K üge , Ka l
A icle
Die Ausbildung on Raumplanungs-Ingenieu en und die
Idee de Raumplanungs-Akademie
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: K üge , Ka l (1950) : Die Ausbildung on Raumplanungs-Ingenieu en und die
Idee de Raumplanungs-Akademie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und
Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 70, Iss. 1, pp. 98-102,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.70.1.98
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h ps://hdl.handle.ne /10419/290692
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98 K. K üge [98
möge bald eine zwei e Kon e enz diese A e ans al e we den; wi
dü en gewiß sein, daß sie au dem Wege zu Zusammena bei de
Wissenscha en om Menschen einen wei e en Sch i bedeu en wi d,
nachdem diese e s e Kon e enz die Wegge äh en sammel e, die Rich-
ung wies und die e s e S ecke Wegs zu ückleg e.
K. G. Spech -Köln
Die Ausbildung on Raumplanungs-Ingenieu en
und die Idee de Raumplanungs-Akademie
In e a m en Lände n muß besonde s so g äl ig die Ve schwendung
on Na u schä zen und Ene gie e hinde we den. S eng a ionali-
sie e Vo ausplanungen sollen deshalb den spa sams en Einsa z
menschliche und ma e ielle Ene gie bei dennoch höchs em Leis ungs-
e olg e s eben, um die P oduk ion de Lände zu heben. Das Ziel is
de Wohls and eine zu iedenen, also glücklichen Be ölke ung. Diese
Gesich spunk e aß gleichzei ig die seelische und kul u elle Be-
euung de Einwohne , sowei sie du ch die sachliche Planungsa bei
beding is .
Eine plan oll gelenk e Au baua bei wi d dann un e ge ings em
Ene gieau wand zum E olg üh en, wenn sie aus Au baua bei en in
de Nachba scha Nu zen ziehen kann. Zum Beispiel kann eine Fab ik,
die au gebau wi d, au eine in diesem Fall an sich o eilha e Gas-
bek a ung einges ell we den, wenn ech zei ig bekann wu de, daß
in de Nähe eine leis ungs ähige Gasans al en s eh , die du ch Fe n-
gaslei ung angeschlossen we den kann.
Die logische Zusammen ügung alle Möglichkei en üh zu Ve -
bundplanung, also zu Raumplanung. Die Raumeinhei kann en wede
eine poli ische Einhei (S aa ) ode eine na ü liche (Landscha ) sein.
Rohs o gewinnung, Nah ungsmi ele zeugung, Ene giebescha ung,
Ve a bei ung, T anspo mi elbescha ung, Siedlung sind Beg i e, die
die wich igs en Au gaben kennzeichnen, die heo e isch und schließ-
lich auch p ak isch au einande abges imm we den können und sollen.
Am leh eichs en is die p ak ische Ve bundplanung im Wasse ach,
in dem be ei s s ändig die Zusammenschau on Be- und En wässe ung,
G undwasse egelung, Fluß egulie ung, Kanalbau, S aus u enbau zu
Ab luß egelung und Wasse k a gewinnung geüb wi d, die auße dem
ih en Anschluß inde eine sei s an Ve keh sau gaben (Binnenwasse -
s aßen, Ha enbau; We bewe b mi ande en Ve keh smi eln) und die
allgemeine Ene giewi scha (Ausgleich de Leis ungsku en de
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99] Die Ausbildung on Raumplanungs-Ingenieu en 99
Wasse k a we ke im Ve bund mi Heizk a we ken; Koppelung on
Wasse k a we ken, Heizk a we ken und Gasans al en).
Die Vo ausse zung gu e Raumplanung is das Wissen um den
Raum1, de zunächs du ch die Geog aphie e mi el wi d. De Geog a-
phie oblieg die Au gabe, alle au de E dobe läche und seinen Teil-
gebie en zu beobach enden E scheinungen es zus ellen und da zu-
s ellen (Geos a is ik) sowie diese aus ih e z. T. gegensei igen Beding -
hei zu beg ünden. Jede Ände ung eines Fak o s in eine Landscha
e wa du ch wi scha liche Au baua bei kann ein o handenes Gleich-
gewich s ö en; das Ausmaß de S ö ung kann au G und des geog a-
phischen Wissens meh ode wenige genau o ausgesag we den, ins-
besonde e dann, wenn dieses Wissen nach de echnogeog aphischen
Sei e hin e wei e wu de. Die im Gange be indliche Ausges al ung de
Technogeog aphie — nich als selbs ändige Rich ung, sonde n als
Du chd ingung und Mode nisie ung de Geog aphie — gewinn hie -
du ch auch p ak isches In e esse. Dadu ch, daß die Geog aphie auch
die Ve b ei ung des Menschen und seine wi scha lichen Leis ungen
in ih e ganzhei liche Schau einbezieh , dü en ih e Fo schungen im
Hinblick au jedes Teilgebie de Raum o schung nich un e schä z
we den.
Nun is die Geog aphie heu e de a um assend gewo den, daß sie
on keine Einzelpe sönlichkei meh gemeis e we den kann. Zahl-
eiche Einzelwissenscha en sind aus ih he o gegangen und anden
Anschluß als Geowissenscha en an spezialisie e und angewand e
G undwissenscha en; ande sei s is abe gewisse maßen eine Rück-
keh zu e zeichnen, so daß dadu ch eine S ä kung de be e enden
Teilgebie e de Geog aphie ein a , ü die abe cha ak e is isch is ,
daß sie als solche nie den Zusammenhal mi de Ganzhei e lie en
dü en, wie es sich aus de on innen he aus en wickel en, soeben e -
wähn en De ini ion e gib .
Demen sp echend sind auch die Teilgebie e de Raum o schung,
die die wissenscha liche G undlage ü die p ak ische Raumplanung
siche n, nich meh on eine noch so um assend gebilde en Einzel-
pe sönlichkei eingehend zu behe schen. Die En wicklung on A bei s-
gemeinscha en de Raum o schung an den deu schen Hochschulen
wa deshalb sachlich no wendig.
Wie um assend die Gesam au gabe de Raum o schung in Ang i
zu nehmen is , mag de Außens ehende e wa aus de A bei sanlei ung
ü K eisbesch eibe in Niede sachsen2 e sehen.
Zunächs wi d jede K eis als poli ische Einhei nebs seine
heu igen Ve wal ung zu besch eiben sein. Die Na u des Landes is im
Hinblick au Geologie, Vo kommen nu zba e Lage s ä en, Relie ,
Klima (einschl. de einzelnen Klimaelemen e und de en jah eszei -
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100 K. K üge [100
liehe Wi kung au die P lanzenwel (Phänologie), Gewässe alle A
einschl. de Ab luß o gänge, Böden, na ü liche und heu ige Vege a ion
und Tie wel da zus ellen. Die Be ölke ung muß nach Dich e, biologi-
schem Au bau, Cha ak e , Leis ungs ähigkei gemäß ih en Gliede-
ungen e aß we den. Siedlungen und Wohnungswesen, Wasse bau
(Wasse e so gung, Abwasse besei igung, K a wi scha , Landgewin-
nung usw.), Landwi scha , Fo s wi scha , Jagd und Fische ei, Ge-
we be und Indus ie, Ve keh sowie kul u elle Ve häl nisse sollen
besch ieben we den, bis schließlich ein Gesam eind uck on de
Dynamik jedes K eises gewonnen wi d.
De Besch eibung de Raumeinhei en olg nun die Auswe ung
de Angaben bis zu Au s ellung on Ve besse ungs- und Ausbau o -
schlägen, also die eigen liche Raumplanung. Wäh end es bei de
speziellen Besch eibung au die Auswe ung des Fachwissens de Au -
nehmenden ankomm , müssen sich die Mi a bei e an de p ak ischen
Raumplanung menschlich und sachlich au ein Gemeinscha sziel ein-
s ellen.
Hie muß also neben analy ischem Fachs eben noch s ä ke de
syn he ische Geis zu Gel ung gelangen. Be ei s im Rahmen de Vo -
a bei en zu deu schen Hochschul e o m (nach dem zwei en Wel -
k ieg) kam die So ge zum Ausd uck, daß bei de Spezialausbildung de
Fachk ä e bedenkliche Lücken im Hinblick au eine ha monisch-ganz-
hei liche Bildung zu e zeichnen sind; ein E gebnis wa die An egung
humanis ische Fakul ä en auch an den Technischen Hochschulen3..
Es lieg in de Eigena a me Lände beg ünde , daß sie mi Rück-
sich au eine mögliche Fehllenkung menschliche Ene gie es nich
dem einzelnen S udie enden meh übe lassen wollen, den Weg zu syn-
he ische E kenn nis du ch Selbs bildung ode du ch E ah ung im
p ak ischen Leben zu inden.
Eine Komp omißlösung wa die E möglichung on S udiengängen,
die gewisse Klü e zwischen spezialisie en Fachspa en übe b ücken
soll en. Eine an sich du chaus gesunde Schöp ung wa deshalb de
„W i scha singenieu ", de au eine wissenscha lich be-
g ünde en, s eng be iebswi scha lichen Kalkula ionsg undlage die
P oblema ik e wa des Maschinenbaues beu eilen le nen soll e, ohne
daß on ihm nunmeh e lang wu de, auch selbe Maschinen kons u-
ie en zu können. Ein syn he isch begab e Kop muß e bei diese
G undbildung besse als ein eine Wi scha s achmann und besse als
ein eine Maschinenbauingenieu in de Lage sein, einen Fab ikbe ieb
zu lei en und diesen mi seinen E zeugnissen planmäßig au o aus-
sehba e Konjunk u en wicklungen einzus ellen. Es wa zu e ho en,
daß de Wi scha singenieu dank seine „Doppelbildung" sowohl
nach de wi scha spoli ischen als auch nach de maschinenbau ech-
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101] Die Ausbildung on Raumplanungs-Ingenieu en 101
nischen Sei e hin ha monischen Ausgleich mi Behö den und Kon-
ku enz inden wü de. Daß Einzelpe sönlichkei en in de P axis e -
sag en, is kein Gegenbeweis, da insbesonde e bei ge o de en Spi zen-
leis ungen in de G oßindus ie die Auslese nach ande en Gesich s-
punk en wie au den Hochschulen e olg .
Me kwü dige weise is abe die Schöp ung eines „R a u m -
Planungsingenieu s" bishe un e blieben. De Ve asse ha e
1943 An egungen zu geben e such , Bauingenieu e wi scha swissen-
scha lich um assende auszubilden. De Raumplanungsingenieu soll e
dann on de aillie en Kons uk ionsau gaben e wa au dem Gebie e
de S a ik en las e we den, da ü abe eine eingehende wi scha s-
geog aphische und olkswi scha liche Du chbildung un e Ein-
beziehung de Be iebswi scha e ah en.
In gewissem Sinne wä e be ei s de Wasse bauingenieu ein Vo -
bild, ü den die Raume ah ung mi besonde e Be ücksich igung de
Klima ologie und de Geologie, insbesonde e ih en an sich als selb-
s ändig gewe e en Teilwissenscha en de Bodenkunde und Hyd o-
logie, eine Selbs e s ändlichkei is . Die eingangs e wähn en Hinweise
mögen in diesem Zusammenhang e neu be ücksich ig we den.
In de p ak ischen Raumplanung spiel e nämlich aus sachlichen
G ünden neben dem Ve wal ungs achmann de Bauingenieu und de
A chi ek die Haup olle, wobei die A bei s eilung zwischen diesen
beiden du chaus glei end is . Soga ein g oße Teil de land- und o s -
wi scha lichen Melio a ionen se z bau echnische Maßnahmen o -
aus, wäh end die Ansiedlung on A bei sk ä en zu Au gaben des
A chi ek en üh .
Es wu de be ei s da au hingewiesen, daß die Raumplanungs-
a bei , als Ganzes gesehen, übe die Fähigkei de Einzelpe sönlich-
kei en hinausgeh . Es e weis sich da um, daß auch de Raumplanungs-
ingenieu sich spezialisie en muß; das bedeu e also, daß die Sonde -
ich ungen de Bauingenieu e wie S äd ebau, Flugha en- und S aßen-
bau, Eisenbahnbau, Ha enbau, Wasse bau, K a we ksbau usw. bei-
zubehal en sind, daß daneben abe die geog aphische und olkswi -
scha liche Bildung s ä ke be on we den muß, und zwa nich in
eine be ei s übe hol en Fo m, sonde n in p ak isch- echnogeog a-
phische Weise au die lebensnahen Au gaben de Raumplanung aus-
ge ich e .
Die E üllung de angedeu e en Wünsche is keineswegs leich . En -
wede müssen neue Fakul ä en de Raumplanung gescha en we -
den, in denen S udie ende des Bauingenieu wesens und de A chi ek-
u
—
un e sinngemäße Einsch änkung ih e G unds udien
—
zusä z-
lich au die g oßen Ziele Regional- und Landesplanung gelenk we den.
Ode abe es müssen eine ode meh e e Raumplanungs- A kademien
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102 K. K üge [102
e ich e we den, in denen
—
wah scheinlich oll ausgebilde e — Bau-
ingenieu e und A chi ek en ein Zusa zs udium absol ie en, wäh end
dessen sie o nehmlich Vo lesungen aus den ande en Fäche n de
Raumplanung hö en sollen. Wenn gleichzei ig Diplomlandwi e, Fo s -
achleu e usw. au eine solchen Akademie s udie en, wü de sich übe -
haup in jedem einzelnen Hö e de Sinn ü die Zweckmäßigkei ha -
monische Zusammena bei und Eingliede ung gemäß neuzei liche
Demok a ie noch meh s ä ken lassen
—
e wa, um ein d as isches Bei-
spiel zu wählen
—
nach A de Tennessee Valley Au ho i y. Jeden alls
wü de dann ein S aßenbaue in den Sonde o lesungen übe Ag a -
planung und Fo s planung, ein Bodenkundle übe Ha enbau und
Eisenbahnbau, ein Landwi übe K a we ksbau die au die um assende
Raumplanung ausge ich e en Lei sä ze und Anlei ungen hö en, die ihm
sons wohl nu zu ällig bekann we den wü den. Die Folge wi d sein,
daß bei Lösung de ges ell en Semina au gaben be ei s seh wei -
gespann e Beu eilungen zum Ausd uck kommen we den, ielleich
soga Beleh ungen des dozie enden Spezialis en aus einem en e n
liegenden A bei sgebie he aus. Die E ah ung leh , daß angesich s
unse e übe spi z en Spezialisie ungen de a ige Übe b ückungen de
G enzgebie e höchs uch ba sind. Alle dings muß s e s im Un e -
ich be on we den, daß die e mi el e Übe sich übe die Nachba -
gebie e noch keine Be ähigung zu p ak ischen Tä igkei au diesen
Gebie en e möglich . De Geis de Zusammena bei , de geweck und
ges ä k we den soll, muß ech zei ig gezügel we den, dami e nich
in unbe ech ig es Besse wissen ausa e . Es b auch kaum be on zu
we den, daß auch geis eswissenscha liche Vo lesungen übe Kul u -
syn hese e o de lich sind.
Bei jede Ausbildung on Raumplane n, sei es au no malen Hoch-
schulen, sei es au zu g ündenden Fakul ä en ode soga besonde en
Akademien ü Raumplanung, muß die Landesplanung auch s e s in
dem g öße en Rahmen de in e eu opäischen G oß aumplanung und
schließlich de E d aumplanung be ach e we den. Jede Planung
soll e wissenscha lich so gu du chdach sein, daß sie sich ha monisch
in die Nachba planungen und schließlich in zu e s ebende Wel -
planungen ein üg und somi ein p ak isches Ins umen de F iedens-
bewegungen wi d. Ka l K ü g e - Be lin.
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