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Forschungsethik in der Arbeitssoziologie: Impulse zur ethischen Reflexion

Scheytt, Carla,Pflüger, Jessica

Abstract

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Scheytt, Carla; Pflüger, Jessica Article Forschungsethik in der Arbeitssoziologie: Impulse zur ethischen Reflexion Arbeit Provided in Cooperation with: De Gruyter Brill Suggested Citation: Scheytt, Carla; Pflüger, Jessica (2025) : Forschungsethik in der Arbeitssoziologie: Impulse zur ethischen Reflexion, Arbeit, ISSN 2365-984X, De Gruyter, Berlin, Vol. 34, Iss. 1/2, pp. 135-160, https://doi.org/10.1515/arbeit-2025-0008 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/331848 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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Carla Scheytt, Jessica Pflüger Forschungsethik in der Arbeitssoziologie Impulse zur ethischen Reflexion https://doi.org/10.1515/arbeit-2025-0008 Zusammenfassung: Im vorliegenden Beitrag fokussieren wir Forschungsethik in der Arbeitssoziologie, um ethische Herausforderungen zu beleuchten und Impulse zur Reflexion anzubieten. International findet eine intensive Diskussion forschungsethischer Prinzipien (informierte Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme, Nicht-Schädigung sowie Anonymisierung und Vertraulichkeit) in der qualitativen Sozialforschung statt, die inzwischen auch den deutschsprachigen Raum erreicht hat. Für die Arbeitssoziologie stellen sich besondere ethische Herausforderungen, u.a. da ihr Forschungsfeld häufig durch Machtasymmetrien und Hierarchien strukturiert ist und typischerweise mehrere Stakeholder involviert sind. Wir skizzieren mögliche Herausforderungen auf der Basis des internationalen Stands der Forschung und bieten auf dieser Basis feldspezifische Fragen zur ethischen Selbstreflexion, die Forschenden helfen können, ethische Herausforderungen in ihren Projekten zu antizipieren und zu adressieren. Schlüsselwörter: Forschungsethik, Arbeitssoziologie, Vertraulichkeit, informierte Einwilligung, Nicht-Schädigung Research Ethics in Sociology of Work Suggestions for Reflection Abstract: This paper explores research ethics in the Sociology of Work, highlighting specific ethical challenges and offering guidance for reflection. While ethical principles such as informed consent, voluntary participation, non-harming, anonymization, and confidentiality are widely discussed in international qualitative research, these debates have recently gained attention in German-speaking || Carla Scheytt, Prof. Dr. Jessica Pflüger, Institut für Soziologie, Universität Innsbruck, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck, Österreich. E-Mail: carla.sc[email protected]t, [email protected] 136 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger contexts. The Sociology of Work faces particular challenges due to the prevalence of power asymmetries, organizational hierarchies, and multiple stakeholder interests. Drawing on international research, we identify key ethical challenges and propose field-specific questions that may support researchers in anticipating and addressing ethical issues in their projects. Keywords: Research ethics, sociology of work, informed consent, voluntary participation, no harm 1 Einleitung Forschungsethische Fragen stellen sich in allen empirischen Forschungsprojekten – und so auch für Forschende der Arbeitssoziologie. Während international forschungsethische Debatten gerade in der qualitativen Sozialforschung vielfach geführt werden (Guillemin/Gillam 2004; Iphofen/Tolich 2018; Wiles 2013; Blee/ Currier 2011; Miller u.a. 2012), ist die Diskussion im deutschsprachigen Raum vergleichsweise zögerlich (Unger 2014; Kämper 2016). Zentral für forschungsethische Auseinandersetzungen sind ethische Prinzipien, die sowohl in Ethikkodizes festgehalten als auch als Grundlage für die Entscheidung von Ethikkommissionen herangezogen werden (DGS/BDS 2017). Ethische Herausforderungen können unvorhersehbar auftreten, vor allem im Rahmen qualitativer Forschung. Gleichzeitig sind sie strukturell geprägt. Erstens sind sie abhängig vom Forschungsfeld. So bestehen für arbeitssoziologische Projekte spezifische forschungsethische Fragen, u.a. da solche Forschung häufig in Unternehmen oder anderen organisationalen Kontexten stattfindet. Diese sind hierarchisch strukturiert und durch Machtasymmetrien geprägt (Bell/Bryman 2007; Jeanes 2017; Menz/Nies 2018). Forschende müssen daher nicht nur individuelle Einwilligungen berücksichtigen, sondern auch mit betrieblichen Gatekeepern und organisationalen Interessen umgehen. Zweitens bringen unterschiedliche methodische Zugänge unterschiedliche ethische Herausforderungen mit sich. Die Arbeitssoziologie gilt als multi-methodisch (Liebig u.a. 2017; Kühl u.a. 2009; Menz/Nies 2018; Bell u.a. 2019). Wir fokussieren im Beitrag jedoch auf qualitative Forschung, da hier eine vergleichsweise hohe Offenheit und Nähe zwischen Forschenden und Beforschten besteht und qualitative Ansätze zum typischen Methodenrepertoire der Arbeitssoziologie gehören. Fallstudien, Interviews oder Beobachtungen in Unternehmenskontexten bringen besondere Herausforderungen, etwa im Hinblick auf Anonymisierung oder potenzielle Schädigungen der Teilnehmenden. So können in detaillier- Forschungsethik in der Arbeitssoziologie | 137 ten Fallstudien Teilnehmende trotz Pseudonymisierung identifizierbar bleiben, und in ethnografischen Studien besteht die Gefahr, unbeabsichtigt sensible Informationen über innerbetriebliche Dynamiken aufzudecken. Drittens hat arbeitssoziologische Forschung typischerweise eine vergleichsweise hohe Praxisorientierung und findet daher häufig im Rahmen anwendungsorientierter Drittmittelprojekte statt (Böhle u.a. 2018; Jostmeier u.a. 2014; Menz/ Seeliger 2024), was ebenfalls zu besonderen ethischen Fragen führt. Forschung, die in Kooperation mit Unternehmen oder Betriebsräten durchgeführt wird, kann Interessenkonflikte erzeugen – beispielsweise wenn Ergebnisse sowohl wissenschaftlichen als auch praxisnahen Erwartungen gerecht werden sollen (Pflüger u.a. 2017). Forschende müssen sich daher nicht nur mit den ethischen Verpflichtungen gegenüber den Beforschten auseinandersetzen, sondern auch mit den Erwartungen institutioneller Partner und der Wissenschaftsgemeinschaft. Um mit ethischen Herausforderungen umgehen zu können, wird empfohlen, dass Forschende eine ethisch reflexive Haltung ausbilden und einnehmen (Guillemin/Gillam 2004; Unger 2021; Warin 2011). An diese Idee knüpfen wir an. Wir möchten im Beitrag aufzeigen, mit welchen ethischen Herausforderungen Arbeitssoziolog*innen konfrontiert sein können, und davon ausgehend zu einer ethischen Reflexion qualitativ ausgerichteter arbeitssoziologischer Forschung anregen. Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut: Nach einer Einführung in die bisherigen Debatten zu Forschungsethik in der Arbeitssoziologie (Abschnitt 2) erläutern wir entlang zentraler ethischer Prinzipien beispielhaft Herausforderungen für die Arbeitssoziologie näher (Abschnitt 3). Da aber ethische Herausforderungen immer auch projektspezifisch und aufgrund der Offenheit des qualitativen Forschungsprozesses zum Teil unvorhersehbar sind, können wir im Beitrag keine vollumfassenden ethischen „Lösungsansätze“ vorschlagen. Vielmehr schlagen wir auf den ethischen Prinzipien basierende feldspezifische Reflexionsfragen vor. Diese können Praktiker*innen im Feld dabei unterstützen, das eigene Vorgehen zu reflektieren und ethische Herausforderungen zu antizipieren (Abschnitt 4). Schließlich fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und diskutieren sie (Abschnitt 5). 138 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger 2 Forschungsethik in der Arbeitssoziologie: Grundlagen und feldspezifische Herausforderungen Wie Forschungsethik zu verstehen ist und welche Maßstäbe für die Bewertung des ethischen Handelns von Forschenden zugrundegelegt werden sollen, ist Gegenstand vielfacher Auseinandersetzungen (Iphofen 2020; Hammersley 2015; Israel/Hay 2006; Tolich/Tumilty 2020; Gillam u.a. 2009; Rat für Sozialund Wirtschaftsdaten 2017). Wir folgen einem klassischen Verständnis von Forschungsethik, wie es Hopf (2016) vorgeschlagen hat: „Unter dem Stichwort ‚Forschungsethik‘ werden in den Sozialwissenschaften im Allgemeinen all jene ethischen Prinzipien und Regeln zusammengefasst, in denen mehr oder minder verbindlich und mehr oder minder konsensuell bestimmt wird, in welcher Weise die Beziehungen zwischen den Forschenden auf der einen Seite und den in sozialwissenschaftliche Untersuchungen einbezogenen Personen auf der anderen Seite zu gestalten sind.“ Hopf 2016, 195 In dieser Definition rekurriert Hopf indirekt auf den sog. ethischen Prinzipialismus (Hammersley 2015) und verweist damit auf einen Kanon an zentralen ethischen Prinzipien, die auch in Ethikkodizes festgehalten sind. Diese ethischen Prinzipien wurden ursprünglich für biomedizinische Forschung entwickelt (Beauchamp/Childress 2019), haben jedoch auch Eingang in die sozialwissenschaftliche Debatte zu Forschungsethik gefunden (Unger/Simon 2015). Zu ihnen gehören (a) die informierte Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme, (b) Nicht-Schädigung und (c) Anonymisierung und Vertraulichkeit (DGS/BDS 2017; British Sociological Association 2017; American Sociological Association 2018). Gleichzeitig ist der ethische Prinzipialismus besonders im englischsprachigen Raum umstritten, vor allem da die Prinzipien bei der Begutachtung qualitativer Forschungsprojekte durch Ethikkommissionen herangezogen werden (Bell/ Wray-Bliss 2011; Hammersley 2015). Qualitativ Forschende sehen unter anderem die Gefahr, dass ihre Forschung durch Ethikkommissionen eingeschränkt wird (Haggerty 2004; Hammersley 2009; Dingwall 2008; van den Hoonaard 2011; Schrag 2011). Auch Forschende aus dem Bereich der Arbeitsforschung beteiligen sich an diesen Debatten, so sehen Bamber und Sappey (2007) ethnografische Workplace Studies aufgrund der Vorgaben von Ethikkommissionen zu informier- Forschungsethik in der Arbeitssoziologie | 139 ter Einwilligung als gefährdet an.1 Auch in Deutschland etablieren sich Ethikprüfverfahren trotz ihrer Umstrittenheit für sozialwissenschaftliche Projekte immer mehr (Unger u.a. 2016). Trotz dieser Kritik sind ethische Prinzipien für die Bewältigung forschungsethischer Fragen hilfreich. So können sie Forschende dabei unterstützen, bestimmte ethische Fragen und Dimensionen im Forschungsprozess zu erkennen, zu antizipieren und zu lösen (Hammersley 2015). Auch wenn ethische Herausforderungen im qualitativen Forschungsprozess aufgrund der Offenheit immer ein Stück weit unvorhersehbar bleiben (Guillemin/Gillam 2004), fördert eine Auseinandersetzung ex ante eine ethisch reflexive Haltung und schult Forschende darin, erwartbare ethische Herausforderungen nicht nur zu erkennen, sondern im Feld auch mit ihnen umzugehen (Unger 2021). Diese Reflexion sollte nicht abstrakt bleiben, sondern auf die spezifischen Bedingungen der Arbeitssoziologie eingehen. In internationalen Lehrund Handbüchern im Bereich der Arbeitsforschung finden sich eher wenig ausführliche Auseinandersetzungen mit Forschungsethik (siehe beispielsweise Whitfield/Yunus 2018). Dabei ergeben sich in der arbeitssoziologischen Forschung spezifische Herausforderungen, die je nach Forschungsdesign variieren. Für eine Auseinandersetzung mit forschungsethischen Fragen in der Arbeitssoziologie sehen wir drei zentrale Anknüpfungspunkte. Erstens ist eine ethische Auseinandersetzung dann sinnvoll, wenn die spezifischen methodischen Zugänge der Arbeitsforschung in den Blick genommen werden, wozu typischerweise (Betriebs-)Fallstudien, Interviews und Beobachtungsverfahren zählen (Menz/Nies 2018; Pflüger u.a. 2010; Bell u.a. 2019). Während Betriebsfallstudien insbesondere Fragen der Vertraulichkeit und der Rolle von Gatekeepern betreffen, werfen primär gestaltungsorientierte Projekte Fragen nach Interessenkonflikten und Machtverschiebungen auf. Diese Unterschiede verdeutlichen, dass Forschungsethik nicht losgelöst vom methodischen Zugang betrachtet werden kann. Zweitens sind ethische Herausforderungen zu beachten, welche in der spezifischen Struktur des Feldes liegen. Denn das Feld der Arbeitssoziologie ist klassischerweise von Organisationen und somit u.a. von Hierarchien, Regeln und || 1 Ethikkommissionen werden auch deshalb kritisiert, weil die Idee der ethischen Vorabprüfung mit den Charakteristika qualitativer Sozialforschung, nämlich Offenheit und Flexibilität, konfligiert. Unterschiedliche Autor*innen betonen, dass aufgrund des offenen und flexiblen Forschungsprozesses ethische Herausforderungen nicht vollumfänglich vor dem Feldeintritt erkannt werden könnten (Cannella/Lincoln 2018; Christians 2003; McCormack u.a. 2012; Pollock 2012). 140 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger Sanktionierungsmöglichkeiten geprägt, was sich auf Forschungsethik auswirkt (Scheytt/Pflüger 2024). In bisherigen systematischen Auseinandersetzungen zum Thema wird unter anderem betont, wie vorhandene Machtasymmetrien im Feld zu ethischen Herausforderungen führen (Bell/Bryman 2007; Jeanes 2017), wie das folgende Zitat verdeutlicht: „[…] organizational research participants are also subjects of, and subject to, the organization to which they belong (and are often dependent upon this for the livelihood). Such research participants are not autonomous individuals free to respond without regard for any number of organizational factors such as employment security, relationships with co-workers, and loyalty to the group. Likewise, when entering organizations, researchers participate in a priori relationships and structures that influence their actions. Being ‚low in the corporate hierarchy‛, organizational power structures may limit researchers’ capacity to act in response to ethical issues if they do arise.“ Greenwood 2016, 509 Gerade in Forschungsprojekten mit direktem Zugang über das Management oder den Betriebsrat stellt sich die Frage, inwieweit Teilnehmende ihre Antworten unabhängig formulieren können. Neben vorhandenen Machtasymmetrien ist die hohe Dichte von formellen und informellen Beziehungen im Forschungsfeld ein weiteres Charakteristikum, welches zu ethischen Herausforderungen führen kann. Drittens sind ethische Fragen auch an das Selbstverständnis der Arbeitssoziologie „als einer praxisnahen, oft auch dezidiert arbeiter/innenund arbeitnehmer/innenorientierten Forschung jenseits des ‚Elfenbeinturms‘“ (Sauer 2017, 255) geknüpft. Dieses Selbstverständnis als praxisnahe Wissenschaft wird häufig durch Drittmittelprojekte verwirklicht, die oft nur in enger Abstimmung mit organisationalen Kooperationspartnern durchgeführt werden können, denn der Zugang erfolgt in vielen Fällen über betriebliche Gatekeeper (Vorgesetzte, betriebliche Interessenvertretung) und Erhebungen finden nicht selten am Arbeitsplatz oder zumindest im Betrieb statt (Pflüger u.a. 2017). Dies führt u.a. dazu, dass Personen im Feld wechselseitig über ihre Teilnahme an Erhebungen informiert sind und beispielsweise Anonymisierung besondere Herausforderungen mit sich bringt (Menz/Nies 2018). Darüber hinaus entstehen aus diesen Kooperationen immer wieder auch spezifische und teils widersprüchliche Erwartungen aus dem Feld an die Forschenden. Während Forschende wissenschaftliche Unabhängigkeit wahren müssen, erwarten Praxispartner teilweise konkrete Empfehlungen oder anwendungsbezogene Ergebnisse. Dies kann zu Spannungen führen, insbesondere wenn Forschungsergebnisse nicht den Interessen der beteiligten Organisationen entsprechen. Forschungsethik in der Arbeitssoziologie | 141 Aufbauend auf diesen und weiteren Arbeiten zu feldspezifischen Herausforderungen, gehen wir im Folgenden näher auf die bereits erwähnten ethischen Prinzipien ein und zeigen auf Basis von Beispielen aus der Forschungsliteratur mögliche Herausforderungen für die Arbeitssoziologie auf. 3 Ethische Prinzipien und Herausforderungen in der Arbeitssoziologie In der Forschungsethik werden üblicherweise die Prinzipien der informierten Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme (Abschnitt 3.1), der Nicht-Schädigung (Abschnitt 3.2) sowie der Anonymisierung und Vertraulichkeit (Abschnitt 3.3) als Orientierungspunkte herangezogen. Auch in der Arbeitssoziologie sind diese Prinzipien zentral – ihre Umsetzung ist jedoch oft mit besonderen Herausforderungen verbunden. Empirische Studien zeigen, dass diese Prinzipien in der arbeitssoziologischen Praxis nicht immer leicht umsetzbar sind. Um dies zu verdeutlichen, stellen wir existierende empirische Beispiele systematisch entlang der jeweiligen ethischen Prinzipien vor. Dabei berücksichtigen wir unterschiedliche methodische Zugänge, um die Bandbreite der Herausforderungen in verschiedenen Forschungskontexten darzustellen. 3.1 Informierte Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme Die informierte Einwilligung ist mit dem Recht auf Selbstbestimmung verknüpft und beinhaltet, Teilnehmer*innen der Forschung über das geplante Projekt (Zielsetzung, Rechte der Teilnehmenden, methodisches Vorgehen, mögliche Risiken) ausreichend zu informieren und ihre Zustimmung auf Basis der Freiwilligkeit einzuholen. Teilnehmenden wird hierbei das Recht eingeräumt, jederzeit ihre Teilnahme zurückzuziehen, ohne dass dadurch Schäden oder Risiken für sie entstehen. Meist wird eine solche Einwilligung schriftlich eingeholt oder mündlich durch einen Tonbandmitschnitt festgehalten (Rat für Sozialund Wirtschaftsdaten 2017, 21–24; Benner/Löhe 2020). Qualitativ Forschende haben vor allem in Bezug auf zwei Aspekte informierter Einwilligung Kritik geäußert: Erstens weisen ethnografisch Forschende darauf hin, dass das verpflichtende Einholen einer (schriftlichen) informierten Einwilligung als bürokratischer Akt im Feld wahrgenommen wird und dem Aufbau vertrauensvoller Beziehungen im Feld schaden kann (Haggerty 2004; Allbutt/ 142 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger Masters 2010; Bell 2014) oder dass die Einholung forschungspraktisch nicht durchführbar ist, beispielsweise wenn in der Öffentlichkeit oder im Rahmen großer (halb-)öffentlicher Veranstaltungen beobachtet wird (Bell 2014; Murphy/ Dingwall 2007). Zweitens heben qualitativ Forschende aufgrund der Offenheit und Flexibilität qualitativer Forschung und teils länger anhaltender Forschungsbeziehungen hervor, dass sie informierte Einwilligung nicht als einmalige „Pflicht“, sondern als einen anhaltenden Prozess verstehen (Guillemin/Gillam 2004; American Sociological Association 2018; Miller/Bell 2012). Neben diesen beiden allgemeinen Aspekten ist aber für die Arbeitssoziologie besonders die Diskrepanz zwischen dem hierarchisch strukturierten Forschungsfeld auf der einen und der informierten Einwilligung und Freiwilligkeit auf der anderen Seite bedeutsam. Ein besonderes Problem entsteht, wenn Einwilligungen nicht individuell, sondern durch betriebliche Gatekeeper erteilt werden. Dies kann zu einer verzerrten Wahrnehmung der Freiwilligkeit führen und Teilnehmende in eine schwierige Position bringen, da sie sich unter Druck gesetzt fühlen könnten, an der Forschung mitzuwirken. Dieses Spannungsfeld illustrieren wir im Folgenden näher durch Beispiele. Johnson (2014), der mittels „Shadowing“ einen CEO teilnehmend beobachtete, beschreibt eindrücklich, wie er von diesem gehindert wurde, die informierte Zustimmung aller Teilnehmenden einzuholen. Dies zeigt sich an folgendem Auszug aus seinen Feldnotizen: „ […] arriving at the CEOʼs office at 7:30 a.m. on the first day of shadowing, pleasantries were quickly exchanged, and as discussed in our introductory meeting (in which informed consent was provided), we went over the events of the week. The CEO outlined which meetings I could attend and which were closed door. On this particular day a leadership meeting was scheduled from 8:00 a.m. to 5:00 p.m., and I was told there was ‚nothing off limits‘. After the CEO finished some preparatory reading for the meeting we arrived late at 8:05 a.m. to 14 vice-presidents and other managers. After glancing at his watch the CEO told me to sit in the back row, while he sat down at the head of the table. Then, without introduction (and certainly not ethical approval to observe the meeting from other participants for research purposes) the CEO picked up the agenda for the meeting and began to address the first issue of the day. Over one hour passed and at 9:30 the meeting broke for a coffee break. At the break I approached the CEO and asked to be introduced and to hand out information sheets and consent forms to the managers. The CEO responded to me by saying ‚I will introduce you, but do not think it is necessary to obtain consent to observe this meeting, you already have ethical approval from the ethics board and this project is endorsed by the office of the CEO.‘ I mentioned that I required their consent for my research, and he grudgingly obliged and said that I should hand out the forms during the break.“ Johnson 2014, 28–29 Forschungsethik in der Arbeitssoziologie | 149 Anonymisierung und Vertraulichkeit sind aufgrund der hierarchischen Struktur des Feldes und der daraus resultierenden möglichen Schädigungsdimension in der Arbeitssoziologie besonders wichtig. Eine spezifische Herausforderung ergibt sich aus den in der Arbeitssoziologie üblichen Forschungsansätzen und multimethodischen Vorgehensweisen (Menz/Nies 2018). Wenn beispielsweise Fallstudien durchgeführt werden, werden auf Basis von Interviews und Dokumentenanalysen viele Kontextinformationen zum spezifischen Fall generiert, da der Fall (z.B. ein Unternehmen) explizit in seinem Zusammenhang mit relevanten Kontextfaktoren (Branche, Region, Beschäftigtenstruktur, Umsatzentwicklungen usw.) untersucht wird (Pongratz/Trinczek 2010). Aufgrund der Fülle der Kontextinformationen ist eine Anonymisierung besonders schwierig. Forschende können jedoch auf unterschiedliche erprobte Anonymisierungstechniken zurückgreifen, bei denen die Datenqualität möglichst erhalten bleibt und zugleich der Schutz der Personen gewährleistet wird (Mozygemba/Hollstein 2023; Richter u.a. 2021; Werner u.a. 2023). Ob bzw. inwieweit das Unternehmen anonymisiert werden kann, ist ebenfalls eine Entscheidung, die projektund kontextabhängig getroffen werden muss. Eine weitere Herausforderung besteht hinsichtlich der Erhaltung der internen Vertraulichkeit, da Arbeitsforschung häufig in Organisationen stattfindet. Die interne Vertraulichkeit bedeutet, dass sich Akteur*innen aus dem Feld untereinander identifizieren können und dies verhindert werden sollte, während die externe Vertraulichkeit sich darauf bezieht, dass Personen außerhalb des Forschungsfelds – also beispielsweise Leser*innen von Veröffentlichungen oder Zuhörende von Vorträgen – Teilnehmende re-identifizieren können (Tolich 2004). In der Arbeitssoziologie wissen die jeweiligen Akteure im Feld meist nicht nur, wer beispielsweise im Rahmen einer Fallstudie interviewt wurde, sondern können auch aufgrund ihres „Insiderwissens“ (Menz/Nies 2018, 286) in einfach anonymisierten Daten recht schnell einzelne Akteure wiedererkennen. Und gleichzeitig sind es diese „Insider“ im Feld (Vorgesetzte, Manager*innen), welche die Teilnehmenden in abhängigen Positionen möglicherweise sanktionieren können. Ein Beispiel für die Herausforderungen interner Vertraulichkeit findet sich bei Winfields (2024) ethnografischer Forschung in einer Form der „totalen Institution“. Winfield untersucht die Sozialisation von Kadetten in der United States Military Academy Preparatory School und beschreibt anschaulich die vielfältigen ethischen Herausforderungen, mit denen sie im Feld umzugehen hat. Sie schätzt unter anderem interpersonelle Konflikte und Probleme der Karriereentwicklung als mögliche Gefahren bei einem Bruch der Vertraulichkeit ein. Zusätzlich weist sie daraufhin, dass die Einhaltung der internen Vertraulichkeit besonders 150 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger problematisch bei denjenigen Personen ist, welche einer unterrepräsentierten Gruppe im Feld angehören, wie beispielsweise in ihrem Feld schwarze Frauen (ebd., 4). Ausgehend von diesen Problemen beschreibt sie unterschiedliche Strategien, um Vertraulichkeit zu gewährleisten. Erstens versucht sie – ähnlich wie Grønning (1997) – die Interviews außerhalb der Military School durchzuführen. Zweitens beobachtet sie über einen langen Zeitraum von drei Jahren, um möglichst viele mögliche Teilnehmer*innen zu beobachten und eine Re-Identifikation aufgrund der Vielfalt des Samples zu erschweren. Drittens nutzt sie eine Technik der creative nonfiction und verändert Geschichten einzelner Teilnehmender oder ‚splittet‘ Teilnehmende in der Darstellung zu mehreren Charakteren auf. Dies ermöglicht „to meld together the stories from multiple years of field work to increase ambiguity about who specific characters represent“ (Winfield 2024, 259). Viertens nutzt sie einen participant centred approach und bespricht mit den Teilnehmenden der Ethnografie, wie diese in der Veröffentlichung dargestellt werden: „We examined if their characters are appropriately altered to protect their identities. If they did not feel adequately anonymized, we worked together to brainstorm strategies on what else could be changed. As we contemplated these questions, I re-wrote and revised the manuscript, and then returned portions to them again, if they were interested in continuing the conversation. Although this process is time consuming, it creates space for restoration and repair when a participant feels misheard or misrepresented in the work.“ Winfield 2024, 261 Diese unterschiedlichen Strategien können verwendet werden, um interne Vertraulichkeit zu garantieren. Zudem kann es für die Einhaltung der Vertraulichkeit sinnvoll sein, das Sample zu erweitern und mehrere Organisationen bzw. Organisationseinheiten zu beforschen, Funktionsbeschreibungen zu abstrahieren und Anonymisierungsstrategien mit den Teilnehmenden rückzusprechen (Saunders u.a. 2015).5 In der Arbeitssoziologie ist es vor allem in anwendungsorientierten Drittmittelprojekten üblich, Forschungsergebnisse wieder zurück ins Feld zu tragen (vgl. Tubaro 2021). Hierbei ist die Einhaltung der internen Vertraulichkeit besonders schwierig, wenn beispielsweise Vorträge im Betrieb gehalten werden, wie Menz und Nies (2018) aufzeigen: || 5 Für die Hinweise zu weiteren Strategien zur Gewährleistung der Vertraulichkeit möchten wir herzlich dem*der anonyme*n Gutachter*in danken. Forschungsethik in der Arbeitssoziologie | 151 „Dafür muss nicht nur von sämtlichen personenbezogenen Angaben, sondern zumeist auch von lebensgeschichtlichen Hintergründen der Befragten abgesehen werden; selbst einzelne möglicherweise personentypische Formulierungen können zur Identifizierung der Befragungspersonen durch Kolleginnen oder Vorgesetzte führen. Auch auf eine – inhaltlich zuweilen durchaus hoch relevante – differenzierte Darstellung etwa nach unterschiedlichen Beschäftigtengruppen oder Abteilungen muss zuweilen verzichtet werden, wenn die Fallzahl der befragten Personen innerhalb dieser einzelnen Gruppen zu gering ist.“ Menz/Nies 2018, 286 f. Deshalb wird bei solchen Präsentationen hinsichtlich der oben aufgeführten möglichen Risiken für Teilnehmende besonders auf Anonymisierung und Vertraulichkeit geachtet. 4 Anstöße zur Reflexion Im vorangegangenen Abschnitt haben wir mögliche Herausforderungen entlang der ethischen Prinzipien (1) informierte Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme, (2) Nichtschädigung sowie (3) Anonymisierung und Vertraulichkeit im Feld der Arbeitssoziologie aufgezeigt und einige Möglichkeiten des Umgangs auf der Grundlage von Beispielen diskutiert. Aus diesen Herausforderungen haben wir – angelehnt an die allgemein formulierten ethischen Reflexionsfragen des Rats für Sozialund Wirtschaftsdaten (2017) – feldspezifische Fragen zur ethischen Reflexion in der Arbeitssoziologie abgeleitet und in Tabelle 1 zusammengefasst. Solche Fragen können dabei helfen, forschungsethische Herausforderungen für das jeweilige Forschungsprojekt zu erkennen. Gleichzeitig tauchen ethische Herausforderungen – wie eingangs erwähnt – aufgrund der Offenheit und Flexibilität qualitativer Sozialforschung auch immer wieder unvorhersehbar in allen Phasen des Forschungsprozesses auf und können somit nicht vollumfänglich im Vorhinein antizipiert werden (Guillemin/Gillam 2004). Deshalb ist es hilfreich, wie in der Arbeitssoziologie üblich, immer auch im Austausch mit Kolleg*innen zu sein, um ethische Fragen auch während des Forschungsprozesses zu besprechen (Rat für Sozialund Wirtschaftsdaten 2017, 26). 152 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger Informierte Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme  Welche Hierarchien bestehen im Feld? Inwiefern beeinflussen diese den Feldzugang und damit einhergehend die informierte Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme?  Wie kann ich sicherstellen, dass nicht nur von Gatekeepern, sondern auch von allen anderen Beteiligten eine Zustimmung eingeholt werden kann? Ist es gegebenenfalls sinnvoll, den Feldzugang zu abhängig Beschäftigten unabhängig vom Betrieb zu gestalten?  Möchte ich die Primärdaten in einem Forschungsdatenarchiv wie eLabour archivieren? Wenn ja: Gewährleisten, dass hierfür die informierte Einwilligung eingeholt wird. Nicht-Schädigun g  Welche spezifischen Risiken entstehen durch die Position, in der sich die Teilnehmenden im Feld befinden? Abwägung möglicher rechtlicher, wirtschaftlicher und sozialer Risiken.  Welche Risiken entstehen durch die inhaltliche Ausrichtung des Forschungsprojekts? Behandle ich (besonders sensible) Themen, bei denen psychische Belastungen erwartbar sind? Zielt mein Forschungsprojekt darauf ab, „guilty knowledge“, also Wissen über deviantes/illegales Handeln zu erhalten? Wenn ja, welche Maßnahmen kann ich treffen, um mit diesen Risiken umzugehen?  Welche spezifischen Risiken entstehen möglicherweise für die Teilnehmenden aufgrund des nationalen Kontexts, in dem das Projekt durchgeführt ist (autoritäre Regime, soziale Sicherungssysteme)?  Wie stelle ich den möglichen Nutzen von Forschung gegenüber Kooperationspartner*innen dar? Abwägung, welche „Versprechen“ über die Nützlichkeit der Studie unterschiedlichen Akteuren im Feld gemacht werden. Anonymisierung und Vertraulichkeit  Welche spezifischen Kontextinformationen meiner (Fall-)Studie muss ich anonymisieren?  Wie kann ich sicherstellen, dass interne Vertraulichkeit im Feld gewahrt bleibt?  Welche Maßnahmen zur Anonymisierung muss ich für unterschiedliche Zwecke der Ergebnispräsentation und Archivierung nutzen (Publikationen, Präsentationen im Feld, Speicherung im Forschungsdatenzentrum)? Tab. 1: Fragen zur ethischen Reflexion in der Arbeitssoziologie 5 Diskussion und Ausblick Ziel des Beitrags war es, ethische Herausforderungen in der arbeitssoziologischen Forschung zu skizzieren und auf dieser Basis Impulse zur ethischen Reflexion zu bieten. Hierfür haben wir entlang der ethischen Prinzipien der informierten Einwilligung und Freiwilligkeit der Teilnahme, der Nicht-Schädigung sowie der Anonymisierung und Vertraulichkeit aufgezeigt, dass die spezifischen Bedingun- Forschungsethik in der Arbeitssoziologie | 153 gen arbeitssoziologischer Forschung eine kontinuierliche Reflexion über ethische Herausforderungen erfordern. Während klassische forschungsethische Prinzipien eine grundlegende Orientierung bieten, müssen sie in der Praxis oft an die spezifischen Gegebenheiten des Forschungsfeldes angepasst werden. Auf Basis der beschriebenen Herausforderungen haben wir abschließend einen Katalog von feldspezifischen Fragen zur ethischen Selbstreflexion vorgeschlagen. Diesen verstehen wir als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen, welche beispielsweise andere methodische Verfahren der Arbeitssoziologie ergänzen sollten, die in diesem Beitrag nicht im Detail reflektiert werden konnten (etwa MixedMethods-Ansätze). Die Forschungsgegenstände der Arbeitssoziologie unterliegen kontinuierlichem Wandel, was Neubzw. Weiterentwicklungen von Methoden notwendig macht und letztlich zu neuen ethischen Herausforderungen führen kann. Abschließend möchten wir daher zwei Themen andiskutieren, die künftig wahrscheinlich die ethische Diskussion in der Arbeitssoziologie prägen werden. Erstens wird arbeitssoziologische Forschung abseits von formalen Organisationen (Ahrne/Brunsson 2011; Dobusch/Schoeneborn 2015) zu neuen ethischen Herausforderungen führen. In unserem Beitrag haben wir diskutiert, wie beispielsweise Hierarchien in Betrieben und mögliche Sanktionierung von abhängig Beschäftigten zu ethischen Herausforderungen für die Freiwilligkeit der Teilnahme oder die Nicht-Schädigung führen können. Bei Erwerbsarbeit abseits von klassischen Betrieben – beispielsweise im Rahmen von Plattformen (Srnicek 2016; Vallas/Schor 2020) oder von selbstständiger Arbeit (Bögenhold 2019) – ist die Strukturierung des Forschungsfeldes womöglich schwieriger zu fassen und dementsprechend auch eine Risikoeinschätzung für die Teilnahme, die Einhaltung der informierten Einwilligung und Freiwilligkeit sowie die Anonymisierung und Vertraulichkeit herausfordernder. Beispielsweise zeigen Molina u.a. (2023) auf, welche vielfältigen ethischen Herausforderungen damit einhergehen, wenn Microworker*innen als Teilnehmende von Forschung über Plattformen rekrutiert werden. Zweitens entstehen durch die Digitalisierung der Arbeit und damit einhergehend auch eine stärkere Digitalisierung des methodischen Repertoires in der Arbeitssoziologie neue ethische Herausforderungen insbesondere hinsichtlich der informierten Einwilligung sowie für Fragen der Anonymisierung (Eynon u.a. 2017; Heise/Schmidt 2014; Markham/Buchanan 2017; Sugiura u.a. 2017; Wenzel/ van Quaquebeke 2018). Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob klassische ethische Prinzipien vor dem Hintergrund digitaler Forschung und des Charakter eines digitalen Forschungsfelds (global, netzwerkartig, unsicher, allgegenwärtig) zu überdenken sind (Burbules 2009). 154 | Carla Scheytt, Jessica Pflüger Die zukünftige arbeitssoziologische Debatte zu Forschungsethik wird besonders dann fruchtbar sein, wenn Forschende sowohl Herausforderungen aus der Forschungspraxis teilen als auch aufzeigen, wie sie mit ethischen Fragen und Dilemmata im Forschungsprozess umgegangen sind. Daher bleibt die kontinuierliche Auseinandersetzung mit neuen methodischen Entwicklungen und ethischen Implikationen ein spannender und wichtiger Bestandteil künftiger Reflexionen in der Arbeitssoziologie. 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