86 F ied ich Jonas [342
Nach age bewi k nach de Ansich de Klassike nu , daß „übe einen
gewissen Zei aum hinweg46 die indi iduellen Handlungen den sozialen
Da en angepaß we den.
Aus diese Objek i ie ung de Subjek i i ä e geben sich jedoch
Pa adoxien, die nu au dem Hin e g unde eines objek i en Da en-
bildes mi de Ha monie o s ellung e einba sind. Das Indi iduum
is ei inso e n, als es indi iduell handeln muß, un ei inso e n, als
de E olg seine Handlungen du ch die Ma k gese ze bes imm wi d.
Das Indi iduum is unwissend inso e n, als es sich nu an dem du ch
die Konku enz he o ge u enen Schein o ien ie en kann, und es
muß unwissend sein, sons gäbe es keine Konku enz, es is wissend
inso e n, als es den eigen lichen G und de We bes immung kenn ,
und auch dieses Wissen is o ausgese z , sons wü de es keinen s a-
bilen Zusammenhang geben und das Sys em wü de daue nd om Zu-
sammenb uch bed oh sein. Hie zeig sich e s die Bedeu ung, die die
We leh e in de na ionalökonomischen Klassik ha . Sie is in Ve bin-
dung mi dem Say sehen Theo em de wich igs e Ausd uck ü die
Ha monie o s ellung de bü ge lichen Gesellscha . Die Einkommens-
g öße wi d g undsä zlich als gegeben angenommen. Die We leh e wa
also, da au wies schon M a 11 h u s hin, un olls ändig. Rica do
e hob diese Un olls ändigkei zum Sys em, indem e e klä e, nu die
Ve eilung eines gegebenen Einkommens e klä en zu wollen. E muß
es un, weil die Gese ze de P oduk ion als „na ü liche" jensei s de
wissenscha lichen Beu eilung bleiben (sowei sie sich nich mi Ein-
zel ällen beschä ig ), was in dem Cha ak e des Gegens andes als
Na u beg ünde is . E kann es un, weil e imme eine no male Ein-
auschba kei de Gü e zug unde leg und annimm , daß es S ö un-
gen nu in de Fo m indi iduelle I üme gebe, die das Ni eau des
Gleichgewich s nich e ände n4.
Ausd uck ü diese Objek i i ä is die A bei szei , wobei die
A bei squali ä ebenso kons an angenommen wi d wie bei den Sub-
jek i is en die Nu zenschä zungen und P ä e enzskalen. G undlage ü
die S abili ä des Ganzen is dabei die äuße s e Beweglichkei in den
Teilen, in denen die gesellscha liche Ak ion sich spon an ealisie .
Jedes Indi iduum en scheide nach objek i en Da en selbs ändig. Fü
gu e En scheidungen wi d es belohn , ü schlech e bes a , abe es
ha nich die Möglichkei , au die Da en ode au die ande en Indi-
iduen di ek einzuwi ken, denn diese sind ja „ ei", d. h. unmi elba
nu on dem abs ak en Ganzen de Gesellscha (Na u ) abhängig.
Wie die einzelnen Au o en sich auch zu dem We gese z s ellen, hie in
4 Die wich igs en Ausnahmen on diese Annahme inden sich bei Rica do
in dem Kapi el „On Machine y" in den „G undsä zen" und in den B ie en an
MacCulloch, New Yo k 1895, S. 106 .
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343] Subjek und Gegens and in de klassischen Na ionalökonomie 87
sind alle gleich. Rosens ein-Roda n5 beme k ganz ich ig,
S a y habe nu ausd ücken wollen, daß jede den Gleichgewich sp eis
kenn . Die Na u de Nach age, d. i. de Un e schied zwischen dem
na ü lichen und dem Ma k p eis, zeig dem P oduzen en hinlänglich,
was e zu p oduzie en habe, und dahe „b auch man nich ängs lich
zu g übeln, au welches Indus ie ach man die P oduk ion ge ich e
zu sehen wünsche6". Eine Ände ung dieses Zus andes wä e nu zu be-
ü ch en, wenn die P oduk ion einem Indi iduum un e wo en wä e
und dieses dahe seine Willkü auch au die Da en e s ecken könn e.
Solange dies nich de Fall is , sind sie objek i ü alle. Eine Kumu-
la ion dadu ch, daß die T ennung zwischen Da um und Va iablen au -
gehoben wi d, is ausgeschlossen. Von diesem S andpunk aus is die
Theo ie de Absa zwege nu eine Exempli ika ion de Idee, die de
We leh e zug unde lag.
In diese En gegense zung on Subjek und Objek lieg abe schon
de „Keim des Ve de bens" beg ünde , de sich den nach olgenden
K i ike n o allen Dingen in de „Objek i i ä " de klassischen We -
leh e da ge an ha . Da dem Indi iduum genügend Da en zu Ve -
ügung s ehen, kann on indi iduellen Bes imm hei en abgesehen
we den. De quan i a i e Cha ak e de We leh e lei e sich on hie
selbs e s ändlich ab, Schwankungen de Nach age, die in den K eis-
lau ein subjek i es Momen hinein agen, haben keine ande e als
ik ionelle Bedeu ung, „i is all done by he compé i ion o he
selle s7". Hie is de oche de b once des klassischen Sys ems, die
Kons an e, die dem Gese zesbeg i en sp ich . De We is eindeu ig
bes imm , wenn das Ren engese z gil , die Zusammense zung des Kapi-
als übe all gleich is und die Nach age (als To alg öße) unselbs ändig
is . Boden und Kapi al können g undsä zlich nich den We , sonde n
nu die Nü zlichkei eine Wa e e ände n. De Boden ände nu die
Ve eilung, nich die We bes immung. De G enzboden kann sich
gegen seine Ren enlosigkei nich weh en, abe das Kapi al is beweg-
lich. Wenn es dahe übe haup eine Ren e bezieh , so muß diese gleich-
mäßig sein und dahe je nach de o ganischen Zusammense zung des
Kapi als das We gese z modi izie en. Rica do konn e das so au -
auchende P oblem de doppel en We bes immung aus A bei und
Kapi al — wodu ch die g undlegende Kons an e in F age ges ell wi d
— nich lösen. E schei e an dem Zen alp oblem, das e sich selbs
ges ell ha e, die In eg i ä des We gese zes un e den Bedingungen
8 P. N. Rosens ein-Rodan, The Coo dina ion o he Gene al Theo ies
o Money and P ice. Economica, Vol. III, 1936.
8
J. B. S a y, T ai é d'Economie Poli ique, d . y. C. E. Mö s ad , 5. Au l.
S u ga 1833, 1. Bd., S. 219.
7 D. Rica do, Le e s o T. R. M a 11 h u s , Ox o d 1887, S. 173.
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88 F ied ich Jonas [344
de mode nen P oduk ionsweise zu lösen: „I am no sa is ied wi h he
explana ion which I ha e gi en o he p inciples which egula e alue,
I wish a mo e able pen would unde ake i 8." M a o schei e spä e
an de selben S elle, wenn man nich in dem Beg i de „gesell-
scha lich no wendigen A bei szei 66 meh sehen will als eine
Tau ologie. James Mill mach es sich leich e , indem e die
Fo men, in die de We ze äll , ü seine Bes immungs-
g ünde ansieh : „Die P oduk ionskos en de Dinge egulie en
den Tauschwe de selben6'9, was in kla em Wide sp uch zu
Rica do s eh , de A bei szei (als We bes immungsg und) und
P oduk ionskos en (als Ausgaben des Un e nehme s) scha auseinan-
de hiel und dadu ch den gesellscha lich en scheidenden Cha ak e de
Kos enhöhe ü die Bewegungs ich ung de P oduk ion be on . Die
Posi ion, die die We leh e im klassischen Sys em u sp ünglich ha e,
is hie schon au gegeben. So sch eib auch M a 11 h u s : „The iew o
exchangeable alue, which makes i depend exclusi ely upon he cos
o p oduc ion is essen eally inco ec , and u e ly useless in sol ing
he g ea phaenomena which a end he p og ess o weal h10.46 Hie -
gegen konn e sich nu Rica do mi Rech zu Weh se zen11. J. S .
M i 11 e klä die We leh e als heo e isch abgeschlossen, abe ge ade
bei ihm, de ein Gemisch aus den e gangenen We leh en gib , indem
e P oduk ionskos en, A bei szei und Nü zlichkei als We bes im-
mungsg und he anzieh , zeigen sich die Mängel des bishe Geleis e en.
Die Un ollkommenhei en de klassischen We leh e, die nich übe -
wunden we den konn en, üh en bei ihm zu Au lösung des Sys ems.
Dasselbe Schicksal e äh auch das sogenann e Say sehe Theo em.
Die Diskussion de We leh e is ja bei den Klassike n eng mi dem
Gleichgewich s heo em e bunden. In de Ta d eh sich ja de S ei
zwischen Rica do und M a 11 h u s da um, ob de We eine Wa e
e s im Aus ausch du ch die mi ih e langba e A bei smenge ode
schon o he du ch die au gewende e A bei smenge bes imm wi d.
Dies Theo em s ell wie die We leh e die Unabhängigkei des Gegen-
s andes des wi scha lichen Gleichgewich s om Handeln de Indi i-
duen da . Die Au onomie des Wi scha lichen wi d hie gegen die Zi -
kula ions heo ien de Me kan ilis en am s ä ks en be on . Es is das
Gese z, welches egie , das Angebo und Nach age au den einzelnen
Mä k en zu ih em We ausgleich und im Ganzen da ü so g , daß
8 D. R i c a d o , Le e s o J. R. M a c C u 11 o c h , New Yo k 1895, S. 48.
9 James Mill, Elemen e de Na ionalökonomie, d . . A. L. . Jakob, Halle
1824, S. 123.
10 Zi ie bei D. R i c a d o , No es on Mal hus „P inciple o Poli ical
Economy" London 1928, S. 220.
11 Vgl. D. Rica do, G undsä ze de Volkswi scha und Bes eue ung, d . .
H. Waen ig, Jena 1921, S. 47.
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345J Subjek und Gegens and in de klassischen Na ionalökonomie 89
einem Angebo du ch „me aphysische No wendigkei " (J. S . Mill)
imme eine en sp echende Nach age gegenübe s eh .
Die klassische These is die Unselbs ändigkei de Nach age gegen-
übe de P oduk ion. Die P oduk ion s ock nich wegen e inge e
Nach age, sonde n wegen de zunehmenden Schwie igkei , die die
P oduk ion im Ve häl nis zum E ag den Menschen en gegense z .
„This is in ac he ounda ion o ou di e ence wi h ega d o he
heo y o M . Mill12.66 Es kann hie nich im einzelnen ausge üh we -
den, wie diese Gedanke bei den Klassike n beg ünde wi d und wie
sich seine Ze se zung ges al e . De P ozeß e läu abe ähnlich wie
in de We leh e. Aus eine Aussage übe die ka ego iale S uk u des
E ah ungsgegens andes (de bü ge lichen Gesellscha ) wi d bei James
Mill und S a y ein Spiel mi De ini ionen, bei Rica do und J. S .
Mill wi d die Ha monie o s ellung eils aus G ünden de Technik,
eils g undsä zlich dadu ch au gehoben13, daß sie gleichmäßig den eien
Ma k ausschal en, wenn sie ih en Gegne n dessen Gleichgewich be-
weisen wollen.
3. Die Au lösung des Gegens andes
Niemand ha sich so seh um die Au o i ä , die Subs an iali ä des
Gegens andes gemüh wie Rica do, da um, die zei lose Gel ung
des We gese zes au zuweisen. De We is die Subs anz, de en Mach
gegenübe den E scheinungen nachzuweisen die Au gabe de Wissen-
scha is . Nich meh de Volkswohls and is das E kenn nisobjek .
Wenn die Wissenscha sich gegenübe den P ak ike n behaup en will,
muß sie ganz eindeu ig au die Subs an iali ä ih es Gegens andes ab-
s ellen, die sich nich in agen Ha monie o s ellungen, sonde n in de
Objek i i ä des We gese zes aussp ich . Alle ande en Gese ze sind
nu die gese zmäßige Weise de Ve wi klichung diese Subs anz. Das
Ren engese z, das die Gel ung des We gese zes ü die Landwi scha
zeig , das hedonis ische Gese z, das die Mechanik ausd ück , du ch die
das We gese z sich imme wiede e wi klich und schließlich das Be-
ölke ungsgese z, das nich s ande es als die al e, je z pessimis isch
gewende e Vo s ellung on de F uch ba kei des Wi klichen da s ell ,
die so das Ma e ial be ei s ell , das die Subs anz un e sich subsum-
mie .
In de S uk u de Leh e Da id Rica dos is de „Keim des
Ve de bens46, de sich hie en al e e, am deu lichs en zu e kennen. Wie
e in seine We heo ie die „unbeding no wendige"4 Nü zlichkei hin-
12 D. Rica do, anMal hus, a.a.O., S. 50.
13 Vgl. D. Rica do, No es on M a 11 h u s , a.a.O., S. 162, und Le e s o
Mal hus, a.a.O., S. 174; J. S . M i 11 , G undsä ze de poli ischen Ökonomie
d . on W. Geh ig Jena 1913, 1. Bd., S. 101.
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90 F ied ich Jonas [346
einb ing , so in seine Ve eilungs heo ie die un e ände lichen Gesam -
g ößen. In beiden Fällen we den die Bedingungen de Möglichkei des
Gleichgewich s und die Bedingungen des Gleichgewich s ge enn und
dann une schü e lich e einig .
So e geben sich ü die exo e ische Be ach ung s enge Objek i i-
ä und Konsis enz in de heo e ischen Konzep ion, in de Vo s ellung,
daß in einem gegebenen Da enzusammenhang nu indi iduelle Anpas-
sungen zu un e suchen wä en. Die Indi iduali ä ze spli e in iele
Punk e und die No wendigkei selbs e schein als eine äuße e, als
Mi el ü P i a zwecke, wie sie ande e sei s diese selbs wiede e -
keh . Sie e schein als ein äuße e Zwang, de in die Theo ie nu
un e dem Ti el eine F ik ion Au nahme inden kann. Dieses Bewuß -
sein is nich wei on dem empi ischen en e n , da es alle Vo aus-
se zungen, die Da en, an denen die Theo ie enden muß, aus de E -
ah ung übe nimm , wobei sich dann die Nich igkei des hic e nunc
in den Schein de Ewigkei e keh .
Hie aus lei e sich dann jene Rich ung de Theo ie ab, die die Be-
dingungen des Gleichgewich s zum ausschließlichen E kenn nisgegen-
s and dekla ie . Ein solches Denken kennzeichne abe nu unzu ei-
chend das Bemühen Rica dos, de ja ielmeh da au aus wa ,
nich nu die Bedingungen des Gleichgewich s als solche zu beg ei en,
sonde n auch dessen Wi klichkei heo e isch nachzuweisen. Moch e
M a 11 h u s auch seinen F eund als „legisla ing o sa u n" anklagen,
Rica dos ganzes Bes eben geh dahin, die Wi klichkei de Sub-
s anz in den E scheinungen zu e weisen. Dies zen ale Bemühen Rica -
dos, übe die Bedingungen des wi scha lichen Gleichgewich s nich
ein ach zu spekulie en, sonde n sie als wi kliche zu e weisen, is es,
was seine Theo ie da o bewah , zu einem „in ellek uellen Luna-
pa k" (Röpke) zu we den, was ihn abe ande e sei s auch schei e n läß .
Dieses Schei e n Rica dos in de We leh e is die eigen liche
U sache ü die Au lösung des Gegens andes, den Rückzug de Wi -
scha swissenscha en, gegen den — wenn man on Ma x absieh —
e s de Keynesianismus S ellung bezogen ha . Ein Bewuß sein übe
diese Au lösung is abe e s bei J. S . Mi 11 en wickel . Vo ihm wa
noch g undsä zlich geglaub wo den, die Theo ie habe in ih en Gese zen
die on den „dis u bing causes" ge einig e Wi klichkei unmi elba
zum Gegens ande, wenngleich e wa zwischen S a y und James M i 11
Un e schiede in dem G ade de Abs ak ion bes ehen. Seh deu lich
wi d diese S andpunk noch on Senio he ausgea bei e : „The
na u al S a e o hings can be laid down as he gene al ule and he
anomalies, p oduced by pa icula dis u bing causes can be a e wa ds
accoun ed o ... (so komm es) . . . ha he heo e ic b anch o ou
science ha which ea s o he na u e, p oduc ion and dis ibu ion o
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.76.3.83 | Gene a ed on 2023-04-04 11:23:50