Halle , Heinz
A icle
Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Halle , Heinz (1968) : Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung, K edi und Kapi al,
ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 1, Iss. 4, pp. 367-389,
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung
Von Heinz Halle , Zü ich
I.
Obwohl sich de P ozeß de säkula en P eiss eige ung in de Bundes-
epublik in olge de Rezession s a k e langsam ha — de P eisindex
ü die Lebenshal ung is 1967 nu noch um 1,4 Punk e ges iegen, was
eine p ozen uale Zunahme on e wa 1,24 bedeu e , wäh end 1966 de
Ans ieg 3,5 Punk e be agen ha e1 —, s ell die Siche ung de Geldwe -
s abili ä nach wie o ein wich iges P oblem da . Sei Übe windung de
Rezession ha sich de P eisans ieg zwa noch nich wiede e s ä k 1 (die
zu Beginn des Jah es 1968 einge e ene Indexe höhung dü e wei ge-
hend au die Ums ellung de Umsa zbes eue ung au die Meh we s eue
zu ückzu üh en sein), doch es is nich unwah scheinlich, daß im Zuge des
neuen Wi scha sau schwungs die P eiss eige ungs endenz e neu zu-
nimm .
Im sog. S abili ä sgese z, das 1967 in K a ge e en is 2, is (§1) die
S abili ä des P eisni eaus als eines de gleichzei ig zu be ücksich igenden
Ziele genann , au die die wi scha s- und inanzpoli ischen Maßnahmen
on Bund und Lände n auszu ich en sind. De Bundesbank is du ch das
Bundesbankgese z die Au gabe ges ell , „die Wäh ung zu siche n"3, was
selbs e s ändlich implizie , daß Geldwe s abili ä bzw. S abili ä des
P eisni eaus anzus eben is 4. Nach dem S abili ä sgese z, das eine Reihe
on Handhaben da ü scha , soll nun die Finanzpoli ik die Geldpoli ik
1 s. Mona sbe ich e de Deu schen Bundesbank, Sep embe 1968, S. 100.
2 Gese z zu Fö de ung de S abili ä und des Wachs ums de Wi scha om
8. Juni 1967, BGBl. I, S. 582.
3 Gese z übe die Deu sche Bundesbank om 26. Juli 1957, § 3.
4 Vgl. O. Emminge , Zwanzig Jah e deu sche Geldpoli ik — Rückblick und
Ausblick, Vo ag, gehal en in S u ga am 4. Mä z 1968 (als Manusk ip e -
iel äl ig ). Es heiß do (S. 4), die Bundesbank habe „nie einen Zwei el da an
gelassen, daß sie die S abilisie ung de inne en Kau k a des Geldes als ih e
o nehms e Au gabe ansieh , wenn sich auch die Au gabe de ,Wäh ungssiche-
ung' da in nich e schöp *.
24 K edi und Kapi al 4/1968
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368 Heinz Halle
bei de Bewäl igung de Au gabe, S abili ä des P eisni eaus zu siche n,
un e s ü zen. Es wi d also un e s ell , daß die Geldpoli ik allein hie zu
nich in de Lage is . Das Gese z e wei e zwa auch das Ins umen a-
ium de Geldpoli ik zu es ik i en Beein lussung de Wi scha , in-
dem das po en ielle Rese oi de Bundesbank an „Mobilisie ungspapie-
en" und „Liquidi ä spapie en" ausgewei e 5 und die Möglichkei ge-
scha en wi d, au Vo schlag de Bundesbank in gewissem Um ang eine
es ik i wi kende Geldanlage on Sozial e siche ungs äge n anzuo d-
nen6, doch lieg de Schwe punk ganz eindeu ig bei den inanzpoli ischen
Maßnahmen7.
Ob und inwiewei es nö ig is , daß die Geldpoli ik bei de Bewäl igung
de Au gabe, die Geldwe s abili ä zu siche n, eine Un e s ü zung du ch
die Finanzpoli ik e äh , soll hie nu am Rande e ö e we den. Im
Mi elpunk de olgenden Be ach ungen soll die F age s ehen, ob es
übe haup möglich is , du ch wi scha spoli ische S eue ungsmaßnahmen,
die au eine Beein lussung de Gesam nach age ge ich e sind, des P o-
blems He zu we den, das P eisni eau nich ans eigen zu lassen. Die
Geldpoli ik, die adi ionelle weise die Au gabe ha , die Geldwe s abili-
ä zu siche n, be ach en wi als das p imä e Ins umen zu en sp echen-
den Beein lussung de Gesam nach age, wenden also ih unse e Haup -
au me ksamkei zu; die Finanzpoli ik soll jedoch, sowei es e o de lich
e schein , mi einbezogen we den. Zunächs abe soll in alle Kü ze au
die Mo i e eingegangen we den, die die Geldwe s abili ä als undamen-
ales wi scha spoli isches Ziel e scheinen lassen.
II.
Be ach en wi zunächs die Bedeu ung de Geldwe s abili ä in außen-
wi scha liche Hinsich . Es is kla , daß ein Land, in dem sich das P eis-
ni eau e höh und de „inne e" Geldwe en sp echend sink , bei dem
heu e gegebenen Sys em es e Wechselku se in eine außenwi scha liche
5 S abili ä sgese z, § 29.
6 S abili ä sgese z, § 30.
7 In einem ühe en Gese zen wu is o gesehen gewesen, de Bundesbank
on Fall zu Fall die E mäch igung zu geben, die K edi gewäh ung du ch die
K edi ins i u e zu beg enzen und au diese Weise in „di ek e " Fo m es ik i
zu wi ken. Hä e man dieses Ins umen de K edi beg enzung einge üh , so
wä e zwa das geldpoli ische A senal wei e e s ä k wo den, doch hä e dies
nich s da an geände , daß das S abili ä sgese z übe wiegend ein inanzpoli isches
Gese z is .
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 369
De izi si ua ion ge ä , so e n die ande en Lände keine E höhung de
P eisni eaus au weisen. Geh die P eisen wicklung in allen am in e na io-
nalen Leis ungs ausch be eilig en Lände n pa allel nach oben, so e gib
sich un e dem außenwi scha lichen Gesich spunk keine Mo i ie ung
ü eine Poli ik de Geldwe s abilisie ung. T eib ein Land mi E olg
eine solche Poli ik, wäh end die ande en ih e P eisni eaus ans eigen las-
sen, so s ell sich außenwi scha lich soga ein ungüns ige E ek ein,
nämlich ein Leis ungsübe schuß, de die Abweh des „In la ionsimpo s*
imme schwie ige mach und bedeu e , daß dem Ausland pe manen ein
Teil des Sozialp oduk s zu Ve ügung ges ell wi d. Un e außenwi -
scha liche Be ach ung kann man also nu sagen, daß ein Land nich
„aus de Reihe anzen" da bei seine P eisni eauen wicklung. Nu wenn
alle Lände gleiche maßen au Geldwe s abili ä bedach sind und mi
E olg eine en sp echende Poli ik be eiben, u ein einzelnes Land außen-
wi scha lich das Rich ige, wenn es das Ziel de Geldwe s abilisie ung
e olg . Schwimm es bei in e na ionalem P eisans ieg gegen den S om,
so kann dies nu dami ge ech e ig we den, daß man die binnenwi -
scha lichen Konsequenzen eine P eisni eaus eige ung und Geldwe e -
schlech e ung so nega i beu eil , daß man die außenwi scha lich un-
güns igen E ek e glaub in Kau nehmen zu müssen; ielleich e ho
man nebenbei auch noch, daß die ande en Lände die P eiss eige ung au
die Daue auch nich zulassen, weil sie die binnenwi scha lich nach eili-
gen Wi kungen imme deu liche e kennen und sich auße dem du ch das
gu e Beispiel ans ecken lassen.
Welches sind nun die nach eiligen binnenwi scha lichen Wi kungen
eine bes ändigen P eisni eaus eige ung? Wi e kennen sie, wenn wi uns
die Ta sache o Augen hal en, daß das Geld gleichzei ig Recheneinhei
und We einhei bei de Fixie ung on Geld e bindlichkei en is 8.
Be ach en wi zunächs die Funk ion des Geldes, als Recheneinhei zu
dienen, und die Konsequenzen, die sich aus eine pe manen en P eiss eige-
ung ü die Wi scha s echnung e geben. Ohne eine Recheneinhei , die
eal Ve schiedena iges wi scha lich e gleichba mach , is bekann lich
eine Wi scha s echnung unmöglich. De im Geldp eis ausged ück e We
de Gü e und Leis ungen bilde die G undlage jede wi scha lichen E -
olgs» und Ve mögens echnung. Vo ausse zung ü eine öllig exak e
Rechnung wä e die Un e ände lichkei alle P eise. Man hä e dann nu
die ealen Au wands- und Bes andsg ößen zu e mi eln und käme du ch
8 Vgl. hie zu: H. Halle . Das P oblem de Geldwe s abili ä , S u ga , Be -
lin, Köln, Mainz 1966, S. 57 .
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Mul iplika ion mi den gegebenen P eisen zu den gesuch en We en. Die
Kons anz alle P eise is jedoch nich möglich und auch nich e wünsch ,
weil ja P eisände ungen no wendig sind zu Lenkung des Wi scha s-
p ozesses. Es genüg jedoch ü eine b auchba e Wi scha s echnung,
wenn P eise höhungen und P eissenkungen sich „im Du chschni " aus-
gleichen und das P eisni eau kons an bleib .
S eig das P eisni eau s ändig an, so wi d die Wi scha s echnung o
allem deswegen emp indlich ges ö , weil ü die daue ha en Gü e (P o-
duk ionsanlagen) sowohl bei de Au wands echnung (Kalkula ion de
Absch eibungen) als auch bei de Bes ands echnung imme wiede Neu-
bewe ungen e olgen müssen, wenn die Rechnung ealis isch sein soll.
Geh man bei de Rechnung ü die ganze Lebensdaue de Gü e on den
Anscha ungskos en aus, so gehen zahl eiche P eise un e schiedliche Höhe
in die Rechnung ein, und diese spiegel dami imme wenige die ealen
Au wands- und Bes andsg ößen. Es en s eh eine Misch echnung mi eils
ich igen We en (neubescha e Gü e ) und eils alschen We en (Al -
gü e ), die zu keinem Gesam we üh , de den ealen Ve schleiß und
die ealen Bes andsände ungen e kennen läß . Die bes ändige Neubewe -
ung, die sowohl ü die geschä liche Kalkula ion und Gewinne mi -
lung wie auch ü die Zwecke de Bes eue ung e o de lich wä e, kompli-
zie na ü lich die Rechnung ganz e heblich, und so is es nich e wunde -
lich, daß bishe die „Misch echnung" p ak izie wi d. Je s ä ke die P eis-
s eige ungs endenz, des o agwü dige wi d diese Rechnung. Is die
P eiss eige ung nich seh g oß, so kann de Fehle in de Rechnung hin-
genommen we den. Be ach e man das P eiss eige ungsp oblem nu un e
dem Gesich spunk de Wi scha s echnung zu E mi lung ealis ische
We e ü wi scha lichen Au wand und Sach e mögensbes ände, so kann
man sagen, daß sich keine unlösba en Schwie igkei en e geben, auch nich
bei s a ken P eiss eige ungen. Es i lediglich eine Komplizie ung de
Rechnung ein, die na ü lich einen e höh en Au wand bedeu e . Diese
muß au jeden Fall in Kau genommen we den, wenn die allgemeine
P eiss eige ung ein gewisses Maß übe sch ei e .
Nun is abe in de heu igen K edi wi scha nich nu die E mi lung
on Sach e mögensbes änden und de en Ände ung bedeu sam, sonde n
auch diejenige des Ne o-Ve mögens und de sog. Rese en de Kapi al-
gesellscha en. Den Sach e mögen s ehen Geldschulden und in Geld-
be ägen ixie e Be eiligungen de Ak ionä e usw. gegenübe . Wü de man
die Me hode de imme wiede keh enden Neubewe ung des Sach e mö-
gens bei s ändige P eiss eige ung koppeln mi eine en sp echenden Neu-
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 371
bewe ung de Be eiligungen (diese könn e man auch e meiden, wenn
die Geschä san eile nu au B uch eile des Ne o e mögens lau en wü -
den) und de Geldschulden, so wä e das Sys em konsequen , und es müß-
en dann nu alle We e im Zuge de P eiss eige ung pa allel geände
we den.
Die imme wiede o zunehmende Neubewe ung de länge is igen
Geld e bindlichkei en (bei den ku z is igen wü de sie sich bei mäßigem
P eisans ieg e üb igen) anhand eines allgemeinen P eisindex wü de bedeu-
en, daß die Gläubige (und die An eilseigne mi An eilen, die in Geld
ixie sind) keinen Schwund des Realwe es ih e K edi - und Be eili-
gungs o de ungen hinzunehmen hä en und daß sich en sp echend eine
angemessene, die eale G öße wide spiegelnde Be echnung de Ne o-Ve -
mögen e gäbe. Fü die Gläubige wü de wei e die Konsequenz esul ie-
en, daß die En schädigungen ü die on ihnen be ei ges ell en Ve -
mögensnu zungen, die Zins- und Di idendenzahlungen, mi de Geld-
en we ung au oma isch s eigen wü den und dami eal eben alls unge-
schmäle e hal en blieben. Es is kla , daß in einem solchen Sys em eine
glei enden, an Indexklauseln gebundenen Wi scha s echnung auch alle
länge is igen Leis ungs e äge, insbesonde e also die A bei s e äge,
mi Indexklauseln zu Kompensa ion de Gelden we ung e sehen sein
müß en. Theo e isch is eine „wi scha liche Indexwel " denkba , alle -
dings müß e e lang we den, daß sie öllig konsequen ges al e wä e
und keine Inseln mi es en Geldwe en au weisen dü e, die Unge ech-
igkei en scha en wü den. Technisch wä e diese Wel mi auße o den li-
chen Schwie igkei en beha e , weil bei allen länge is igen K edi - und
sons igen Ve ägen häu ige Neube echnungen de Ve bindlichkei en e -
mögensmäßige und sons ige A e o de lich wä en. Die Schwie igkei en
eine „glei enden" Rechnung wä en, wenn diese auch au die Geld e -
bindlichkei en ausgedehn wü de, was wie gesag unbeding zu e langen
wä e, so g oß, daß man sie schon aus echnischen G ünden wi d ablehnen
müssen.
Wenn man bis heu e an de s a en Rechnung es gehal en und insbe-
sonde e keine Ko ek u en bei den Geld e bindlichkei en zugelassen ha ,
so ha dies jedoch noch ande e G ünde. Mi de Ve p lich ung, daß
Geld e bindlichkei en in Wäh ungseinhei en auszud ücken sind, und de
Ano dnung, daß mi dem gese zlichen Zahlungsmi el jede so ixie e
Geldschuld beglichen we den kann, woll e man einen es en We maßs ab
ü alle inanziellen Ve p lich ungen scha en. Solange de G undsa z
„Ma k gleich Ma k" gil , e en keine lei ju is ische P obleme hinsich lich
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de Höhe on Geld e bindlichkei en au . Wi d jedoch eine Ko ek u des
u sp ünglichen Be ages eine Geld e bindlichkei zugelassen, so s ell sich
eine Vielzahl on F agen, de en man nu seh schwe He we den kann.
Es muß ein e bindliche Index lau end be echne und e ö en lich
we den, es muß es geleg we den, on welchem G ad de Indexände-
ung ab Ko ek u en ges a e sind, welche Zei en sei de En s ehung de
Geld e bindlichkei e s ichen sein müssen, bis die Ände ung o genom-
men we den kann, Ve bindlichkei en welche F is en ko ek u ähig sind,
we die Ko ek u o zunehmen ha , wie sie übe p ü wi d, usw. Die
kla e und ein ache Regel is also e lassen, alles wi d komplizie und
p oblema isch. Es leuch e so ein, daß man da o zu ücksch eck , die es e
O dnung au zugeben und indexgebundene Ko ek u en on Geld e bind-
lichkei en und - o de ungen zuzulassen.
Finde nun o z diese Bindung eine s ändige Gelden we ung s a , so
e gib sich die wohlbekann e Folge, daß die Gläubige einen Schwund des
ealen We es ih es Geld e mögens und — so e n de Geldbe ag de
en sp echenden Ve mögense äge (Zinsen, Di idenden) meh ode weni-
ge ixie is — ih e Ve mögenseinkommen hinzunehmen haben. Bei
den Ve mögenseinkommen mag eine gewisse Ko ek u dadu ch zus ande
kommen, daß die Geldbe äge sich als Folge de Gelden we ung e höhen
(höhe e Zinssä ze und Di idendenzahlungen), doch is dies im Einzel all
unsiche und auße dem wi d dadu ch de Gläubige nich da o bewah ,
bei Au lösung seines Geld e mögens zuguns en des Konsums einen e -
minde en ealen Gegenwe zu e hal en. Es we den also alle diejenigen
je länge je meh geschädig , die Geld e mögen gebilde haben zu Al e s-
o so ge und nach Ausscheiden aus dem E we bsleben au Zinseinkom-
men und Ve mögens e zeh angewiesen sind. De eiwilligen Al e s o -
so ge in diese Fo m wi d ein schwe e Schlag e se z . Die en sp echen-
den Gewinne bei diese du ch die Gelden we ung zus ande kommenden
Um e eilung sind die Schuldne , seien es Un e nehme , seien es Bau-
he en, de en Schuldbe äge in ih em ealen We lau end abnehmen.
Wenn sie Schulden zu ückzahlen, so können sie dies in de Regel mi
ih em pa allel zu P eiss eige ung ausgewei e en Einkommen e häl nis-
mäßig leich un. Ih Ne o-Ve mögen wi d bei ixie e Höhe de Geld-
schulden zwa zu hoch ausgewiesen bei „Misch echnung" ü das Real-
e mögen, doch wi d die da aus esul ie ende höhe e Bes eue ung, wenn
sie übe haup au i bei den güns igen Absch eibungsmöglichkei en, die
in de Regel ausgenu z we den können, wei übe kompensie du ch die
En las ung au de Schuldensei e.
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 373
Wenn nun aus den da geleg en G ünden an de Un e ände lichkei de
Geld e bindlichkei en es gehal en wi d, so e gib sich angesich s de
au oma ischen Um e eilungs o gänge mi ih en Unge ech igkei en, die
sich bei s ändige P eiss eige ung eins ellen, eindeu ig die Fo de ung,
P eiss eige ungen in engen G enzen zu hal en und nach Möglichkei ganz
zu e meiden. Gelden we ungen on einigen P ozen p o Jah müssen
be ei s als une äglich be ach e we den, weil sie die Kapi al en ne in
10 bis 20 Jah en wei gehend en eignen. Man kann eine solche P eiss eige-
ung nu hinnehmen, wenn die Wi scha s echnung geände und zu eine
konsequen en Index echnung übe gegangen wi d. De S aa kann nich
eine s a e Rechnung nach dem G undsa z „Ma k gleich Ma k" e langen
und dabei den Geldwe s ändig in e heblichem Maße absinken lassen.
Beides is mi einande nich e einba , denn de S aa da sich keine
o ensich lichen Unge ech igkei en g a ie ende A zu Schulden kommen
lassen, indem e Vo sch i en e läß und nich da ü so g , daß diejenigen
Bedingungen gegeben sind, die ein Einhal en de Vo sch i en ohne Be-
nach eiligung bes imm e G uppen on Einkommensemp änge n möglich
machen. Wenn an de s a en Rechnung es gehal en wi d, so muß auch
ü wei gehende S abili ä des P eisni eaus und des Geldwe es geso g
we den.
Es sei hie noch angeme k , daß auch bei einem s ändigen Absinken des
P eisni eaus und eine en sp echenden E höhung des Geldwe es die glei-
che P oblema ik, jedoch mi umgekeh em Vo zeichen, au i . In diesem
Fall we den bei s a e Rechnung die Schuldne geschädig und die Gläu-
bige be o zug . Man müß e auch hie bei s ä ke em Ausmaß de Geld-
we s eige ung eine konsequen e Index echnung e langen zu Ve mei-
dung de Unge ech igkei en, die hie auch noch dazu üh en wü den, daß
die In es i ionsbe ei scha de Un e nehme schwe beein äch ig wü de
und eine wi scha liche S agna ion ode ga Dep ession kaum e mieden
we den könn e. Häl man an de s a en Rechnung es , so e gib sich
wiede um die Konsequenz, eine Geldwe ände ung nich ode allen alls
in ganz ge ingem Um ang zuzulassen. Uns in e essie hie jedoch nu de
heu e ak uelle Fall de P eiss eige ung und Geldwe minde ung.
III.
Wenden wi uns nun nach de Beg ündung de Zielse zung, den Geld-
we s abil zu hal en, unse e eigen lichen F age zu und p ü en wi , in-
wiewei die Geldpoli ik mi ih e Möglichkei , Ein luß zu nehmen au
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die Höhe de Gesam nach age, in de Lage is , ü Geldwe s abili ä
zu so gen.
In de ganzen beschä igungs heo e ischen Diskussion ha man da au
abgehoben, daß die Gesam nach age ohne p eiss eige nde Wi kung so
wei ausgedehn we den könne, bis Vollbeschä igung he ges ell sei und
dami die P oduk ionsmöglichkei en de Wi scha oll genu z wü den.
Fü die bei Vollbeschä igung wachsende Wi scha könn e man en -
sp echend sagen, die Gesam nach age könne man ohne P eiss eige ung
so wei zunehmen lassen, daß sie ge ade jeweils dem in olge de Ve -
g öße ung de P oduk ionskapazi ä und e l. de A bei smenge (bei
wachsende Be ölke ung) s eigenden Vollbeschä igungssozialp oduk en -
sp eche. Lasse man sie s ä ke ans eigen, so wü den die P eise on de
Nach age he in die Höhe ge ieben (nach agebeding e in la ionis ische
P eiss eige ung).
Wäh end die Aussage übe die „p eisneu ale" Dosie ung de Gesam -
nach age im Rahmen de Beschä igungs heo ie im wesen lichen ich ig
is , weil die Ausdehnung de P oduk ion im Wi scha sau schwung
du ch Wiede eingliede ung de A bei sk ä e zus ande komm und o
E eichen de Vollbeschä igung die Lohnsä ze und dami die Lohnkos en
kaum s eigen und auch die Un e nehme keinen Anlaß haben, die Ge-
winnzuschläge zu e höhen, is in de bei Vollbeschä igung wachsenden
Wi scha die Lage komplizie e , so daß keine so ein ache Aussage ge-
mach we den kann. Die Ve g öße ung de Einkommen de A bei nehme
wi d hie ( o wiegend) du ch Lohne höhungen bewi k und es e gib sich
du ch diese nu dann keine E höhung de Lohnkos en, wenn sie nich
übe die Ve g öße ung de A bei sp oduk i i ä , des P oduk ionse a-
ges je A bei seinhei , hinausgehen. S eigen die Löhne s ä ke an und
gleichen die Un e nehme die höhe en Lohnkos en nich aus du ch eine
en sp echende Ve minde ung ih e Gewinnzuschläge, so e eue sich
das Vollbeschä igungssozialp oduk . Es komm zu eine kos enbeding-
en P eiss eige ung, eine P eiss eige ung also, die nich du ch eine Übe -
dosie ung de Gesam nach age ausgelös is . Es is genausogu denkba ,
daß bei kons an en Lohnkos en eine on de Angebo ssei e he üh ende
P eiss eige ung dadu ch ein i , daß die Un e nehme ih e Gewinn-
spannen e höhen.
Wenn die Un e nehme höhe e P eise e langen, sei es als Folge e -
höh e Lohnkos en ode aus ande en G ünden, so muß, wenn das Voll-
beschä igungssozialp oduk abgenommen we den soll, die Gesam nach-
age so wei e höh we den, daß ih Be ag dem e eue en Sozial-
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 381
kos en e höh haben, auch eine Kompensa ion diese E höhung. Die Te -
mine ü den Abschluß neue Ta i e äge s euen un egelmäßig, es
komm abe zu gewissen Zei en zu eine Häu ung, zu „Lohnanpassungs-
wellen". Au den e s en Blick ha es den Anschein, als ob es hinsich lich
de en s ehenden Wi kungen gleichgül ig sei, ob eine Lohne höhung kon-
inuie lich in allen Be eichen de Wi scha ode so o genommen we de,
daß imme ein Be eich (eine Gewe kscha ) am Zuge is . In beiden Fäl-
len is ja, wenn bei de „Reih-um"-Me hode die Te mine gleichmäßig
e eil sind, eine kon inuie liche Lohns eige ung gegeben. Bei nähe em
Zusehen zeig sich jedoch ein seh bedeu same Un e schied.
Bei kon inuie liche Lohne höhung we den die A bei nehme lau end
am Meh e ag de P oduk ion be eilig , wäh end bei spo adische He -
au se zung de Löhne in den einzelnen B anchen ü länge e Zei äume
de zusä zliche P oduk ionse ag den Un e nehmen zu äll , weil ja die
Lohnzahlungen, so e n nu die Ta i löhne bezahl we den, kons an blei-
ben. Es is dami zu echnen, daß die in olge de „zu ückbleibenden"
Lohnzahlungen en s ehenden Gewinne in es ie we den. Komm es nun
nach Ablau des Ta i abkommens, nehmen wi beispielsweise an nach
eine einjäh igen Lau zei , zu eine Lohne höhung, so is zu e wa en,
daß die Un e nehmen die e eich e Höhe de In es i ionsausgaben bei-
behal en wollen und nich mi diesen in dem Um ang zu ückgehen, wie
sie nun zusä zliche Löhne zu zahlen haben. Die zusä zlichen Lohnzah-
lungen we den also mi K edi inanzie und nich aus dem „Gewinn-
pols e ". Die P eise we den im Um ang de zusä zlichen Lohnzahlungen
e höh , so daß de Gewinn p o P oduk einhei e hal en bleib . Es is
soga nich ausgeschlossen, daß de o de Lohne höhung e eich e e -
g öße e p ozen uale Gewinnzuschlag, an den man sich gewöhn ha ,
beibehal en wi d und daß die P eise höhung en sp echend g öße is .
Na ü lich b auch nich so e ah en zu we den, doch die Tendenz dazu
is o handen. Dies is dagegen nich de Fall, wenn übe all die Löhne
kon inuie lich angehoben we den. Die Un e nehmen sammeln hie keine
zusä zlichen Gewinne an au Kos en de zu ückbleibenden Löhne, die sie
dann zu hal en e suchen. Sie haben lau end zusä zliche Lohnzahlungen
o zunehmen. En sp echen diese dem zusä zlichen P oduk ionse ag, so
e g öße n sich die Gewinnspannen nich .
En scheidend is nun bei de heu e p ak izie en Me hode wei e , an
welche P oduk i i ä sen wicklung sich die Gewe kscha en bei ih en
Lohne höhungs o de ungen o ien ie en. Es dü e wei gehend so sein,
daß die A bei nehme in den B anchen mi s ä ks em P oduk i i ä san-
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382 Heinz Halle
s ieg eine O ien ie ung an de B anchenp oduk i i ä sen wicklung o -
nehmen und daß diejenigen in den üb igen B anchen zumindes die du ch-
schni liche P oduk i i ä sen wicklung zug unde legen. Dieses Ve hal en
is oll e s ändlich. Die A bei nehme in den gu si uie en B anchen
wissen, daß do die Lohnkos en besonde s s a k allen, ohne daß es zu
eine P eissenkung komm ( on Einzel ällen abgesehen), und es is ihnen
kla , daß sich un e diesen Bedingungen die Gewinnsi ua ion de Un e -
nehmungen auch dann nich e schlech e , wenn sie eine E höhung de
Löhne im ollen Um ang des B anchenp oduk i i ä s o sch i s e hal-
en. Die A bei nehme in den zu ückhängenden B anchen we den e lan-
gen, daß ih Lohnans ieg wenigs ens de du chschni lichen P oduk i i-
ä se höhung en sp ich . Ein Zu ückbleiben wü den sie als unge ech und
une äglich emp inden. Die mi le en G uppen we den sich nich ohne
wei e es mi eine mi le en Zunahme begnügen, sonde n den Blick nach
oben ich en und möglichs nich zulassen wollen, daß de e mu lich
schon o handene Lohnabs and sich wei e e g öße . Insgesam wi d
die Tendenz sein, die Lohndi e enzie ung nich wei e zunehmen zu
lassen, das bedeu e abe , daß alle Lohne höhungen zu einem gewissen
G ad au die „Sch i mache " in den begüns ig en B anchen hino ien ie
sein we den. Es is kla , daß sich hie bei die unausweichliche Folge e -
gib , daß die P eise, zumindes im un e en Be eich de B anchenskala,
s eigen. De so bewi k e P eisans ieg komm zu dem hinzu, de sich aus
dem besch iebenen E ek de „Reih-um"-Lohne höhung e gib .
Soll man nun o dem „kos enbeding en" P eiss eige ungsp oblem
esignie en, wenn die heu e p ak izie e Fo m de Lohnanpassung in de
wachsenden Wi scha die P eiss eige ung meh ode wenige un e -
meidlich mach und die heo e isch möglichen Fo men eine „p eisneu-
alen" Lohnanpassung mi de Ma k wi scha , in de die Löhne au
G und eie Ta i e äge de A bei sma k pa eien zus ande kommen,
nich e einba sind und auch noch ande e Schwie igkei en wegen nich
p ak ikabel e scheinen? Von de einen de beiden heo e isch in F age
kommenden Me hoden „p eisneu ale " Lohnanpassung, nämlich de jeni-
gen mi kon inuie liche Lohnanpassung an die du chschni liche En wick-
lung de A bei sp oduk i i ä , haben wi gesag , daß sie unk ions ähig
gemach we den könn e, wenn es gelänge, die P eiss a hei nach un en
zu übe winden. Abe abgesehen on diesem be äch lichen P oblem
müß e o ausgese z we den, daß die Gewe kscha en au die indi idu-
elle Ausnu zung de Ta i au onomie e zich en und sich be ei e klä en
wü den, eine globalen, „au oma ischen" Regelung de Lohne höhungen
zuzus immen. Ein solches Be ei inden wä e nich gleichbedeu end mi
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 383
dem Ve zich au die Ta i au onomie, sonde n wä e dahin zu in e p e-
ie en, daß man im In e esse des Ganzen eine ü alle gül ige Regel an-
wende beim P ak izie en de Ta i au onomie. Man wü de eine ei-
willige Koo dinie ung de Ta i e einba ungen o nehmen. Die Ta i -
e äge müß en alle so lau en, daß die Löhne in bes imm en Abs änden,
beispielsweise ie eljäh lich, en sp echend dem le z en am lichen ge-
sam wi scha lichen P oduk i i ä sindex anzuheben sind. Besonde e Ko -
ek u en de Ta i e (de „Ta i basis") wä en dabei selbs e s ändlich
nich ausgeschlossen. Doch dü e es sich dabei nu um Be ich igungen de
Lohndi e enzie ung (Lohnskala), nich um wachs umsbeding e Lohnan-
hebungen handeln. Diese wü den ja du ch den in die Ta i e äge ein-
gebau en Anpassungsmechanismus he beige üh . Sonde ände ungen zu
Be einigung de Lohnskala soll en einen sel enen Ausnahme all bilden,
ü den eine eingehende und de Ö en lichkei o zulegende Beg ün-
dung zu e langen wä e. Die Lohnskala wü de zweckmäßige weise „in
O dnung geb ach ", be o das Sys em de au oma ischen p oduk i i ä s-
gekoppel en Lohnanpassung in K a gese z wü de. Wü den spä e häu-
ige Ko ek u en diese A e olgen, so wä e na ü lich die P eiss abili-
ä nich gewäh leis e .
Die ins i u ionelle Vo ausse zung ü das Ingangb ingen eines solchen
Sys ems „koo dinie e Lohnanpassung" wä e de Abschluß eines „Ko-
o dinie ungsabkommens", dem säm liche Gewe kscha en und A bei -
gebe e bände beizu e en hä en. Wü den sich einige Ve bände beisei e
hal en und wei e hin ih e eigene Lohnpoli ik eiben nach de bishe
p ak izie en Me hode, so wü de das Sys em nich unk ionie en. Ko-
o dinie ung e lang Ein ügung alle in den gemeinsamen Plan. Die
Ini ia i e müß e bei den Koo dinie ungsbemühungen on den Spi zen-
e bänden ausgehen. Hie bei könn e de S aa selbs e s ändlich Hil e-
s ellung leis en, wo au noch zu ückzukommen sein wi d.
Besonde e Schwie igkei en mach nun, wie be ei s be on , die P eis-
anpassung nach un en, die e o de lich wä e bei den B anchen mi übe -
du chschni lichem Anwachsen de A bei sp oduk i i ä , wenn eine all-
gemeine P eiss eige ung e mieden we den soll e. Wäh end Ta i e äge
on Ve bänden e einba we den und dann ü die Mi gliede (und
p ak isch auch ü die Nich o ganisie en in den be e enden Be eichen)
gel en, is die P eis es se zung Sache de einzelnen Un e nehmen, die
hie in au onom sind in de Ma k wi scha . An sich soll e die Konku -
enz bei sinkenden Kos en eine P eissenkung e zwingen. Bei de heu e
gegebenen oligopolis ischen und „monopoloiden" Ma k s uk u de wich-
igs en Wi scha sbe eiche gib es nu meh wenig P eiskonku enz, so
25 K edi und Kapi al 4/1968
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384 Heinz Halle
daß mi eine en sp echenden Wi kung des Ma k mechanismus nich zu
echnen is . Man könn e sich nun o s ellen, daß die A bei gebe e bände,
wenn es da um geh , daß mi den Gewe kscha en eine „koo dinie e
Lohnanpassungspoli ik" e einba wi d, sich be ei e klä en, ih e Mi -
gliede dazu anzuhal en, die zu diesem Sys em gehö enden, ü sein
Funk ionie en unabdingba en P eissenkungen (in Anpassung an die al-
lenden Lohnkos en) o zunehmen. Ohne eine solche Zusiche ung dü e
ein Mi machen de Gewe kscha en wohl kaum e eichba sein, weil diese
sich sons sagen wü den, daß ih e „Lohndisziplin" ein e gebliches Zu-
ges ändnis da s elle. Ob abe die Un e nehme e bände a sächlich in de
Lage sind, ih e Mi gliede zu einem en sp echenden Ve hal en zu bewe-
gen, is na ü lich eine o ene F age. Wü de diesen de Sinn de ganzen
Me hode und die Bedeu ung de P eissenkungen ü ih Gelingen ein-
d inglich kla gemach und wü den sie e ne da au hingewiesen, daß
bei Nich -Funk ionie en de „kompensa o ischen" P eissenkung das Sy-
s em bald zusammenb echen und die Ve einba ung on den Gewe kscha -
en au gekündig wü de, so dü e es alle dings nich ausgeschlossen sein,
auch die be e enden Un e nehmen dazu zu b ingen, daß sie die ihnen
zugedach e Rolle im Ganzen spielen und die adäqua en P eissenkungen
a sächlich o nehmen. En scheidend wi d iel ach sein, daß man den
P eis üh e eine oligopolis isch s uk u ie en B anche zu einem en -
sp echenden Ve hal en beweg , die kleine en Un e nehmen we den dann
meh ode wenige mi machen.
So könn e man sich jeden alls eine eihei liche Lösung, eine Lösung
ohne s aa lichen Zwang, de mi de Ma k wi scha nich e einba
is , o s ellen. Das Sys em, seine Funk ionsweise und seine Bedingungen
müß en on allen Gewe kscha en und A bei nehme e bänden gemein-
sam disku ie und in allen Einzelhei en geklä we den. Alle müß en
da on übe zeug we den, daß mi seine Hil e eine „p eisneu ale" Lohn-
anpassung e wi klich we den könn e. Nun ühlen sich alle dings, und
dami kommen wi zu einem wei e en wich igen Punk , die Ve bände
des A bei sma k s und die Un e nehmen nich e an wo lich ü die
P eiss abilisie ung. Sie e olgen egois ische In e essen, und sie sind ja
auch nich die Geschädig en, wenn eine Gelden we ung au i , die
Un e nehme als Schuldne sowieso nich und die A bei nehme deswegen
nich , weil in den Ta i e höhungen auch imme gleich P eise höhungs-
zuschläge, wenn auch nich explizi e wähn , en hal en sind. Ve an wo -
lich ü die P eiss abilisie ung is allein de S aa , weil e den G undsa z
„Ma k gleich Ma k" au ges ell ha , de Schuld ha an den Um e ei-
lungs o gängen zuunguns en de Kapi al en ne . Auße dem ha de S aa
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 385
da ü zu so gen, daß keine o ensich lichen wi scha lichen Unge ech ig-
kei en au e en, ganz besonde s abe nich solche, die du ch eine on
ihm e üg e Ano dnung bewi k sind. Es is also Au gabe des S aa es,
au ein Ve hal en de jenigen G uppen, au die es ankomm , zu d ängen,
das die P eiss abilisie ung möglich mach .
Wenn die globalen S eue ungsins umen e, übe die die s aa lichen In-
s anzen e ügen, nich aus eichen, um die Geldwe s abili ä zu siche n,
und das is , wie wi gesehen haben, de Fall, so muß de S aa sich be-
mühen, ohne Besei igung de in de Ma k wi scha gewäh en F eihei-
en, die En scheidungen de p i a en Wi scha sg uppen und -einhei en
in die e o de liche Rich ung zu lenken. De S aa muß also, wenn on
den A bei sma k pa eien keine en sp echende Ini ia i e ausgeh , e -
suchen, diese ü die P eiss abilisie ung so en scheidenden Wi scha s e -
bände dazu zu bewegen, eine eiwillige Koo dinie ung o zunehmen
und eine Ve einba ung de da geleg en A zu schließen. Die He ausgabe
on Lohn ich linien, die das Maß de Ta i e höhungen abs ecken sollen,
und ähnliche Maßnahmen liegen zwa in de ich igen Rich ung, abe sie
genügen nich . Wenn de S aa E olg haben will bei eine solchen Be-
mühung, so muß e selbs be ei sein, sein Ve hal en bes imm en No men
zu un e we en und den Wi scha sg uppen, on denen e Eino dnung
in ein koo dinie es Sys em e lang , seine sei s Zusiche ungen machen,
daß e bei seinen Maßnahmen alles un wi d, dami das ges eck e Ziel
e eich wi d. Die Zusiche ungen müssen sich da au beziehen, daß bei
de S eue ung de Gesam nach age s eng da au geach e wi d, daß
nach Ausschal ung de P eiss eige ungs endenzen on de Angebo ssei e
he keine P eisau iebs endenzen on de Nach agesei e he en s ehen,
daß also ein Anwachsen de Gesam nach age übe das Gesam angebo
hinaus e mieden wi d.
Bei den Gesp ächen, die zu eine Ve einba ung übe eine „p eisneu-
ale" koo dinie e Lohnanpassung üh en sollen, müssen also au jeden
Fall die ü die „S abili ä spoli ik" zus ändigen Minis e ien, o allem
das Finanzminis e ium, das übe einen di ek au die Gesam nach age
wi kenden Hebel e üg , be eilig sein, und ebenso na ü lich die Zen al-
bank als diejenige S elle, die übe die geldpoli ischen Maßnahmen a-
di ionsgemäß die Funk ion de Gesam nach age egulie ung inneha . Im
S abili ä sgese z is bes imm 10, daß bei Ge äh dung eines de wi scha s-
poli ischen Ziele, die nach diesem Gese z gleichzei ig anzus eben sind und
zu denen die S abili ä des P eisni eaus gehö , die Bundes egie ung
10 S abili ä sgese z, § 3.
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386 Heinz Halle
„O ien ie ungsda en ü ein gleichzei iges au einande abges imm es Ve -
hal en (konze ie e Ak ion) de Gebie skö pe scha en, Gewe kscha en
und Un e nehmens e bände" zu Ve ügung zu s ellen ha . Im Rahmen
diese „konze ie en Ak ion" inden on Zei zu Zei Gesp äche s a ,
an denen diejenigen S ellen und Wi scha sg uppen be eilig sind, au
de en Ve hal en es bei de P eiss abilisie ung ankomm 11. In de Bundes-
epublik is du ch sie ein Gesp ächs o um gescha en, in dessen Schöße
eine koo dinie e Lohnanpassung zu Siche ung de P eiss abili ä disku-
ie und e einba we den könn e. Wie schon e wähn , genüg es nich ,
wenn die Regie ung zum Maßhal en bei Lohn o de ungen au o de und
Rich we e angib , in de en Rahmen sich die Lohne höhungen hal en
sollen. No wendig wä e es, das gesam e Sys em umzus ellen, und da ü
wä e die e s e Vo ausse zung, die Bedeu ung de au oma ischen p oduk-
i i ä so ien ie en Lohnanpassung zu e läu e n und da zulegen, welches
Ve hal en on den be eilig en G uppen e lang we den muß, wenn
diese Anpassung „p eisneu al" e olgen soll. Besonde s wich ig wä e
es, on den Un e nehmens e bänden die Zusiche ung zu e wi ken, daß
sie ih e Mi gliede in den B anchen mi übe du chschni lichem P oduk-
i i ä sans ieg dazu anhal en, bei sinkenden Lohnkos en P eissenkungen
o zunehmen, die unen beh lich sind, dami die un e meidlichen P eis-
e höhungen ausgeglichen we den.
Geling es, eine koo dinie e Lohnpoli ik in Fo m de au oma ischen
p oduk i i ä so ien ie en Lohnanpassung zu scha en, so wi d die Geld-
poli ik aus ih em Dilemma be ei , aus dem Dilemma, das da in be-
s eh , daß die Geldpoli ik die Ge ah de A bei slosigkei he au beschwö-
en muß, wenn sie bei P eiss eige ungen, die du ch eine unkoo dinie e
Lohnpoli ik, wie sie bishe p ak izie wi d, bewi k sind, zu es ik i en
Maßnahmen g ei en muß. Die Geldpoli ik is dann nich meh gezwun-
gen, wenn sie A bei slosigkei e meiden will, gu e Miene zu machen
und zuzulassen, daß das e eue e Sozialp oduk in olle Höhe, also
ohne Absa z ückgang, on de Gesam nach age au genommen wi d.
Komm es nich meh zu eine Ve eue ung des Sozialp oduk s, so kann
die Geldpoli ik mi gu em Gewissen die Gesam nach age in dem Um-
ang ans eigen lassen, daß das Gesam angebo bei Vollbeschä igung ab-
gese z wi d. Sie muß dann nu da au ach en, daß die Gesam nach age
nich zu g oß wi d, daß also on de Nach agesei e he kein P eisau ieb
he beige üh wi d. Ih e Au gabe is dami wiede kla und eindeu ig
11 s. hie zu: O.
Schlech ,
Konzen ie e Ak ion als Ins umen de Wi scha s-
poli ik, Wal e Eucken Ins i u , Vo äge und Au sä ze 21, Tübingen 1968.
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 387
gegeben. Die Bewäl igung diese Au gabe is dann noch imme schwie ig
genug. Es komm insbesonde e da au an, die In es i ionsausgaben de
Un e nehmen nich übe das Maß hinaus ans eigen zu lassen, das, wenn
wi on den s aa lichen Ausgaben absehen, on dem Spiel aum abges eck
is , den de Konsum bei Vollbeschä igungsnach age om Sozialp oduk
nich beansp uch . S eigen die Löhne pa allel zum Sozialp oduk und is
die Konsumquo e kons an , so is auch de An eil de p i a en In es i io-
nen ixie . Geh die Konsumquo e lang is ig e was zu ück, so kann
und muß de An eil de p i a en In es i ionen en sp echend ausgewei e
we den.
Es is nun alle dings möglich, daß die In es i ionsbe ei scha de Un-
e nehmen bei P ak izie ung eine koo dinie en Lohnpoli ik deswegen
gedämp is , weil die Vo eile, die sich bei s eigendem P eisni eau ü
die Un e nehmen als Gläubige und als Lohnzahle e geben, nich meh
au e en und das an egende „T eibhausklima", das sich bei s eigenden
P eisen eins ell , weg äll . Die Si ua ion is „ eelle " und „nüch e ne "
und dies mag e was dämp end au die In es i ionsbe ei scha einwi -
ken. In diesem Fall is die Au gabe de Geldpoli ik, so zu wi ken, daß
die Un e nehmen wiede e was ange eg we den und ein Zu ückbleiben
de angemessenen In es i ionsnach age e mieden wi d. Eine an egende
Beein lussung de In es i ionsnach age is nun abe ü die Geldpoli ik
eine e was schwie ige Sache. Diskon senkungen und sons ige Maßnahmen,
die den K edi e billigen sollen, sind hie iel ach wenig wi kungs oll.
Es mag sein, daß in eine solchen Lage die Finanzpoli ik, zumindes on
Zei zu Zei , hel end eing ei en muß. Diese is es imme möglich, eine
„Au üllung" de Gesam nach age o zunehmen. Am ein achs en e -
eich sie dies dadu ch, daß sie ohne S eue e höhung, also e mi els K e-
di inanzie ung, die S aa sausgaben e höh . Wi d eine E höhung de
„S aa swi scha squo e", auch o übe gehend, ü unangemessen gehal-
en, so kann die Finanzpoli ik bei Au ech e hal ung de S aa sausgaben
die S eue n senken, wodu ch mi Siche hei , wenn auch nich in genau
o auszusehendem Ausmaß, die p i a e Konsum- und In es i ionsnach-
age ges eige wi d. Es is also wohl auch hie e o de lich, daß die
Geld- und Finanzpoli ik Hand in Hand die Gesam nach age so beein-
lussen, daß sie pa allel zum Vollbeschä igungsangebo — bei meh ode
wenige kons an em P eisni eau — anwächs . T e en keine „E müdungs-
e scheinungen" bei de In es i ionsnach age au und e gib sich, wenig-
s ens zei weilig, die Ge ah eine zu schnellen In es i ionsauswei ung, so
muß u. U., wie oben schon ausge üh , die Finanzpoli ik die Geldpoli ik
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388 Heinz Halle
bei ih en Bemühungen, die Gesam nach age zu ückzuhal en, un e s ü -
zen, wozu sie eben alls bes ens in de Lage is .
Soll e es nich gelingen, eine Ve einba ung de A bei sma k pa eien
übe eine koo dinie e Lohnpoli ik und die in wesen lichen Be eichen de
Wi scha dazugehö ende P eissenkungspoli ik zu e eichen, so is das
P eiss eige ungsp oblem bes en alls un e Inkau nahme länge e und s ä -
ke e A bei slosigkei , und auch dann nich mi Siche hei , zu lösen. Wü -
de de S aa zu Zwangsmaßnahmen g ei en und eine bes imm e Fo m de
Lohnanpassung und de P eis eak ion o sch eiben, so wü den en schei-
dende Elemen e de Ma k wi scha au gegeben. Mein es de S aa
e ns mi dem P eiss abilisie ungsziel und will e Wachs ums e lus e und
A bei slosigkei e meiden, so soll e e sich u. E. solange da um bemühen,
eine eiwillige Koo dinie ung mi en sp echenden Ve hal enszusagen zu
e eichen, bis sich de E olg eins ell . Imme wiede wä e dann da zu-
legen, wa um P eiss abili ä ein undamen ales wi scha spoli isches Ziel
da s ell , welche Folgen sich e geben, wenn man mi den globalen S eue-
ungsmi eln de Geld- und Finanzpoli ik gegen angebo ssei ig beding e
P eiss eige ungen o geh , und schließlich, welche Ve an wo ung die
wi scha lichen G uppen und Ve bände und ih e Mi gliede in de ihnen
zuges andenen F eihei agen. Die Auswi kung eie En scheidung da
nich wegen s a e Regeln, die de S aa aus echnischen und ju is ischen
G ünden au ech e hal en muß, um eine unk ions ähige Wi scha s-
und Geld echnung zu siche n, zu au oma ischen Um e eilungsp ozessen
zuunguns en bes imm e G uppen de Volkswi scha üh en. Wü de
ohne die besch iebenen Ve einba ungen e ns ha gegen die P eiss eige-
ung o gegangen, so wä en jene G uppen benach eilig , die eine Lösung
des P eiss eige ungsp oblems du ch Ve einba ung eine koo dinie en
Lohnanpassung e möglichen könn en. De S aa besi z also ein Mi el,
um den A bei sma k pa eien zu demons ie en, welche Nach eile sie in
Kau nehmen müssen, wenn e e ns ha bemüh is , ü P eiss abilisie-
ung zu so gen und keine Hil e bekomm du ch die Ve einba ung eine
koo dinie en Lohnanpassung. E muß nu , die einzige ihm e bleibende
Möglichkei , du ch es ik i e Geldpoli ik und, alls e o de lich, zusä z-
lich du ch es ik i e Finanzpoli ik, jenen „Gegend uck" zu P eise hö-
hung scha en, de dann übe die Einsch änkung de Absa zmöglichkei en
und A bei slosigkei „mechanisch" die P eiss abili ä e zwingen soll. Die
Folgen we den sowohl ü die Un e nehme wie ü die A bei nehme
höchs unliebsam sein. Sind sie einge e en, so is es wah scheinlich, daß
die A bei sma k pa eien ehe geneig sind, Ve einba ungen übe eine
„p eisneu ale" Me hode de Lohnanpassung zuzus immen.
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Geldpoli ik und Geldwe s abilisie ung 389
So be ach e , ha die es ik i e Geld- (und Finanzpoli ik ü die
P eiss abilisie ung ih en gu en Sinn. Abe sie s ell ein zu g obes Mi el
da , bei dessen Anwendung ande e wich ige wi scha spoli ische Ziele
ge äh de we den. Selbs wenn es geling , nach einige Zei du ch diesen
Gegend uck die P eiss eige ung zu un e binden, so wi d man doch die
en s andene A bei slosigkei nich beibehal en wollen, d. h. man wi d
dann den Gegend uck wiede wegnehmen. Sind abe bei de Lohnanpas-
sung keine Ände ungen einge e en, so wi d die P eiss eige ung on
neuem einse zen und man muß wiede um zu diesem g obschläch igen
Mi el des Gegend ucks g ei en. Du ch die Bemühung um P eiss abili-
sie ung we den so imme wiede Phasen wi scha liche S agna ion he -
beige üh . Es geling eben nich , das Übel an de Wu zel zu packen. Dies
is nu möglich on de Lohnsei e he . Die kon ak i e Geldpoli ik soll e
dahe dazu benu z we den, die A bei sma k pa eien au zu ü eln und
ihnen zu zeigen, daß es mi den wi scha spoli ischen Mi eln, übe die
de S aa in de Ma k wi scha e üg , nich ohne Schaden geling ,
P eiss abili ä he beizu üh en.
Komm zu Au klä ung übe die Zusammenhänge und zu Au o de-
ung, sich zu eine koo dinie en Poli ik de Lohn- und P eisanpassung
be ei zu inden, de Gegend uck, so soll e es schließlich doch gelingen, die
dem P oblem angemessene Lösung zu e eichen. Die Geldpoli ik wä e
dann wie gesag wiede ei on dem Dilemma, in dem sie sich heu e
be inde , und sie könn e sich ganz de Au gabe widmen, die Geldmenge
so anwachsen zu lassen, wie es no wendig is , dami das wachsende, un-
e eue bleibende Sozialp oduk , das bei Vollbeschä igung und güns ig-
s e Ausnu zung des sachlichen P oduk ionsappa a s e zeug we den
kann, on de Gesam nach age imme ge ade abgenommen we den
kann12. Das abe is genau die Au gabe de Geldpoli ik und nich das
äuße s p oblema ische Ope ie en gegen P eiss eige ungen, die au eine
unangemessene Lohnanpassung und P eiss a hei en zu ückgehen. Bleiben
wi d alle dings das außenwi scha liche Dilemma, so e n in den üb igen
Lände n keine Geldwe s abili ä e eich wi d.
12 Vgl. hie zu: S. Wein aub, Poli ique moné ai e e sala iale: Aspec s héo i-
ques e p a iques, in: „Bulle in d'in o ma ion e de documen a ion" de la Ban-
que Na ionale de Belgique, XXXVIIIme année, ol. II, no. 3, sep emb e 1963.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.1.4.367 | Gene a ed on 2023-01-16 12:41:16