scieee Science in your language
[ge] (orig)

Die Kunst der Ansprache: Geschlechtergerechte Sprache in deutschen Wahlprogrammen

Author: Riethmüller, Felicia,Zehnter, Lisa
Publisher: Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Year: 2024
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/327893/1/f-26072_repo.pdf
Rie hmülle , Felicia; Zehn e , Lisa
A icle
Die Kuns de Ansp ache: Geschlech e ge ech e Sp ache in
deu schen Wahlp og ammen
WZB-Mi eilungen: Qua alshe ü Sozial o schung
P o ided in Coope a ion wi h:
WZB Be lin Social Science Cen e
Sugges ed Ci a ion: Rie hmülle , Felicia; Zehn e , Lisa (2024) : Die Kuns de Ansp ache:
Geschlech e ge ech e Sp ache in deu schen Wahlp og ammen, WZB-Mi eilungen: Qua alshe ü
Sozial o schung, ISSN 2943-6613, Wissenscha szen um Be lin ü Sozial o schung (WZB), Be lin,
Iss. 183 (1/24), pp. 38-42,
h ps://biblio hek.wzb.eu/a ikel/2024/ -26072.pd
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/327893
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Die Kuns de Ansp ache
Geschlech e ge ech e Sp ache in deu schen
Wahlp og ammen
„Liebe Wähle “, „liebe Wählende“, „liebe Wähle innen und Wähle “, „liebe
Wähle *innen“ – die deu sche Sp ache bie e Pa eien iele Möglichkei-
en, ih e Zielg uppe anzusp echen. Dass es um meh geh als g amma-
ische Vo lieben, zeig schon de he ige S ei ums „Gende n“, de sei
Jah en ob . Zu Deba e s eh , we o komm und we sich wie ange-
sp ochen ühl . Felicia Rie hmülle und Lisa Zehn e haben deu sche
Wahlp og amme analysie ; sie zeigen Dynamik und Beha lichkei
sp achliche Kon en ionen.
Felicia Rie hmülle und Lisa Zehn e
Übe das Gende n in de Sp ache wu de in
Deu schland in den le z en Jah en iel
disku ie . De baye ische Minis e p äsi-
den Ma kus Söde beispielsweise kündig e in
seine Regie ungse klä ung im Dezembe 2023
an, dass es „kein e p lich endes Gende n“ geben
we de: „Im Gegen eil. Wi we den das Gende n in
Schulen und Ve wal ungen soga un e sagen.“
SPD und CDU in Hessen sch eiben in ih em Koa-
li ions e ag es , dass in de ö en lichen Ve -
wal ung und in s aa lichen Ins i u ionen au das
„Gende n mi Sonde zeichen“ e zich e we de.
Und de CDU-Pa ei o si zende F ied ich Me z
sch eib im Juni 2023 au Twi e : „Mi jede ge-
gende en Nach ich ensendung gehen ein paa
hunde S immen meh zu #A D. Gegende e
Sp ache und iden i ä e Ideologie we den on ei-
ne g oßen Meh hei de Be ölke ung nich
meh nu im S illen abgelehn . Sie we den als
übe g i ig emp unden.“
Was bedeu e übe haup „gegende e Sp ache“?
Ande s als e wa das Englische is die deu sche
Sp ache eine „Gende -Sp ache“ – eine Sp ache
mi g amma ikalischem Geschlech . So en sp e-
chen e wa iele Subs an i e, die sich au Pe so-
nen ich en, einem Geschlech : Neben dem
Maskulinum (z.B. „de Mann“) und dem Femini-
num („die F au“) kenn die deu sche Sp ache
auch das Neu um. „Das Mädchen“ e wa is
g amma ikalisch sächlich, bezieh sich abe au
eine weibliche Pe son.
Wenn eine G uppe on Menschen un e schiedli-
chen Geschlech s angesp ochen und besch ie-
ben we den soll, wi d au oma isch eine En -
scheidung ge äll , we explizi angesp ochen
und dami ep äsen ie wi d. Im Deu schen gib
es meh e e Möglichkei en, eine G uppe anzu-
sp echen bzw. zu besch eiben. Am bekann es en
is die Ve wendung des „gene ischen Maskuli-
nums“, wobei de männliche Plu al on „Wähle “
sich sowohl au männliche als auch au weibli-
che Wähle beziehen soll. Auch die Ve wendung
des gene ischen Maskulinums is also eine
Fo m des Gende ns.
Es ha sich jedoch gezeig , dass das gene ische
Maskulinum nich du chweg gene isch in e -
p e ie wi d – o en s eh ielmeh beim
38  | Mi eilungen He 183 Mä z 2024
Hö en ode Lesen das inne e Bild eine G uppe
on Männe n. Eine ande e Op ion wä e umge-
keh , das gene ische Femininum zu e wenden,
also Männe und F auen als „Wähle innen“ zu
besch eiben. Das gene ische Femininum wi d
bishe seh sel en angewende und da ü k i i-
sie , dass es eben alls nich geschlech e ge-
ech is , da hie Männe nu „mi gemein “ sind
und nich explizi angesp ochen we den.
Um alle Geschlech e gleiche maßen anzusp e-
chen, gib es im Deu schen zwei S a egien. E s-
ens die Neu alisie ung, bei de die Plu al o m
eines nominalisie en Adjek i s ode Pa izips
e wende wi d (zum Beispiel „die Wählenden“).
Zwei ens die Feminisie ung, bei de nich -männ-
liche Pe sonen du ch sogenann es Spli ing ein-
bezogen we den. Hie is zu un e scheiden zwi-
schen langem Spli ing („Wähle innen und Wäh-
le “), abgekü z em Spli ing („Wähle Innen“,
„Wähle _innen“, „Wähle :innen“ ode „Wähle *in-
nen“) und adjek i ischem Spli ing („weibliche,
männliche und non-binä e Wählende“).
Die Ka ego ie Geschlech is jedoch nich binä –
es gib bekann lich meh als zwei Geschlech e .
Ende 2018 wu de in Deu schland eine d i e Op-
ion einge üh , die es Menschen e möglich ,
nich nu zwischen „männlich“ und „weiblich“
zu wählen, sonde n „di e s“ als Ein ag im Pe -
sonens ands egis e anzugeben. Dieses „d i e
Geschlech “ gil als Sammelbeg i ü e schie-
dene non-binä e Geschlech e . Die Neu alisie-
ungss a egie sowie das abgekü z e und adjek-
i ische Spli ing können die Bina i ä de Ge-
schlech e sp achlich übe winden, sind also
geschlech e ge ech .
Die Diskussion zum Thema Gende n wi d on
e schiedenen poli ischen Ak eu :innen und Pa -
eien angeheiz . Sei übe ie Jah zehn en sam-
mel das Mani es o-P ojek des WZB Wahlp o-
g amme on Pa eien in meh als 50 Lände n.
Diese iesige Da ensa z e möglich iel äl ige
Analysen. Wi haben un e such , welche Fo m de
G uppenansp ache die Pa eien im Hinblick au
Geschlech e wenden: Wie wi d in deu schen
Wahlp og ammen gegende ? Die Fo m de G up-
penansp ache is siche lich nich zu ällig, son-
de n signalisie , welche Wähle :inneng uppen
die Pa eien ansp echen wollen. Das is nich zu-
le z deshalb ele an , weil die Fo schung zeigen
konn e, dass nich nu die poli ischen Inhal e ei-
ne Pa ei ü Wahlen scheidungen ele an sind,
sonde n auch das Ge ühl, on eine Pa ei e -
e en und ane kann zu we den. Diese Ane ken-
nung wi d auch he o isch bzw. sp achlich e -
mi el . Die A de G uppenansp ache ha also
Ein luss da au , welche Wähle :inneng uppen
sich on Pa eien ep äsen ie ühlen. Um he -
auszu inden, ob und wie sich Pa eien in de An-
sp ache on G uppen un e scheiden, haben wi
die Wahlp og amme deu sche Pa eien au Bun-
desebene sei 1949 analysie . Da ü haben wi
ein spezielles Wö e buch en wickel , das die E -
wähnung on G uppen au oma isch e kenn .
Dieses Wö e buch e möglich es uns, ün e -
schiedene A en zu un e scheiden, übe eine
G uppe zu sp echen: g amma ikalisch ein weib-
liche Re e enzen („S uden innen“), ein männli-
che Re e enzen („S uden en“), Kombina ions o -
men („S uden innen und S uden en“), ge-
schlech sneu ale Fo men („S udie ende“) und
geschlech sinklusi e Fo men („S uden *innen“,
„S uden :innen“, „S uden Innen“). Im Wö e buch
is eine Reihe abs ak e sogenann e egulä e
Ausd ücke es geleg . Diese unk ionie en wie
Mus e , nach denen de Tex du chsuch wi d. So
müssen die ielen G uppen, die diese Fo mulie-
ungen be e en, nich sepa a au gelis e we -
den – sie we den au oma isch e kann .
Die E gebnisse unse e Analysen we den in de
G a ik da ges ell . Diese zeig deu lich, dass übe
die Jah zehn e in den Wahlp og ammen deu -
sche Pa eien ausschließlich männliche G up-
penansp achen dominie en. Soga in den ü-
hen Wahlp og ammen de G ünen wu de zu-
Felicia Rie hmülle is wissenscha liche Mi a -
bei e in am Ins i u ü Demok a ie o schung Gö -
ingen. In ih e Disse a ion beschä ig sie sich
dami , wie soziale G uppeniden i ä en im Pa ei-
enwe bewe b ele an we den und wie un e -
schiedlich Pa eien Bindungen zum Elek o a au -
bauen. elicia. ie hmuelle @uni-goe ingen.de
Fo o: © WZB/p i a , alle Rech e o behal en.
40  | Mi eilungen He 183 Mä z 2024
nächs noch p imä die männliche Fo m
gewähl , wäh end Bündnis 90/Die G ünen in den
1990e Jah en als eine de e s en Pa eien in-
klusi e Fo men in den Vo de g und ück en. Die
SPD zog mi eine e s ä k en Nu zung de neu-
alen und Kombina ions o men nach, alle dings
übe wogen die männlichen Ansp achen bis Mi -
e de 2000e . Inklusi e Fo mulie ungen lagen
bei de SPD e s mals im Wahlp og amm 2021
o . In den Wahlp og ammen de G ünen bilde-
en diese schon einmal in den spä en 1990e
Jah en die Meh hei und sei 2013 wiede . Auch
in de Pa ei Die Linke wi d e s sei 2021 eine
inklusi e Ansp ache genu z , wäh end zu o
Kombina ions o men die be o zug e Wahl da -
s ell en.
Wie sieh es au de ande en Sei e des Pa eien-
spek ums aus? FDP und CDU/CSU ähneln sich
in de Ve wendung übe wiegend männliche
Ansp achen und eine zule z s eigenden Nu -
zung on Kombina ions o men. Die A D ha in
allen ih en bishe igen d ei Wahlp og ammen
as ausschließlich die männliche Ansp ache
e wende . Neu ale ode inklusi e Fo men
kommen in den Wahlp og ammen on CDU/CSU,
FDP und A D seh wenig bis ga nich o .
Insgesam zeigen unse e Analysen: Die G up-
penansp achen de A D, FDP und CDU/CSU sind
in übe 80 P ozen de Fälle in de männlichen
Fo m e ass . Bündnis 90/Die G ünen und Die
Linke sind die einzigen Pa eien, bei denen in-
klusi e und neu ale Fo men sowie Kombina i-
ons o men dominie en, also meh als die Häl e
alle G uppenansp achen im gesam en Zei aum
ausmachen. Bei de SPD mach die männliche
Fo m knapp die Häl e alle G uppenansp achen
aus.
Was können uns diese E gebnisse sagen? Ziem-
lich siche is , dass sp achliche Rich linien
meh sind als eine g amma ische Fo msache
ode de Ve such, das E scheinungsbild zu e -
einhei lichen. Vielmeh is die Ansp ache eines
on meh e en Mi eln, mi denen Wähle :innen
signalisie we den kann, dass eine bes imm e
G uppe on de Pa ei ep äsen ie wi d. Es
geh hie nich um die Rep äsen a ion du ch
poli ische Inhal e, sonde n eine o wiegend
symbolische Rep äsen a ion, die den Wähle :in-
nen e mi el : „Wi sind die Pa ei, die ü
Menschen wie euch s eh .“ Diese Komponen e
de Rep äsen a ion is ein nich zu un e schä -
zendes Elemen poli ische Kommunika ion und
kann die a ek i e Bindung on Wähle :innen
an Pa eien beein lussen. Die e schiedenen
Fo men de G uppenansp ache we den dabei
auch als Dis ink ionsme kmal genu z , also zu
bewuss en Abg enzung. Dass e wa die A D as
ausschließlich ein männliche Fo men nu z ,
pass zu ideologischen Aus ich ung de Pa ei.
Weibliche
Fo m
Männliche
Fo m
Kombina ion
(„S uden innen
und S uden en“)
Neu al
(„S udie ende“)
Inklusi
(„S uden *innen“,
„S uden _innen“,
„S uden Innen“)
Fo men des Gende ns (in P ozen alle Nennungen in Pa eip og ammen)
As ius di dolup is ea qua em. Na . lo end ebi-
ium labo. U olo ep e e un de io. Nequis u
e e c hi asimus eum, sedipsae un quam hi-
io. Tia co ep o i quame omnimus eium uga.
Gendae cum olup a us, qui sin nia u emqui
qua e acid u accum essi aq uodi , o quas-
simpo em ius eicab iu au e de lau ommolo
epe e um quis au que del iusan o po acea
inum u olo es aspe nes em ugia plabo e
comnis mil iligen , u pe e i e solendan e
lan ha chicipsa consequi dolo um es dolu a .
Nem ugia em dis sequi odicima gnimaxime
uga. Enis magnam, se nobi aspi as dolup a
sseque nos dolo es nobi io. I aec ae olo e-
pe nam iu ? Lendi dem sum ha um dolup a
e e ci lam nonsequae ex e u eius dolo e
conem sedis sandeli genihi ali i cum olup-
a ius dis ipsan o e u apiendi quamus o e
e un ia as denim eum si a io um nobis u ex
e u ? Magnimus dende i ae i dolu eumquam
a e as esedi u ommodi con pa dolo op a e
eicil ium quae delendia adi de simil molup a
nonsed qua quam, qui cus num ec is modi a
doles quam inum u au odi u emos , sun qui
ullo e a i conseque none pa quian u is e io.
Ed e , olumquundi in p a ia cup ae ali ae sae
quis que sed que po eped ese ione maxim
eossi em olup in exe ia . To po e eos dolo.
quibus nobi alibus co posam quis qu.
As ius di dolup is ea qua em. Na . lo end ebi-
ium labo. U olo ep e e un de io. Nequis u
e e c hi asimus eum, sedipsae un quam hi-
io. Tia co ep o i quame omnimus eium uga.
Gendae cum olup a us, qui sin nia u emqui
qua e acid u accum essi aq uodi , o quas-
simpo em ius eicab iu au e de lau ommolo
epe e um quis au que del iusan o po acea
inum u olo es aspe nes em ugia plabo e
comnis mil iligen , u pe e i e solendan e
lan ha chicipsa consequi dolo um es dolu a .
Nem ugia em dis sequi odicima gnimaxime
uga. Enis magnam, se nobi aspi as dolup a
sseque nos dolo es nobi io. I aec ae olo e-
pe nam iu ? Lendi dem sum ha um dolup a
e e ci lam nonsequae ex e u eius dolo e
conem sedis sandeli genihi ali i cum olup-
a ius dis ipsan o e u apiendi quamus o e
e un ia as denim eum si a io um nobis u ex
e u ? Magnimus dende i ae i dolu eumquam
a e as esedi u ommodi con pa dolo op a e
eicil ium quae delendia adi de simil molup a
nonsed qua quam, qui cus num ec is modi a
doles quam inum u au odi u emos , sun qui
ullo e a i conseque none pa quian u is e io.
Ed e , olumquundi in p a ia cup ae ali ae sae
quis que sed que po eped ese ione maxim
eossi em olup in exe ia . To po e eos dolo.
quibus nobi alibus co posam quis qu.
3 |Mi eilungen 4 |Mi eilungen
A D
100 %
75 %
50 %
25 %
0 % 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
FDP
100 %
75 %
50 %
25 %
0 % 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
Die Linke
100 %
75 %
50 %
25 %
0 % 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
CDU/CSU
100 %
75 %
50 %
25 %
0 % 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
Bündnis 90/Die G ünen
100 %
75 %
50 %
25 %
0 % 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
SPD
100 %
75 %
50 %
25 %
0 % 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020
Quelle: Eigene Be echnung au Basis deu sche Wahlp og amme. (Hinweis: Bei Bündnis 90/Die G ünen und Die Linke sind die
Vo gänge pa eien mi einbezogen.)
Ti el hema 41

Unse e Analysen zeigen alle dings auch, dass in
den wenigs ens Fällen die G uppenansp achen
inne halb eines Wahlp og amms einhei lich ge-
wähl we den. Es gib also Abs u ungen, wie
s a k sich eine Pa ei eine bes imm en G up-
penansp ache e sch eib . Diese Abs u ungen
e ände n sich mi de Zei .
Obwohl bei de A D 96 P ozen de G uppenan-
sp achen in den Wahlp og ammen nu in de
männlichen Fo m e ass sind, wi d in seh
wenigen Fällen (konk e : in 1 P ozen ) allein die
weibliche Fo m genu z . Sowohl im Wahlp o-
g amm on 2017 als auch in dem on 2021 be-
inden sich jeweils zwei Sä ze, in denen die Pa -
ei Schüle innen und Leh e innen das T agen
eines Kop uchs un e sagen will. Es wi d kla ,
dass die Pa ei sich an diese S elle explizi (und
ausschließlich) au F auen bezieh . Bei de FDP
inde sich o z eine Dominanz de männli-
chen Ansp achen auch ein zunehmende An eil
an neu alen Ansp achen. Dies is , so zeig ein
Blick in die Tex da en, au die häu ige Ansp a-
che on „S udie enden“ zu ückzu üh en.
Bei de CDU/CSU ollzog sich die langsame Ein-
bindung on Kombina ions o men da in, dass
zunächs (2002 und 2009 e wa) imme hin on
„Bü ge innen und Bü ge n“ und „Schüle innen
und Schüle n“ gesp ochen wu de. Dies sind zwei
ech e ablie e Fo mulie ungen, die jedoch
auch da au schließen lassen können, dass be-
sonde s bei de Ansp ache de gesam en Wäh-
le :innenscha sowie de jungen Gene a ion au
Fo mulie ungen geach e wu de, die F auen und
Männe einschließen.
Bei de SPD is de Wechsel on eine zu ande-
en Fo m de G uppenansp ache eben alls deu -
lich sich ba . In ih em Wahlp og amm on 2013
sp ich die SPD beispielsweise noch allein
„Landwi e“ an, in 2017 is on „Landwi innen
und Landwi en“ die Rede, und 2021 nu z die
SPD die inklusi e Fo m „Landwi *innen“.
In diesem Jah s ehen Wahlen zum Eu opapa la-
men und ü die Land age in d ei os deu schen
Bundeslände n an. In Deu schland wie auch in-
e na ional sind ie g ei ende Ve ände ungen
de Pa eienlandscha zu e wa en, o allem
hinsich lich des E olgs ech spopulis ische Pa -
eien. Bei diesen Wahlen s eh alle dings wei
meh au dem Spiel als Symbolpoli ik. Es geh
nich nu um die ( ehlende) Rep äsen a ion be-
s imm e G uppen in Wahlp og ammen. Es geh
da um, wessen In e essen in poli ischen En -
scheidungen wie zum Zuge kommen.
Li e a u
Bußmann, Hadumod/Hellinge , Ma lis: „Engende ing
Female Visibili y in Ge man“. In: Ma lis Hellinge /
Hadumod Bußmann (Hg.): Gende Ac oss Languages.
Volume 3: The Linguis ic Rep esen a ion o Women
and Men. Ams e dam: J. Benjamins 2003, S. 141-175.
Gesellscha ü deu sche Sp ache: Lei linien de
G dS zu den Möglichkei en des Gende ings. Online:
h ps://g ds.de/s andpunk -de -g ds-zu-eine -ge
schlech e ge ech en-sp ache/ (S and 22.02.2024).
Hellinge , Ma lis/Bußmann, Hadumod: „The Linguis ic
Rep esen a ion o Women and Men“. In: Ma lis Hellin-
ge /Hadumod Bußmann (Hg.): Gende Ac oss Langua-
ges. Volume 3: The Linguis ic Rep esen a ion o Wo-
men and Men. Ams e dam: J. Benjamins 2023, S. 1-25.
Robison, Joshua/S ubage , Rune/Thau, Mads/Tilley,
James: „Does Class-Based Campaigning Wo k? How
Wo king Class Appeals A ac and Pola ize Vo e s“.
In: Compa a i e Poli ical S udies, 2021, Jg. 54, H.5, S.
723-752.
De Tex is gemäß de C ea i e-Commons-Lizenz CC BY 4.0 nachnu zba : h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Lisa Zehn e a bei e als wissenscha liche Mi -
a bei e in im Zen um ü Zi ilgesellscha im
Mani es o-P ojek . Sie p omo ie zu populis i-
sche poli ische Kommunika ion an de Hum-
bold -Uni e si ä zu Be lin. lisa.zeh[email p o ec ed]
Fo o: © WZB/Ma ina Sande , alle Rech e o behal en.
42  | Mi eilungen He 183 Mä z 2024