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Forschungsethik in der Arbeitssoziologie: Impulse zur ethischen Reflexion

Author: Scheytt, Carla,Pflüger, Jessica
Publisher: Berlin: De Gruyter
Year: 2025
DOI: 10.1515/arbeit-2025-0008
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/331848/1/1936723123.pdf
Schey , Ca la; P lüge , Jessica
A icle
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie: Impulse zu
e hischen Re lexion
A bei
P o ided in Coope a ion wi h:
De G uy e B ill
Sugges ed Ci a ion: Schey , Ca la; P lüge , Jessica (2025) : Fo schungse hik in de A bei ssoziologie:
Impulse zu e hischen Re lexion, A bei , ISSN 2365-984X, De G uy e , Be lin, Vol. 34, Iss. 1/2, pp.
135-160,
h ps://doi.o g/10.1515/a bei -2025-0008
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/331848
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ARBEIT 2025; 34(1–2): 135–160
Open Access. © 2025 Au o innen, publizie on De G uy e . Dieses We k is lizenzie un e
C ea i e Commons Namensnennung ‒ Nich -Komme ziell ‒ Keine Bea bei ung 4.0 Lizenz.
Ca la Schey , Jessica P lüge
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie
Impulse zu e hischen Re lexion
h ps://doi.o g/10.1515/a bei -2025-0008
Zusammen assung: Im o liegenden Bei ag okussie en wi Fo schungse hik in
de A bei ssoziologie, um e hische He aus o de ungen zu beleuch en und Impul-
se zu Re lexion anzubie en. In e na ional inde eine in ensi e Diskussion o -
schungse hische P inzipien (in o mie e Einwilligung und F eiwilligkei de
Teilnahme, Nich -Schädigung sowie Anonymisie ung und Ve aulichkei ) in de
quali a i en Sozial o schung s a , die inzwischen auch den deu schsp achigen
Raum e eich ha . Fü die A bei ssoziologie s ellen sich besonde e e hische He -
aus o de ungen, u.a. da ih Fo schungs eld häu ig du ch Mach asymme ien und
Hie a chien s uk u ie is und ypische weise meh e e S akeholde in ol ie
sind. Wi skizzie en mögliche He aus o de ungen au de Basis des in e na iona-
len S ands de Fo schung und bie en au diese Basis eldspezi ische F agen zu
e hischen Selbs e lexion, die Fo schenden hel en können, e hische He aus o -
de ungen in ih en P ojek en zu an izipie en und zu ad essie en.
Schlüsselwö e : Fo schungse hik, A bei ssoziologie, Ve aulichkei ,
in o mie e Einwilligung, Nich -Schädigung
Resea ch E hics in Sociology o Wo k
Sugges ions o Re lec ion
Abs ac : This pape explo es esea ch e hics in he Sociology o Wo k, highligh -
ing speci ic e hical challenges and o e ing guidance o e lec ion. While e hical
p inciples such as in o med consen , olun a y pa icipa ion, non-ha ming, ano-
nymiza ion, and con iden iali y a e widely discussed in in e na ional quali a i e
esea ch, hese deba es ha e ecen ly gained a en ion in Ge man-speaking
||
Ca la Schey , P o . D . Jessica P lüge , Ins i u ü Soziologie, Uni e si ä Innsb uck,
Uni e si ä ss aße 15, 6020 Innsb uck, Ös e eich. E-Mail: ca la.sc[email p o ec ed] ,
jessica.p luege @uibk.ac.a
136 | Ca la Schey , Jessica P lüge
con ex s. The Sociology o Wo k aces pa icula challenges due o he p e alence
o powe asymme ies, o ganiza ional hie a chies, and mul iple s akeholde in-
e es s. D awing on in e na ional esea ch, we iden i y key e hical challenges and
p opose ield-speci ic ques ions ha may suppo esea che s in an icipa ing and
add essing e hical issues in hei p ojec s.
Keywo ds: Resea ch e hics, sociology o wo k, in o med consen , olun a y
pa icipa ion, no ha m
1 Einlei ung
Fo schungse hische F agen s ellen sich in allen empi ischen Fo schungsp ojek-
en – und so auch ü Fo schende de A bei ssoziologie. Wäh end in e na ional
o schungse hische Deba en ge ade in de quali a i en Sozial o schung iel ach
ge üh we den (Guillemin/Gillam 2004; Ipho en/Tolich 2018; Wiles 2013; Blee/
Cu ie 2011; Mille u.a. 2012), is die Diskussion im deu schsp achigen Raum e -
gleichsweise zöge lich (Unge 2014; Kämpe 2016). Zen al ü o schungse hi-
sche Auseinande se zungen sind e hische P inzipien, die sowohl in E hikkodizes
es gehal en als auch als G undlage ü die En scheidung on E hikkommissio-
nen he angezogen we den (DGS/BDS 2017).
E hische He aus o de ungen können un o he sehba au e en, o allem im
Rahmen quali a i e Fo schung. Gleichzei ig sind sie s uk u ell gep äg . E s ens
sind sie abhängig om Fo schungs eld. So bes ehen ü a bei ssoziologische P o-
jek e spezi ische o schungse hische F agen, u.a. da solche Fo schung häu ig in
Un e nehmen ode ande en o ganisa ionalen Kon ex en s a inde . Diese sind
hie a chisch s uk u ie und du ch Mach asymme ien gep äg (Bell/B yman
2007; Jeanes 2017; Menz/Nies 2018). Fo schende müssen dahe nich nu indi i-
duelle Einwilligungen be ücksich igen, sonde n auch mi be ieblichen Ga ekee-
pe n und o ganisa ionalen In e essen umgehen.
Zwei ens b ingen un e schiedliche me hodische Zugänge un e schiedliche
e hische He aus o de ungen mi sich. Die A bei ssoziologie gil als mul i-me ho-
disch (Liebig u.a. 2017; Kühl u.a. 2009; Menz/Nies 2018; Bell u.a. 2019). Wi o-
kussie en im Bei ag jedoch au quali a i e Fo schung, da hie eine e gleichs-
weise hohe O enhei und Nähe zwischen Fo schenden und Be o sch en bes eh
und quali a i e Ansä ze zum ypischen Me hoden epe oi e de A bei ssoziologie
gehö en. Falls udien, In e iews ode Beobach ungen in Un e nehmenskon ex-
en b ingen besonde e He aus o de ungen, e wa im Hinblick au Anonymisie-
ung ode po enzielle Schädigungen de Teilnehmenden. So können in de aillie -
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie | 137
en Falls udien Teilnehmende o z Pseudonymisie ung iden i izie ba bleiben,
und in e hnog a ischen S udien bes eh die Ge ah , unbeabsich ig sensible In-
o ma ionen übe inne be iebliche Dynamiken au zudecken.
D i ens ha a bei ssoziologische Fo schung ypische weise eine e gleichs-
weise hohe P axiso ien ie ung und inde dahe häu ig im Rahmen anwendungs-
o ien ie e D i mi elp ojek e s a (Böhle u.a. 2018; Jos meie u.a. 2014; Menz/
Seelige 2024), was eben alls zu besonde en e hischen F agen üh . Fo schung,
die in Koope a ion mi Un e nehmen ode Be iebs ä en du chge üh wi d, kann
In e essenkon lik e e zeugen – beispielsweise wenn E gebnisse sowohl wissen-
scha lichen als auch p axisnahen E wa ungen ge ech we den sollen (P lüge
u.a. 2017). Fo schende müssen sich dahe nich nu mi den e hischen Ve p lich-
ungen gegenübe den Be o sch en auseinande se zen, sonde n auch mi den E -
wa ungen ins i u ionelle Pa ne und de Wissenscha sgemeinscha .
Um mi e hischen He aus o de ungen umgehen zu können, wi d emp ohlen,
dass Fo schende eine e hisch e lexi e Hal ung ausbilden und einnehmen (Guil-
lemin/Gillam 2004; Unge 2021; Wa in 2011). An diese Idee knüp en wi an. Wi
möch en im Bei ag au zeigen, mi welchen e hischen He aus o de ungen A -
bei ssoziolog*innen kon on ie sein können, und da on ausgehend zu eine
e hischen Re lexion quali a i ausge ich e e a bei ssoziologische Fo schung
an egen.
De Bei ag is wie olg au gebau : Nach eine Ein üh ung in die bishe igen
Deba en zu Fo schungse hik in de A bei ssoziologie (Abschni 2) e läu e n wi
en lang zen ale e hische P inzipien beispielha He aus o de ungen ü die A -
bei ssoziologie nähe (Abschni 3). Da abe e hische He aus o de ungen imme
auch p ojek spezi isch und au g und de O enhei des quali a i en Fo schungs-
p ozesses zum Teil un o he sehba sind, können wi im Bei ag keine ollum as-
senden e hischen „Lösungsansä ze“ o schlagen. Vielmeh schlagen wi au den
e hischen P inzipien basie ende eldspezi ische Re lexions agen o . Diese kön-
nen P ak ike *innen im Feld dabei un e s ü zen, das eigene Vo gehen zu e lek-
ie en und e hische He aus o de ungen zu an izipie en (Abschni 4). Schließlich
assen wi unse e E gebnisse zusammen und disku ie en sie (Abschni 5).
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2 Fo schungse hik in de A bei ssoziologie:
G undlagen und eldspezi ische
He aus o de ungen
Wie Fo schungse hik zu e s ehen is und welche Maßs äbe ü die Bewe ung
des e hischen Handelns on Fo schenden zug undegeleg we den sollen, is Ge-
gens and iel ache Auseinande se zungen (Ipho en 2020; Hamme sley 2015; Is-
ael/Hay 2006; Tolich/Tumil y 2020; Gillam u.a. 2009; Ra ü Sozial- und Wi -
scha sda en 2017). Wi olgen einem klassischen Ve s ändnis on Fo schungs-
e hik, wie es Hop (2016) o geschlagen ha :
„Un e dem S ichwo ‚Fo schungse hik‘ we den in den Sozialwissenscha en im Allgemei-
nen all jene e hischen P inzipien und Regeln zusammenge ass , in denen meh ode minde
e bindlich und meh ode minde konsensuell bes imm wi d, in welche Weise die Bezie-
hungen zwischen den Fo schenden au de einen Sei e und den in sozialwissenscha liche
Un e suchungen einbezogenen Pe sonen au de ande en Sei e zu ges al en sind.“
Hop 2016, 195
In diese De ini ion eku ie Hop indi ek au den sog. e hischen P inzipialis-
mus (Hamme sley 2015) und e weis dami au einen Kanon an zen alen e hi-
schen P inzipien, die auch in E hikkodizes es gehal en sind. Diese e hischen
P inzipien wu den u sp ünglich ü biomedizinische Fo schung en wickel
(Beauchamp/Child ess 2019), haben jedoch auch Eingang in die sozialwissen-
scha liche Deba e zu Fo schungse hik ge unden (Unge /Simon 2015). Zu ihnen
gehö en (a) die in o mie e Einwilligung und F eiwilligkei de Teilnahme, (b)
Nich -Schädigung und (c) Anonymisie ung und Ve aulichkei (DGS/BDS 2017;
B i ish Sociological Associa ion 2017; Ame ican Sociological Associa ion 2018).
Gleichzei ig is de e hische P inzipialismus besonde s im englischsp achi-
gen Raum ums i en, o allem da die P inzipien bei de Begu ach ung quali a-
i e Fo schungsp ojek e du ch E hikkommissionen he angezogen we den (Bell/
W ay-Bliss 2011; Hamme sley 2015). Quali a i Fo schende sehen un e ande em
die Ge ah , dass ih e Fo schung du ch E hikkommissionen eingesch änk wi d
(Hagge y 2004; Hamme sley 2009; Dingwall 2008; an den Hoonaa d 2011;
Sch ag 2011). Auch Fo schende aus dem Be eich de A bei s o schung be eiligen
sich an diesen Deba en, so sehen Bambe und Sappey (2007) e hnog a ische
Wo kplace S udies au g und de Vo gaben on E hikkommissionen zu in o mie -

Fo schungse hik in de A bei ssoziologie | 139
e Einwilligung als ge äh de an.1 Auch in Deu schland e ablie en sich E hikp ü -
e ah en o z ih e Ums i enhei ü sozialwissenscha liche P ojek e imme
meh (Unge u.a. 2016).
T o z diese K i ik sind e hische P inzipien ü die Bewäl igung o schungs-
e hische F agen hil eich. So können sie Fo schende dabei un e s ü zen, be-
s imm e e hische F agen und Dimensionen im Fo schungsp ozess zu e kennen,
zu an izipie en und zu lösen (Hamme sley 2015). Auch wenn e hische He aus o -
de ungen im quali a i en Fo schungsp ozess au g und de O enhei imme ein
S ück wei un o he sehba bleiben (Guillemin/Gillam 2004), ö de eine Ausein-
ande se zung ex an e eine e hisch e lexi e Hal ung und schul Fo schende da -
in, e wa ba e e hische He aus o de ungen nich nu zu e kennen, sonde n im
Feld auch mi ihnen umzugehen (Unge 2021). Diese Re lexion soll e nich abs-
ak bleiben, sonde n au die spezi ischen Bedingungen de A bei ssoziologie
eingehen.
In in e na ionalen Leh - und Handbüche n im Be eich de A bei s o schung
inden sich ehe wenig aus üh liche Auseinande se zungen mi Fo schungse hik
(siehe beispielsweise Whi ield/Yunus 2018). Dabei e geben sich in de a bei sso-
ziologischen Fo schung spezi ische He aus o de ungen, die je nach Fo schungs-
design a iie en. Fü eine Auseinande se zung mi o schungse hischen F agen
in de A bei ssoziologie sehen wi d ei zen ale Anknüp ungspunk e.
E s ens is eine e hische Auseinande se zung dann sinn oll, wenn die spezi-
ischen me hodischen Zugänge de A bei s o schung in den Blick genommen
we den, wozu ypische weise (Be iebs-)Falls udien, In e iews und Beobach-
ungs e ah en zählen (Menz/Nies 2018; P lüge u.a. 2010; Bell u.a. 2019). Wäh-
end Be iebs alls udien insbesonde e F agen de Ve aulichkei und de Rolle
on Ga ekeepe n be e en, we en p imä ges al ungso ien ie e P ojek e F agen
nach In e essenkon lik en und Mach e schiebungen au . Diese Un e schiede
e deu lichen, dass Fo schungse hik nich losgelös om me hodischen Zugang
be ach e we den kann.
Zwei ens sind e hische He aus o de ungen zu beach en, welche in de spezi-
ischen S uk u des Feldes liegen. Denn das Feld de A bei ssoziologie is klassi-
sche weise on O ganisa ionen und somi u.a. on Hie a chien, Regeln und
||
1 E hikkommissionen we den auch deshalb k i isie , weil die Idee de e hischen Vo abp ü ung
mi den Cha ak e is ika quali a i e Sozial o schung, nämlich O enhei und Flexibili ä , kon li-
gie . Un e schiedliche Au o *innen be onen, dass au g und des o enen und lexiblen Fo -
schungsp ozesses e hische He aus o de ungen nich ollum änglich o dem Feldein i e -
kann we den könn en (Cannella/Lincoln 2018; Ch is ians 2003; McCo mack u.a. 2012; Pollock
2012).
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Sank ionie ungsmöglichkei en gep äg , was sich au Fo schungse hik auswi k
(Schey /P lüge 2024). In bishe igen sys ema ischen Auseinande se zungen
zum Thema wi d un e ande em be on , wie o handene Mach asymme ien im
Feld zu e hischen He aus o de ungen üh en (Bell/B yman 2007; Jeanes 2017),
wie das olgende Zi a e deu lich :
„[…] o ganiza ional esea ch pa icipan s a e also subjec s o , and subjec o, he o ganiza-
ion o which hey belong (and a e o en dependen upon his o he li elihood). Such e-
sea ch pa icipan s a e no au onomous indi iduals ee o espond wi hou ega d o any
numbe o o ganiza ional ac o s such as employmen secu i y, ela ionships wi h co-wo k-
e s, and loyal y o he g oup. Likewise, when en e ing o ganiza ions, esea che s pa ici-
pa e in a p io i ela ionships and s uc u es ha in luence hei ac ions. Being ‚low in he
co po a e hie a chy‛, o ganiza ional powe s uc u es may limi esea che s’ capaci y o ac
in esponse o e hical issues i hey do a ise.“
G eenwood 2016, 509
Ge ade in Fo schungsp ojek en mi di ek em Zugang übe das Managemen ode
den Be iebs a s ell sich die F age, inwiewei Teilnehmende ih e An wo en un-
abhängig o mulie en können. Neben o handenen Mach asymme ien is die
hohe Dich e on o mellen und in o mellen Beziehungen im Fo schungs eld ein
wei e es Cha ak e is ikum, welches zu e hischen He aus o de ungen üh en
kann.
D i ens sind e hische F agen auch an das Selbs e s ändnis de A bei s-
soziologie „als eine p axisnahen, o auch dezidie a bei e /innen- und a bei -
nehme /inneno ien ie en Fo schung jensei s des ‚El enbein u ms‘“ (Saue 2017,
255) geknüp . Dieses Selbs e s ändnis als p axisnahe Wissenscha wi d häu ig
du ch D i mi elp ojek e e wi klich , die o nu in enge Abs immung mi o ga-
nisa ionalen Koope a ionspa ne n du chge üh we den können, denn de Zu-
gang e olg in ielen Fällen übe be iebliche Ga ekeepe (Vo gese z e, be ieb-
liche In e essen e e ung) und E hebungen inden nich sel en am A bei spla z
ode zumindes im Be ieb s a (P lüge u.a. 2017). Dies üh u.a. dazu, dass Pe -
sonen im Feld wechselsei ig übe ih e Teilnahme an E hebungen in o mie sind
und beispielsweise Anonymisie ung besonde e He aus o de ungen mi sich
b ing (Menz/Nies 2018). Da übe hinaus en s ehen aus diesen Koope a ionen
imme wiede auch spezi ische und eils wide sp üchliche E wa ungen aus dem
Feld an die Fo schenden. Wäh end Fo schende wissenscha liche Unabhängig-
kei wah en müssen, e wa en P axispa ne eilweise konk e e Emp ehlungen
ode anwendungsbezogene E gebnisse. Dies kann zu Spannungen üh en, insbe-
sonde e wenn Fo schungse gebnisse nich den In e essen de be eilig en O ga-
nisa ionen en sp echen.
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie | 141
Au bauend au diesen und wei e en A bei en zu eldspezi ischen He aus o -
de ungen, gehen wi im Folgenden nähe au die be ei s e wähn en e hischen
P inzipien ein und zeigen au Basis on Beispielen aus de Fo schungsli e a u
mögliche He aus o de ungen ü die A bei ssoziologie au .
3 E hische P inzipien und He aus o de ungen in
de A bei ssoziologie
In de Fo schungse hik we den übliche weise die P inzipien de in o mie en
Einwilligung und F eiwilligkei de Teilnahme (Abschni 3.1), de Nich -Schädi-
gung (Abschni 3.2) sowie de Anonymisie ung und Ve aulichkei (Abschni
3.3) als O ien ie ungspunk e he angezogen. Auch in de A bei ssoziologie sind
diese P inzipien zen al – ih e Umse zung is jedoch o mi besonde en He aus-
o de ungen e bunden.
Empi ische S udien zeigen, dass diese P inzipien in de a bei ssoziologi-
schen P axis nich imme leich umse zba sind. Um dies zu e deu lichen, s el-
len wi exis ie ende empi ische Beispiele sys ema isch en lang de jeweiligen
e hischen P inzipien o . Dabei be ücksich igen wi un e schiedliche me hodi-
sche Zugänge, um die Bandb ei e de He aus o de ungen in e schiedenen Fo -
schungskon ex en da zus ellen.
3.1 In o mie e Einwilligung und F eiwilligkei de Teilnahme
Die in o mie e Einwilligung is mi dem Rech au Selbs bes immung e knüp
und beinhal e , Teilnehme *innen de Fo schung übe das geplan e P ojek (Ziel-
se zung, Rech e de Teilnehmenden, me hodisches Vo gehen, mögliche Risiken)
aus eichend zu in o mie en und ih e Zus immung au Basis de F eiwilligkei ein-
zuholen. Teilnehmenden wi d hie bei das Rech einge äum , jede zei ih e Teil-
nahme zu ückzuziehen, ohne dass dadu ch Schäden ode Risiken ü sie en s e-
hen. Meis wi d eine solche Einwilligung sch i lich eingehol ode mündlich
du ch einen Tonbandmi schni es gehal en (Ra ü Sozial- und Wi scha sda-
en 2017, 21–24; Benne /Löhe 2020).
Quali a i Fo schende haben o allem in Bezug au zwei Aspek e in o mie -
e Einwilligung K i ik geäuße : E s ens weisen e hnog a isch Fo schende da -
au hin, dass das e p lich ende Einholen eine (sch i lichen) in o mie en Ein-
willigung als bü ok a ische Ak im Feld wah genommen wi d und dem Au bau
e auens olle Beziehungen im Feld schaden kann (Hagge y 2004; Allbu /
142 | Ca la Schey , Jessica P lüge
Mas e s 2010; Bell 2014) ode dass die Einholung o schungsp ak isch nich
du ch üh ba is , beispielsweise wenn in de Ö en lichkei ode im Rahmen g o-
ße (halb-)ö en liche Ve ans al ungen beobach e wi d (Bell 2014; Mu phy/
Dingwall 2007). Zwei ens heben quali a i Fo schende au g und de O enhei
und Flexibili ä quali a i e Fo schung und eils länge anhal ende Fo schungs-
beziehungen he o , dass sie in o mie e Einwilligung nich als einmalige
„P lich “, sonde n als einen anhal enden P ozess e s ehen (Guillemin/Gillam
2004; Ame ican Sociological Associa ion 2018; Mille /Bell 2012).
Neben diesen beiden allgemeinen Aspek en is abe ü die A bei ssoziologie
besonde s die Disk epanz zwischen dem hie a chisch s uk u ie en Fo schungs-
eld au de einen und de in o mie en Einwilligung und F eiwilligkei au de an-
de en Sei e bedeu sam. Ein besonde es P oblem en s eh , wenn Einwilligungen
nich indi iduell, sonde n du ch be iebliche Ga ekeepe e eil we den. Dies
kann zu eine e ze en Wah nehmung de F eiwilligkei üh en und Teilneh-
mende in eine schwie ige Posi ion b ingen, da sie sich un e D uck gese z ühlen
könn en, an de Fo schung mi zuwi ken. Dieses Spannungs eld illus ie en wi
im Folgenden nähe du ch Beispiele.
Johnson (2014), de mi els „Shadowing“ einen CEO eilnehmend beobach-
e e, besch eib eind ücklich, wie e on diesem gehinde wu de, die in o mie e
Zus immung alle Teilnehmenden einzuholen. Dies zeig sich an olgendem Aus-
zug aus seinen Feldno izen:
„ […] a i ing a he CEOʼs o ice a 7:30 a.m. on he i s day o shadowing, pleasan ies we e
quickly exchanged, and as discussed in ou in oduc o y mee ing (in which in o med con-
sen was p o ided), we wen o e he e en s o he week. The CEO ou lined which mee ings
I could a end and which we e closed doo . On his pa icula day a leade ship mee ing was
scheduled om 8:00 a.m. o 5:00 p.m., and I was old he e was ‚no hing o limi s‘. A e
he CEO inished some p epa a o y eading o he mee ing we a i ed la e a 8:05 a.m. o
14 ice-p esiden s and o he manage s. A e glancing a his wa ch he CEO old me o si in
he back ow, while he sa down a he head o he able. Then, wi hou in oduc ion (and
ce ainly no e hical app o al o obse e he mee ing om o he pa icipan s o esea ch
pu poses) he CEO picked up he agenda o he mee ing and began o add ess he i s issue
o he day. O e one hou passed and a 9:30 he mee ing b oke o a co ee b eak. A he
b eak I app oached he CEO and asked o be in oduced and o hand ou in o ma ion shee s
and consen o ms o he manage s. The CEO esponded o me by saying ‚I will in oduce
you, bu do no hink i is necessa y o ob ain consen o obse e his mee ing, you al eady
ha e e hical app o al om he e hics boa d and his p ojec is endo sed by he o ice o he
CEO.‘ I men ioned ha I equi ed hei consen o my esea ch, and he g udgingly obliged
and said ha I should hand ou he o ms du ing he b eak.“
Johnson 2014, 28–29
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie | 149
Anonymisie ung und Ve aulichkei sind au g und de hie a chischen S uk u
des Feldes und de da aus esul ie enden möglichen Schädigungsdimension in
de A bei ssoziologie besonde s wich ig. Eine spezi ische He aus o de ung e gib
sich aus den in de A bei ssoziologie üblichen Fo schungsansä zen und mul i-
me hodischen Vo gehensweisen (Menz/Nies 2018). Wenn beispielsweise Falls u-
dien du chge üh we den, we den au Basis on In e iews und Dokumen-
enanalysen iele Kon ex in o ma ionen zum spezi ischen Fall gene ie , da de
Fall (z.B. ein Un e nehmen) explizi in seinem Zusammenhang mi ele an en
Kon ex ak o en (B anche, Region, Beschä ig ens uk u , Umsa zen wicklun-
gen usw.) un e such wi d (Pong a z/T inczek 2010). Au g und de Fülle de Kon-
ex in o ma ionen is eine Anonymisie ung besonde s schwie ig. Fo schende
können jedoch au un e schiedliche e p ob e Anonymisie ungs echniken zu-
ückg ei en, bei denen die Da enquali ä möglichs e hal en bleib und zugleich
de Schu z de Pe sonen gewäh leis e wi d (Mozygemba/Holls ein 2023; Rich e
u.a. 2021; We ne u.a. 2023). Ob bzw. inwiewei das Un e nehmen anonymisie
we den kann, is eben alls eine En scheidung, die p ojek - und kon ex abhängig
ge o en we den muss.
Eine wei e e He aus o de ung bes eh hinsich lich de E hal ung de in e -
nen Ve aulichkei , da A bei s o schung häu ig in O ganisa ionen s a inde .
Die in e ne Ve aulichkei bedeu e , dass sich Ak eu *innen aus dem Feld un e -
einande iden i izie en können und dies e hinde we den soll e, wäh end die
ex e ne Ve aulichkei sich da au bezieh , dass Pe sonen auße halb des Fo -
schungs elds – also beispielsweise Lese *innen on Ve ö en lichungen ode Zu-
hö ende on Vo ägen – Teilnehmende e-iden i izie en können (Tolich 2004).
In de A bei ssoziologie wissen die jeweiligen Ak eu e im Feld meis nich nu ,
we beispielsweise im Rahmen eine Falls udie in e iew wu de, sonde n kön-
nen auch au g und ih es „Inside wissens“ (Menz/Nies 2018, 286) in ein ach ano-
nymisie en Da en ech schnell einzelne Ak eu e wiede e kennen. Und gleich-
zei ig sind es diese „Inside “ im Feld (Vo gese z e, Manage *innen), welche die
Teilnehmenden in abhängigen Posi ionen mögliche weise sank ionie en kön-
nen.
Ein Beispiel ü die He aus o de ungen in e ne Ve aulichkei inde sich
bei Win ields (2024) e hnog a ische Fo schung in eine Fo m de „ o alen Ins i-
u ion“. Win ield un e such die Sozialisa ion on Kade en in de Uni ed S a es
Mili a y Academy P epa a o y School und besch eib anschaulich die iel äl igen
e hischen He aus o de ungen, mi denen sie im Feld umzugehen ha . Sie schä z
un e ande em in e pe sonelle Kon lik e und P obleme de Ka ie een wicklung
als mögliche Ge ah en bei einem B uch de Ve aulichkei ein. Zusä zlich weis
sie da au hin, dass die Einhal ung de in e nen Ve aulichkei besonde s

150 | Ca la Schey , Jessica P lüge
p oblema isch bei denjenigen Pe sonen is , welche eine un e ep äsen ie en
G uppe im Feld angehö en, wie beispielsweise in ih em Feld schwa ze F auen
(ebd., 4).
Ausgehend on diesen P oblemen besch eib sie un e schiedliche S a e-
gien, um Ve aulichkei zu gewäh leis en. E s ens e such sie – ähnlich wie
G ønning (1997) – die In e iews auße halb de Mili a y School du chzu üh en.
Zwei ens beobach e sie übe einen langen Zei aum on d ei Jah en, um mög-
lichs iele mögliche Teilnehme *innen zu beobach en und eine Re-Iden i ika-
ion au g und de Viel al des Samples zu e schwe en. D i ens nu z sie eine
Technik de c ea i e non ic ion und e ände Geschich en einzelne Teilnehmen-
de ode ‚spli e ‘ Teilnehmende in de Da s ellung zu meh e en Cha ak e en au .
Dies e möglich „ o meld oge he he s o ies om mul iple yea s o ield wo k o
inc ease ambigui y abou who speci ic cha ac e s ep esen “ (Win ield 2024,
259). Vie ens nu z sie einen pa icipan cen ed app oach und besp ich mi den
Teilnehmenden de E hnog a ie, wie diese in de Ve ö en lichung da ges ell
we den:
„We examined i hei cha ac e s a e app op ia ely al e ed o p o ec hei iden i ies. I hey
did no eel adequa ely anonymized, we wo ked oge he o b ains o m s a egies on wha
else could be changed. As we con empla ed hese ques ions, I e-w o e and e ised he man-
usc ip , and hen e u ned po ions o hem again, i hey we e in e es ed in con inuing he
con e sa ion. Al hough his p ocess is ime consuming, i c ea es space o es o a ion and
epai when a pa icipan eels mishea d o mis ep esen ed in he wo k.“
Win ield 2024, 261
Diese un e schiedlichen S a egien können e wende we den, um in e ne Ve -
aulichkei zu ga an ie en. Zudem kann es ü die Einhal ung de Ve aulichkei
sinn oll sein, das Sample zu e wei e n und meh e e O ganisa ionen bzw. O ga-
nisa ionseinhei en zu be o schen, Funk ionsbesch eibungen zu abs ahie en
und Anonymisie ungss a egien mi den Teilnehmenden ückzusp echen (Saun-
de s u.a. 2015).5
In de A bei ssoziologie is es o allem in anwendungso ien ie en D i mi -
elp ojek en üblich, Fo schungse gebnisse wiede zu ück ins Feld zu agen ( gl.
Tuba o 2021). Hie bei is die Einhal ung de in e nen Ve aulichkei besonde s
schwie ig, wenn beispielsweise Vo äge im Be ieb gehal en we den, wie Menz
und Nies (2018) au zeigen:
||
5 Fü die Hinweise zu wei e en S a egien zu Gewäh leis ung de Ve aulichkei möch en wi
he zlich dem*de anonyme*n Gu ach e *in danken.
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie | 151
„Da ü muss nich nu on säm lichen pe sonenbezogenen Angaben, sonde n zumeis
auch on lebensgeschich lichen Hin e g ünden de Be ag en abgesehen we den; selbs
einzelne mögliche weise pe sonen ypische Fo mulie ungen können zu Iden i izie ung de
Be agungspe sonen du ch Kolleginnen ode Vo gese z e üh en. Auch au eine – inhal lich
zuweilen du chaus hoch ele an e – di e enzie e Da s ellung e wa nach un e schiedli-
chen Beschä ig eng uppen ode Ab eilungen muss zuweilen e zich e we den, wenn die
Fallzahl de be ag en Pe sonen inne halb diese einzelnen G uppen zu ge ing is .“
Menz/Nies 2018, 286 .
Deshalb wi d bei solchen P äsen a ionen hinsich lich de oben au ge üh en
möglichen Risiken ü Teilnehmende besonde s au Anonymisie ung und Ve -
aulichkei geach e .
4 Ans öße zu Re lexion
Im o angegangenen Abschni haben wi mögliche He aus o de ungen en lang
de e hischen P inzipien (1) in o mie e Einwilligung und F eiwilligkei de Teil-
nahme, (2) Nich schädigung sowie (3) Anonymisie ung und Ve aulichkei im
Feld de A bei ssoziologie au gezeig und einige Möglichkei en des Umgangs au
de G undlage on Beispielen disku ie .
Aus diesen He aus o de ungen haben wi – angelehn an die allgemein o -
mulie en e hischen Re lexions agen des Ra s ü Sozial- und Wi scha sda en
(2017) – eldspezi ische F agen zu e hischen Re lexion in de A bei ssoziologie
abgelei e und in Tabelle 1 zusammenge ass .
Solche F agen können dabei hel en, o schungse hische He aus o de ungen
ü das jeweilige Fo schungsp ojek zu e kennen. Gleichzei ig auchen e hische
He aus o de ungen – wie eingangs e wähn – au g und de O enhei und Flexi-
bili ä quali a i e Sozial o schung auch imme wiede un o he sehba in allen
Phasen des Fo schungsp ozesses au und können somi nich ollum änglich im
Vo hinein an izipie we den (Guillemin/Gillam 2004). Deshalb is es hil eich,
wie in de A bei ssoziologie üblich, imme auch im Aus ausch mi Kolleg*innen
zu sein, um e hische F agen auch wäh end des Fo schungsp ozesses zu besp e-
chen (Ra ü Sozial- und Wi scha sda en 2017, 26).
152 | Ca la Schey , Jessica P lüge
In o mie e Einwilligung und F eiwilligkei de Teilnahme
 Welche Hie a chien bes ehen im Feld? Inwie e n beein lussen diese den Feldzugang und
dami einhe gehend die in o mie e Einwilligung und F eiwilligkei de Teilnahme?
 Wie kann ich siche s ellen, dass nich nu on Ga ekeepe n, sonde n auch on allen an-
de en Be eilig en eine Zus immung eingehol we den kann? Is es gegebenen alls sinn-
oll, den Feldzugang zu abhängig Beschä ig en unabhängig om Be ieb zu ges al en?
 Möch e ich die P imä da en in einem Fo schungsda ena chi wie eLabou a chi ie en?
Wenn ja: Gewäh leis en, dass hie ü die in o mie e Einwilligung eingehol wi d.
Nich -Schädigun
g
 Welche spezi ischen Risiken en s ehen du ch die Posi ion, in de sich die Teilnehmen-
den im Feld be inden? Abwägung mögliche ech liche , wi scha liche und soziale Ri-
siken.
 Welche Risiken en s ehen du ch die inhal liche Aus ich ung des Fo schungsp ojek s?
Behandle ich (besonde s sensible) Themen, bei denen psychische Belas ungen e wa -
ba sind? Ziel mein Fo schungsp ojek da au ab, „guil y knowledge“, also Wissen übe
de ian es/illegales Handeln zu e hal en? Wenn ja, welche Maßnahmen kann ich e en,
um mi diesen Risiken umzugehen?
 Welche spezi ischen Risiken en s ehen mögliche weise ü die Teilnehmenden au g und
des na ionalen Kon ex s, in dem das P ojek du chge üh is (au o i ä e Regime, soziale
Siche ungssys eme)?
 Wie s elle ich den möglichen Nu zen on Fo schung gegenübe Koope a ionspa ne *in-
nen da ? Abwägung, welche „Ve sp echen“ übe die Nü zlichkei de S udie un e -
schiedlichen Ak eu en im Feld gemach we den.
Anonymisie ung und Ve aulichkei
 Welche spezi ischen Kon ex in o ma ionen meine (Fall-)S udie muss ich anonymisie-
en?
 Wie kann ich siche s ellen, dass in e ne Ve aulichkei im Feld gewah bleib ?
 Welche Maßnahmen zu Anonymisie ung muss ich ü un e schiedliche Zwecke de
E gebnisp äsen a ion und A chi ie ung nu zen (Publika ionen, P äsen a ionen im Feld,
Speiche ung im Fo schungsda enzen um)?
Tab. 1: F agen zu e hischen Re lexion in de A bei ssoziologie
5 Diskussion und Ausblick
Ziel des Bei ags wa es, e hische He aus o de ungen in de a bei ssoziologi-
schen Fo schung zu skizzie en und au diese Basis Impulse zu e hischen Re le-
xion zu bie en. Hie ü haben wi en lang de e hischen P inzipien de in o mie -
en Einwilligung und F eiwilligkei de Teilnahme, de Nich -Schädigung sowie de
Anonymisie ung und Ve aulichkei au gezeig , dass die spezi ischen Bedingun-
Fo schungse hik in de A bei ssoziologie | 153
gen a bei ssoziologische Fo schung eine kon inuie liche Re lexion übe e hi-
sche He aus o de ungen e o de n. Wäh end klassische o schungse hische
P inzipien eine g undlegende O ien ie ung bie en, müssen sie in de P axis o
an die spezi ischen Gegebenhei en des Fo schungs eldes angepass we den. Au
Basis de besch iebenen He aus o de ungen haben wi abschließend einen Ka-
alog on eldspezi ischen F agen zu e hischen Selbs e lexion o geschlagen.
Diesen e s ehen wi als Ausgangspunk ü wei e e Übe legungen, welche bei-
spielsweise ande e me hodische Ve ah en de A bei ssoziologie e gänzen soll-
en, die in diesem Bei ag nich im De ail e lek ie we den konn en (e wa Mixed-
Me hods-Ansä ze).
Die Fo schungsgegens ände de A bei ssoziologie un e liegen kon inuie li-
chem Wandel, was Neu- bzw. Wei e en wicklungen on Me hoden no wendig
mach und le z lich zu neuen e hischen He aus o de ungen üh en kann. Ab-
schließend möch en wi dahe zwei Themen andisku ie en, die kün ig wah -
scheinlich die e hische Diskussion in de A bei ssoziologie p ägen we den.
E s ens wi d a bei ssoziologische Fo schung absei s on o malen O ganisa-
ionen (Ah ne/B unsson 2011; Dobusch/Schoenebo n 2015) zu neuen e hischen
He aus o de ungen üh en. In unse em Bei ag haben wi disku ie , wie bei-
spielsweise Hie a chien in Be ieben und mögliche Sank ionie ung on abhängig
Beschä ig en zu e hischen He aus o de ungen ü die F eiwilligkei de Teilnah-
me ode die Nich -Schädigung üh en können. Bei E we bsa bei absei s on
klassischen Be ieben – beispielsweise im Rahmen on Pla o men (S nicek
2016; Vallas/Scho 2020) ode on selbs s ändige A bei (Bögenhold 2019) – is
die S uk u ie ung des Fo schungs eldes womöglich schwie ige zu assen und
demen sp echend auch eine Risikoeinschä zung ü die Teilnahme, die Einhal-
ung de in o mie en Einwilligung und F eiwilligkei sowie die Anonymisie ung
und Ve aulichkei he aus o de nde . Beispielsweise zeigen Molina u.a. (2023)
au , welche iel äl igen e hischen He aus o de ungen dami einhe gehen, wenn
Mic owo ke *innen als Teilnehmende on Fo schung übe Pla o men ek u ie
we den.
Zwei ens en s ehen du ch die Digi alisie ung de A bei und dami einhe ge-
hend auch eine s ä ke e Digi alisie ung des me hodischen Repe oi es in de A -
bei ssoziologie neue e hische He aus o de ungen insbesonde e hinsich lich de
in o mie en Einwilligung sowie ü F agen de Anonymisie ung (Eynon u.a.
2017; Heise/Schmid 2014; Ma kham/Buchanan 2017; Sugiu a u.a. 2017; Wenzel/
an Quaquebeke 2018). Gleichzei ig s ell sich die F age, ob klassische e hische
P inzipien o dem Hin e g und digi ale Fo schung und des Cha ak e eines di-
gi alen Fo schungs elds (global, ne zwe ka ig, unsiche , allgegenwä ig) zu
übe denken sind (Bu bules 2009).
154 | Ca la Schey , Jessica P lüge
Die zukün ige a bei ssoziologische Deba e zu Fo schungse hik wi d beson-
de s dann uch ba sein, wenn Fo schende sowohl He aus o de ungen aus de
Fo schungsp axis eilen als auch au zeigen, wie sie mi e hischen F agen und Di-
lemma a im Fo schungsp ozess umgegangen sind. Dahe bleib die kon inuie li-
che Auseinande se zung mi neuen me hodischen En wicklungen und e hischen
Implika ionen ein spannende und wich ige Bes and eil kün ige Re lexionen
in de A bei ssoziologie.
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