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Sind Steuern und Staatsverschuldung äquivalente Instrumente zur Finanzierung der Staatsausgaben?

Kitterer, Wolfgang

Abstract

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Full text

Ki e e , Wol gang A icle Sind S eue n und S aa s e schuldung äqui alen e Ins umen e zu Finanzie ung de S aa sausgaben? K edi und Kapi al P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Ki e e , Wol gang (1986) : Sind S eue n und S aa s e schuldung äqui alen e Ins umen e zu Finanzie ung de S aa sausgaben?, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 19, Iss. 2, pp. 271-291, h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/293055 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Sind S eue n und S aa s e schuldung äqui alen e Ins umen e zu Finanzie ung de S aa sausgaben? Von Wol gang Ki e e , Kiel* I. Ein üh ung Die F age nach dem ich igen Ve häl nis zwischen S eue n und S aa s e - schuldung is so al und so ums i en wie die S aa s e schuldung selbs . Einen in jüngs e Zei wiede s ä ke beach e en Bei ag zu diese P o- blema ik lie e e Da id Rica do mi seine These, daß e schiedene Finan- zie ungs o men ü die S aa sausgaben, nämlich S eue n und s aa liche K edi au nahme, hinsich lich ih e gesam wi scha lichen Wi kungen als öllig gleicha ig zu bewe en seien.1 Diese These, ih e Beg ündung und den au ih be uhenden inanzpoli ischen Schluß olge ungen is de ol- gende Bei ag gewidme . Dabei soll insbesonde e de Ein luß beide Finan- zie ungsins umen e au die in e empo alen Alloka ionsen scheidungen, d. h. au den Konsum und die Ve mögensbildung de p i a en Wi scha s- subjek e disku ie we den. Rica do ha seine These in das olgende Beispiel gekleide : "When, o he expenses o a yea 's wa , wen y millions a e aised by means o a loan, i is he wen y millions which a e wi hd awn om he p oduc i e capi al o he na ion. The million pe annum which is aised by axes o pay he in e es o his loan, is me ely ans e ed om hose who pay i o hose who ecei e i , om he con- ibu o o he ax, o he na ional c edi o . The eal expense is he wen y millions, and no he in e es which mus be paid o i . Whe he he in e es be o be no paid, he coun y will nei he be iche no poo e . Go e nmen migh a once ha e equi ed he wen y millions in he shape o axes; in which case i would no ha e been necessa y o aise annual axes o he amoun o a million."2 * De Ve asse ha im Somme semes e 1985 einen Teil de nachs ehenden Übe - legungen im Rahmen seine An i s o lesung an de Wi scha s- und Sozialwissen- scha lichen Fakul ä de Uni e si ä Kiel o ge agen. 1 Buchanan (1976) ha dahe den Beg i des „Rica dianischen Äqui alenz heo- ems" einge üh . 18 K edi und Kapi al 2/1986 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 272 Wol gang Ki e e Mil on F iedman ha dieses Rica dianische Äqui alenz heo em 1978 in ande e Fo m wiede hol : "The o al ax bu den on he Ame ican people is wha he go e nmen spends, no hose eceip s called axes. Any de ici is bo ne by he public in he o m o hidden axes - ei he in la ion o he e en mo e e ec i ely hidden ax co esponding o bo - owing om he public."3 II. Implika ionen des Äqui alenz heo ems Zu E klä ung de wi kungsanaly ischen Implika ionen des Äqui alenz- heo ems soll im olgenden zunächs on ein achen K eislau zusammenhän- gen ausgegangen we den. Dabei besch änken wi uns au den Fall de Di - e en ialinzidenz, d.h. au einen Wechsel de Finanzie ungs o men: Bei kons an en S aa sausgaben we den S eue n du ch K edi einnahmen e se z . Auße dem wi d o ausgese z , daß de S aa das gesam wi scha - liche P oduk ionspo en ial nu zu konsum i en Zwecken in Ansp uch nimm . S aa sausgaben sind also zugleich S aa s e b auch. Zusä zliche S aa s e schuldung bedeu e ce e is pa ibus eine e min- de e E spa nis des S aa es. Nach dem Rica dianischen Äqui alenz heo em nimm im gleichen Um ang die E spa nis des p i a en Sek o s zu. Die gesam wi scha liche E spa nis e ände sich dahe nich . Die P i a en e höhen ih e Ve mögensbildung im gleichen Um ang wie sich de S aa zusä zlich e schulde . Da hie implizi eine Wi scha ohne Außenbezie- hungen un e s ell wi d, handel es sich um eine Ve schuldung des S aa es im Inland, um eine in e ne S aa s e schuldung. Diesen Sach e hal haben die Klassike mi dem Sa z umsch ieben: "We owe i o ou sel es." S aa s- e schuldung im Inland is eine Ve schuldung gegenübe de eigenen Na ion und kann nich zu eine E höhung des Ve mögens de Volkswi scha üh- en, wenn man sie als Ganzes beg ei . F eilich s ecken hin e eine solchen Aussage noch wei e e Implika ionen, die e s sich ba we den, wenn man die einzelnen Agg ega e de gesam - wi scha lichen Einkommens e wendung be ach e . Bei un e ände e gesam wi scha liche E spa nis bleiben auch die gesam wi scha lichen In es i ionen kons an . Da un e de Vo ausse zung de Di e en ialinzi- denz auch die S aa sausgaben es o gegeben sind, könn e sich nu noch de p i a e Ve b auch ände n. De abe bleib eben alls kons an . Denn, wie 2 Rica do (1951), S. 244 . De Volls ändigkei halbe sei e wähn , daß Rica dos S andpunk di e enzie e wa , als es in diesem Beispiel zum Ausd uck komm . Vgl. dazu im einzelnen O'D iscoll (1977), S. 207 - 210. 3 F iedman (1978), zi ie nach Bui e und Tobin (1979), S. 40. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s e schuldung: äqui alen e Ins umen e? 273 spä e noch im einzelnen zu beg ünden sein wi d, e höh zwa die S eue - senkung das e ügba e Einkommen de P i a en, sie wi d abe oll in e höh e E spa nisse umgese z und ha keine Auswi kungen au den Kon- sum. Ande s gewende wi d diese Äqui alenz noch deu liche : Ebenso wie die S eue senkung den Konsum an eg , eduzie ihn die kompensa o isch ans eigende K edi au nahme wiede . Die Au nahme s aa liche K edi e e - d äng also ebenso den p i a en Konsum wie die E hebung on S eue n.4 Dies is de eigen liche Ke n des Äqui alenz heo ems hinsich lich de Wi - kungen de S eue - bzw. K edi inanzie ung de S aa sausgaben und en - sp ich auch ollkommen de ealwi scha lichen Sich de Klassike . De Ansp uch des S aa es an das P oduk ionspo en ial, de Ressou cen ans e on den P i a en zum S aa , wi d du ch die o gegebenen S aa sausgaben, d.h. du ch die Käu e on Gü e n und Diens leis ungen, ep äsen ie . Wie diese Ansp uch inanzie wi d, is une heblich. Anzume ken is auch noch die spezielle A des „c owding ou " in diesem klassischen Konzep . Un e den genann en Vo ausse zungen e d äng die S aa s e schuldung den p i a en Konsum, nich die p i a en In es i ionen.5 Eine zunehmende S aa s e schuldung ha keine Auswi kungen au die gesam wi scha liche Kapi albildung! Dahe kann sich aus de S aa s Ve - schuldung auch keine Las e schiebung in die Zukun e geben.6 Nu wenn die p i a e Kapi albildung du ch eine zunehmende S aa s e schuldung ein- gesch änk wü de, müß en zukün ige Gene a ionen eine Belas ung du ch e inge e Wachs umsmöglichkei en hinnehmen. Schließlich is noch au eine le z e Implika ion hinzuweisen. Da alle olkswi scha lichen Teilagg ega e kons an bleiben, e ände sich auch das gesam e Volkseinkommen nich . Bei eine zunehmenden S aa s e - schuldung wi d also ein un e ände es Sozialp oduk mi eine e ände en Finanzie ungss uk u e s ell . Auch dies en sp ich den Annahmen de klassischen Theo ie. Es he sch Vollbeschä igung, so daß eine Ausdehnung des ealen Volkseinkommens du ch s aa liche De izi inanzie ung nich möglich is . S aa s e schuldung un e s ü z , wie die Bes eue ung, nu die Alloka ions unk ion des S aa shaushal s: Es we den gesam wi scha liche Ressou cen on de p i a en in die s aa liche P oduk ion umgelenk . Eine S abilisie ungs unk ion mi expansi en Wi kungen de S aa s e schuldung 4 Felds ein bezeichne dies als „ex an e c owding ou ", du ch das Zins- und Po o- lio-C owding-Ou i ele an we den. Vgl. Felds ein (1982), S. 2. 5 Vgl. a. Ba o (1976), S. 346 . 6 Die Behaup ung Gandenbe ge s, es sei heu e unbes i en, daß die S aa s e - schuldung zu Las e schiebung geeigne sei, is dahe in diese Allgemeinhei nich zu e end. Vgl. Gandenbe ge (1983), S. 860. 18* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 274 Wol gang Ki e e exis ie un e diesen Annahmen nich . Alles in allem is dahe eine Fiskal- poli ik mi Hil e eine zunehmenden S aa s e schuldung ku z is ig wi - kungslos und lang is ig unschädlich.7 Wie läß sich die Äqui alenz zwischen S eue - und K edi inanzie ung de S aa sausgaben heo e isch e klä en? Um diese F age zu bean wo en, muß man be ücksich igen, daß die Wi scha ssubjek e de S aa s e schul- dung einen Ve mögenswe beimessen, weil sie da aus Zinseinkommen beziehen. Denn Ve mögen wi d in de Regel de inie als de Gegenwa s- we zukün ige e wa e e Ne oe äge.8 Angenommen de S aa emi ie e eine Anleihe B mi unendliche Lau zei und zahle au jedes Anleihepapie einen jäh lichen Nominalzins on eine DM:9 Un e de Vo ausse zung eines kons an en Diskon ie ungs ak o s z en sp ich de Ba we alle zukün igen Zinszahlungen dem Quo ien aus dem Nominalwe de Anleihe und dem Zinssa z (B/z). De Um ang de om S aa am Kapi alma k e ziel en K edi einnahmen en sp ich also dem Ku swe de om S aa ausgegebenen Anleihe, und diese ep äsen ie nich s ande es als die abdiskon ie e Summe alle zu e wa enden Zins- e äge. Zinszahlungen sind Ausgaben des S aa es. Fü ih e Finanzie ung is die E hebung zusä zliche S eue n (T) no wendig. Es inde also in jede Pe iode ein T ans e on den S eue zahle n zu den Zinsemp änge n s a . So e n man da on ausgehen kann, daß beide Zahlungss öme (S eue ein- nahmen und Zinsausgaben) gleich g oß sind und daß au beide zukün igen Zahlungs eihen de gleiche Diskon ie ungs ak o angewand we den kann, muß de Ba we alle zukün igen Zinszahlungen (B/z) genau so g oß sein wie de Gegenwa swe alle zukün igen Zinss eue zahlungen (T/z). We - den die p i a en Wi scha ssubjek e abe in dem gleichen Maße, in dem sie du ch Zinszahlungen begüns ig we den, du ch S eue zahlungen wiede belas e , so mach sie ein solche T ans e insgesam wede eiche noch ä me . Ih Ve mögen bleib un e ände . Die Schulden des S aa es sind also kein p i a es Ve mögen, sie sind e mögensneu al. Die p i a en Wi scha ssubjek e haben e schiedene Möglichkei en, die S eue belas ung, die ö en liche Ve schuldung und die p i a e Ve schul- dung mi einande zu kombinie en, ohne daß sich dadu ch ih e Ve mögenssi- * Vgl. Tobin (1981), S. 57 . 8 Vgl. Fuh mann und Rohwedde (1983), S. 169. 9 In Wi klichkei kann de Nominalzins auch z. B. bei 6 % ode 8 % liegen. Die S ük- kelung de We papie e läß sich imme so wählen, daß heo e isch ein Zinsbe ag on eine DM an äll . Dies is lediglich ein No mie ungs o gang, de am Inhal des P o- blems nich s e ände . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s Ve schuldung: äqui alen e Ins umen e? 275 ua ion e ände : Wenn sie sich de S eue belas ung en ziehen und in en - sp echendem Um ang p i a e K edi e au nehmen, wi d ih Ve mögen du ch die zukün igen Zinsbelas ungen in gleiche Höhe e minde , o ausge- se z , daß die P i a en sich zu den gleichen Bedingungen e schulden kön- nen wie de S aa . Finanzie en sie dagegen die S eue n aus ih en E spa nis- sen, so gehen ihnen die da aus an allenden Zinseinkommen e lo en. S ellen sie dem S aa ih e E spa nisse eiwillig zu Ve ügung, so wi d de dami e wo bene Ansp uch au Zinse äge du ch die zukün igen Zinss eue e - p lich ungen kompensie . Die Gül igkei des Rica dianischen Äqui alenz heo ems ha wei ei- chende Konsequenzen, nich nu ü die Theo ie, sonde n auch ü die p ak- ische Wi scha spoli ik: S aa s e schuldung und S eue n sind olls ändig gegeneinande subs i u- ie ba . Die S aa s e schuldung is in dem Sinne neu al, daß sie die ( a io- nale) op imale En scheidung de p i a en Haushal e zwischen Konsum und Spa en nich beein luß . Sie is sowohl Ve mögens- als auch alloka ionsneu- al. Denn die p i a en Haushal e haben bei eine Ausdehnung ode Ein- sch änkung de s aa lichen K edi inanzie ung und eine en sp echenden S eue senkung bzw. -e höhung keinen Anlaß, ih e Konsum- und Spa pläne zu e idie en. Woll e de S aa z.B. einen Teil seine Schulden du ch S eue e höhungen ilgen und au diesem Wege zugleich seine Bü ge zu einem höhe en Konsum e zich zwingen, so wü den diese die S aa s e - schuldung du ch eine höhe e p i a e Ve schuldung kompensie en. Eine Ve - schiebung ode Um e eilung on Finanzie ungslas en ände nich s a . Die gleiche Las en e eilung wü de nu mi ande en (äqui alen en) Mi eln, nämlich mi p i a e s a mi ö en liche Ve schuldung, bewäl ig , imme o ausgese z , daß sich die P i a en zu den gleichen Bedingungen e schul- den können wie de S aa . Es sind also nich nu S eue n und S aa s e - schuldung, sonde n auch die ö en liche und die p i a e Ve schuldung belie- big gegeneinande subs i uie ba . Du ch das Äqui alenz heo em we den eine Reihe on E ek en obsole , au denen gewisse ku z- und lang is ige mak oökonomische Analysen au - bauen.10 So kann man z.B. nich meh , wie Modigliani, da on ausgehen, daß eine zunehmende S aa s e schuldung die p i a en Haushal e wegen des zunehmenden Ve mögens zu eine e s ä k en Nach age nach Konsumgü- e n und zu eine Reduzie ung ih e E spa nisse e anlaß 11 ode , wie Tobin, annehmen, daß inanzielle Ak i a in Fo m on s aa lichen We papie en ein 10 Vgl. zum olgenden auch Thompson (1967), S. 1208, und Ba o (1974), S. 1116. 11 Vgl. Modigliani (1961). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 276 Wol gang Ki e e Subs i u ü Sach e mögen da s ellen.12 Auch die in de Mak o heo ie so wich igen Ve mögense ek e mi ih en Auswi kungen au die gesam wi - scha liche Nach age und dami au P oduk ion und Beschä igung hängen da on ab, daß eine zunehmende S aa s e schuldung im p i a en Sek o als eine Ve mögense höhung angesehen wi d. Da dies nach dem Rica diani- schen Äqui alenz heo em nich de Fall is , bleib , wie be ei s e wähn , die iskalpoli ische Konjunk u s eue ung du ch s aa liche De izi inanzie ung wi kungslos. III. De uns e bliche Konsumen und die Be ücksich igung zukün ige Gene a ionen Das Rica dianische Äqui alenz heo em wi d häu ig am Beispiel eine s aa lichen Anleiheemission mi unendliche Lau zei demons ie . Dami wi d un e s ell , daß die Wi scha ssubjek e alle in de Zukun liegenden Zahlungss öme in ih En scheidungskalkül einbeziehen, und zwa auch dann, wenn diese Zahlungss öme wei übe ih en du ch ih e Lebense wa - ungen beg enz en Planungsho izon hinaus eichen. Diese Sich weise se z en wede einen uns e blichen Konsumen en o aus ode implizie die Wi - kungsweise eines analogen Mechanismus, de da ü so g , daß die lebens- zei bezogenen En scheidungen un e schiedliche Gene a ionen in en sp e- chende Fo m mi einande e ke e we den. Die Analyse solche in e gene- a i e En scheidungssys eme be eiche nich nu die Diskussion um die Ve mögenswi ksamkei de S aa s e schuldung, sonde n e mi el auch einen Einblick in die F ages ellung, ob, wie und in welchem Um ang das In e esse kommende Gene a ionen du ch eine Ausdehnung de S aa s e - schuldung be ücksich ig wi d. Ba o ha in einem Zwei-Gene a ionen-Modell gezeig , wie du ch in e - gene a i e T ans e s, zu denen insbesonde e die Übe agung on Ve mögen du ch E bscha en, abe auch z.B. die Bildungsausgaben de El e n ü ih e Kinde gehö en, de Planungsho izon eine Gene a ion in die Zukun e - länge we den kann.13 E un e scheide eine junge Gene a ion, die lau en- des A bei seinkommen bezieh , und eine Gene a ion im Ren enal e . Die E spa nisse de heu igen Ren ne gene a ion sind zugleich E bscha en ü die junge Gene a ion, wenn diese ins Ren enal e ein i und die al e Gene- a ion e s i b . 12 Vgl. Tobin (1981). 13 Vgl. Ba o (1974). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s e schuldung: äqui alen e Ins umen e? 277 Ba o geh da on aus, daß de S aa in de lau enden Pe iode We papie e anbie e und die K edi e löse ü T ans e zahlungen an die al e Gene a ion e wende .14 Die S eue n zu Finanzie ung de lau enden Zinsausgaben müssen on de jungen Gene a ion au geb ach we den. Jede Anleihe ha nu eine Lau zei on eine Pe iode. Sie wi d zu Beginn de nächs en Pe iode zu ückgezahl , wobei die Tilgungsausgaben wiede um du ch Bes eue ung de ehemals jungen Gene a ion in ih e Al e spe iode inan- zie we den. Die zusä zlichen T ans e zahlungen we den on de al en Gene a ion nich in zusä zliche Konsumausgaben, sonde n in zusä zliche E spa nisse umgese z und üh en dami zu eine höhe en E bscha an die jünge e Gene a ion. Diese kann dami die Rückzahlung de S aa sschuld oll inanzie en, ohne daß eine Ände ung ih e Konsumpläne no wendig is . Auch die Zinss eue e p lich ungen de jungen Gene a ion ände n an diese Si ua ion nich s. Bei un e ände em Konsum im A bei sal e senk sie in en sp echendem Um ang ih e E spa nisse. Ih e Konsummöglichkei en im Ren enal e we den dadu ch nich beein luß . Denn die Abnahme ih e E spa nisse wi d beim Ein i de jungen Gene a ion in das Ren enal e du ch eine im gleichen Um ang e höh e (und übe den zu ilgenden Nomi- nalbe ag de S aa s e schuldung hinausgehende) E bscha ge ade ausge- glichen. Auch die junge Gene a ion ha dahe wede im A bei s- noch im Ren enal e einen Anlaß, ih e Konsumpläne zu ände n. Bei de da ges ell en A in e gene a i e T ans e s bleiben also le z lich alle Op ima unbe üh . S aa s e schuldung is auch im Gene a ionsmodell sowohl Ve mögens- als auch alloka ionsneu al. Es en s ehen wede Nach agee ek e noch e än- de sich bei zunehmende K edi nach age des S aa es de Zinssa z. Das Modell kann ü unendlich iele Gene a ionen o gese z we den, denn auch in de zwei en Pe iode kann z.B. nach de Rückzahlung de al en S aa sschuld eine neue au genommen we den, die ü T ans e zahlungen an die ( o mals junge und je z ) al e Gene a ion e wende wi d und die die nach olgende junge Gene a ion ih e sei s im Ren enal e zu ückzahlen muß. En sp echende Anpassungen de E spa nisse de beiden Gene a ionen und de in e gene a i en T ans e s (E bscha en) de jeweiligen Ren ne ge- ne a ion so gen ü eine Au ech e hal ung de Konsumpläne de unmi el- ba au einande olgenden Gene a ionen, so daß dieses Modell schließlich mi jenem „uns e blichen Konsumen en" übe eins imm , de alle zukün i- gen Zinss eue belas ungen und emp angene Zinseinkommen au den heu i- 14 Dies is an sich de Fall eine Budge ni eauinzidenz, de abe gleichgese z we - den kann mi de Di e en ialinzidenz, so e n nu „lump-sum axes" e hoben we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 278 Wol gang Ki e e gen Tag zu einem Ne o e mögen on Null abdiskon ie und dessen in e - empo ale Konsum- und Spa pläne du ch die S aa s e schuldung nich ges ö we den.15 De zen ale Gedanke des Ba oschen Modells, daß die Wi scha ssub- jek e bei eine Ausdehnung de S aa s e schuldung - ähnlich wie wi es be ei s bei de k eislau analy ischen Be ach ung da geleg ha en - ih e E spa nisse e höhen und sie in Fo m on in e gene a i en T ans e s (E b- scha en) an die nächs e Gene a ion wei e geben, e weck den Eind uck, als un e s elle das Modell eine al uis ische Handlungsweise und als seien die au ihm basie enden Schluß olge ungen abhängig da on, daß sich die de - zei lebende Gene a ion gegenübe den In e essen ih e Nach olge nich indi e en e häl . Da sich die Einwände maßgebliche K i ike wie Tobin und Felds ein16 au diesen Punk beziehen, soll im olgenden ku z jene Fall be ach e we den, in dem die Konsumen en on heu e das In e esse zukün ige Gene a ionen e nachlässigen. Un e s ell sei, daß die Lau zei de om S aa au genommenen Anleihen übe den Planungsho izon de Gläubige hinausgeh und daß die de zei ige Gene a ion nich gewill is , Ve mögen in Fo m on E bscha en an die zukün igen Gene a ionen wei- e zugeben. Die Wi scha ssubjek e e hal en sich in diesem Falle du ch- aus a ional, wenn sie de S aa s e schuldung einen posi i en Ve mögens- we beimessen. Denn bei S eue senkungen können die p i a en Haushal e unmi elba übe einen g öße en Teil ih es lau enden Einkommens e ü- gen. Die di ek en S eue senkungen haben dahe ü die heu ige Gene a ion einen höhe en We als die aus de S aa s e schuldung en s ehenden zukün igen Zinss eue e p lich ungen, on denen sie nach ih em Ableben nich meh be o en is . Zwa s immen die Ba we e de zukün igen Zins- zahlungen und Zinss eue e p lich ungen auch in diesem Fall mi einande übe ein, abe ü die Disposi ionen de heu igen Gene a ion sind nu die wäh end ih e Lebenszei an allenden Zinss eue e p lich ungen maßgeb- lich. Da die mi de K edi inanzie ung einhe gehende S eue senkung in ollem Um ang einkommens- und e mögenswi ksam is , e äh die heu- ige Gene a ion eine S eige ung ih es Ve mögens in Höhe des Ba we es de übe ih e Lebenszei hinausgehenden, d.h. au die zukün igen Gene a io- nen e lage en Zinss eue belas ungen. De Vo eil de S eue senkung und de ko espondie ende Ve mögens- we de S aa s e schuldung we den noch deu liche , wenn man umgekeh a gumen ie : Die heu ige Gene a ion kann sich eine S eue inanzie ung 15 Zu Da s ellung des „uns e bliche Konsumen en" gl. auch Mille und Up on (1974), S. 176 - 179. Vgl. Tobin (1981), S. 61 .; Felds ein (1982), S. 4 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s Ve schuldung: äqui alen e Ins umen e? 285 äl e e Gene a ion gezwungen, zu Siche ung ih e Al e seinkün e (bzw. ih es „second-pe iod consump ion") ih e E spa nisse in den wenige en a- blen Ve mögens o men (physisches Kapi al) anzulegen. Die S aa s e schul- dung wü de das gesellscha liche Wohl ah sni eau e höhen, weil sie es de heu igen Gene a ion e laub , die nach olgende Gene a ion mi eine Ve - bindlichkei zu belas en und ein höhe es Ni eau an ( en able en) In es i io- nen in Humankapi al anzus eben (und zwa solange, bis die G enzp oduk- i i ä en beide In es i ions o men gleich sind).27 E izienz- und Ve mögense ek e en s ehen auch hie dadu ch, daß die S aa s e schuldung den Wi scha ssubjek en Möglichkei en e ö ne , ih e in e empo alen Konsumen scheidungen besse als o he an ih e P ä e en- zen anzupassen. Die S aa s e schuldung bie e Disposi ionsmöglichkei en, die sich wede bei eine S eue inanzie ung des S aa shaushal s noch du ch eine p i a e Ve schuldung ealisie en lassen.28 Zudem kommen die di e- en iellen S eue senkungen nich nu , wie im o he be ach e en Fall, de Begeh lichkei jene Be ölke ungsg uppen en gegen, die ausschließlich ih e Nach olge belas en wollen und einen höhe en Konsum wünschen. Vielmeh we den Ausgabens öme in p oduk i e e Fo men de Ve mögensbildung gelenk . Die heu ige Gene a ion e e b zwa keinen höhe en, wohl abe einen p oduk i e en Kapi als ock. Es is soga möglich, daß die äl e e Gene- a ion ih e E spa nisse in Fo m in e gene a i e T ans e s nich im Um ang de zusä zlichen S aa s e schuldung e höh , sonde n einen Teil de S eue - senkungen in Konsum umse z . Das is unschädlich ü die e bende Gene a- ion, weil die Zinss eue n aus ges iegenen Löhnen gezahl we den können, so daß die jünge e Gene a ion besse ges ell is wegen höhe e Löhne und die al e Gene a ion, weil sie an ihnen pa izipie ( e eil es zusä zliches Wachs um). Es komm also o ensich lich nu da au an, welche p i a en Ausgaben du ch die zusä zliche S aa s e schuldung ini iie we den. Sind sie lediglich konsum i , so sind sie zwa ku z is ig nach agewi ksam, abe lang is ig wachs umsschädlich. Sind sie dagegen p oduk i , dann is die zunehmende S aa s e schuldung ku z- und lang is ig e izien . 27 Diesen Zusammenhang ha insbesonde e D azen (1978) un e such . Au die „Un e kapi alisie ung" de Wi scha wegen de ehlenden Ma k gängigkei des Human e mögens ha auch Mundeil (1971), S. 13, e wiesen. 28 Weng e be on zu Rech (alle dings in einem ande en Zusammenhang), daß „die ehlende Ma k gängigkei bes imm e Ve mögensposi ionen ü ih e Inhabe i ele- an (is ), solange sie die Beleihungsg enze nich e eichen, bis zu de am Kapi al- ma k ohne Risikozuschlag Mi el au genommen we den können." Wenge (1983), S. 247. Eine E wei e ung de Disposi ionsmöglichkei en i nu bei „Ecklösungen" ein, d.h. bei Haushal en, die sich (höhe ) e schulden wollen, abe nich können. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 286 Wol gang Ki e e Bekann lich spiel die Un e scheidung konsum i e und p oduk i e (in es i e ) Ausgaben auch im s aa lichen Be eich eine Rolle. Denn die Ve - schiebung on Finanzie ungslas en in die Zukun , das in de Li e a u imme wiede k i isie e Las e schiebungsa gumen , wi d ja ge ade mi dem Hinweis da au ge ech e ig , daß p oduk i e S aa sausgaben den zukün igen Gene a ionen zusä zliches Wachs um und dami auch e höh e Konsummöglichkei en e scha en, ü die sie dann auch die höhe en Finanzie ungslas en au sich nehmen soll en („pay-as-you-use-P inzip"). Dennoch wi d sich das U eil übe die S aa s e schuldung nich ände n, wenn man den engen analy ischen Rahmen nich e läß , in den wi das P o- blem hineinges ell ha en. Un e den Vo ausse zungen, daß sich die p i a- en Wi scha ssubjek e zu den gleichen Bedingungen e schulden können wie de S aa , ha eine di e en ielle Zunahme de S aa s e schuldung zu Finanzie ung eines gegebenen s aa lichen Ausgabenni eaus nach wie o keine Alloka ions- ode Ve mögense ek e zu Folge. Zwa sind zusä zliche p oduk i e S aa sausgaben, die Wachs umswi kungen in de Zukun e wa en lassen, e mögenswi ksam, und sie können dahe auch den lau en- den Konsum e höhen; im Gegensa z zu Ausgabensei e is abe de Wechsel de Finanzie ungsins umen e alloka ions- und e mögensneu al. Es bes eh also selbs bei p oduk i en S aa sausgaben kein G und, wegen eine ge ech en in e gene a i en Las en e eilung de K edi inanzie ung den Vo ang o de S eue inanzie ung zu geben.29 Das klassische Denken kann hie den Blick ü die Bedeu ung ealwi scha liche Zusammenhänge schä en. Nich die S aa s e schuldung e höh das Ve mögen des p i a en Sek o s ode de Volkswi scha als Ganzes, sonde n die dami inanzie en S aa sausgaben. Nich die S aa sanleihen scha en zusä zliche Konsum- möglichkei en in de Zukun , sonde n p oduk i e S aa sausgaben. Ve such man, die Al e na i e S eue - e sus K edi inanzie ung ö en - liche Ausgaben un e E izienzgesich spunk en noch einmal zusammen as- send zu bewe en, so wi d man zwei g undsä zliche A gumen e be ücksich- igen müssen, die die E izienz des ö en lichen K edi s ela i ie en: (1) Bei di e en iell zunehmende S aa s e schuldung s eig die gesam - wi scha liche E izienz nu , wenn de S aa die K edi auslese unk io- nen e izien e wah nimm als ma k wi scha liche Ins i u ionen dies 29 In de inanzwissenscha lichen Li e a u wi d auch im Falle de Budge inzi- denz, d.h. bei eine Ausdehnung de S aa sausgaben, sowohl die K edi inanzie ung als auch die S eue inanzie ung s aa liche In es i ionen als e einba mi eine ge ech en S eue las e eilung angesehen, so e n sich die In es i ionsausgaben meh ode wenige kon inuie lich en wickeln. T e en dagegen In es i ionsschübe au , soll e die K edi au nahme be o zug we den. Vgl. dazu Timm (1985). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s e schuldung: äqui alen e Ins umen e? 287 könn en. Ich glaube nich , daß de Spiel aum ü E izienzgewinne du ch S aa s e schuldung hie seh g oß is . (2) Wenn de E izienzgewinn du ch zunehmende S aa s e schuldung nu da in bes eh , daß la en e und du ch den Ma k nich e üllba e Kon- sumwünsche in E üllung gehen, mag de dami e bundene Nach age- e ek iskalpoli isch wünschenswe e scheinen.30 Ihm s ehen abe die zukün igen Wachs ums e lus e gegenübe . Denn de zunehmende p i- a e Ve b auch en al e sich zu Las en de gesam wi scha lichen Kapi albildung, so daß die Konsummöglichkei en nach olgende Gene- a ionen beein äch ig we den. V. Ein ein ache empi ische Tes des Äqui alenz heo ems Die F age, ob das Rica dianische Äqui alenz heo em empi ische Gül ig- kei beansp uchen kann, is in den le z en Jah en in de Li e a u häu ige un e such wo den. Die E gebnisse sind zwiespäl ig. In den e s en empi i- schen Analysen wu de die Gül igkei des Rica dianischen Äqui alenz heo- ems meis bes ä ig . Tobin ha jedoch diese Ansä ze eine eingehenden me hodischen K i ik un e wo en und sie ela i ie .31 Die in jüngs e Zei e schienenen Un e suchungen kommen übe wiegend zu dem E gebnis, daß S eue n und S aa s e schuldung keine äqui alen en Wi kungen haben.32 Fü die Bundes epublik, ü die, sowei ich sehe, noch keine empi ischen E gebnisse o liegen, wi d im olgenden ein Tes des Rica dianischen Äqui- alenz heo ems o genommen, und zwa an Hand eine Konsum unk ion on de in Übe sich 1 angegebenen Fo m.33 De G undgedanke is e häl nismäßig ein ach. Eine Bes ä igung des Äqui alenz heo ems e gib sich, wenn S eue n und K edi inanzie ung des S aa es die gleichen Auswi kungen au den p i a en Ve b auch haben. Da de Finanzie ungssaldo des S aa es in de Konsumgleichung posi i de i- nie wu de, müß en in diesem Falle die Koe izien en de beiden Va iablen T und D das gleiche (nega i e) Vo zeichen haben und auße dem gleich g oß sein (a4 = a5 < 0). Eine Zunahme des De izi s hä e dann die gleiche 30 So Tobin (1981), S. 61 - 63 und Felds ein (1982), S. 5. 31 Vgl. Bui e und Tobin (1979); Tobin (1981). 32 Holcombe, Jackson und Za dkoohi (1981); A ak (1982); Koskela und Vi en (1983). Zu eine empi ischen Bes ä igung des Äqui alenz heo ems gelangen dagegen Sea e (1982); Ca michael und Haw ey (1981). 33 Fü die Da ensammlung und die echnische Abwicklung de ökonome ischen Schä zung danke ich meinen Mi a bei e n F au Diplom-Volkswi Ka in Jos und He n s ud. e . pol. Jö n Pulczynski. 19 K edi und Kapi al 2/1986 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 288 Wol gang Ki e e Abnahme des p i a en Ve b auchs zu Folge wie eine S eue e höhung; eine di e en ielle Zunahme de ö en lichen K edi inanzie ung wü de dagegen den p i a en Ve b auch un e ände lassen. Unse E gebnis s ü z jedoch das Rica dianische Äqui alenz heo em nich . Zwa haben beide Koe izien en dem Be age nach unge äh die glei- che G ößeno dnung (a4 = - 0,21; a5 = 0,17). Das Vo zeichen des K edi i- nanzie ungskoe izien en a5 is abe posi i . Mi zunehmende K edi inan- zie ung nimm dahe de p i a e Ve b auch zu, ein Zeichen da ü , daß de S aa s e schuldung ein Ve mögenswe beigemessen wi d, sei es au G und on Un ollkommenhei en des Kapi alma k es, on Subs i u ionse ek en de Bes eue ung ode on ande en Fak o en, die die Wachs umse wa un- gen de P i a en beein lussen. Dennoch soll e das E gebnis o sich ig beu - eil und nich als endgül ige Wide legung des Äqui alenz heo ems gewe - Übe sich 1: Konsum unk ion C = <*i A In P + a2C - i + a3 Y 4- a4 T + a5 D P : P eisindex des p i a en Ve b auchs C - i : P i a e Ve b auch de Vo pe iode Y : Ne osozialp oduk zu Ma k p eisen T : S eue n (einschließlich Sozial e siche ungsbei äge) abzüglich T ans e zah- lungen (einschl. l d. Übe agungen de Sozial e siche ung) D : Finanzie ungssaldo des S aa shaushal s (De izi : +; Übe schuß: -) Alle We e (mi Ausnahme des P eisindexes) wu den in ealen G ößen und p o Kop de Wohnbe ölke ung be echne . Quelle: OECD-Da en ü die Bundes epublik Deu schland. E gebnis de ökonome ischen Schä zung (OLS) Va iable Koe izien S anda dabw. T-We P - 3 362,23 725,41 - 4,63 C -i 0,34 0,11 3,13 V 0,47 0,07 6,69 T - 0,21 0,07 - 2,96 D 0,17 0,06 3,03 R2: 0,998; Du bin-Wa son: 2,57 Schä zzei aum: 1962 - 1978 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s e schuldung: äqui alen e Ins umen e? 289 e we den. Di e enzie e e Schä zansä ze übe länge e Zei äume, wie sie ü ande e Lände be ei s o liegen, müssen ü die Bundes epublik e s noch e a bei e we den. Li e a u e zeichnis A ak, M. (1982): A e Tax Cu s Simula o y?, in: Re iew o Economics and S a is ics, 64, S. 168 - 169. - Ba o, R. J. (1974): A e Go e nmen Bonds Ne Weal h?, in: Jou nal o Poli ical Economy, 82, S. 1095 - 1117. - Ba o, R. J. (1976): Reply o Felds ein and Buchanan, in: Jou nal o Poli ical Economy, 84, S. 343 - 349. - Ba o, R. J. (1981): Money, Expec a ions and Business Cykles, Essays in Mac oeconomics, New Yo k. - Buchanan, J. M. 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Bd. 41, S. 207 - 252. Zusammen assung Sind S eue n und S aa s e schuldung äqui alen e Ins umen e zu Finanzie ung de S aa sausgaben? Das Rica dianische Äqui alenz heo em besag , daß die S aa s e schuldung die gleichen gesam wi scha lichen Auswi kungen ha wie die Finanzie ung de S aa s- ausgaben übe S eue n. Es wi d zunächs da geleg , daß mi diesem Theo em bes imm e k eislau heo e ische Implika ionen e bunden sind und daß es Ve mö- gensneu ali ä und Alloka ionsneu ali ä de S aa s e schuldung beinhal e . An Hand de G undzüge des on Ba o en wickel en Gene a ionen-Modells we den die Be ücksich igung des In e esses zukün ige Gene a ionen sowie die s aa liche und die p i a e Ve schuldung als Ins umen e ü den in e empo alen T ans e on Konsum un e such . Die F age, ob mi Hil e de S aa s e schuldung eine e izien e e in e empo ale Alloka ion de Ressou cen möglich is , weil die p i a en Konsump ä- e enzen besse be ücksich ig we den können bzw. weil die s aa liche K edi au - nahme aus Kos en- ode We bewe bsg ünden de p i a en Ve schuldung o zuzie- hen sei, wi d - auch im Zusammenhang mi Kapi alma k un ollkommenhei en - ein- gehend e ö e . Ein ein ache empi ische Tes mi Hil e eine Konsum unk ion zeig , daß das Rica dianische Äqui alenz heo em ü die Bundes epublik nich bes ä ig we den kann. Summa y A e Taxes and Public Deb Equi alen Ins umen s o Financing Go e nmen Expendi u es? Rica do's equi alence heo em s a es ha public deb has he same mac oeconomic e ec s as he inancing o go e nmen expendi u es ia axes. Fi s i is shown ha ce ain implica ions o ci cula low heo y a e linked wi h his heo em and ha i in ol es asse -neu ali y and alloca ion-neu ali y. On he basis o he undamen als o he gene a ion model de eloped by Ba o, allowances o he in e es s o u u e gene a ions and also public and p i a e deb as OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53 S eue n und S aa s Ve schuldung: äqui alen e Ins umen e? 291 ins umen s o in e empo al ans e o consump ion a e examined. The ques ion o whe he mo e e icien in e empo al ans e o consump ion is possible wi h he aid o public deb because p i a e consump ion p e e ences can be allowed o mo e e ec i ely o because go e nmen bo owing is p e e able o p i a e deb o cos o compe i ion easons, is ho oughly en ila ed, also in connec ion wi h capi al ma ke impe ec ions. A simple empi ical es wi h he help o a consump ion unc ion shows ha he Rica dian equi alence heo em canno be con i med o he Fede al Republic o Ge many. Résumé Les impô s e l'ende emen de l'E a on -ils des ins umen s équi alen s pou inance les dépenses de l'E a ? D'ap ès le héo ème d'équi alence de Rica do, l'ende emen de l'E a a le même impac mac oéconomique que le inancemen des dépenses de l'E a pa les impô s. L'au eu mon e ou d'abo d que ce aines implica ions de la héo ie du ci cui son liées à ce héo ème e qu'il con ien une neu ali é de pa imoine e d'alloca ion de l'ende emen de l'E a . A l'aide des ca ac é is iques du modèle de géné a ion dé eloppé pa Ba o, l'au eu examine si l'in é ê de géné a ions u u es ainsi que l'ende emen é a ique e p i é peu en ê e considé és comme ins umen s pou le ans e in e empo el de con- somma ion. Il analyse en dé ail la ques ion sui an e, en se appo an égalemen aux impe ec ions du ma ché des capi aux: une alloca ion in e empo elle des essou ces es -elle possible à l'aide de l'ende emen de l'E a pa ce que les p é é ences de consomma ion p i ées peu en ê e mieux p ises en considé a ion ou pa ce que l'emp un é a ique es p é é able à l'ende emen p i é pou des aisons de coû s ou de concu ence? Un es empi ique acile à l'aide d'une onc ion de consomma ion mon e que le héo ème d'équi alence de Rica do ne peu pas ê e con i mé pou la République édé ale d'Allemagne. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.19.2.271 | Gene a ed on 2023-01-16 12:52:53