Caesa , Rol
A icle
Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Caesa , Rol (1974) : Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau ,
K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 7, Iss. 1, pp. 69-105,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.7.1.69
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau
Von Rol Caesa , Düsseldo
I. Das Gleichgewich de Zahlungsbilanz als P oblem
1. Au gabens ellung und Abg enzung de Un e suchung
Sei es einen in ensi en Aus ausch on Gü e n und Diens leis ungen
zwischen sou e änen S aa en und einen Kapi al e keh in nennenswe -
em Um ang gib , ha de Ausgleich de Zahlungsbilanz un e den wi -
scha spoli ischen Einzelzielen in den meis en Lände n eine he o a-
gende Bedeu ung besessen. Im Zei al e de Goldwäh ung und des Gold-
au oma ismus wu de die binnenwi scha liche En wicklung en schei-
dend du ch Ve ände ungen in de Zahlungsbilanz bes imm . Die Zah-
lungsbilanz „ egie e" den Geldumlau und g enz e den Spiel aum ü
die wi scha spoli ische Ak i i ä in ande en Teilbe eichen ab. Auch in
den manipulie en Wäh ungssys emen wi d de Ausgleich de Zah-
lungsbilanz — auch mi den Beg i en „außenwi scha liches Gleich-
gewich " bzw. „ex e ne S abili ä " umsch ieben — s e s als eines de
wesen lichen E o de nisse be ach e , wie die Eino dnung in alle de
sogenann en „magischen" Zielkombina ionen zeig . Die F agen de He -
s ellung und Au ech e hal ung des Zahlungsbilanzgleichgewich s s an-
den und s ehen imme wiede im Vo de g und de wissenscha lichen
und wi scha spoli ischen E ö e ungen, namen lich dann, wenn sich
eine Volkswi scha o äuße e Zahlungsbilanzschwie igkei en ges ell
sieh 1. Sei dem Zwei en Wel k ieg is jedoch insbesonde e in de BRD
da übe hinaus dem Fall pe manen e Zahlungsbilanz-„Übe schüsse"
g öße e Au me ksamkei geschenk wo den, de en Nach eile und Ge ah-
en insbesonde e in de Diskussion um die „impo ie e In la ion" deu -
lich gewo den sind. Im Gese zessys em de Bundes epublik Deu schland
ha das Pos ula des Zahlungsbilanzausgleichs seinen Niede schlag in
zwei ache Weise ge unden, im „Gese z zu Fö de ung de S abili ä
und des Wachs ums de Wi scha " und im „Gese z übe die Bildung
1 Emil Küngy Die Selbs egulie ung de Zahlungsbilanz, S . Galle wi -
scha swissenscha liche Fo schungen, Bd. 5, S . Gallen 1948, S. 1.
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eines Sach e s ändigen a es zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen
En wicklung".
Die une wünsch en Konsequenzen nachhal ige Abweichungen om —
wie imme de inie en2 — Gleichgewich de Zahlungsbilanz sowohl ü
Lände mi „Obe schuß"- wie mi „De izi e-Posi ionen lassen die Bemü-
hungen um eine kla e De ini ion de „ech en" Zahlungsbilanz e assung
auch heu e als ein zen ales und übe aus ak uelles P oblem e scheinen.
Ge ade in de wi scha spoli ischen Diskussion we den jedoch allzuo
unscha e Fo mulie ungen e wende . Zudem scheinen ku z is ige, je-
doch seh bedeu same Fak o en, wie die aus spekula i en sowie aus kon-
junk u ellen Momen en he üh ende Ein lüsse, häu ig e nachlässig zu
we den.
Die le z e en P obleme, also de Ein luß de Konjunk u schwankun-
gen au die Zahlungsbilanz und die außenwi scha lichen, insbesonde e
die wechselku spoli ischen Konsequenzen, sind Gegens and de o liegen-
den Abhandlung. Dabei wi d on eine in e na ionalen Wäh ungso d-
nung mi p inzipiell es en (wenn auch in S u en anpassungs ähigen)
Wechselku sen und (wei gehende ) Kon e ibili ä ausgegangen. Die
Un e suchung be ach e e s ens die Ve ände ungen de Teilsalden de
Zahlungsbilanz im Konjunk u zyklus. Zum zwei en beschä ig sie sich
mi den P oblemen, die sich hie aus ü die Diagnose eine ak uellen
Zahlungsbilanzsi ua ion ü die Fes s ellung eines undamen alen bzw.
„s uk u ellen" Ungleichgewich s e geben. Schließlich s ell sie sich die
F age, welche Fo de ungen aus den un e such en Phänomenen ü eine
Zahlungsbilanzpoli ik abzulei en sind, die sich in einem in e na ionalen
Wäh ungssys em mi es en Pa i ä en und Kon e ibili ä zu Behe-
bung eines s uk u ellen außenwi scha lichen Ungleichgewich s in e -
s e Linie de Wechselku spoli ik bedienen wü de.
Dabei komm es dem Ve asse da au an, die g undliegenden As-
pek e he auszua bei en. Die empi ische Sei e wi d nu an einigen S ellen
ku z ges ei , wo es zu Ve anschaulichung de behandel en P oblema ik
dienlich e schein ; dabei we den übe wiegend die E ah ungen im Falle
de BRD he angezogen. Au eine eingehende Be ach ung de s a is i-
schen Aspek e und P obleme wi d dagegen bewuß e zich e . Die s a i-
s isch- echnischen Gesich spunk e sind zwa on wei eichende Bedeu-
ung ü die pe manen e Anwendung de heo e ischen E gebnisse in de
lau enden Zahlungsbilanzanalyse, doch be üh en sie die g undsä zlichen
Aussagen nich .
2 Siehe dazu un e I. 2.
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Das Zahlungsbilanzgleidigewich
im
Konjunk u e lau 71
2. K i e ien eine ausgeglichenen Zahlungsbilanz
Die Zahlungsbilanz eines Landes s ell die sys ema ische Au zeich-
nung alle ökonomischen T ansak ionen zwischen Inlände n und dem
Res de Wel wäh end eine bes imm en Pe iode da 3. Sie um aß we -
mäßig den Wa en-, Diens leis ungs- und Kapi al e keh mi dem Aus-
land. Wegen de un e schiedlichen Bedeu ung de einzelnen Teilbilanzen,
in die die Gesam zahlungsbilanz un e gliede we den kann, we den in
de wi scha spoli ischen Diskussion — je nach de ak uellen F ages el-
lung — du chaus e schiedene De ini ionen des außenwi scha lichen
Gleichgewich s e wende . Häu ig we den dabei o allem die Konzep-
ionen de Handelsbilanz, de Leis ungsbilanz, de Bilanz de lau enden
Pos en, de G undbilanz und de De isenbilanz gewähl .
Die Handelsbilanz gib x uskun übe die aus- und eingehenden Wa-
ens öme, die Leis ungsbilanz übe die Ein uh und Aus uh on Sach-
gü e n und Diens leis ungen sowie die aus Kapi ale ägen esul ie enden
komme ziellen Zahlungs o gänge4. Beide we den on s uk u ellen Ve -
ände ungen in de Regel nich ku z is ig, sonde n e s au länge e Sich
beein luß , un e liegen im Konjunk u e lau jedoch kü ze is igen
Schwankungen. Die Bilanz de lau enden Pos en (cu en accoun ), die
neben de Handels- und Diens leis ungsbilanz auch die unen gel lichen
Übe agungen (Übe agungs-, T ans e - ode Schenkungsbilanz) en -
häl , wi d dem Saldo de Kapi albilanz (capi al accoun ) gegenübe ge-
s ell . Hie aus wi d e kennba , welche Bedeu ung de Kapi al e keh
mi dem Ausland in seine Gesam hei ü die jeweilige undamen ale
und ak uelle Zahlungsbilanzsi ua ion ha 5. Im Konzep de G undbilanz
(basic balance) we den die lau enden Pos en und die lang is igen Kapi-
albewegungen zusammenge aß . De G undbilanzsaldo klamme also
die Folgen de ku z is igen Kapi albewegungen aus, die in de Regel
nich di ek du ch die konjunk u ellen En wicklungen, sonde n du ch
konjunk u poli ische Einzelen scheidungen und dadu ch induzie e p i-
3 Vigl. In e na ional Mone a y Fund, Balance o Paymen s Concep s and
De ini ions, Pamphle Se ies, N . 10, Washing on 1968, S. 4.
4 Rol Funck, Zahlungsbilanz, in: HdSW, 12. Bd., S u ga /Tübingen/Gö -
ingen 1965, S. 376. Die Deu sche Bundesbank aß dagegen in ih en Ve -
ö en lichungen sei Ok obe 1971 die Salden des Wa en- und Diens leis ungs-
e keh s sowie de Übe agungsbilanz un e dem Beg i „Leis ungsbilanz"
zusammen. Diesem on de üblichen wissenscha lichen Te minologie abwei-
chenden Sp achgeb auch wi d jedoch in de o liegenden Abhandlung nich ge-
olg .
5 Helmu Lip e , Ein üh ung in die Wäh ungspoli ik, 4. übe a bei e e Au -
lage, München 1969, S. 89.
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a wi scha liche Ren abili ä sübe legungen beein luß we den6. Die
Summe aus den lau enden Pos en und de „o iziellen" Kapi albilanz
e gib die (in de on de Deu schen Bundesbank e ö en lich en Zah-
lungsbilanzs a is ik sogenann en) s a is isch, e aß en T ansak ionen;
hie bei wi d alle dings de — im Falle de BRD seh bedeu same —
Res pos en de Zahlungsbilanz unbe ücksich ig gelassen, de die E mi -
lungs ehle und die s a is isch nich e aß en T ansak ionen beinhal e .
Die De isenbilanz schließlich als Außenbilanz de Zen alno enbank
is zwa nu ein Teil de Kapi albilanz im wei en Sinne, gib jedoch Aus-
kun übe die Ve ände ungen de Wäh ungs ese en und kann un e
bes imm en Vo ausse zungen7 als K i e ium ü eine ausgeglichene Zah-
lungsbilanz he angezogen we den8. Die gesam e Zahlungsbilanz als Zu-
sammen assung alle Teilbilanzen einschließlich de De isenbilanz muß
ex de ini ione imme ausgeglichen sein, denn man wi d keinen einzigen
Fall an üh en können, in dem ein Pos en ohne seinen zugehö igen Aus-
gleichspos en zu denken is 9. Dahe kann, wenn on eine unausgegli-
chenen Zahlungsbilanz gesp ochen wi d, imme nu ein Teil de Zah-
lungsbilanz gemein sein; ob das außenwi scha liche Gleichgewich
eines Landes gegeben is ode nich , kann also auch nu aus de Si ua-
ion de einzelnen Teilbilanzen abgelesen we den. Welche Konzep ion
dabei als Indika o he angezogen wi d, häng on de jeweiligen F age-
s ellung ab10.
6 Vgl. e wa Go ied Habe le , Money in he In e na ional Economy,
A s udy in balance o paymen s adjus men , in e na ional liquidi y and ex-
changes a es, 2. Ed. Wes mins e 1969, S. 28.
7 Eine ausgeglichene Bilanz de lau enden Pos en und des Kapi al e keh s
gil nu so lange als Beu eilimgsk i e ium de Zahlungsbilanzsi ua ion, wie die
T ansak ionen unbehinde on wi scha spoli ischen Maßnahmen und ohne
Rücksich au die Zahlungsbilanzsi ua ion au g und eie En scheidungen de
Wi scha ssubjek e e olgen. Siehe Bodo S einmann, In e ne und ex e ne S abi-
li ä , in: K edi und Kapi al, 3. Jg. (1970) He 4, S. 387, sowie Ha y
G. Johnson, In e na ional T ade and Economic G ow h, S udies in Pu e
Theo y, London 1958, S. 154 .
8 Siehe z.B. Hans Bes e sy Zahlungsbilanz, in: S aa slexikon, 6. Au l.
Bd. VII, F eibu g 1962, S. 929 ., sowie James E. Meade, The Theo y o In e -
na ional Economic Policy, Vol. I, The Balance o Paymen s, sec. imp . Ox o d
1951, S. 11 .
9 F i z Meye , De Ausgleich de Zahlungsbilanz, P obleme de heo e ischen
Na ionalökonomie, He 5, Jena 1938, S. 3.
10 F ancois Bochud, Zahlungsbilanz und Wäh ungs ese en, Ve ö en lichun-
gen de Lis Gesellscha e. V., Bd. 60, Basel/Tübingen 1970, S. 28 .
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Das Zahlungsbilanzgleichgewidi im Konjunk u e lau 73
II. De Ein luß de Konjunk u schwankungen au die Zahlungsbilanz
1. G undsä zliche Beme kungen
Auch on Übe schüssen ode De izi en in einzelnen Teilbilanzen kann
jedoch nich zwangsläu ig au eine g undlegende Gleichgewich ss ö ung
in den außenwi scha lichen Beziehungen eines Landes im Ve gleich zum
Ausland geschlossen we den. Wie im olgenden au gezeig we den soll,
sind posi i e ode nega i e Salden e wa in de Handels-, Diens leis ungs-
und U'be agungsbilanz zu einem wesen lichen Teil die no wendige Folge
on Ve ände ungen de gesam wi scha lichen Ak i i ä in einem Wäh-
ungssys em mi manipulie en Wäh ungen und s abilen Wechselku sen.
In eine solchen Wäh ungso dnung geben nich nu on de Zahlungs-
bilanzsi ua ion und on zahlungsbilanzpoli ischen Maßnahmen Wi kun-
gen au die binnenwi scha liche En wicklung aus11, sonde n es bes eh
auch ein umgekeh e Zusammenhang.
Diese soll im olgenden nähe geschilde we den. Da es hie ledig-
lich au die p inzipiellen Ein lüsse ankomm , scheinen einige e ein a-
chende Annahmen zweckmäßig und ge ech e ig . Un e such wi d die
Zahlungsbilanz eines Indus ielandes12, dessen Konjunk u einen Vie -
Phasen-Zyklus du chläu , wäh end im Ausland eine gleichbleibende
Konjunk u ohne zyklische Schwankungen un e s ell wi d13. Dami
wi d zunächs on den — gleichge ich e en ode en gegengese z en —
Wi kungen abs ahie , die on au onomen und/ode induzie en Ve -
ände ungen on Angebo und/ode Nach age im Ausland ausgehen kön-
nen. Nich Gegens and de olgenden Be ach ungen sind auch die Ve -
11 Zum Ein luß on Schwankungen de Expo e bzw. de Leis ungsbilanz
au das Wi scha swachs um siehe Ingo Paschke, Nachhal ige Ungleichgewich e
de Leis ungsbilanz in ih en Auswi kungen au das wi scha liche Wachs um,
Diss. Köln 1969, und Wol gang Michalski, Expo und Wi scha swachs um,
Hambu g 1970.
12 Zu den Schwankungen de Zahlungsbilanz bei haup sächlich ohs o p o-
duzie enden Lände n gl. S ephen G. T ian is, Cyclical Ghanges in he T ade
Balance o Coun ies Expo ing P ima y P oduc s, 1927 - 1933, To on o 1967,
sowie auch Chun Chang Tse, Cyclical Mo emen s in he Balance o Pay-
men s, Camb idge 1951, S. 168 .
13 Das heiß jedoch nich no wendige weise, daß im Ausland Kos en und
P eise s abil sind. So wä e e wa eine gleichmäßige schleichend-in la ionä e
Tendenz, wie sie heu zu age in de Reali ä in nahezu allen Lände n es zu-
s ellen is , mi de hie anges ell en Modellbe ach ung du chaus zu e ein-
ba en. Un e s ell wi d alle dings, daß die im Konjunk u e lau ypischen
zyklischen Schwankungen de En wicklung on Kos en, insbesonde e Löhnen
und P eisen im Inland au e en, nich jedoch im Ausland.
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ände ungen, die die konjunk u elle En wicklung des einen Konjunk u -
zyklus du chlau enden Landes im Ausland bewi k , beispielsweise daß
Expo s eige ungen au Kos en des Absa zes eines ande en Landes au
dem Wel ma k bzw. in d i en Lände n e eich we den14. Au g und
diese Annahme we den zwa zunächs auch alle Rückkoppelungse ek e
ausgeschal e , doch e schein dies zu kla en He ausa bei ung de g und-
sä zlichen Aussagen zweckmäßig. Im Anschluß da an be ei e die Ein-
beziehung eine wechselnden Konjunk u si ua ion im Ausland bzw. in
e schiedenen Lände n keine p inzipiellen Schwie igkei en meh 15, son-
de n s ell lediglich eine E wei e ung des hie geschilde en Modell alls
da 16. Schließlich we den wi scha spoli ische Eing i e zu Beein lus-
sung de Konjunk u und/ode de Zahlungsbilanz im Inland (sowie im
e wei e en Modell auch im Ausland) auße Be ach gelassen. De a ige
Maßnahmen e ände n lediglich die Rahmenbedingungen, beein äch i-
gen jedoch nich die p inzipielle Gül igkei de un e abs ak e en Vo -
ausse zungen anges ell en Übe legungen.
Dabei soll sich die Be ach ung in diesem Kapi el au die einzelnen
Teilbilanzen de lau enden Rechnung, also au die Handelsbilanz, die
Diens leis ungsbilanz und die Übe agungsbilanz besch änken. De ku z-
is ige Kapi al e keh wi d auße ach gelassen, weil in de Regel nich
unmi elba on de Konjunk u si ua ion, sonde n ielmeh on all-
weise ge o enen konjunk u poli ischen ode zahlungsbilanzpoli ischen
Einzelen scheidungen abhäng 17 — dies gil e wa ü zinsinduzie e Ka-
pi alexpo e ode -impo e —, daneben in s a kem Maße spekula i
beding sein kann18.
Auße dem können inne halb ku ze Zei Ausmaß und Rich ung ku z-
is ige Kap ials öme du ch eine Ände ung des gese zlichen Rahmens in
14 Vgl. hie zu e wa Gün e G osse , In e na ionale Rückwi kungen on
Konjunk u schwankungen in de Bundes epublik, in: Hambu ge Jah buch ü
Wi scha s- und Gesellscha spoli ik, 14. Jah (1969), insbes. S. 145 .
15 Dabei wi d nich übe sehen, daß die echnisch-s a is ische Du ch üh ung
diese E wei e ung im konk e en Einzel all siche lich seh komplizie und
au wendig sein kann.
16 Vgl. hie zu die Aus üh ungen un en zu Beginn des III. Abschni s.
17 Vgl. auch Sach e s ändigen a ü die Begu ach ung de gesam wi scha -
lichen En wicklung, Jah esgu ach en 1968/69, Al e na i en außenwi scha -
liche Anpassung, S u ga /Mainz 1966, S. 25, de on „konjunk u abhängi-
gem" und „zahlungsbilanzbeding em" Kapi alexpo sp ich und diesen als i e-
le an ü die Beu eilung eine undamen alen Zahlungsbilanz e assung be-
ach e .
18 Vgl. die Aus üh ungen ebenda, S. 27.
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Das Zahlungsbilanzgleidigewich im Konjunk u e lau 75
s a kem Maße beein luß we den19. Fü die Beu eilung de s uk u ellen,
also de lang is igen Ausgeglichenhei eine Zahlungsbilanz soll e dahe
de ku z is ige Kapi al e keh ausgeklamme we den.
Dies gil auch ü die sogenann en „lang is igen" Kapi alimpo e
bzw. -expo e, so e n sie du ch ak uelle En scheidungen de Konjunk u -
poli ik bzw. Zahlungsbilanzpoli ik20 he o ge u en we den. Sie sind
dann ehe kü ze is ige Na u und ü die Diagnose de undamen-
alen Zahlungsbilanzsi ua ion und ü eine lang is ig o ien ie e Zah-
lungsbilanzpoli ik im P inzip unwich ig21. Sowei sie jedoch a sächlich
lang is igen Cha ak e haben, e wa au g und poli ische (z. B. ö en -
liche En wicklungshil e, Mili ä ausgaben im Ausland) ode auch p i a -
wi scha liche (z.B. p i a e Di ek in es i ionen) Mo i e e olgen,
müssen sie bei de Beu eilung de s uk u ellen Si ua ion de Zahlungs-
bilanz und bei de F age zahlungsbilanzpoli ische En scheidungen siche
be ücksich ig we den22. Solche lang is igen Kapi albewegungen sind
jedoch wei gehend konjunk u unabhängig, weil sie en wede eine au
wei e e Sich konzipie en un e nehme ischen Planung (Di ek in es i-
ionen) en sp ingen ode abe on länge is igen poli ischen Übe le-
gungen (En wicklungshil e, Mili ä ausgaben) bes imm we den. Sie sind
dahe in de Regel auch zum g öß en Teil ex an e quan i izie ba und
können ohne g oße Schwie igkei en als s uk u elle Übe schuß- ode
De izi pos en im zahlungsbilanzpoli ischen Kalkül be ücksich ig we den.
2. Die Ve ände ungen de Zahlungsbilanz
in den einzelnen Konjunk u phasen
a) Die Zahlungsbilanz im Konjunk u ie
Be ach en wi den Außenhandel eine Volkswi scha , die sich in
eine Phase schwache Nach age, also in eine Rezession bzw. Dep es-
sion, be inde . Au g und de unzu eichenden Inlandsnach age sind die
Kapazi ä en nich ausgelas e , und die Kos en und P eise s eigen nich
ode nu in wesen lich ge inge em Um ang als in ande en Lände n23.
Dadu ch bilden sich bei allen Gü e n, die in Konku enz mi ausländi-
schen P oduk en s ehen, P eise höhungsspiel äume he aus, und die We -
19 Vgl. dazu beispielsweise das Ba depo -Gese z in de BRD ode die 1971
in F ank eich o genommene Spal ung des De isenma k es.
20 Vgl. G. G osse , In e na ionale Rückwi kungen, a.a.O., S. 134.
21 Vgl. ähnlich Sach e s ändigen a , Jah esgu ach en 1968/69, a.a.O., S. 25.
22 Vgl. R. Tünch, Zahlungsbilanz, a.a.O., S. 378.
23 Vgl. oben Fußno e 13.
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76 Rol Caesa
bewe bs ähigkei de inländischen P oduzen en e besse sich im in e -
na ionalen Ve gleich24. Dies e laub ihnen eine — angesich s des unzu ei-
chenden Inlandsabsa zes seh e wünsch e25 — Ausdehnung ih e Aus-
lands e käu e26.
Wäh end eine Rezession dahe p inzipiell zu eine E höhung de
Expo e üh 27, b ems sie au de ande en Sei e die Ein uh en. Die
obigen Folge ungen lassen sich nämlich mi umgekeh en Vo zeichen
au die Suibs i u ionsgü e he s elle des Inlands anwenden.
Fü diese bilden sich im Zuge eines nega i en Konjunk u ge älles
zum Ausland eben alls P eise höhungsspiel äume he aus, wäh end sich
die We bewe bsposi ion de ausländischen Lie e an en e schlech e .
Dadü ch e gib sich ein D uck au das Impo olumen und, da die
Expo en wicklung in die en gegengese z e Rich ung zeig , eine s a ke
Ak i ie ungs endenz de Handelsbilanz28.
24 Dabei wi d nich übe sehen, daß die P eise zwa einen wesen lichen, abe
siche nich den einzigen Bes immungs ak o de We bewe bsposi ion da s ellen.
So e n jedoch die mi de Be onung on P eisen bzw. P eise höhungs-Spiel äu-
men o genommene Abs ak ion als allzu e ein ach und somi unzu eichend
angesehen wü de, ließen sich
die
Übe legungen du chaus in en sp echende Weise
modi izie en. Man könn e dann s a on P eise höhungs-Spiel äumen bei-
spielsweise on e wei e en Spiel äumen ü eine expansi e Absa zpoli ik sp e-
chen, die sich de e schiedenen Maßnahmen des absa zpoli ischen Ins umen-
a iums bedienen könn e. Fü das Thema de o liegenden Abhandlung jedoch
wü den sich dabei im E ek keine wesen lich ande en Schluß olge ungen e -
geben, so daß die o genommene Simpli izie ung ge ech e ig e schein . Dies
gil o allem auch, weil empi ische Be ach ungen ü die BRD die Ve -
mu ung ech e igen, daß die P eis e ände ungen in de Regel als Haup ein-
luß ak o ü die Au agsen wicklung und den Absa z im Expo be ach e
we den können. (Siehe e wa Jose Molshe ge , Expo wi kungen de DM-Au -
we ung on 1969, in: Wi scha sdiens , 51. Jg. (1971), He 9, S. 487.)
25 Au die enge Ve bindung zwischen diesem „Push" im Expo und de
ela i en P eisbewegung sowie beide Abhängigkei on de Inlandskonjunk-
u weis Ro hschild hin; siehe Ku Ro hschild, „Pull" und „Push" im Expo ,
in: Wel wi scha liches A chi , Bd. 97 (1966/11), S. 260 .
26 Fü den Fall de Bundes epublik im Anschluß an die Rezession 1966/67
ha beispielsweise de Sach e s ändigen a die al e na i e bzw. kumula i e
Bedeu ung de aus dem „P eisge älle" und/ode „Konjunk u ge älle" esul ie-
enden Expo ö de unigswi kungen behandel . Siehe Sach e s ändigen a ,
Jah esgu ach en 1968/69, a.a.O., S. 22 .
27 Vgl. hie zu auch Ilse Min z, Cyclical Fluc ua ions in he Expo s o he
Uni d S a es since 1879, New Yo k 1967, S. 180 . sowie dieselbe, Ame ican
Expo s du ing Business Cycles, 1879 - 1958, Na ional Bu eau o Economic
Resea ch, Occasional Pape s, 76, New Yo k 1961, S. 49.
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 83
we den48. Doch kann es sich lediglich um eine o übe gehende Hinnahme
on Ve lus en handeln; nachhal ig is ein Ausweichen au den Auslands-
absa z nu möglich, wenn sich die We bewe bssi ua ion de Anbie e
g undlegend e besse . E s eine allmähliche S abilisie ung bzw. eine
Senkung49 des Kos en- und P eisni eaus im Abschwung kann die Kon-
ku enz ähigkei inländische Expo eu e sowei e höhen50, daß de
Rüdegang de Expo e sich e inge und schließlich wiede in einen
Ans ieg umschläg .
Wäh end also eine asche Ände ung de Expo en wicklung im begin-
nenden Konjunk u au schwung wenig wah scheinlich 'is , is bei den Im-
po en in de Regel nich nu ein Nachlassen des Ans iegs, sonde n soga
eine e ek i e Ve inge ung es zus ellen. Zwa u de anhal ende Ko-
s enau ieb im Inland p inzipiell eben alls eine wei e e Ve besse ung
de Konku enz ähigkei de ausländischen Anbie e im Ve gleich mi
den P oduzen en on Impo subs i u ionsgü e n he o , was au die Im-
po en wicklung ö de lich wi k . Diese E ek wi d1 jedoch dadu ch
übe kompensie , daß ein asch sinkendes Volkseinkommen auch die Ein-
uh en be äch lich zu ückgehen läß . Zu diese be ei s im e s en Ab-
schni des Abschwungs wi ksamen B emse i dann im Ve lau de
Abwä sphase de Konjunk u das gleiche Momen , das auch eine ela-
i e Ve besse ung de Expo ähigkei bewi k . Die inländische Kos en-
und P eisen wicklung, de en Ans ieg sich bei eine Konjunk u be uhi-
gung abschwäch und in einen Rückgang übe gehen kann51, gleich die
in de Übe hi zungsphase en s andenen „nega i en P eise höhungsspiel-
äume" ü die P oduzen en on Impo subs i u ionsgü e n zunehmend
aus und läß schließlich e neu We bewe bs o eile en s ehen.
48 Siehe Sach e s ändigen a , Jah esgu ach en 1967/68, a.a.O., S. 26; gl.
auch die Aus üh ungen on Wilhelm Webe und Ka l Soche , In la ion und
In la ionsbekämp ungen in Ös e eich sei 1945, in: S abile P eise in wachsen-
de Wi scha . Das In la ionsp oblem, E ich Schneide zum 60. Gebu s ag,
H sg. Go ied Bombach, Tübingen 1960, S. 68.
49 Auch wenn die „Spe klinkenwi kung" bei Löhnen und P eisen einen
e ek i en Rückgang e hinde , wi d die gleiche Wi kung dennoch — alle -
dings mi eine g öße en Ve zöge ung — ein e en, wenn im Ausland eine
schleichende In la ion he sch . En scheidend is „daß das Land au die Daue
sein Kos en- und P eisni eau im Ve gleich zu dem ides Auslandes senken muß"
(F ied ich A. Lu zy Lohn, In la ion und Zahlungsbilanz, Wal e -£#c£e c-In-
s i u , Vo äge und Au sä ze, 16, Tübingen 1967, S. 33).
50 L. Albe Hahn sp ich on de „Liquida ion de o angegangenen Hoch-
konjunk u nach un en" (L. Albe Hahn, Geld und Gold, Ve ö en lichungen
de ¿^-Gesellscha , Bd. 64, Basel/Tübingen 1969, S. 222).
51 Das in Fußno e 49 Gesag e gil en sp echend.
6*
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84 Rol Caesa
Au g und de geschilde en Ein lüsse au Expo e und Impo e mag
sich in de Handelsbilanz zwa unmi elba nach dem Konjunk u höhe-
punk noch eine ge ing ügige zusä zliche Passi ie ung abzeichnen; nach
ku ze Zei schläg die En wicklung jedoch um und bewi k eine e neu e
Ak i ie ungs endenz. Das gleiche gil im P inzip ü die Diens leis ungs-
bilanz, die sich eben alls zunehmend e besse n wi d.
Schließlich sind in de Übe agungsbilanz wiede um die Heima übe -
weisungen de ausländischen A bei sk ä e zu be ach en. Empi isch
ha sich gezeig , daß de An eil solche A bei nehme an de Gesam -
zahl de E we bs ä igen bei nachlassende Beschä igung und sinkendem
Volkseinkommen be äch lich zu ückgeh . Die on ausländischen A bei s-
k ä en o genommenen Übe agungen e inge n sich in olgedessen
asch und wi ken in de Ube agsbilanz eben alls au eine enden-
zielle Ak i ie ung hin.
Die Bilanz de lau enden Pos en, die sich au dem Höhepunk des
Konjunk u zyklus ela i am s ä ks en passi ie ha e, wi d im Ab-
schiwung also du ch alle d ei Teilbilanzen güns ig beein luß . Sie neig
dahe wäh end de Abwä sphase zu eine pe manen en Ak i ie ung,
die bis in den Au schwung hinein anhäl .
III. Die Diagnose de Zahlungsbilanzsi ua ion im Konjunk u zyklus
1. Die No wendigkei eine phasenbezogenen Beu eilung
Die Aus üh ungen im II. Kapi el haben deu lich gemach , daß die
Zahlungsbilanz im Konjunk u e lau zyklische Schwankungen e äh .
Dabei wa en die o s ehenden Übe legungen un e de e ein achenden
Annahme eine gleichbleibenden Konjunk u si ua ion im Ausland, d. h.
in den wich igs en Pa ne lände n, sowie un e Ausschluß e waige Rück-
kopplungse ek e, anges ell wo den. Jedoch gel en die e a bei e en Aus-
sagen nich nu un e diesen abs ahie enden Bedingungen, sonde n p in-
zipiell gleiche maßen, wenn auch mögliche Konjunk u schwankungen
im Ausland be ücksich ig we den. Ein Konjunk u au schwung o. ä. is
dann nich meh als Konjunk u phase des Inlands in absolu e Be ach-
ung zu e s ehen, sonde n ela i — d. h. im Ve gleich zum Ausland —
zu in e p e ie en. En scheidend is demnach nich meh isolie die En -
wicklung on P oduk ion, Nach age, P eisen und Löhnen im Inland,
sonde n ielmeh , ob und in welche Rich ung ein in e na ionales Kon-
junk u ge älle bes eh . Dieses Vo gehen bedeu e keine Ände ung de
eingangs gewähl en P ämissen, sonde n lediglich eine eali ä snähe e In-
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 85
e p e a ion de zu Kennzeichnung de e schiedenen Konjunk u pha-
sen e wende en Beg i e. Nunmeh is es auch möglich, die — im Rah-
men de modellha en Be ach ung un e II. 2 ausgeschlossenen — Rück-
wi kungen om Ausland au das Inland (und ice e sa) einzübeziehen.
Die zyklischen Ve ände ungen de gesam wi scha lichen Ak i i ä
wi ken sich in de Zahlungsbilanz dahingehend aus, daß alle d ei Teil-
bilanzen de lau enden Rechnung au dem Tie punk de Konjunk-
u en wicklung den im gesam en Zyklus ela i g öß en Ube schuß au -
weisen, de sich im Au schwung zunächs langsam, dann abe apide e -
inge und schließlich — je nach de S uk u de Zahlungsbilanz — in
einen Fehlbe ag umschlagen kann. Diese Tendenz zum De izi se z sich
e s ä k bis zum konjunk u ellen Höhepunk o , wo de Passi ie-
ungse ek ela i am g öß en is . Im Abschwung mach sich jedoch eine
e neu e Ak i ie ungs endenz beme kba , die sich zunehmend e s ä k
und die lau ende Rechnung wiede endenziell ins Plus b ing („Klassi-
sche Reak ion").
Wie g oß die Abweichungen de ak uellen Salden on ih en mi el-
is igen Du chschni swe en — die eine undamen al ausgeglichenen
Zahlungsbilanz en sp echen — absolu sind, wi d im wesen lichen on
olgenden Ein lußg ößen bes imm 52:
— Die Höhe des Volkseinkommens des be e enden Landes;
— De G ad seine außenwi scha lichen Ve lech ung, also de An eil
des Expo - und Impo sek o s am Volkseinkommen53;
— Die S uk u seine außenwi scha lichen Ve lech ung, also die Zu-
sammense zung de Expo e und Impo e;
— Die Auss a ung des Landes mi P oduk ions ak o en;
— Die S ä ke de konjunk u ellen Ausschläge im Inland im jeweiligen
Zyklus;
— Die Konjunk u si ua ion und -en wicklung in den wich igs en Pa -
ne lände n;
— De Reagibili ä sg ad on Kos en und P eisen im Inland54;
52 Dabei sollen wi scha spoli ische Maßnahmen, die au die Konjunk u -
Si ua ion und/ode die Zahlungsbilanz — unmi elba ode .mi elba , beab-
sich ig ode unbeabsich ig — einwi ken, auße ach bleiben.
53 Diese G öße wi d iel ach ü die en scheidende be ach e . Vgl. e wa
Chun Chang Tse, Cyclical Mo emen s ..., a.a.O., S. 220.
54 Vgl. hie zu auch G. Fels, De in e na ionale P eiszusammenhang a.a.O.,
S. 95, nach dessen Ansich die Abweichungen om in e na ionalen Kon-
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86 Rol Caesa
— De Reagibili ä sg ad on Kos en und P eisen in den wich igs en
Pa ne lände n.
Dahe läß sich die undamen ale Ve assung de Zahlungsbilanz eines
Landes nich ohne wei e es aus den ak uellen Salden ablesen, welche
Teilbilanz auch imme als K i e ium gewähl wi d. Ein Ube schuß de
Zahlungsbilanz zu einem ei gewähl en Be ach ungszei punk b auch
keineswegs ein Indiz ü ein undamen ales Ungleichgewich zu sein,
sonde n kann beispielsweise ebenso die Folgen eine ( ela i en)55 Kon-
junk u abschwächung sein. Umgekeh spiegel ein De izi du chaus nich
no wendig eine undamen ale Gleichgewich ss ö ung wide , sonde n
mögliche weise lediglich die Wi kung eine ( ela i en) Hochkonjunk u .
Eine ko ek e Zahlungsbilanzbeu eilung muß in olgedessen die kon-
junk u ellen Wi kungen isolie en, die die undamen ale Ve assung ge-
wisse maßen übe decken. Sie muß in diesem Sinne „phasenbezogen"
sein, um Abweichungen om mi el is igen Gleichgewich szus and ab-
g enzen und in e p e ie en zu können56.
2. Die y}Kon)unk u be einigung"
de Zahlungsbilanz und ih e P obleme
Es s ell sich demnach die Au gabe, die on den Konjunk u schwan-
kungen (im In- und Ausland) au die Bilanz de lau enden Pos en aus-
gehenden Wi kungen on den E gebnissen eine o liegenden Zah-
lungsbilanzs a is ik gleichsam „abzuziehen". Die au diese Weise ko i-
gie en We e e mi eln ein konjunk u neu ales Bild de außenwi -
scha lichen Si ua ion. De Zahlungsbilanzdiagnos ike is dami in de
Lage, on de jeweiligen ak uellen Phase de gesam wi scha lichen En -
wicklung zu abs ahie en und — so e n ku z is ige o übe gehende
Ve ände ungen (e wa saisonale Ein lüsse) und alle Sonde ak o en, die
junk u end den „Abweichungen om in e na ionalen P eis end... im g o-
ßen und ganzen" en sp echen.
55 Im Ve gleich zu in e na ionalen Konjunk u ; mi de un e schiedlichen
Bedeu ung eines absolu en und eines ela i en Konjunk u ans iegs bzw. - ück-
gangs be aß sich P. C ame , De di ek e in e na ionale P eiszusammenhang,
a.a.O., S. 46 .
56 Auch die A bei sg uppe III de OECD ha sich mi diesem P oblem be aß
und ein Konzep de „zyklisch be einig en" lau enden Rechnung en wickel
(siehe die Aus üh ungen on O ma Emminge in: In e na ional Mone a y
T ends. In e iew wi h O ma Emminge , in: In e economics, No. 12, 1972,
S. 362); es handel sich jedoch lediglich um ein in e nes, nidi e ö en lich es
A bei spapie de OECD.
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 87
sich au die E gebnisse de Zahlungsbilanzs a is ik selbs e s ändlich
ausgewi k haben, eben alls he ausge echne wo den sind — die unda-
men ale Ve assung de Zahlungsbilanz zu e kennen und zu analysie en.
Die s a is ische P oblema ik de Konjunk u be einigung de Zahlungs-
bilanz wi alle dings e hebliche Komplika ionen au . Dies gil o allem
deswegen, weil sie eine exak e Diagnose de jeweiligen Konjunk u si ua-
ion o ausse z . Au dem Feld de Konjunk u beu eilung bes ehen je-
doch in Wissenscha und P axis noch imme allzu g oße Di e enzen.
Die Un e schiede in de Beu eilung be e en dabei du chaus nich
lediglich das genaue Ausmaß eine e waigen konjunk u ellen Abschwä-
chungs- bzw. Au wä s endenz, sonde n häu ig soga die Rich ung de
En wicklung.
Zu den hie in liegenden g undsä zlichen P oblemen komm die übe -
aus schwie ige e Au gabe, die Ein lüsse de Konjunk u au die Teilbi-
lanzen de lau enden Rechnung im konk e en Fall zu quan i izie en. Ein
solches Vo haben muß ja alle Momen e be ücksich igen, .die das Ausmaß
de Abweichungen om du chschni lichen, dem mi el is igen Gleich-
gewich de Zahlungsbilanz en sp echenden Zus and beein lussen können.
Wie un e III. 1. gezeig wu de, wi ken dabei s uk u elle Fak o en und
kü ze is ige En wicklungs endenzen zusammen. Die ela i e Bedeu-
ung de einzelnen De e minan en di e ie abe nich nu on Land
zu Land, sonde n e schieb sich auch on Zyklus zu Zyklus. Die bislang
un e nommenen spä lichen Bemühungen um eine wenigs ens p inzipielle
Be ücksich igung des konjunk u ellen Momen s in de Zahlungsbilanz-
diagnose haben gezeig , wie komplizie die P oblema ik is 57. Gleich-
wohl schiene de Ve such eine de aillie en s a is isch-ökonome ischen
Analyse diese Zusammenhänge uch ba , um die heo e ischen E geb-
nisse de o liegenden Un e suchung p ak isch e we ba zu machen.
An diese S elle sei jedoch lediglich, um die eno me Bedeu ung de Kon-
junk u wi kungen ü die außenwi scha liche Si ua ion eine s a k aus-
landsabhängigen Volkswi scha im P inzip zu e anschaulichen, bei-
spielha an die Schwankungen de Zahlungsbilanz de BRD in den bei-
den le z en Konjunk u zyklen e inne 58.
57 Vgl. e wa Wol gang B edne , die Ein uh gewe bliche Rohs o e und ih e
Abhängigkei on de wi scha lichen En wicklung de BRD on 1958 bis
1967, Diss. Hambu g 1969, S. 80 . und S. 112 .; G. G osse , In e na ionale
Rückwi kungen ..., a.a.O., S. 133 .
58 Eine e ein ach e empi ische Be ach ung de Konjunk u eagihili ä de
deu schen Zahlungsbilanz inde sich bei G. Fels, De in e na ionale P eis-
zusammenhang, a.a.O., insbesonde e S. 60 . und S. 91 .
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88 Rol Caesa
Die Ve ände ungen de Handelsbilanz be ugen dabei wei übe
lOM d. DM. Die Diens leis ungsbilanz wies dagegen nu Ve schiebun-
gen on gu 1 M d. DM au , wobei hinsich lich de absolu en We e zu
be ücksich igen is , daß ein s a ke mi el is ige Passi ie ungs end —
insbesonde e im le z en Zyklus sei 1967 — das absolu e Zahlenbild de
Diens leis ungsbilanz e heblich beein luß ha . Die Übe agungsbilanz
schließlich e zeichne e lediglich 1966 eine ge ing ügige Ak i ie ung, ließ
ansons en abe — eben alls als Folge eine mi el is igen s uk u ell
beding en Passi ie ungs endenz — ehe eine Neigung zu pe manen s ei-
genden De izi en als zu zyklischen Schwankungen e kennen; be ach e
man jedoch inne halb de Übe agungsbilanz die Gas a bei e übe wei-
sungen gesonde , so wi d ih e Konjunk u abhängigkei deu liche , so
1967/68, also in de Rezession und im beginnenden Konjunk u au -
schwung.
Aus diesen Beobach ungen olg , daß in de Reali ä de konjunk u elle
Ein luß au die einzelnen Teilbilanzen de lau enden Rechnung zwa in
un e schiedliche S ä ke du chschläg — ein E gebnis, das nach den an-
ges ell en heo e ischen Übe legungen du chaus zu e wa en wa —, je-
doch zwei ellos in allen Be eichen wi ksam is . Die absolu en Zahlen
lassen es ge ech e ig e scheinen, ü die gesam e Bilanz de lau en-
den Pos en de BRD auch in de Zukun konjunk u ell beding e Schwan-
kungen in G ößeno dnungen bis zu — o sich ig geschä z — e wa 10
bis 14 M d. DM zu e wa en.
IV. Zahlungsbilanzpoli ische Konsequenzen
1. Die phasenbezogene Diagnose als no wendige G undlage
ü zahlungsbilanzpoli ische En scheidungen
Das Ziel de Zahlungsbilanzpoli ik is allgemein die E eichung ode
Siche ung des Bilanzgleichgewich s. Dabei wi d de Wi scha spoli ike
du chaus e schiedene Mi el wählen, je nachdem, ob ein Ungleichge-
gewich szus and e wa au einem s uk u ellen Ungleichgewich , au eine
Kos en- und P eisdispa i ä des Inlands im Ve gleich zum Ausland ode
au eine Einkommensdispa i ä be uh 59.
Handel es sich bei eine unausgeglichenen Zahlungsbilanz lediglich um
eine zei weise E scheinung, e wa au g und eine o übe gehenden P eis-
59 Siehe Emil Küng, Zahlungsbilanzpoli ik, S . Galle wi scha swissen-
scha liche Fo schungen, Bd. 15, Zü ich/Tübingen 1959, S. 4.
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 89
und Kos endispa i ä au g und on Konjunk u schwankungen, die au
mi le e Sich wiede e schwinden bzw. ausgeglichen we den, so kann
die Zahlungsbilanzpoli ik au undamen ale Ko ek u en e zich en.
Dabei wi d nich ausgeschlossen, daß sie sich gewisse Mi el bedien , um
ku z is ig Teilsalden de Zahlungsbilanz zu beein lussen; hie un e
könn e beispielsweise eine zei weise Fö de ung des Kapi alexpo s allen,
um die aus e waigen Übe schüssen in de lau enden Rechnung he üh-
enden expansi en P eis- und Einkommense ek e zu e hinde n und
de Ge ah eine impo ie en In la ion en gegenzuwi ken60. De a ige
Maßnahmen wü den jedoch wede die undamen ale S uk u de Zah-
lungsbilanz noch eine e wa bes ehende nachhal ige Dispa i ä on P ei-
sen und Kos en im in e na ionalen Ve gleich g undsä zlich e ände n,
sonde n lediglich eine — aus welchen G ünden auch imme o genom-
mene — ku z is ige „Zahlungsbilanz-Kosme ik" da s ellen.
So e n jedoch eine undamen ale S ö ung o lieg , muß die Zahlungs-
bilanzpoli ik bemüh sein, bei den g undlegenden Fak o en anzuse zen.
Is ein s uk u elles Ungleichgewich ü pe manen e Zahlungsbilanz-
p obleme e an wo lich, so eichen in de Regel P eis- und Einkom-
mensanpassungen nich aus, sonde n es müssen auch Ve ände ungen
im Au bau de P oduk ion und dami -des Expo - und Impo gü e -
so imen s e olgen61.
Ein daue ha es Zahlungsbilanzungleichgewich kann jedoch auch in
einem anhal enden in e na ionalen P eis- und Kos enge älle beg ünde
liegen62. Diese Fall eine nachhal igen Dispa i ä on P eisen und Ko-
s en zwischen Inland und Ausland wa es in e s e Linie, de den Sach-
e s ändigen a zu seinen Übe legungen übe die Möglichkei en eine
außenwi scha lichen Absiche ung e anlaß e63. Zu Flankie ung eine
binnenwi scha lichen S abili ä spoli ik und zum Schu z gegen den Im-
po ausländische In la ionskeime — sei es übe De isenbilanz- ode
60 Ein solche Ve such wu de in de Bundes epublik beispielsweise 1968/69
un e nommen. Vgl. beispielsweise Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank
ü das Jah 1969, F ank u a. M. 1970, S. 9 .
61 E. Küngy Zahlungsbilanzpoli ik, a.a.O., S. 5 .
62 Vgl. dagegen die k i ischen Äuße ungen bei Al ed 2?osc/?/Reinhold Vei ,
Theo ie de Geldpoli ik, Wal e -Zsac&en-Ins i u F eibu g i. B ., wi scha s-
wissenscha liche und wi scha s ech liche Un e suchungen, 3, Tübingen 1966,
S. 70 .
63 Vgl. ähnlich Glaus Köhle , Ein e s e Sch i zu Neuo dnung des in e -
na ionalen Wäh ungssys ems, in: WWI-Mi eilungen, 25. Jg. (1972), He 2/3,
S. 55.
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90 Rol Caesa
Leis ungsbilanzübe schüsse, sei es übe den di ek en P eiszusammenhang
— wu den insbesonde e e schiedene wechselku spoli ische Konzep e
disku ie , die au mi le e Sich ein außenwi scha liches Gleichgewich
gewäh leis en soll en64.
Es schein müßig, an diese S elle au die P oblema ik eine Wechsel-
ku sände ung und au die Bedingungen nähe einzugehen, die e üll
sein müssen, um mi eine Pa i ä sände ung einen Bei ag zu Besei i-
gung eines Zahlungsbilanzungleichgewich s leis en zu können65. Es soll
dahe un e s ell we den, daß eine Wechselku sände ung on den wi -
sdia spoli schen Ins anzen enes Landes als das geeigne e Mi el be-
ach e wi d, um en wede pe manen e Zahlungsbilanzde izi e (mi
eine Abwe ung de eigenen Wäh ung) ode daue nde Zahlungsbilanz-
übe schüsse (mi eine Au we ung) zu bekämp en; ande e zahlungs-
poli ische Maßnahmen we den e ein achend auße ach gelassen66. Auch
die auße o den lich schwie ige, in einem Sys em es e bzw. s u en lexi-
ble Wechselku se gleichwohl no wendige Au gabe, den zu Besei igung
eines Ungleichgewich szus andes zweckmäßigen Abwe ungs- bzw. Au -
we ungssa z ex an e es zulegen, wi d in den olgenden Aus üh ungen
nich be ücksich ig . Diese be assen sich ausschließlich mi de F age, wie
eine Zahlungsbilanzpoli ik, die zu Behebung außenwi scha liche Un-
gleichgewich e au g und on anhal enden P eis- und Kos endispa i ä en
die Mi el de Wechselku spoli ik einzuse zen gewill is , den konjunk-
u ellen Fak o in ih e Übe legungen einzubeziehen ha .
Die Möglichkei , undamen alen Gleichgewich ss ö ungen de Zah-
lungsbilanz mi wechselku spoli ischen Maßnahmen en gegenwi ken zu
können, is ein Kennzeichen de manipulie en Wäh ungssys eme. Un e
64 Siehe insbesonde e Sach e s ändigen a , Jah esgu ach en 1968/69, Al e -
na i en außenwi scha liche Anpassung, S u ga /Mainz 1969; gl. audi
F. A. Lu z!E. Sohmen, Wie kann sich ein Land de impo ie en In la ion en -
ziehen?, in: Sach e s ändigen a , Jah esgu ach en 1964/65, S abiles Geld —
S e iges Wachs um, S u ga /Mainz 1965, Anhang IV, S. 157 .
65 Siehe dazu e wa E. Küng, Zahlungsbilanzpoli ik, a.a.O., S. 424 ., und
S. 531 . Zum — ü die BRD „ ypischen" — Fall eine on Zei zu Zei au -
we ungsbedü igen Wäh ung; gl. auch Rol Bollinge , Wäh ungs-Au We un-
gen. Eine empi ische Un e suchung ih e Auswi kungen au Zahlungsbilanz,
P eisni eau und Beschä igung, Diss. Saa b ücken 1966.
66 Zu de F age, inwiewei du ch zwischens aa liche Konsul a ion und Ko-
ope a ion Zahlungsbilanzs ö ungen in Zukun mögliche weise e hinde ode
e inge we den könn en, gl. OECD, De P ozeß zum Ausgleich de Zah-
lungsbilanz. Ein Be ich de A bei sg uppe III des Wi scha spoli ischen Aus-
schusses des OECD, Pa is 1966, S. 39 .
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 91
de He scha de Goldwäh ung und des Goldau oma ismus s anden die
Konjunk u en wicklung und die Konjunk u poli ik un e dem Dik a
de Zahlungsbilanz67.Wenn auch die e ein ach en heo e ischen Kon-
s uk ionen des Geldmengen-P eis-Mechanismus wie des Geldmengen-
Einkommen-Mechanismus zu Rech k i isie und modi izie wo den
sind, so kann doch ein wah e Ke n nich geleugne we den68. Bei Ein-
hal ung de Spiel egeln de Zahlungsbilanzpoli ik im Sys em de au o-
ma ischen Wäh ungen wa in olge de Wi ksamkei diese Mechanismen
jeden alls de Spiel aum ü eine au onome Geldpoli ik ge ing, da die
Ve ände ung de Geldmenge sich an de En wicklung de Wäh ungs-
ese en zu o ien ie en ha en und die Geldmenge somi als Ziel a iable
eine ak i en Konjunk u poli ik en iel69. Au mi le e Sich s ell e sich
das P oblem eine unausgeglichenen Zahlungsbilanz nich , da die au o-
ma ischen Me hoden des Zahlungsbilanzausgleichs die en sp echenden
Ve ände ungen de P eis- und Lohnni eaus sowie de Volkseinkommen
he bei üh en; die in Rela ion zum Gold es geleg en Pa i ä en blieben
un e ände , und die Zahlungsbilanzen wa en „ undamen al" du chaus
im Gleichgewich .
Nach dem Zwei en Wel k ieg wu de jedoch ein ande es Wel wäh-
ungssys em e einba , das den Ände ungen de Wechselku se eine be-
deu ende e Rolle beim Ausgleich de Zahlungsbilanzen zuwies. Zwa
e p lich e en sich alle be eilig en Lände , „die Wäh ungss abili ä zu
ö de n, geo dne e Wäh ungsbeziehungen mi ande en Mi gliede n au -
ech zue hal en und Wechselku sände ungen aus We bewe bsg ünden
zu e meiden"70. Zu Behebung on g undlegenden Gleichgewich ss ö-
ungen de Zahlungsbilanz sind abe im Abkommen on B e on-Woods
Ände ungen de p inzipiell s a en, nu inne halb enge Bandb ei en
schwankenden Wechselku se ausd ücklich e laub . Das Sys em is in olge-
dessen keines mi eie Flexibili ä , sonde n lediglich mi S u en lexi-
bili ä de Wechselku se. Bis zu eine Ände ung on 10 % de u sp üng-
lich es gese z en Pa i ä en kann de Fonds keinen Einsp uch e heben;
67 Vgl. F ied ich A. Lu z, Goldwäh ung und Wi scha so dnung, in: Wel -
wi scha liches A chi , Bd. 41, (1935/1), S. 235.
68 Vgl. e wa die Aus üh ungen bei And eas P edöhl, Außenwi scha , 2.,
öllig neubea bei e e Au lage, G und iß de Sozial Wissenscha , Bd. 17, Gö in-
gen 1971, S. 249 .; siehe auch R. Caesa , De in e na ionale Zusammenhang
de Löhne, a.a.O., S. 82 .
69 Siehe hie zu im einzelnen Benno Engels, Spiel egeln de in e na ionalen
Zahlungsbilanzpoli ik, Hambu g 1969, S. 22 .
70 Abkommen übe den in e na ionalen Wäh ungs onds, A ikel IV, Ab-
schni 4, abged uck in BGBl. Jg. 1952, II, S. 640.
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92 Rol Caesa
s ä ke e Ände ungen müssen genehmig we den, wenn sie nach Übe zeu-
gung des Fonds no wendig sind, um eine g undlegende S ö ung des Zah-
lungsbilanzgleichgewich s zu besei igen71.
2. Zahlungsbilanzausgleich und Wechselku sände ung
im Konjunk u zyklus
De Fall des „ undamen alen Ungleichgewich s" is in den IWF-S a-
u en selbs nich de inie . Als Indiz ü eine undamen ale Gleichge-
wich ss ö ung im Sys em on B e on-Woods wi d jedoch übliche weise
gewe e , daß die Zahlungsbilanz — meis gemessen an de De isen-
bilanz 72 — g öße e Abweichungen om Gleichgewich szus and au weis
und diese übe länge e Zei hinweg bes eh . Nach Schneide lieg ein
sogenann es Ungleichgewich o , wenn es nich o übe gehende Na u
is und nich mi den „klassischen" Me hoden de K edi - und Finanz-
poli ik du ch eine Beein lussung de e ek i en Nach age, sonde n nu
du ch eine Abwe ung ode Au we ung de heimischen Wäh ung besei-
ig we den kann73.
Es is eine in e na ionale „unde compe i i eness" bzw. „o e com-
pe i i eness" im Sinne T i ins, die im In e esse eine mi el is ig aus-
geglichenen Zahlungsbilanz eine Wechselku sände ung e zwing 74. Das
P oblem lieg jedoch ge ade in de Diagnose eine „zu ge ingen" bzw.
„zu hohen" We bewe bs ähigkei eines Landes. Ein solche F'all läß sich
nich ein ach au g und on De isenbilanzide izi en ode -Übe schüssen in
zwei ode d ei au einande olgenden Jah en ablesen75. Be ach en wi
71 Abkommen übe den in e na ionalen Wäh ungs onds, A ikel IV, Ab-
schni 5, a.a.O.
72 Vgl. beispielsweise O ma Issing, Lei wäh ung und in e na ionale Wäh-
ungso dnung, Un e suchungen übe das Spa -, Gi o- und K edi wesen, h sg.
on F i z Voig , Band 28, Be lin 1965, S. 315 .
73 E ich Schneide y Zahlungsbilanz und Wechselku s, Tübingen 1968, S. 184.
74 Siehe Robe T i in, The Balance o Paymen s Seeshaw, in: W. Fellne ,
F. Machlup, F. T i in and o he s, Main aining and Res o ing Balance in In e -
na ional Paymen s, P ince on 1966, S. 100 .; gl. auch Man ed Teschne ,
Zu Wi scha slage: Wes liche Indus ielände : Gü e - und Kapi als öme
s a k ausgewogen, in: DIW, Wochenbe ich 12/71 . 18. 3. 1971, S. 79.
75 Eine en sp echenden Einsch änkung bzw. Spezi izie ung bedü e dahe
auch de Vo schlag on Gie sch u. a., „daß Lände , de en De isen ese en um
einen bes imm en P ozen sa z zugenommen haben, weil sie s ändig zuguns en
ih e Expo indus ie am De isenma k in e enie en, die Pa i ä p opo -
ional ände n, also au we en müssen" (H. Gie sch, H. Mülle -G oeling,
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 99
Ük o 1970 1972
15. Zusä zlich zu be ück-
sich igende Gesich s-
punk e
—
S a ke Ak i ie ungs endenz
ab le z em Qua al
16. Gesam u eil übe die
undamen ale Zah-
lungsbilanz e assung
(14 + 15)
Fundamen ale Übe schuß Fundamen ales Gleich-
gewich
Die Mangelha igkei des üblichen Konzep s de G undbilanz wi d im
Falle de Zahlungsbilanze gebnisse ü das Jah 1972 e neu deu lich.
S ell man dem Reko dübe schuß in de Handelsbilanz on 20,3 M d.
DM die be äch lich ges iegenen De izi e in de Diens leis ungsbilanz in
Höhe on 6,1 M d. DM und de Obe agungsbilanz on 12,4 M d. DM
gegenübe , so e echne sich bei den lau enden Pos en ein Plus on 1,7
M d. DM.
Wi d nun das übliche G undbilanzkonzep zug unde geleg , so e gib
sich in olge hohe Impo e lang is igen Kapi als (12,5 M d. DM) ein
Übe schuß on insgesam 14,2 M d. DM. Es wä e jedoch alsch gewesen,
hie aus eine mögliche Un e bewe ung de deu schen Wäh ung abzu-
lei en, denn bei diesen Kapi alzu lüssen handel es sich as ausschließ-
lich um zinsinduzie e Po olioin es i ionen. Wenn dagegen auße den
lau enden T ansak ionen nu die „ech en" Kapi albewegungen in die
G undbilanz einbezogen we den („ e inge e" G undbilanz), so e gib
sich ein du chaus abweichendes Bild. Hie. zu sollen zunächs die lau en-
den Pos en sowohl um e en uelle Sonde ein lüsse wie um den konjunk-
u ellen Ein luß be einig we den. Ein Sonde ak o bes and 1972 bei-
spielsweise in einem Nachhole ek bei den Expo en nach dem Realign-
men om Dezembe 197188. Als Sonde ein luß dü e zum e heblichen
Teil auch die une wa e e s a ke Ak i ie ung im Os handel um übe
1 M d. DM zu be ach en sein89. De en sp echend um die Sonde ak o-
en be einig e Saldo de lau enden Pos en de BRD im Jah e 1972
dü e in olgedessen au +0,2 bis +1,2 M d. DM zu e anschlagen
gewesen sein.
88 Siehe Mona sbe ich e de Deu schen Bundesbank, 25. Jg., N . 2, Feb ua
1973, S. 41.
89 Vgl. alle dings die abweichende Meinung de Bundesbank: Ebenda, S. 42.
7*
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100 Rol Caesa
Die konjunk u elle Si ua ion in de BRD 1972 konn e als beginnende
Au schwung on einem be ei s seh hohen Ni eau aus cha ak e isie
we den. De Beginn des Zyklus, also de ela i e Tie punk de Kon-
junk u en wicklung, wa Ende 1971 zu e zeichnen gewesen; nach eine
S agna ion mi ela i ge ingen Schwankungen im e s en Halbjah 1972
se z e dann im zwei en Halbjah de Au schwung ein. In den wich ig-
s en Pa ne lände n wa 1972 eilweise ein be ei s k ä ige es Anziehen
de Konjunk u (F ank eich, USA, Japan, EFTA), eilweise ein „Nach-
lau en de Konjunk u " (Benelux), eilweise eine be äch liche Un e -
auslas ung de Kapazi ä en o z Nach ageexpansion (I alien) es zu-
s ellen90. Insgesam gesehen, lag dami ü die BRD wede ein me k-
liches Vo auseilen noch Zu ückbleiben im Zyklus o , also wede ein
bedeu endes posi i es noch nega i es Konjunk u ge älle. Hie aus e geben
sich zunächs zwei Konsequenzen: Zum einen konn en au g und des
hohen Ausgangsni eaus de deu schen Konjunk u bei Beginn des Zyklus
(Ende 1971) ü den gesam en Zyklus — auch im Falle eines e neu en
seh s a ken Booms — nu ge inge e Ve ände ungen de gesam wi -
scha lichen Ak i i ä als e wa im o angegangenen Zyklus und in olge-
dessen auch nu en sp echend ge inge e konjunk u beding e Schwankun-
gen in de Bilanz de lau enden Pos en e olgen. Zum zwei en wa de
Expo -push, de bei binnenwi scha liche Konjunk u schwäche no -
male weise ein i , angesich s de Konjunk u en wicklung im In- und
Ausland allen alls in schwachem Um ang zu e wa en. Obwohl 1972
als ein Jah des beginnenden konjunk u ellen Au schwungs angesehen
we den muß, wa dennoch höchs ens eine ge inge konjunk u beding e
Ak i ie ungs endenz de Handelsbilanz91 (und dami de lau enden
Pos en) wah scheinlich, e wa ein Abweichen om mi el is igen Gleich-
gewich szus and de lau enden Pos en
(
+
2
bis+
3
M d. DM) um maxi-
mal + 0,5 M d. DM.
De a sächliche We de um Sonde ak o en und den Konjunk u -
ak o be einig en Bilanz de lau enden Pos en belie sich demnach au
+ 0,2 bis +1,7 M d. DM. Dem mi el is igen Gleichgewich szus and
de Zahlungsbilanz hä e jedoch un e Be ücksich igung de mi el is ig
no wendigen „ech en" lang is igen Kapi alexpo e ein Übe schuß de
90 Siehe Ja'h esgu adi en 1972 des Sach e s ändigen a es zu Begu ach ung
de gesam wi scha lichen En wicklung, Bonn 1972, S. 30 und 35 .
91 Dies gil p inzipiell auch ü die Diens leis ungs- und die Übe agungs-
bilanz; jedoch wa en hie unabhängig ande e, s uk u elle Fak o en (mi el-
is ige Passi ie ungs end) kompensie end wi ksam, so daß eine e ek i e
Ak i ie ung lediglich on de Handelsbilanz zu e wa en wa .
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Das Zahlungsbilanzgleidigewidi im Konjunk u e lau 101
lau enden Pos en zwischen 2 und 3 M d. DM en sp ochen. E echne
man en sp echend dem Vo gehen bei de Analyse de Zahlungsbilanz
ü das Jah 1970 nunmeh auch ü das Jah 1972 die Soll- und Is -
We e de um Sonde ak o en und Konjunk u ak o be einig en „ e -
inge en" G undbilanz, so s eh einem mi el is igen Gleichgewich s-
we on ±0 ein a sächliche Saldo in 1972 zwischen —0,3 und —2,8
gegenübe .
Au den e s en Blick schien dami eine De izi posi ion und eine en -
sp echende Ube bewe ung de D-Ma k o zuliegen. Dies wä e alle -
dings ebenso eine Fehlin e p e a ion gewesen wie die Behaup ung eine
Übe schußposi ion und olge ich ig eine Un e bewe ung de D-Ma k.
Im zwei en Halbjah 1972 wu de nämlich e neu eine s a ke Ak i ie-
ungs endenz de Handelsbilanz e kennba — aus den Au agseingängen
be ei s sei Mi e 1972, aus den e ek i en Zahlen sei dem 4. Qua al
1972 —, die o z — auch im in e na ionalen Ve gleich — wei e an-
s eigende Konjunk u in de BRD e olg e, also nich in e s e Linie
au ein ela i es Zu ückbleiben de konjunk u ellen En wicklung zu ück-
ge üh we den kann92. S ell man diese En wicklung zusä zlich in Rech-
nung, so da ü das gesam e Kalende jah 1972 doch on eine wei -
gehenden Annähe ung an den mi el is igen Gleichgewich swe gesp o-
chen we den93.
Bei Be ücksich igung alle genann en Fak o en is dahe die Schluß-
olge ung zu ziehen, daß die Zahlungsbilanz de BRD 1972 als im g o-
ßen und ganzen ausgeglichen bezeichne we den kann94.
V, E gebnis
Die E ah ungen mi Pa i ä sände ungen im gegenwä igen in e na-
ionalen Wäh ungssys em haben gezeig , daß diese meis nich zum ich-
92 Die Bundesbank üh .diese Aik i ie ungs endemz alle dings in e s e Linie
au konjunk u elle Fak o en zu ück; gl. Mona sbe ich Feb ua 1973, a.a.O.,
S. 35.
93 De Au sa z wu de im Ap il 1973 abgeschlossen.
94 Ande e S ellungnahmen sind zwa eben alls zu diesem E gebnis gekom-
men; gl. e wa Jah eswi scha sbe ich 1973 de Bundes egie ung, S. 4, wo
„ein außenwi scha liches Gleichgewich im Rahmen de Leis ungsbilanz" zu
Jah esbeginn 1973 kons a ie wi d. Hie bei we den alle dings konjunk u elle
Ein lüsse unbe ücksich ig gelassen, so daß die Schluß olge ung als ungenügend
beg ünde angesehen we den muß.
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102 Rol Caesa
igen Zei punk o genommen wo den sind. Es lieg siche lich zum
g oßen Teil in de poli ischen B isanz on Wechselku smaßnahmen be-
g ünde , daß om ökonomischen S andpunk aus e o de liche Ände-
ungen des Außenwe es na ionale Wäh ungen häu ig allzu lange e -
zöge we den und dann une wünsch e und ge äh liche Nebenwi kungen
he o u en. Jedoch e schein da übe hinaus die Ve mu ung nich unge-
ech e ig , daß auch die ökonomische No wendigkei eine Wechselku s-
ko ek u häu ig zu spä e kann wi d. Ein wesen liche G und hie ü
dü e in de Ta sache liegen, daß das Konjunk u momen in seine Be-
deu ung ü die Zahlungsbilanz bislang nich imme genügend be ück-
sich ig wu de.
Die Einbeziehung dieses Gesich spunk s in die zahlungsbilanz heo e-
ische und -poli ische Diskussion schein dahe unabdingba . Ein Ve such
in diese Rich ung is in de o liegenden Abhandlung un e nommen
wo den, die sich indessen au die p inzipiellen Aspek e des P oblems be-
sch änken muß e.
Es is jedoch deu lich gewo den, in welche Weise die wi scha spoli i-
schen Ins anzen die konjunk u elle En wicklung bei wechselku spoli i-
schen En scheidungen einbeziehen soll en. Da die undamen ale Zah-
lungdbilanzsi ua ion du ch die Konjunk u schwankungen gewisse maßen
e ze bzw. übe deck wi d, die Zahlungsbilanz im Sinne eine „ e -
inge en G undbilanz" nämlich in Phasen ela i schwache gesam -
wi scha liche Ak i i ä konjunk u beding zu Ube schüssen endie ,
in eine ela i en Hochkonjunk u dagegen zu De izi en, beda es zu
ko ek en Diagnose de undamen alen Zahlungsbilanz e assung de
Ausschal ung des Konjunk u ak o s. Nu dann is gewäh leis e , daß
eine sich an de ak uellen Zahlungsbilanzsi ua ion o ien ie ende En -
scheidung übe wechselku spoli ische Maßnahmen hinsich lich des Aus-
maßes und Zei punk es eine no wendigen Ko ek u nich du ch die
konjunk u ellen Auswi kungen im außenwi scha lichen Be eich e -
ehl wi d. In diesem Sinne könn e eine phasenbezogene Zahlungsbilanz-
•diagnose zu eine besse en Te minie ung on Pa i ä sände ungen95 bei-
agen sowie dami auch den Um ang na ionale S ö ungen und in e -
na ionale Ve ze ungen e inge n hel en.
95 Die dann e en uell soga au ge inge e poli ische Wide s ände s oßen
wü den als übliche weise in de Ve gangenhei ; so wä e — um den un e IV. 3
zunächs un e such en Fall eines im Konjunk u au schwung e kennba we den-
den undamen alen Zahlungsbilanzübe schusses au zug ei en — denkba , daß
sich eine Au we ung in diese Si ua ion poli isch leich e du chse zen ließe als
in eine ezessi en Phase, in de aku e So gen um die Beschä igung bes ehen.
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Das Zahlungsbilanzgleichgewich im Konjunk u e lau 103
Zusammen assung
Das Zahlungsbilanzgleichgewidi im Konjunk u e lau
Angesich s de unbe iedigenden E ah ungen mi Pa i ä sände ungen im
gegenwä igen in e na ionalen Wäh ungssys em und de une wünsch en Konse-
quenzen nachhal ige Ungleichgewich ssi ua ionen de Zahlungsbilanz is eine
kla e De ini ion de ZaihlungsbilanzVe assung unabdingba . Dabei we den
jedoch seh bedeu same ku z is ige Fak o en, wie beispielsweise die aus kon-
junk u ellen Momen en he üh enden Ein lüsse, häu ig e nachlässig . Die Ein-
beziehung dieses Gesich spunk s in die Zahlungsbilanz heo e ische und -poli i-
sche Diskussion schein (dahe no wendig. Ein Ve such, »den Ein luß de Kon-
junk u schwankungen au
-die
Zahlungsbilanz und die außenwi scha lichen, ins-
besonde e die wechselku spoli ischen Konsequenzen zu analysie en, wi d in de
o liegenden Abhandlung un e nommen. Sie besch änk sich indessen au die
p inzipiellen Aspek e und s ei die empi ische Sei e lediglich an einigen S ellen.
Es we den zunächs die zyklischen Ve ände ungen de Teilsalden de Zah-
lungsbilanz im Konjunk u e lau be ach e . Die Konjunk u schwankungen
wi ken sich in de Zahlungsbilanz dahingehend aus, daß alle d ei Teilbilanzen
de lau enden Rechnung (Handelsbilanz, Diens leis ungsbilanz, Übe agungs-
bilanz) p inzipiell in gleiche Weise, alle dings in un e schiedlichem absolu em
Ausmaß, in Phasen ela i schwache gesam wi scha liche Ak i i ä zu eine
Ak i ie ung endie en, in eine ela i en Hochkonjunk u dagegen zu eine
Passi ie ung. Die Zahlungsbilanz im Sinne eine „ e inge en G undbilanz"
neig in olgedessen im e s e en Fall konjunk u beding zu Übe schüssen, im
le z e en dagegen zu De izi en. Da aus e gib sich ü den Zahlungsbilanz-
diagnos ike die No wendigkei , die konjunk u ellen Wi kungen au die Zah-
lungsbilanz zu isolie en und zu eine „phasenbezogenen" Beu eilung zu gelangen.
Au diese Weise wi d es möglich, ein konjunk u neu ales 'Bild de außenwi -
scha lichen Si ua ion zu e hal en und die undamen ale Ve assung de Zah-
lungsbilanz zu einem beliebigen Zei punk zu e kennen, die ih e sei s ein en -
scheidendes K i e ium ü e en uelle zahlungsbilanzpoli ische — insbesonde e
wechselku spoli ische — Maßnahmen da s ell . Eine Konjunk u be einigung
de Zahlungsbilanz is bedeu sam, dami eine sich an de ak uellen Zahlungs-
hilanzsi ua ion o ien ie ende wechselku spoli ische En scheidung nich hinsich -
lich des Ausmaßes und Zei punk es eine no wendigen Ko ek u e ehl
wi d. Ein Beispiel ü eine s a k konjunk u e ze e Zahlungsbilanz und die
Ge ah eine da aus esul ie enden Fehlbeu eilung s ell de Fall de Bundes-
epublik im Jah e 1970 da . Es wi d deu lich, wie eine phasenbezogene Zah-
lungsbilanzdiagnose zu eine besse en Te minie ung on Pa i ä sände ungen
bei agen sowie auch den Um ang na ionale S ö ungen und in e na ionale
Ve ze ungen e inge n hel en kann.
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104 Rol Caesa
Summa y
Balance-o -Paymen s Equilib ium and he T ade Cycle
In he ligh o he unsa is ac o y expe ience wi h pa i y changes in he
p esen in e na ional mone a y sys em and he undesi able consequences o
pe sis en disequilib ium o he balance o paymen s, a clea de ini ion o he
s uc u e o he balance o paymen s is indispensable. In his connec ion,
howe e , e y impo an sho - e m ac o s such as he in luences de i ing
om ade cycle impulses a e o en neglec ed. I would he e o e seem o be
necessa y o include his aspec in he deba e on balance-o -paymen s heo y
and policy. In his ea ise an a emp is unde aken o analyse he in luence
o ade cycle luc ua ions on he balance o paymen s and he consequences
o o eign ade and, in pa icula , exchange- a e policy. Howe e , i is
limi ed o aspec s a ec ing he p inciples and ouches upon empi ical ma e s
only he e and he e.
Fi s , he cyclical changes in he ne posi ions o he componen pa s o
he balance o paymen s along he ime pa h o he ade cycle a e conside ed.
The impac o ade cycle luc ua ions on he balance o paymen s is ha ,
in p inciple, all h ee componen 'balances on cu en accoun ( isible balance,
in isible balance, ans e balance) end o ¡become mo e a ou able in a simila
manne , hough o a di e ing absolu e deg ee, in phases o ela i ely weak
o e all economic ac i i y, bu o ibecome mo e un a ou able in phases o
ela i ely g ea ac i i y. The balance o paymen s in he sense o a " educed
basic balance" consequen ly ends owa ds su pluses induced by he ade
cycle in he o me case and de ici s in he la e case. As a esul i is
necessa y o he balance-o -paymen s diagnos ician o isola e he ade-cycle
in luences on he balance o paymen s and o eadi a "phase- ela ed"judgmen .
In his way i becomes possible o ob ain a cyclically neu al pic u e o he
o eign ade si ua ion and o he s uc u e o he balance o paymen s a
any gi en ime, whidi in u n cons i u es a decisi e c i e ion o possible
measu es o balance-o -paymen s and, in pa icula , exchange- a e policy.
A cyclical adjus men o he balance o paymen s is impo an so ha an
exdiange- a e policy decision o ien ed o he cu en balance-o -paymen s
si ua ion is no misguided wi h ega d o he scope and iming o a necessa y
co ec ion. An example o a balance o paymen s g ea ly dis o ed by he
ade cycle and o he dange o a consequen misjudgmen is he case o he
Fede al Republic o Ge many in 1970. I becomes clea how a phase- ela ed
balance-o -paymen s diagnosis can con ibu e o be e iming o pa i y ad-
jus men s and help o educe he ex en o na ional dis u bances and in e -
na ional dis o ions.
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Das Zahlungsbilanzgleidigewidi im Konjunk u e lau 105
Résumé
L'équilib e de la balance des paiemen s dans l'é olu ion de la conjonc u e
Sui e aux expé iences insa is aisan es conce nan les modi ica ions ides pa-
i és dans le sys ème moné ai e in e na ional ac uel e les conséquences indési-
ables en ésul an sous o me de si ua ions déséquilib ées de la balance des
paiemen s, une dé ini ion clai e de l'é a de la balance des paiemen s es in-
dispensable. A ce suje on néglige cependan sou en des ac eu s à cou
e me ès impo an s, comme pa exemple les in luences p o enan de ac eu s
conjonc u els. La p ise en considé a ion de ce poin de ue dans la discussion
héo ique e poli ique d la balance des paiemen s pa ai donc nécessai e.
L'é ude en e d'analyse l'in luence des luc ua ions de la conjonc u e su la
balance des paiemen s e les conséquences en ma iè e d'économie ex é ieu e,
pa iculiè emen en ce qui conce ne les aux de change. Elle se limi e aux
aspec s de p incipe e n'é oque qu'occasionnellemen le cô é empi ique.
L'au eu considè e d'abo d les modi ica ions cycliques des soldes pa iels de
la balance des paiemen s dans l'é olu ion de la conjonc u e. Les luc ua ions
de la conjonc u e se épe cu en su la balance des paiemen s de elle so e que
les ois pa ies de la balance cou an e (balance comme ciale, balance des se -
ices, balance des ans e s) é oluen en p incipe dans le même sens, mais
dans une mesu e di é en e, dans une phase d'ac i i é économique ela i emen
aible e s un su plus, dans une phase de conjonc u e ela i emen hau e
e s un dé ici . La balance des paiemen s dans le sens d'une
«
balance de base
édui e
»
end pa conséquen idans le p emie cas e s des su plus condi ion-
nés pa la conjonc u e, dans le deuxième cas e s des dé ici s. Il en ésul e
pou celui qui dési e ai e un diagnos ic de la balance des paiemen s la néces-
si é d'isole les in luences conjonc u elles su la balance des paiemen s e d'a -
i e à une app écia ion dépendan e de la phase. Il se a ainsi possible d'ob-
eni une image conjonc u ellemen neu e de la si ua ion de 1' économie ex-
é ieu e e de econnaî e la composi ion ondamen ale de la balance des paie-
men s à n'impo e quel momen . Ceci cons i ue un c i è e décisi pou d'é en-
uelles mesu es de poli ique de balance des paiemen s en pa iculie conce nan
la poli ique des aux de change. Une libé a ion de la balance des paiemen s de
la conjonc u e es impo an e, pou é i e qu'une décision su le plan de la
poli ique des aux de change o ien ée su la si ua ion ac uelle de la balance
des paiemen s échoue pa appo à l'é endue e au momen d'une co ec ion
indispensable. Les cas de la République Fédé ale en 1970 cons i ue un exemple
d'une balance des paiemen s o emen dé o mée pa la conjonc u e e le dan-
ge en ésul an d'une e eu de jugemen . Il appa aî clai emen qu'un dia-
gnos ic de la balance des paiemen s i é de la phase peu con ibue à une
meilleu e dé e mina ion de modi ica ion des pa i és, ainsi qu'à diminue les
déso d es na ionaux e les dis o sions in e na ionales.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.7.1.69 | Gene a ed on 2023-01-16 13:30:47