Ziegen uß, We ne
A icle
Ge üge und Ge üs
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ziegen uß, We ne (1959) : Ge üge und Ge üs , Schmolle s Jah buch ü
Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol.
79, Iss. 5, pp. 77-96,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.79.5.77
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589] 77
Ge üge und Ge üs
Beme kungen zu de Analy ischen Gesellungsleh e
on Max G a Solms*
Von
We ne Ziegen uß - Be lin
Sei dem in Soziologie und Gesellscha swissenscha en in Deu sch-
land die lange Zei hindu ch kaum zugänglichen E gebnisse gleich-
ge ich e e ode e wand e Fo schungen aus dem Ausland zu Wi kung
gelangen konn en, sind es o allem Bemühungen um „Empi ie", die in
auße o den lichem Maße p oduk i gewo den sind. Diese En wicklung
gegenübe bedeu e die Soziologie des G a en Solms einen meh sys e-
ma isch gemein en, höchs bedeu samen und eigen ümlichen Ve such,
das soziologische Denken sowohl au die E ah ungswi klichkei des
Gesellungslebens zu beziehen, wie es o allem in seinen P inzipien
zu klä en und sys ema isch ode ge adezu philosophisch zu undie en.
Diese besonde e Cha ak e seines We kes e lang es, daß de Ve -
such gemach wi d, es in seine me hodischen Eigena zu p ü en, und
zwa um so meh , als es sich auße au Simmel als Wegbe ei e (89)
und Leopold on Wiese nich au die bedeu enden ande en Sys em-
ansä ze des deu schen soziologischen Denkens bezieh . Die eiche Fülle
de Einzele kenn nisse diese Gesellungsleh e, die alle dings meis
wenige deu lich mi den p inzipiellen Au assungen des Au o s in un-
mi elba einsich ige Weise e bunden sind, müssen in diesem Zu-
sammenhang auße ach bleiben und we den de Au me ksamkei des
Lese s emp ohlen.
G a Solms is on de „ undamen alen Bedeu ung o allem
Dil heys ü jede kün ige Sozial heo ie" übe zeug (25). E inde
speziell Dil heys Leh e om „S uk u zusammenhang kons i uie end
ü die Gesellungsleh e" (126). Ebenso e schein es als eine Haup -
absich de Gesellungsleh e, „in ein besonde es Teilgebie de ge-
ne ellen An h opologie O dnung und Übe sich zu b ingen" (17), wo-
mi die Soziologie wiede um unmi elba au die Philosophie Dil heys
bezogen wi d. Es wi d nich nu gemein , daß auch die Gesellung ein
* Tübingen 1956, Ve lag J. C. B. Moh (Paul Siebeck), 588 S.
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78 We ne Ziegen uß [590
wesenha menschliche Ta bes and is und daß, wie es imme wiede
aus e s eu en einzelnen Beme kungen des G a en Solms deu lich
wi d, de Mensch nich e gessen we den da , de die Gesellung e -
leb und e leide und sie e kennen will (29!), sonde n daß ein wissen-
scha liches Sys em eine gene ellen An h opologie als Ideal o Augen
s eh , inne halb dessen die Gesellungsleh e ein Teilgebie da s ell ,
das zu e kunden is . Dami e gib sich abe dabei schon eine e s e und
en scheidende Schwie igkei : on Dil hey is eine solche gene elle
An h opologie nich übe kommen. Wo de gleichen e aß wo den is ,
handel es sich en wede um philosophische, psychologische ode na u -
wissenscha liche Un e suchungen ande e Au o en, ode um soziolo-
gisch-sozialpsychologische Da s ellungen, on denen G a Solms nu in
sel enen Fällen No iz nimm (z. B. nich on den Bei ägen „Sozial-
an h opologie" on Kei e und „Sozialpsychologie" on Hellpach in
dem Handbuch de Soziologie, Teil A 1955). Im Anschluß an Dil hey
ha Edua d Sp ange in seinen „Lebens o men" seine be ühm ge-
wo dene geis eswissenscha liche Psychologie en wickel , on de
abe nich mi Gewißhei gesag we den kann, ob sie eigen -
lich als eine „gene elle An h opologie46 angesehen we den will.
Von den wiede hol en, ielsei igen Bemühungen de „Deu schen
Gesellscha ü Soziologie", die in ih en an h opologisch-sozio-
logischen Kon e enzen sich dem Thema gewidme ha , is anschei-
nend ollends nich s in den Fo schungsbe eich des G a en Solms ein-
gegangen. S a dessen s eb e in den e s en g undsä zlichen Aus üh-
ungen eine Fundie ung de Gesellungsleh e an, die sich o allem nu
an Ro hacke s und Nicolai Ha manns „Schich en"-Beg i o ien ie .
Es wi d dabei nich ech deu lich, inwiewei die ech bedeu same Ve -
schiedenhei de gedanklichen Ansä ze beide Philosophen zu ih em
Rech kommen kann. Indessen b auch auch diese F age in dem hie
gemein en Zusammenhang nich wei e nachgegangen zu we den. Nu
so iel mag beme k we den, daß das Schich en heo em p inzipiell
ande s gemein und gedach is als das, was Dil hey mi dem „S uk u -
zusammenhang" mein . Die Di e enz des au beides bezogenen g und-
legenden gedanklichen Ansa zes bleib ebenso bes ehen, wie daß die
im einzelnen on dem Au o gebo enen Analysen und Da s ellungen
wede on de einen, noch on de ande en philosophischen G undau -
assung wesen lich bes imm ode auch nu angie we den.
Was le z lich a sächlich cha ak e is isch is , bleib eine g oße Nähe
zu Psychologie. Wi lesen, man müsse „sich agen, wie jemand au
den Gedanken kommen kann, Soziologie on Psychologie übe haup
ü ennba zu hal en" (88). Selbs wenn man eine solche F age me ho-
dologisch nich s eng assen will, is zumindes die E kenn nishal ung
und E kenn nisabsich des G a en Solms dami es geleg , und man
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591] Ge üge und Ge üs 79
könn e au den Gedanken kommen, die aus üh lichen Da legungen übe
das Schich en heo em Nicolai Ha manns, die doch keines alls „psycho-
logisch66, sonde n on ologisch gemein sind, als ü das Ve s ändnis de
Gesellungsleh e des G a en Solms nich no wendig übe haup beisei e
zu lassen. Das gil insbesonde e ü die Ge ügeleh e, on de gesag
wi d, es handele sich bei ih „um die besch eibba en seelischen Si-
ua ionen zwischen Menschen, um das Innenbild, um die F age, welche
sozialpsychischen Fak o en eine Gesellung ins Leben u en, in eine
Gesellung kü ze ode länge , obe lächliche ode nachhal ige wi ken,
und welche S immungsumschwünge sowie denke ischen Ve a bei ungen
und Willensen scheidungen de Be eilig en gegebenen alls das Innen-
bild e wandeln ode ga das Ende eine Gesellung he bei üh en" (210).
An ande e S elle heiß es ge adezu, Ge ügebe ach ung sei nu ein
ande es Wo ü sozialpsychologische Be ach ung bei gleiche F age-
s ellung und Akzen uie ung (236, gl. 208 .). Nimm man die im o -
nehms en Sinn humane Geis eshal ung des Fo sche s hinzu, die imme
wiede auch in meh pe sönlichen Beme kungen zum Ausd uck komm ,
nich ande s als bei Dil hey ode on Wiese e wa, sowie seine in glei-
che Weise dem Geis de Dich ung zuneigende und e wand schei-
nende Seelenhal ung ( gl. besonde s 80, 124, 210, auch 103), so kann
übe die eigen liche, in dem o liegenden We k ielsei ig uch ba
we dende E kenn nisabsich kein Zwei el sein. Es geh um eine Sozio-
logie „ on innen", um eine E o schung des Gesellungslebens on
seinem Innenaspek he und, wie es heiß , um ein Ve s ändnis des
„Innenbildes" des menschlichen Zusammenlebens.
Diese behe schende Absich , die eilich gelegen lich me hodisch
in Kon lik ge ä mi den gewähl en Ka ego ien und Denkmi eln de
E kenn nis, kann nich hoch genug bewe e we den angesich s sons
zu beobach ende Neigungen, die gesellscha liche Wi klichkei , die die
Schicksalswel des Menschen in de ganzen Mannig al igkei seine pe -
sönlichen Exis enzweisen is , en wede in den Gedanken o men na u -
wissenscha liche Denkweisen ode pseudosys ema ische Kons uk-
ionen zu e kennen und da s ellen zu wollen, als sei sie e ne und
emde als ein Te mi enhau en, öde als könne sie nu in den
Gedankengebilden manche pseudo heologischen Geschich sphiloso-
phien e aß we den, die zu G undlage de „Gesellscha swissen-
scha " gemach we den. Wü de de Au o sich nich so en schieden
imme wiede an Dil heys Beg i des S uk u zusammenhanges
binden, so wü de es bei seine eigen lichen E kenn nisabsich wohl
am nächs en liegen, wenn e sich de phänomenologischen Me hode be-
dienen wü de, die sich ja auch ü die Äs he ik und Dich ung, nich zu-
le z auch in geis ige Nähe zu den übe zeugends en We ken Dil heys,
als besonde s uch ba e wiesen ha . In de Ta nenn G a Solms
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80 We ne Ziegen uß [592
seine Fo schung auch einmal eine „empi isch-phänomenologische Ge-
sellungsleh e" und will sie ausd ücklich on de Sozialphilosophie un e -
schieden wissen (193). Abe dann dis anzie e sich doch wiede in
eine Zwischenbeme kung ausd ücklich on de Phänomenologie. E
will seine Un e suchung als „empi ische Fo schungs ich ung" on de
„Wesensschau" abheben, mi de e eilich nu die zwei e, wenige
p oduk i e und wissenscha lich kla e Phase de Phänomenologie Hus-
se ls i (217 .). Eine naheliegende Beziehung au die Un e suchun-
gen ande e Au o en in dem „Jah buch ü Phänomenologie und
phänomenologische Fo schung" ehl im üb igen. Audi hie is es zu-
s ellen, daß me hodologische G undsä ze und a sächliche Un e suchung
sel en in unmi elba einsehba e Weise zusammenhängen, wie dies
ja bei Soziologen und Phänomenologen, und in gewisse Weise auch
bei ande en sons gelegen lich nich zu e kennen is .
So wi d auch de Beg i des „S uk u zusammenhanges" meh zu
einem Dogma gemach , als daß e in den a sächlichen Analysen p o-
duk i wi d. Mi ihm soll gemein sein „das Ineinande wi ken säm -
liche Be eiche de Seelen e hal ensweisen" (82). Dami leg «ich
abe die F age nahe, was eigen lich ineinande wi k . Die Be eiche?
Ode die Ve hal ensweisen? Und wie wä e das eine ode ande e ge-
naue o zus ellen? Bei einem „Wi ken" muß man doch wohl meh
an eine A on K ä en denken ( gl. hie zu die a sächlichen Analysen
des Ve asse s, e wa 268 .). Auch wenn man seelische ode sozial-
psychische „P ozesse" ins Auge aß (271!) sind diese e was du chaus
ande es als S uk u en ode S uk u zusammenhänge, die allen alls
als ih E gebnis au ge aß we den dü en. De gleichen dynamische
Mäch e, ode wie man sons in no ged ungen meh bildha e Aus-
d ucksweise sagen mag, wi ken ielleich inne halb on „Be eichen"
und „ineinande ", und sie mögen „Seelen e hal ensweisen" bes immen,
abe wede Ve hal ensweisen noch Be eiche e mögen zu wi ken, eben-
sowenig wie S uk u en ode S uk u zusammenhänge.
Da übe hinaus muß ü alle diese me hodisch-e kenn nismäßigen
Beg i e gesag we den, daß sie säm lich das on dem Au o eigen lich
gemein e Seelische in eine Weise objek i ie en, die on jenem
Ve s ändnis des „Innenbildes" no wendig und wesensmäßig o üh en
muß, au das es ankomm . Das gil auch ü ande e E klä ungen, die
G a Solms zu dem Beg i des S uk u zusammenhanges gib . E
o mulie , diese bedeu e im Sinne Dil heys das gleiche wie „In e-
g a ionszusammenhang" (122) und e zi ie eine These on Le sch, e
e leihe „de Mannig al igkei des seelischen Geschehens die Eigena
de Ganzhei " (128). Ge ade zu diesem Zi a muß angeme k we den,
daß es en wede eine Tau ologie bedeu e ode abe dem S uk u -
zusammenhang eine Wi ksamkei zusp ich , als de en E gebnis e allen-
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593] Ge iige und Ge üs 81
alls gedach we den kann. De bildha e Ausd uck des „Ve leihens"
e schein in diesem Zusammenhang doch als eine allzu no dü ige Ve -
schleie ung eine p inzipiellen Unkla hei . Wenn man mi alle , gegen-
übe manche lei A en on Dogma ismus gebo enen Vo sich eine
Ka ego ie de „Ganzhei " anwenden will, dann da man nich nu
sie nich on e was, wie dem „S uk u zusammenhang" he lei en
wollen, das selbs seine Eigena eben e s als e was „Ganzhei liches"
haben kann, sonde n man muß o allem auch bedenken, wie agil jede
A on Ganzhei lichem im Seelenleben wie im Gesellungsdasein is ,
und wie iele, meh ode minde ausgep äg e und konsis en e „ganz-
hei liche" Zusammenhänge es gib — seh im Un e schied zum eigen -
lich „O ganischen" —, die in s ändig e schiedene Weise das Zu-
sammenleben zu einem niemals ollkommen s uk u mäßig und auch
e hal ensmäßig Zusammenhängenden machen. Schließlich und o
allem abe kann es sich bei eine de a igen Denkweise imme nu um
Möglichkei en des Besch eibens handeln, die nich s besagen übe die
G ünde des Zus andekommens de S uk u zusammenhänge und de
Ganzhei en, au die es eine Gesellungsleh e schließlich ankommen
muß, und zwa insbesonde e dann, wenn sie au ein, wie auch' imme
zu e s ehendes „Ineinande wi ken" hin abziel . Wie p oblema isch
und in Wah hei ungeklä de Beg i des S uk u zusammenhanges
bleib , zeig sich, wenn an ande e S elle die „Ve nün igkei " als
„höchs e S uk u zusammenhangsbeg i " behaup e wi d (123), wobei
mi ih „jene ha monische, ausgeglichene Seelenlage" e s anden we -
den soll, die dadu ch zus andekomm , „daß die i a ionalen6 und die
na ionalen6 Fak o en au wohlabgewogene Weise einande die Hand
eichen" (131). Dieses Gleichnis läß zumindes deu lich we den, daß
es gewisse besonde e geis ig-seelische Mäch e (ode wie man sagen will)
sein müssen, die allein so e was wie einen S uk u zusammenhang Zu-
s andekommen lassen. Wie dies geschehen soll, bleib in Wah hei eben-
so das P oblem, wie das genaue Wesen de „Fak o en", und es is
zumindes eine o ene F age, ob mi eine solchen bildha en Um-
sch eibung nich ielleich eine A on Kausalzusammenhang un e
de Hand o ausgese z und einge üh wi d, wie e du ch die „sinn-
e s ehende" Be ach ung de geis eswissenscha lichen Psychologie
Dil heys ge ade eliminie ode mindes ens nich zum E klä ungsp inzip
gemach we den soll.
Wenn es als Thema gil , ein „inne es Ge üg sein" im Seelischen
und im Gesellungsleben zu un e suchen, wenn im Gegensa z zu
„äuße en O ganisa ion" de Gesellscha die „inne e psychologische Ge-
s al ung" da zus ellen is , und wenn die esul ie enden „inne en Ge-
s al ungen" Ge üge genann we den sollen (214), dann is au jeden
Fall eine p inzipiell ande e Au assungsweise auch des Gesellscha -
6 Schmolle s Jah buch 79, 5.
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82 We ne Ziegen uß [594
liehen gemein , als sie selbs in de in diesem Zusammenhang zi ie en
Äuße ung Simmeis übe „Wechselwi kung" o Augen s eh . Eine
F age nach dem „Wa um" (215, 230) kann hie übe haup nich ge-
s ell we den. Sie ich e sich au Bewegg ünde, Mo i e, ielleich auch
U sachen ode Zwecke und muß no wendige weise „unbean wo ba "
bleiben (a.a.O.), wenn sinn olle Ges al ungszusammenhänge ode auch
„S uk u zusammenhänge" gesehen und besch ieben we den sollen.
Anschauliches Au assen des Seelischen mi seinem „Innenbild' , auch
des Gesellungslebens, is e was p inzipiell ande es, als ein Suchen on
„Fak o en". Die hie liegende unau hebba e und adikale Ve schieden-
hei des Denkansa zes da auch nich mi Ausd ücken, wie „ge ühls-
mäßige Rele anz" (215) übe deck we den. „Rele anz" is doch nu
eine abgeschwäch e Fo m on Kausali ä und ein solche Beg i läß
es o en, ob nich na u wissenscha liche Denkweisen un e sehens ein-
bezogen we den. Ge ühlsmäßig „ ele an " und zuweilen u sächlich be-
s immend (Föhn!) sind z. B. in höchs em G ade manche ein kö pe -
lichen Disposi ionen und — um einmal diesen Ausd uck zu ge-
b auchen — „Vo gegebenhei en" als Vo bedingungen de ealen
Exis enz auch des Seelischen de Menschen und des Gesellungslebens.
Ge ade zu na u wissenscha lichen und kausalen E klä ungen s ell
abe Dil hey seine Au assungsweise in en schiedenen Gegensa z
(122 .!).
Von diesem Gesich spunk he e schein es als ollends p oblema-
isch, wenn de Ve asse ohne wei e e E klä ung einen Zusammenhang
be on zwischen „seelischen Vo gegebenhei en" und jenen seelisch-ge-
sellungsmäßigen E scheinungen, ü die sie „ge üge ele an " sein sollen
(215). Alles in allem muß doch angenommen we den, daß seelische Ge-
gebenhei en nich nu „ o " bes imm en ge ügemäßigen E scheinungen
liegen, sonde n in diese mi eingehen. So mögen e wa beispielsweise
Zo n ode Haß zunächs zei lich „ o " gewissen wei e en seelischen
und gesellungsmäßigen Ges al ungsweisen des Zusammenlebens liegen,
abe sie e en in diese doch auch unmi elba mi o mend hinein,
sobald sich das Seelische und das Gesellungsmäßige ihnen nich du ch
eine en schiedene Gegenwendung e schließ . Sind de gleichen Mo i-
a ionen übe haup seelisch und gesellungsmäßig, also dann auch e wa
ge ügemäßig ele an , dann bleiben sie nich o de Ges al ung en -
sp echende „Ge üge" im Zusammen, sonde n e scheinen in diesen als
ih e wesen liche Innensei e mi und bes immen das „Innenbild". So-
e n sie wi klich nu „Vo gegebenhei en" bedeu en, sind de gleichen
seelische Impulse usw. eben ge ade noch nich gesellungsmäßig „ ele-
an ", sonde n siel we den es e s in dem Augenblick, in dem sie ge-
s al ungsmäch ig in die „Ge üge" mi eingehen, und dann sind sie keine
„Vo gegebenhei en" meh . So is es auch zu e s ehen, wenn de Au o
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595] Ge üge und Ge üs 83
selbs e klä , seine Da s ellung de „Vo gegebenhei en" gehö e „nich
zu Gesellungsleh e an sich" (27). Das bedeu e , un e hüll gesag , daß
sie zu Gesellungsleh e übe haup nich gehö .
Die Posi ion des Ve asse s bleib in diesem, ü seinen gedank-
lichen Ansa z keineswegs unwesen lichen Punk unen schieden und
schwankend. Wie soll es e wa p äzis e s anden we den, wenn wi
lesen, de „Wesensun e schied zwischen den seelischen Vo gegeben-
hei en, die sich mi dem seelischen Ve hal en an sich (? !) beschä igen,
und de Ge ügeleh e" liege da in, „daß die Ge ügeleh e, ohne im
P inzip (? !) au die inne seelischen Indi idualmo i a ionen Nachd uck
legen zu können, die Resul an en zwischenmenschlichen Ve -
hal ens, sowei sie P obleme de Sozialpsychologie sind, besch eib und
gliede ", und wenn es bald da au dann heiß : „Seelisches Ve hal en
an sich is Vo gegebenhei sp oblem; seelische Auswi kungen, so e n
sie au ande e wi ken, sind Ge ügep obleme" (211)? Sind „seelische
Auswi kungen" nich s Seelisches? E scheinen sie nich in den ande en
als Seelisches u. a. in Fo m on „Ge ügen" ode „S uk u zusammen-
hängen", die doch auch „seelisch" sind? Ode is es so, daß „ o gege-
benes" Seelisches nich -seelische „Resul an en" ode „Auswi kungen"
ha , die dann e s eigen lich als „Ge ügep obleme" zu age e en? Wie
abe kann dann die Ge ügeleh e in so en scheidendem Maße „Sozial-
psychologie" sein, die doch schließlich auch Sozialpsychisches, also See-
lisches bedeu en muß? Vollends schwie ig zu e s ehen is es, wenn an
ande e S elle ausge üh wi d, „daß na u echnische No wendigkei en
bes imm e sozial-o ganisa o ische Maßnahmen nach sich ziehen —
heo e isch gesp ochen: daß Wechselwi kungen (!) zwischen Vo ge-
gebenhei en und Sozials uk u en bes ehen" (38). Soll e gemein sein,
daß womöglich die „Ve nün igkei " als „höchs e S uk u zusaminen-
hang" (123) gegebenen alls in „Wechselwi kung" mi „na u ech-
nischen No wendigkei en" Zus andekommen könn e? Und wo bleib bei
eine solchen Fo mulie ung übe haup noch das „Seelische" und alles,
was sons im o angehenden Tex aus dem We k des G a en Solms zu
dem P oblem on S uk u zusammenhang und Ge üge, on Sozial-
psychologie und Ge ügeleh e zi ie wo den is ?1 Und die bildha e
Ausd ucksweise wi d doch e was zu seh zuunguns en de sachlichen
Kla hei angewand , wenn na u echnische No wendigkei en ge adezu
sozialo ganisa o ische Maßnahmen „nachsichziehen" sollen. Wo bleib
dabei die an ande e S elle be on e „Ges al ung"? Soll sie öllig zu ück-
e en gegenübe einem Kausal e häl nis, wie es doch eindeu ig be-
1 Es is in de Ta „schwie ig, wenn nich unmöglich . . eine scha e G enz-
linie zwischen dem Be eich de seelischen Vo gegebenhei en und de Ge ügeleh e
zu ziehen". Dami abe wi d das de Soziologie emp ohlene „Ein eilungsschema"
p inzipiell p oblema isch und die „S u enleh e" in Wah hei sinnlos (189).
6*
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84 We ne Ziegen uß [596
haup e wi d mi de „Wechselwi kung" zwischen „Vo gegebenhei en"
und „Sozials uk u "? Und dem wide sp ich es nun ollends wiede -
um, wenn an ande e S elle gesag wi d, daß die „Vo gegebenhei "
„wede ein logisches (!) noch ein zei liches Vo weg des Gesellungs-
mäßigen" bedeu en solle (122). Auch bei eine „Wechselwi kung" is
die eine ode ande e Sei e, so e n sie ge ade U sache is , no wendige -
weise zumindes zei lich und zei weise „ o weg". Eine Gleichzei igkei
on U sache und Wi kung is bei de , wenn auch noch so agwü digen
Ka ego ie de Wechselwi kung keines alls auch nu denkba .
De Beg i des „Wi kens" is abe auch da übe hinaus noch p oble-
ma isch und läß die G undau assung des Au o s om Gesellungsleben
als nich ollkommen geklä e scheinen. So wi d die „S u en"-Theo ie
zunächs als A bei shypo hese einge üh . Sie is im wesen lichen das
gleiche, wie die Theo ie on „Schich en" im Sinne Ro hacke s, au die
nich wei e eingegangen we den kann. Diese A bei shypo hese is
„Mi el zum Zweck ü den Soziologen" (138). Als ih e cha ak e is ische
Bedeu ung is es anzusehen, daß sie mi einem du chaus nich on olo-
gisch endgül igen Gleichnis besonde e Be eiche des Seelischen gegen-
einande abheb . Diese mögen dabei auch ü den Soziologen e deu -
lich we den. Au jeden Fall abe ha ein solches Gleichnis den Cha ak-
e eine Fes legung des Fließenden in einem s a ischen O dnungsbild.
Genau dies abe heb de Au o au de nächs en Sei e seines We kes
au , indem e e klä , daß „die S u en des Seelischen s e s du chein-
ande , nebeneinande , mi einande im Sinn Dil heys (?!), abe auch
gegeneinande wi ken. . ." (139). Ganz abgesehen da on, daß Dil-
heys Beg i des S uk u zusammenhanges mi eine Vo s ellung
eine S u eno dnung bes imm e seelische Be eiche kaum ha monie ,
e schein es als wide sinnig, e s besonde e Be eiche des Seelischen
gleichnisweise in S u en zu ixie en, um dann diese S u en, de en Reali-
ä scha ak e ja zumindes ungeklä is , ge adezu on ologisch in e -
schiedenen Weisen des Wi kens ineinande zuwi en, s a zue s zu
p ü en, was an lebendigen Mäch en, Tendenzen o. ä. in Wi klichkei in
den „S u en" zum Ausd uck komm und „wi kungs ähig" sein kann.
Vollends im Wide sp uch zu den bishe e wähn en Beg i en s eh
es, wenn G a S o 1 m s in ande em Zusammenhang das „Seelische" und
das „Geis ige" nich als S u en im Menschensein ansieh , sonde n e -
klä : „De Mensch is ein Seelenwesen, abe e ,i s nich Geis -
wesen6, sonde n e in endie nu Geis iges" (158). Das muß bedeu en,
daß es nich nu keine „Wechselwi kungen" e wa zwischen eine see-
lischen und eine geis igen „Schich " im Menschen geben kann, sonde n
daß auch alles im Gesellungsleben, was nich „seelisch" is , auße halb
des Menschen als eines bloßen Seelenwesens bleib und nu — on de
„Seele" ode doch on e was „Geis igem" (?!) — „in endie " we den
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603] Ge üge und Ge üs 91
z. B. „Gemeinscha en'6 im Sinne on Toennies ausd ücklich eine „syn-
he ischen" Soziologie zu (235)!
Es könn e scheinen, als sei mi den manche lei Philosophemen, die
G a Solms eils wö lich übe nimm , eils a iie und wei e denk ,
dem We k in seine besonde en Eigena nich allzuseh gedien . In-
dessen kann man seinen eigen lich soziologischen Inhal öllig da on
ennen. Häl man sich an seine a sächliche „Gesellungsleh e'6, so is
bei diese zu un e scheiden zwischen Ge ügeleh e, Ge üs leh e und
Gel ungsleh e. „Ge ügemäßiges Vo gehen" bedeu e „s e s analysie-
endes He ausp äpa ie en des Reinpe sönlich-Zwischenmenschlichen,
ein Ins-Zen um-Rücken de subjek i en, abe auch de anssubjek i en
Fak o en" (211). Die be ei s e wähn e, gelegen lich als Iden i ä au -
ge aß e Nähe on Ge ügeleh e und Sozialpsychologie is inso e n e -
s ändliche . In de Ge üs leh e dagegen wi d „einsei iges ode wechsel-
sei iges, und zwa wiede hol es Ve hal en zwischen Menschen in seine
äuße lichen3 Schema ik un e such " (356). Die Ge üs be ach ung
is „Fo malsoziologie" (352). Sie geh aus au „s enge achwissen-
scha liche Ka ego ien", wobei wohl e wa an Max Webe , seine Gleich-
gesinn en und Nach olge zu denken, abe auch zu agen is , ob eine
bloße „Analyse" „Ka ego ien" zu e b ingen e mag (353). Zu Gel-
ungsleh e endlich wi d nu ein seh knappe „Vo blick" gegeben. Zu
ih gehö en No men, We e, E hik usw. Wenn auch die „Wesensschau"
abgelehn wi d, so ha die Ge ügeleh e es doch mi „Wesensun e schied-
lichkei ", e wa zwischen F eundscha und Kame adscha , zu un und
is inso e n wede bloße Analyse on Fak ischem, noch eigen lich empi-
ische Sozialpsychologie. Au jeden Fall is die Ge ügeleh e „s o
ahis o isch, wie nu denkba " (220). Dagegen sollen
Ge üs leh e wie Gel ungsleh e „au die genaue Ve a bei ung wei -
schich ige his o ische Fal en angewiesen" sein (220). Man da wohl
o ausse zen, daß eine solche p og amma ische Un e scheidung meh
de O ien ie ung übe dominie ende In en ionen dien , wie als wö -
lich zu nehmen is .
Das gil um so meh , als die Gegens ände de Fo schung, um die
es sich handel , ak isch und heo e isch nich oneinande ge enn
we den können. Ge ade in den „glückliche en" Fällen und Zei en des
Gesellungslebens sind sie unlösba mi einande e bunden, und nu in
K isenzei en e scheinen sie auseinande ge issen. Die s a ke Be onung
de Ve schiedenhei mag nich nu ein in seine A e s ändliches Be-
s eben nach möglichs wei gehende me hodische Exak hei sein,
sonde n auch ein Ausd uck de bes ehenden K isensi ua ion de mo-
de nen Gesellscha , in de pe sönlichkei sbes imm es inne es Ge üge,
meh äuße liche Fixie ung und Manipulie ung de Gesellungs o men
2 Spe ungen hie und in wei e en Zi a en on G a Solms.
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92 We ne Ziegen uß [604
usw. und no ma i e, we beg ünde e Gel ungen aus ih e Sinnzuge-
hö igkei und Ve bundenhei he ausgelös gedach we den sollen.
Ganz allgemein kann man sagen, daß die Un e -
scheidung on Ge üge, Ge üs und Gel ung in
ih em Sinn und ih e Exis enz im Zusammen-
leben allein schon ein wesen liche Bei ag de
Gesellungsleh e des G a en Solms zu dem is ,
was e das Zen alp oblem des 2 0. Jah hunde s
und zugleich de heo e ischen Soziologie nenn .
Seine di e enzie en Einzelaus üh ungen und die auße dem en -
wickel en besonde en Beg i e soll en übe die heo e ische Soziologie
hinaus Anlaß zu genaue e P ü ung und E ö e ung geben und nich ,
wie dies sons zuweilen de Fall is , neben ande en Beg i en meh
philologisch nu egis ie we den. Wi haben uns in diese Skizze
da au zu besch änken, die zen alen Beg i e „Ge üge" und „Ge üs "
au ih en wissenscha lichen und, wenn man so sagen will, on ologischen
Cha ak e hin zu p ü en und zu sehen, wie sie im soziologischen Denken
ungie en können. Ohne F age sind sie keine bloßen E ah ungs-
beg i e. Sie sind auch keine Ka ego ien im bishe gül igen Sinn. Sie
wollen abe auch nich „sozialphilosophisch" e s anden we den. Man
wi d ihnen am ehes en ge ech , wenn man sie als Ausd uck de beiden
le z en E scheinungsweisen eines jeden Gesellungslebens, seine „Innen-
sei e" und seine „Außensei e" ansieh .
„Innensei e" („Innenbild") und „Außensei e" sind eine sei s nie-
mals ollkommen unabhängig oneinande . Sie können abe ande e -
sei s bis zu einem hohen G ade einande wide sp echen. So e n eine
wei gehende Kon o mi ä zwischen „Innen" und „Außen" bes eh ,
also e wa au den Höhepunk en bes imm e gesellscha lich-kul u elle
„S ile" usw., is auch die F age de „Gel ungen" gelös . Denn diese
sind dann in zwanglose Eins immigkei mi de gesellscha lichen
Wi klichkei . Je meh die „Außensei e" (e wa als „ma e ielle", öko-
nomisch- echnische Reali ä ) o ges al e is übe noch im Zusammen-
leben „inne lich" o bes ehende Wel en („Innenbilde ") hinaus, bei-
spielsweise in de Gegenwa hinsich lich de „Bü ge lichen Wel ",
dann we den die „Gel ungen" en sp echend i eal, und sie behal en
am Ende nu die Bedeu ung on „Ideologien" usw. Eine gedankliche
Einhei on „Innensei e" („Innenbild") de Gesellscha mi den en -
sp echenden „Gel ungen" kann man in dem sehen, was in gelegen -
lich wenig p äzise Weise als „G esellscha sau assung"
bezeichne wi d, wäh end das „äuße liche", ealis ische Ko ela dazu
das „G esellscha ssys e m" is , das abe nich nu in den
e schiedens en Fo men au eine „Gesellscha sau assung" bezogen
sein, sonde n selbs auch in seh un e schiedliche Weise eal exis ie-
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605] Ge üge und Ge üs 93
en kann. Se z man eine solche Beg i sbildung o aus, so kann man
sagen, daß un e ,,Ge üge'6, wohl auch im Sinne des Au o s, alle jene
Ges al ungsweisen und de en E gebnisse im Zusammenleben zu e -
s ehen sind, die in hohem Maße on dem „Innen", auch on den
gel enden Übe zeugungen usw. he bes imm sind, also als unmi el-
ba e Ausd uck eine dominie enden (beispielsweise ch is lichen) Ge-
sellscha sau assung gel en können, wäh end „Ge üs e64 o wiegend
solche Einzele scheinungen ode Gesam hei en on „sys ema ischem6'
Cha ak e im Gesellungsleben sind, de en Eigena und Bes and in
hohem Maße — auch „ju is isch66 — unabhängig gedach we den kann
on „Gesellscha sau assung66, „Gel ung66 usw., dami auch on leben-
digen „Ge ügen66 (beispielsweise ein mode ne P oduk ionsbe ieb).
Es kann demen sp echend eine Si ua ion ein e en, in de p inzipiell
„inne lich66 eine ch is liche Gesellscha sau assung wei hin gil , sich
auch in Ge ügen ausp äg und in bes imm en Fällen „sys ema ische66,
„ge üs mäßige66 gesellscha liche Reali ä en und ein eigenes „Rech 66
im Dasein häl , wäh end abe gleich wei hin unabhängig da on sich
ein „kapi alis isches66, d. h. on kapi almäßig behe sch en P oduk-
ions- und E we bsbe ieben bes imm es und behe sch es „Gesell-
scha ssys em66 als die gesellscha liche Reali ä , als das Gesam -„Ge-
üs 66 des Gesellungslebens du chgese z ha und behaup e .
Vielleich is es ü diese nu hin üh enden Beme kungen nich
unnü z, dem wei e en Sinn de Wo e Ge üge und Ge üs , ih em Geis
gleichsam, nachzuspü en, in dem imme auch unmi elba e Lebens-
anschauung mi zum Ausd uck komm . Ge üge is , was sich üg , ge-
legen lich im Sinne des allzu Zahmen (T übne s Deu sches Wö e -
buch, 3. Bd., 1943, S. 52; im üb igen gl. G imms Wö e buch, 4. Bd.,
1893, 1. Ab ., 2. Teil, Sp. 2164 .). De Mensch üg sich in sein
Schicksal. Eind ücke ügen sich zu einem sinn ollen Bild zu-
sammen. De Einzelne üg sich in eine G uppe ein und
nimm so ih lebendiges Inne es, ih en Sinn und ih in den ande en
Pe sonen scha endes Leben mi in sich au . Dami mach e sich dann
ein ela i „Ganzes66 als sein Pe sönliches zu eigen. So en s eh , alles
in allem, die Kul u des Gesellungslebens in Familie, Bund, Gemeinde
und in gewissem Maße auch im S aa lichen, wenn dieses auch meis
schon eine G enze da s ell . Nu in de klassischen kleinen Demok a ie,
wie Rousseau sie an änglich noch e leb ha e, um sie alsdann als
I lich übe ganz ande en Au assungen leuch en zu lassen, ode in
de „au geklä en66, libe alen Mona chie ode in de Selbs e wal ung
im Sinne des F eihe n om S ein üg sich das poli isch No -
wendige auch on den Pe sonen he als inne lich sinn oll Lebendiges
in einem „Gemeinwesen66 zusammen, ohne daß mi dem ielbe u enen
„Un e anengeis 66 ein B uch en s eh zwischen dem äuße lich Ve -
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94 We ne Ziegen uß [606
lang en und ielleich No wendigen, und dem pe sönlich Ve s ehba en,
Sinn ollen und Mi geleb en.
Hie ha auch die „Eli e" allein einen kla en Sinn als Pe sönlich-
kei sauslese, die inne lich, we mäßig und angbes immend e s eb
we den muß. Als Auslese is sie, um ein Beg i spaa Thu nwalds zu
geb auchen, e was p inzipiell ande es als „Siebung", die es auch in
ge üs mäßig e es ig en Gesellungsgebilden geben kann. „Eli e" ha
nich nu eine „Ge ügesei e" (279 .), sonde n sie is selbs das Ge-
ügemäßige, sel en in Ha monie, ielmeh meis in Spannung mi den
„Ge üs s uk u en" als dem „äuße en Rahmen". (Te minologisch
ha e de Vo s ellung des „Ge üs es" de Cha ak e eines äuße lich
bleibenden Hil smi els an, gl. T übne , Deu sches Wö e buch, Bd. 3,
1943, S. 118 .) Dabei is „Eli e" unablösba mi bes imm on den
We en, No men usw., die G a Solms de „Gel ungsleh e" zu-
weis . Es is nich nu so, daß es „auch in de Gel ungs-
leh e ein Eli ep oblem gib " (a.a.O.), sonde n das Eli ep oblem
is wesen lich abhängig on eine un e lek ie en, nich „küns lichen",
a sächlichen Gel ung on „We en", „Lei bilde n" und de gleichen, die
wiede um nu in Ge ügen gesellungsmäßig „zu Gel ung kommen"
können, um on dahe im güns igen Fall auch die Ges al ung on „Ge-
üs en" mi zubes immen. De gleichen gil ü jede wi kliche „Füh ung"
wie ü die „ Meis e scha " au allen Ges al ungsgebie en im Gesel-
lungsleben, dessen „Innenbild" niemals ganz unabhängig sein kann on
de Vo s ellung seine pe sönlich he o gehobenen Rep äsen an en,
on den Heiligen bis zu den „Che s" alle A . In ih en An ängen gal
dies auch z. B. ü die mode nen Pa eien in de bü ge lichen wie in
de konse a i en ode A bei e wel , nu daß ge ade hie , am spü -
ba s en im Kamp um die Mach im S aa , am o enkundigs en die
Ve hä ung de Gesellungs o men zu „Ge üs en" und die En pe sön-
lichung des Funk ionsbe iebes zu age e en muß e, wie Michels sie in
seinem Buch übe die Pa eienoliga chie besch ieben ha . Es ehl
sei dem nich an wei d as ische en Pa allelen.
Von „Ge üs en" mag man dann sp echen, wenn es nich meh
möglich is ode e wa e ode abgewa e wi d, daß sich im Gesel-
lungsleben e was inne lich gleichsam „ on selbs üg ", sonde n wo man
sich „ üs e ", „ge üs e " sein will ode sein Augenme k übe haup on
o nhe ein au „Rüs ungen" wei e en ode enge en Ho izon es ich e
(G imms Deu sches Wö e buch, 8. Bd., 1893, S. 1543, Sp. 1544 .).
We „ üs ig" is , is wide s andsk ä ig. E is „ge üs e ", um sich zu
behaup en ode du chzuse zen gegen ande e. De gleichen gil ebenso
ü den Gene aldi ek o , de sich „ üs e ", um in eine Gene al e -
sammlung den Ak ionä en en gegenzu e en, wie ü den Außen-
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607] Ge üge und Ge üs 95
minis e , de in eine Kon e enz mi Kollegen aus ande en Lände n eis ,
und schließlich, na ü lich, ü die anscheinend nich zu übe windende
No wendigkei des Rüs ens im Ve häl nis on S aa en zueinande . Im
wei es en Ausmaß lieg hie ein U sp ung eine G undp oblema ik in
de „geschich lichen64 Wi klichkei nach ih em soziologischen Aspek .
Cha ak e is isch: „Das Ge üs des Daseins ück aus seinen Fugen46
(Goe he, zi ie a.a.O.). Dieses U phänomen de Wide läu igkei
des Ge ügemäßigen und des zu Ge üs e hei D ängens mein
Toennies mi seine These on dem gese zmäßigen Ve all de
Gemeinscha zu „Gesellscha 44 in seinem enge en Sinn des
Wo es. Es is auch de soziologische Ke n de These Speng-
le s on dem Ve all on „Kul u en44 zu bloßen „Zi ilisa ionen44
und ih em Übe gang in Fo men des „Cäsa ismus44 in de mode nen
Zei . Es kann, um wei e in den Beg i en des G a en Solms andeu ungs-
weise au gewisse Phänomene hinzuweisen, kaum bezwei el we den,
daß alle „Re o ma ionen44, wie sie ühe auch inne halb des ch is -
lichen Eu opa lebendig we den konn en, einen Ve such bedeu en, die
gesellscha simmanen en Ge üge wiede lebendig zu machen, wäh end
alle „Res au a ionen44, dem en gegengese z , on de Rekons uk ion
und dem „Wiede au bau44 de „Ge üs e44 das Heil ode den Nu zen
noch einmal e ho en. Es is kein Zu all, daß nach den beiden
o igen Wel k iegen — nach dem e s en eilich meh als nach
dem zwei en — zumindes bei den Besieg en die e s a en
„Ge üs e44 als „sozial echnische Objek i a ion44 (355) inne lich ag-
wü dig gewo dene O dnungssys eme ze ümme wo den sind,
so daß zunächs ein s a kes, p oduk i es Pe sönlichkei sleben und jene
wi klich „ eie44 Daseinsges al ung auch im Gesellungsleben zum Aus-
d uck kamen, die mi ebenso iel Ho nungen e bunden wa en, wie
sie dann des o hä e bes a wo den sind, wobei das Gene a ions-
p oblem nich auße ach bleiben da . Inzwischen könn e man den
Eind uck gewinnen, als sei in de Al en Wel imme meh das S eben
nach de Res i uie ung on „Ge üs en44 wi ksam, die G a Solms de-
inie als das „ ak isch wiede hol -äuße lich - gleich-
ö mig ablau ende ode das in seinem äuße en Ablau aus Sachg ünden
sich wandelnde Mi - und Gegeneinande sein on Menschen, eine lei,
welche ge üge ele an en inne en Mo i e und U sachen diesen So-
zialp ozessen zug undeliegen mögen44, und dabei is dann in Wah hei
das „Pe sönlichkei sp oblem .. . ge ügemäßig wie gel ungsmäßig-geis es-
geschich lich ele an , abe ü die Ge üs be ach ung gleichgül ig44
(356). Die „Ge üs leh e, . . . also die Leh e on de o mal- e assungs-
mäßigen Bes imm hei des menschlichen Gesellungslebens44 schein in
wachsendem Maße zum Ve s ändnis de mode nen Gesellscha auszu-
eichen.
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96 We ne Ziegen uß [608
De Mangel an Zusammens immen on Ge üge-
endenzen und Ge üs kons uk ionen, de bis wei und
hoch in poli ische Be eiche hinein gelegen lich ech deu lich wi d,
e wa in de Spannung zwischen „G undgese z" und a ional kon-
s uie ende („ju is ische ") Ve assungsin e p e a ion — abe auch in
analoge Weise ande wä s und keineswegs nu in diesem Land —
kann nich besse o mulie we den als mi den Aus üh ungen des
G a en Solms: daß die Ge ügesi ua ionen den e schiedenen ypischen
Bedü nissen de Menschen ge ech zu we den e suchen und eine
immanen e Tendenz au Ech hei ode wenigs ens au Zu e lässigkei
obwal e, wäh end es ein Ziel de Ge üs si ua ionen sein könne, eine
schema isch äuße liche O dnung he zus ellen und schablonenha zu
e hal en (417). „Da nun die Spannungslage zwischen Ge üge und Ge-
üs in alle Geschich e eine
SO'
g oße und e b ei e e Rolle spiel und
es gegebenen alls des eminen en und iskan en Bemühens um die In-
szenie ung on Re olu ionen beda , um ein Ge üs schließlich doch
umzus ü zen und du ch ein neues zu e se zen, e laub uns dies, on
eine his o ischen Gese zmäßigkei de Kon lik e zwischen Ge üge und
Ge üs als eine de zen alen U sachen de D ama ik de Wel -
geschich e zu sp echen: als eine , wenn auch nich de einzigen U -
sache diese D ama ik — genauso, wie die Deu ung alle Geschich e
als eine Ab olge on Klassenkämp en eins, wenn auch nich . . .
das einzige Mo i allen zwischenmenschlichen Geschehens is . . . Die
Spannung Ge üge — Ge üs möge ein Zen almo i on kün igen Ge-
schich sdeu ungen we den und die deduk i konzipie en und zudem
monokausal simpli izie enden Vo eiligkei en manche Geschich s-
philosopheme abbauen hel en."
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