Forschungsmonitoring "Arbeit der Zukunft". Ausgabe 28: Oktober bis Dezember 2024 (Berichtszeitraum)
Abstract
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Full text
Cömert, Bilge Working Paper Forschungsmonitoring "Arbeit der Zukunft". Ausgabe 28: Oktober bis Dezember 2024 (Berichtszeitraum) Working Paper Forschungsförderung, No. 364 Provided in Cooperation with: The Hans Böckler Foundation Suggested Citation: Cömert, Bilge (2025) : Forschungsmonitoring "Arbeit der Zukunft". Ausgabe 28: Oktober bis Dezember 2024 (Berichtszeitraum), Working Paper Forschungsförderung, No. 364, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/311828 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
WORKING PAPER FORSCHUNGSFÖRDERUNG Nummer 364, Februar 2025 Forschungsmonitoring „Arbeit der Zukunft“ Ausgabe 28 Oktober bis Dezember 2024 (Berichtszeitraum) Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ Auf einen Blick Das Forschungsmonitoring 28 gibt einen Überblick über aktuelle Studien und Publikationen zur Arbeitswelt der Zukunft für den Berichtszeitraum Oktober bis Dezember 2024. Es orientiert sich an den Schwerpunkten der Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“: Digitalisierung und Arbeit der Zukunft, Standards für digitale Arbeitsformen, Beschäftigung im Wandel, Arbeit aufwerten, Humanisierung der Arbeit 4.0, Atmende Arbeitszeiten und Zeitarrangements, Innovationsbegrifflichkeiten, Künstliche Intelligenz und Sozial-ökologische Transformation.
Autorin Bilge Cömert studierte Politikwissenschaften und Soziologie in Frankfurt am Main und Sozialwissenschaften in Berlin. Derzeit arbeitet sie am „Horizon Europe“-Forschungsprojekt „Resist – Fostering Queer Feminist Intersectional Resistances against Transnational Anti-Gender Politics“ an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). © 2025 by Hans-Böckler-Stiftung Georg-Glock-Straße 18, 40474 Düsseldorf www.boeckler.de „Forschungsmonitoring ‚Arbeit der Zukunft‘ Ausgabe 28“ von der Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ ist lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (BY). Diese Lizenz erlaubt unter Voraussetzung der Namensnennung des Urhebers die Bearbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung des Materials in jedem Format oder Medium für beliebige Zwecke, auch kommerziell. (Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/de/legalcode) Die Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz gelten nur für Originalmaterial. Die Wiederverwendung von Material aus anderen Quellen (gekennzeichnet mit Quellenangabe) wie z. B. von Schaubildern, Abbildungen, Fotos und Textauszügen erfordert ggf. weitere Nutzungsgenehmigungen durch den jeweiligen Rechteinhaber. ISSN 2509-2359
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 3 Inhalt Über das Forschungsmonitoring............................................................. 5 1. Überblick über aktuelle Publikationen und Studien ............................ 7 1.1 Digitalisierung ............................................................................. 7 Gesellschaftspolitische Studien und Beschäftigungsprognosen ........................................................... 7 Betrieblich orientierte Studien ..................................................... 8 Digitalisierung in der Industrie ................................................... 10 Digitalisierung im Dienstleistungssektor .................................... 10 1.2 Standards für digitale Arbeitsformen ......................................... 11 Plurale Arbeitsformen und Wandel der Beschäftigungsstrukturen ....................................... 11 Plattformarbeit .......................................................................... 12 Agile Arbeit ............................................................................... 12 1.3 Beschäftigung im Wandel ......................................................... 13 Veränderung von Tätigkeiten und Berufen ................................ 13 Geschlechterverhältnisse und Beschäftigung ............................ 17 Diversity am Arbeitsmarkt – Ältere, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen, LGBTQI ..... 20 Qualifizierung ............................................................................ 29 1.4 Arbeit aufwerten ........................................................................ 34 Faire Entlohnung....................................................................... 34 Bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit ....................................... 37 1.5 Humanisierung der Arbeit 4.0.................................................... 40 Gesundheit und Vorbeugung psychischer Risiken .................... 40 1.6 Atmende Arbeitszeiten und Zeitarrangements .......................... 41 Arbeitszeit ................................................................................. 41 Flexibilisierung .......................................................................... 43 1.7 Künstliche Intelligenz (KI) .......................................................... 44 Einsatz von KI ........................................................................... 44 Ethik von KI ............................................................................... 47 1.8 Sozial-ökologische Transformation ........................................... 48 2. A Closer Look: Zusammenfassung ausgewählter Studien des Monitorings ...................................................................................... 51
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 4 3. Keep in Mind: Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld ................................................................. 55 3.1 Auswahl neuer Forschungsprojekte der Hans-Böckler-Stiftung ............................................................... 55 3.2 Auswahl weiterer Forschungsprojekte ....................................... 58 3.3 Termine, Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld .......................................................... 60 Aktuelle Veranstaltungen .......................................................... 60 Podcasts ................................................................................... 62 Veranstaltungsdokumentationen ............................................... 63
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 5 Über das Forschungsmonitoring Das Forschungsmonitoring gibt einen Überblick über aktuelle Studien und Publikationen zur Arbeitswelt der Zukunft. Es orientiert sich an den Schwerpunkten, die unter dem Dach „Arbeit der Zukunft“ im Nachgang zum Kommissionsbericht „Arbeit transformieren!“ bearbeitet werden. Schwerpunkte sind die Bereiche Digitalisierung und Arbeit der Zukunft, Standards für digitale Arbeitsformen, Beschäftigung im Wandel, Arbeit aufwerten, Humanisierung der Arbeit 4.0, Atmende Arbeitszeiten und Zeitarrangements, Künstliche Intelligenz und Sozial-ökologische Transformation. Das Forschungsmonitoring erscheint als exklusiver Informationsservice für unsere Stakeholder bereits seit 2018. Es wird seit Ausgabe 17 auf www.boeckler.de und auf der Microsite der Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ veröffentlicht. Das Monitoring ist in drei Teile gegliedert. Es beginnt mit einem „Überblick über aktuelle Publikationen und Studien“. Teil 2 („A Closer Look: Zusammenfassung ausgewählter Studien des Monitorings“) hebt einzelne Publikationen hervor und fasst diese hinsichtlich ihrer Relevanz für Gewerkschaften und Betriebsräte zusammen. In dieser Ausgabe des Forschungsmonitorings werden zwei aktuelle Publikationen im Detail vorgestellt. Zunächst geht es um den Forschungsbericht „Betriebliche Weiterbildung aus Sicht von Betrieben und Beschäftigten“ von Valentina Goetz et al., die eine Bestandsaufnahme der betrieblichen Weiterbildung in Deutschland vornehmen. Die Autor*innen konstatieren eine starke positive Korrelation zwischen betrieblicher Produktivität und Weiterbildungsangeboten und vermuten abschließend, dass Investitionen in Weiterbildung der Mitarbeiter*innen-Bindung und Produktivität zuträglich sind. Bei der zweiten Publikation handelt es sich um ein Forschungspapier von Philip Wotschak, Leon Hellbach und Florian Butollo mit dem Titel „Algorithmic Management in the Food Delivery Sector – a Contested Terrain?“. Darin gehen die Autoren den Fragen nach, wie Unternehmen Algorithmen-basierte Steuerung und Leistungskontrolle bei ihren Mitarbeiter*innen einsetzen, wie Kuriere diese bei ihrer Arbeit wahrnehmen und wie Betriebsräte und Gewerkschaften in diesen Prozessen Mitbestimmung durchsetzen können. Im dritten Teil („Keep in Mind: Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld“) wird auf eine Auswahl neuer laufender Forschungsprojekte der HBS und auf weitere aktuelle Initiativen und Projekte hingewiesen.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 6 Die Recherche erfolgt online, wobei neben allgemeiner Stichwortsuche auch auf den Webseiten wichtiger Akteure (Gewerkschaften, Stiftungen, Institute, Organisationen, Parteien, Ministerien) systematisch nach neuen Publikationen und Initiativen gesucht wird. Sofern vorhanden, basieren die Kurzerläuterungen auf online auffindbaren Abstracts oder Zusammenfassungen, die leicht überarbeitet werden. Das Monitoring erscheint in der Regel alle drei Monate. Über die Webdatenbank „zukunftarbeit“ (BibSonomy) kann auf die gesammelten Studien und Publikationen online zugegriffen werden. Verschlagwortung und Stichwortsuche vereinfachen die Recherche. Der Link zur digitalen Publikationssammlung lautet: www.bibsonomy.org/user/ zukunftarbeit. Anregungen und Hinweise auf Publikationen und Projekte können gerne geschickt werden an: arbeit-der-[email protected] Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht die Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“ Februar 2025
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 7 1. Überblick über aktuelle Publikationen und Studien 1.1 Digitalisierung Gesellschaftspolitische Studien und Beschäftigungsprognosen Lipowski, Cäcilia No Teens, No Tech: How Shortages of Young Workers Hinder Firm Technology Investments ZEW Discussion Paper 24-062 Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim 7. Oktober 2024 www.zew.de/publikationen/no-teens-no-tech-how-shortages-of-youngworkers-hinder-firm-technology-investments In diesem Beitrag wird die Bedeutung junger Arbeitnehmer*innen, insbesondere von Auszubildenden und Trainees, für Technologieinvestitionen von Unternehmen untersucht. Durch die Analyse exogener Schwankungen in der Anzahl an Auszubildenden, die durch eine Bildungsreform in Deutschland im Jahr 2001 verursacht wurden, wird aufgezeigt, dass ein Rückgang des Angebotes an Auszubildenden die Technologieinvestitionen der Unternehmen verringert. Die Ergebnisse der Studie dämpfen die Hoffnung, dem Arbeitskräftemangel durch die Substitution von Arbeit durch Kapital entgegenzuwirken.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 8 Betrieblich orientierte Studien Rom, Simone; Massolle, Julia Zukunftssicherung und gute Arbeit. Eine Sonderauswertung eingereichter Projekte für den Deutschen Betriebsrätepreis der Jahre 2018–2023 Mitbestimmungspraxis 62 Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf November 2024 www.imu-boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008979 Die Publikation zum Deutschen Betriebsrätepreis beleuchtet das Thema Zukunftssicherung und Gute Arbeit. Es werden acht Beispiele guter Praxis dargestellt, die in den vergangenen fünf Jahren beim Betriebsrätepreis zu diesem Themenbereich eingereicht wurden. Das Ziel dieser Publikation ist die Vermittlung von Handlungsund Orientierungswissen für die Betriebsratsarbeit. Die Projekte erläutern Lösungen und Gestaltungsweisen rund um die Themen Zukunftssicherung und Gute Arbeit: von Betriebsvereinbarungen zum Umgang mit künstlicher Intelligenz oder dem betrieblichen Umweltschutz über die Initiierung und Begleitung großer Umstrukturierungen bis hin zur Verhinderung von Werksschließungen. West, Klaus-W.; Hilpert, Ulrich; Sandulli, Francesco Handlungsperspektiven des Europäischen Betriebsrates bei Digitalisierungsprozessen. Informationsund Konsultationsrechte besser nutzen Working Paper Forschungsförderung 359 Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf November 2024 www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-009000 Das Working Paper zeigt am Beispiel der Digitalisierung in handlungspraktischer Perspektive, wie die Beteiligungspraxis von Europäischen Betriebsräten in Unternehmen und an den Standorten weiterentwickelt werden kann. Die Gestaltung guter digitaler Arbeit und die Praxis der Information und Konsultation von Europäischen Betriebsräten sind verbesserungsfähig und -würdig. Die Widersprüche zwischen Sein und Sollen las-
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 15 Megatrends and the Future of Social Protection Organisation for Economic Co-operation and Development, Paris 22. November 2024 https://doi.org/10.1787/6c9202e8-en Die Alterung der Bevölkerung, der Wandel der Arbeitsmärkte und der Klimawandel wirken sich auf Wirtschaft und Gesellschaft in allen OECDLändern aus. Welche Herausforderungen stellen diese „Megatrends“ für die Sozialschutzsysteme dar? Mit Blick auf Reformen bietet der Bericht eine Bestandsaufnahme der Bevölkerungsalterung, der sich verändernden Muster des Arbeitskräfteangebots, der neuen und sich abzeichnenden Beschäftigungsformen, der Veränderungen in der Zusammensetzung der Haushalte und der unbezahlten Arbeit, der Auswirkungen neuer Technologien auf Beschäftigung und Löhne sowie der Auswirkungen des Klimawandels und der Netto-Nullrunde auf die Sozialschutzsysteme. Kunath, Gero; Tiedemann, Jurek; Werner, Dirk Die Fachkräftesituation in energieintensiven Branchen IW-Kurzbericht 85/2024 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 26. November 2024 www.iwkoeln.de/studien/gero-kunath-jurek-tiedemann-dirk-werner-diefachkraeftesituation-in-energieintensiven-branchen.html Die energieintensiven Industrien sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland von sehr hoher Relevanz mit 3,4 Prozent der Bruttowertschöpfung und mehr als 770.000 qualifizierten Arbeitskräften. Zu ihnen zählen die Branchen Papier und Pappe, Kokerei und Mineralöl, Chemie, Glas und Keramik, Steine und Erden sowie teilweise Metall. Deutschlands energieintensive Industrien leiden zunehmend unter Produktionsrückgängen. Ursachen sind gestiegene Energiepreise, internationaler Konkurrenzdruck und Fachkräftemangel. Bisher blieb die Beschäftigung recht stabil, aber es stellt sich die Frage, wie lange ein Personalabbau noch zu verhindern ist.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 16 Zika, Gerd; Kalinowski, Michael; Krinitz, Jonas; Maier, Tobias; Mönnig, Anke; Schneemann, Christian; Schur, Alexander; Wolter, Marc Ingo; Zenk, Johanna Fachkräftemonitoring für das BMAS – Mittelfristprognose bis 2028 Forschungsbericht 647 Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin 3. Dezember 2024 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/fb-647fachkraeftemonitoring-bmas-mittelfristprognose-bis-2028.html Im Auftrag des BMAS erstellt das QuBe-Kooperationsprojekt das Fachkräftemonitoring. Insgesamt zeigt die Prognose bis 2028 anhaltende Engpässe bei IT-Berufen, Gesundheitsund Pflegeberufen, einigen technischen Berufen und Lehrberufen. Im Vergleich zu den Projektionen der vergangenen Jahre werden weniger Berufe im Baugewerbe nachgefragt werden. Ursache dafür ist der Rückgang der Bautätigkeit bedingt durch die höheren Zinsen. Hingegen kam die „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ hinzu, hier bestehen – ähnlich wie in den technischen Berufen – Probleme, die in den Ruhestand übergehenden Personen in der Berufsgruppe zu ersetzen. Bellmann, Lisa; Gensicke, Miriam; Kohaut, Susanne; Möller, Iris; Schwengler, Barbara; Tschersich, Nikolai; Umkehrer, Matthias IAB-Betriebspanel (IAB-BP) 1993–2023 FDZ-Datenreport 10/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg 19. Dezember 2024 https://doi.org/10.5164/IAB.FDZD.2410.de.v1 Dieser Datenreport beschreibt das IAB-Betriebspanel (IAB-BP) 1993 bis 2023. Das IAB-Betriebspanel ist eine jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung zu betrieblichen Determinanten der Beschäftigung. Die Erhebung wird seit 1993 in Westdeutschland und seit 1996 auch in Ostdeutschland durchgeführt. Sie stellt die zentrale Quelle für Analysen zur Arbeitskräftenachfrage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland dar.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 17 Eichhorst, Werner; Ody, Margard; Rinne, Ulf Potenziale von Arbeitskammern für die Weiterentwicklung der Interessensvertretung von Beschäftigten Forschungsbericht 649 Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin 19. Dezember 2024 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/ fb-649-potenziale-arbeitskammern-weiterentwicklung-interessenbeschaftigte.html Die Interessenvertretung der Beschäftigten ist auf verschiedenen Ebenen rückläufig. In der vorliegenden Expertise wird untersucht, inwieweit Arbeitskammern die Interessenvertretung von Beschäftigung stärken könnten. Der Bericht dokumentiert die konkrete Rolle von existierenden Arbeitskammern in Bremen, im Saarland, in Österreich und in Luxemburg im Gefüge der Arbeitsmarktund Sozialpolitik und wertet bisherige Erfahrungen aus. Eine Einschätzung der Potenziale dieser Kammern erfolgt auch vor dem Hintergrund ihres Verhältnisses zu den Gewerkschaften sowie ihrer Beiträge zur Politikberatung und -gestaltung. Geschlechterverhältnisse und Beschäftigung Kritikos, Alexander S.; Maliranta, Mika; Nippala, Veera; Nurmi, Satu Gender Pay Gap sinkt in vielen Branchen, wenn Unternehmen im Besitz von Frauen sind DIW Wochenbericht 40/2024, S. 615–622 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin 2. Oktober 2024 https://doi.org/10.18723/diw_wb:2024-40-1 In dieser erstmaligen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Geschlecht der Unternehmer*innen und dem Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen zeigt die Studie, dass die Lohnlücke in Unternehmen im Eigentum von Frauen um mehr als zwei Prozentpunkte niedriger ausfällt als in Unternehmen von Männern. Es werden erhebliche Branchenunterschiede deutlich: Geschlecht der Eigentümer*innen spielt im verarbeitenden Gewerbe keine Rolle, in Dienstleistungsbranchen ist der Verdienstabstand deutlich geringer. Anreize für Frauen, Unternehmen zu
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 18 gründen, könnten den Gender Pay Gap reduzieren und wirtschaftliches Wachstum fördern. Coskun, Sena; Dalgic, Husnu Hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen und hohe Geburtenraten: die Quadratur des Kreises? IAB-Forum Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg 4. Oktober 2024 https://doi.org/10.48720/IAB.FOO.20241004.01 Die Zahl der Geburten pro Frau schwankt in Deutschland je nach Region erheblich. Vor allem in Bundesländern mit geringem Gender Pay Gap bewegen sich die Geburtenraten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Woran liegt das? Eine Untersuchung der regional unterschiedlichen Entwicklung der Geburtenraten in wirtschaftlichen Krisenzeiten gibt interessante Aufschlüsse. Heilmann, Tom; Klenner, Christina; Klammer, Ute Anforderungsund Verdienstniveaus von „Frauen“- und „Männerberufen“ im Vergleich: Detailergebnisse auf Basis des Comparable-Worth-Index 2018 IAQ-Forschung 2024/02 Institut Arbeit und Qualifikation Universität Duisburg Essen, Duisburg 23. Oktober 2024 www.doi.org/10.17185/duepublico/82535 Der Comparable-Worth-Index ist ein Instrument, mit dem Arbeitsanforderungen und Belastungen in Berufen geschlechtsneutral miteinander verglichen werden können. Analysen auf Basis des Comparable-WorthIndex zeigen, dass Berufe mit einem hohen Frauenanteil deutlich schlechter entlohnt werden als vergleichbar anspruchsvolle Berufe mit einem hohen Männeranteil. Die ungleiche Bewertung von Anforderungen in „Frauen“- und „Männerberufen“ trägt wesentlich zum Gender Pay Gap bei. In Reaktion auf Anfragen aus Wissenschaft und Praxis bietet dieser Bericht eine bisher nicht veröffentlichte Übersicht zu Anforderungsni-
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 19 veaus, durchschnittlichen Stundenlohn und Frauenanteil auf einzelne Berufsgruppen. The impact of care responsibilities on women’s labour force participation ILO Statistical Brief International Labour Organization, Genf 29. Oktober 2024 https://doi.org/10.54394/LPTT5569 Dieser Kurzbericht bietet sowohl einen detaillierten Überblick als auch eine Analyse der neuen globalen und regionalen Schätzungen der International Labour Organisation (ILO) hinsichtlich Personen, die aufgrund von Sorgeverpflichtungen nicht erwerbstätig sind. Die Analyse erfasst, wie geschlechtsspezifische Unterschiede und andere Ungleichheiten in Bezug auf Alter, Bildung und ländliche/städtische Lage die Erwerbsquoten beeinflussen. Artus, Ingrid Frauen im Streik. Zur Feminisierung von Arbeitskämpfen Aus Politik und Zeitgeschichte 46/2024, S. 35–40 Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 8. November 2024 www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/streik-2024/556160/frauen-imstreik/ „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“ Dieser klassische Streikslogan ist eindeutig vergeschlechtlicht. „Der Streikende“ ist idealtypisch ein Mann, muskelbepackt, assoziiert mit Hammer und Hochofen. Dabei war die sogenannte Arbeiterbewegung immer eine Arbeiter*innenBewegung, und auch Streiks waren immer eine Angelegenheit aller Geschlechter. Frauenstreiks haben in den vergangenen 20 Jahren neue Sichtbarkeit erlangt, etwa in Krankenhäusern und Kindertagesstätten. Sie verweisen auf Emanzipationsgewinne und eine neue Anspruchshaltung von Frauen, nicht nur im Bereich der Erwerbsarbeit.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 20 Rubery, Jill; Insarauto, Valeria; Sánchez-Mira, Núria Gender Equality in the EU. Why we need a renewed commitment to gender mainstreaming ETUI Policy Brief 8/2024 European Trade Union Institute, Brüssel 15. November 2024 www.etui.org/publications/gender-equality-eu In diesem Policy Brief werden drei Hauptrisiken für die Gleichstellung der Geschlechter in der Europäischen Union (EU) diskutiert. Das erste Risiko ist die fortschreitende Mobilisierung von Frauen für den Arbeitsmarkt bei gleichzeitig ausbleibender Kompensation und Unterstützung für unbezahlte Sorgeverpflichtungen. Das zweite Risiko besteht im drohenden Versäumnis, die mit dem grünen und digitalen Wandel einhergehenden Veränderungen in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter zu bewerten. Die Durchsetzung weiterer Sparmaßnahmen z. B. im öffentlichen Sektor, in denen Frauen besonders stark vertreten sind, bildet das dritte Risiko. Diversity am Arbeitsmarkt – Ältere, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen, LGBTQI Hammermann, Andrea; Schüler, Ruth; Stettes, Oliver Wer will im Rentenalter arbeiten? IW-Kurzbericht 74/2024 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 6. Oktober 2024 www.iwkoeln.de/studien/andrea-hammermann-ruth-maria-schueleroliver-stettes-wer-will-im-rentenalter-arbeiten.html Mehr als jede*r dritte Beschäftigte kann sich vorstellen, nach dem Renteneintritt zu arbeiten. Die IW-Beschäftigtenbefragung 2024 zeigt, dass dies davon abhängt, wie Arbeitsnehmer*innen ihr jetziges Arbeitsumfeld erleben und welche Motive für sie handlungsleitend sein könnten, wenn sie die Entscheidung über ihren Eintritt in den Ruhestand treffen werden.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 21 Carstensen, Jeanette; Seibert, Holger; Wiethölter, Doris Internationalisierung der Pflege – Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit und ihr Beitrag zur Fachkräftesicherung IAB-Forschungsbericht 22/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg 15. Oktober 2024 https://doi.org/10.48720/IAB.FB.2422 Der Gesundheitsund Pflegesektor ist einer der Beschäftigungsbereiche, der in den vergangenen Jahren besonders stark gewachsen ist. Insbesondere angesichts des akuten Arbeitskräftebedarfs in den Pflegeberufen ist es von besonderer Bedeutung, dass ausländische Beschäftigte bereits seit mehreren Jahren erheblich zur Deckung des Personalbedarfs in den Pflegeberufen beitragen. Die Studie gibt einen Überblick über die Entwicklung der ausländischen Beschäftigten in den Pflegeberufen, differenziert nach Staatsangehörigkeit (EUund Drittstaaten) und Anforderungsniveau der Tätigkeit. Thränhardt, Dietrich Chancen besser nutzen. Die Arbeitsintegration der Schutzsuchenden aus der Ukraine Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 21. Oktober 2024 www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/ chancen-besser-nutzen Im ersten Teil dieses Beitrags wird dargestellt, wie viele Schutzsuchende aus der Ukraine in Deutschland leben, wie viele von ihnen in Arbeit sind und wie die Arbeitsintegration im Vergleich zu den Nachbarländern zu bewerten ist. Auch der Anteil des Fachkräftepotenzials wird dabei ausgewiesen. Im zweiten Teil wird analysiert, wo es im Vergleich zu den Nachbarländern in Deutschland Hürden bei der Arbeitsintegration der Menschen aus der Ukraine gibt. Im dritten Teil wird der Stand der Arbeitsintegration in Deutschland mit der in östlichen EU-Ländern verglichen. Handlungsempfehlungen werden im abschließenden vierten Teil vorgestellt.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 22 Collischon, Matthias, Wunder, Anja; Zimmermann, Florian Migrant*innen der ersten Generation gelingt der Aufstieg in die Einkommenselite deutlich seltener als Deutschen IAB-Forum Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg 24. Oktober 2024 https://doi.org/10.48720/IAB.FOO.20241024.01 Die Wege, die in die Einkommenselite führen, unterscheiden sich je nach gesellschaftlicher Gruppe substanziell. Im obersten Prozent der Einkommensverteilung sind neben Frauen auch Migrant*innen deutlich unterrepräsentiert, insbesondere solche aus Nicht-EU-Staaten. Der Rückstand gegenüber der einheimischen Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren noch vergrößert. Fendel, Tanja; Ivanov, Boris Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Gute Arbeitsmarktintegration trotz bürokratischer Hürden und Diskriminierung IAB-Kurzbericht 21/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg 25. Oktober 2024 https://doi.org/10.48720/IAB.KB.2421 Aufgrund des demografischen Wandels wird Erwerbsmigration aus NichtEU-Staaten immer wichtiger. Um sie zu unterstützen, wurden im Jahr 2020 im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz verschiedene gesetzliche Reformen umgesetzt. Im Kurzbericht werden die Arbeitsmarktintegration, der Einwanderungsprozess und die Diskriminierungserfahrungen der Migrant*innen untersucht, die diese neuen Regelungen genutzt haben.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 23 Lange, Martin; McNamara, Sarah; Schmidt, Philipp Labor Market Integration of Asylum Seekers in Europe: Recent Trends and Barriers ZEW Discussion Paper 24-073 Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim 31. Oktober 2024 www.zew.de/publikationen/labor-market-integration-of-asylum-seekersin-europe-recent-trends-and-barriers Anhand der EU-Arbeitskräfteerhebung wird der Stand der Arbeitsmarktintegration von Asylbewerber*innen in Europa dargelegt. Dabei wird die Arbeitsmarktintegration von Asylbewerber*innen mit der von Einheimischen und Wirtschaftsmigrant*innen in allen europäischen Staaten verglichen. Die Autor*innen stellen fest, dass die Beschäftigungsquoten im Durchschnitt zehn Prozentpunkte unter denen der Einheimischen liegen. Auch bei der Qualität der Arbeitsplätze gibt es erhebliche Unterschiede. Die Analyse der von den Asylbewerber*innen selbst angegebenen Beschäftigungshindernisse deutet darauf hin, dass diese Umstände auf institutionelle Hürden zurückzuführen sind. Borelli, Silvia Labour Intermediaries and Labour Migration in the EU – A Framing Puzzle to Rule the Market (and Avoid the Market of Rules) FES Briefing Friedrich-Ebert-Stiftung, Competence Centre on the Future of Work, Brüssel Oktober 2024 https://library.fes.de/pdf-files/bueros/bruessel/21726.pdf Drittstaatsangehörige sind oft auf die Hilfe von Arbeitsvermittler*innen angewiesen, wenn sie versuchen, eine Arbeitserlaubnis in den EU-Mitgliedstaaten zu erhalten. Diese Vermittler*innen sind oft in lange und undurchsichtige Untervergabeketten eingebunden, die Unternehmen nutzen, um Arbeitskosten zu senken. Vor diesem Hintergrund diskutiert die Autorin folgende Ziele: Förderung der Direktbeschäftigung, Erhöhung der Arbeitsmarkttransparenz durch Einführung eines EU-Registrierungsund Zulassungssystems, Verbot von Praktiken, die sich negativ auf die Arbeitsbedingungen und die Gewerkschaftsrechte auswirken, z. B. durch Verbot oder Einschränkung von Leiharbeit und Untervergabe.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 24 Paprotny, Rolf Wir passen die Arbeit dem Menschen an. Porträt über gesundes Arbeiten im Alter beim Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) Betriebsund Dienstvereinbarungen 40 Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Oktober 2024 www.imu-boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008980 Ältere Beschäftigte werden heute von allen Seiten heftig umworben, besonders von Arbeitgeber*innen, ihren Verbänden und der Politik. Doch wie sieht es in den Unternehmen aus? Können Beschäftigte überhaupt ihre jetzige Tätigkeit ohne Einschränkungen bis zum Rentenalter ausüben? Zahlreiche Beschäftigte der Abfallwirtschaft stellen dies infrage, wie die bundesweite Branchenund Betriebsbefragung „Umfrage Gute Arbeit in der Verund Entsorgung“ (ver.di 2022) zeigt. Viele kritisieren die zunehmende Arbeitsintensität, die unzureichenden Weiterbildungsangebote und die fehlenden Gesundheitsangebote. Der Zweckverband Abfallwirtschaft der Region Hannover (aha) bietet hierfür Lösungen. Walwei, Ulrich Older Workers in Germany: Employment Potentials in International Comparison IAB-Forschungsbericht 14/2024 Institut für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg 4. November 2024 www.doi.org/10.48720/IAB.FB.2414EN Der Bericht startet mit einer Übersicht der Erwerbsarbeit von Älteren in einem breiten internationalen Vergleich. Dem folgt eine Situationsbeschreibung für Deutschland. Im Anschluss soll ein genauerer Blick auf die Länder gerichtet werden, die bei der Erwerbstätigkeit Älterer ganz vorne stehen. Es geht darum, Anhaltspunkte für diejenigen Faktoren zu erhalten, die das hohe Beschäftigungsniveau von Älteren in diesen Ländern begünstigt haben könnten. Die Bundesrepublik Deutschland hat bei der Beschäftigung Älterer in den letzten Dekaden deutlich aufgeholt. Dies gilt insbesondere für die 50bis 64-Jährigen. Ein größerer Rückstand besteht allerdings noch bei den 65bis 74-Jährigen.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 31 Ausund Weiterbildung in der digitalen Welt Bitkom, Berlin November 2024 www.bitkom.org/sites/main/files/2024-11/ positionspapier-aus-weiterbildung-bitkom.pdf Der Wandel der Arbeitswelt ist in vollem Gange. Weiterbildung ist in Deutschland der zentrale Hebel, um einerseits die Beschäftigten von heute für die Arbeit von morgen fit zu machen und andererseits die Transformation aktiv zu gestalten. Sie muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Jede und jeder Einzelne muss bereit für Veränderung sein. Hierzu müssen die Wirtschaft und Politik geeignete Rahmenbedingungen bieten. Dazu gehört die allgemeine Erleichterung des Zugangs zu Weiterbildung für alle. Die bisher erfolgten Maßnahmen bringen bislang nicht die benötigten Erfolge, um den Zugang zu Weiterbildung in allen Bereichen zu erleichtern Jacobs, Marian; Polloczek, Magdalena Wege zur Transformation. Zukunftskompetenzen für die MobilitätsBauund Wohnungswirtschaft FES impuls Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 4. Dezember 2024 www.fes.de/globale-oekonomie/artikel-in-globale-oekonomie/fes-impulszukunftskompetenzen-fuer-die-mobilitaets-bau-und-wohnungswirtschaft Angesichts eines tiefgreifenden Wandels der beruflichen Anforderungen in der Bauund Immobiliensowie der Mobilitätsbranche und einem wachsenden Fachkräftemangel müssen dringend Lösungen gefunden werden, wie der Fachkräftebedarf von morgen mit den Fachkräften von heute gedeckt werden kann. Kluge Ausund Weiterbildungsstrategien haben das Potenzial, um den heutigen Fachkräften eine Perspektive zu geben und gleichzeitig die notwendigen Kompetenzen für die Aufgaben von morgen sicherzustellen. Entscheidend ist, Arbeitnehmer*innen nicht nur beim Start in das Berufsleben auszubilden, sondern in einem lebenslangen Lernund Weiterbildungsprozess zu integrieren.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 32 Köhne-Finster, Sabine; Seyda, Susanne IW-Weiterbildungserhebung 2023: ökologische Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Weiterbildung IW-Trends 51(4), S. 49–73 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 5. Dezember 2024 https://doi.org/10.2373/1864-810X.24-04-03 Die IW-Weiterbildungserhebung 2023 zeigt, dass sich viele Unternehmen intensiv mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Bei der Umsetzung und Planung ökologisch nachhaltiger Maßnahmen zeigt sich hingegen erst eine moderate Aktivität. Zwei zentrale Faktoren zur Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit werden in der vorliegenden Studie untersucht: Weiterbildung und Digitalisierung. Zehe, Henry; Fries, Jan Fachkräftequalifizierung in der Praxis. Analyse zur Darstellung von Qualifizierungspfaden in der Automobilindustrie Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive BadenWürttemberg 5. Dezember 2024 www.wifor.com/de/download/fachkraeftequalifizierung-in-der-praxis/ ?wpdmdl=351730&refresh=67a8b0e0b3c3f1739108576 Das Ziel dieser Studie ist es, konkrete Qualifizierungspfade im Rahmen von Best-Practice-Beispielen einzelner Unternehmen der Automobilindustrie zu beleuchten und übergreifende Erkenntnisse zu gewinnen. Zunächst werden die verschiedenen transformativen Herausforderungen, denen die Branche gegenübersteht, dargestellt. Anschließend folgen detaillierte Einblicke in erfolgreiche unternehmensspezifische Weiterbildungsmodelle. Diese Einblicke wurden durch Interviews mit Unternehmen der baden-württembergischen Automobilindustrie gewonnen, die wertvolle Informationen und Best-Practice-Beispiele zur Verfügung gestellt haben.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 33 Training Supply for the Green and AI Transitions. Equipping Workers with the Right Skills Organisation for Economic Co-operation and Development, Paris 11. Dezember 2024 https://doi.org/10.1787/7600d16d-en Die Erwachsenenbildungssysteme sind dazu angehalten, Arbeitskräfte auf die großen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt vorzubereiten, einschließlich des grünen Wandels und der Zunahme der künstlichen Intelligenz am Arbeitsplatz. Die meisten Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Nachfrage nach Qualifikationen und geben nur wenig Aufschluss über das Angebot. Um diese Lücke zu schließen, nutzt dieser Bericht Erkenntnisse aus neuen OECD-Fragebögen und einer Analyse von Ausbildungskatalogen, um zu bewerten, ob das derzeitige Ausbildungsangebot den für den Übergang zu grüner und künstlicher Intelligenz erforderlichen Qualifikationen entspricht. Erol, Serife Wie Betriebsräte die betriebliche Weiterbildung fördern. Handlungsoptionen und ihre Determinanten WSI-Mitteilungen 77(6), S. 429–440 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Dezember 2024 https://doi.org/10.5771/0342-300X-2024-6-429 Die Teilnahme an Weiterbildungen ist entscheidend für den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Betriebsrät*innen dienen als wesentliche Mediator*innen und engagieren sich für die gerechtere Verteilung von Weiterbildungsmöglichkeiten und -finanzierung in Unternehmen. Anhand der WSI-Betriebsund Personalrätebefragung werden die Faktoren untersucht, die das Engagement der Betriebsrät*innen für betriebliche Weiterbildungen beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass weiterbildungsförderliche Strukturen, institutionelle Rahmenbedingungen und die Konfliktfähigkeit der Betriebsrät*innen ihr Engagement für die Förderung der betrieblichen Weiterbildung signifikant verbessern.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 34 Falck, Oliver; Guo, Yuchen; Langer, Christina; Lindlacher, Valentin; Wiederhold, Simon Training, Automation, and Wages: International Worker-Level Evidence IZA Discussion Paper 17503 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn Dezember 2024 www.iza.org/publications/dp/17503/ training-automation-and-wages-international-worker-level-evidence Berufliche Weiterbildung wird als entscheidend für den Schutz von Arbeitnehmer*innen vor Automatisierung angesehen, doch fehlt es an empirischen Belegen für diese Annahme. Mit Daten von über 90.000 Arbeitnehmer*innen in 37 Industrieländern wird ein Maß für das Automatisierungsrisiko auf individueller Ebene entwickelt, das auf den ausgeführten Aufgaben bei der Arbeit basiert. Die Analyse zeigt, dass das Automatisierungsrisiko innerhalb einzelner Berufe stark variiert, was bei bestehenden Messungen auf Berufsebene vernachlässigt wird. Um zu beurteilen, ob berufliche Weiterbildung das Automatisierungsrisiko verringert, werden die Unterschiede innerhalb der Berufe und Branchen genutzt. 1.4 Arbeit aufwerten Faire Entlohnung Razavi, Shahra; Cattaneo, Umberto; Schwarzer, Helmut; Visentin, Andrea Combating inequalities: what role for universal social protection? ILO Working Paper 128 International Labour Organization, Genf 1. November 2024 https://doi.org/10.54394/EOAY4970 Das Ziel der Studie besteht darin, die Auswirkungen von Sozialschutzleistungen, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen auf die Verringerung von Einkommensungleichheiten zu belegen. Die vorgelegten Daten zei-
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 35 gen, dass Sozialschutzleistungen und ihre Finanzierung durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge wirksame politische Maßnahmen zur Verringerung von Einkommensungleichheiten sind. Länder, die mehr für den Sozialschutz ausgeben, verzeichnen im Durchschnitt eine stärkere Verringerung der Einkommensungleichheit. Die Studie schließt mit praktischen Empfehlungen zur Finanzierung und Gestaltung von Sozialschutzsystemen, sowie mit Anregungen für künftige Forschungsarbeiten. Bahl, Friederike Wo streiken nicht hilft. Arbeitskritik im Niedriglohnsektor Aus Politik und Zeitgeschichte 74(46), S. 49–54 Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 9. November 2024 www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/streik-2024/556162/ wo-streiken-nicht-hilft/ Streik ist ein zentrales Mittel zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen. Im Niedriglohnsektor mangelt es jedoch oft an kollektiven Strukturen. Aber anders als die Streikabstinenz es auf den ersten Blick vermuten ließe, ist die ausbleibende kollektive Arbeitsniederlegung nicht Indikator für ein umfassendes Einstellen von Kritik, sondern nur Ausdruck davon, dass sich die Äußerungspraktiken verändert haben. Dies dazu führt, dass Beschäftigte auf verdeckte Formen des Widerstands zurückgreifen. Diesen fehlt es allerdings an transformativer Kraft. Global Wage Report 2024–25: Is wage inequality decreasing globally? International Labour Organization, Genf 28. November 2024 https://doi.org/10.54394/CJQU6666 Der Global Wage Report 2024–25 enthält einen detaillierten Überblick über die Lohnentwicklung in verschiedenen Weltregionen und beleuchtet die Veränderungen bei der Lohnungleichheit und dem Reallohnwachstum. Er untersucht die wichtigsten Herausforderungen, mit denen Arbeitnehmer*innen weltweit konfrontiert sind, und beleuchtet die Muster der Einkommensunterschiede zwischen und innerhalb von Ländern.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 36 Dorschner, Nadja Das Lieferkettengesetz – ambitioniert bleiben, die Beschäftigten stärken Policy Brief 1/2024 Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin November 2024 www.rosalux.de/publikation/id/52677/das-lieferkettengesetz-ambitioniertbleiben-die-beschaeftigten-staerken Das „Wachstumspaket“ der Bundesregierung sieht vor, die jüngst verabschiedete europäische Lieferkettenrichtlinie rasch in das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) zu überführen. Dieser Prozess stellt eine Chance für eine Stärkung des LkSG zugunsten der Menschen dar, die entlang von Lieferketten Menschenrechtsverletzungen erfahren. Dieser Policy Brief gibt einen Überblick über die aktuellen politischen Auseinandersetzungen zur gesetzlichen Regulierung unternehmerischer Sorgfaltspflichten, zeigt die Mängel in der Umsetzung des LkSG auf und schlägt Maßnahmen vor, um das Gesetz zukünftig stärker an den Bedürfnissen der Beschäftigten in globalen Lieferketten auszurichten. Niehues, Judith; Stockhausen, Maximilian IW-Verteilungsreport 2024. Aktuelle Trends und Herausforderungen für die Verteilungspolitik IW-Report 49 Institut der deutschen Wirtschaft, Köln 17. Dezember 2024 www.iwkoeln.de/studien/judith-niehues-maximilian-stockhausenaktuelle-trends-und-herausforderungen-fuer-die-verteilungspolitik.html Die Coronapandemie, die Energiepreisekrise und die damit einhergehenden hohen Inflationsraten haben ihre Spuren hinterlassen. Die bis zu Beginn des Jahres 2023 sinkenden Reallöhne haben einen Teil der Reallohnzuwächse der Vorjahre aufgezehrt: Im Jahresdurchschnitt 2023 lag der Reallohnindex auf dem Niveau von 2015.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 37 Blank, Florian; Brehmer, Wolfram Das Lieferkettengesetz in der Praxis: Einschätzungen durch Betriebsräte Wirtschaftsdienst 104(12), S. 849–855 22. Dezember 2024 https://doi.org/10.2478/wd-2024-0218 Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet große Unternehmen, menschenrechtliche Risiken in ihren Lieferketten zu analysieren und präventive Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Der Beitrag zeigt anhand einer 2023 durchgeführten Befragung von Betriebsrät*innen, welche Unternehmen durch das Gesetz betroffen sind und welche Maßnahmen sie umgesetzt haben. Als Vergleichsgruppe dienen Unternehmen, die nicht unter das Gesetz fallen, um zu zeigen, wie sehr das Gesetz Änderungen in den Lieferketten bewirkte. Zudem wird beleuchtet, wie intensiv sich Management, Betriebsrat und Beschäftigte mit dem Thema befassten und welchen Kenntnisstand Betriebsrät*innen haben. Bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit Is Care Affordable for Older People? OECD Health Policy Studies Organisation for Economic Co-operation and Development, Paris 29. Oktober 2024 https://doi.org/10.1787/450ea778-en Ältere Menschen mit Langzeitpflegebedarf sind häufiger weiblich, 80 Jahre alt oder älter, leben allein und haben ein geringeres Einkommen als der Durchschnitt. Derzeit sind in den OECD-Ländern aufgrund der öffentlich finanzierten Langzeitpflegesysteme immer noch fast die Hälfte der älteren Menschen mit Pflegebedarf von Armut bedroht, insbesondere diejenigen mit schwerem Pflegebedarf und geringem Einkommen. Die aus eigener Tasche zu zahlenden Kosten machen im OECD-Durchschnitt 70 Prozent des Medianeinkommens einer älteren Person aus. In diesem Bericht werden Wege zur Verbesserung der Finanzierung und politische Handlungsoptionen vorgeschlagen.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 38 Huebener, Mathias; Mahlbacher, Malin K.; Schmitz, Sophia Caring Dads? Universal Childcare, Paternity Leave and Fathers’ Involvement IZA Discussion Paper 17422 Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, Bonn Oktober 2024 www.iza.org/de/publications/dp/17422/caring-dads-universal-childcarepaternity-leave-and-fathers-involvement Eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung gilt als wichtige Strategie zur Verringerung der Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Es ist jedoch nur sehr wenig darüber bekannt, inwieweit familienpolitische Maßnahmen das Engagement von Vätern bei der Sorgearbeit fördern können. Die Autor*innen untersuchen, wie sich die kombinierte Verfügbarkeit von allgemeiner Kinderbetreuung und Elternzeit auf das Engagement von Vätern auswirkt. Schmieder, Julia; Weichselbaumer, Doris; Welteke, Clara; Wrohlich, Katharina Parental Leave and Discrimination in the Labor Market Discussion Papers 2101 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin November 2024 www.diw.de/de/diw_01.c.927197.de/publikationen/ diskussionspapiere/2024_2101/ parental_leave_and_discrimination_in_the_labor_market.html Väter, die Elternzeit in einem frauendominierten oder geschlechterneutralen Beruf genommen haben, werden im Vergleich zu Vätern, die keine Elternzeit genommen haben, nicht seltener zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. In einem männerdominierten Beruf werden Väter, die lange Elternzeit genommen haben, jedoch benachteiligt. Unabhängig von der Inanspruchnahme der Elternzeit werden Väter in dem von Frauen dominierten und dem geschlechtsneutralen Beruf weniger gut behandelt als Mütter, während in dem von Männern dominierten Beruf das Gegenteil der Fall ist.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 39 Arbeitsgruppe zur Gestaltung einer rechtssicheren Grundlage für die Live-In-Betreuung im familiären Bereich Abschlussbericht: Live-In-Betreuung im familiären Bereich Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin 4. Dezember 2024 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/ abschlussbericht-live-in-betreuung-im-familiaeren-bereich.html Bundesweit werden viele tausend Pflegebedürftige zu Hause von meist osteuropäischen Frauen (sogenannten „Live-Ins“) betreut, die in der Regel in den Haushalten der Pflegebedürftigen wohnen. In diesen Betreuungsarrangements werden aber nicht selten wichtige arbeitsrechtliche Vorgaben zum Schutz der „Live-Ins“ ignoriert. Eine Arbeitsgruppe aus dem Bundesministerium für Gesundheit, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Geschäftsstelle der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung hat sich mit möglichen Lösungsansätzen auseinandergesetzt. Achatz, Juliane; Schels, Brigitte; Zabel, Cordula Auswirkungen geförderter Beschäftigung auf die familiäre Arbeitsteilung WSI-Mitteilungen 77(6), S. 477–484 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Dezember 2024 https://doi.org/10.5771/0342-300X-2024-6-477 Am Beispiel des Förderungsprogramms „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ wird für Männer und Frauen im Langzeitleistungsbezug untersucht, wie sich die Teilnahme an geförderter Beschäftigung auf den Zeitaufwand für bezahlte und unbezahlte Arbeit und familiäre Arbeitsteilung als Aspekte von Beschäftigungsfähigkeit auswirkt. Datengrundlage ist die Befragung „Lebensqualität und Teilhabe“. Die Befunde verweisen auf die Bedeutung von Maßnahmen zur Förderung, wie Teilzeitangebote, Kinderbetreuung und Coaching, die die Neuarrangements im Alltag unterstützen. Von gleichstellungspolitischer Bedeutung ist, dass Frauen, vor allem Alleinerziehende, besonders von Zeitbelastungen betroffen sind.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 40 1.5 Humanisierung der Arbeit 4.0 Gesundheit und Vorbeugung psychischer Risiken Leka, Stravroula; Jain, Aditya Conceptualising work-related psychosocial risks. Current state of the art and implications for research, policy and practice Report 9/2024 European Trade Union Institute, Brüssel 4. Dezember 2024 www.etui.org/publications/conceptualising-work-related-psychosocialrisks Arbeitsbedingte psychosoziale Gefährdungen werden als eines der Hauptprobleme anerkannt, die im modernen Arbeitsleben weltweit und in der Zukunft der Arbeit angegangen werden müssen. Sie beziehen sich auf ungünstige Arbeitsbedingungen und vor allem darauf, wie die Arbeit organisiert und verwaltet wird. Es gibt inzwischen zahlreiche Belege dafür, dass die Aussetzung gegenüber psychosozialen Gefahren die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen gefährden kann. In diesem Bericht werden die Ergebnisse eines ETUI-Projekts vorgestellt, das sich auf eine Überprüfung und Systematisierung der vorhandenen Erkenntnisse konzentriert.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 47 rauf reagiert, indem sie ihren Arbeitsplatz wechselten, häufig in weniger anfällige Branchen. Gering qualifizierte Beschäftigte müssen gewisse Lohneinbußen hinnehmen, während hoch qualifizierte Beschäftigte Lohnzuwächse verzeichnen. Ethik von KI Ponce Del Castillo, Aída Exposing generative AI. Human-dependent, legally uncertain, environmentally unsustainable ETUI Policy Brief 7/2024 European Trade Union Institute, Brüssel 2. Oktober 2024 www.etui.org/publications/exposing-generative-ai GPAI-Modelle (GPAI: General Purpose Artificial Intelligence) sind Prognoseinstrumente, die auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten Ergebnisse liefern. Dabei sind sie weder „autonom“ noch haben sie eine unabhängige „Handlungsfähigkeit“. Die zentrale Rolle, die der Mensch auf allen Ebenen ihrer Entwicklung, Schulung, Implementierung und Nutzung spielt, sollte nicht unterschätzt werden. Auch der Stromund Wasserverbrauch sowie der Kohlenstoff-Fußabdruck von GPAI-Modellen müssen in Angriff genommen werden, wenn sich der Sektor in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit entwickeln soll. Hirsch-Kreinsen, Hartmut; Krokowski, Thorben „Vertrauenswürdige KI“. Herausforderungen und Perspektiven eines deutsch-europäischen Projektes WSI-Mitteilungen 77(6), S. 421–428 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Dezember 2024 https://doi.org/10.5771/0342-300X-2024-6-421 Mit der Entwicklungsdynamik der Künstlichen Intelligenz (KI) wachsen die Bedenken hinsichtlich ethischer, rechtlicher und sozialer Risiken ihrer An-
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 48 wendung. Daher wird in Europa und Deutschland unter der Überschrift „Vertrauenswürdige KI“ seit Längerem eine politische Regulierung der KINutzung angestrebt. Im Beitrag wird gefragt, welche Akteure die Regulation von KI vorantreiben, welche Herausforderungen damit einhergehen und an welche strukturellen Grenzen die derzeitigen Regulationsansätze stoßen. Zudem geht es um die Frage, inwiefern eine weitreichende Regulation der KI als Besonderheit eines europäischen bzw. deutschen KIEntwicklungspfads im globalen Technologiewettbewerb gelten kann. 1.8 Sozial-ökologische Transformation Schulz, Felix; Trappmann, Vera Wie blicken Arbeitnehmer:innen auf die Energiewende? Eine Analyse entlang politischer Parteipräferenzen Working Paper Forschungsförderung 354 Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf Oktober 2024 www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008965 Anhand einer repräsentativen Umfrage unter Beschäftigten analysiert die Autor*innen die Zustimmung zu energiepolitischen Maßnahmen und die Wahrnehmung sozioökonomischer Folgen entlang politischer Parteipräferenzen. Zwischen den parteipolitischen Linien „Mitte links“ (SPD, Grüne, Die Linke), „Mitte rechts“ (CDU/CSU, FDP) und „populistisch“ (BSW, AfD) finden sich deutliche Unterschiede, aber über die parteipolitischen Differenzen hinaus auch Mehrheiten für die Kopplung staatlicher Förderung an gute Arbeitsbedingungen und für mehr demokratische und finanzielle Teilhabe an der Energiewende.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 49 Navigating the Future: Skills and Jobs in the Green and Digital Transitions ILO Brief International Labour Organization, Genf 17. November 2024 https://doi.org/10.54394/VGNR3350 Der grüne und digitale Wandel kann Chancen für die Schaffung von Arbeitsplätzen in großem Umfang bieten, wenn sie mit wirksamen politischen Maßnahmen und Investitionen einhergehen. Der Research Brief stellt dar, dass sich bei dem Zuwachs an Beschäftigungsmöglichkeiten im Wandel geschlechtsspezifische Ungleichheiten und Nachteile aufgrund von hohem Alter abzeichnen. Umschulung, Höherqualifizierung und Unterstützung durch Arbeitsmarkteinrichtungen sowie Beschäftigungsund Sozialschutzmaßnahmen, die im Rahmen des sozialen Dialogs konzipiert und umgesetzt werden, wären für Arbeitnehmer*innen wegweisend. DGB-Bundesvorstand Gewerkschaftliche Anforderungen an die Wasserstoffwirtschaft: Auf dem Weg zur H2-ready workforce Positionspapier Deutscher Gewerkschaftsbund, Berlin 29. November 2024 www.dgb.de/fileadmin/download_center/Positionen_und_Thesen/ dgb-position_-gewerkschaftliche-anforderungen-an-diewasserstoffwirtschaft_-auf-dem-weg-zur-h2-ready-workforce-1.pdf Mit der Verschärfung der nationalen und europäischen Klimaziele wird der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland umso dringlicher. Klimaneutralität lässt sich im Rahmen gesetzter Ziele nur mit klimaneutralem Wasserstoff und darauf aufbauenden synthetischen Energieträgern erreichen. Die aktuelle Debatte fokussiert sich dabei vor allem auf technologische und wirtschaftliche Aspekte der Wasserstoffwirtschaft. Diese Betrachtung greift zu kurz. Selbst die innovativste Technologie ist darauf angewiesen, dass es Beschäftigte gibt, die sie bedienen können. Deshalb müssen nicht nur Anlagen und Infrastrukturen H2-ready konzipiert werden, sondern auch eine gut qualifizierte „H2-ready workforce“.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 50 Galgóczi, Béla Für Klimaschutz und gute Arbeit – Die EU braucht starke Gewerkschaften WSI-Mitteilungen 77(6), S. 495–497 Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung, Düsseldorf Dezember 2024 https://doi.org/10.5771/0342-300X-2024-6-495 Der Klimanotstand hat in der EU oberste politische Priorität und erfordert einen Wandel unseres Wirtschaftssystems. Gewerkschaften haben sowohl im Prozess des Übergangs als auch bei der Ausgestaltung einer klimaneutralen Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Sie setzen sich für den Abbau sozialer Ungleichheit ein und für faire beschäftigungspolitische Maßnahmen. Dabei ist die Rolle von Sozialdialog und Tarifverhandlungen essenziell, wird aber nach wie vor unterschätzt. Für einen erfolgreichen Übergang sollten grüne Klauseln in Tarifverträge eingebaut werden. In der kommenden Legislaturperiode ist es Aufgabe der europäischen Institutionen, die Rolle der Gewerkschaften bei der „just transition“ zu stärken.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 51 2. A Closer Look: Zusammenfassung ausgewählter Studien des Monitorings Goetz, Valentina; Isphording, Ingo; Rinne, Ulf; Trenkle, Simon Betriebliche Weiterbildung aus Sicht von Betrieben und Beschäftigten Forschungsbericht 646 Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin 6. November 2024 www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/ fb-646-betriebliche-weiterbildung-aus-sicht-betriebe-undbeschaeftigte.html In diesem Forschungsbericht analysieren die Autor*innen die Betriebsund Beschäftigtenperspektiven hinsichtlich der betrieblichen Weiterbildung. Auf der betrieblichen Ebene wird untersucht, wie sich das Angebot zur betrieblichen Weiterbildung in Betrieben verschiedener Größe und für Beschäftigte unterschiedlicher Qualifikation entwickelt hat, und welche Einflussfaktoren dieses Angebot erklären. Auf Beschäftigtenebene wird u. a. das Wissen über diese Angebote sowie die Bereitschaft zur Teilnahme in ihrer zeitlichen Entwicklung untersucht. Entwicklung betrieblicher Weiterbildung: Einflussfaktoren und Trends Die Autor*innen untersuchen die Entwicklung der betrieblichen Weiterbildung auf Basis des Datensatzes „Linked Personnel Panel“ (LPP). Dabei wird insbesondere die Rolle von Weiterbildung bei der Einführung neuer Technologien sowie bei der Fachkräftesicherung beleuchtet. Grundsätzlich bestätigen die Ergebnisse etablierte Befunde zur betrieblichen Weiterbildung in Deutschland: Erstens ist Weiterbildung auf betrieblicher Seite in kleinen und mittleren Unternehmen weniger verbreitet. Zweitens erhalten auf Beschäftigtenseite ältere Arbeitnehmer*innen und Geringqualifizierte seltener Angebote zur Teilnahme an betrieblicher Weiterbildung und nehmen auch seltener daran teil. Rolle der Weiterbildung bei der Einführung neuer Technologien Weiterbildung ist für Betriebe der wichtigste Weg zur Integration neuer Technologien in betriebliche Prozesse, so die Ergebnisse der Studie. Allerdings entfällt hierbei nur ein Fünftel des gesamten Weiterbildungsbudgets auf die Vermittlung neuer Technologien. Technologievermittlung ist
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 52 also eine wichtige, aber bei weitem nicht die einzige Facette betrieblicher Weiterbildung. Auch aus Sicht der Beschäftigten spielt die Weiterbildung eine zentrale Rolle, um den Umgang mit neu eingeführten Technologien zu erlernen. Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass in der betrieblichen Praxis auch die (ergänzende) Wissensvermittlung durch andere Beschäftigte sowie das Selbststudium von hoher Relevanz sind. Effekte von Weiterbildung auf Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiter*innen-Bindung Die Ergebnisse zeigen ebenfalls kurzfristig positive Effekte einer Weiterbildungsteilnahme auf die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten und den Wunsch, im Unternehmen zu bleiben. Effekte auf die Arbeitsmotivation sowie auf den Lohn lassen sich jedoch zumindest im kurzfristigen Rahmen der Studie nicht feststellen. Die Autor*innen gehen allerdings davon aus, dass, wenn die Teilnahme an Weiterbildung die Arbeitszufriedenheit erhöht und den Wunsch der Beschäftigten stärkt, im Unternehmen zu bleiben, Investitionen in Weiterbildung der Mitarbeiter*innen-Bindung und der Produktivität zuträglich sind. Wotschack, Philip; Hellbach, Leon; Butollo, Florian Algorithmic Management in the Food Delivery Sector – a Contested Terrain? Weizenbaum Journal of the Digital Society, 4(3) Weizenbaum-Institut, Berlin 4. Oktober 2024 https://doi.org/10.34669/wi.wjds/4.3.5 Formen des algorithmischen Managements spielen eine wesentliche Rolle bei der Organisation von Lebensmittellieferungen, indem sie auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Systeme zur Koordinierung von Fahrer*innenrouten einsetzen. Angesichts der prekären Arbeitsbedingungen und anderer Risiken durch algorithmisches Management, die typischerweise mit (migrantischer) Plattformarbeit verbunden sind, lässt sich dieser Artikel von zwei Fragen leiten: • Wie nutzen Unternehmen Algorithmen-basierte Steuerung und Leistungskontrolle und wie nehmen die Kuriere diese wahr? • Welche Prioritäten, Strategien, Ressourcen und Erfolge haben Betriebsräte und Gewerkschaften in Bezug auf die Mitbestimmungspraxis?
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 53 Algorithmisches Management im Fokus Algorithmisches Management beschreibt den Einsatz von algorithmischen Systemen zur Steuerung von Arbeitsprozessen, insbesondere in Plattformarbeitsmodellen wie der Lebensmittellieferung. Diese Systeme organisieren Routen, überwachen Fahrzeiten und optimieren Abläufe. An algorithmischem Management wird kritisiert, dass es nicht nur prekäre Arbeitsbedingungen verstärkt, sondern auch neue Formen der Überwachung und Disziplinierung schafft. In dieser qualitativen empirischen Fallstudie wurde ein großes deutsches Lieferplattform-Unternehmen im Zeitraum von 2022 bis 2023 untersucht. Dafür wurden u. a. Mitarbeiter*innen der Öffentlichkeitsarbeit, Recruiter*innen, Fahrer*innen und Betriebsräte befragt. Arbeitsbedingungen und Herausforderungen durch algorithmisches Management Im untersuchten Unternehmen erfolgt die Steuerung der Kurierfahrer*innen über eine App, die Aufträge zuweist, Routen vorgibt und so während der gesamten Arbeitszeit den Aufenthalt, die Reaktionszeit, die Lieferzeit und -route der Beschäftigten überwacht. Die Auswertung zeigt, dass algorithmisches Management vor allem zur Optimierung der Auftragsreihenfolge und -zuteilung eingesetzt wird. Eine direkte Bewertung der individuellen Arbeitsleistung oder eine darauf basierende Disziplinierung findet durch algorithmisches Management nicht statt. Die Möglichkeit eines systematischen Missbrauchs und einer verdeckten Leistungsmessung, die in Mitarbeiter*innen-Bewertung einfließt, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Kritik der Beschäftigten Die Arbeitnehmer*innen kritisieren die mangelnde Transparenz und Informationsasymmetrien in der Nutzung von algorithmischem Management, denn sie wissen oft nicht, welche Daten wie verarbeitet werden. Dabei kritisieren sie auch, dass algorithmisches Management oft nicht den gewünschten Effekt der Optimierung erzielt und durch schlechte Navigation und Auftragszuweisung den Arbeitsablauf sogar erschwert. Sowohl der Black-Box-Charakter des Systems als auch die mangelnde Bereitschaft des Managements, volle Einsicht und Transparenz zu gewähren, schränken die Mitbestimmungsmöglichkeiten ein und führen zu Misstrauen und Unsicherheit aufseiten der Kuriere und des Betriebsrats. Mitbestimmung und Gewerkschaftsstrategien Der Betriebsrat des Unternehmens hat umfassende rechtliche Mittel genutzt, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, steht jedoch vor Hürden
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 54 durch die Intransparenz der Geschäftsführung. Einerseits strebt der Betriebsrat nach mehr Transparenz und Mitbestimmung bei der Entwicklung und Funktionsweise der App. Andererseits nutzt der Betriebsrat seine Informationsund Zustimmungsrechte, um Ansprüche durchzusetzen, die nicht auf algorithmisches Management bezogen sind. Insofern ist die Blockade und Verzögerung von Softwareanpassungen durch Verweigerung der Zustimmung ein starkes Druckmittel für Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle einsetzen. Empfehlungen für die Regulierung von algorithmischem Management Neben AM-spezifischen Konflikten stehen klassische Themen wie Entlohnung und Schichtplanung im Fokus der Beschäftigten. Gewerkschaften fordern Regelungen für algorithmisches Management, darunter erweiterte Mitbestimmungsrechte, Datenschutz, Maßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch sowie Tarifverträge, um systemische Verbesserungen zu erreichen. Entscheidend für eine effektive Mitbestimmung sind transparente Systeme, externe Expertise und klare Regelungen auf sektoraler und gesetzlicher Ebene. Darüber hinaus sollten traditionelle Mitbestimmungsinstrumente verstärkt auf Anwendungen des algorithmischen Managements angewendet werden, um deren Auswirkungen auf Arbeitszeit, Sicherheit und Arbeitsbelastung zu regulieren.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 55 3. Keep in Mind: Initiativen und Projekte im politischen und wissenschaftsnahen Feld 3.1 Auswahl neuer Forschungsprojekte der Hans-BöcklerStiftung Zimmermann, Katharina Weibliche Erwerbsbeteiligung & Männliche Arbeitszeiten: Arbeitsrechtsreformen im Vergleich 1. Oktober 2024 bis 31. März 2026 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-902-4 Wie hängen gesellschaftliche Akzeptanz und politische Durchsetzung von Arbeitszeitreformen mit sozialund tarifpolitischer Absicherung von Sorgeund Erwerbsarbeit sowie vergeschlechtlichten Mustern „atypischer“ Beschäftigung zusammen? Reichel, Astrid; Felten, Elias; Pernicka, Susanne Wer macht gute Arbeit? Zur Umsetzung von Leitbildern guter Arbeit in betriebliche Praxis 1. Oktober 2024 bis 31. März 2026 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-882-2 Standards „guter Arbeit“ werden nicht nur zwischen traditionellen sozialpartnerschaftlichen Akteur*innen ausverhandelt, sondern zunehmend, befördert von internationaler Gesetzgebung, auch massiv von gewinnorientierten Unternehmensberatungen und Standardisierungsagenturen beeinflusst. Es kommt zu konfliktreichen Verhandlungsprozessen darum, was gute Arbeit ist und wer sie definiert.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 56 Siegfried, Christin; Silbersdorff, Alexander Hybride Bildung für Gesetzliche Interessenvertretungen. Mixed-Methods-Analysen zur Evaluation analoger, digitaler und hybrider Bildungsangebote 1. Oktober 2024 bis 30. September 2026 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-768-5 Lernen am Bildschirm oder im Bildungszentrum? Oder beides, aufeinander abgestimmt? Im Rahmen dieses Projekts wird analysiert, welche Möglichkeiten und Herausforderungen digitale und hybride Lehrund Lernangebote für Betriebsund Personalräte bieten. Schmidt, Sabrina; Wiemert, Heike; Wen, Sebastian Neue Studiengangsformate als Ausweg aus dem Fachkräftemangel. Chancen und Herausforderungen für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit 1. Oktober 2024 bis 31. März 2027 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-720-5 Das Projekt thematisiert den Fachkräftemangel in der Sozialen Arbeit. Es untersucht, inwiefern die Diversifizierung von Studiengängen ein geeigneter Ansatz ist, um mehr Fachkräfte mit einer hochwertigen Ausbildung für das Berufsfeld zu qualifizieren. Dazu werden Studierende der Sozialen Arbeit unterschiedlicher Studienformate und Trägertypen in einem MixedMethod Design deutschlandweit analysiert. Evans-Borchers, Michaela; Becka, Denise Flexibles Personalmanagement im Krankenhaus. Partizipativ entwickeln – Springerpools in (Ge-)Zeiten komplexer Transformationsanforderungen 1. November 2024 bis 30. September 2025 www.boeckler.de/de/suchergebnis-forschungsfoerderungsprojektedetailseite-2732.htm?projekt=2024-317-7 Das Projekt zielt auf die mitarbeiterorientierte Gestaltung von Springerpool-Modellen in einem Krankenhaus. Im Mittelpunkt stehen arbeitsbezo-
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 63 Hans-Böckler-Stiftung Systemrelevant – Fakten für eine demokratische und nachhaltige Wirtschaft Folge 221: Debatte um das deutsche Lieferkettengesetz 16. Dezember 2024 www.boeckler.de/de/ podcasts-22421-debatte-um-das-deutsche-lieferkettengesetz-65613.htm Mit Hinblick auf die politische Debatte und die konkrete Umsetzung des Gesetzes geben Ernesto Klengel und Reingard Zimmer Einblick in den aktuellen Stand des deutschen Lieferkettengesetzes. Veranstaltungsdokumentationen Working Time Reduction in Europe: who & how? European Work-Time Network Mundo Madou, Brüssel 17. und 18. Oktober 2024 (online) https://worktimenet.eu/ replay-2024-conference-working-time-reduction-in-europe-who-how/ Das European Work-Time Network ist ein europaweiter Zusammenschluss von politischen Entscheidungsträger*innen, Forscher*innen, Gewerkschaften und Aktivist*innen, die Maßnahmen zur Arbeitszeitverkürzung als Mittel zur Schaffung erfüllender Arbeitsplätze und einer nachhaltigeren Zukunft fördern. Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz des Netzwerks hat sich mit der praktischen Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung in Europa mit Vortragenden von Gewerkschaften, Universitäten, Kampagnen und politischen Organisationen befasst.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 64 Dienstleistungstagung 2024 Dienstleistungen und Dienstleistungsarbeit in der Transformation Hans-Böckler-Stiftung; Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di-Bundesverwaltung, Berlin 5. und 6. November 2024 www.boeckler.de/de/dokumentationen-2720-dienstleistungen-unddienstleistungsarbeit-in-der-transformation-61494.htm Im Zentrum der Tagung stand die Frage nach der Bedeutung von Dienstleistungen und Dienstleistungsarbeit in der Transformation, wobei diese entlang der Dimensionen Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demografischer Wandel begriffen wird. Diskutiert wurde, wie diese Transformation insbesondere unter der Zielperspektive hoher Lebensqualität, guter Arbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalts gestaltet werden kann. Auf der Tagung wurden diese Themen mit Vertreter*innen aus den Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und Unternehmen diskutiert. In fünf Workshops wurden Einzelfragen vertieft und konkrete Beispiele benannt. WSI Herbstforum 2024 Verteilungskonflikte: Herausforderung für die Demokratie Wirtschaftsund Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-BöcklerStiftung Spreespeicher, Berlin 13. und 14. November 2024 (online) www.boeckler.de/de/dokumentationen-2720-verteilungskonflikteherausforderung-fuer-die-demokratie-60449.htm Demokratie ist auf die Unterstützung und Partizipation der Bevölkerung angewiesen und baut damit auf gesellschaftlicher Integration auf. Verteilungsprobleme können zu einem Legitimationsverlust des politischen Systems und der etablierten Parteien und damit zu einem Erstarken populistischer oder extremer Kräfte führen. Das WSI-Herbstforum 2024 ging der Frage nach, wie sich Verteilungskonflikte in unterschiedlichen Bereichen wie der Einkommensund Vermögensverteilung, aber auch im Hinblick auf Bildung, Infrastruktur und Wohnen entwickelt haben.
FORSCHUNGSMONITORING „ARBEIT DER ZUKUNFT“ AUSGABE 28 | 65 Digitalen Kolonialismus dekodieren. Empowerment, Souveränität und globale Tech-Gerechtigkeit Bundeszentrale für politische Bildung Colonia Nova, Berlin 29. November 2024 www.bpb.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender/551304/digitalenkolonialismus-dekodieren/ Die Konferenz widmete sich einer der drängendsten Fragen unserer zunehmend digitalisierten Welt: Wie manifestieren sich koloniale Strukturen in der Technologiesphäre, und wie können wir sie überwinden? Auf drei Panels wurden unterschiedliche Problemstellungen behandelt, um Handlungsperspektiven aufzuzeigen.
ISSN 2509-2359
