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Marketing in der Staatswirtschaft

Dorn, Dietmar

Abstract

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Full text

Do n, Die ma A icle Ma ke ing in de S aa swi scha Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Do n, Die ma (1973) : Ma ke ing in de S aa swi scha , Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 93, Iss. 1, pp. 21-33, h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291299 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Ma ke ing in de S aa swi scha Von Die ma Do n, Nü nbe g I. No wendigkei und Beg ündung Wäh end sich in einem knappen Jah hunde de ielzi ie e Wandel om Nach wäch e - zum Wohl ah ss aa ollzog, ha es nich an k i i- schen S immen ge ehl , die, in So ge um die indi iduelle und gesell- scha liche F eihei , o eine Expansion de S aa swi scha wa n en. Auch die mode ne, ge ei e Wel anschauung ha da an bislang wenig geände . Noch imme e schein de S aa ü iele als Moloch, den es möglichs einzusch änken gil 1. So is es nich e wunde lich, daß Adolph Wagne s „Gese z" de wachsenden S aa s ä igkei en bis in die Gegen- wa p o oka i wi k . Selbs in de S aa swi scha sleh e unse e Zei häl man eine S abili ä des ö en lichen An eils am Sozialp oduk — o dnungspoli isch mo i ie — ü wünschenswe 2 und e such , diese empi isch nachzuweisen (Pla ond)3. Die Reali ä is da übe hinweggegangen4. Wi alle spü en, ielleich übe höh in eine Pe iode e s eb e soziale Re o men, daß das „Soziale Gleichgewich " (social balance) nich s imm . Die ö en liche A mu in de Übe lußgesellscha ha im Gegen eil, so pa adox es klingen mag, in ielen Be eichen dazu ge üh , selbs undamen ale indi iduelle F ei- hei s ech e einzuengen (Rech au Gesundhei )5. De soziale Ne oe ag 1 Aus de Reihe de O do-Libe alen is an o de s e S elle F ied ich A. . Hayek (De Weg zu Knech scha . E lenbach, Zü ich 1950) zu nennen. 2 Vgl. u. a. Ku Schmid : Zu o dnungspoli ischen P oblema ik wachsende S aa sausgaben. In: He be Timm u. Heinz Halle (H sg.): Bei äge zu Theo- ie de ö en lichen Ausgaben. Sch i en d. Ve . . Socialpol., N.F. Bd. 47. Be lin 1967. S. 154. 3 Vgl. Ho s Claus Reck enwald: Die Finanzwi scha de Bundes epublik in de Mi e unse es Jah hunde s. Wachs um und S uk u wandlungen. Jb. . Na ionalök. u. S a ., 177. Bd. (1965), S. 170 . 4 Schon My dal ha den ideologischen We gehal de Finanzwissenscha be on . Vgl. Gunna My dal: Das poli ische Elemen in de na ionalökonomi- schen Dok inbildung. Hanno e 1963. 5 Gün e Hed kamp (Bes immungsg ünde ü Um ang und S uk u de ö en lichen Ausgaben. In: Timm u. Halle (H sg.): Bei äge zu Theo ie de ö en lichen Ausgaben, S. 100.) weis da au hin, de An eil de S aa sausgaben am Sozialp oduk sei kein Maßs ab ü die Libe ali ä des Wi scha ssys ems. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 22 Die ma Do n ö en liche Leis ungen is gegenwä ig in ielen Be eichen höhe als de zusä zliche p i a e Gü e 6. Das Ungleichgewich zwischen S aa s- und Ma k wi scha is au zwei essen ielle Ein luß ak o en zu ückzu üh en: 1. ö en liche Leis ungen we den mi S eue n inanzie . De Bü ge jedoch, selbs wenn e als Indi iduum ode in de G uppe e besse e S aa sleis ungen o de , emp inde den sich e gebenden schä e en S eue d uck als äuße s un- angenehm. Diese psychologisch zwiespäl ige Hal ung, „ he di e gence be ween e enue and expendi u e ideas o Ci izens"7, mach eine Aus- dehnung des Kollek i au wandes soga in de wachsenden Wi scha ü die Regie ung seh p oblema isch8. 2. Die ausgep äg e Un e bewe - ung de s aa lichen Leis ungen im Bewuß sein des Bü ge s9 e s ä k diesen Wide s and. De einzelne ühl seh wohl die d ückende S eue - las , weil sie ge ade in den k assen Fällen o en ausgewiesen wi d und nich zule z , weil sie ihm eigens gescha ene Ins i u ionen (Bund de S eue zahle ) pe manen bewuß machen. Dagegen le n de Bü ge die ö en liche Leis ung nu in Ausnahme ällen (K iminali ä ) schä zen, im äglichen Leben dagegen wi d e ehe nega i mo i ie (gegen Polizei und Ve eidigung). Besonde e Ein ich ungen, die übe den We ö en - liche Gü e au klä en und ü sie we ben, gib es nich . De S aa selbs e such bislang nu au wenigen Gebie en, die ökonomischen P ä e en- zen de Bü ge zu e uie en und zu beein lussen10. Aus den Kon oll- be ich en de Rechnungshö e is nu das Au decken on Mißs änden, nich abe das He o heben e izien e Leis ungen bekann . Im Ins umen a ium de mode nen Finanzpoli ik kla eine Lücke, welche die he kömmliche S aa swi scha sleh e zumindes mi e - u sach ha . Bis in die jüngs e Ve gangenhei wa sie als eine Leh e de „ö en lichen Mi elbescha ung" konzipie 11. Insonde hei abe haben die Fo de ungen de anglo- anzösischen Finanzklassik nach Neu ali ä 6 Vgl. John Kenne h Galb ai h: Gesellscha im Übe luß. München, Zü ich 1959. 220 . 7 Alan T. Peacock u. Jack Wiseman: The G ow h o Public Expendi u e in he Uni ed Kingdom. P ince on 1961. S. 26. 8 S eue senkungen bei meh ö en liche Leis ung sind dahe nach wie o ein ge n gehö es Wahla gumen . 9 Nu zen-Kos en-Analysen e suchen, die nich di ek meßba en G ößen an- hand on Hil swe en zu quan i izie en. Übe äg man diese Gedanken analog, so sind die mu willigen Ze s ö ungen ö en liche Ein ich ungen, namen lich im Rahmen des Fe nmeldewesens de Deu schen Bundespos , symp oma isch ü die Un e bewe ung ö en liche Gü e . 10 Ansä ze zu einem de P i a wi scha e gleichba en Ma ke ing zeig o allem die Bundesbahn. Vgl. Heinz Ma ia Oe e ing: Mode nes Managemen und Deu sche Bundesbahn. In: Mode nes Managemen im ö en lichen Diens . Sch i en zu S aa s- und Gesellscha spoli ik, 8. Bd. Bonn 1971. S. 53. 11 Wilhelm Ge lo ha diesen S andpunk noch 1952 in seine G undlegung de Finanzwissenscha e e en. In: Wilhelm Ge lo u. F i z Neuma k (H sg.): Handbuch de Finanzwissenscha . I. Bd. 2. Au l. Tübingen 1952. S. 22. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 Ma ke ing in de S aa swi scha 23 des S aa es („lea e hem as you ind hem!") und Minimalbudge (wegen Unp oduk i i ä ) bis heu e zu diesem Mißs and beige agen. Die unge ech e Minde einschä zung de ö en lichen Gü e läß sich nu beheben, wenn die Finanzwissenscha , bei alle Wü digung ih e Leis ung im Rahmen de gesam wi scha lichen S abilisie ung, noch meh als bishe be ei is , sich mi den d ängenden F agen de S aa s- ausgaben auseinande zuse zen. Namen lich die Kenn nis de Ausgaben- inzidenz is hie ü g undlegende Vo ausse zung12. Das Bewuß machen des We es ö en liche Leis ungen kann abe nu gelingen, wenn die S aa swi scha sleh e eine neue Disziplin en - wickel , die dem Ma ke ing de P i a wi scha als „coun e ailing powe " gegenübe s eh . Soziales Gleichgewich is nu e eichba , wenn die S eue wide s ände (Ge lo ) eduzie we den. Zunehmende p i- a e Reich um und dami wachsende S eue kapazi ä könn en dazu bei- agen, den „psychological b eaking-poin " hinauszuschieben. Bewuß e Quali ä skonku enz de Kollek i gü e muß den einzelnen da on übe - zeugen, daß ih e Meh e zeugung die Quali ä des Lebens e höh 13. Ma ke ing des S aa es ha nich zum Ziel, den ö en lichen Sek o eo ipso auszudehnen. Abe selbs wenn das Jus ie en des Sozialen Gleich- gewich s einen solchen Sch i e o de , bedeu e dies keinen — on ielen jüngs so be ü ch e en — E izienz e lus 14. De g öß e Teil de ö en lichen In es i ionen und des S aa s e b auchs (Ve eidigung) wi d ma k wi scha lich p oduzie . Lediglich die Ve wal ung oblieg dem S aa . Ob indes s aa liche Adminis a ion wenige e izien a bei e als p i a e, is bislang nich e wiesen, sieh man on den humo oll-nai en Weishei en Pa kinsons ab15. Die be iebliche Ma k o schung e üg übe ein geschlossenes und bewäh es Ins umen a ium16. Es könn e Ansa zpunk da ü sein, die G undlagen und Ve ah en ü das Angebo ö en liche Gü e neu zu ges al en. Wegen de Besonde hei en in de S aa swi scha is es je- doch nich ohne wei e es übe agba . 12 John M. Adle s Bei ag aus dem Jah e 1951 is bis heu e noch kaum übe - hol (The Fiscal Sys em, The Dis ibu ion o Income, and Public Wei a e. In: Kenyon E. Poole (H sg.): Fiscal Policies and he Ame ican Economy. New Yo k 1951). — Ein Übe blick übe neue e Bei äge zu Budge inzidenz inde sich bei Ho s Claus Reck enwald: Tax Incidence and Income Hedis ibu ion. De oi 1970. 13 Ökonomen und Poli ike haben die No wendigkei eines s aa lichen Ma - ke ing au dem 3. Deu schen Ma ke ing-Kong eß (8./9. Juni 1972) in Nü nbe g besonde s he o gehoben. 14 Zu s aa lichen E izienz siehe Die ma Do n u. Gün e Ecks ein: Wi - scha lichkei in de ö en lichen Ve wal ung. Neue e Ziele und Me hoden de Budge ges al ung. Schm. Jb., 88. Jg. (1968), S. 441 . 15 Vgl. Die ma Do n: Füh ungss il, Managemen und s uk u elle Neu- gliede ung. Die Polizei, 62. Jg. (1971), S. 328 . 16 Vgl. E ich Schä e : G undlagen de Ma k o schung. 4. Au l. Köln, Op- laden 1966. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 24 Die ma Do n II. Besonde hei en des Angebo s s aa liche Leis ungen Die e ügba en Ressou cen au de einen und die pe sönliche We - schä zung de ö en lichen Leis ung au de ande en Sei e beg enzen den Um ang s aa liche Ak i i ä 17. Fü die Möglichkei , ö en liche Bedü - nisse zu be iedigen, e geben sich aus de Sich des P oduzen en o allem zwei Besonde hei en: 1. Das Angebo ö en liche Gü e be uh nich au Ma k o eilen und Gewinnmöglichkei en. Vielmeh geben die Wei a e Economics die Maxi- mie ung de gesellscha lichen Wohl ah als K i e ium an18. Dieses Ziel wi d bei gegebene ge ech e Einkommens e eilung e eich , wenn die P oduk ion dem E izienzk i e ium genüg . Fü die Un e nehmung is dies ein ela i ein ach zu lösendes Maximie ungs- ode Minimie ungs- p oblem: De Be ieb beu eil sein E gebnis nach Ren abili ä und Wachs um, also haup sächlich an seinem Gewinn, am Umsa z und an de Ma k posi ion, und zwa in bezug au die gegenwä ige und die kün ige En wicklung. De Ma k bewe e o z alle Un ollkom- menhei en das un e nehme ische Angebo in millionen ache Spon anei- ä nich allein übe den P eiswe bewe b, sonde n auch du ch die Kon- ku enz de neuen Wa e, de Subs i u ion und des Se ice. In de s aa lichen Finanzwi scha gib es keinen solchen Mechanis- mus, de , wie de Ma k , die E izienz s aa liche Leis ungen lau end anzeig . Nach age und We bewe b, die beiden wich igs en exogenen Va iablen eine be ieblichen En scheidung, die zu s ändigen Disposi- ionsände ungen zwingen, sind dem ö en lichen Be eich emd19. S aa - liches Handeln is auch au ökonomischem Gebie im wesen lichen mono- polis isch. Pa lamen a ische Ve an wo lichkei de Minis e und nach- ägliche Kon olle des Rechnungsho es sind kein E sa z ü das une - bi liche U eil des ma k wi scha lichen Rechnungssys ems20. Indessen könn e die ö en liche Meinung im Rahmen des poli ischen En schei- dungsp ozesses s ä ke zu Gel ung kommen, was jedoch, im Sinne diese Da legungen, meh und besse e In o ma ion des Bü ge s o aus- se zen wü de21. 17 Dies gil im wesen lichen ü den Alloka ionsbe eich. Dami is jedoch nich gesag , daß nich auch We o s ellungen übe e eilungs- und s abili- sie ungspoli ische Maßnahmen im Bewuß sein de Bü ge o handen sind. 18 Den wohl ah sökonomischen Lösungs e such haben im wesen lichen Musg a e u. Samuelson en wickel . Vgl. hie zu Richa d A. Musg a e: Finanz- heo ie. Tübingen 1966. — Paul A. Samuelson: The Pu e Theo y o Public Expendi u es. The Re . o Econ. and S a ., 36. Bd. (1954), S. 387 . 19 Vgl. Die e Sch öde : „Ma k o schung" ü den S aa ? Ra ionalisie ung, 19. Jg. (1968), S. 252. 20 Vgl. Kon ad Li mann: Zunehmende S aa s ä igkei und wi scha liche En wicklung. Köln, Opladen 1957. S. 166. 21 Vgl. F ied ich K. Viaion: S ei agen de ö en lichen Finanzkon olle. Finanza chi , N.F. 22. Bd. (1962/63), S. 1 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 Ma ke ing in de S aa swi scha 25 Ö en liche Leis ungen sind demnach in de Regel nich in Ma k - p eisen, sonde n nach de Höhe des Inpu s bewe e . Ube Um ang und S uk u des Budge s en scheide de poli ische Beschluß de Regie ung. Diese is besonde s schwie ig, weil man nich , wie in de p i a en Wi - scha , on einem gegebenen Inpu ausgehen kann. Die pa lamen a ische En scheidung soll ja ge ade Höhe und Inhal des Budge s, und dami das Soziale Gleichgewich , e mi eln22. Die poli ische Abs immung o ien- ie sich in de P axis an Hil sg ößen, die Regie ung und Ve wal ung als „E o de nis" ode „unabweisba en Beda " kennzeichnen. Wohe diese In o ma ion komm , die du chaus zu e end sein kann, is bislang wei gehend unkla . In de Regel wi d es sich um spon ane An iebe de Resso s handeln23. 2. Fü s aa liche Leis ungen gib es also keinen „Ma k " im eigen li- chen Sinne, d. h. das in de P i a wi scha au oma isch wi kende Re- gulie ungsp inzip on Leis ung und Gegenleis ung gil nich ü ö en - liche Gü e . Eine allein an p i a wi scha lichen E olgsmaßs äben o ien ie e P oduk ions- und Absa zpoli ik komm dahe nich in F age. De P eis is als S eue ungselemen nich einse zba . Gebüh en kommen nu in bes imm en Fällen als Hil smi el in Be ach . Sie e üllen abe keine P eis unk ion, weil sie in de Regel dem Ausschlußp inzip ge ade- zu en gegenwi ken sollen (Sozial a i ). Das Selbs in e esse als T ieb- ede und Regula i e sag im ö en lichen Be eich. Die Eigena de Kollek i gü e b ing es mi sich, daß die „Ve b auche " ih e ö en li- chen Bedü nisse wei gehend anonym, d. h. ohne Bekann gabe ih e wi klichen P ä e enzen, be iedigen können. Dahe scheiden die he - kömmlichen Me hoden de Absa zplanung nach pe sonalen, unk iona- len, egionalen, zei lichen und soziologischen Gesich spunk en aus. III. P obleme indi iduelle Konsumwahl bei ö en lichen Gü e n Indi idual- und Kollek i gü e lassen sich nich eindeu ig un e schei- den. In eine hochindus ialisie en Wi scha sgesellscha e schieb sich die Bewe ung de beiden Beda sg uppen lau end. Dadu ch ände sich ih e Finanzie ung24. Die jeweilige Abg enzung un e lieg dem poli- ischen En scheid, de auch du ch die Wi scha so dnung beding is . 22 Die poli ische Soziologie des S aa es (Schumpe e , Downs) e klä die Budge en scheidung aus dem Spannungs eld de Eigenin e essen zwischen Wähle n und Gewähl en. Dami we den selbs die p i a en Wünsche de Ab- geo dne en und Regie ungsbeam en in de Analyse be ücksich ig . 23 Zum gegenwä igen S and de S aa sausgaben heo ie siehe Die ma Do n: Kon ak s udium Finanzwissenscha . In e essan e Ansä ze — mage e E geb- nisse. De Volkswi , 24. Jg. (1970), H. 21, S. 53 . 24 Vgl. Ho s Claus Reck enwald: Die Finanzwissenscha unse e Zei . S u - ga 1965. S. 22. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 26 Die ma Do n Hinzu kommen o allem his o ische, e hische, echnische und mili ä i- sche (displacemen e ec ) Fak o en. Be ei s hie aus e gib sich, daß die ökonomische Analyse nich eindeu ig klä en kann, welche ö en lichen Gü e de S aa anbie en soll. Da übe hinaus sind, wie eingangs e wähn , die s aa lichen Leis ungen im Bewuß sein de Be ölke ung un e bewe e . Die G ünde hie ü sind25: 1. Die S aa swi scha be eib ü ih e P oduk e keine mode ne We bung. Wü de sie das un, müß e sie abe auch in de Lage sein, die e ho e Nach age zu be iedigen. Dies is jedoch e s übe den zei - aubenden P ozeß de poli ischen Willensbildung möglich. De dami e bundene ime-lag üh dazu, daß die Ve so gung mi ö en lichen Leis ungen meis zu spä einse z . 2. Abgaben an den S aa ohne sich ba e, ühlba e ode meßba e Gegen- leis ung beim einzelnen ode bei de G uppe üh en zu Skepsis und An ipa hie sowie zu eine Un e schä zung des di ek en und indi ek en Nu zens. 3. De Konsum ö en liche Gü e gewäh keinen Gel ungsnu zen, weil iel ach alle Bü ge gleiche maßen da an eilhaben können. 4. De E we b ö en liche Gü e kann nich du ch Konsumen enk edi ge ö de we den. Dahe auchen imme wiede Zwei el au , ob de einzelne a sächlich kollek i e und p i a e Bedü nisse gleich s a k emp inde und ob e di e enzie e ode ga al e na i e s aa liche Maßnahmen in seine pe - sönlichen P ä e enzskala a ional e assen kann. Eine solche Einsch änkung de indi iduellen Konsumwahl nimm die posi i e Theo ie de S aa sausgaben an. Indessen e zich e auch sie nich au die Abs immung mi den subjek i en Wünschen de Bü ge . Sie geschieh hie im Kamp um die Wähle s immen (S immenmaxi- mie ungskalkül)26. Dies e lang jedoch wiede um meh Wissen übe den We de s aa lichen Leis ungen, übe ih e Ve eilung und Finan- zie ung. IV. Konzep e ü Soziales Gleichgewich Au de Suche nach dem op imalen Budge haben sich zwei diame al en gegengese z e Rich ungen he ausgebilde . Nach de o ganischen S aa s heo ie weiß de S aa am bes en, was de Gemeinscha nü z . Is eine g undsä zliche Übe eins immung de pe sönlichen, poli ischen, ma e- 25 Vgl. Galb ai h: S. 278 . 26 Vgl. Elisabe h Lie mann-Keil: Zu En wicklung de Theo ie de Bewilli- gung ö en liche Einnahmen und Ausgaben. Finanza chi , N.F. Bd. 19 (1959), S. 219 . — S. Roland N. McKean: The Unseen Hand in Go e nmen . Am. Ec. Re ., 55. Bd. (1965), S. 496 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 Ma ke ing in de S aa swi scha 27 iellen und kul u ellen In e essen mi den gesellscha lichen E o de - nissen gegeben, so ha de einzelne die E üllung de gesellscha lichen Belange zum Ziel seine Tä igkei zu se zen, wenn e seine indi iduellen Bedü nisse be iedigen will27. De S aa bes imm also die soziale Wohl- ah s unk ion und leg dami im In e esse de Bü ge A und Um ang de Gemeinscha sbedü nisse es . Nach dem indi idualis ischen Ansa z soll de Bü ge unmi elba übe Höhe und S uk u de S aa sausgaben en scheiden. Ausgenommen on de Konsumen ensou e äni ä sind jedoch die soziale Funk ion und die konjunk u elle S abilisie ung. Da übe hinaus kann na ü lich auch die Einkommensum e eilung (S eue p og ession, Sub en ionen u. a.) nich Gegens and eine di ek en „Ve b auche abs immung" sein28. Inne halb diese G enzen un e scheide die no ma i e Theo ie de Finanzwi scha zwei G uppen on Gü e n de kollek i en Bedü nis- be iedigung, die dem Einzelen scheid un e liegen sollen. „No he needs a e collec i e, bu he me hods o e icien ly mee ing hem"29. Spezi isch ö en liche Gü e (public goods, social wan s) sind jene, ü die das Ausschlußp inzip e sag . Hie zu zählen die u sp ünglichen Au - gaben des S aa es, also insbesonde e allgemeine Ve wal ung, Rech und O dnung, sowie inne e und äuße e Siche hei . Von de Teilhabe an eine solchen Leis ung kann niemand ausgeschlossen we den, gleichgül ig ob und wie iel e zu Finanzie ung bei äg . Da übe hinaus kommen auch indi iduelle Nich zu eilba kei (die Unzu eilba kei bezieh sich in de Regel nich au die Region!) und allende G enzkos en bei de P oduk- ion als K i e ium ü spezi isch ö en liche Gü e in Be ach . Es e s eh sich on selbs , daß nu de S aa de a ige Au gaben e üllen kann (ge- bo ene Kollek i gü e ). Nach heu ige Au assung gehö en auch die me i o ischen Gü e (me i goods), o allem Bildung, Fo schung, Ve - keh , Kommunika ion, Gesundhei und E holung, ku z die sogenann e In as uk u , zu den ö en lichen Gü e n. Sie könn en zwa auch on p i a en Un e nehmungen angebo en we den (p i a e Eisenbahnen, Schulen, Kliniken und Tele ongesellscha en), besi zen abe den Cha ak- e on social wan s, weil de einzelne ih e Wich igkei und D inglichkei 27 Vgl. A . „Ma k ". In: Willi Ehle u. a. (H sg.): Wö e buch de Ökonomie (Sozialismus). 2. Au l. Be lin (Os ) 1969. S. 513. — S. Ka l Fische : Be iebs- analyse in de olkseigenen Indus ie. 5. Au l. Be lin (Os ) 1970. S. 394. 28 Wende man ü die „public goods" den wei e en Beg i an, so müssen G undgedanken de o ganischen S aa s heo ie übe nommen we den. Vgl. John G. Head: Public Goods and Public Policy. Publ. Fin., 17. Bd. (1962), S. 197 . — S. John G. Head u. Ca l S. Shoup: Public Goods, P i a e Goods, and Ambigu- ous Goods. Ec. Jl., 79. Bd. (1969), S. 567 . — Auch Musg a es D ei eilung des Budge s dien dazu, das indi idualis ische Konzep und die ums i ene Äqui- alenz heo ie ( olun a y exchange heo y!) zu s ü zen. 29 H. W. Lindholm (H sg.): Public Finance. New Yo k, To on o, London 1959. S. 37. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20 28 Die ma Do n nich ich ig einschä zen und mi seinen p i a en Bedü nissen e glei- chen kann30. Fü die Gemeinscha sind sie jedoch wesen lich. Dahe is de S aa ü sie zus ändig (geko ene Kollek i gü e ). Gegenwä ig deu e sich ein S uk u wandel in Rich ung eine Zu- nahme de me i o ischen Gü e ab. Die he kömmlichen ökonomisch- echnischen (Einkommensans ieg, echnische Fo sch i ), demog aphi- schen (Be ölke ungswachs um, Siedlungsdich e, U banisie ung) und po- li ischen E klä ungen (K ieg, soziale Re olu ion)31 sind hie ü nich meh aus eichend. Selbs die F eizei , u eigens e Be eich pe sönliche Ges al ung, ge ä zunehmend un e den Ein luß de s aa lichen Planung. Diese En wicklung deu e da au hin, daß, angelehn an die kollek i i- s ische These, ein Maximum an gesellscha liche Wohl ah nich e - eich wi d, wenn jede einzelne das Angebo s aa liche Leis ungen be- s immen soll32. V. Ziele und Au gaben eines s aa lichen Ma ke ing Zum be ieblichen Ma ke ing gehö en im wesen lichen die Be eiche Ma k - und P oduk o schung (einschl. Quali ä skonku enz), We bung, P eisges al ung sowie die E mi lung de bes en Absa zo ganisa ion33. Fü die S aa swi scha is ein solches „Füh en om Ma k e he " allen- alls ü einen besch änk en K eis me i o ische Gü e , ü die das Äqui alenzp inzip gil , möglich. So e wa häng die Inansp uchnahme on Ve keh s- und Bildungsein ich ungen ode die Auslas ung on Ve - so gungsun e nehmen und K ankenhäuse n om „Beda " ab34. Hie gil es, wie in de Ma k wi scha , Engpässe und Übe kapazi ä en zu e meiden. Die Ve suche, du ch s aa liches Ma ke ing die indi iduellen Wünsche zu e mi eln und zu s eue n, um so das gesam e ö en liche Budge allein de Ophelimi ä de „Ve b auche " ö en liche Gü e im Sinne eine pe manen en Abs immung zu un e we en, gehen ehl. Sie e kennen die essen iell poli ische Na u des P oblems. Indessen soll e de s aa - liche Planungsp ozeß nich länge au kleine Expe enzi kel beg enz sein35. 30 Vgl. John G. Head: On Me i Goods. Finanza chi , N.F. Bd. 25 (1966), S. 1 . — K i isch hie zu Cha les E. McLu e J .: Me i Wan s: A no ma i ely Emp y Box. Finanza chi , N.F. Bd. 27 (1968), S. 474 . 31 Vgl. He be Timm: Das Gese z de wachsenden S aa sausgaben. Finanz- a chi , N.F. Bd. 21 (1961), S. 201 . 32 Vgl. Robe Do man (H sg.): Measu ing Bene i s o Go e nmen In es - men s. Washing on 1965. 33 Vgl. Kon ad Melle owicz: Un e nehmenspoli ik. 2. Bd. F eibu g i. B . 1963. S. 17 . 34 Vgl. Sch öde : S. 253. 35 Vgl. Bundes egie ung (H sg.): S äd ebaube ich 1970. Deu sche Bundes- ag, 6. Wahlpe iode, D ucksache VI/1497. Bonn 1970. S. 49. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.93.1.21 | Gene a ed on 2023-04-04 11:50:20