T iebens ein, Ola
A icle
Adol Lampes "Allgemeine Weh wi scha sleh e". Einige
Be ach ungen zu Geschich e dieses Buches
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: T iebens ein, Ola (1968) : Adol Lampes "Allgemeine Weh wi scha sleh e".
Einige Be ach ungen zu Geschich e dieses Buches, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und
Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 88, Iss. 1, pp. 31-49,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.88.1.31
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Adol Lampes „Allgemeine Weh wi scha sleh e"
Einige Be ach ungen zu Geschich e dieses Buches
Von Ola T iebens ein, Be lin*
I.
Am 8. Ap il 1967 wä e Adol Lampe siebzig Jah e al gewo den.
Sein ühe Tod mi e was übe ün zig Jah en is nich zule z die
mi elba e Folge eines Buches, das e im He bs des Jah es 1938 e -
ö en lich e: „Allgemeine Weh wi scha sleh e"1. Diese Ve ö en -
lichung ha eine seh beme kenswe e Vo geschich e, die wegen ih e
his o ischen Rele anz hie an Hand eines on Lampe selbs e aß-
en 12sei igen maschinengesch iebenen Manusk ip es om 6. Augus
1946 und ande e Un e lagen ku z skizzie sei.
Wie aus den pe sönlichen Au zeichnungen und ande en Quellen
he o geh , ha sich Lampe ku z nach de sogenann en Mach e g ei-
ung om 30. Janua 1933 wenige au G und eines spezi ischen wis-
senscha lichen In e esses mi weh wi scha lichen F agen zu be assen
begonnen, wenngleich das bei ihm als Finan/zwissenscha le nich e n-
gelegen hä e, als ielmeh eindeu ig aus poli ischen Ube -
legungen he aus. E ging on de e wiesene maßen ich igen Ansich
aus, daß die zu Realisie ung de „25 Punk e aus dem P og amm de
NSDAP" en schlossenen Füh e diese Pa ei übe ku z ode lang
einen K iegsku s einschlagen wü den. Eine o ene Au lehnung
gegen diese o he sehba e En wicklung lehn e Lampe seine zei noch
ab; nich weil es ihm an pe sönlichem Mu geb ach, sonde n aus de
E kenn nis he aus, daß ein solches Beginnen nu im Ge ängnis en-
den könne, womi niemandem gedien sei. E woll e wenigs ens e -
suchsweise zunächs einen ande en Weg gehen, um „so lange als
i gend möglich eine . .. e kann en e hängnis ollen En wicklung
en gegenzua bei en". Als den bes en de ihm möglichen Wege sah e
„den eine Au klä ungsa bei " an, „die sich zunächs an die zus än-
* F au Ge ud Lampe und He n Diplom olkswi Die e Thomas bin ich ü
ih e liebenswü dige Un e s ü zung und we olle Hil e zu he zlichem Dank
e p lich e .
1 Adol Lampe: Allgemeine Weh wi scha sleh e. Jena 1938. XX, 196 S. (Im
olgenden mi AWL zi ie .)
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32 Ola T iebens ein
digen mili ä ischen Füh e de deu schen Weh wi scha ich e e".
Nach einige Zei gelang es ihm auch, Zugang zu de damaligen Füh-
ung des Weh wi scha ss abes zu e hal en. „Im He bs 1936", so
sch eib Lampe, „du e ich annehmen, mein Ziel e eich zu haben.
Ich hiel damals zwei Vo äge übe P obleme de Weh wi scha s-
poli ik in Be lin: anschließend an sie ha e ich zwei seh o ene Aus-
sp achen mi dem Che des Weh wi scha ss abes, dem damaligen
Obe s en, spä e en kommandie enden Gene al ( ich ig: Gene al d. In-
an e ie; d. Ve .) Thomas und seinen engs en Mi a bei e n. Es e gab
sich, daß He Thomas die G enzen de deu schen Weh wi scha
ü eben so eng gezogen hiel wie ich. E e klä e mi jeden alls, in
allen wesen lichen Punk en mi mi einig zu sein, und ließ mich ku z
nach Abschluß de le z en Un e edung, wäh end ich noch in Be lin
wa , du ch den Majo im Gene als ab Beu le au o de n, ich möch e
on eine Ve ö en lichung des damals in e s e Fassung o liegenden
Tex es meine Weh wi scha sleh e absehen, dami diese Aus üh un-
gen de in e nen Ins uk ion de Weh wi scha so izie e dienen
könn en. Es kam zu Fo mulie ung eines e s en Ve agsen wu es in
eingehende Aussp ache zwischen einem zus ändigen Re e en en und
mi . Diese Ve ag hä e mi o allen ande en Weh wi scha s-
wissenscha le n Deu schlands enge Ve bindung mi dem Weh wi -
scha ss abe und Ein luß au seine Gedankengänge gesiche . Wä e es
zu Ve wi klichung diese Ab eden gekommen, so wü de ich dami
die Möglichkei gehab haben, den die deu sche Gene ali ä damals
wei hin behe schenden phan as ischen Ideen übe unbeg enz e Mög-
lichkei en eine mili ä ischen Kommandie ung und unbesch änk e
En al ung de Weh wi scha sk a on eine ein luß eichen S elle
aus en gegenzuwi ken."
Lampe wa e e länge e Zei e geblich au einen in seinem Sinne
posi i en Bescheid des Weh wi scha ss abes. Nach meh e en Rück-
agen e hiel e die olgende An wo (Pho okopie de beglaubig en
Absch i des O iginals lieg dem Ve . o ):
Beu le Be lin, den 28. Janua 1937
Majo des Gene als abes
An
He n P o esso D . Adol Lampe
F eibu g /B sg.
Goe hes aße 66
Seh geeh e He P o esso !
Nach ei liche Übe legung übe die wei e e Behandlung Ih e Weh wi scha s-
leh e bin ich au G und Ih e Aus üh ungen zu dem En schluß gekommen, Ihnen
anheim zu s ellen, Ih e A bei zu e ö en lichen.
Dami will ich abe nich gesag haben, daß ich die Ve ö en lichung om poli i-
schen S andpunk aus ü unge äh lich hal e. Sie müssen heu e auch bei eine
noch so g oßen ak ischen Ko ek u mi poli ischen Ang i en schä s en Ausmaßes
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Adol Lampes „Allgemeine Weh wi scha sleh e" 33
echnen. Die G undlinie Ih e A bei lieg de heu igen Wi scha sau assung so
en gegen, daß Sie bei noch so e ns ha em Bemühen au seh wenig Ve s ändnis
s oßen we den.
Da ich Ihnen abe eine in e ne Auswe ung Ih e A bei hie sowohl wie in
ande en ö en lichen S ellen nich in einem Ausmaße zusiche n kann, wie Sie es
on Ih em S andpunk ielleich mi Rech o de n können, so sehe ich leide
keinen ande en Weg, als Ihnen Ih e A bei zu Ve ö en lichung zu ückzugeben.
Heil Hi le !
Ih seh e gebene
(gez. Beu le )
Nach E hal dieses o enen und eundscha lich so d ingend wa -
nenden B ie es des G uppenlei e s im Weh wi scha ss ab hä e
wohl kaum jemand im Deu schland jene Tage sich dennoch zu Ve -
ö en lichung eine de a igen S udie en schlossen; Lampe abe a
es, nachdem e sie noch einmal übe a bei e ha e — und and ü sie
auch einen Ve lege , Gus a Fische in Jena, de sich auch im wei e-
en Ve lau mi Mu hin e seine e lege ische En scheidung s ell e,
wie an spä e e S elle noch anzume ken sein wi d.
Die Ve ö en lichung de AWL üh e eine sei s zu dem zu e wa -
enden on alen Zusammens oß Lampes mi de na ionalsozialis i-
schen He scha , ande e sei s abe auch e was une wa e nach dem
K iege mi de Mach de Alliie en, nämlich de F anzosen. Wa ü
die einen dieses Buch ein „de ai is isch", so s ell e es ü die ande en
angeblich „K iegs eibe ei" da . Nun, die Na ionalsozialis en ha en
gewiß mi ih e Meinung ech , daß die AWL ih en Anschauungen,
Plänen und Zielen s ic issime zuwide lau e; insowei wa die schließ-
liche Inha ie ung Lampes nach dem 20. Juli 1944 om 8. Sep embe
1944 bis Ende Ap il 1945 im Ge ängnis on Be lin-Moabi gewisse -
maßen „ e s ändlich", zumal e zusammen mi Ge ha d Alb ech ,
E win , Becke a h, F anz Böhm, Cons an in . Die ze, Wal e Euchen,
F i z Hauens ein, Ge ha d Ri e , Theodo Wessels und ande en ak i-
es Mi glied des „F eibu ge K eises" de Wide s andsbewegung wa 2.
Le z lich un e s ändlich hingegen bleib seine Fes nahme im Mä z
1946 du ch die anzösische Mili ä egie ung und seine Einlie e ung
in das Konzen a ionslage Be zenhausen bei F eibu g bis Ende Juli
1946, die mi de Au o enscha de AWL beg ünde wu de. Allein
die Ta sache, daß Lampe im Sep embe 1944 un e ande em auch
wegen dieses Buches e ha e und ihm sein F eibu ge Leh s uhl
abe kann wu de3, hä e die anzösische Besa zungsmach , die dies
bei so g äl ige Vo p ü ung wissen muß e, imme hin s u zig machen
müssen. Wei ge ehl ; sie spe e diesen mu igen Mann, de nich
2 Ge ha d Ri e : Ca l Goe dele und die deu sche Wide s andsbewegung. S u -
ga 1955. Insbes. S. 511. Übe die enge Ve bindung Lampes zu Goe dele gl.
ebenda S. 448 u. 501.
3 Schmolle s Jah buch 88,1
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e s sei 1933 ein e klä e Gegne des Na ionalsozialismus gewesen
wa — e ha e be ei s 1923 eine he ige Auseinande se zung mi
Go ied Fede —, mi eben diesen seinen poli ischen Gegne n zu-
sammen ein — und en ließ ihn wiede um aus seinem Am als Hoch-
schulleh e 4!
Diese zwei ache Ha un e ze mü benden Bedingungen im Lau e
on d ei Jah en un e g ub Lampes Gesundhei ; e s a b am 9. Fe-
b ua 1948. Mi Fug und Redi wi d man dahe sagen können, daß
die „Allgemeine Weh wi scha sleh e" sein ;Schicksalsbuch" gewesen
is . Diese Ta sache ü sich allein wü de es ech e igen, es aus An-
laß de Wiede keh des siebzigs en Gebu s ages und des zwanzigs en
Todes ages seines Au o s de Ve gessenhei zu en eißen, in die es
du ch die Zei läu e ge ie .
Ein glückliche Zu all ges a e es, übe das eine in E inne ung-
u en eines beme kenswe en Buches hinauszugehen, da kü zlich om
Koblenze Bundesa chi eine um ang eiche S udie aus de Fede des
be ei s -genann en, Ende Dezembe 1946 e s o benen Che s des
Weh wi scha s- und Rüs ungsam es Gene al d. In . Geo g Thomas
übe die „Geschich e de deu schen Weh - und Rüs ungswi scha
(1918—1943/45) " o geleg wu de5. Die Ta sache, daß diese on
Wol gang Bi ken eld he o agend edi ie e Ausa bei ung leide e s
übe zwanzig Jah e nach de Beendigung des Zwei en Wel k ieges
e scheinen konn e, is du ch den auch ü diesen Be eich de wi -
scha shis o ischen Fo schung so mißlichen Ums and de nu seh
schleppend e olgenden Rück üh ung de en sp echenden Ak en aus
3 De Reichsminis e und Che Be lin W 8, den 8. Dezembe 1944
de Reichskanzlei
Rk. 1976 C g
An
He n D . Adol Lampe
Be lin
De Füh e ha , wie ich au agsgemäß mi eile, wegen Ih e Be eiligung an
Vo gängen, die mi dem A en a au den Füh e am 20. Juli 1944 in Zusammen-
hang s ehen, Ih e Auss oßung aus dem Am e eines Hochschulleh e s angeo dne .
Dami sind alle Rech e aus Ih em bishe igen Am e e wi k .
gez. D . Lamme s
4 In dem mi in Pho okopie o liegenden Sch eiben de anzösischen Mili ä -
egie ung om 15. Mä z 1946 heiß es un e ande em:
„OBJET: Suspension du P o esseu LAMPE
Pa décision de Monsieu le Di ec eu de l'Educa ion Publique le Doc eu
Lampe, P o esseu d'économie poli ique à l'Uni e si é de FRIBOURG, es suspendu
de ses onc ions, a ec e e immédia .
L'examen de son li e „Allgemeine Wi scha sleh e" (gemein is die AWL;
0. T.) a mo i é ce e sanc ion . ..
Il n'es pas possible de conse e à l'Uni e si é de F ibou g un p o esseu qui
s'es ai le héo icien de la gue e nazie . .
5 Geo g Thomas: Geschich e de deu schen Weh - und Rüs ungswi scha (1918
bis 1943/45). H sg. on Wol gang Bi ken eld. (Band 14 de Sch i en des Bundes-
a chi s) Boppa d am Rhein 1966. 552 S.
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Adol Lampes „Allgemeine Weh wi scha sleh e" 35
den Ve einig en S aa en in das Bundesa chi beding . Auch je z noch
be inden sich wesen liche Ausa bei ungen des Gene als Thomas und
seines S abes in ame ikanische Ve wah ung; so mi hohe Wah -
scheinlichkei eine S udie übe die englische Indus ie aus dem F üh-
somme 1940, die ü die spä e hin abgese z e Ope a ion „Seelöwe"
ge e ig wu de. Diese damalige Analyse schein wei e hin so in e -
essan zu sein, daß sich das Pen agon augenscheinlich auch heu e noch
nich on ih zu ennen e mag6.
Übe die Anbahnung eines enge en Kon ak es zwischen Lampe und
Thomas Mi e de d eißige Jah e wu de be ei s be ich e ; unbe-
schade de o iziellen Nich Ve wendung seine S udie — „ino iziell"
we den Beu le und Thomas iele ih e Gedanken mi Siche hei
wei e e b ei e haben — blieb diese Ve bindung auch wei e hin e -
hall en und e uh »du ch ih e gemeinsame ak i e Be eiligung an de
inne deu schen Wide s andsbewegung ein es es, e bindendes Funda-
men . Ob Lampe ü das endgül ige Manusk ip de AWL p i a e
Auskün e on O izie en des Weh wi scha ss abes zu Ve ügung
ges anden haben, läß sich im nachhinein kaum noch es s ellen und
wä e le z lich ü den ganzen Denkansa z seines Buches auch nu on
ge inge Bedeu ung gewesen. Lampe selbs sch eib hie zu in seinem
Vo wo : „De Weh wi scha sp ak ike wi d beim Lesen dieses Bu-
ches alle dings inden, daß hie und da — ü ihn! — o ene Tü en
einge ann we den. E möge bedenken, daß mi keine lei am liches
ode ga geheimes Ma e ial zu Ve ügung s and, daß also alle da -
ges ell en Maßnahmen aus de G undidee ma k liche Wi scha s-
poli ik im Weh wi scha sgeschehen abgelei e sind7."
In de S udie on Thomas wiede um inden wi auch keinen Hin-
weis au seine Ve bindung zu Lampe ode au dessen AWL, was abe
allein deswegen e s ändlich is , weil das dem Bunde&a chi zu Ve -
ügung s ehende Exempla (Sch eibmaschinen ex ) nach dem 20. Juli
1944 on Thomas noch „gesäube " wo den is 8. Thomas, de ja übe
Lampes Zugehö igkei zum „F eibu ge K eis" bes ens in o mie
wa , muß e au G und seine kla au de Hand liegenden eigenen
Ge äh dung und zum Schu ze ande e Ve schwö e da au bedach
sein, nach Möglichkei alle i gendwie „ e däch igen" Namen und
Ve bindungen aus seine Ausa bei ung noch zu eliminie en9. Ein Ve -
gleich de beiden A bei en zeig abe , daß Thomas bei de Ab assung
seine S udie, die e nach seine „Kal s ellung" im Janua 1943 im
Au age on Kei el als „Sonde au gabe" o nahm10, die AWL s e s
G Vgl. Thomas: a.a.O. S. 226 und Bi ken elds Anme kung 42) dazu.
7 Lampe: a.a.O. S. VIII.
8 Vgl. Bi ken eld in seine „Einlei ung" zu S udie on Thomas: a.a.O. S. 30 u. 34.
9 Vgl. Bi ken eld: a.a.O. S. 4.
10 Ebenda S. 3.
3*
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g i be ei gehab haben muß; auch einige de hie spä e zi ie en
S ellen we den dies e kennen lassen.
II.
Schläg man die AWL Lampes au , so wi d man sogleich mi einem
Vo gang kon on ie , de im na ionalökonomischen Sch i um e -
mu lich seinesgleichen such . In einem Vo wo sieh sich de Ve lag (!)
e anlaß , un e ande em zu beme ken: „De Ve asse ha in seinem
Vo wo be on , daß es ihm beim e s en Ve such, ein Sys em de
Weh wi scha spoli ik zu en wickeln, bes en alls gelungen sein könne,
,G undmaue n zu e ich en, au denen in um assende Gemeinscha s-
a bei 4 wei e gebau we den müsse. Jede p oduk i e K i ik — ge ade
auch aus de Weh wi scha sp axis he aus — wi d ihm dahe s e s
äuße s e wünsch sein. Um de Sache willen abe bi e e , ebenso
wie de Ve lag, da um, daß die K i ik mi besonde e So g al da -
au Bedach nehmen möge, die Einhei des Gedankenganges anzu-
e kennen, dami nich e wa du ch ö en liche E ö e ungen übe al-
sche Auslegungen einzelne Sä ze ode Gedanken des Buches Schaden
ges i e wi d11.'6
In seinem eigenen Vo wo ha e Lampe ahnungs oll schon solchen
En wicklungen o zubeugen e such , indem e do sch ieb: „Um den
s eng heo e ischen Cha ak e de S udie zu be onen, is da au e -
zich e wo den, die Übe eins immung ih e Thesen mi U eilen und
En scheidungen üh ende Pe sönlichkei en des poli ischen Lebens
ode de p ak ischen Weh wi scha spoli ik nachzuweisen"12, und
dem e was spä e noch hinzuge üg : „Un e diesen Ums änden muß e
auch on eine Auseinande se zung mi de zu Einzel agen o liegen-
den um ang eichen Fachli e a u abgesehen we den . . . E ö e ungen
zu U hebe age und k i ische Auseinande se zungen übe e blie-
bene Meinungs e schiedenhei en hä en ungebüh lich iel Raum be-
ansp uch . P io i ä s ech e ü i gendwelche de zahl eichen Vo -
schläge in diese Abhandlung we den schon deshalb jedem, de solche
Ansp üche zu haben glaub , ge n zuges anden12."
11 Dieses „Vo wo des Ve lages" be inde sich nich in säm lichen de sel enen
Exempla e, die dem Ve . zugänglich wa en; so nich in den b oschie en Aus-
gaben, hingegen abe in den noch e eichba en leinengebundenen. De zei liche
Abs and zwischen den Ausgaben ohne und mi diesem e lagssei igen Vo wo wa
nich meh es zus ellen. Es lieg abe die Ve mu ung nahe, daß dieses Ve lags-
o wo zwischen de Auslie e ung de b oschie en und de de leinengebun-
denen Exempla e gesch ieben wu de und dahe nu in die le z e en au genommen
we den konn e.
12 Lampe:
a.a.O. S. VII.
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Adol Lampes „Allgemeine Weh wi scha sleh e" 37
Solche P ophylaxe nu z e nich s, konn e e mu lich auch nich s
nu zen, da Lampes Buch seine ganzen Anlage nach zu massi e o i-
zielle und o iziöse K i ik üh en muß e; denn diese S udie leg e in
ih em heo e ischen Gewände in eine Zei imme un e kennba e e
und uni e hohlene e Vo be ei ungen ü einen Ang i sk ieg unmiß-
e s ändlich da , daß Deu schland keinen Ang i sk ieg mi auch nu
einige Aussich au le z endlichen E olg üh en könn e. Lampe wi d
es nich nu mi Gleichmu ge agen, sonde n gewiß auch als eine ge-
wisse Ta nung beg üß haben, daß man ihn wegen solche Gedanken
iel ach als „ e sponnenen Theo e ike " abzu un e such ha . Nich
nu die g oße Zahl seine F eibu ge Hö e , die noch heu e on de
Faszina ion seine meis mi e deck en ode o enen poli ischen
Sei enhieben gespick en Vo lesungen zu be ich en wissen, wuß en,
daß Lampe alles ande e als ein solche Typ on Theo e ike wa ,
sonde n auch iele Wi scha s- und Weh wi scha sp ak ike und
Kollegen. Die selbs übe gezogene Ta nkappe des , e sponnenen
Theo e ike s" hiel denn auch nich lange; das Buch wu de zwa nich
o iziell e bo en, abe nach bewäh en Mus e n un e d ück .
Un e suchen wi noch nähe , welche Gedanken dieses Buches es
o nehmlich wa en, die zwangsläu ig dazu üh en muß en, daß das
6eine zei ige Regime sich in seinem schon sei langem geheg en Miß-
auen gegen Adol Lampe ollau bes ä ig sah.
Zunächs is gene ell es zuhal en, daß allen ande slau enden
Lippenbekenn nissen de poli ischen und wi scha lichen Füh ung
jene Zei zum T o z on einem ech en Willen zu Au ech e hal ung
ode Wiede he s ellung eine ma k wi scha lichen O dnung nich
gesp ochen we den kann13. Be ei s die Zielse zung eine möglichs
wei zu eibenden Au a kie Deu schlands is z. B. neben de P eis-
s opp-Ve o dnung om 26. No embe 1936 und de Lohns opp-Ve -
o dnung o n 28. Juni 1938 ein schlagende Beweis ü das Gegen-
eil14. Auch Lampe s and diesen „Bekenn nissen" o enba seh
skep isch gegenübe , wie aus allen seinen Sch i en he o geh . Alle -
dings zeig auch e in diese Rich ung ein gewisses Ve auen gegen-
13 Ande e Meinung u. a.: E ich P eise (Wesen und Me hoden de Wi scha s-
lenkung. Finanza chi , Bd. 8, 1941, S. 225), de e s aunliche weise 1941 die
he schende Wi scha so dnung soga noch mi dem Beg i „gelenk e Ma k wi -
scha " belegen zu können glaub e.
14 Diese Fes s ellung bedeu e na ü lich keineswegs, daß es nich nu heo e-
isch denkba , sonde n un e besonde s güns igen Ums änden e en uell auch p ak-
isch möglich is , in eine wei gehend au a ken Volkswi scha eine p imä ma k -
wi scha liche O dnung zu ealisie en. Fü die USA ode die UdSSR ließen sich
solche Denkmodelle gewiß kons uie en. Nu , und ausschließlich da au komm es
hie an, das seine zei ige Deu schland konn e den Zielkon lik (hie Au a kie, hie
Au ech e hal ung eine o wiegend ma k wi scha lichen O dnung) aus seinen
poli ischen Zielse zungen und aus seine Rohs o si ua ion he aus nu zu Las en
seine inne en und äuße en ma k wi scha lichen O dnung lösen.
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übe He mann Gö ing, den e meh ach gewisse maßen als K on-
zeugen ü einen doch o handenen Willen de na ionalsozialis ischen
Füh ung zu Au ech e hal ung ode Wiede he s ellung eine ma k -
wi scha lichen O dnung an üh . So beispielsweise in einem Gu -
ach en ü den „Reichsausschuß ü wi scha lichen Ve ieb beim
RKW", wo e ohne einen unmi elba e kennba en k i ischen Un e -
on in eine Anme kung zu den Au gaben des Un e nehme ums
sch eib und zi ie : „Minis e p äsiden Gene alobe s Gö ing wand e
sich gelegen lich seine g oßen Rede im Be line Spo palas an die
Un e nehme mi olgenden Wo en: .Meine He n Un e nehme ! Sie
sp echen imme on de eien Ini ia i e de Wi scha . Je z haben
Sie die eie Ini ia i e. Wenden Sie sie an15.4" Auch dies mag Ta -
nung gewesen sein, abe es is ja nich zu übe sehen, daß Gö ing bis
zu den e s en g oßen Flächenang i en de b i ischen Lu wa e au
Lübeck und Ros ock im Mä z/Ap il 1942 nich nu du ch die „Volks-
meinung" eine posi i e „Sonde behandlung" e uh , sonde n auch
du ch p o esso ale und nich p o esso ale In ellek uelle, Wi scha -
e und Technike . Auch in de S udie on Thomas inden sich häu i-
ge be on ane kennende und as he zliche Beme kungen übe den
spä e en „Reichsma schall" und die Zusammena bei mi ihm16. In
de Ta is nich ganz auszuschließen, daß de meh ache s aa liche
„Konze nhe " Gö ing eine gewisse Sympa hie ü eie Un e neh-
me ini ia i e gehab und in G enzen die No wendigkei ih e E -
hal ung bejah ha ; wenn ielleich auch nu aus de Absich he aus,
einmal om s aa lichen zum p i a en „Konze nhe n" zu wechseln1'.
15 Adol Lampe: Zu Sys ema ik de binnenhandelspoli ischen Wi scha s-
p obleme. Gu ach en im Au age des Reichsausschusses ü wi scha lichen Ve -
ieb (RWV) beim Reichsku a o ium ü Wi scha lichkei (RKW). Als Manusk ip
e iel äl ig . F eibu g im B eisgau 1936. S. II, Anme kung 1.
16 Thomas: a.a.O. S. 26. Anme kung 95 on Bi ken eld mi dem Hinweis au
die Ausa bei ung eines Mi a bei e s on Thomas, Regie ungs a D . Tombe g:
„Zen ale k iegswi scha liche Füh ung", in de ,,. . . übe bishe in de Fo schung
noch unbekann e Ve suche .. ." be ich e wi d, „. . . die E nennung Gö ings zum
«Rüs ungsminis e 4 nach K iegsausb uch zu e eichen — ein Vo haben, das am
Einsp uch Hi le s schei e e ..." — Fe ne : S. 114, 119, 148, 158, 205, 215 und 266.
17 Geo g S ick od (Die gewe blichen S aa sun e nehmen in ih e e assungs-
ech lichen und un e nehmenswi scha lichen Bedeu ung. Tübingen 1954. S. 9 u. 42)
e danken wi die Ve weisung au Jus us Wilhelm Hedemann (Deu sches Wi -
scha s ech . 2. Au lage. 1943. S. 147), de ü die „Reichswe ke A. G." beme k ,
daß ü diese de Gedanke eine spä e en Rückgliede ung in die P i a wi scha
schon ausgesp ochen sei. — De Name des Haup ak ionä s eines wi klich un e
den damaligen poli ischen Ve häl nissen p i a isie en Salzgi e konze ns dü e
alle dings kaum zwei elha sein. Im „Ve schenken" on Ak ienpake en und hohen
Geldbe ägen aus seine „P i a scha ulle" wa Hi le ja bekann lich nich ge ade
kleinlich ( gl. Ri e : a.a.O. S. 145). Um wie iel wenige wä e e es e mu lich
e s bei seinem damaligen „E zpaladin", den Ri e als den „. . . ko up es en
alle Pa eibonzen . . (a.a.O. S. 76) bezeichne , im Falle eines „Endsieges"
gewesen.
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Adol Lampes „Allgemeine Weh wi scha sleh e" 45
du chzuse zen e moch e. So sch eib e im obigen Zusammenhang
beispielsweise: „Es lieg au de Hand, daß mi de Teilung de In-
dus ie in Riis ungsbe iebe eine sei s und k iegs- und lebenswich ige
Be iebe ande e sei s ein Schni du ch die gesam e Wi scha ge-
zogen wu de, de iel ach ein öllig willkü liche wa , o soga
mi en du ch einzelne Indus iewe ke hindu ch ging37." „Auch, ug
die Regelung dem Ums and keine Rechnung, daß die sog. Rüs ungs-
be iebe in ih e Exis enz, also in allen ih en Vo lie e ungen und
Zulie e ungen, nu au Be iebe angewiesen wa en, die meis in de
Lis e de k iegs- und lebenswich igen Be iebe s anden. Schließlich
wa auch s i ig, wo im P oduk ionsgang das be e ende Fab ika
, üs ungswich ig6 wu de38." Und an ande e S elle: „So üh e die
Ve o dnung, daß k iegsuniwich ige P oduk ion nu einzus ellen is ,
wenn es unbeding no wendig sei, und daß S illegungen on unwich-
igen Be ieben nich ausd ücklich e üg we den soll en, in de
Wi scha zu eine öllig nega i en Hal ung gegenübe den Mobil-
machungsmaßnahmen. Da auße dem die E zeugungspläne des Wi -
scha sminis e iums, sowei sie übe haup schon be-
s anden (!), nu in besch änk em Um ange in K a gese z wu -
den, blieb die Masse de Indus ie in de ih e wünsch en F iedens-
p oduk ion39."
Die o s ehenden Aus üh ungen und Zi a e o enba en einen Ta -
bes and, de u. E. eine ie e en Analyse, die hie nich o genom-
men we den kann, we wä e: Au de einen Sei e inden wi eine
massi e impe ialis ische K iegsp opaganda, die abe nich nu in de
Wi scha au keine g oße Begeis e ung s öß , sonde n auch bei dem
37 Thomas: a.a.O. S. 72. — Diese e was eigen ümliche Ein eilung geh au im
Juli 1935 e s malig ausgea bei e e „G undsä ze übe die A bei s eilung zwischen
Weh wi scha so ganisa ion und de O ganisa ion des GWB" (Gene albe oll-
mäch ig e ü die Wi scha ; on 1935—1937 Hjalma Schach , on 1938—1945
Wal he Funk) zu ück, die wiede um Aus luß des am 21. Mai 1935 e lassenen
Reichs e eidigungsgese zes wa en. „Hie nach soll en die ,Riis ungsbe iebe' de
Be euung du ch die mili ä ischen O gane o behal en bleiben, wäh end die Zi il-
o ganisa ion sich mi den k iegs- und lebenswich igen Be ieben zu be assen ha e"
(a.a.O. S. 76; Spe ung im O iginal). Übe die Folgen diese willkü lichen Abg en-
zung und den aus ih esul ie enden ölligen Kompe enzwi wa gl. ebenda,
S. 76 . u. passim.
38 Thomas: a.a.O. S. 72.
Thomas: a.a.O. S. 167 . — Au das ziemliche Desin e esse des g öß en Teils
de deu schen Indus ie an de Übe nahme on Rüs ungsau ägen mach Thomas
in seine S udie meh ach au me ksam. An jede diese S ellen is man e such ,
ein (sie!) dazuzuse zen; zeig sich hie in doch ech deu lich, daß es mi de so
o ankläge isch behaup e en „Blu igen In e na ionale de Rüs ungsindus ie" (O o
Lehmann-Rußbüld ) ode de „indus iellen K iegslüs e nhei aus Gewinnsuch "
auch damals nich ge ade wei he gewesen is . Daß dem so wa , b auch alle -
dings auch wiede um nich sonde lich zu e wunde n, da die sei 1936 in Deu sch-
land bei „zu ückges au e In la ion" as übe all o handenen „Ve käu e mä k e"
ja seh auskömmliche zi ile Absa z- und Gewinnchancen bo en.
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46 Ola T iebens ein
g öß en Teil de Be ölke ung nich . Insowei e üll die Agi a ion
also ih e Au gabe nu schwach. Au de ande en Sei e e such die
P opaganda, einen nu ku zen, nich seh en beh ungs eichen K ieg
zu sugge ie en, was as übe all gläubig au genommen wi d. Die
scheinba im deu schen Volk so es e wu zel e Mach de na ional-
sozialis ischen Füh ung scheu e sich o enba , die Fes igkei diese
Ve wu zelung sogleich mi K iegsbeginn eine ollen Belas ungsp obe
(Inaussich s ellung eines o alen K ieges) auszuse zen, weswegen sie
mi zwei im Ke n de Dinge öllig en gegengese z en P opaganda-
hesen a bei en muß e. Es mag gu sein, daß die E ah ungen mi
de „K iegsbegeis e ung" des deu schen Volkes aus den Tagen de
„Münchene Kon e enz" es de P opaganda d ingend a sam e schei-
nen ließen, in diese Weise zweigleisig zu ope ie en40. Ob und inwie-
wei sich die Leu e des engs en K eises um Hi le de o aussich -
lichen gewal igen, auch ökonomischen Op e eines neue lichen K ieges
a sächlich bewuß gewesen sind, is schwe zu beu eilen. Ohne Zwei-
el wa en sie nich nu die Schöp e ih e K iegsp opaganda, sonde n
gleichzei ig in hohem Maße auch de en eigene Ge angene, was zu de
Ablehnung und Abwe ung alle ihnen o ge agenen A gumen e
gegen eine agg essi e deu sche K iegspoli ik ein ge ü el Maß bei-
ge agen haben wi d.
Daß sie sich — zumindes bis in die e s e K iegsphase hinein —
ih e Mach übe das deu sche Volk keineswegs so siche wa en, wie
sie es alle Wel glauben machen woll en41, zeig die o ale „Ve -
schweige ak ik46 au einem ande en Sek o , nämlich dem de Au -
üs ungs- und K iegs inanzie ung. Das Ve schweigen in diesem Aus-
maß kann nich allein mi Gebo en de Geheimhal ung e klä we -
den, sonde n ha seine U sache aglos auch in de ealis ischen Ein-
schä zung de Fu ch eines in la ionse ah enen Volkes o eine
neue lichen apiden Gelden we ung. Als Finanzwissenscha le lag
ü Lampe kauim e was nähe , als ge ade diese Sei e de deu schen
40 Ri e (a.a.O. S. 195) e inne in diesem Zusammenhang an einen ü die
damalige P opaganda üh ung e mu lich seh wesen lichen Vo gang: „Am Abend
des 27. (Sep embe 1938, O. T.) and jene be ühm e Umzug mo o isie e T up-
pen du ch die S aßen yon Be lin s a , dessen Wi kung au das Publikum den
Dik a o so schwe en äusch e, weil e nu allgemeine Niede geschlagenhei s a
K iegsbegeis e ung e weck e." Vgl. dazu auch ebenda S. 200 und 482.
41 In übe aus hellsich ige Weise kennzeichne de damalige b i ische Mili ä -
a ache an de Be line Bo scha diese Si ua ion in einem Sch eiben om
25. Augus 1938: „Das alles abe wi d Hi le s En schlüsse nich bei en, und wenn
e e s einmal im K iege is , wi d es seine P opagandamaschine nich schwe -
allen, das je z sich s äubende deu sche Volk du ch mili ä ische E olge in K iegs-
begeis e ung zu e se zen. So muß die englische Poli ik sich je z en scheiden, ob
sie ihm ehe diese E olge gönnen als sich in den K ieg s ü zen will — um eine
ielleich un e nün igen Sache, de Sude en age willen4." — Zi ie nach Ri e :
a.a.O. S. 181.
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Adol Lampes „Allgemeine Weh wi scha sleh e" 47
Weh wi scha ip de AWL zu un e suchen, was e auch a , abe
auch hie is es wiede wei meh das wa nende poli ische Wollen als
das ein wissenscha liche In e esse, das seine en sp echenden Aus-
üh ungen kennzeichne .
In dem be ei s e wähn en Manusk ip Lampes om Augus 1946,
in dem e u. a. einige de Gedanken niede leg e, aus denen he aus
e die AWL seine zei e aß e, sch eib e zu dem Gesam komplex:
„Die Finanzie ung de Au üs ung wu de on Hi le unie Ausschluß
de Ö en lichkei du ch unkon ollie ba e K edi schöp ung in einem
Maße be ieben, on dem in Deu schland kaum jemand — auch ich
selbs nich — i gendwelche Vo s ellungen haben konn e. E s in
seine Rede zu K iegsbeginn ha Hi le diese seine Ka en au gedeck ."
Genau gegen eine solche „unkon ollie ba e K edi schöp ung" ich-
en sich nun abe s^ ziemlich alle Kapi el und Passagen de AWL, in
denen P obleme de Au üs ungs- und K iegs inanzie ung behandel
we den42. Dabei äum Lampe selbs e s ändlich ein, daß ü die
Mobilmachungs- und e s e K iegsphase alle no malen Finanzie ungs-
quellen e sagen müssen und dahe de Rückg i au die No enp esse
unumgänglich is . E sch eib : „De K iegsausb uch b ing die ö en -
lichen Kassen in eine ganiz e zwei el e Lage: die Ausgabe e p lich-
ungen wachsen sp ungha an, wäh end die egelmäßigen Einnahmen
ebenso sch o zu ückgehen. Ein Kassende izi is bei jede Mobil-
machung un e meidba . Die Möglichkei ma k liche Weh wi scha s-
poli ik häng on nich s so seh ab, wie on seine baldigen Übe -
windung43.'6 Und e was spä e : „Eine schnelle und k ä ige E höhung
des S eue au kommens, die allein zum Abs oppen de No enp esse
bzw. de ih gleichges ell en unba en Geldschöp ung e hel en könn e,
is beim allgemein gegebenen S ande de Dinge unmöglich. Sie wä e
nu mi e ns en Wi scha ss ö ungen zu e kau en, die ielleich soga
den iskalischen E olg in F age s ellen und jeden alls die Weh wi -
scha sk a des Landes ge äh lich schwächen wü den43.66
Ges eh also Lampe ü eine beg enz e Zei aus unabweislichen
G ünden eine gewisse in la o ische Finanzie ungspoli ik du chaus zu,
so lehn e sie ü die Mi elbescha ung eines länge en K ieges mi
alle nu denkba en Schä e ab.
Von diese G undhal ung en e n e sich Lampe auch keinen Schi i ,
als e im Sep embe 1939 du ch den damaligen Reichswi scha s-
minis e Wal he Funk in ein G emium on Wi scha swissenscha -
le n be u en wu de, das sich gu ach lich übe die deu sche Wi scha s-
lage nach Ausb uch des Zwei en Wel k ieges äuße n soll e. Da die
Be eilig en da in übe eins imm en, das ange o de e Gu ach en au
42 Lampe: a.a.O. insbes. S. 61—71 und 159—190.
43 Lampe: a.a.O. S. 62.
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48 Ola T iebens ein
das P oblem de K iegs inanzie ung zu konzen ie en, weil diese
F age einmü ig als die wich igs e angesehen wu de, bo sich ü Lampe
die einmalige Gelegenhei , seine inanzpoli ischen Gedanken aus de
AWL nochmals in s a zusammenge aß e Fo m de wi s<ha s-
poli ischen Füh ung des NS-S aa es di ek zu un e b ei en44.
Zu Vo be ei ung des als „Geheime Reichssache66 dekla ie en Ge-
sam gu ach ens, das un e dem Ti el „K iegs inanzie ung'6 am 9. De-
zembe 1939 an den Reichswi sdia sminis e e s a e wu de, e ig-
en die be eilig en Wi scha swissenscha le e schiedene Einzelgu -
ach en. So en s and auch ein „Gemeinscha sgu ach en" on Wal e
Eucken und Adol Lampe „.K iegs inanzie ung du ch Geld e meh-
ung", welches das Da um om 23. Sep embe 1939 äg , das on
Lampe am 26. Sep embe — dem Vo age de Kapi ula ion on Wa -
schau — noch du ch ein Teilgu ach en mi dem Ti el „P eisbindung
und Ra ionie ung zu Ausschal ung on In la ionswi kungen" e -
gänz wu de45.
Am Schluß dieses Teilgu ach ens aß Lampe seine Gedanken un e
de Zwischenübe sch i „Ku ze Fo mulie ung einige E gebnisse"
nochmals zusammen. Sie seien hie abschließend im Auszug e neu
wiede gegeben, da auch sie wiede um in alle Deu lichkei einen
Wissenscha le zeigen, de auch um den P eis seine pe sönlichen
F eihei und gegebenen alls seines Lebens nich willens wa , aus
poli ischem Oppo unismus he aus on dem abzuweichen, was ihm
sein Gewissen und seine wissenscha liche E kenn nis o sch ieben:
„Du ch In la ionie ung des Geldumlau s is keine i gendwie nen-
nenswe e S eige ung de insgesam zu Ve ügung s ehenden An-
gebo e zu e eichen. Die Wi scha sk ä e we den mi Du chse zung
de In la ion schnell geschwäch . Keine Fo m de P eisbindung und
Ra ionie ung e mag die gü e wi scha lichen In la ionsschäden i -
gendwie abzumilde n, geschweige denn zu bannen. S a dessen wi d
die Leis ungsmöglichkei de Wi scha du ch sie wei e he abge-
se z . . .
Die Anhänge de in la ionis ischen K iegs inanzie ung soll en sich
da au besinnen, daß es kein Mi el gib , die öllige Ve a mung de
p i a en Wi scha in einem mode nen K iege du ch inanz-
echnische Kuns g i e zu e hinde n. Wenn dem so is ,
dann bleib kein e nün ige G und üb ig, mi dem die s eue liche
44 Das endgül ige Gu ach en äg die Un e sch i de olgenden Hochschul-
leh e : Be kenkop , Müns e ; Eucken, F eibu g; Hasenack, Leipzig; Jessen, Be lin;
Lampe, F eibu g; F h . . S ackelbe g, Be lin; S ucken, E langen und Teschemache ,
Tübingen.
45 De Voll ex dieses Gu ach ens inde sich in: Ola T iebens ein (H sg.):
Sozialökonomie in poli ische Ve an wo ung. Fes sch i ü Joachim Tibu ius.
Be lin 1964. S. 180 .
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Adol Lampes ,, Allgemeine Weh wi scha sleh e" 49
K iegs inanizie ung abigelehn we den könn e. Ob de Rückweg zu ih
heu e noch gangba is ode nich , kann e s au G und en sp echen-
de inanzpoli ische Un e suchungen bei gleichzei ige Be ücksich i-
gung des gegenwä igen S andes in la o ische Geldumlau e meh ung
en schieden we den. Seh wah scheinlich müssen wäh ungspoli ische
Eing i e zu Be einigung des Geldumlau es (S illegung schon en -
s andene ,Geldp ü zen') mi den inanzpoli ischen Maßnahmen e -
bunden we den.
Bei eine de a igen eh lichen K iegs inanzie ung aus lau enden
E ägen w-e ien alle dings die on mili ä ische /Sei e leich übe -
gangenen weh wi scha lichen Leis ungsg enzen unübe sehba . Sie
können, da uns de Weg zu F emdhil e in Ges al on gü e wi -
scha lich ealisie ba en Auslandsk edi en e spe is , p ak isch
nich wesen lich he ausgeschoben we den. Bleiben sie unbeach e ,
dann bes eh die seh e ns e Ge ah , eines Tages in eine endgiil-
i g ausweglose Lage hineinzuge a en. Ein E olgsop imum kann nu
du ch so g äl ige Abs immung on Weh k a und Wi scha sk a
e eich we den46."
Summa y
Some Rema ks Conce ning he O igin o Adol Lampe's Book
"Allgemeine Weh wi scha sleh e" (Gene al Economics o de ense)
The i le o he Ge man economis 's book, which was published in 1938, aises
suspec , ha i migh be one o he publica ions which suppo ed he na ional-
socialis a mamen and wa policy. The his o y o he o igin o his book,
howe e , i s con en s and he a e o i s au ho (he was a es ed when he
conspi acy agains Hi le had ailed in 1944, and kep imp isoned ill he end
o he wa ) show, ha he book ep esen s one o he mos cou ageous a emp s
o ha ime o oppose he policy o he na ional socialis .
Using unpublished manusc ip s, he book i sel and his o ic documen s he
au ho o he a icle desc ibes he in ensi e hough successless endea ou s o
an indi idual o e eal o he public he cha ac e o Ge man wa policy by
means o scien i ic economic enligh ening. Compa isons o Lampe's heseses wi h
he documen s o he "Geschich e de deu schen Weh - und Rüs ungswi scha "
(His o y o he Ge man de ense and a mamen economy) (1918—1934/45),
published in he "Sch i en eihe des Bundesa chi s" by he chie o he Ge man
a mamen bu eau, Gene al Thomas, show, ha he heo e ical assump ions in he
"Weh wi scha sleh e" we e no " heo y" a all, hough he au ho could no
use any o icial o sec e ma e ial.
The economic co e o he book and objec o Lampe's concen a ion is he
p oblem o a mamen and wa inancing unde he condi ions o a o al and
long las ing wa . Public discussion o his p oblem and o he condi ions unde
which i becomes alid, iola ed, in 1935, absolu e go e nmen aboos. The
analysis makes clea , ha economic heo e ical ins umen s o ha ime, used
by an au ho esponsible only oo his own conscience, could by all means p oduce
igh p ognoses.
40 Lampe: a.a.O. S. 192/93 (Spe ungen d.d. Ve .).
4 Schmolle s Jah buch 88,1
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