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Bankpolitische Normen und ihre Wirkungen auf das Bankgeschäft

Abstract

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Bankpolitische Normen und ihre Wirkungen auf das Bankgeschäft

Author: Krümmel, Hans-Jacob
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1975
DOI: 10.3790/ccm.8.4.524
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/292752/1/ccm.08.4.524.pdf
K ümmel, Hans-Jacob
A icle
Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das
Bankgeschä
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K ümmel, Hans-Jacob (1975) : Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au
das Bankgeschä , K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 8, Iss. 4, pp.
524-548,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.8.4.524
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292752
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Bankpoli ische No men und
ih e Wi kungen au das Bankgeschä *
Von Hans-Jacob K ümmel, Bonn
L Bankpoli ische und ande e Ziele
Au die F age, was alles zu Bankpoli ik zu zählen sei, gib es e -
schiedene An wo en, je nachdem, au welches K i e ium man abs ell :
Au das Ziel de jeweiligen „Poli ik", au den Ums and, daß die „Poli-
ik" bei den Banken anse z ode da au , daß die „Poli ik" im Bank-
wesen Wi kungen zeig . Mi schein das e s e K i e ium am ehes en lei-
s ungs ähig zu sein, um zu eine be iedigenden Abg enzung zu kommen.
Das bankpoli ische G undgese z, das K edi wesengese z (KWG), is
meh e en Zielen gewidme . Zwei zeichnen sich ganz deu lich in posi-
i en No men ab: „O dnung des Bankenwe bewe bs" und „Einlege -
siche ung", zwei wei e e inde man ehe im Kon ex de Gese zesbe-
g ündung, de Ausschußbe ich e und de Kommen a e: „E hal ung de
Funk ions ähigkei des K edi appa a es" und „Un e s ü zung de No-
enbankpoli ik".
Die F age, welche on diesen ie Zielen ich als spezi isch bankpoli-
ische Ziele des KWG ansehe, wü de ich so bean wo en:
1. Bankpoli isches Ziel pa excelence is es, Risiken aus de Tä igkei
de Banken so zu beg enzen und so au Risiko äge zu e eilen,
daß schu zbedü ige D i e nich in unzumu ba em Maße on Ve -
mögens e lus en bed oh we den. Es is dies das Einlege schu zziel
des Gese zes, ein gewe bepolizeiliches Ziel.
2. Audi das Ziel, das Bankwesen als echnisches Sys em des Zahlungs-,
K edi - und Kapi al e keh s so zu o ganisie en, daß es au
Daue den Beda an spezi isch bankwi scha lichen Leis ungen in
de Volkswi scha decken kann, wä e ein bankpoli isches Ziel. Es
* De Ve asse widme diesen Au sa z He n D . Jose Ho mann, Nuß-
loch, zum 75. Gebu s ag.
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Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 525
gehö zu eine Ziel ias, die mi „E hal ung de Funk ions ähig-
kei des K edi appa a es" umsch ieben wi d.
S ü ze ha nachgewiesen, daß ü das e s e Elemen , „Siche ung
e keh s echnische Funk ions ähigkei ", ein ö en liches In e esse
ehl , welches eine spezielle gewe bepoli ische No mie ung ge ech -
e ig e scheinen ließe1. Geb auch man „E hal ung de Funk ions-
ähigkei " im Sinne on „Siche ung de Banksol enz", so is man
wiede beim Einlege schu zziel (Einlege schu z übe die Siche ung
de Exis enz de K edi ins i u e). Wi d „E hal ung de Funk ions-
ähigkei des K edi appa a es" schließlich im Sinne on Siche ung
eine aus eichenden Ve so gung de Wi scha mi K edi e s an-
den, dann we den ganz o enba No men ge o de , die die Mög-
lichkei en jedwede spezi ischen Bankpoli ik übe s eigen. Ein sol-
ches Ziel is nu übe die S eue ung de Einnahme-Ausgabe-Pläne
alle Wi scha ssubjek e zu e eichen. In diese Rich ung ziel die
mone ä e Konjunk u poli ik und de O diese gese zlich zu egeln,
is das Bundesbankgese z und nich das KWG. Den Anschein des
„Bankpoli ischen" ha die Vo s ellung on de „E hal ung de
Funk ions ähigkei des K edi appa a es" im Sinne de Siche ung
aus eichende K edi e so gung ielleich deshalb, weil diese Poli-
ik bei den Banken anse z , bei de Ve ände ung de Zen albank-
geldbes ände des Geschä sbankensys ems und dann meh ode we-
nige gu gekoppel bei de Ve ände ung de Neuausleihungen und
des K edi olumens.
3. Von da an bis zum U eil, das Ziel „Siche ung de Un e s ü zung
de No enbankpoli ik du ch die Geschä sbanken" sei kein spezi-
isch bankpoli isches, is es nich wei . Ich habe an ande e S elle
solche Vo s ellungen aus üh lich un e such 2. Rech ssys ema isch ge-
hö es nich in den Kon ex eines bankpoli ischen Gese zes, auße -
dem is die Aussich , mi Banks uk u no men die gewünsch en
Wi kungen zu e eichen gleich Null. Man soll e deshalb Konjunk-
u - und No enbankpoli ik on Bankpoli ik s e s saube ennen.
A. Schließlich bleib als ie e Ziel o s ellung eine we bewe bspoli i-
sche. Im KWG ich en sich posi i e we bewe bspoli ische No men
au den We bewe b mi Zinskondi ionen (§ 22, § 23 (1) KWG)
und mi de We bung (§ 23 (2) KWG). Man muß bei diesen No -
1 S ü ze , W., Bankpoli ik — heu e und mo gen, F ank u 1964, Tz. 10-41.
2 K ümmel, H. J., Liquidi ä ssidie ung im Bankwesen, in: K edi und Ka-
pi al, 1. Jg. (1968), S. 273 .
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men die his o ische En wicklung und dami die En wicklung ih e
Ziel ich ung im Auge behal en. Die Zins egelung ha e u sp ünglich
we bewe bsbesch änkenden Cha ak e . We bewe bsbesch änkung
wa indessen kein selbs ändiges Ziel. Vielmeh wa Ziel de Zins-
egelung Gewinnga an ie zu Ve hinde ung sogenann en „ uinösen
We bewe bs". Man sieh heu e deu lich, daß die Zins egelung seh
iel We bewe b inhibie ha e, meh als nu den „ uinösen". Eine
de G ünde ü eine ela i e S abili ä de Eigenkapi alan eile de
Banken bis zu Mi e de sechzige Jah e kann in de Spannenga an-
ie gesehen we den. Und ein zwei e häng mi elba ebenso mi ih
zusammen: Die Zins eigabe ha schon ü sich genommen so iel
We bewe b geb ach , daß die K edi ins i u e z. T. wohl auch aus
Ren abili ä sg ünden zu Expansion des Geschä s olumens ge-
d äng wu den. Dami abe e b ei e e sich die Bezugsbasis des
Eigenkapi alan eils.
Man sieh , daß die Zins egelung au das bankpoli ische Ziel Einle-
ge schu z übe Sol enzsiche ung hinauslie . We bewe bspoli isch
wa nich das Ziel, sonde n we bewe bspoli isch wa de Ansa z-
punk bankpoli ische Maßnahmen. Das gleiche gil ü die Be-
sch änkungen de Bankwe bung. Unlau e e We bung zu e hin-
de n, is nich spezi isch bankpoli isches Ziel. Abe da um allein
ging es nich : Meh als udimen ä e We bung wu de schlech hin,
wie die mi den Zinskondi ionen, als Ansa zpunk eines sol enz-
schädlichen We bewe bs be ach e . His o isch gesehen sind also die
We bewe bs egeln des KWG als Einlege schu z egeln en s anden.
Wo imme heu e We bewe bspoli ik im Bankwesen in Rede s eh ,
en s ehen Reibungs lächen zu Einlege schu zpoli ik. Meh We bewe b
b ing as imme höhe e Risiken (höhe e Einzel isiken bei K edi en und
Be eiligungen, höhe e Planungs isiken in de Kapazi ä s- und Ma k -
planung) ode e üh zu ge inge e Risikodeckung. Diese Reibungs-
lächen sind ein Indiz da ü , daß we bewe bspoli ische Ziele, auch wenn
sie beim Bankwesen anse zen, on bankpoli ischen e schieden sind.
Kennzeichnend is , daß das Au e en we bewe bspoli ische F agen
s e s sogleich die No wendigkei mi sich b ing , das ö en liche In e esse
des we bewe bspoli ischen Zieles gegen das des bankpoli ischen Zieles
„Einlege schu z" abzuwägen.
Man könn e meinen, zu Bankpoli ik gehö e jede au die Ve ände ung
de S uk u des Bankwesens in seinen G uppen ( on de Umwidmung
de ö en lichen Spa kassen au ein subsidiä e Leis ungen bis hin zu
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Bankpoli isdie No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 527
Banken e gesellscha ung ode -Ve s aa lichung) und jede au die Ve -
ände ung des K eises e laub e Bankgeschä e ( on dem Ve bo speku-
la i e Anlagen bis zu Ausgliede ung de Be eiligungen und de Sub-
s i u ion des Depo s imm ech s du ch noch Unbekann es) ge ich e e Maß-
nahme. Abe auch hie is Vo sich am Pla ze. Ich will die F age nich
e ie en, ob Ausgliede ung de Bankbe eiligung au g und eine bank-
poli ischen ode au g und eine gesellscha spoli ischen Ziel o s ellung
ge o de wi d. Das KWG geh om Uni e salbanksys em als Axiom
aus. Man kann die Ein üh ung ande e Axiome als Bankpoli ik, als
Bankens uk u poli ik, bezeichnen. Den be iebswi scha lichen Wi kun-
gen de Wahl eines neuen Axiomensys ems we de ich hie nich nach-
gehen.
II. Bankpoli ik mi einlege schü zenden No men
1. Einlege schu zpoli ik un e e ände en Bedingungen
Es gib in de Bankwissenscha keinen e ns ha en Dissens da übe ,
— daß es nich „die besonde e Na u " des Bankgeschä s ode die „be-
sonde e Na u " bankspezi ische Leis ungen
— und daß es auch nich besonde e Risiken, e wa im Sinne na u gege-
ben besonde s hohe Einzel isiken ode na u gegeben besonde s
schlech di e si izie e ode di e si izie ba e Po e euilles sind, die
bankpoli isdie Schu zno men no wendig machen. Es sind ielmeh
— die im Ve häl nis zum Geschä s olumen und zu den in diesem meh
e mu e en als gemessenen Risiken ex em nied igen ha enden
Mi el
— und die Eigenscha en ypische Bankgläubige , die solche besonde en
Schu zgese ze allen alls beg ünden können.
Ich kann mich auch hie ku z assen: Fü das G os de K edi ins i u e,
ü alle jene, die mi Un e schieden in den Schwe punk en ih es So -
imen s als Uni e salins i u e bezeichne we den können, lieg das Ve -
häl nis zwischen den ha enden Mi eln nach § 10 KWG und ih em
Geschä s olumen bei höchs ens d. 6 %>, meis ens da un e , in Einzel-
ällen un e 2 %. Und das alles mi sinkende Tendenz. Nu wenn man
als s e s gegeben un e s ell , jedes Uni e salins i u habe sein Po e euille
s a k di e si izie und hal e so die du chschni lich e wa e e Ve lus -
quo e au einem eben so nied igen Ni eau wie sein Eigenkapi al, könn e
man übe solche Deckungs e häl nisse schlich zu Tageso dnung übe -
gehen. Is das nich siche , so schließ sich die F age an, ob die schwache
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Risikodeckung bei Banken gewe bepolizeilich ebenso hingenommen we -
den kann wie bei eine schwach kapi alisie en Indus ieun e nehmung,
de en Gläubige du ch kein spezielles Schu zgese z gesiche we den.
Die Exis enz des KWG zeig , daß de Gese zgebe ein besonde s
schu zbedü iges In e esse sieh . Dieses In e esse lei e sich da aus ab,
daß sich un e den Bankgläubige n iele be inden,
— die übe nu wenig Ve mögen e ügen, de en Bankeinlagen als Exi-
s enz ese en eine s ä ke en Siche ung bedü en (sozialpoli ische
Aspek des Einlege schu zes),
— die übe e gleichsweise ge inge wi scha liche Bildung e ügen
und dahe nich einmal die ela i dü igen e ö en lich en In o -
ma ionen übe die Lage ih e Bank ode des gesam en Bankwesens
zu einem Boni ä su eil e a bei en können (in o ma ionspoli ische
Aspek des Einlege schu zes),
— die schließlich ex em isikoa e s sind, schon beim ge ings en Ge üch
ne ös we den und ih e Einlagen ohne Rücksich au Fälligkei und
Kündigungs is abzu u en ach en ( e hal enspsychologische
Aspek des Einlege schu zes).
In Zei en, in denen die Ve schä ung on Risikodeckungs egeln und
die Komple ie ung on Eing i s ech en de Bankau sich sbehö de be-
o s ehen, e schein es angeb ach , da au hinzuweisen, daß de Fo all
nu eine de genann en Bedingungen ü das U eil übe die Sachge-
ech hei de No men des KWG g a ie end ande e P ämissen se z . Läß
sich z. B. un e s ellen, de e hal enspsychologische Aspek des Einlege -
schu zes — die un-Ge ah — sei du ch leis ungs ähige Einlagensiche-
ungs-Sys eme und du ch ein on de Au sich sbehö de gegen die Gläu-
bige eine Bank anzuo dnendes Mo a o ium wi ksam blockie , so be-
kommen die Risikodeckungs egeln des KWG ein ande es Gesich als
ohne solche Vo keh ungen. Ohne solche Vo keh ungen de di ek en Ein-
lagensiche ung — also un e den Bedingungen wie sie wenigs ens a -
sächlich bis 1974 gehe sch haben — hä e ein Einlege schu zgese z au
die Ve hinde ung des un-Falls ge ich e sein müssen. Das heiß :
1. Es hä e ein geschä spoli isches Ve hal en e langen müssen, bei dem
es jede Bank jede zei möglich gewesen wä e, alle Ve bindlichkei en
aus de Liquida ion ih e Ak i en zu be iedigen.
2. Diese Po enz hä e dem Einlege publikum im o aus so zwingend
da ge an we den müssen, daß es auch bei Nach ich en übe einge e-
ene K edi e lus e on de o daue nden Boni ä seine Bank übe -
zeug bliebe.
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Bankpoli isdie No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 529
Es is diese le z e Ve hal ensbedingung, an de jedes indi ek e Einla-
gensiche ungs-Sys em, das sich wie das KWG au bloße Einhal ung on
isikopoli ischen Regeln s ü z , schei e n muß. Man übe zeug sich leich
aus Gese zesbeg ündung und Kommen a en, daß das KWG den un-
Fall soga e s ga nich ins Auge aß .
Auch die S ü zelsdie Einlege schu zbilanz3 — nach wie o de einzige
geschlossene Ansa z ü die un- e hinde nde Publizi ä isikopoli ische
Wohl e hal ens egeln und mi seinem Ansa z als eine Sonde bilanz mi
speziellen Risikoabsch eibungen auch echnisch eine bishe nich übe -
o ene Lösung — wi d in e ns ha en Ve lus ällen ode bei Ge üch en
übe solche Ve lus e nich genügend Ube zeugungsk a haben, um die
Einlege bei de S ange zu hal en.
Bes ehen dagegen leis ungs ähige kollek i e Einlagensiche ungs-Sys e-
me de Ins i u sg uppen (ode soga ein sog. Ube lau -Sys em des ge-
sam en K edi gewe bes) und i es zu, daß das Ve sp echen solida i-
sche Ha ung und di ek e E sa zzahlungen des Siche ungs-Sys ems an
die Einlege in de en Augen die Siche hei ih e Einlagen on de Boni-
ä ih e Bank hin eichend lös , so ände n sich die An o de ungen, die
man an isikopoli ische Regeln des KWG zu s ellen ha . Nunmeh be-
deu e spezielle Gläubige schu z im Bankwesen: Siche ung de Einla-
gensiche ungs-Sys eme o Ve lus en aus mangelha e Risikopoli ik
ih e Mi gliede . Es ha hie nich nu eine Ve schiebung au einen ande-
en Risiko äge s a ge unden. Gel en im Einlege publikum Ha ungs-
masse und Liquidi ä szugang des Siche ungs-Sys ems als aus eichende
Ve auensbasis, so is de un-Fall (de Maximalbelas ungs all S ü zeis)
nich meh die sachge ech e Basis ü die Fo mulie ung isikopoli ische
Wohl e hal ens egeln im KWG. Je z , wohlgeme k e s je z , eich es
hin, bei de Fo mulie ung solche Regeln au eine Anlagepoli ik abzu-
s ellen, de en Ve mögens e lus isiken aus dem planmäßigen Geschä
in de Einschä zung des Gese zgebe s die o handenen Deckungsmi el
nich übe s eig . Faß man das Bewe ungsp oblem „Risikomessung" ins
Auge, so zeig sich alle dings, daß die „En schä ung des Belas ungs-
alls" p inzipiell keine E leich e ung b ing . Im Maximalbelas ungs all
bes eh das Bewe ungsp oblem da in, ü einen hypo he ischen, in i -
gend einem zukün igen Zei punk liegenden un-Fall mi den gegen-
wä igen In o ma ionen die Liquida ionsdisagios alle Ak i en zu be-
s immen. In dem nunmeh zug unde zu legenden Belas ungs all muß
mi den gegenwä igen In o ma ionen ü einen zukün igen Zei punk
3 S ü ze , W., Bankpoli ik, Tz. 79 - 102.
34 K edi und Kapi al 4/1975
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das Aus all isiko bes imm we den. Angesich s de ielschich igen Ve -
häl nisse s a k un e schiedliche K edi ins i u e is die No mie ung de
Bewe ungs e ah en allemal seh schwie ig.
Das Risiko des Einlagenabzugs wegen nich aus eichende Di e si i-
ka ion de Passi sei e — also ein Risiko hohe e agsgemäße Ab-
züge — und das Risiko des massie en Einlagenabzugs o z gu e Boni-
ä des K edi ins i u s (also wide ein e nün iges U eil) habe idi nich
aus dem Auge e lo en. In beiden Fällen komm es zu einem Sol enz-
isiko, wenn Un ollkommenhei en des Bankgeldma k es die Zwischen-
inanzie ung solche Abzüge o z de o handenen Boni ä des K edi -
ins i u s nich e laub . Das is genau die Lücke, in die die Liquidi ä s-
Konso ialbank (Liko-Bank) hineingeg ünde wo den is . Ob sie die
Lücke üll , is noch
o en.
P oblema isch kann die e o de liche Boni ä s-
p ü ung we den, die ohne zei liche Ve zöge ung zu einem E gebnis kom-
men muß. P oblema isch is abe — ähnlich wie bei den Sonde p ü un-
gen des Bundesau sich sam es ü das K edi wesen (BAK ed.) wenig-
s ens bishe — die Publizi ä swi kung de Inansp uchnahme de Liko-
Bank. Wie kann man ausschließen, daß das einen S ü zungsan ag s el-
lende Ins i u ge ade e s du ch das Bekann we den eine solchen Maß-
nahme dem massie en Einlagenabzug ausgese z und dami in die In-
sol enz ge ieben wi d?
2. Spezielle Gläubige schu z
ode Siche ung de Exis enz on Banken?
Die F age, ob das Ziel eines bankpoli ischen Schu zgese zes „Schu z
de Einlege o Ve mögens e lus en" ode „Siche ung de Exis enz on
K edi ins i u en" sein soll e, kann man ohne Rückg i au die Übe le-
gung bean wo en, daß o ale Exis enzsiche ung und We bewe bswi -
scha sich ausschließen. Ziel is — wie wi sahen — Einlege schu z. Exi-
s enzsiche ung is eine e was i e üh ende Vokabel ü einen Weg zum
Einlege schu z.
Ganz da on abgesehen, daß Exis enzsiche ung bei Unsiche hei s e s
nu den Wah scheinlichkei sg ad de Plane wa ungen de Bank haben
kann — sie is im Sinne eine Ve besse ung de Risikosi ua ion bei K e-
di ins i u en sowohl im indi ek en Einlege siche ungs-Sys em als auch im
di ek en Einlagensiche ungs-Sys em nu das mi elba e E gebnis de Ein-
hal ung on Wohl e hal ens o sch i en, die sich unmi elba au spe-
ziellen Gläubige schu z ich en.
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Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 531
Beim indi ek en Sys em in de Fo m des gel enden KWG soll isiko-
poli isches Wohl e hal en ganz Vo de g ündig, das Au e en on
Ve lus en, die nich du ch ha ende Mi el gedeck sind, übe haup
wenige wah scheinlich machen. Beim indi ek en Sys em in de
Fo m de Einlege schu zbilanz soll — iel meh zum Ke n de Sache
o s oßend — isikopoli isches Wohl e hal en die Basis ü eine e au-
enss ä kende Bankenpublizi ä abgeben. Beim di ek en Einlagensiche-
ungs-Sys em is isikopoli isches Wohl e hal en eine no wendige, abe
noch nich hin eichende Bedingung ü die Leis ungs ähigkei des Sy-
s ems. Eine nich bezwei el e Leis ungs ähigkei des Sys ems abe wiede -
um is de e auenss ü zende, den un-Fall ausschließende Ta bes and.
G undsä zlich kann man nun isikopoli ische No men in den Sa zun-
gen de Einlagensiche ungs-Sys eme wie in einem K edi wesengese z un-
e b ingen. Unabdingba is un e de P ämisse eines o daue nden ö -
en lichen In e esses an de Siche ung de Einlege o Ve mögens e -
lus en abe , daß diese No men die „s ell e e ende Risikoa e sion"
(„s ell e e end ü das schu zbedü ige Rech ssubjek Einlege ") des
Gese zgebe s abbilden. Man kann die isikopoli ischen Wohl e hal ens-
egeln dahe nich in das eie E messen des jeweiligen Sa zungsgebe s
des solida ischen Siche ungs-Sys ems geben. Die saube s e Lösung is , die
isikopoli ischen No men des KWG au die neue Si ua ion — mi di ek-
en Einlagensiche ungs-Sys emen de Ins i u sg uppen — abzus immen
und sie nach wie o als unmi elba es gewe bepolizeiliches Bank ech ,
auße dem abe als Minimal o mulie ung sa zungs ech liche Ein i s-
und Geschä sbedingungen de Einlagensiche ungs-Sys eme o zu-
sch eiben.
E wa in diese Rich ung geh auch de Sa zungsen wu ü ein e -
besse es Einlagensiche ungs-Sys em de p i a en Banken. De Reku s
au die Einhal ung de Risikono men des KWG is o gesehen. De Sa -
zungsgebe ha alle dings zwei minis e ielle Ins anzen zu Ve handlungs-
pa ne n, nich nu das Bundes inanzminis e ium als Bankau sich s es-
so , sonde n auch das Bundeswi scha sminis e ium als we bewe bspoli-
isches Resso . Man kann die Sa zungsdiskussion als bequemes Beispiel
ü die Zielkonku enz und die Abwägung des übe wiegenden In e esses
bei de Fo mulie ung bankpoli ische No men benu zen.
De Bankau sich muß da an liegen, daß das Einlagensiche ungs-Sy-
s em ie Haup bedingungen e üll :
1. Die Mi gliede müssen ü den Fall de Inansp uchnahme des Sy-
s ems aus eichende Einschußzusagen machen — sie müssen da ü
insgesam s e s übe hin eichende liquide Bes ände e ügen.
M*
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538 Hans-Jacob K ümmel
zeigen6: „Einwi kungsmöglichkei en des Minis e iums un e kapi al-
ma k poli ischen Gesich spunk en können sich alle dings nu au die
Gesam hei de Anleihewünsche wäh end eines bes imm en Zei aums
beziehen. Keines alls da dami die P i ilegie ung de K edi au nahme
eine bes imm en Emi en eng uppe e bunden sein." Sie sehen, es geh
schon um nuancie e Auslegungen. Schließlich sei be ich e , daß maß-
gebliche P ü e des FDIC ge o de haben, Risikodeckungs egeln de
Bankau sich seien ak i zu Eindämmung übe mäßigen Bankwachs ums
einzuse zen. Sie seien dazu ein legi imes und ge ech e iges Mi el.
Rech e igung is o enba ausgeblieben. S a dessen ha es eine on
einigen Mi gliede n des Boa d o Go e no s des Fede al Rese e Sys ems
ange eg e Deba e gegeben, ob nich Bankau sich (Bank egula ion) und
mone a y policy in eine Behö de zusammenge aß we den soll en. Sie
sehen, auch d üben is die T ennung de Ziele ein ums i enes P oblem.
4. Im Zuge de ans ehenden KWG-No elle is die F age ums i en,
ob zu den isiko ep äsen ie enden Bes änden auch die e bindlichen
K edi zusagen zu zählen seien. Welche be iebswi scha lichen Wi kun-
gen das hä e, will ich hie nich in ex enso da un. Die Ve bände des
K edi wesens a gumen ie en gegen diese Ände ung in e s e Linie mi
dem Hinweis au die Bedeu ung de Zusagen als inanzielle Disposi ions-
ese e g oße Un e nehmen. De en Bedeu ung kann man a sächlich
nich un e schä zen. In meinem Ins i u haben empi ische Un e suchun-
gen e geben, daß on allen denkba en inanziellen Anpassungsmöglich-
kei en die Hal ung on K edi zusagen mi wei em Abs and an e s e
S elle s eh (wenigs ens solange das gegenübe den ande en Möglich-
kei en e gleichsweise billig is ). A gumen ie man nich on de Wi -
kung he , sonde n aus dem Siche ungsziel des Gese zes, so is zu agen,
ob die Zusagen in dem im Gese z zu un e s ellenden Belas ungs all ein
Risiko sind. Dabei gib es eine kleine logische Schwie igkei . Man muß
zunächs bedenken, daß die mögliche weise isikobeha e en Bes ände
heu e gemessen ü das U eil übe einen in unbes imm e Zukun ein-
e enden Engpaßzus and zu be ach en sind. Geh man om un-Fall
aus ( eines indi ek es Einlege siche ungs-Sys em), so sind die („Bes ände
an") Zusagen heu e so anzusehen wie ebensolche bei Ein i des Maxi-
malbelas ungs alles. T i abe diese ein, so we den Zusagen nich meh
e ek uie . E go: Zusagen sind keine Risiken, sie sind nich zug unde
zu legen. Geh man abe on de Exis enz eines leis ungs ähigen di ek en
6 on
Rosen,
R., Wie man mi dem § 795 BGB lenken kann, Zei sch i ü
das gesam e K edi wesen, He 5/1975, S. 180 .
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Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 539
Einlagensiche ungs-Sys ems aus, dann können Zusagen auch bei Ein i
des Belas ungs alls (hie : du chschni lich e wa e e Ve lus e) om K e-
di kunden noch abge u en we den. E go: Zusagen sind anzuse zen.
Nimm man nun noch hinzu, daß sich das Au sich sam bei Nich ein-
beziehung de Zusagen dem A gumen ausgese z sieh , eine Inansp uch-
nahme übe die gebo enen G oßk edi g enzen könne leide nich e -
mieden we den, da Zusagen e bindlich gegeben wo den seien, dann ha
man ein gu es Beispiel da ü , daß die sachge ech e Bes immung siche-
ungs ele an e Ta bes ände s e s en wede eine En scheidung ü einen
un e meh e en gu en G ünden ode abe einen Komp omiß e o de .
Ich hal e meh on den ap e en En scheidungen.
Dami will ich es de Beispiele zum e s en P oblemkomplex und seinen
bankgeschä lichen Wi kungen genug sein lassen.
Zu b): Sachge ech e Ve knüp ung siche ungs ela i e Ta bes ände
1. Ein Beispiel zu diesem zwei en P oblemk eis wa schon en passan
e ledig : Die F age, ob § 12 KWG ich ig kons uie is . Ein ganze
Komplex solche Beispiele läß sich aus den Di e si ika ions egeln des
KWG ziehen. Eine Fehl e knüp ung is bishe o enba § 13 (3) KWG
gewesen, in welchem G oßk edi e insgesam im Ve häl nis zum gesam en
K edi olumen beg enz we den. Rich ig is es, jede G oßk edi beg en-
zung an die ha enden eigenen Mi el anzuhängen7. So wie alle Di e -
si ika ions egeln des § 13 KWG im Kon ex des Gese zes kons uie und
placie sind — als isolie e E gänzung zu allgemeinen Risikodeckungs-
egel des § 10 mi G undsa z I BAK ed. — sollen sie siche n, daß de Aus-
all eines ode meh e e G oßk edi e nich unmi elba zu Ube schuldung
üh . Die Ände ung des § 13 (3) KWG is also ko ek .
2. K i ik ich e sich gegen den ein quan i a i en Ansa z de Di e -
si ika ions egeln. Sowei dami die F age un e schiedliche Quali ä de
Boni ä sp ü ung gemein is , haben wi das be ei s behandel . Gemein
is abe auch, § 13 KWG e zwinge Di e si ika ion nu als Risikoze -
ällung (Di e si ika ion de möglichen Ve lus be äge) und nich auch
als Risikos euung (Di e si ika ion de Ein i su sachen on Ve mö-
gens e lus en). Gese zgebe und Au sich sam we den diese be ech ig e
K i ik nich be ücksich igen können. Sie sind nich nu deshalb da an
7 Es lohn sich kaum, den i alen, abe p ak isch nich gegebenen Ausnah-
me all, daß K edi olumen und Ha ungskapi al s e s ein kons an es Ve häl -
nis zueinande au weisen, anzume ken.
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540 Hans-Jacob K ümmel
gehinde , weil die Au sich die Boni ä sp ü ung nich zu Zei de Risi-
koübe nahme (also o de K edi en scheidung mi de Wi kung de
Übe nahme on En scheidungs e an wo ung du ch die Bankau sich )
ih e sei s übe p ü en kann. Audi nich nu , weil selbs die spä e e Übe -
p ü ung on K edi en scheidungen om Pe sonalau wand he unsinnig
is . Sonde n und o allem auch deshalb, weil sich kein Weg zeig , ein-
ache und jus iziable Vo sch i en ü K edi ähigkei sindizien zu o -
mulie en, die zudem noch hin eichende F eihei en ü das ach- und
sachge ech e bankindi iduelle Risikou eil lassen.
3. Zu den Di e si ika ions egeln abe noch ein heo e ische Hinweis.
Geh man on einem geschlossenem Modell des K edi en scheidungsp o-
zesses aus, so bedeu e Di e si ika ion P ü ung schlech weg jeden En-
gagemen s au seinen Risikobei ag zum gesam en Po e euille de Bank
bei einem gegebenen Ha ungskapi al. M. a. W. jedes einzelne Engage-
men da wede wegen seine möglichen Ve lus u sachen noch auch
wegen seines Risiko olumens das Gesam isiko in ein nich zulässiges
Ve häl nis zum ha enden Eigenkapi al b ingen. Es is die T ennung de
allgemeinen Risikodeckungs egel (§10 KWG mi G undsa z I BAK ed.)
on den Di e si ika ions egeln (§13 KWG) — eine T ennung, die die
leich e Rechenba kei siche — welche zu de oben ela i ums ändlich
einge üh en Ziel o mulie ung ge üh ha : Es soll gesiche we den, daß
de Aus all eines ode meh e e G oßk edi e nich unmi elba zu Ube -
schuldung üh . De G undsa z I miß die au g und o handene Be-
s ände du chschni lich e wa e en Ve mögens e lus e am Ha ungskapi-
al. De § 13 KWG se z den Aus all des G oßk edi s — dessen be-
sonde e Eigenscha es is , s e s in eine ü Wah scheinlichkei saussagen
zu schmalen E hebungsmasse s a zu inden — ins Ve häl nis zum Ha -
ungskapi al. Die Di e si ika ions egeln basie en also nich au dem E -
wa e en, sonde n au dem mangels In o ma ion Unbekann en. Das is
abe , wie nochmals in E inne ung zu b ingen is , eine Folge de T en-
nung on de allgemeinen Risikodeckungs egel.
7.u c): Bes immung des Siche ungsni eaus
Lassen Sie mich nun zu eigen lichen c ux de bankau sich lichen Risi-
kobeg enzung kommen. De Gese zgebe muß ein quan i a i es Ve -
häl nis de Ve knüp ung des Anlage isikos mi dem Deckungs a bes and
angeben, welches seinem eigenen G ad „s ell e e ende Risikoa e sion"
en sp ich . Sind die Risiko a bes ände in sich komplex, wi d zudem die
Risikobeg enzung noch in meh e e No men au gespal en, we den Risiko-
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Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 541
a bes ände indi ek gemessen, allen wich ige, das Gesam isiko beein-
lussende Fak o en wie die Risikos euung aus G ünden unabdingba e
No men e ein achung aus, so bes eh wenig Ho nung, daß eine Bank-
au sich ode i gend ein achkundige Be a e in übe zeugende Weise
das einzuhal ende Siche ungsni eau wi d jemals undie angeben kön-
nen. Es is in diese Si ua ion müßig, sich übe eine absolu e Ni eau-
bes immung zu un e hal en. Bes immung des Siche ungsni eaus muß in
diese Lage die Möglichkei en ela i e Bes immung einschließen.
Rela i e Bes immung des Siche ungsni eaus lieg z. B. o , wenn bei
s ändig sinkenden Eigenkapi alan eilen das Risikomaß so e ände
wi d, daß au je 100 DM Bes and an iskan en Ak i a ein höhe e DM-
Be ag an Eigenkapi al ge o de wi d. Dies, um Eigenkapi albildung
indi ek zu e zwingen. Basis diese Maßnahme is de Sa z: Sinkende
Eigenkapi alan eile sind pe se bankau sich lich une wünsch , gleich iel,
ob bei den de zei gegebenen Risiken das Eigenkapi al noch aus eich
ode nich .
Eine A ela i e Bes immung des Siche ungsni eaus lieg auch bei
eine E scheinung o , die ich ge n „degene ie e No men" nenne. Hie
wi d das quan i a i e Ve knüp ungs e häl nis zwischen Risiko a bes and
und Deckungsmi eln in die Nähe jene Rela ion geleg , bei de banken-
s a is isch kein Ins i u ode doch nu seh wenige und unbedeu ende
eine Einsch änkung ih e Geschä sen al ungschancen hinnehmen müs-
sen. Hie komm nun abe in de No m die Risikoa e sion des Gese z-
ode Ve o dnungsgebe s ga nich zum Ausd uck. De Gese zgebe se z
sich auch nich de K i ik de Be o enen aus.
Das u e indessen bei dem gleichen s a is isch beg ünde en Ansa z,
wenn e — wie bei dem o gesehenen neuen § 13 (3) KWG — einen nen-
nenswe en K eis on Be o enen p oduzie . Ich sp eche dann on
übe zogenen No men (Wäh end bei „degene ie en No men" die No m
an die Ve häl nisse im Bankgewe be angepaß is , e weige n die Banken
bei „übe zogenen No men" die Anpassung de Ve häl nisse, wobei ich
o en lasse, ob de Te minus „übe zogen" om S andpunk de Bank-
au sich akzep ie we den kann). Dann zeig sich auch de ganze Nach-
eil, de da in bes eh , keine Me hode ü die absolu e Bes immung des
Siche ungsni eaus zu haben. Ich denke alle dings, daß auch keine de
Be o enen ein Ve ah en absolu e Ni eaubes immung en gegenhal en
kann. So läu alles da au hinaus, die nich s eng beg ündba e, abe
auch nich s eng wide legliche Ansich des Gese zgebe s, Banken hä en
zu wenig ha ende eigene Mi el (ode zu iel Risiken), mi Plausibili ä s-
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542 Hans-Jacob K ümmel
und Zumu ba kei sa gumen en zu e schü e n. Beide Sei en sind hie in
eine unbe iedigenden und un e schulde en Ve handlungssi ua ion.
Un e den Plausibili ä s- und Zumu ba kei sa gumen en spielen die
wich igs e Rolle die, die au Wi kungen bankau sich liche No men au
die P axis des Bankgeschä s e weisen.
III. 'Wi kungen bankpoli ische No men
und ih e Ve ände ung au das Bankgeschä
Schon bis hie he ging es um die iel äl igen Wi kungen, die bank-
poli ische No men zei igen. So wa es ein zen ale Sa z, daß jede Risi-
kobeg enzungsno m die Geschä sen al ungschancen de Rech sun e -
wo enen beg enz . Mi einem Ka alog on Wi kungsg uppen komme
ich zum Ende meine Aus üh ungen:
1. D uck au die Boni ä ss anda ds
Einen D uck au solide Boni ä ss anda ds im K edi geschä und bei
ande en Anlagen de Banken wi d beispielsweise bei de Ein üh ung
eines di ek en Einlagensiche ungs-Sys ems be ü ch e , wenn es nich ge-
ling , Geschä sbedingungen zu ixie en, die spekula i e Engagemen s
im Hinblick au die Solida ha ung des Sys ems e hinde n. Vom D uck
au Boni ä ss anda ds ha e ich auch im Zusammenhang mi No men
gesp ochen, bei denen Risikoklassen nach Maßgabe de Besiche ung ge-
bilde we den.
2. Ma k an eil e schiebungen un e den Ins i u sg uppen
Das is eine häu ige E scheinung im Be eich au sich liche No men.
Man denke e wa an die He ausnahme g undp and ech lich gesiche e
Da lehen aus den Risikodeckungsno men des KWG. In einem K edi -
sys em, in dem die An eile des lang is igen und des ku z is igen Ge-
schä s s a k un e schiedlich e eil sind, muß, we die He ausnahme
will, We bewe bswi kungen in Kau nehmen.
3. So imen s e ände ungen
Da ü mag hie de § 18 KWG und de In es i ions a enk edi s ehen.
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Bankpoli isdie No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 543
4. Ve ände ung on Leis ungselemen en
einzelne Bankleis ungen
Fü die Indus iekundscha is die e bindliche K edi zusage ein
we olles Leis ungselemen de Bankleis ung „K edi wäh ung". Komm
es a sächlich dazu, daß die Einbeziehung de Zusagen in den Risiko a -
bes and de G oßk edi egelung die K edi ins i u e e anlaß ode ga
zwing , die Zusagen einzusch änken, so is de Indus iek edi nich meh
das, was e wa . E ha ein wesen liches Leis ungselemen e lo en. Ob
es sowei komm , mag man bezwei eln. Nach dem „Sechs achen* is das
„Ach ache" im Gesp äch. Umgehungen du ch eine modi izie e Fo m de
Zusagen sind im Hea ing sozusagen schon angekündig . Fal e man das
P oblem in die Einzelbeziehungen zwischen je einem K edi ins i u und
je einem Indus iekunden auseinande , so wi d sich in zahl eichen Fällen
zeigen, daß Zusagen e was knappe en Zuschni s als bishe imme noch
ein eichliche Disposi ionsspiel aum ü den Kunden sind.
5. Ve eue ung on Bankleis ungen schlech hin
Wi k die Ve ände ung eine bankau sich lichen No m — z. B. des
§14 KWG — zwa di ek nu au spezielle Ins i u sg uppen (Gi ozen-
alen, Zen alkassen, iliallose Regionalbanken), indi ek jedoch übe
den Zwang zu Konso ialbildung au eine iel b ei e e Schich on K e-
di ins i u en und sehen sich alle diese Ins i u e gezwungen, höhe e An eile
ih e Kapazi ä „K edi bea bei ung" in das gleiche Gesam olumen an
Ausleihungen zu s ecken, so we den sie ih e Kondi ionen heben. Mag bei
s a ke G uppenkonku enz einem einzelnen ode eine G uppe on
Ins i u en eine Ma k übe wälzung des Äqui alen s höhe e Fixkos en-
auslas ung nich gelingen, seh ielen Ins i u en gleichzei ig geling sie
bes imm .
6. Konzen a ionswi kungen
Den gleichen Fall kann man in Rich ung au Konzen a ions endenzen
hin übe denken. Wi d es — wenn die düs e s en Vo aussagen des K edi -
gewe bes ein e en — als Folge de e schä en G oßk edi beg enzung
eine Konzen a ions welle geben? Ich will die F age und meine Ve -
mu ung, daß die düs e s en Vo aussagen nich ein e en und allen alls
eine zunehmende Koope a ion on Ins i u en inne halb de Ins i u s-
g uppe gesuch wi d, nu andeu en. Eine e s ä k e Koope a ion e schein
mi un e we bewe bspoli ischem Aspek nich bedenklich. Sie wi d
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544 Hans-Jacob K ümmel
wede die s a ke ö liche, noch die ebenso s a ke übe ö liche G uppen-
konku enz im deu schen K edi gewe be spü ba e minde n.
7. Ren abili ä swi kungen
Das klassische Beispiel eine Ren abili ä sWi kung bankau sich liche
Eing i e is die Zinsbindung au g und § 23 KWG, wie sie bis 1967
bes anden ha .
8. Ein lüsse au das Wachs um
Die Besei igung de Spannenga an ie b ach e — wie Sie wissen —
dem deu schen K edi wesen ein öllig neues „We bewe bsge ühl". Neue
Bankleis ungsa en, meh We bung, u. a. auch mi den Kondi ionen,
meh Se ice, haben nich nu die So imen e umgewandel . Sie haben
auch die Kundscha p eisbewuß e gemach und zu Sch ump ung de
Gewinnspannen ge üh . Dami sank die Möglichkei zu Gewinn hesau-
ie ung. Eine Ve besse ung de Ren abili ä slage ha man o allem übe
das Wachs um des Geschä s olumens gesuch . Übe wiegend nich mi
dem e ho en E olg. Die g öße en Volumina e o de en g oße Kapa-
zi ä en, o allem im Pe sonalbe eich. Dami band man sich an Fix-
kos enblöcke, die auch noch du ch explosi e Ta i anhebungen schwe e
gemach wo den sind. Das wa (neben ande en, ehe noch s ä ke en
Phänomenen) ein S ück Wachs umsd uck aus dem Weg all de Zins-
bindung. Nun is abe mi wachsenden Geschä s olumina de Eigen-
kapi alan eil gesunken. E is wei hin so s a k gesunken, daß meh und
meh Ins i u e gegen G undsa z I BAK ed. und gegen ande e Risikobe-
g enzungs egeln e s oßen. Fü diese Ins i u e sind nun bankpoli ische
No men Wachs umsb emsen.
Die wachs umshemmenden und wachs ums ö de nden Wi kungen
bankau sich liche No men kann man zum Anlaß nehmen, an die
Schwie igkei en zu e inne n, die ü die P ü ung eine bankau sich lichen
No m au Zumu ba kei ih e Wi kungen da aus en s ehen, daß eine
Wi kung zahl eiche U sachen haben kann, und daß man in olgedessen
keine U sache ih en An eil an de Wi kung logisch ich ig zu echnen
kann. Das b ing ein zusä zliches Elemen schille nde Fa bigkei in
Deba en übe KWG-No men übe haup und übe die Ände ung de -
selben. Was wa de Wi kungsan eil de iel äl igen Mi u sachen unse es
Bankenwachs ums sei de Mi e de 50e Jah e? Wa das
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Bankpoli isdie No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä 545
— de An eil de Megalomanie on Bankmanage n
— de An eil des allgemeinen Wi scha swachs ums
— de An eil de In la ion
— de An eil de kommunalen Neuo dnung
— de An eil des e s ä k en We bewe bs und wiede um seine U -
sachen: des Weg alls de Zinsbindung, de F eigabe de Kondi ionen-
we bung, de Wegwe bung des kleinbü ge lichen K edi abus
— de An eil des Ma ke inggedankens
— de An eil des Kos end ucks, in Sonde hei des Pe sonal ixkos en-
d ucks
— de An eil des Ren abili ä sd ucks du ch E höhung de Kö pe -
scha ss eue sä ze?
Abe aus diesem un olls ändigen Ka alog die Auswahl de wi ksams en
U sache zu e en, is noch ein Kinde spiel gegen die Au gabe, die wi k-
sams e U sache im o aus zu p ognos izie en.
Sie könn en mi en gegenhal en: Le zlidi ha sidi ü jedes P oblem
bankau sich liche No mie ung, wenn auch manchmal seh spä , eine
Lösung einges ell . Ja, einges ell is das ich ige Wo . Denn selbs bei
unse en beiden P oblemk eisen „Bes immung siche ungs ele an e Ta -
bes ände" und „Ve knüp ung solche Ta bes ände", wo das Fo -
sch ei en zum Besse en iel ach du ch heo e ische Abschich ung ge unden
we den kann, b auchen Ände ungen ih e Zei . Vieles, was sich abe
da übe hinaus an Lösungen einges ell ha , wa nich F uch de E -
kenn nis, sonde n F uch de Anpassung an die Ve häl nisse ode de
Anpassung mi den Ve häl nissen.
Zusammen assung
Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das Bankgeschä
Un e den bankpoli ischen Zielse zungen, die de Gese zgebe e olgen kann,
s eh de Einlege schu z obenan. Bishe wu de in de Bundes epublik Deu sch-
land de Weg des indi ek en Einlege schu zes übe die Sol enzsiche ung on
K edi ins i u en besch i en. Dazu dien en und dienen o allem die isiko-
poli isdien No men des K edi wesengese zes (§§10 . KWG) und die au ih e
G undlage e lassenen No men des Bundesau sich sam es ü das K edi wesen.
De Ve asse ha e in diese Zei sch i * gezeig , daß indi ek e Einlege schu z
* 1. Jg. (1968), S. 247 .
35 K edi und Kapi al 4/1975
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546 Hans-Jacob K ümmel
übe Sol enzsiche ung alle Möglichkei en ausschöp en soll e, die die K edi -
ins i u e ins andse zen, auch im Falle eines uns de Einlege au die Schal e
eine Bank — ausgelös du ch K edi e lus e, ande e Ve mögens e lus e de
Bank ode du ch Ge üch e da übe — übe ein aus eichendes Ve mögen zu
Be iedigung alle Einlege ansp üche zu e ügen. De bishe einzige ge-
schlossene Ansa z dazu is die sogenann e Einlege schu zbilanz on Wol gang
S ü zel.
Nach den spek akulä en Bank e lus en des Jah es 1974 spiel in de bank-
poli ischen Diskussion s ä ke als zu o de Gedanke des di ek en Einlege -
schu zes du ch Einlagensiche ungs-Sys eme eine Rolle. Geling es, ein leis ungs-
ähiges kollek i es Einlagensiche ungs-Sys em ü das gesam e Bankwesen ode
— wie nun o de Ve wi klichung s ehend — Einlagensiche ungs-Sys eme de
einzelnen Ins i u sg uppen zu ins allie en, so en s eh auch bezüglich de Sol-
enzsiche ungsno men des K edi wesengese zes eine neue Lage. Die Risiko-
deckungsno men des KWG müssen, un e s ell , die Einlagensiche ungs-Sys eme
seien a sächlich leis ungs ähig, nun nich meh au die Ve häl nisse des un-
Falls ausge ich e sein. Sie bekommen je z den Cha ak e on Wohl e hal ens-
no men ü die Mi gliede de Einlagensiche ungs-Sys eme.
In dem o liegenden Au sa z we den die G undbedingungen ü die Lei-
s ungs ähigkei eines kollek i en Siche ungssys ems e ö e .
Fü die Fo mulie ung on No men als Wohl e hal ens egeln de K edi -
ins i u e, de en Einlege du ch ein di ek es Einlagensiche ungs-Sys em geschü z
sind, we den einige G undsä ze en wickel . Bei de Fo mulie ung solche No -
men e geben sich d ei G uppen on P oblemen:
— die sachge ech e Bes immung siche ungs ele an e Ta bes ände
— die sachge ech e Ve knüp ung siche ungs ele an e Ta bes ände
— die Bes immung des Siche ungsni eaus als eines in die No men umgese z en
Maßes de „s ell e e enden Risikoa e sion" des Gese zgebe s.
Im le z en Teil des Au sa zes we den Wi kungen bankpoli ische No men
und ih e Ve ände ung besp ochen.
Summa y
Banking-policy S anda ds and hei E ec s on Banking Ope a ions
P o ec ion o he deposi o is among he p ima y banking-policy aims ha
can be pu sued by he legisla o . Up o now in he Fede al Republic o
Ge many sol ency p o ec ion has been he means o indi ec deposi o
p o ec ion p ac ised by he c edi ins i u ions. The basis o his was and s ill
is o med mainly by he isk- ela ed s anda ds o he law on c edi a ai s
(KWG; § 10 e seq.) and he subsequen s anda ds issued by he Fede al
Supe iso y Boa d o C edi A ai s (Bundesau sich sam ü das K edi -
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Bankpoli ische No men und ih e Wi kungen au das Bankgesdiâ 547
wesen). The au ho has shown in his magazine* ha indi ec deposi o
p o ec ion e ec ed by means o sol ency p o ec ion should exhaus all pos-
sibili ies which would esul in he c edi ins i u ions being able o call on
su icien unds o mee all deposi o s' demands, e en in he case o a un on
he bank — induced by ei he c edi losses, o he inancial losses o he bank
o umou s o losses. The only a emp o ha e been made on his p oblem
on any comp ehensi e scale o da e is he so-called "deposi o p o ec ion
balance" by Wol gang S ii zel.
As a esul o he spec acula bank losses o 1974 he idea o di ec
deposi o p o ec ion by means o deposi p o ec ion sys ems now plays a mo e
impo an ole han e e be o e in discussions on banking policy. I i should
p o e possible o in oduce an e icien g oup deposi p o ec ion sys em o
he banking business as a whole o deposi p o ec ion sys ems o he indi idual
g oups o ins i u ions ( he la e is jus being pu in o e ec ) a new si ua ion
would a ise wi h ega d o he sol ency p o ec ion s anda ds o he law on
c edi a ai s. The isk co e s anda ds o he law on c edi a ai s (KWG)
need in ha case — p o ided he deposi p o ec ion sys ems a e eally e -
icien — no longe be designed o he case o a un. They hen ake on he
cha ac e is ics o s anda ds o good conduc o he membe s o he deposi
p o ec ion sys ems.
In he abo e essay he au ho discusses he basic condi ions o he e -
iciency o a g oup p o ec ion sys em.
He goes on o de elop ce ain p inciples whe eby he s anda ds o he
law on c edi a ai s (KWG) may be e o mula ed as good conduc egula ions
ela ing o he c edi ins i u ions whose deposi o s a e p o ec ed by means o
a di ec deposi p o ec ion sys em. When o mula ing such s anda ds h ee
g oups o p oblems a e encoun e ed:
— he adequa e de e mina ion o ac s ele an o he p o ec ion sys em;
— he adequa e connec ion o ac s ele an o he p o ec ion sys em;
— he de e mina ion o he p o ec ion le el as a measu e o he " ep esen a i e
isk a e sion" o he legisla o ansposed in o he s anda ds.
In he las pa o he essay he e ec s o banking-policy s anda ds and
hei changes a e discussed.
Résumé
Les no mes de la poli ique bancai e e leu s e e s su les opé a ions
Pa mi les objec i s que le législa eu peu donne à la poli ique bancai e, la
p o ec ion des déposan s se ou e en ê e. Jusqu'à p ésen l'on a ai sui i en
République édé ale d'Allemagne la oie de la p o ec ion indi ec e des dépo-
* Vol. 1 (1968) p. 247 e seq. and Vol. 2 (1969) p. 60 e seq.
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OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.8.4.524 | Gene a ed on 2023-01-16 13:32:41