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Die Konkurrenz der Sozialideologien in den französischen Arbeitergewerkschaften

Abstract

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Die Konkurrenz der Sozialideologien in den französischen Arbeitergewerkschaften

Author: Szepläbi, Michael
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1970
DOI: 10.3790/schm.90.4.385
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291221/1/schm.090.4.385.pdf
Szepläbi, Michael
A icle
Die Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen
A bei e gewe kscha en
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Szepläbi, Michael (1970) : Die Konku enz de Sozialideologien in
den anzösischen A bei e gewe kscha en, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und
Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 90, Iss. 4, pp. 385-418,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.90.4.385
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291221
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Die Konku enz de Sozialideologien
in den anzösischen A bei e gewe kscha en
Von Michael Széplâbi, Bonn
I. Ein üh ung
Eine lüch ige Be ach ung de heu igen Gewe kscha s heo ie in
Deu schland und F ank eich läß undamen ale Un e schiede e mu-
en. Wenn Goe z B ie s sich da au es leg , daß „die Gewe kscha
als solche keine die kapi alis ische Wi scha sweise anszendie ende
Vo s ellung eine gesellscha swi scha lichen O dnung besi z "1, so
e knüp e ih e Exis enz und ih e Ak i i ä bedingungslos mi dem
libe alen ma k wi scha lichen Sys em. Dah endo sieh in den „in-
dus iellen Beziehungen" den Haup gegens and de Auseinande se -
zungen zwischen Un e nehme - und A bei nehme o ganisa ionen. In-
dus ielle Beziehungen abe lau en ü ihn da au hinaus, „daß man
die bes ehenden Eigen ums e häl nisse, Un e nehmungs e assungen
und Be iebss uk u en, wie sie nun einmal sind, zwa hinnimm , abe
die aus ihnen e wachsenden In e essengegensä ze in Ins i u ionen de
Ve handlung, Ve mi lung und ( eiwilligen) Schlich ung au äng "2.
Dami lieg de ins i u ionelle Rahmen ein- ü allemal es , — ode
seine Fo en wicklung en zieh sich zumindes de Kompe enz on A -
bei e - und Un e nehme o ganisa ionen.
Eine ollkommen ande sa ige Au assung zeig die Da s ellung
eines hohen anzösischen Regie ungsbeam en. E bezeichne die Ge-
we kscha en seines Landes als „le seul o gane possible d'exp ession
du sen imen collec i de la masse des sala iés, l'agen de c is allisa ion
des aspi a ions plus ou moins con uses de ce e masse"3. Geo ges Le-
anc, de üh ende Gewe kscha s heo e ike in F ank eich, sieh in
ihnen „le moyen d'exp ession na u el des a ailleu s"4.
Zwei cha ak e is ische Me kmale de anzösischen Gewe kscha en
zeichnen sich hie ab: 1. Ih e Ve anke ung im sozialen Ge üge is in-
1 Goe z
B ie s:
Gewe kscha en (Theo ie). In: HdSw, Bd. 4. S u ga 1965. S. 549.
2 Ral
Dah endo :
Gesellscha und Demok a ie in Deu schland. München 1965.
S. 195.
3 Pie e
La oque:
La ie sociale. In: Alliance F ançaise (H sg.): La F ance
d'aujou d'hui. Pa is 1964. S. 179.
4 Geo ges
Le anc:
Le syndicalisme en F ance. Pa is 1964. S. 124.
25 Schmolle s Jah buch 90,4
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386 Michael Széplabi
o melle als in Deu schland. 2. Ih e Rep äsen a ions unk ion is nich
au den ins i u ionalisie en und isolie en In e essenspiel aum de A -
bei swel besch änk .
De un e schiedlichen Eino dnung en sp echen un e schiedliche Hal-
ungen. In den anzösischen Gewe kscha en wi d die Gesellscha s-
s uk u nich als s a ische G öße hingenommen, sonde n in E kenn -
nis ih e s ändigen Ve ände ung und Ände ba kei als Ziel de Re-
lexion und de Ak ion in die eigene Ve an wo ung einbezogen. Das
Übe s eigen de Sphä e unmi elba e , abwägba e ma e ielle In e -
essen e o de alle dings neue, nich meh ollkommen a ional ablei-
ba e We ungsmaßs äbe, die ie e im Menschen als in seine ak u-
ellen A bei ssi ua ion g undgeleg sind. Ansp uch und Au gabe de
Rep äsen a ion des A bei e s ich en sich olglich au die Gesam hei
seine ypischen sozialen und wi scha lichen Posi ionen, die in eine
dynamisch beg i ene O dnung einge üg sind5.
Da aus e klä sich die besonde e Bedeu ung, die gesellscha swi -
scha liche We sys eme in den anzösischen Gewe kscha en haben.
Die ideologische Komponen e is in eg ie ende Bes and eil ih es
Selbs e s ändnisses und ih es Wel e s ändnisses. Ebenso wie äuße e
wi scha liche und soziale Rela ionen kann eine Ideologie, wenn „sie
die Wah hei eine G uppe gewo den" is , de en G undhal ungen be-
s immen6. Wäh end also B ie s z.B. Sozial e olu ionä e Bewegungen
als im eigen lichen Sinne gewe kscha s emde Pa allele scheinungen
ansieh 7, die sich allen alls au Zei mi dem Ideal ypus de ins i u io-
nalisie en In e essen e e ung e bünden können, inden wi in
F ank eich übe wiegend eine Iden i ika ion gewe kscha liche Vo s el-
lungen on de und zu de Gesellscha als ganze mi ideologischen
We sys emen. Eine Un e suchung übe die Rolle de Sozialideologien
ziel also au die Lebensmi e de anzösischen Gewe kscha en und
nich e wa, wie es die no ma i en Modelle on B ie s und Dah endo
nahelegen, au s ö ende Ein lüsse on außen8.
II. Me hodische Vo ausse zungen
Das anzösische Wo „syndica " deck nich genau den deu schen
Beg i de Gewe kscha , so daß wi den Gegens and de Un e su-
5 „Le syndicalisme naî d'une communau é de si ua ion e d'idées a an d'ê e
une communau é d'in é ê s." Jean-Daniel Reynaud: Les syndica s en F ance. Pa is
1963. S. 18.
6 Raymond A on: La lu e des classes. Pa is 1964. S. 254.
i B ie s: a.a.O., S. 549.
8 Beiden Modellen ehl die Be ücksich igung soziologische E ah ungsgehal e:
B ie s en wi eine ein ökonomische Gewe kscha s heo ie mi ma k wi scha -
lichem Rahmen, Dah endo subsumie die Gewe kscha en un e ein poli ologisch
bes imm es, libe aldemok a isches Gesellscha smodell.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 387
chung p äzisie en müssen. Diese bezieh sich nu au solche gewe k-
scha lichen Zusammenschlüsse, die on ih e Zielse zung und on ih-
e T adi ion he au die Rep äsen a ion de indus iellen A bei e -
scha ausge ich e sind (syndica s ou ie s).
Sei Ende 1947 bes eh die heu e noch andaue nde D ei eilung de
anzösischen A bei e gewe kscha en in jeweils selbs ändige Ve bände
ma xis isch-leninis ische , ch is liche und sozialis ische P ägung9.
Ku z o he ielen auch die En scheidungen übe die wi scha liche
C undo dnung und, mi dem endgül igen Ausscheiden de Kommu-
nis ischen Pa ei aus de Regie ung, übe die Fes igung einige wich-
ige Kon u en im poli ischen Ge üge des S aa es10. Inso e n is so-
wohl eine gewisse soziale Kohä enz des Un e suchungsobjek s gewäh -
leis e , als auch die wich ige Kon inui ä des äuße en Bezugs ahmens
im Zei ablau gegeben11.
Eine Schwie igkei ü jede wissenscha liche Un e suchung, die sich
mi sp achlichen Ände ungen be aß , e wächs da aus, daß die Sp ache
als Ausd ucksmi el kein neu ales, sachbes imm es Medium da s ell ,
sonde n un ennba mi ih em T äge bzw. Au o e bunden is . Die-
ses allgemeine A gumen de Wissenssoziologie und Sp achpsychologie
wieg besonde s schwe , wenn die Äuße ungen nich de bloßen Wie-
de gabe on Sach e hal en, sonde n de Cha ak e isie ung on in sich
schon subjek i en We gehal en dien . Eine wei e e Komplika ion
komm hinzu, sowei de sp achliche Ausd uck diese We gehal e nich
Selbs zweck is , sonde n in Funk ion zu einem anges eb en Ak ions-
ziel s eh .
Wie im Zusammenhang mi dem Ideologiebeg i noch nähe da -
zulegen sein wi d, geh es hie nich um die Loslösung de Ideologie
on ih em T äge , sonde n ge ade um Ve knüp ung und Wechselwi -
kung zwischen beiden. Fü eine solche Analyse is alle dings eine ge-
wisse sp achliche Dis anz zu Te minologie de e schiedenen Ideolo-
gie äge nö ig, um eine sei s übe haup Ve gleichsmaßs äbe zu scha -
en und ande e sei s gül ige und nachp ü ba e Aussagen übe den Un-
e suchungsgegens and machen zu können.
Um diesen Schwie igkei en zu begegnen, wenden wi olgende Re-
geln an: In de desk ip i en Behandlung de einzelnen Ideologien bleib
die Te minologie ih e T äge im wesen lichen un e ände ; Zi a e sind
9 So die pauschale Kennzeichnung on
La o que:
a.a.O., S. 438.
10 Vgl.
Le anc:
Le syndicalisme en F ance, a.a.O., S. 104 .
11 Die A bei wu de o den Mai-E eignissen des Jah es 1968 abgeschlossen. P in-
zipiell neue Züge wu den abe in de spä e en En wicklung nich sich ba ; sie e -
schein ehe als Bes ä igung und Illus a ion de hie o geleg en Da s ellung, bei
o enba wachsendem Gewich de gewe kscha lichen Ak ionen.
25•
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388 Michael Széplâbi
dahe zumeis in de O iginalsp ache wiede gegeben. Fü die k i ische
Analyse we den jeweils neue Ka ego ien on außen einge üh , an
denen das Beobach ungsma e ial zu messen is .
Das Wo Ideologie inden wi sei dem 18. Jah hunde in wechsel-
ollen und schille nden Bedeu ungen12. In de anzösischen Gewe k-
scha sli e a u ha sich eine induk i gewonnene, we neu ale In e -
p e a ion nahezu einhei lich du chgese z . Sie bezeichne mi Ideologie
diejenigen geis igen G undposi ionen on sozialen G uppie ungen, die
zu Mo i ie ung de Ak ion dienen und nich meh ollgül ig a ional
ablei ba sind: E kenn nisse, Glaubensinhal e, Ube zeugungen, Ge-
ühle, die sich zu einem meh ode wenige kohä en en Ideengu e -
dich e haben und als Lei linien des G uppenengagemen s angegeben
we den13.
Da aus olg , daß sich die jeweilige ideologische G undlage au die
Gesam hei de im Blick eld de G uppe liegenden sozialen E schei-
nungen ich e und mi einem gewissen Absolu hei sansp udi E klä-
ungs- und Lösungs e suche da bie e . In diesem Sinn we den Aus-
d ücke wie „doc ine sociale"14, „ ision d'un o d e social"15 und „idé-
ologie sociale"16 synonym geb auch . Wi übe nehmen diese um as-
sende Konzep ion und de inie en Sozialideologie als den meh ode
minde olls ändigen En wu eine Gesellscha so dnung (o d e so-
cial), de au We o s ellungen be uh und den Willen zu ih e Du ch-
se zung einschließ .
Hie e scheinen be ei s zwei wich ige Beziehungs elde , in denen die
Rolle de Sozialideologien zu be ach en sein wi d: in de Spannung
zwischen a ional undie en und nich a ionalen Elemen en sowie in
de T ansmission de Idee in die Ta , also im Ve häl nis on Theo ie
und P axis. Ein d i e k i ische Punk en sp ing aus de Pola i ä
on g uppenspezi ische We - und En scheidungsskala und ih em
gleichzei igen Ansp uch au Allgemeingül igkei und Allgemein e bind-
lichkei . Eine mo phologische Skizze de anzösischen Gewe kscha en
soll nun zum Objek de Un e suchung üh en.
12 Vgl. Go ied Eise mann: Wi scha und Gesellscha . S u ga 1964.
S. 152 . — sowie Hans Joachim Liebe : Philosophie — Soziologie und Gesellscha .
Gesammel e S udien zum Ideologiep oblem. Be lin 1965, besonde s S. 56 .
13 Ein ähnliche Ideologiebeg i — neben ielen ande en — is auch bei deu -
schen Soziologen, besonde s au dem Gebie de Wissenssoziologie, zu inden; so
z. B. bei Eise mann: Wi scha und Gesellscha , a.a.O., S. 180, de Ideologie als
„jeweiliges Insgesam on Sinndeu ungen und We en" e s eh .
14 Mau ice Mon ucla d: Le comi é d'en ep ise. Sociologie du a ail, N . 2/1965,
S. 188.
15
Reynaud: a.a.O., S. 15.
16 Claude Du and: Dynamique sociale e é olu ion du syndicalisme. Sociologie du
a ail, N . 3/1964, S. 299.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösisdien Gewe kscha en 389
III. Das E scheinungsbild de anzösisdien Gewe kscha en
1. S uk u
Im Gegensa z zum De- ac o-Monopol des Deu sehen Gewe kscha s-
bundes17 g uppie en sich die anzösischen Indus iea bei e um d ei
au onom o ganisie e, selbs ändig handelnde und gegeneinande kon-
ku ie ende Gewe kscha szen alen. In de Reihen olge ih e zahlen-
mäßigen Bedeu ung sind dies
1. die Con édé a ion Géné ale du T a ail (C. G. T.),
2. die Con édé a ion F ançaise des T a ailleu s Ch é iens (C. F. T.
C.), sei 1964 umbenann in Con édé a ion F ançaise Démoc a ique
du T a ail (C. F. D. T.)18,
3. die Fo ce Ou iè e (C. G. T.-F. 0.), die sidi 1947 on de C. G. T.
abgespal en ha .
Die genauen Mi gliede zahlen sind nich bekann , da die on den
einzelnen Zen alen angegebenen S a is iken zu p opagandis ischen
Zwecken nachweislich modi izie sind19.
Schä zungen, „die wah scheinlich noch zu hoch geg i en sind", be-
lie en sich Ende 1961 ü die C. G. T. au 1 700 000 Mi gliede , ü die
C.F.T.C. au 750 000 und ü die F.O. au 400 000 Mi gliede 20.
Ve glichen mi ande en Lände n e schein die Gesam zahl on
knapp d ei Millionen Gewe kscha smi gliede n bei und zwöl Mil-
lionen A bei nehme n, die da ü in F age kommen, ge ing (ca. 25%);
de O ganisa ionsg ad ( aux de syndicalisa ion) a iie dabei e heb-
lich um diesen Du chschni swe . In G oßb i annien z.B. gib es un-
e 14 Millionen A bei nehme n e wa zehn Millionen Gewe kscha s-
mi gliede (ca. 70 %)21, in Ös e eich lieg de O ganisa ionsg ad soga
bei 75%, wäh end de Deu sche Gewe kscha sbund im Jah e 1964
17 Die Al e na i g ündung de Ch is lichen Gewe kscha sbewegung Deu schlands
(CGD) ha keine spü ba e übe egionale Bedeu ung e langen können; gl. dazu
F anz Jose Fu wängle : Die Gewe kscha en. 4. Au l. Hambu g 1964. S. 75.
18 Die Hin e g ünde de Namensände ung we den spä e aus üh lich behandel .
In einigen Schwe punk en (z. B. Be gbau) üh en abgespal ene G uppen den al en
Namen wei e .
19
La oque: a.a.O., S. 178. — Le anc: Le syndicalisme en F ance, a.a.O., S. 108 .
20 La oque: a.a.O., S. 178; die Zahlen decken sich unge äh mi den Angaben on
Le anc, de sich au Gewe kscha squellen be u (Le anc: Le syndicalisme en
F ance, a.a.O., S. 116 und 118). An ande e S elle zeig abe Le anc den wah en
Spiel aum de Schä zungen: ü die C. G. T. 1 bis 2 Millionen, ü die C.F.T.C.
350 000 bis 750 000 und ü die F.O. 350 000 bis 750 000 Mi gliede (Geo ges
Le anc: Le syndicalisme dans le monde. Pa is 1966. S. 100).
21
Le anc: Le syndicalisme en F ance, a.a.O., S. 109; e heblich abweichend da on:
He be Gie sch: Allgemeine Wi scha spoli ik. Wiesbaden 1961. S. 214.
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390 Michael Széplâbi
6,5 Millionen Mi gliede on insgesam 17 Millionen A bei nehme n
zähl e (38 %)22.
In diesen Zahlen d ücken sich alle dings nich die quali a i en Un-
e schiede in An o de ung und Bewe ung de o mellen Mi glied-
scha in den einzelnen Lände n aus, so daß keine unmi elba en
Schluß olge ungen aus dem Ve gleich gezogen we den dü en.
Daß de a sächliche Ein luß de Gewe kscha en in F ank eich wei
übe den Be eich ih e Mi gliede hinausgeh und die Meh hei de
A bei e scha sich on ihnen ep äsen ie weiß, zeigen die Wahlen
zu den Ve wal ungsg emien des allgemeinen Sozial e siche ungs-
sys ems (Sécu i é Sociale) in den Be ieben. Hie en ielen im Jah e
1963 bei eine Wahlbe eiligung on 68,9% au die Lis en
de C.G. T. 44,30%,
de C.F.T. 20,97%,
und de F. O. 14,73 %
de abgegebenen S immen23. Den Res eil en sich die Anges ell en-
gewe kscha und Unabhängige. In e essan is dabei, daß die nich -
o ganisie e Anhänge scha de d ei A bei e gewe kscha en e -
gleichsweise ähnliche Rela ionen au weis wie die o iziellen Mi glie-
de zahlen. Zusammen ep äsen ie en die d ei Ve bände in diesem
konk e en Be ä igungs eld de „Sécu i é Sociale" genau 80 % de A -
bei e scha . Als ak i e Minde hei en besi zen sie also im Rahmen de
e assungsmäßigen Ins i u ionen des A bei smilieus eine s a ke S el-
lung. Die Schwäche, die sich hie gleichzei ig o enba , lieg da in,
daß die g oße Meh hei de A bei e nich o ganisa o isch e aß und
mobilisie we den kann; sowei dies dennoch möglich is , geschieh
es nich einhei lich, sonde n on d ei e schiedenen Zen alen mi un-
e schiedlichen Zielse zungen und Ak ionsme hoden aus.
2. Fu nk i o n e n
a) In e essen e e e
Vom Zweck ih e G ündung und1 on ih em Selbs e s ändnis he
sind die Gewe kscha en das be u ene O gan zu Ve e ung de kol-
lek i en In e essen de A bei e scha ( gl. oben S. 385). Diese all-
gemeine G undsa z e kö pe sich je nach den besonde en Gegeben-
hei en eines Landes au e schiedene Weise24. Cha ak e is isch ü
22 Le anc:
Le syndicalisme dans le monde, a.a.O., S. 109.
23 Le anc:
Le syndicalisme en F ance, a.a.O., S. 118.
24 Vgl.
Fu wängle :
a.a.O., S. 102;
Fu wängle
e i die Meinung, daß wegen
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 391
F ank eich is , daß es au G und de ela i ge ingen Mi gliede zahlen
nich zu eine A In e essen e ein au Gegensei igkei und auch nich
zu eine o ganisie en Àk ionsgemeinscha de Masse de A bei e
kommen konn e. Vielmeh bes eh die In e essen e e ung eal in
de Rep äsen a ion des allgemeinen In e esses de A bei e du ch
eine ak i e Minde hei 25.
Die Rich ung de gewe kscha lichen Ak i i ä in F ank eich is
noch on zwei wei e en cha ak e is ischen Momen en bes imm : Die
übe agende Bedeu ung des s aa lichen Sek o s in de anzösischen
Wi scha und de „dominie ende Ein luß des S aa sappa a es au
alle P obleme de A bei swel " bewi ken, daß sich die Ak ion meh
au die Regie ung und Ve wal ung als au die Un e nehmen und Un-
e nehme o ganisa ionen ich e 26. Das in Deu schland eingebü ge e
Bild de Balance zwischen zwei kollek i en Sozialpa ne n und das
dazugehö ige P inzip de Ta i au onomie gel en in F ank eich nu be-
g enz . Dies lieg zu einem g oßen Teil da an, daß die „pa e nalis i-
sdie T adi ion" de Un e nehme bis heu e eine Ane kennung de
Gewe kscha so ganisa ion au Be iebsebene und ih e Be ä igung in-
ne halb des Be iebsgeländes e hinde ha 27.
b) Wel anschauungs äge
Das unmi elba e ma e ielle In e esse is nich de einzige G und
de gewe kscha lichen Zusammenschlüsse. Vielmeh p opagie en die
d ei Ve bände jeweils e schiedene Sozialideologien im Sinne de oben
gegebenen De ini ion. Die Fo mung und Fo mulie ung de Sozial-
ideologien nehmen einen g oßen Teil de gewe kscha lichen Ak i i ä
nach innen und außen ein; sie e scheinen als geis ige Ausgangspunk
und zugleich als eales Zielsys em.
Ih e axioma ischen Wu zeln eichen in bes imm e Wel anschauungen
hinein. Wel anschauungen wi ken so p ägend au die Sozialideologien,
daß wi die einzelnen Ve bände als e klä e T äge bes imm e Wel -
anschauungssys eme im A bei smilieu ansehen müssen. Da aus e klä
sich, wa um zu Bezeichnung de d ei Gewe kscha en imme A ibu e
solche Wel anschauungen geb auch we den.
So gil die C. G. T. wei hin als kommunis isch gelenk e G uppe, ode
man bescheinig ih ma xis isch-leninis ische „Hö igkei (obédience)"28.
de g oßen Va ia ion „eine Gewe kscha s heo ie ... nu au his o ische G und-
lage" sinn oll sei.
25 „Le syndicalisme, c'es l'impulsion des mino i és ac i es" (Reynaud: a.a.O.,
S. 64).
2« La oque: a.a.O., S. 179.
27 Vgl. Reynaud: a.a.O., S. 49.
28 So La oque: a.a.O., S. 438.
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392 Michael Széplàbi
Demgegenübe üh e die C. F. T. C. bis o einigen Jah en das ch is -
liche E ike o en in ih em Namen, was eine bewuß e und gewoll e
He auss ellung de wel anschaulichen G undlagen bedeu e . Wenige
p o ilie e scheinen diese G undlagen im Falle de F. 0., die sich ge-
ade gegen die wel anschauliche Bindung de Gewe kscha en wen-
de . Dies d ück sich auch in de Kennzeichnung „sozialis isch" aus29,
die in olge ih es iel äl igen, o kon adik o ischen Geb auchs kaum
noch einen spezi ischen Aussagewe besi z . Ob sich abe nich ge ade
hie in eine neue ideologische Basis mani es ie , wi d noch zu p ü en
sein.
3. Plu alis isches Selbs e s ändnis
Die F age nach de Ve knüp ung de beiden Funk ionen als In e -
essen e e e und Wel anschauungs äge zwing zu eine knappen
gesam gesellscha lichen Be ach ung. Ein ein ache Que schni de
Gesellscha du ch die Ebene des ma e iellen In e esses de e minie
noch nich die eale geis ige und o ganisa o ische S uk u einzelne
In e essen e bände. Sons gäbe es in de Ta den o in abs ak e
Da s ellung gezeichne en sozialökonomischen In e essenplu alismus des
mode nen Rech ss aa es mi genau en sp echende G uppen ep äsen-
a ion30.
In de gesellscha lichen Reali ä gib es nich die ausschließliche
Aus ich ung und Ve hal ensbes immung du ch das eine In e esse des
homo oeconomicus (in Bezug au meßba e ma e ielle Vo eile) und
des „homo sociologicus"31 (in Bezug au die soziale S ellung).
In jede Massengesellscha wi d die Ebene des ma e iellen und
sozialen G uppenin e esses geschni en on ande en Ebenen geis ige
und poli ische Auseinande se zung, die ih e sei s Pole, K a elde
und S ahlungsbe eiche in Ges al soziologische G uppie ungen bil-
den, die sich nich mi den Gebilden eine ande en Ebene decken
müssen. Ähnlich dem aus de Wi scha bekann en Schach elp inzip
inden wi inne halb eine In e essenebene e schiedens e Ausgangs-
punk e, Tendenzen und In en ionen. Ih e o ganisa o ische und ideolo-
gische Aus o mung en scheide sich in de Spannung zwischen dem
e bindenden In e esse und de g uppen o menden Po enz de Einzel-
endenzen.
In de anzösischen Gewe kscha sbewegung bes imm de zwei e
Fak o die äuße e Ges al . Au diesen gewe kscha sin e nen Plu alis-
20 La oque: a.a.O., S. 438.
90 Vgl. auch hie zu den no ma i en Ansp uch de Modelle on B ie s und Dah'
endo (s.S. 385).
31 Vgl. das gleichnamige Buch on Ral Dah endo , Köln 1959.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 399
heo ie zu ückweis , se z sie sich on de ma xis ischen Kollek i -
beu eilung ab. Indem sie die dogma isch anszenden e ch is liche
Heilsleh e igno ie , behaup e sie ih e O ien ie ung an den konk e en
sozialen P oblemen und an eigenen Maßs äben des Humanum. „Disons
plus simplemen que les sala iés on le sen imen de ne pas ê e
ai és en hommes, en adul es, en égaux dans leu en ep ise, e ce e
inégali é es d'au an plus sensible que, dans la ie cou an e, les
moeu s se son considé ablemen démoc a isées70."
In doppel e Hinsich üh diese Gewe kscha das E be des Ana -
chosyndikalismus o . Das Gleichhei sideal de Au klä ung, on den
Ana chis en übe nommen und wei e gegeben, p äg das Bild om
Menschen. Die eigen liche In e essensphä e is de Be ieb, den be ei s
de adi ionelle Syndikalismus als Haup übel de al en und gleich-
zei ig als zukün igen T äge de neuen O dnung ansah. In den be-
ieblichen Ve häl nissen is die Wü de des Menschen e le z , do
muß sie du ch neue Beziehungen wiede he ges ell we den.
2. Die P oduk ions e häl nisse
U sp ung und K is allisa ionspunk de Gewe kscha en sind die
sozialen Beziehungen im Wi scha sp ozeß. Hie inden wi meh
ode wenige ollkommen die Ideen on Indi iduum und Klasse in den
au die Reali ä bezogenen Fo de ungen e kö pe . Bei einem Ve -
gleich de Gewe kscha sideologien is zu beme ken, daß die Ausp ä-
gung und das Gewich de Vo s ellungen übe Klasse und Indi iduum
eine ezip oke In ensi ä au weisen. S eh bei de C. G. T. die Klasse
im Mi elpunk de En wicklung, so legen C. F. T. C. und F. 0. den
Schwe punk au die In eg i ä des einzelnen.
Gemeinsam is allen d ei Ve bänden, daß sie wede die absolu e
Höhe des Lebenss anda ds noch die S ä ke des Sozialp es iges als
g undsä zliches K i e ium de Klassenabg enzung nehmen. Eine Klasse
is nich die Summe alle Menschen, die zu eine s a is isch ode sozio-
me isch agglome ie en G uppe au eine kon inuie lichen wi scha -
lichen ode sozialen S u enlei e gehö en71. Vielmeh is es das „ge-
meinsame Ve häl nis zu den P oduk ionsmi eln"72 — also ein quali-
a i bes immendes Me kmal —, das die Klassen und die Klassenzuge-
hö igkei des Indi iduums de e minie . Insowei bewegen sich alle
d ei Gewe kscha en bewuß ode unbewuß einhei lich in de ma xi-
s ischen T adi ion. Disk epanzen auchen e s bei de Beu eilung und
70 Le Bou e: a.a.O., S. 114.
71 Vgl. hie zu A on: a.a.O., S. 62 . und S. 88.
72 Eise mann (H sg.): Die Leh e on de Gesellscha , a.a.O., S. 78.
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400 Michael Széplabi
Übe windung diese „con ain e condi ionnelle"73 des Eingeschlossen-
seins in eine Klasse au .
Dabei komm d ei Punk en eine besonde e Bedeu ung zu: de F age
des Eigen ums an den P oduk ionsmi eln, de Lei ung und Kon olle
de be ieblichen P oduk ion und de Bewe ung des echnischen Fo -
sch i s.
a) Eigen um an P oduk ionsmi eln
Fü die C. G. T. is das P i a eigen um an den P oduk ionsmi eln
U sache de Ausbeu ung und En emdung des a bei enden Menschen.
Eine Ve s aa lichung im Rahmen de he schenden Gesellscha so d-
nung, wie sie in F ank eich z. B. im Bankensek o und in de Au omobil-
indus ie e olg e, üh nich zu Besei igung, sonde n nu zu Ve -
schleie ung des Übels, da die Ve ügungsgewal in den Händen de
he schenden Klasse bleib und die Ausbeu ung wei e hin e mög-
lich 74. Nu die öllige Umges al ung de poli ischen Mach e häl nisse
kann ech e soziale Fo sch i e b ingen.
Bei de C. F. T. C. inden wi neben de Hinnahme de Eigen ums-
e häl nisse au G und de Leh e on de Un e le zba kei des P i-
a eigen ums75 eine neue Einschä zung seine Funk ion. „Das kapi a-
lis ische Sys em ha die Eigen üme in Gläubige e wandel ", sag
Le a d im Hinblick au den mode nen E ek enkapi alismus76. Das
e d ückende Mach -Übe gewich des Ausbeu e -Un e nehme s schwäch
sich du ch die T ennung on Eigen üme - und Manage -Funk ion ab
und d äng die Willkü zuguns en on a ionalen En scheidungen zu-
ück.
Keine einhei liche Regelung de Eigen ums o men an P oduk ions-
mi eln o de die F. 0. Sie häl un e schiedliche Fo men, „je nach
ih e Geschich e und en sp echend den besonde en No wendigkei-
en"77, ü e e ba . Die Eigen ums age is ü die F. 0. übe haup
nu noch ein sekundä es P oblem, zumal sich die he geb ach en Folgen
des Eigen ums ech es, Wi scha smach und Gewinn, wei gehend on
seine ju is ischen G undlage gelös haben78.
73 Geo ges Gu i ch: Le concep des classes sociales de Ma x à nos jou s. Pa is
1954. S. 133.
74 Dies gil ganz allgemein ü den Ein luß des S aa es au die Wi scha : „Une
plani ica ion démoc a ique suppose que la démoc a ie a déjà abou i à l'exis ence de
l'E a complè emen libé é de l'in luence capi alis e." (Benoî F achon au dem
C. G. T.-Kong eß 1963, zi ie bei Mon ucla d: Le comi é, a.a.O., S. 183).
75
Vgl. die Sozialenzykliken „Re um No a um", Kap. 5, „Quad agesimo Anno",
Kap. 49, und „Ma e e Magis a", Kap. 109, zi ie bei Wel y: a.a.O., S. 13, S. 28
und S. 143.
76 Le a d: a.a.O., S. 209, in Anlehnung an Geo ges Ripe : Aspec s ju idiques du
capi alisme mode ne. Pa is o. J. S. 128.
77 Le Bou e: a.a.O., S. 152.
™ Le Bou e: a.a.O., S. 120.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 401
b) Be iebliche Mi bes immung de A bei nehme
Gemein is allgemein die Mi e an wo ung on be ieblichen En -
scheidungen du ch die A bei nehme in i gendeine Fo m. Mi den
sei 1945 bes ehenden „comi és d'en ep ise", die als Rep äsen a ions-
g emien de A bei e nu be a ende Funk ion gegenübe de Be iebs-
lei ung haben, bes eh ein Fo um zu iedlichen Aus agung de Kon-
lik e und eine mögliche Basis ü die Ein üh ung de be ieblichen
Mi bes immung im enge en Sinne, wie sie in de Bundes epublik sei
langem disku ie und in de Mon an-Indus ie p ak izie wi d79.
Die C. G. T. lehn eine de a ige Ins i u ion wegen de dami e -
bundenen Abschwächung des Klassenkamp es p inzipiell ab und se z
die Maximal o de ung de Besei igung des kapi alis ischen Wi scha s-
sys ems dagegen80.
Wie bei de C. G. T. die Zukun de Klasse, so is bei de C. F. T. C.
das Schicksal des einzelnen das Bewe ungsk i e ium. „L'homme es
l'élémen essen iel de la p oduc ion, don il es la cause e le bu 81.44
Fü die Ve besse ung de Lage des A bei e s e schein das wi scha -
liche Wachs um als wich igs e Vo ausse zung. Deshalb lieg ein ein-
hei liches Zusammenwi ken de P oduk ionsk ä e (un minimum de
con e gence) im In e esse alle 82; de s ändige Kon ak zwischen den
G uppen müß e olglich au allen Ebenen ins i u ionalisie we den,
„ce qui implique des s uc u es de con on a ion pou an de eni à
l'expé ience des s uc u es de pa icipa ion"83. Mi de „plani ica ion
démoc a ique" und ih e Wei e en wicklung, dem „socialisme démo-
c a ique", leg e die C. F. T. C. eine om englischen Sozialismus be-
ein luß e Gesam konzep ion o , welche die Fo de ungen nach soziale
Ge ech igkei , wi scha liche und poli ische Demok a ie und a-
ionale Wi scha s üh ung e einig 84.
Die Be eiligung de A bei e scha an den wi scha lichen En schei-
dungen s eh in den G und o de ungen de C. F. T. C. höhe als die
Ausdehnung de Konsummöglichkei en85. Die soziale Posi ion des A -
bei e s häng lang is ig nich om Lebenss anda d, sonde n on seine
79 In seinen Kompe enzen bleib das „comi é d'en ep ise" hin e den Regelungen
des deu schen Be iebs e assungsgese zes zu ück; gl. dazu Mon ucla d: Le comi é,
a.a.O., sowie Mau ice Mon ucla d: Pou une sociologie de la pa icipa ion ou iè e
dans les comi és d'en ep ise. Sociologie du a ail, N . 4/1960, S. 345 .
80 s. Anm. 74.
si C. F. T. C.-S a u en on 1947, zi ie bei Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 82.
82 Alain Jeanson, Vizep äsiden de C. F. T. C.: Pa icipa ion e con es a ion. Fo -
ma ion, N . 1/1964, S. 11.
83 Jeanson: a.a.O., S. 11.
84 Vgl. Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 266.
85 Vgl. Se ge Malle : La nou elle classe ou iè e en F ance. Cahie s in e na io-
naux de sociologie, N . XXXVIII (1965), S. 64 .
26 Schmolle s Jah buch 90,4
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402 Michael Széplábi
S ellung und Behandlung in de P oduk ionssphä e ab. In de ge-
we kscha lichen Ideologie i dahe das Ve eilungsp oblem hin e
O ganisa ions- und Mach p obleme zu ück.
Nu in Nuancen un e scheide sich hie on die Hal ung de F. 0.
„Das was zähl , is die Be iebs üh ung, de An eil, den die A bei e
an den Au gaben haben, die nich nu de bloßen Aus üh ung be-
dü en86." In diesem Punk abe haben die Gewe kscha en bishe die
ge ings en E olge zu e zeichnen. „Wesensme kmal des Kapi alismus
is wei e hin das P o i s eben, das die Ausbeu ung des Menschen
du ch den Menschen o se z 87." Die F. 0. bleib dahe in g undsä z-
liche Opposi ion zum gegenwä igen Wi scha ssys em, e häl sich
abe in konk e en De ail agen loyal zu e ablie en O dnung, indem
sie die Plani ika ion und die gese zlichen Möglichkei en zu Mi wi -
kung an de Ges al ung und Regelung des Wi scha sp ozesses du ch
eine „poli ique de p ésence" bejah , und zwa du ch ak i e Be eiligung
sowohl im na ionalen Planungskomi ee wie in den „comi és d'en e-
p ise"88. Als Ziel s eb die F. 0. eine Demok a isie ung de Wi scha
au be iebliche wie au gesam wi scha liche Ebene an, eine Ve -
eilung on Mach und En scheidungsbe ugnis au beide elemen a en
P oduk ions ak o en Kapi al und A bei , die in gleichbe ech ig e
Ausgangsposi ion im Wi scha sp ozeß ei zusammen inden sollen
(pa i a isme). „La démoc a ie économique, c'es d'abo d un E a qui
gou e ne des en ep ises lib es e des indi idus lib es89."
c) Technische Fo sch i
Die C. G. T. e wa e om echnischen Fo sch i keine sozialen Ve -
besse ungen. Im Gegen eil be ü ch e sie on de E höhung de P o-
duk i i ä nu eine Ve g öße ung des kapi alis ischen Meh we s und
on de Au oma ion die S ä kung de Monopol- und Ausbeu ungs-
mach 90. Die F eihei und das In e esse des A bei e s wü den da un e
leiden91. Insgesam wä e eine Fö de ung des echnischen Fo sch i s
nu eine Täuschung de A bei e klasse92.
Eine uneingesch änk posi i e Hal ung nimm die C. F. T. C. zum
echnischen Fo sch i ein — on dem sie sich eine Au we ung de
8« Le Bou e: a.a.O., S. 152.
87 Be ich om Kong eß de F. O. 1963, Le Monde om 26. 11. 1963.
88 Be ich om Kong eß de F. O. 1963. Le Monde om 20. 11. 1963.
8» Le Bou e: a.a.O., S. 152.
90 Claude Du and: Posi ions syndicales e a i udes ou iè es à l'éga d du p og ès
echnique. Sociologie du a ail, N . 4/1960, S. 347.
»1 Vgl. Vie Ou iè e, 10. Juli 1955.
»2 Vgl. Le Peuple, 15. Ap il 1955.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 403
A bei (p omo ion du a ail) e sp ich 93 — und soga zu Au oma-
ion als „possibili é d'une cul u e plus la ge ... (de) loisi s plus
humains"94.
Die F. O. s imm auch hie mi de C. F. T. C. übe ein. Die Ve meh-
ung de P oduk ion b ing ma e iellen Ube luß, und diese is
„sou ce d'une ie plus heu euse, d'une nou elle é ape du p og ès
social, du p og ès de l'humani é"95. Auch die F. 0. bewe e die Au o-
ma ion wegen de dami e bundenen A bei se leich e ung güns ig.
„Die Maschinisie ung ha e den Menschen zu ih em Skla en ge-
mach ..., die Au oma isie ung könn e ihn on de physischen Be-
las ung be eien und ihm seine Wü de zu ückgeben96."
3. De S aa
Die Hal ung de Gewe kscha en zum S aa beinhal e zwei Ge-
sich spunk e: die Ges al und die Rolle des S aa swesens sowie die
eigene S ellung da in. Von allen ideologischen Posi ionen e schein
diese am wenigs en p o ilie und geklä .
Die C. G. T. en nimm auch hie ih e Lei linie de ma xis ischen
Zielse zung eine kommunis ischen klassenlosen Gesellscha , die übe
den Umweg de Dik a u des P ole a ia s e eich we den soll. Fü
die Gegenwa bedeu e dies abe „die E wa ung eines noch unsiche-
en und e nen Ideals"97. Die Negie ung des S aa swesens an sich, die
in de Geschich e de C. G. T. aus den ana chis ischen Ein lüssen he -
aus imme wiede au auch e, komm gegenübe de ma xis ischen
Au assung nich meh zu Gel ung, die heu e die allmähliche Selbs -
au lösung des S aa es e s jensei s des his o ischen Ho izon s he au -
kommen sieh 98. Zu besei igen is lediglich die bishe ige He scha s-
o m, die mi dem Kapi alismus un ennba e bunden bleib .
Die C. G. T. will eine Umschich ung de poli ischen K ä e im ge-
genwä igen S aa Hil es ellung leis en, die Ges al ung de neuen
S aa so dnung abe eben jenen K ä en übe lassen99. Die C. F. T. C.
e such , die Ka ego ien S aa (E a ), He scha s o m ( égime) und
93 Du and:
Posi ions syndicales, a.a.O., S. 350.
04 Du and:
Posi ions syndicales, a.a.O., S. 349.
95 T. O a y: P og ès echnique e p og ès social. Fo ce Ou iè e, 23. Juli 1955.
9« O a y: a.a.O.
97 Geo ges
Rouzaud
au dem Kong eß de C. G. T. 1955, gl. Le Monde om
15. Juli 1955.
9® Vgl.
Le eb e:
a.a.O., S. 99.
99 „Ces changemen s ne son pas condi ionnés pa le p og amme de la C. G. T.;
ce son les o ces poli iques sociales qui se assemblen , qui é ablissen un p o-
g amme commun." (Benoî
F achon,
zi ie in Le Monde, 11. Juni 1955).
26*
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404 Michael Széplâbi
Regie ung (gou e nemen ) zu ennen und ih e eigene Hal ung en -
sp echend zu di e enzie en100. Unbes i en is die Ins i u ion des
S aa es als no wendige Rahmen eines geo dne en Zusammenlebens
und gleichzei ig als eine wich ige Ins anz, an die die Gewe kscha en
ih e Fo de ungen ich en können. Inso e n bekenn sich die C. F. T. C.
zu eine o malen Kon inui ä s aa liche Au o i ä , wobei sie sich
selbs als In e essen e band deu lich da on abse z und sich „die oll-
kommene Unabhängigkei gegenübe dem S aa " o behäl 101. In de
Nachk iegszei ha sie lange diese Unabhängigkei im Sinne de Ab-
s inenz und Indi e enz ausgeleg . E s als sich die Demok a ie am
Ende de 4. Republik in Ge ah be and, eg e sich ein „ é lexe quasi
ins inc i de dé ense épublicaine"102 aus de Einsich he aus, daß man
mi de Abhängigkei auch den Kon ak zu den poli ischen Fo ma io-
nen übe Bo d gewo en ha e. Fo de ungen nach einem Regie ungs-
wechsel und nach eine g undlegenden Wandlung de Pa eien wa en
die Reak ion au dem C. F. T. C.-Kong eß des Jah es 1959, denn „das
P oblem bes eh da in, zu wissen, we den S aa kon ollie "103. Das
Wissen um Al e na i en und Ge äh dungen de Demok a ie zwang die
C. F. T. C. zu eine Wiede en deckung des Poli ischen, zu Annahme
de eigenen Ve an wo ung und zum posi i en Engagemen in de sich
ände nden und e ände ba en He scha so dnung. Das E gebnis wa
eine Hinwendung zum Sozialismus angelsächsische P ägung, de be-
ei s 1955 on einigen Funk ionä en o ge agen wo den wa und als
„socialisme démoc a ique" zum Inbeg i de unau löslichen Ve ke -
ung de poli ischen und wi scha lichen O dnungs o s ellungen in de
C. F. T. C. gewo den is . Die In en ion geh übe den ma e iellen Be-
eich hinaus: „ ... la con e sion de l'ensemble de la Na ion à l'é hique
socialis e104."
Die F. 0. häl sich wei e hin an die De ise aus de „Cha e
d'Amiens": „con e ou e emp ise poli ique"105. In de s aa lichen
G undo dnung sieh sie jedoch ein P oblem on allgemeinem In e -
esse, dem „die Gewe kscha en nich indi e en gegenübe s ehen dü -
en, weil sie ohne ein demok a isches Sys em nich bes ehen könn-
en"106. Die F. 0. be ach e die bü ge lich-demok a ische He scha s-
o m als condi io sine qua non eines e olg eichen gewe kscha lichen
Einsa zes. Dahe ühl sie sich be ech ig , und gegebenen alls soga
100 Vgl. Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 265.
101 Aus den S a u en on 1947, zi ie bei Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 83.
102 Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 299.
103 Adam: La C. F. T. C.. a.a.O., S. 271.
104 Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 267.
105 Reynaud: a.a.O., S. 231.
i°6 G ündungss a u en de F. O. on 1948, P äambel, zi ie bei Le Bou e: a.a.O.,
S. 182.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 405
e p lich e , eine Annähe ung und beg enz e Zusammena bei mi den
s aa lichen Gewal en zu suchen107.
VI. Ideologie und Ak ion
Im Rahmen diese Un e suchung, die sich mi den Ideologien be-
aß , in e essie die gewe kscha liche P axis nu , sowei sie den
ideologischen En wü en du ch Realisa ions e suche in de Gesell-
scha zum Du chb uch e hel en kann ode mögliche weise im Wide -
sp uch zu ihnen s eh 108. Obwohl diese Wille in de Selbs da s ellung
eine Ideologie imme als selbs e s ändlich e schein , inden sich ih e
T äge in de konk e en Si ua ion o Wahlp obleme ges ell , die
ak ische Kni e, Komp omisse und Inkonsequenzen nahelegen. S ä ke,
Radikali ä und Ausschließlichkei sansp uch de o gegebenen Posi io-
nen we den hie au die P obe ges ell .
Daß die Ak ion nich unbeding eine Ve länge ung de Theo ie in
die ealen A bei s e häl nisse hinein bedeu e , zeig das Ve hal en de
C. G. T. am au älligs en. Ih e Ideologie is „kla und kohä en ", abe
zwischen de P opagie ung des Klassenkamp es und de Re olu ion
eine sei s und de all äglichen P axis de Gewe kscha ande e sei s
bes eh ein deu liche Hia us109. Von 1948 bis 1954 o de e sie in
einem „p og amme économique" die Ausdehnung de G unds o indu-
s ien, die E höhung de P oduk ion und 1953 soga Vollbeschä i-
gung und Geldwe s abili ä „im Diens e des F iedens und des sozialen
Fo sch i s"110. 1955 au dem 30. Kong eß e wa sie dieses kon-
s uk i e P og amm als illuso isch, „weil es den Bedü nissen de A -
bei e nich en sp ich und den Klassenkamp ge äh de "111. Schon ein
Jah spä e e hob die C. G. T. Fo de ungen, die de ku z is igen Ve -
besse ung de wi scha lichen Si ua ion dienen soll en: wei e e Ve -
s aa lichungen, Bankenkon olle und1 Kapi alexpo 112. Selbs de 30.
Kong eß, de die These on de „paupé isa ion absolue" he ausges ell
ha e, wünsch e eine Rep äsen a ion de C. G. T. — en sp echend ih e
Bedeu ung — beim In e na ionalen A bei sbü o, beim „Conseil éco-
nomique" und bei den „Conseils d'adminis a ion des en ep ises na-
ionalisées"113 und e kann e dami einige wich ige Ins i u ionen de
bes ehenden Wi scha so dnung an.
107 Vgl. Le Bou e: a.a.O., S. 182.
108 „Ce n'es pas seulemen dans les idéologies, c'es donc dans l'ac ion p o es-
sionnelle elle-même que les syndica s exp imen une ision de l'o d e social." (Rey-
naud: a.a.O., S. 17).
10» Reynaud: a.a.O., S. 277 .
n° Du and: Posi ions syndicales, a.a.O., S. 357.
m Du and: Posi ions syndicales, a.a.O., S. 358.
h2 Du and: Posi ions syndicales, a.a.O., S. 358.
113 Du and: Posi ions syndicales, a.a.O., S. 358.
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406 Michael Széplabi
Auch die C. G. T. is also gezwungen, sich bie ende Vo eile ü die
A bei e anzunehmen, du chzuse zen, zu o de n, wenn sie möglich
e scheinen. Denn bei de Konku enz de A bei e gewe kscha en wü -
den sons die ande en Ve bände mi den on ihnen e ungenen Ve -
besse ungen die nega i e Hal ung bloßs ellen.
So be eib die C. G. T. eine doppelbödige Poli ik. „Une doc ine
loin aine coexis e a ec un empi isme de ai 114." Die T ennungslinie
wechsel im zei lichen Ablau und im o ganisa o ischen Au bau. In
einem Falle wu de dies besonde s deu lich, als die Füh ung de C. G. T.
im Jah e 1956 einen Lohn e ag mi den Renaul -We ken zunächs
ablehn e, ihn spä e abe annehmen muß e, weil 70% de Mi gliede
da ü ges imm ha en115. Ähnlich schwankend e hiel sie sich bei den
„comi és d'en ep ises", die sie in p og amma ischen E klä ungen zu-
ückwies, abe in den einzelnen Be ieben du chaus als Ak ionsins u-
men benu z e und sei 1963 auch g undsä zlich posi i bewe e 116.
K i ike suchen die U sachen de Schwankungen und Inkonsequenzen
im Ve hal en de C. G. T. nich so seh im Inne n als in ih e Abhän-
gigkei on den poli ischen Übe legungen de Kommunis ischen Pa -
ei117. Von 1945 bis 1947 ha e die Regie ungszugehö igkei den Kom-
munis en eine Be eiligung und Mi e an wo ung geb ach , die auch in
den olgenden Jah en in kons uk i en Sach o de ungen nachwi k e.
De Höhepunk de En emdung de Kommunis en on de 4. Repu-
blik und die ehlende Aussich au eine neue liche Regie ungsbe eili-
gung b ach en 1955 eine adikale und e olu ionä e Opposi ion, die
on de C. G. T. mi ge agen wu de. De Zusammenb uch de 4. und
die poli ische En wicklung de 5. Republik weck en wiede einige Ho -
nungen, die ein o sich iges Tak ie en de Kommunis en, und mi ih-
nen de C. G. T., zu Folge ha en118. Die „poli ique de p ésence" de
ande en beiden Ve bände e laub eine wesen lich lexible e Hal ung,
weil sie in ih en p ak ischen Auswi kungen nich so kla o ausde i-
nie is . Dennoch gab es e einzel auch hie Disk epanzen zwischen
Ideologie und Ak ion. So e ließ z. B. die F. O. 1952 das „Cen e in-
«« Reynaud:
a.a.O., S. 278.
H5 A
alle :
a.a.O., S. 68.
116
Mon ucla d:
Pou une sociologie, a.a.O., S. 182; alle dings beg ei die C. G. T.
die Be iebs ä e keineswegs in ih e om Gese zgebe in endie en Ausgleichs unk-
ion, sonde n als „ins umen de lu e con e le pa ona ".
117 Dies gib
Rouzaud
, ein üh ende C. G. T.-Funk ionä de gemäßig en Rich-
ung, zu; ygl. Le Peuple, 20. Mai 1955.
118
Du and:
Posi ions syndicales, a.a.O., S. 358; diese Da s ellung is wohl zu ein-
ach, da sie die inne en S ömungen de C. G. T. öllig igno ie ; zudem wa en das
Ausscheiden de Kommunis en aus de Regie ung im Jah e 1947 und de Übe gang
on de 4. zu 5. Republik ehe du ch e olu ionä e S immung als du ch o sich iges
Abwa en de KP gekennzeichne . Dennoch is de behe schende Ein luß de KP
unbes ei ba .
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 407
e syndical d'é udes" aus Opposi ion gegen die Lohnpoli ik de Regie-
ung. 1955 and sie sich wiede zu Ve eidigung de gleichen Poli ik
be ei 119.
Die C. F. T. C. wünsch geziel es wi scha liches Wachs um als Vo -
ausse zung soziale Fo sch i e ü die A bei e , se z sich abe gleich-
zei ig ü die Un e s ü zung un en able G enzbe iebe in de S ahl-
indus ie ein120.
De D ude de ö en lichen Meinung in de A bei e scha (opinion
ou iè e) zwing die Gewe kscha en, zu Ve eidigung ku z is ige
und pa ikulä e In e essen on ih en lang is igen allgemeinen P o-
g ammen abzugehen. Dies gil im P inzip sowohl ü die „ e o mis i-
schen" Ve bände (C. F. T. C. und F. 0.) wie ü die „ e olu ionä e"
C. G. T. Die Konku enzsi ua ion des gewe kscha lichen Plu alismus
e höh die Reak ionsgeschwindigkei , so daß die O ien ie ungsme ho-
den, „qui consis en à b ûle ce qu'on ado ai hie "121, momen ane En -
schlossenhei , abe Unsiche hei und Mängel in de Konzep ion e ken-
nen lassen.
VII. Ideologie und soziologische S uk u
1. Ve lech ung mi ande en
gesellscha lichen Gebilden
Sei de Spal ung im Jah e 1947 wi d de C. G. T. o gewo en, daß
sie de Kommunis ischen Pa ei hö ig sei. Die C. G. T. weis diesen
Vo wu s ändig zu ück122. Ih e Sa zungen e bie en alle dings den
Mi gliede n wede die poli ische Be ä igung noch die Annahme on
Pa eiäm e n123. Benoî F achon, de in diese Zei unun e b ochen Ge-
ne alsek e ä gewesen is , gehö gleichzei ig dem Zen alkomi ee de
Kommunis ischen Pa ei an. Ein g oße Teil des Vo s ands de Ge-
we kscha bekleide eben alls hohe Pa eiäm e 124. Ih e ideologischen
Op ionen en sp echen in den wesen lichen Punk en de kommunis i-
schen Ma x-In e p e a ion.
Fü eine solche ideologische und o ganisa o ische Assimila ion de
Gewe kscha en du ch die Pa ei emp ahl be ei s S alin, „alle Übe -
zeugungsk a au zuwenden, dami sich die nich pa eigebundenen
119 Du and: Posi ions syndicales, a.a.O., S. 360.
12° Vgl. Syndicalisme, Augus 1957.
121 Rouzaud in: Le Peuple, 20. Mai 1955.
122 Vgl. Reynaud: a.a.O., S. 247.
12* Vgl. Les E udes sociales e syndicales, 1/1966, S. 9 .
124 Raymond Le Bou e s ell es , daß on 13 Vo s andsmi gliede n de C. G. T.
sieben auch in de Spi ze de KP e e en sind: zwei im Poli bü o und ün im
Zen alkomi ee (Le Bou e: a.a.O., S. 186).
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408 Michael Széplabi
O ganisa ionen in ih e A bei de Pa ei des P ole a ia s annähe n
und ih e poli ische Rich ung ollkommen bejahen"125. Lenin sah in den
Gewe kscha en einen „T ansmissions iemen" zwischen de Pa ei und
den Massen126.
Die C. G. T. ha im Ve gleich zu Kommunis ischen Pa ei die dop-
pel e Anzahl on Mi gliede n. Ande e sei s e üg die KP übe ein
Wähle ese oi on meh e en Millionen, und aus diese G uppe dü -
e de Rump de C. G. T. kommen, so daß die Pa ei in de Ta mi
de Gewe kscha ein Bindeglied zu einem g öße en K eis in de A -
bei e scha besi z 127.
Die gemeinsamen E ah ungen de Resis ance ha en eine enge Ve -
bindung zwischen de C. F. T. C. und den ka holischen Volks epubli-
kane n (M. R. P.) en s ehen lassen128. Abe be ei s 1946 e bo die
C. F. T. C. ih en Funk ionä en die gleichzei ige Annahme on Pa ei-
äm e n129. In de Folgezei be on e sie imme wiede ih e geis ige und
o ganisa o ische Unabhängigkei gegenübe den poli ischen Pa eien
de 4. und 5. Republik.
Die F. 0. ha sei ih en An ängen nie die Dis anz zu den poli ischen
Pa eien au gegeben, die ja zu ih e Abspal ung on de C. G. T. ge-
üh ha e. Diese dogma ische Ablehnung jedes eigenen pa eipoli i-
schen Engagemen s bewi k e schließlich auch die Selbs besch änkung
de F. 0. au den Be eich de ein ökonomischen und sozialen P o-
bleme130. Nu au den un e en Ebenen bes ehen, ähnlich wie zwischen
C.F.T. C. und M.R. P., gu e Kon ak e de F. O.-Mi gliede zu gemä-
ßig en sozialis ischen Pa ei (S. F. I. 0.) und ih en Nach olgeo ganisa-
ionen131.
Wäh end die beiden ande en Ve bände s eng an ikle ikal einge-
s ell sind, ha die C. F. T. C. in ih em Ve häl nis zu ka holischen Ki -
che ih e einschneidends e En wicklung du chgemach . Ideologisch deu-
e e sich schon ku z nach dem K iege ein Ab ücken on de bedin-
125 Jose W. S alin: Die P inzipien des Leninismus. Zi ie nach Reynaud: a.a.O.,
S. 247.
126 Wladimi I. Lenin: Übe die Gewe kscha en. In: Wladimi I. Lenin: We ke.
Be lin 1963. Bd. 32, S. 3 .: „Die Dik a u läß sich nich e wi klichen ohne einige
,T ansmissions iemen6 on de A an ga de zu Masse de o gesch i enen Klasse
und on diese zu Masse de We k ä igen." — „ ..., daß die Gewe kscha en die
Ve bindung de A an ga de mi den Massen he s ellen, daß die Gewe kscha -
en du ch ih e ägliche A bei die Massen übe zeugen, die Massen de jenigen Klasse,
die allein ims ande is , uns om Kapi alismus zum Kommunismus zu üh en.44 (He -
o hebung im O iginal, M. S.).
127 Vgl. Reynaud: a.a.O., S. 246.
128 Vgl. Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 130 .
129 Adam: La C. F. T. C., a.a.O., S. 134.
130 Vgl. Reynaud: a.a.O., S. 231.
131 Reynaud: a.a.O., S. 248.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 415
schiedlichen Ma k mach ü die A bei e sel en zu iedens ellend. Die
Gewe kscha übe nahm deshalb die Idee eine gemäßig en Wi -
scha slenkung und be ach e e nun den indus iellen Kon lik als ein
Regelungselemen in de demok a ischen Wi scha . Eindeu ig ma-
e ielle Fo sch i e ü alle sozialen Schich en konn e in de P axis
selbs die e olu ionä e C. G. T. nich bes ei en; sie muß e die Fo -
se zung solche Ve besse ungen bejahen151. — Die F. O. e zich e in
E kenn nis de o sch ei enden sozialen Di e enzie ung au die a-
di ionelle Da s ellung de Klassengegensä ze und be ücksich ig die
E ah ungen des E ek enkapi alismus in de Eigen ums age.
Den wei es en Weg ha zwei ellos die C. F. T. C. zu ückgeleg , indem
sie ih e ideologische G undlage neu au gebau ha . Am ücks ändigs en
e schein die C. G. T., die sich in de heo e ischen Konzep ion imme
noch an die P ophe ien aus de Zei des F ühkapi alismus klamme .
Le eb e
sieh hie in das Pa adoxe de gegenwä igen Si ua ion: „Ceux
qui annoncen des nou eau és se eulen e même se disen exp essé-
men é o mis es; ceux qui a i men le p olongemen aujou d'hui d'un
ce ain passé, se disen é olu ionnai es152."
Eine ande e Vo s ellung e knüp mi dem Beg i En ideologisie-
ung eine Ni ellie ung de e schiedenen Ideologien un e konzen ie -
e Ve olgung des gemeinsamen In e esses. Hie zeichne e sich die
C. F. T. C. dadu ch aus, daß sie die wel anschaulich exklusi e Kon-
zep ion eine milieuge o m en G uppe hin e sich ließ und ih e un-
damen alen gesellscha lichen Ideen mi den E o de nissen de demo-
k a isch geo dne en Indus iegesellscha kon on ie e153. Einen ähn-
lichen Ve such ha e die F. 0. mi de Loslösung on de ma xis ischen
Klassenkamp heo ie un e nommen. Wäh end die F. O. abe keine
neue geschlossene Konzep ion zus ande b ach e, konn e die C. F. T. C.
mi dem „demok a ischen Zen alismus" einen isch e a bei e en, zei -
gemäßen En wu eine O dnung de Wi scha sgesellscha anbie en.
Die C. G. T. blieb in ih en G undsä zen unbeweglich. Dies en sp ich
de ideologischen S a e und Isolie ung de Kommunis ischen Pa ei
F ank eichs und beweis , daß eine milieugebundene G uppe ih e
Sch anken nu du chb echen kann, wenn das Milieu selbs sie ö ne .
151 Gé a d
Adam
kons a ie e au dem C. G. T.-Kong eß 1963 „une in e p é a ion
moins in ansigean e des pos ula s ma xis es, ... une posi ion plus , éalis e4 ... plus
é o mis e" (Gé a d
Adam:
La si ua ion de la C. G. T. Re ue F ançaise de Science
Poli ique, N . 4/1963, S. 966). — Geo ges
Gu i ch
ha als Wissenscha le diesen
Sch i o exe zie : „La âche du sociologue es de dédogma ise Ma x,
e non pas de l'élimine " (Geo ges
Gu i ch:
A an -P opos. Cahie s in e na ionaux
de sociologie, Vol. XXXVIII/1965, S. 3, He o hebung im O iginal).
152 Léo
Hamon:
Les nou eaux compo emen s poli iques de la classe ou iè e.
Pa is 1962. S. 20.
153
Vgl. Mau ice:
L'E olu ion, a.a.O., S. 93.
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416 Michael Széplâbi
So is de Au b uch de C. F. T. C. nich unabhängig und gegen die
allgemeine ka holische Geis eshal ung e olg . Die Ö nung des ka ho-
lischen Milieus in F ank eich beginn ebenso wie die Bildung de p o-
g essi en C. F. T. C.-Minde hei schon in de Résis ance. Und es is
kein Zu all, daß de endgül ige E olg de ehemaligen Minde hei im
Jah e 1964 mi dem Höhepunk des 2. Va ikanischen Konzils zusam-
men äll , dessen geis ige O ien ie ung wiede um wesen lich on an-
zösischen Ka holiken bes imm wa .
In ähnliche Weise könn e die sich le z hin andeu ende Ö nung des
Blocks de anzösischen Kommunis en Ein luß au die ideologische
En wicklung de C. G. T. in de Zukun gewinnen.
3. Klassenbewuß sein und A bei e scha
Die p og amma ische Da legung ideologische Konzep ionen e lek-
ie in bes imm e Weise die Denkweise in de Masse de Gewe k-
scha smi gliede . Diese S ömungen inden besonde s dann Eingang
in die gewe kscha liche Ideologie, wenn die o ganisa o ische Spi ze
ih e Au gabe meh in de Sammlung und Rep äsen a ion als in eine
dynamischen Füh ung sieh und wenn sie du ch das bewuß e Ansp e-
chen de ge ühlsmäßig e anke en wel anschaulichen Residuen eine
g oße Anhänge scha zu gewinnen such .
Das e klä den ela i en E olg de klassenkämp e ischen Pa olen
in eine Zei , wo die soziale Di e enzie ung keine lei Kong uenz die-
se Pa olen mi de Wi klichkei meh zuläß . Die ge ühlsmäßige Au -
lehnung des anzösischen A bei e s, die ih Gegens ück in einem pa-
e nalis ischen Übe legenhei sge ühl de Un e nehme besi z , ha sich
o z de Ve ände ungen de allgemeinen sozialen Lage la en e hal-
en154. Von diesen psychologischen K ä en p o i ie die C. G. T. o
allem. An ihnen is ande e sei s die F. 0. in ih em Vo haben geschei-
e , die Kommunis en in de Gewe kscha sbewegung zu isolie en und
auszuschal en. S a de Massen konn e die F. 0. nu einen selek i
gewonnenen Teil de al en C. G. T. zu sich he anziehen, de seinen
Schwe punk nich meh in de indus iellen A bei e scha , sonde n
un e den spezialisie en Tedinike n und Anges ell en besaß. In eine
zi kulä en Wechselwi kung on S uk u und Ideologie e es ig e sich
die F. 0.: Die u sp üngliche gedankliche G undlage bewi k e eine spe-
zi ische soziale Konglome a ion, de en Zusammense zung ü die Kon-
se ie ung und die wei e e Poin ie ung de an ikommunis ischen Aus-
ich ung so g e155. De inhal slee e ideologische Ke n des An ikommu-
154 Vgl. Mau ice: L'E olu ion, a.a.O., S. 91.
155 yg]. Gé a d Adam: Si ua ion de o ce ou iè e. Re ue F ançaise de Science
Poli ique, N . 1/1964, S. 95.
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Konku enz de Sozialideologien in den anzösischen Gewe kscha en 417
nismus ha e nich die Anziehungsk a , de F. 0. die Massen zuzu-
üh en.
4. „M i
1
i a n " und „R esponsable"
Die e olu ionä e Hal ung des anzösischen Gewe kscha le s wa
bishe im Typ des „Mili an " e kö pe , de „sein ganzes Leben einem
Ideal weih e"156 und „seinen ganzen Glauben in die Ak ion leg e, de
e sich e sch ieb"157.
Mau ice sieh in dem Zusammen e en on gehobenem Quali ika-
ionsni eau, schwache Ho nung au sozialen Au s ieg und s a ke Ab-
hängigkei im A bei sp ozeß die Fak o en, die im „Mili an " eine
„conscience ou iè e à cha ge idéologique" o m en158.
Ge ade die Schich de „Mili an s" be inde sich abe nach übe ein-
s immendem U eil de Wissenscha le und Gewe kscha le in einem
Umwandlungsp ozeß. Mona e üh be ei s den Miße olg de Fo ce
Ou iè e da au zu ück, daß die C.
G.
T. sich die Kade de „Mili-
an s" e hal en konn e: „En ace des s aliniens, il n'y a ai pas d'hom-
mes po és pa une g ande idée ... ayan une concep ion solide e
un dé ouemen à ou e ép eu e159." Im allgemeinen i an die S elle
des „Mili an " de Typ des „Responsable", de mi seine gewe kscha -
lichen Tä igkei eine genau umg enz e Ve an wo ung übe nimm ,
ohne die ganze K a seines Glaubens und seine Leidenscha hinein-
zulegen160. E iden i izie sich nich meh mi eine g oßen Idee, son-
de n in e essie sich ü bes imm e P obleme161. „L'engagemen n'es
que pa iel, plus spécialisé ... plus oppo unis e e p a ique qu'idéolo-
gique162." Dupeux lei e da aus zwei unmi elba e Konsequenzen ab:
eine Reduzie ung des zei lichen Einsa zes ( ecul de la disponibili é)
und eine Schwächung des e olu ionä en Geis es (déclin du my he é-
olu ionnai e) 163.
Die Folge in de Zukun wi d ein wei e e Rückgang de kämp e-
ischen Züge in den Gewe kscha en sein, die zwa den Cha ak e wel -
Geo ges
Dupeux:
La socié é ançaise 1789—1960. Pa is 1964. S. 256.
157 Gas on
Decle q
(C. F. T. C.), zi ie bei
Hamon:
a.a.O., S. 18.
158 Ma c
Mau ice:
Dé e minan es du mili an isme e p oje syndical des ou ie s
e des echniciens. Sociologie du a ail, N . 3/1965, S. 272.
159 Pie e
Mona e:
T ois scissions syndicales. Pa is 1958. S. 9.
160 Gas on
Decle q
, zi ie bei
Hamon:
a.a.O., S. 18.
161 Nu in diesem, au das einzelne Mi glied bezogenen Sinne kann
Da ids
These
on de „di e si ica ion idéologique" Gül igkei haben (Vgl.
Da id:
a.a.O., S. 225);
dazu auch: Alain
Tou aine:
Physiognomie de la classe ou iè e. Cahie s de la Ré-
publique, Sep . 1959, S. 37.
162
Dupeux
a.a.O., S. 256.
163
Dupeux:
a.a.O., S. 256.
27 Schmolle s Jah buch 90,4
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418 Michael Széplábi
anschaulich ge o m e G uppen o läu ig beibehal en, abe un e einem
e heblichen Ve lus an inne e Ene gie: „Les habi udes sociales pe -
sis en , mais on y me moins d'äme164."
Diese P ozeß wi d alle dings übe lage on dem wachsenden poli-
ischen Gewich , das den Gewe kscha en in F ank eich zu äll , solange
die Pa eien nu wenig gesellscha s agende und gesellscha s o mende
K ä e zu en al en e mögen.
Summa y
The Compe i ion o Social Ideologies in F ench T ade Unions
In con as wi h he Ge man and Anglo-Saxon labo -mo emen s F ench ade
unions a e cha ac e ised by hei embedmen in his o ically g own, milieu-bound
ideologies. Economic in e es s as he common denomina o compe e wi h a a ie y
o pa icula objec i es which only de ine o ha e o be b ough in o conco dance
wi h ma e ial in e es s.
The pape s a s om he hypo hesis ha he plu alism o ade unions e lec s
he con lic be ween opposi e socio-economic alue-sys ems. The i s pa o he
pape con ains a de ailed analysis o hese alue-sys ems which a e e e ed o wi h
he comp ehensi e and alue- ee no ion o social ideologies. The connec ions be-
ween ideology and o ganiza ional s uc u es a e in es iga ed o he pe iod since
he end o he Second Wo ld Wa , wi h espec o ex e nal ela ions o ade
unions (especially wi h poli ical pa ies and he chu ches) bu also wi h espec o
in e nal s uc u es o pa icula ade unions.
The an inomy and unques ioned p io i y o ideologies de e mine he o ganiza-
ional pa i ion o he labo mo emen . Thei o ce seems due o he adical
con on a ion which cha ac e ises he social g oups in F ance, unde a ying condi-
ions, since he G ea Re olu ion.
The social ideologies ha e wo dis inc unc ions: 1. They p e en he uni y o
ade unions in hei ou wa d appea ance. 2. They ein o ce he cohe ence o
g oups o ade unions o med on an ideological basis.
The de elopmen since he end o he wa has made clea ha he in e nal and
ex e nal disunion cos s ene gies and sympa hies and is inju ious o he labo
mo emen as a whole. The disunion and weakness o ade unions in e ms o
membe ship in inge upon hei posi ion opposed o he go e nmen and i ms and
p e en ed he es ablishmen o an uncon es ed ole in he decision-making p ocess
on he i m le el and in gene al poli ics. On he con a y ade unions mo e and
mo e adop ed he ole o poli ical subs i u es, a ou ed by he weakening o
poli ical pa ies du ing he IV h and e en mo e he V h Republic. As such hey
ep esen he socialis opposi ion in i s e olu iona y and e o mis ac ions.
A he end o he pape he ques ion is in es iga ed whe he ideologies end o
lose hei powe and whe he o ecas s o he u u e de elopmen o ade unionism
in F ance can be de i ed he eo .
«« Hamon: a.a.O., S. 19.
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