Schmid , Rudi
Book Re iew — Published Ve sion
[Rezension] Indus ie o schung
KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie
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Sp inge Na u e
Sugges ed Ci a ion: Schmid , Rudi (2024) : [Rezension] Indus ie o schung, KZ SS Kölne Zei sch i
ü Soziologie und Sozialpsychologie, ISSN 1861-891X, Sp inge Fachmedien Wiesbaden GmbH,
Wiesbaden, Vol. 76, Iss. 4, pp. 975-978,
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-024-00977-9
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LITERATURBESPRECHUNGEN
h ps://doi.o g/10.1007/s11577-024-00977-9
Köln Z Soziol (2024) 76:975–978
Indus ie o schung
Rudi Schmid
Angenommen: 7. No embe 2024 / Online publizie : 26. No embe 2024
© The Au ho (s) 2024
Jü gens, Ul ich: Au oma isie ung und A bei in de Au omobilindus ie. Von Hen y
Fo d zu Indus ie 4.0. Baden-Baden: Nomos 2023. 428 Sei en. ISBN: 978-3-8487-
8544-5. P eis: C99,–.
Bis zum Beginn des 21. Jah hunde s gal in de Ra ionalisie ungs o schung die Au-
omobilindus ie als Pa adebeispiel ü den Fo sch i in de indus iellen Fe igung.
Sie wa auch ökonomisch und a bei spoli isch die Lei disziplin im Ve a bei enden
Gewe be. In ih en wes deu schen, gewe kscha lich gu o ganisie en Un e nehmen
wu den die höchs en Löhne gezahl , und do wu de zue s die 35-S unden-Woche
einge üh . In de Annahme, hie besonde s gu e allgemeine ungs ähige T end-
aussagen e en zu können, zog sie sei jehe das g oße In e esse de indus iesozio-
logischen Fo schung au sich. Sei absehba nich meh de Ve b ennungsmo o das
hochgezüch e e He z de kün igen Au ogene a ion sein wi d, s ehen de B anche
ie g ei ende Ve ände ungen ins Haus.
Ul ich Jü gens’ eind ucks olle Übe sich übe die meh als hunde jäh ige Ge-
schich e des klassischen Au omobilbaus komm zu ech en Zei , um o dem ie -
g ei enden Wandel noch einmal zu ückzublicken und sich zu e siche n, was als blei-
bende E kenn nis aus diesem zen alen S ück Indus iegeschich e gewonnen we den
kann. Es geh ihm dabei nich um das Konsump oduk Au o, sonde n um die Me-
hoden und Bedingungen on dessen He s ellung. Ein wesen liches E gebnis seine
in e disziplinä angeleg en S udie is , dass im Allgemeinen on einem Technikde-
e minismus de A bei sges al ung nich gesp ochen we den könne. Meh noch, die
Technik sei auch nich p imä e T iebk a im Ve ände ungsp ozess de be ieblichen
R. Schmid
Ins i u ü Soziologie, Uni e si ä Jena
Ca l-Zeiss-S . 3, 07743 Jena, Deu schland
E-Mail: udi.schmid @uni-jena.de
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Fe igung. Es änden sich seh un e schiedliche Lösungen ü gleiche P oblemlagen
je nach Un e nehmenskul u , A bei sma k bedingungen, Konku enz und gewe k-
scha lichem Engagemen – und na ü lich je nach S and de Technik. So is es o z
des hohen Au oma isie ungsg ades nich zu dem mi B a e man (1970) be ü ch e en
b ei en Downg ading bei den eingese z en A bei sk ä en gekommen. Und das gil
wohl nich nu ü die Au op oduk ion, die de Ve asse anhand d eie bedeu ende
P oduzen en aus d ei e schiedenen Lände n (Fo d, Toyo a und VW) im Hinblick
au die P ozesse de Au oma isie ung und die mi ih e bundene A bei spoli ik seh
de aillie analysie .
In den Eingangskapi eln des um ang eichen Buches wi d die Vo geschich e de
Au omobilindus ie im 19. Jh. und we den die echnischen Ve ah en, die in den
wich igs en Gewe ken de Au oindus ie Ve wendung inden, o ges ell , dem ( e -
mu e en) Ein luss on Taylo nachgegangen und das on zei genössischen Beobach-
e n Ame ican Sys em o Manu ac u ing genann e Fe igungssys em e läu e : Fü
den Massenbeda indus iell ge e ig e Gü e mi ungele n en K ä en s anda disie
he zus ellen.
Als Hen y Fo d 1908 das Modell T en wickel e und dann as d eißig Jah e
lang in de G und o m gebau und konku enzlos billig e kau ha , e möglich-
e e diesen E olg du ch die Abkeh om handwe klich e s ell en Unika und die
Aus ich ung au die indus ielle Se ien e igung du ch die Ve wendung s anda -
disie e , aus ausch ähige Teile, die e au ganz neue Weise zusammenbau e. E
wand e sich ab om ehe s a ischen Nebeneinande des Maschinen-lay-ou s nach
dem We ks a p inzip – mi au wendige inne be iebliche Logis ik – hin zu einem
p oduk bezogenen Nacheinande en lang de Bea bei ungsphasen. Weil e nu ein
Modell bau e, konn e e p eiswe e, abe p äzise Einzweck-We kzeugmaschinen e -
wenden, die, dich nacheinande angeo dne , eine ku z ak ige Fließp oduk ion mi
eno men P oduk i i ä sschüben e möglich en. Das be ühm e Fließband on 1913
wa nu noch ein I-Tüp elchen in diesem pe manen en Mode nisie ungsp ozess. De
on Beginn an hohe Mechanisie ungsg ad mi inhal sa men Teil e ich ungen wa
auch mi Rücksich au die meh hei lich ge ing quali izie en A bei sk ä e de ame-
ikanischen Einwande ungsgesellscha konzipie . Bei Fo d he sch e ein igides
A bei s egime, wenn e sich nach außen auch ge n als Wohl ä e gab. Ku ze Tak -
zei en on eilweise un e 5 Sekunden und hohe A bei sin ensi ä wu den du ch die
zei weilig übe du chschni lichen Löhne und den 8-S unden-Tag nich we gemach .
Das e olg eiche P oduk ionskonzep mach e die Fo dwe ke Highland Pa k und
danach Ri e Rouge in De oi zum Mekka on Ingenieu en aus alle Wel , auch
aus den Au olände n Japan und Deu schland. Toyo a le n e aus den E ah ungen
mi dem Fo d’schen Sys em de Massenp oduk ion du ch so g äl iges S udium die-
se We ke und en wickel e das Sys em wei e zu dem, was dann in den 1970e -
Jah en als Toyo a P oduc ion Sys em und spä e Lean P oduc ion bekann gewo -
den is und seine sei s zum wel wei beach e en Vo bild de Au oindus ie wu de.
Bei seine En wicklung spiel e das japanische A bei ssys em (S. 218 .) mi ho-
he Fi menbindung, lebenslange Beschä igung, be iebsin e nem Au s ieg und ge-
inge gewe kscha liche Kon lik be ei scha eine Rolle. Das Fließp inzip wu de
zu Jus -in-Time-P axis (Kanban) e wei e und kos spielige S ö ungen und Fehle -
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quo en du ch sys ema ische Einbindung de Belegscha mi els kon inuie lichem
Ve besse ungsp ozess (Kaizen) und To al Quali y Managemen minimie .
Die Keh sei e wa en übe lange A bei szei en in den 1980e -Jah en, weil das knap-
pe we dende A bei sk ä eangebo nich du ch in Japan unwillkommene A bei smi-
g an en ausgeglichen we den konn e. Als auch Zei a bei e da ü nich meh eich-
en, „schien (Au oma isie ung) de einzig ealis ische Ausweg aus diese Si ua ion
zu sein“ (S. 227). Bis 1992 s ieg de Au oma isie ungsg ad in de mechanischen
Fe igung, im P esswe k und im Ka osse iebau au übe 90%, in de Endmon a-
ge be ug e nu 10% (S. 233); und in diesem Be eich a bei e en übe 50% alle
Beschä ig en. Gene ell, abe besonde s hie p ä e ie e Toyo a o ganisa o ische Lö-
sungen o echnischen (S. 235).
Auch bei de E ich ung de VW-Fab ik in Wol sbu g o 1939 – de d i e g oße
Un e suchungs all in de Da s ellung – blick e man nach De oi , plan e ein We k mi
hohe Fe igungs ie e und eine e gleichba en Ein-Modell-Poli ik. Sie konn e abe
wie in endie e s ab 1948 umgese z we den. VW gelang es wie Fo d, du ch an-
hal ende P oduk ionsmode nisie ungen die Fe igungszei pe manen zu eduzie en.
Beim Expo modell des Kä e s iel sie zwischen 1948 und 1968 on 196 S unden
au 56 S unden, eine P oduk i i ä ss eige ung um 250% (S. 267). Dieses Tempo ließ
sich spä e nich meh hal en, o allem, weil mi Ein üh ung des Nach olgemodells
Gol ab 1974 häu ige Modellwechsel und imme eiche e Auss a ungs a ian en die
Fe igungskomplexi ä e höh haben und die Ra ionalisie ungse olge wiede au a-
ßen. Von nun an wa die Wah ung de P oduk i i ä bei gleichzei ige Flexibili ä
ein s ändig neu zu bea bei endes Kon lik eld.
In de s ä ke au quali izie e Facha bei basie enden deu schen Fe igungs a-
di ion e lo die s anda disie e Fließbanda bei in den 1970e -Jah en, lankie on
eine gewe kscha lichen Kampagne zu Humanisie ung de A bei , imme meh
Akzep anz, besonde s un e den Jünge en. Die Fo sch i e in de Mik oelek onik
e mu ig en die VW-Lei ung, mi eine neuen K a ans engung die belas enden A -
bei sgänge an den Mon agebände n du ch wei gehende Au oma isie ung zu e in-
ge n. Das wu de dann mi de be ühm gewo denen Halle 54 umgese z . Au Basis
eines wei gehenden Übe einkommens zwischen Be iebs a und We kslei ung wu de
bei de Planung de mi de Au oma isie ung e ho e Ra ionalisie ungsgewinn du ch
gleich angige Humanisie ungse ek e e gänz , zum Beispiel Abscha ung on Übe -
kop a bei . Diese wu den auch e ziel , ebenso die Quali ä s e besse ung, die ande en
Ziele „Einspa ung on Fe igungskos en“ und „e höh e P oduk i i ä “ abe e ehl .
Haup g und da ü wa en P obleme mi de P oduk ionss eue ung (S. 302 .). Zum
Abschluss wi de Ve asse einen nüch e nen Blick au die „Ingenieu s ision“ In-
dus ie 4.0 (S. 373) und äuße sich skep isch zu sogenann en Vollau oma isie ung.
De Ve asse , ein ausgewiesene Expe e de Au omobil o schung, ha in seine
aus üh lichen Da s ellung ein eno mes Ma e ial ausgeb ei e , das e aus de Sekun-
dä li e a u , eigenen empi ischen Fo schungen und aus A chi s udien gewonnen ha .
Mi de uch ba en Konzen a ion au die Technik-A bei -Rela ion muss man alle -
dings in Kau nehmen, dass de Ra ionalisie ungscha ak e on Au oma isie ung
e was an den Rand ge ä und die in e essan en E gebnisse nu punk uell au die
b ei e indus iesoziologische Ra ionalisie ungsdeba e bezogen we den. Man mag
das bedaue n, abe es wä e ein ande es, siche noch länge es Buch gewo den. In
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de echnophilen S udie wi d zwa imme auch übe die be iebliche A bei spoli ik,
die Rek u ie ungs- und Quali ika ionss a egien gesp ochen, de Lohn und die di -
e enzie ende Lohnpoli ik ge a en dabei abe als s uk u ie ende Fak o en e was aus
dem Fokus de Be ach ung. Diese k i ischen Anme kungen sollen jedoch nich die
Gesam einschä zung schmäle n, dass es sich hie um eine ungemein e diens olle
G undlagena bei handel , die siche zum Ausgangspunk iele wei e e Analysen
we den wi d.
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Hinweis des Ve lags De Ve lag bleib in Hinblick au geog a ische Zuo dnungen und Gebie sbezeich-
nungen in e ö en lich en Ka en und Ins i u sad essen neu al.
Rudi Schmid D . e . pol., P o . em. ü A bei s-, Indus ie- und Wi scha ssoziologie am Ins i u ü So-
ziologie de F ied ich-Schille -Uni e si ä Jena. Fo schungsgebie e: P oduk ionsmode nisie ung, A bei s-
beziehungen, T ans o ma ions o schung. Ve ö en lichungen: A ikel „Fo dismus/Massenp oduk ion“ und
„Taylo ismus“. In: Lexikon de A bei s- und Indus iesoziologie, H sg. H. Hi sch-K einsen, S. P ei e ,
M. Will-Zocholl und R. Bohn, 3. Au l., Baden-Baden 2023.
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