scieee Science in your language
[ge] (orig)

Frauenüberschuß und Frauenarbeit

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Read accessible full text

Frauenüberschuß und Frauenarbeit

Author: Siemering, Hertha
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1951
DOI: 10.3790/schm.71.1.47
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/290717/1/schm.071.1.047.pdf
Sieme ing, He ha
A icle
F auenübe schuß und F auena bei
Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Sieme ing, He ha (1951) : F auenübe schuß und F auena bei , Schmolle s
Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo ,
Be lin, Vol. 71, Iss. 1, pp. 47-84,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/290717
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
47] 47
F auenübe schuß und F auena bei
Eine Un e suchung
au G und de Volks- und Be u szählung on 19461
Von
He ha Sieme ing - Be lin
Inhal s e zeichnis: Einlei ung S. 47. — 1. De F auenübe schuß im allgemeinen
S. 49. — 2. De F auenübe schuß in den d ei Be ölke ungsg uppen S. 53. — 3. Die
weiblichen E we bspe sonen in den Wi scha i sab eilungen S. 63. — 4. Die Be u e
de weiblichen E we bspe sonen S. 68, — 5. Be u e und Be u s ä igkei de Mädchen
und F auen S. 72. — 6. Mädchen und F auen in Handwe ke - und Indus ie-
be u en S. 75. — 7. Die F auen in den kau männischen und Bü obe u en S. 79. —
8. Be u e des Geis es- und Kuns lebens S. 79.
Eine de Folgee scheinungen des zwei en Wel k ieges, die sich au
Jah zehn e hinaus im gesellscha lichen Leben unse es Volkes aus-
wi ken muß, is de auße o den liche F auenübe schuß. Inne halb de
du ch die K iegs e lus e zu knapp gewo denen männlichen Be ölke-
ung ehlen ü zahl eiche F auen die Ehepa ne . Aus diese schicksal-
ha en Ta sache e gib sich eine Reihe schwe zu meis e nde P obleme
soziale , psychologische , wi scha liche Na u . Sie sind schwe zu
meis e n, weil ih e iel ach e schlungenen Zusammenhänge nich leich
e kennba sind, o allem abe , weil die F auen, die o nehmlich
Gegens and diese P obleme sind, jede an ih em Teil kämp end und
a bei end ode duldend und sich eiben lassend i gendwie selbs an
de Ges al ung ih es pe sönlichen Geschickes mi wi ken, gleich iel ob
sie sich solche Mi wi kung bewuß sind ode nich . Diese F auen sind
eils on kla en, eils on unkla en Vo s ellungen beweg . Sie hegen
eils e s ändige, eils un e s ändige Wünsche und Ho nungen ü die
En wicklung des eigenen Lebens.
Die g oße F age is , was wohl ü ih e Gesam hei ge an we den
könn e, um ih Los zu e leich e n. Abe wi sind seh skep isch ge-
wo den gegenübe allem Planen, das sich e messen woll e, das Leben
ganze Be ölke ungsg uppen zu lenken. Die Unzulänglichkei mensch-
lichen Ve mögens ge ade au diesem Gebie haben wi eind inglich
genug e ah en. Kaum meh können wi un e nehmen als den Ve such,
die Sachlage wenigs ens s ückweise au zuklä en, um aus dem, was wi
es ges ell haben, den einen ode ande en p ak ischen Ra schlag ü
die Be o enen he zulei en.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
48 He ha Sieme ing [18
Ein solches „S ück", ein Teilgebie des F auendaseins, dessen Un e -
suchung ü die Lage unse e weiblichen Be ölke ung angesich s des
g oßen F auenübe schusses besonde s bedeu sam is , is das A bei s-
leben de F auen, wie es sich in den nüch e nen Zahlen de Be u s-
s a is ik wide spiegel . Die E gebnisse de Be u szählung om He bs
1950 liegen in ih en Einzelhei en noch nich o . Wi müssen unse e
Be ach ung deshalb in de Haup sache au die E gebnisse de Zählung
on 1946 s ü zen, de en Tabellen e s im Lau e des Somme s 1950 aus-
gewe e we den konn en und dahe zu Zei noch das neues e g ei -
ba e Ma e ial zu unse e F age da s ellen. Beme kenswe e weise is
aus diesem Ma e ial on 19461 — wie zu zeigen sein wi d — ein Ein luß
des F auenübe schusses au die Gesam zahl de we k ä igen F auen
nich e kennba . Allen alls mag man ihn hie und da in Einzele schei-
nungen au spü en. Ob ein solche u sächliche Zusammenhang aus den
E gebnissen de Zählung on 1950 nachzuweisen sein wi d, bleib abzu-
wa en. Mag nun eine Wechselwi kung zwischen F auenübe schuß und
F auena bei in de Be u ss a is ik schon ü 1950 e kennba sein ode
nich , i gendwie muß sie sich im Lau e de nächs en Jah e und Jah -
zehn e du chse zen. Dabei is eilich zu bedenken, daß die Zei spanne
zwischen 1946 und 1950 ode auch die zwischen 1939 und 1950 seh
ku z is ü eine ie g ei ende Wandlung im Volksleben, die nich allein
mi manchen wi scha lichen Gep logenhei en, sonde n auch mi seh
eingewu zel en Anschauungen übe das, was Männe a bei und das, was
F auena bei is ode sein soll e, zu b echen ha . Selbs die No is au
diesem Gebie nich au de ganzen Linie ein allmäch ige Sch i -
mache de Umwälzung. Ehe noch als de Ein luß des F auenübe -
schusses wä e im A bei sleben unse es Volkes de des Männe mangels
nachzuweisen. Gewiß is de Männe mangel, ein zahlenmäßig gesehen,
das Wide spiel des F auenübe schusses. Abe es komm da au an, on
welche Sei e he man de E scheinung zu begegnen such . Denn es
bleib e was g undsä zlich ande es, ob man die F au wegen de beson-
de en weiblichen A ih e Leis ungen in eine A bei eins ell , ob man
mindes ens die Bedingungen eine A bei de weiblichen Leis ungs-
ähigkei anpaß , ode ob man die F au allein deshalb he anzieh , weil
Männe in genügende Zahl nich o handen, F auen abe beliebig e -
ügba sind. Man könn e in diesem Zusammenhang agen, ob e wa die
1 E heblich aus üh liche , als es in diese besonde en Be ach ung und im Hin-
blick au den F auenübe schuß geschieh , we den F agen de E we bs ä igkei
unse es Volkes in dem on de Ve . bea bei e en Tex band zu Be u szählung on
1946 behandel . De Band wi d demnächs un e dem Ti el „Die Be u s ä igkei de
Be ölke ung Deu schlands im Rahmen de ie Besa zungszonen und G oß-Be lins
nach den E gebnissen de Be u szählung om 29. Ok obe 1946" im Ve lag on
Duncke & Humblo e scheinen.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
49] F auenübe schuß und F auena bei 49
de männlichen Uni o m nachgebilde e Diens kleidung de Scha ne-
innen, B ie äge innen, de weiblichen Polizis en usw. — wenn auch
ohne Absich — ein Symbol da ü da s ell , daß Männe e se z we den
sollen.
De F auenübe schuß im allgemeinen
Wie s eh es übe haup mi dem F auenübe schuß und wie ha e
sich sei dem Zusammenb uch bzw. sei 1939 en wickel ? Man wi d sich
e inne n, daß unge äh zu Beginn des Jah es 1946 ein Sch ei du ch die
Tagesp esse ging: „Vie F auen au einen Mann!" Diese au sehen-
e egende Meldung uß e au den E gebnissen eine Zählung om
Augus 1945, und zwa allein au den in Be lin ü die Al e sg uppe
de Pe sonen on 20 bis un e 30 Jah en e mi el en Zahlen. In diese
Al e sg uppe s anden damals in de ühe en Reichshaup s ad je
4483,9 F auen 1000 Männe gegenübe . In de olgenden Al e sg uppe,
de de männlichen und weiblichen Be ölke ung on 30 bis un e
45 Jah en wa das Zahlen e häl nis 2657,2 zu 1000 und in de nächs -
nied ige en, de Pe sonen zwischen 15 und 20 Jah en s and es 1765,0
zu 1000. Im Du chschni alle Al e sg uppen kamen damals in Be lin
1715,4 F auen au je 1000 Männe .
Inzwischen ha sich die Sachlage — auch in Be lin — e heblich ge-
besse . Am 13. Sep embe 1950 kamen nach den o läu igen E geb-
nissen de Zählung dieses Tages in Wes be lin du chschni lich
1352 F auen au je 1000 Männe . Im ganzen ha e de F auenübe schuß
in den zwöl Bezi ken on Wes be lin sei 1946 um d. 66 000 F auen
abgenommen; e wa on d. 387 000 au d. 321 000 gesunken. Im
Bundesgebie be ug de F auenübe schuß im He bs 1946 d. 4,5 Mil-
lionen; ie Jah e spä e dagegen „nu noch" d. 3 Millionen, d. h. es
kamen in den Lände n des Bundesgebie s im Jah e 1950 du chschni -
lich 1133 F auen au je 1000 Männe gegenübe 1229 im Jah e 1946.
In ganz Deu schland — nach dem damaligen Gebie ss and — wu den
1946: 7,4 Millionen F auen meh gezähl als Männe ; und au je
1000 Männe kamen 1259 F auen.
De Un e schied diese le z en Du chschni szahl gegenübe de des
Bundesgebie s is du ch den besonde s hohen F auenübe schuß in de
sowje ischen Besa zungszone und in G oß-Be lin beding . E be ug in
de sowje ischen Besa zungszone insgesam d. 2,5 Millionen ode 346
au je 1000 Männe und in G oß-Be lin d. 601 000 ode 464 au je
1000 Männe . Aus de sowje ischen Besa zungszone und aus dem
sowje ischen Sek o on Be lin liegen uns Zahlen ü 1950 noch nich
o . Nimm man an, daß sich de F auenübe schuß in de Os zone und
Schmolle s Jah buch LXXI, 1
4
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
50 He ha Sieme ing [50
in Os be lin sei 1946 ela i in ähnlichem Um ang wie im Bundesgebie
und in Wes be lin e minde ha , so könn e e schä zungsweise im
He bs 1950 in ganz Deu schland — nach dem Gebie ss and on 1946 —
d. 5,5 Millionen ode du chschni lich 174 au je 1000 Männe be agen
haben. De Rückgang des F auenübe schusses is im wesen lichen eine
Folge de Heimkeh zahl eiche K iegsge angene (im Bundesgebie
insgesam übe 1,2 Millionen). Eine wei e e bedeu ende Abnahme des
F auenübe schusses is im Bundesgebie kaum zu e wa en, da die Zahl
de K iegsge angenen, die dahin o aussich lich noch zu ückkeh en
we den, e häl nismäßig ge ing sein dü e. Solche Heimkeh e könn-
en nu noch einen kleinen Teil des F auenübe schusses we machen.
Dessen ungewöhnliche Höhe wi d deu lich, wenn man sich e gegen-
wä ig , daß 1939 im heu igen Bundesgebie nu 1034 F auen au
1000 Männe kamen und in Deu schland nach dem Gebie ss and on
1946 je 1045 au 1000 Männe . Die Tabelle 1 „F auenübe schuß und
Tabelle 1
F auenübe schuß und E we bs ä igkei de F auen in Deu schland
Deu schland
Gebie ss and 1946 Al es Reichsgebie (ohne Saa land)
Be ölke ungsg uppen 1946 1939 1939 1933 1925 1882
in H in H in H in H in H in H
un e 100 Pe sonen de Be ölke ung bzw. de Be ölke ung9g uppen wa en F auen
Be ölke ung
1
55,9 51,9 51,9 51,4 51,6 51,5
E we bspe sonen 39,-6 36,9 37,1 35,5 35,9 30,0
Selbs ändige Be u slose . 68,6 52,7 53,3 52,2 55,9 52,1
Angehö ige ohne Be u . . . 69,3 71,2 70,6 70,2 70,0 67,9
F auenübe schuß
G undzahlen in Tausend . . . 7 518 2 214 2 611 1848 2 016 832
1 1946 eils Wohnbe ölke ung eils o sanwesende Be ölke ung, 1939 s ändige Be-
ölke ung, das is die Wohnbe ölke ung ohne die ih e Diens p lich genügenden Solda en
und A bei smänne , sowie die A bei smaiden; in den üb igen Jah en Wohnbe ölke ung.
E we bs ä igkei de F auen in Deu schland" au S. 50, de en Angaben
alle dings au je 100 Pe sonen bezogen sind, läß e kennen, daß de
F auenübe schuß in de Ve gangenhei im Al eich meh ach noch
e was nied ige wa als 1939. Sie zeig auße dem sp ungha en An-
s eigen des F auenübe schusses im Jah e 1946 die Ve ände ungen in
den Gewich s e häl nissen de d ei Be ölke ungsg uppen, die e mi
sich geb ach ha . Bei diesen, d. h. bei den E we bspe sonen, den Selb-
s ändigen Be u slosen und den Angehö igen ohne Be u mach sich de
F auenübe schuß du chaus ungleichmäßig beme kba . E is auße dem
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15

51] F auenübe schuß und F auena bei 5i
ungleich in den e schiedenen Lände n und Gemeinden, und e is end-
lich auch ungleich inne halb de Lebensal e .
Schon aus den Beme kungen übe den F auenübe schuß in Be lin
ging he o , daß diese in den e schiedenen Al e sg uppen keines-
wegs gleichmäßig g oß is . Die Übe sich „F auenübe schuß und
F auene we bs ä igkei in Deu schland 1946" au S. 57, de en Zahlen
sich au ganz Deu schland nach dem Gebie ss and on 1946 beziehen,
läß e kennen, daß e in den beiden Al e sg uppen zwischen 20 und 25
und zwischen 25 und 35 Jah en, in denen beim weiblichen Geschlech
no male weise die meis en Ehen geschlossen we den, besonde s e heb-
lich wa . Soga in de G uppe de 18- bis un e 20jäh igen bes and 1946
ein F auenübe schuß, weil be ei s in diesen Jah gängen K iegs e lus e
un e de männlichen Jugend zu e zeichnen wa en. De Ans ieg des
F auenübe schusses in de Al e sg uppe de 50- bis un e 55jäh igen
gegenübe de G uppe de 45- bis un e 50jäh igen is au die blu igen
Op e des e s en Wel k ieges zu ückzu üh en. Die Männe , die 1946
im Al e on 50 bis un e 55 Jah en s anden, wa en zwischen 1914 und
1918: 18 bis 27 Jah e al (die Gebu enaus älle diese Jah e und de
Zei nach dem e s en Wel k ieg sind ohne Ein luß au den F auenübe -
schuß, da sie na u gemäß beide Geschlech e be o en haben). De
F auenübe schuß inne halb de Be ölke ung jensei s des 55. Lebens-
jah es is 1946 nich besonde s g oß und dahe ü unse e Be ach ung
nich on In e esse. Bekann lich is die Zahl de F auen in diesen
Al e sklassen s e s höhe als die de Männe , da das weibliche Ge-
schlech im Du chschni länge zu leben p leg als das männliche. Be-
me kenswe abe is es, daß das Schwe gewich des F auenübe schusses
im Jah e 1946 mi d. 5,1 Millionen ( on den insgesam 7,4 Millionen)
au den Al e sg uppen zwischen 20 und 45 Jah en las e e. Bis zu
Zählung on 1950 sind diese Al e sg uppen um je 4 Jah e au ge ück .
Wäh end die o liegenden Zeilen gesch ieben we den, is jedoch noch
nich bekann , inwiewei sich das Zahlen e häl nis de nunmeh 25- bis
49jäh igen F auen zu dem de Männe gleichen Al e s in olge de in-
zwischen heimgekeh en K iegs eilnehme usw. bis zum He bs 1950
e schoben ha e. E s au G und diese Fes s ellungen kann e messen
we den, in welchem Um ang de du ch den zwei en Wel k ieg beding e
F auenübe schuß die einzelnen G uppen de äl e en Jah gänge des
deu schen Volkes in den nächs en ie bis ün Dezennien belas en
wi d. Die Fo m de Belas ung muß sich mi dem zunehmenden Lebens-
al e diese „übe zähligen" F auen wandeln, denn sie wechseln aus den
Reihen de E we bs ähigen in die de Ve so gungsbedü igen hinübe .
Abe nich allein in den einzelnen Al e sg uppen is de F auen-
übe schuß e schieden. Ve schieden is e auch nach Lände n und nach
Gemeindeg ößenklassen wie auch — das wi k sich in den Be ölke-
4*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
52 He ha Sieme mg [52
ungszahlen aus — eine sei s inne halb de sog. S ammbe ölke ung
und ande e sei s inne halb de Heima e iebenen1.
Besonde s hoch wa de F auenübe schuß un e den d. 5,6 Mil-
lionen Flüch lingen aus dem Reichsgebie 1937 ös lich de Ode -Neisse-
Linie. Un e diese Be ölke ung en ielen 1298 F auen au je 1000
Männe , wäh end bei den d. 4,2 Millionen de aus dem Ausland Ve -
iebenen ode eiwillig Zugewande en 1231 F auen au je 1000
Männe gezähl wo den sind. De F auenübe schuß bei de Wande -
bewegung inne halb de deu schen Lände is e heblich ge inge . Bei
de S ammbe ölke ung be ug de F auenübe schuß im Du chschni
de deu schen Lände 270 au 1000 Männe . Ube o en wu de diese
Du chschni bei de S ammbe ölke ung — abgesehen on G oß-Be lin
mi 1461 F auen au 1000 Männe , das somi auch in diese Beziehung
eine Sonde s ellung einnimm — in den ün Lände n de sowje ischen
Besa zungszone, abe auch in Baden und in Wü embe g-Hohenzolle n,
zwei Lände n, in denen wei e K eise de Be ölke ung in de Landwi -
scha ä ig sind.
De F auenübe schuß un e den Heima e iebenen aus dem deu -
schen Os en übe a in einzelnen Lände n den ü ganz Deu schland
es ges ell en Du chschni e heblich. Es kamen un e diesen Flüch -
lingen in G oß-Be lin au 1000 Männe 1668 F auen, in Sachsen 1471,
in Thü ingen 1447, in B andenbu g 1426, in Mecklenbu g 1376 und in
Sachsen-Anhal 1364. Im heu igen Bundesgebie indessen e eich e die
Ube zahl de F auen un e den Ve iebenen on jensei s de Ode ^
Neisse-Linie nich den Du chschni Deu schlands; ja in manchen Län-
de n, so in Hessen, Wü embe g-Baden, B emen, Baden, Rheinland-
P alz und Hambu g wa en im Jah e 1946 wenige aus dem deu schen
Os en zugewande e F auen als Männe o handen.
Wie sich aus dem Zusammenwi ken des Zahlen e häl nisses de
beiden Geschlech e sowohl un e de S ammbe ölke ung wie auch
un e den nach dem Zusammenb uch Zugewande en de F auenübe -
schuß in den Lände n Deu schlands ges al e ha , zeig die Übe sich 3 a
au S. 60, die auße dem ü 1946 die Gliede ung des weiblichen Ge-
schlech s nach E we bspe sonen, Selbs ändigen Be u slosen und Ange-
hö igen ohne Be u angib . Zum Ve gleich wi d das e s e o läu ige
E gebnis de Be ölke ungszahlen on 1950 aus den Lände n des Bun-
desgebie s da un e gese z . (Wie schon beme k , liegen uns die E geb-
nisse de jüngs en Volkszählung aus de sowje ischen Besa zungszone
noch nich o .) In de le z en Tabelle äll au , daß de F auenübe -
1 Vgl. zu den olgenden Aus üh ungen: Ma ie S ö s s e 1, Die Be ölke ung
Deu schlands in den ie Besa zungszonen und G oß-Be lins nach den E gebnissen
de Volkszählung om 29. Ok . 1946. Be lin u. München 1951, Duncke & Humblo .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
53] F auenübe schuß und F auena bei 53
schuß in Baden und in Wü embe g-Hohenzolle n zu ückgegangen is .
In de o angehenden Tabelle au S. 60 i de seh hohe F auen-
übe schuß in de sowje ischen Besa zungszone in E scheinung. Selbs -
e s ändlich e eil sich de Übe schuß auch in den einzelnen Lände n
keineswegs gleichmäßig übe alle Al e sg uppen de weiblichen Be ölke-
ung. Diese we den ielmeh in ganz e schiedenem Ausmaß on dem
Männe mangel be o en. Im Tex band zu Volkszählung on 19461
wi d mi ge eil , daß de F auenübe schuß z. B. in Sachsen, Sachsen-
Anhal , Be lin, B andenbu g und Mecklenbu g bei den 20- bis un e
25jäh igen und bei den 25- bis un e 30jäh igen doppel so g oß und
z. T. soga meh als doppel so g oß wa wie in den Lände n No d hein-
Wes alen, Baye n, Niede sachsen, Hessen, Wü embe g-Baden und
Schleswig-Hols ein.
Un e schiedlich is de F auenübe schuß e ne in den Gemeinden
e schiedene G öße. Rd. 2,2 Millionen de im Jah e 1946 in säm lichen
35 791 Gemeinden Deu schlands es ges ell en 7,6 Millionen1 übe -
zählige F auen leb en in den 31468 kleins en Gemeinden mi wenige
als 2000 Einwohne n, wäh end die 46 G oßs äd e mi meh als 100000
Einwohne n einen F auenübe schuß on zusammen 1,9 Millionen au -
zuweisen ha en. Von Be lin wa be ei s die Rede. In Leipzig beispiels-
weise kamen 1398 F auen au je 1000 Männe , wäh end de F auen-
übe schuß in Hambu g und B emen, wie aus den Lände übe sich en
au S. 60/61 he o geh , 1946 un e dem Du chschni Deu schlands lag
und ihn auch 1950 nich e eich e.
De F auenübe schuß in den d ei Be ölke ungsg uppen
Wie e eil sich nun de F auenübe schuß, de nach den Tabellen
zu Be u szählung on 1946 mi 7,5 Millionen zu bezi e n is 2, au die
d ei Be ölke ungsg uppen? Die G uppe de weiblichen E we bspe so-
nen is um d. 6 Millionen schwäche bese z als die de Männe ( ü
das Jah 1939 is im Gebie on 1946 den männlichen A bei sk ä en
gegenübe ein Fehlbe ag an we k ä igen F auen on 7,8 Millionen e -
mi el wo den). Die Zahl de Selbs ändigen Be u slosen weiblichen
1 Vgl. Ma ie S ö s s e 1 a. a. O.
1 Die Zahl on 7,6 Millionen bezieh sich allein au die Einwohne scha de
deu schen Gemeinden ohne die übe wiegend männlichen Insassen de K iegsge ange-
nen«, Zi ilin e nie en- und Flüch lingslage . Bei dem au 7,4 Millionen be echne en
F auenübe schuß sind die Insassen diese Lage de Gesam be ölke ung zugezähl
wo den. Vgl. Volkszählung, Tabellen eil. Be lin u. München 1949. Duncke & Hum-
blo , S. 46.
2 Die Zahl lieg zwischen den beiden bishe genann en, weil die Lage insassen
in den einzelnen Lände n bei Fes s ellung de Be ölke ungszahl ü die Be u s-
zählungs abellen eils mi ge echne , eils o gelassen wo den sind.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
54 He ha Sieme ing [54
Geschlech s übe i die de Männe diese Be ölke ungsg uppe um
as 3,2 Millionen, und die de Angehö igen ohne Be u is bei den
F auen um d. 10,4 Millionen g öße als bei den Männe n. Aus diesen
beiden Plusbe ägen und dem Minusbe ag de weiblichen E we bs-
pe sonen e echne sich de F auenübe schuß on d. 7,5 Millionen.
De F auenübe schuß in den d ei Be ölke ungsg uppen
1946 1939
Zahlen in Tausend
weibliche E we bspe sonen ... — 6 004 — 7 773
Selbs ändige Be u slose 3161 291
Angehö ige ohne Be u 10 361 9 696
F auenübe schuß 7 518 2 214
We den die Be ölke ungsg uppen nich allein im Lich e des F auen-
übe schusses be ach e , so e gib sich olgendes Bild: Von den ins-
gesam d. 35,9 Millionen F auen, die 1946 gegenübe d. 23,4 Millionen
Männe n gezähl wo den sind, wa en 11,4 Millionen ode 31,9 . H.
E we bspe sonen (da on 10,7 Millionen E we bs ä ige und 0,7 Millio-
nen E we bslose), d. 5,8 Millionen ode 16,3 . H. Selbs ändige Be u s-
lose (Ren ne innen, Wi wengeld- ode Un e s ü zungsemp änge innen,
Ans al sinsassen u. de gl.) und d. 18,6 Millionen ode 51,8 . H. An-
gehö ige ohne Be u (Ehe auen, Kinde und al e Leu e ohne eigenes
Einkommen). Bei diesen Zahlen, die den Um ang de E we bs ä igkei
allein des weiblichen Geschlech s beleuch en, muß man sich o Augen
hal en, daß on de Gesam be ölke ung on d. 64,2 Millionen Männe n
und F auen d. 28,9 Millionen ode 45,0 .H. E we bspe sonen und on
diesen wiede um 27,1 Millionen e we bs ä ig wa en. Diese 27,1 Mil-
lionen E we bs ä ige ha en du ch ih e A bei den Lebensun e hal
ü die üb igen d. 37,1 Millionen ode 57,8 . H. de Gesam be ölke-
ung as gänzlich zu bescha en, denn die d. 98 000 on eigenem Ve -
mögen lebenden Ren ne (da on d. 38 000 F auen) allen zu En -
las ung de E we bs ä igen kaum ins Gewich . Auch de K eis de aus
eigenem Ve mögensbesi z Ve so g en un e den 163 000 nich in ih en
Familien lebenden S udie enden, Schüle n usw., da on d. 58 000 weib-
liche Pe sonen, sowie de aus eine solchen Ouelle e näh en Ans al s-
insassen dü e angesich s de allgemeinen Ve a mung des deu schen
Volkes zahlenmäßig nu seh ge ing sein. Dagegen mögen die 2,8 Mil-
lionen „selbs ändige Haus auen ohne Angabe eine E we bsquelle",
haup sächlich wohl K iege wi wen sowie F auen on Ge angenen und
Ve miß en, die un e diese Bezeichnung in de Be u szählung on 1946
zum e s enmal e scheinen, am S ich ag de Zählung ih en Wi scha -
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
61] F auenübe schuß und F auena bei 61
nen G öße de d ei G uppen de weiblichen Be ölke ung in Rela i -
zahlen gegenübe ges ell . Dami wi d ein Bild on dem nach Land-
scha en wechselnden Um ang de Teilnahme de F auen am A bei s-
leben gegeben. Die au allend nied igen An eile de weiblichen E -
we bspe sonen in den Lände n de b i ischen Besa zungszone, in denen
alle dings de F auenübe schuß 1946 un e dem Du chschni bleib ,
sind z.T. dami zu e klä en, daß in diese Zone d. 220 000 F auen,
die in den ande en Zonen den mi hel enden Familienangehö igen, also
den E we bspe sonen zuge edine wo den wä en, s a dessen zu den
Angehö igen ohne Be u gezähl wo den sind. Deshalb e schein die
Zahl diese le z en Be ölke ungsg uppe in de b i ischen Besa zungs-
zone besonde s hoch.
Tabelle 3b
Die Be ölke ung nach dem Geschlech in den Lände n des Bundesgebie s 1950 1
E s es o läu iges E gebnis
1950 Abnahme des
F auenübe -
Lände männlich weiblich Au 1000 schusses on
1946 2bis 1950
Zahlen in 1 000
Männe kommen
.... F auen
au je 1 000
Männe
Schleswig-Hols ein 1 208,3 1 380,6 1143 85
Hambu g 751,9 852,7 1134 54
Niede sachsen 3 199,3 3 595,8 1124 90
No d hein-Wes alen .... 6 220,4 6 905,2 1110 101
B emen 275,8 292,6 1061 93
Hessen 2 017,5 2 286,4 1133 91
Wü embe g-Baden .... 1 806,3 2077,8 1150 103
Baye n 4 232,9 4 885,7 1154 83
Rheinland-P alz 1 396,9 1595.3 1142 119
Baden 616,9 718,6 1165 143
Wü embe g-Hohenzolle n . 572,1 668,9 1169 125
Bundesgebie 22 298,3 25 259,6 1133 96
1 Vgl. „Wi scha und S a is ik" he ausg. om S a is ischen Bundesam in Wiesbaden,
2. Jah g. W. F. He 7 (Ok obe 1950) S. 247. — 2 Die Zahlen ü 1946 beziehen sich
au die Be ölke ung ohne die Insassen on K iegsge angenen-, Zi il in e nie en- und
D. P.-Lage n.
An Hand de Tabelle 3a is es zus ellen, daß 1946 die E we bsquo e
de F auen mi 40,4 . H. am höchs en in B andenbu g wa , das zugleich
die s ä ks e Zunahme des F auenübe schusses sei 1939 zu e zeichnen
ha e. 47,2 . H. de do e mi el en d. 588 000 weiblichen E we bs-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15

62 He ha Sieme ing [62
pe sonen wa en in de Landwi scha beschä ig , und 23,5 . H. in
Indus ie und Handwe k. Wü embe g-Hohenzolle n, dessen weibliche
Be ölke ung mi 39,9 . H. die zwei höchs e E we bsquo e au weis ,
s eh in bezug au seinen F auenübe schuß e s an ach e S elle un e
den deu schen Lände n. Von den 249 000 seine we k ä igen F auen
gehö en 56,2 . H. zu Wi scha sab eilung Land- und Fo s wi scha .
In G oß-Be lin a bei en unge äh 40 . H. de be u s ä igen F auen
diese S ad (insgesam d. 742 000) in Indus ie und Handwe k und
je übe 20 . H. in Handel und Ve keh sowie inne halb de ö en -
lichen und p i a en Diens leis ungen. Von den meh als 1,2 Millionen
we k ä ige Mädchen und F auen in Sachsen gehö unge äh die Häl e
de Wi scha sab eilung Indus ie und Handwe k an; d. 16 . H. sind
in Handel und Ve keh ä ig, d. 11 . H. inne halb de ö en lichen
und p i a en Diens leis ungen, und 5,5 . H. we den in de Hauswi -
scha beschä ig . Baye n, das g öß e de deu schen Lände , dessen
F auenübe schuß 1946 abe un e dem Du chschni Deu schlands lag,
s and o zdem mi de E we bsquo e seine weiblichen Be ölke ung
(37,9 . H.) an ün e S elle. Übe 1,8 Millionen weibliche E we bs-
pe sonen wu den in Baye n gezähl , on denen 47,7 . H. in de Land-
wi scha und 21,0 . H. in Indus ie und Handwe k a bei e en.
Im allgemeinen sieh es so aus, als hä en bis 1946 wede de
F auenübe schuß noch de diesen z. T. bedingende Zus om de Heima -
e iebenen die Gliede ung de Männe und F auen nach Be ölke ungs-
g uppen ode ga die A ih e Ve wendung im Wi scha sleben de
einzelnen Lände im Ve gleich zu Ve gangenhei wesen lich zu ände n
e moch . In den Gebie en de Schwe indus ie, im heu igen No d hein-
Wes alen, sind die Beschä igungsmöglichkei en ü F auen und Mäd-
chen, abgesehen on de in dem genann en Lande heimischen Tex il-
indus ie, im Gewe be e häl nismäßig ge ing, da ü abe ela i
güns ig in den häuslichen Diens en. Die Zahl de weiblichen E we bs-
pe sonen bleib deshalb im Ve gleich zu de de Männe i o ganzen
klein. Um so g öße is da ü die G uppe de weiblichen Angehö igen
ohne Be u . Das gil in diesem Fall o z de om üb igen Deu schland
abweichenden Zuo dnung eines Teils de weiblichen Landbe ölke ung
in de b i ischen Besa zungszone. Auch in dem on Flüch lingen übe -
schwemm en Schleswig-Hols ein äll die kleine Zahl on 22,1 . H. ode
313 000 de a bei enden F auen gegenübe den hohen An eilen de
nich a bei enden au . Hie is indessen — und in ge inge em Ausmaß
eben alls in Niede sachsen und B emen — de An eil de Haus-
anges ell en un e den weiblichen E we bspe sonen ela i g oß. In
Mecklenbu g dagegen, das die g öß e Menge on Heima e iebenen
au genommen ha (903 200, da on 528 100 F auen ode 42,2 . H. seine
gesam en und 43,0 . H. seine weiblichen Be ölke ung) is die E we bs-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
63] F auenübe schuß und F auena bei 63
quo e de F auen hoch. Die 444500 we k ä igen Mädchen und F auen
a bei en do zu 55,5 . H. in de Landwi scha . Ebenso is in Baden,
das gleich alls eine hohe E we bsquo e seine weiblichen Be ölke ung
au weis , ü diese in de Landwi scha anscheinend zu eichende A -
bei sgelegenhei gegeben (51,6 . H. de weiblichen E we bspe sonen).
Indessen läß sich mi diesen Beispielen und wei e en, die ange üh
we den könn en, ein unmi elba e Zusammenhang zwischen F auen-
übe schuß und F auena bei ü das Jah 1946 nich nachweisen. Auch
nach den E gebnissen ühe e Zählungen is die weibliche Be ölke-
ung, und zumal die im e we bs ähigen Al e , in den Gebie en und Ge-
meinden s e s zahl eich gewesen, in denen A bei sgelegenhei en ü
F auen, gleich iel ob in de Landwi scha ode in bes imm en Ge-
we bezweigen, ob in Handel und Ve keh ode in de Ve wal ung eich-
lich o handen wa en.
Die weiblichen E we bspe sonen in den Wi scha sab eilungen
In den le z en Aus üh ungen wu de u. a. e wähn , in welchen Wi -
scha sab eilungen die we k ä igen F auen in den Lände n a bei en.
Die Tabelle 4
b
au S. 64 zeig , wie sich in ganz Deu schland die weib-
lichen E we bspe sonen — im Un e schied zu den a bei enden Män-
ne n — nach Wi scha sab eilungen gliede n, und inwiewei sich diese
Gliede ung zwischen 1939 und 1946 e schoben ha . Bekann lich geh
die Gliede ung de E we bspe sonen nach Wi scha sab eilungen und
de en kleine en Einhei en, den Wi scha sg uppen und Wi scha s-
zweigen, on de wi scha lichen Na u de Be iebe aus, in denen die
einzelnen E we bspe sonen ä ig sind, nich abe on de en indi iduel-
len Be u en. So zähl z. B. die Gä ne in, die im Ga en eines K anken-
hauses beschä ig is , zu den A bei sk ä en des ö en lichen Diens es,
wäh end ih e Kollegin, die e wa die G ünanlagen eines g oßen Indu-
s iewe ks ins and häl , den E we bspe sonen in Indus ie und Hand-
we k zuge echne wi d. Bei de Ab eilung Land- und Fo s wi scha
wi d eine Gä ne in allein dann mi gezähl , wenn sie in einem Be iebe
a bei e , de zu diese Wi scha sab eilung gehö , also z. B. au einem
Gu sho , in eine Gä ne ei usw.
Auße nach de A des Be iebes, de sie beschä ig , we den die
E we bspe sonen inne halb de Wi scha sab eilungen und Wi -
scha sg uppen nach ih e S ellung im Be u un e schieden, d.h. da-
nach, ob sie als Selbs ändige, als mi hel ende Familienangehö ige, als
Beam e und Anges ell e ode als A bei e ä ig sind. Lediglich in eine
Übe sich sei da ges ell , wie sich eine sei s die we k ä igen Männe
und ande e sei s die we k ä igen F auen nach ih e S ellung im Be u
gliede n.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
64 He ha Sieme ing [64
Tabelle 4a
Die E we bspe sonen in Deu schland nach de S ellung im Be u 1946
S ellung im Be u
G undzahlen in Tausend1 Ve häl niszahlen
S ellung im Be u
insges. männl. weibl. insges. männl. weibl.
Selbs ändige
Mi hel ende Familienangehö ige
Abhängige
4 797,3
3 926,7
20 176.2
3 685,0
737,6
13 029,7
1112,3
3 189,1
7 146,5
16,6
13,6
69,8
21,1
4,2
74,7
9,7
27,9
62,4
da on:
Beam e und Anges ell e . . .
A bei e
5 866,5
14 309,7
i
3 385,6
9 644,1
2 480,9
4 665,6
20,3
49,5
19,4
55,3
21,7
40,7
Insgesam 28 900,3 17 452,3 11 447,9 100 100 100
1 Kleine Uns immigkei en in den Summen du ch Au - bzw. Ab undungen.
Au die sog. „be iebliche Gliede ung" wi d in unse e Be ach ung
ku z eingegangen, weil nu nach ih au G und gewisse Um echnungen
einige Ve gleiche de A de Beschä igung de E we bspe sonen nach
den E gebnissen de Be u szählung on 1946 mi denen on 1939 mög-
lich sind, wäh end solche inne halb de Gliede ung de E we bs-
pe sonen nach de en Be u en — mindes ens in den absolu en Zahlen
nu in Einzel ällen und mi mühsamen Um echnungen du chge üh
we den können. Die Zählung on 1939 e s eck e sich au das Al eich
einschließlich des Saa gebie s, au Ös e eich und das Sude enland. Das
damalige Zählgebie wa somi nach Um ang wie nach wi scha liche
S uk u on dem des Deu schland nach dem Gebie ss and on 1946 so
e schieden, daß auch Ve gleiche de Rela i zahlen im allgemeinen un-
zweckmäßig e scheinen.
Tabelle 4b
Die E we bspe sonen in Deu schland nach Wi scha sab eilungen 1946 und 1939
Gebie ss and 1946
Zahlen in 1 000
Wi scha sab eilungen männlich weiblich
Wi scha sab eilungen
1946 1939 Zu- ode
Abnahme
(-)
1946 1939 Zu- ode
Abnahme
(-)
1. Land- und Fo s wi scha
2.—4. Indus ie und Handwe k
5. Handel und Ve keh . .
6. ö en l. Diens und p i .
Diens leis ungen ....
7. Häusliche Diens e . . .
3 797
8 502
2 982
2164
7
3125
9 984
3 468
2134
10
672
-1482
— 486
30
— 3
4 200
3 067
1551
1589
1041
3 920
3 054
1866
960
1150
280
13
— 315
629
— 109
Insgesam 17 452 18 721 — 1269 11448 10 950 498
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
65] F auenübe schuß und F auena bei 65
Die E we bspe soneii in Deu schland nach Wi scha sab eilungen 1946 und 1939
Gebie ss and 1946
Wi scha sab eilungen
Zahlen in H Von je 100
E we bs-
Wi scha sab eilungen
männlich weiblich
Von je 100
E we bs-
Wi scha sab eilungen
1946 1939
Zu-ode
Ab-
nahme
(-)
1946 1939
Zu-ode
Ab-
nahme
(-)
pe se
wa en
Männe
inen
1946
F auen
1. Land-u.Fo s wi scha
2.-4. Indus ie u. Handwe k
5. Handel u. Ve keh . .
6. ö en l. Diens u. p i-
a e Diens leis ungen
7. Häusliche Diens e . .
21,8
48,7
17,1
12,4
0,0
16,7
53,5
18,5
11,4
0,1
21,5
— 14,8
— 14,0
1,4
— 30,0
36.7
26.8
13,5
13,9
9,1
35.8
27.9
17,0
8,8
10,5
7,1
0,4
— 16,9
65,5
- 9,5
47,5
73,5
65,8
57,7
0,7
52,5
26,5
34.2
42.3
99,3
Insgesam 100 100 — 6,8 100 100 4,6 60,4 39,6
Schon in de Gliede ung nach Wi scha sab eilungen e en die
cha ak e is ischen Un e schiede zwischen männliche und weibliche
Be u s ä igkei — mindes ens die Un e schiede zwischen männliche
und weibliche A bei sleis ung — he o . Nich iel wenige als die
Häl e alle männlichen E we bspe sonen gehö en, sei es als E we bs-
ä ige, sei es als E we bslose, im Jah e 1946 zu Indus ie und Hand-
we k. Un e je 100 E we bspe sonen wa en in diese Wi scha sab ei-
lung 73,5 Männe , abe nu 26,5 F auen beschä ig . In de Landwi -
scha dagegen, die mi 36,7 H alle weiblichen E we bspe sonen als
die wesen lichs e Domäne de be u s ä igen F auen ela i und absolu
die g öß e Anzahl on ihnen beansp uch (4,2 Millionen), s ellen sie 52,5
zu je 100 A bei sk ä en, die Männe jedoch nu 47,5. In Handel und
Ve keh wie auch im ö en lichen Diens und in den p i a en Diens -
leis ungen übe wiegen die Männe . Die F auen sind in de s ä ks en
G uppe, die sie in Handel und Ve keh bilden (733 000 Anges ell e),
o nehmlich in den Bü os und Ladengeschä en ä ig. Die Bü oa bei
alle A und alle G ade nimm sie in Ges al on 979 000 Anges ell en
und 57 000 weiblichen Beam en, ähnlich wie ih e männlichen Kollegen
(905 000 Anges ell e und 313 000 Beam e) im ö en lichen Diens o -
zugsweise in Ansp uch. Bei den häuslichen Diens en ha das weibliche
Geschlech selbs e s ändlich mi eine Million E we bspe sonen gegen-
übe nu 7000 Männe n das Übe gewich .
In den ü das Jah 1939 ü den Gebie ss and Deu schlands on
1946 geschä z en Zahlen und den danach be echne en Rela i zahlen
komm im Ve gleich zu Ve gangenhei de Aus all de landwi scha -
lichen Gebie e des deu schen Os ens zum Ausd uck. Es e höh e sich
Schmolle s Jah buch LXXI, 1 5
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
66 He ha Sieme ing [66
nämlich das Gewich on Indus ie und Handwe k, weil die gewe b-
leißigen Gebie e des Wes ens, Sachsens und Baye ns sowie Be lins e -
häl nismäßig an Bedeu ung gewonnen ha en. 1946 sieh das Bild
wesen lich ande s aus: die Landwi scha , de ö en liche Diens sowie
die p i a en Diens leis ungen sind je z s ä ke bese z , wäh end In-
dus ie und Handwe k wie auch Handel und Ve keh an E we bs-
pe sonen abgenommen haben. Die Au eilung Deu schlands in eine
Reihe neugebilde e Lände beding e einen g öße en Ve wal ungs-
appa a . Hie mi und mi dem Pe sonalbeda de Besa zungsmäch e
is de Zuwachs de Wi scha sab eilung 6 z. T. zu e klä en. Dagegen
dü en die Ve lus e on Indus ie und Handwe k (an Männe n) und
on Handel und Ve keh ebenso wie die Gewinne on Land- und Fo s -
wi scha als wah scheinlich nu o übe gehende Auswi kungen eine -
sei s des Aus alls an A bei sk ä en und des wi scha lichen Zusam-
menb uchs, ande e sei s als Folgee scheinungen de e zwungenen Wan-
de bewegung ge ade de landwi scha lichen Be ölke ung aus dem
Os en, nich abe als S uk u wandlungen inne halb unse e gesam en
Volkswi scha zu deu en sein. Ein unmi elba e Ein luß des F auen-
übe schusses is dahe in de e ände en Bese zung de Wi scha s-
ab eilungen mi weiblichen E we bspe sonen im allgemeinen kaum zu
e kennen.
In ande em Lich e schein die Sachlage, sobald die Ve ände ungen
in den einzelnen Al e sg uppen un e such we den. Bei de a bei enden
weiblichen Jugend un e 20 Jah en eilich ha zwa die Gesam zahl
de E we bspe sonen im Du chschni alle Wi scha sab eilungen ab-
genommen, und lediglich bei Land- und Fo s wi scha sowie bei den
Diens leis ungen sind Zunahmen on d. 56 000 und d. 54 000 zu e -
zeichnen. Abe bei den 20- bis un e 25jäh igen, also bei de Al e s-
g uppe, die 1946 den höchs en F auenübe schuß au zuweisen ha e, ha
sich die Gesam zahl de e we bs ä igen Mädchen und F auen sei 1939
um d. 746 000 e höh . Von diesem Zuwachs en allen 277 000 au
Land- und Fo s wi scha , 210 000 au die Diens leis ungen, 158 000
au Indus ie und Handwe k, 53 000 au die häuslichen Diens e und
47 000 au Handel und Ve keh . Zu den Gewinnen bei Land- und Fo s -
wi scha und — was besonde s beme kenswe is — zu denen de
häuslichen Diens e dü en o nehmlich die Flüch linge beige agen
haben. Sowei diese Mädchen und F auen om Lande s amm en und
1946 au dem Lande un e geb ach wa en, haben sie häu ig in den Wi -
scha en ih e Qua ie gebe die e s e A bei sgelegenhei ge unden,
ande e konn en als Hausgehil innen in s äd ischen Haushal ungen leich
un e kommen. Leide kann die Beschä igung de 25- bis un e 45jäh i-
gen allein in de Zusammen assung diese zwanzig Jah gänge mi de
on 1939 e glichen we den, weil die Al e sg uppen in de damaligen
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15

67] F auenübe schuß und F auena bei 67
Zählung ande s abgeg enz wa en als 1946. Die 25- bis un e 45jäh igen
weiblichen E we bspe sonen haben nu bei den ö en lichen und p i-
a en Diens leis ungen (um 209 000) zugenommen, wäh end in den
üb igen ie Wi scha sab eilungen — also auch bei de Land- und
Fo s wi scha — ein Rückgang es zus ellen is , so daß sich ü diese
Al e sg uppe im ganzen ein Ve lus on 211 000 we k ä igen F auen
e gib . Zugenommen haben dagegen au de ganzen Linie die F auen
zwischen 45 und 50 Jah en (um zusammen 175 000 E we bspe sonen).
In de olgenden G uppe, de 50- bis 65jäh igen, die 15 Gebu sjah -
gänge um aß , sind 1946: 238 000 E we bspe sonen meh e mi el
wo den als ü 1939, da on 116000 in Indus ie und Handwe k, un e
denen wohl auch Heima e iebene zu e mu en sind. Ve minde
haben sich inne halb diese Al e sg uppe allein die weiblichen E we bs-
pe sonen bei Handel und Ve keh (—12 000). Das le z e gil auch ü
die G uppe de meh als 65jäh igen F auen, on denen 1946 in allen
Wi scha sab eilungen zusammen noch 405 000 im A bei sleben
s anden.
In de nächs en Tabelle we den ü das Jah 1946 die An eile de
Al e sg uppen mi hohem F auenübe schuß inne halb de E we bs-
pe sonen de einzelnen Wi scha sab eilungen au ge üh .
Tabelle 5
Al e sg uppen
in Jah en
Land- u. Fo s -
wi scha
Indus ie und
Handwe k
Handel und
Ve keh
ö l. Diens e
u. p i . Diens -
leis ungen
Häusliche
Diens e
20 bis un e 25 12,4 17.5 16,6 20,4 22,1
25 „ „ 35 16.8 19,7 19,0 22,7 15,3
35 „ „ 45 20,0 21,1 21,0 20,1 12,3
45 „ „ 50 9,7 8,5 10,0 8,9 5,9
50 „ „ 55 8,3 6,3 7,6 6,6 4,9
55 „ „ 65 12,0 7,3 9,0 7,2 6,2
alle Al e sg uppen
on un e 14 bis 65
und da übe . . . 100 100 100 100 100
absolu e Zahl . . 4 200 462 3 066 805 1 550 973 1 588 966 1 040 715
Bei den Diens leis ungen, bei Indus ie und Handwe k und bei
Handel und Ve keh gehö en meh als die Häl e de in diesen Wi -
scha sab eilungen gezähl en F auen den 25 Jah gängen mi dem g oßen
F auenübe schuß an. In de Landwi scha und bei den häuslichen
Diens en wu den on diesen Al e sg uppen nich ganz 50 H de
weiblichen A bei sk ä e ges ell . Im e s en Fall sind on diesen
30,0 H 45 bis 65 Jah e al ; 6 H — das geh aus de Tabelle nich he -
5*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
68 He ha Sieme ing [68
o — wa en äl e als 65 Jah e. Bei den häuslichen Diens en gehö en
— was eben alls aus de Tabelle nich zu e sehen is — 31,5 H de
Jugend un e 20 Jah en an.
Das Bild wi d lebendige , sobald man solche Wi scha sg uppen
und-zweige nähe be ach e , in denen F auen in g oße Zahl beschä ig
sind. Beinahe die Häl e (49,0 H) de und 4 Millionen weibliche
E we bspe sonen, die 1946 zum Wi scha szweig Landwi scha und
Tie zuch , also zu Landwi scha im enge en Sinne zähl en, gehö en
den d ei du ch den F auenübe schuß gekennzeichne en Al e sg uppen
an. Bei Gä ne ei und Ga enbau wa en es 54,0 H un e 136 000 weib-
lichen E we bspe sonen und bei Fo s - und Jagdwi scha 57,6 H on
knapp 23 000 F auen. In dem ü unse e Un e suchung in e essan en
Al e s anden in de Wi scha sg uppe Tex ilindus ie 58,7 H on
450 000 F auen, beim Nah ungs- und Genußmi elgewe be wa en es
59,2 H un e 324 000 und beim Wi scha szweig Schneide ei, Nähe ei,
Kleide - und Wäschehe s ellung 52,7 H de 684 000 weiblichen A -
bei sk ä e. Bei diesen Zahlen muß man sich imme wiede o Augen
hal en, daß sie sich nich allein au die Angehö igen de in diesen
Be ieben bodens ändigen Be u e beziehen, sonde n daß sie zugleich
die do ä igen kau männischen und Bü oanges ell en weiblichen Ge-
schlech s, die F auen in den We kküchen und Kan inen, ebenso die
Reinmadie auen sowie die A bei e innen, die die e igen Wa en so -
ie en und e packen, ku z säm liche do Beschä ig en weiblichen
Geschlech s um assen.
Die Be u e de weiblichen E we bspe sonen
In de sogenann en be u lichen Gliede ung de weiblichen E we bs-
pe sonen spiegeln sich am kla s en die Eigen ümlichkei en des A bei s-
lebens de F auen und Mädchen. Das gil sowohl ü die in den Massen-
be u en Beschä ig en wie auch ü jene, die man ih e indi iduelle en
Tä igkei wegen z. T. wohl als die be o zug en Schwes e n de e s en
bezeichnen könn e.
Die Tabelle 6 gib in wenigen k ä igen S ichen ein Bild on den
wich igs en G ößeno dnungen im Be u sleben des deu schen Volkes.
Deu lich e en die bezeichnenden Un e schiede in de Be u sa bei de
beiden Geschlech e he o . 7,6 Millionen Männe sind in Be u en de
S o e zeugung und -Ve a bei ung ä ig (g oßen eils in ypisch „männ-
lichen" Be u en und als gele n e Handwe ke ) und nu halb so iele
(3,8 Millionen) in den Be u en des P lanzenbaus und de Tie wi scha .
Bei den F auen is das Ve häl nis genau umgekeh : 2,1 gegenübe
4,2 Millionen. In den Be u en de Gü e e eilung und des Ve keh s-
wesens sind die Männe mi 2,9 Millionen meh als doppel so zahl eich
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
69] F auenübe schuß und F auena bei 69
Tabelle 6
Die E we bspe sonen in Deu schland 1946 nach Be u sab eilungen
E we bspe sonen
Be u sab eilungen insges. männl. weibl. insges. männl. weibl.
G undzahlen in Tausend Ve häl niszahlen
1. Be u e des P lanzenbaues
und de Tie wi scha . . . 7 978.6 3 786,8 4 191,8 27,6 21,7 36,6
2. Be u e de S o e zeugung
und -Ve a bei ung 9 628,4 7 550.8 2 077,6 33,3 43,2 18.1
3. Technische Be u e .... 643,3 618,6 24.7 2,2 3,5 0,2
4. Be u e de Gü e e eilung
und des Ve keh swesens . . 4 276,2 2 943,7 1 332,5 14,8 16,9 11,7
5. Be u e de Haushal s-, Ge-
sundhei s* und Volksp lege . 2 128,8 340,5 1 788,3 7,4 2,0 15,6
6. Be u e des Ve wal ungs- und
Rech swesens 2 048,3 1 202,7 845,6 7,1 6,9 7,4
7. Be u e des Geis es- u. Kuns -
lebens 726,7 385,2 341,5 2,5 2,2 3,0
8. Be u s ä ige ohne Angabe
des Be u s 1 1 470,0 624,0 846,0 5,1 3,6 7,4
Summe de Be u sab eilungen
1 bis 8 28 900,3 17 452,3 11 448,0 100 100 100
1 Einschl. de mi hel enden Familienangehö igen, sowei nich in Wi scha i sab eilung
Land- und Fo s wi scha .
wie die F auen (1,3 Millionen). Bei den Be u en de Haushal s-,
Gesundhei s- und Volksp lege übe wieg , man muß schon sagen na u -
gemäß, bei wei em das weibliche Geschlech mi 1,8 Millionen E we bs-
pe sonen gegenübe 340 000 männlichen. Da ü sind die Männe bei
den Be u en de Ve wal ung und des Rech swesens mi 1,2 Millionen
de Anzahl nach den 846 000 F auen e heblich übe legen. Dasselbe
gil — und hie könn e man gleich alls sagen na u gemäß — on den
echnischen Be u en, in denen 619 000 Männe , abe nu 25 000 F auen
a bei en. Inne halb de Be u e des Geis es- und Kuns lebens, bei de en
höchs en Leis ungen die Wi kung de Pe sönlichkei on de des Ge-
schlech s kaum zu ennen is , hal en sich Männe und F auen die
Waage. Die in de Tabelle au ge üh en Ve häl niszahlen lassen die
ela i e Bedeu ung de einzelnen Be u sab eilungen je ü Männe und
F auen e kennen.
Im Rahmen de „be u lichen Gliede ung" we den die E we bs-
pe sonen in den sogenann en Deu schland abellen de Zählung on 1946
lediglich, nach Geschlech , Al e und S ellung im Be u — und zwa
nu nach Selbs ändigen und Abhängigen — un e schieden, wobei die
E we bslosigkei unbe ücksich ig geblieben is .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
70 He ha Sieme ing [70
Unse e Be ach ung muß sich angesich s de Fülle des in den
Tabellen zu Be u szählung on 1946 niede geleg en Zahlenma e ials
au eine kleine Auswahl solche Be u e besch änken, die ü die Be-
schä igung on F auen beme kenswe sind.
Die auße o den liche Bedeu ung, die de Landwi scha o z des
de zei igen Aus alls de ös lichen Ag a gebie e nach wie o ü die
Be ölke ung zukomm , äuße sich o nehmlich in den Zahlen ih e
E we bspe sonen. Die wich igs en de landwi scha lichen
und Ga enbaube u e wa en 1946 olgende maßen bese z :
Landwi e
Landa bei e , landwi scha -
liches Gesinde
Mi hel ende amilien emde A -
bei sk ä e
Gä ne und Ga enbau echnike
Mi hel ende Familienangehö ige
insgesam männlich weiblich
Zahlen in Tausend
1897,3 1483,6 413,8
1852,1 1031,7 820,3
106,7 36,9 69,8
174,6 145,8 28,8
3447,5 703,0 2744,4
Un e den selbs ändigen Landwi en be inden sich o z de K iegs-
e lus e, die zahl eiche F auen gezwungen haben, die e wais e Wi -
scha des Ga en zu übe nehmen, übe eine Million meh Männe
als F auen. Bei den Landa bei e n be äg die Spanne zwischen den
E we bspe sonen beide lei Geschlech s nu e wa 200 000 zuguns en de
Männe , bei den amilien emden mi hel enden A bei sk ä en, in
de en Reihen iele Zuwande e aus dem Os en die e s e Un e kun
ge unden haben, is das Zahlen e häl nis umgekeh : 70 000 F auen
s ehen 37 000 Männe n gegenübe und ollends bei den mi hel enden
Familienangehö igen is das Übe gewich au de Sei e de F auen, on
denen 2,7 Millionen neben und 700 000 mi hel enden Männe n gezähl
wu den. E kenn man die mi hel ende Tä igkei in P lanzenbau und
Tie zuch als ech e Be u sa bei an, was ohne Zwei el be ech ig is ,
so s ellen die au solche Weise beschä ig en F auen und Mädchen den
nach de Zahl de E we bspe sonen wei aus g öß en F auenbe u da .
Die Meh zahl de Gä ne is männlichen Geschlech s. Zu den „sons i-
gen Ga enbaube u en", in denen die F auen zahl eiche sind als die
Männe , gehö en Ga ena bei e innen, Gä ne eihil sa bei e innen,
Pa ka bei e innen usw.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
77] F auenübe schuß und F auena bei 77
ganz schnell, beim zwei en zunächs noch langsam, dann abe eben alls
asch imme kleine .
Güns ige ü die ei en F auen sind die Be u saussich en bei den
Papie e a bei e n. Ähnlich scheinen die Dinge bei den Mus e zeichne-
innen zu liegen, wäh end bei den g aphischen und bei den echnischen
Zeichne innen ebenso wie bei den Pho og aphinnen, un e denen es
ela i iele selbs ändige F auen gib , die Jugend zwischen 18 und
20 Jah en e häl nismäßig am zahl eichs en e e en wa . Indessen
sind die absolu en Zahlen, au die sich diese Beme kungen s ü zen, in
allen Fällen une heblich.
In den mi F auen s a k bese z en Be u en de Tex ilindus ie en -
ielen au die einzelnen Al e sg uppen
. . . H alle weiblichen E we bspe sonen in abhangigen S ellungen
Gesam zahl 14 18 20 25 35 45 50 65
Al e sg uppen
in Jah en
de weiblichen
E we bs-
pe sonen in
abh. S ellung
bis
un e
18
bis
un e
20
bis
un e
25
bis
un e
35
bis
un e
45
bis
un e
50
bis
un e
65
und
da -
übe
Be u e:
Spinne innen . . . 63 084 13,9 8,4 18,2 19,5 20,4 8,3 10,7 0,6
Ga ns angmache-
innen, -Spule innen 27 413 9,9 5,8 13,9 17,0 24,8 10,5 16,7 1,4
Webe innen . . . 70 326 10,7 7,3 17,2 17,1 21,8 9,8 14,9 1,0
S icke innen . . . 70 634 8,7 5,7 15,2 23,4 24,0 9,1 11,9 2,0
S icke innen . . . 22 972 8,0 5,3 14,3 21,1 25,0 9,3 14,8 2,2
Zwei wei e e Übe sich en zeigen zum Ve gleich die Al e sgliede ung
de Schneide innen, Nähe innen und Pu zmadie innen in abhängige
und in selbs ändige S ellung.
Von je 100 de weiblichen E we bspe sonen in abhängige S ellung
s anden im Al e on . . Jah en in H de Gesam hei
Gesam zahl 14 18 20 25 35 45 50 65
Be u de weiblichen
E we bs-
pe sonen in
abh. S ellung
bis
un e
18
bis
un e
20
bis
un e
25
bis
un e
35
bis
un e
45
bis
un e
50
bis
un e
65
und
da -
übe
Schneide innen . . 234 825 26,5 15,1 18,3 15,5 12,8 4,2 6,7 0,8
Wäscheschneide -
und Nähe innen . . 77 409 12,5 9,6 19,2 19,2 19,5 7,0 11,4 1,5
Pu zmache innen. . 26 640 26,7 15,4 19,9 14,8 12,6 3,7 6,4 0,5
Sons ige Tex il-
nähe innen .... 206 565 10,6 8,1 16,5 19,4 21,7 8,4 13,6 1,7
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15

78 He ha Sieme ing [78
Gänzlich ande s sieh die Al e sgliede ung de Selbs ändigen in den
gleichen Be u en aus. Von je 100 diese weiblichen E we bspe sonen
s anden im Al e on . . Jah en in H de Gesam hei :
Gesam zahl 20, 35 45 50 65
Be u de weiblichen
E we bs-
pe sonen in
selbs . S ellung
un e
20
bis,
un e
25
bis;
un e
35
bis
un e
45
bis
un e
50
bis
un e
65
und
da -
übe
Schneide innen 193 884 0,8 6,6 21,2 29,9 11,5 25,3 4,7
Wäscheschneide innen und
Nähe innen 11989 0,9 5,0 15,9 23,9 12,1 34,5 7,7
Pu zmache innen .... lü 319 0,3 3,1 15,7 29,7 12,2 32,0 7,0
Sons ige Tex ilnähe innen. 25 963 0,9 5,3 15,9 24,3 12,0 33,2 8,4
In de zwei en Übe sich is de g oße An eil de beiden Jah zehn e
zwischen dem 25. und dem 45. Lebensjah au schluß eich ü die Al e s-
gliede ung de Selbs ändigen. De An eil de un e 20jäh igen is bei
ihnen im Gegensa z zu den Abhängigen e schwindend klein. Bei den
Schneide innen und Pu zmache innen in abhängige S ellung is , wie
bei ande en A bei e innen auch, de Einsa z de Jugendlichen, in
diesem Fall soga de zwischen 14 und 18 Jah en, zu denen die Leh -
mädchen gehö en, besonde s g oß. Bei den Nähe innen, Wäschenähe-
innen und sons igen Tex ilnähe innen, un e denen sich Spezialis en
wie die Säumchennähe innen, die Knop annähe innen u. ähnl. m. sowie,
ih e Beschä igungs o m nach seh iele Heima bei e innen be inden,
sind eben diese A bei s o m wegen die äl e en s ä ke be eilig als bei
den beiden zue s genann en Be u en. Von den selbs ändigen Nähe-
innen bleiben jensei s de 50 noch gu zwei Fün el im Be u , on den
abhängigen bei wei em nich so iele. Die selbs ändigen Schneide innen
und die selbs ändigen Pu zmadie innen e eichen beide den Höhepunk
ih e Ak i i ä mi einem An eil on je und 30 H de Gesam hei
zwischen dem 35. und 45. Lebensjah . Von den und 194 000 selbs än-
digen Schneide innen, d. h. on den Inhabe innen elegan e Mode-
salons bis zu den Hausschneide innen, die in de Wohnung ih e Kund-
scha a bei en, wa en 30,0 H meh als 50 Jah e al . Die An eile de
selbs ändigen Wäschenähe innen, Pu zmadie innen und sons igen
Tex ilnähe innen dieses Al e s machen 39 bis übe 42 H de Ange-
hö igen ih e Be u e aus. Nu das Vo handensein solche bejah en
selbs ändigen Handwe ke innen melde die S a is ik. Übe ih e
Exis enzso gen sag sie jedoch nich s.
Als ein Be u auch de äl e en F auen seien die Köchinnen e wähn ,
zu denen die in Gas wi scha en wie auch die in Haushal en gehö en.
Von den 68 600 abhängigen Köchinnen is nu ein knappes Vie el noch
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
79] F auenübe schuß und F auena bei 79
nich 25 Jah e al , gu die Häl e (56,7 H) s eh im mi le en Lebens-
al e und as ein Fün el jensei s des 50. Lebensjah es.
Den am s ä ks en bese z en Jugendbe u un e allen Handwe ke-
innen s ellen die F iseu innen da (77 500 Abhängige). Von ihnen
sind 70,5 H noch nich 25 Jah e al . Auch die 14 300 Selbs ändigen
in diesem Be u , also die Inhabe innen eines F iseu geschä s, s ellen
mi 75,2 H zwischen 25 und 50 Jah en einen Reko d de „Jugend"
un e den Handwe ke innen au . Noch imme sind die Be u e de
F iseu in, de Schneide in und de Pu zmache in die belieb es en bei
de weiblichen Jugend, die sich dem Handwe k zuwenden möch e,
und man wa e liebe eine lange Zei au eine Leh s elle in einem
diese Be u e, ehe man sich ü einen ande en en schließ .
Die F auen in den kau männischen und Bü obe u en
Es gib keinen kau männischen Be u , in dem die F au nich e -
e en wä e. In ielen diese Be u e nehmen die weiblichen E we bs-
pe sonen einen b ei en Raum ein. Ähnliches gil auch ü eine Reihe
o zugsweise mi F auen bese z e Bü obe u e im Be eich des Ve -
wal ungs- und Rech swesens. Typische Jugendbe u e in beiden G uppen
sind de de Ve käu e innen, bei denen u. a. iel ach das ische Aus-
sehen als wesen liche Be u seigenscha gil , sowie de de S eno-
ypis in, ü die es au Schnelligkei und un e b auch e Ne en an-
komm . Dieselben Eigenscha en we den in zahl eichen S ellungen on
den weiblichen kau männischen Anges ell en ohne nähe e Be u sangabe
und on den Bü o- und Ve wal ungsgehil innen e lang . Es is deshalb
kein Zu all, daß nich iel wenige als die Häl e de Abhängigen in
diesen Be u en noch nich 25 Jah e al und die An eile de meh als
45jäh igen e häl nismäßig nied ig sind. Dagegen lassen Kenn nisse,
Gewissenha igkei und So g al die Buchhal e in länge im Be u e -
bleiben. Ähnliches gil ü die Geschä s üh e in, Filiallei e in und
ande e e wo liche Be iebskau leu e in abhängige S ellung. Keine
E klä ung beda es, daß die selbs ändigen weiblichen Be iebskau -
leu e im eigenen Geschä zu Jah en kommen. Dasselbe gil on den
äl e en selbs ändigen Gas wi innen, den sogenann en Gas s ä enkau -
leü en. Die Abhängigen un e ihnen, die Emp angsdamen, Jou nal-
üh e innen, Ho elkassie e innen sind jünge .
Be u e des Geis es- und Kuns lebens
Die Lage de F auen in den Be u en des sogenann en Geis eslebens,
die iel ach eine akademische Vo bildung e o de n, und die de Küns -
le innen, sowei sie aus den E gebnissen de Be u szählung he o geh ,
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
80 He ha Sieme ing [80
kann nu noch lüch ig ges ei we den. Im Ve gleich zu Bese zung
de Massenbe u e sind die Zahlen de in diesen Be u en ä igen F auen
seh klein. Es gab beispielsweise 1946 und 5900 selbs ändige und und
6100 abhängige Ä z innen, 1700 selbs ändige und knapp 700 abhängige
Zahnä z innen, nich ganz 2000 selbs ändige und und 2600 abhängige
Den is innen, knapp 750 selbs ändige, abe as 9500 abhängige Apo-
heke innen. Die männlichen Ä z e, Zahnä z e, Den is en und Apo-
heke sind nich nu absolu zahl eiche als ih e Kolleginnen. Un e
ihnen sind auße dem meh Selbs ändige o handen als un e diesen.
Die Un e schiede im Be u sschicksal de männlichen und de weib-
lichen Heilbehandle , die z. T. in diesen G ößeno dnungen zum Aus-
d uck kommen, we den deu liche , wenn zugleich mi de S ellung im
Be u die Al e sgliede ung be ach e wi d. Von den abhängigen Ä z en
beide lei Geschlech s, zu denen die Medizinalp ak ikan en und Assi-
s enzä z e ebenso wie die lei enden Ans al sä z e gehö en, s ehen übe
85 H im mi le en Lebensal e . Von den selbs ändigen Ä z innen
wa en beinahe ebenso iele (82,4 H) 25 bis 50 Jah e al , und nu
17,6 H wa en äl e . In den abhängigen S ellungen inden sich bei
beiden Geschlech e n nu wenige Ä z e höhe en Al e s. Von den weib-
lichen Apo heke n in abhängige S ellung sind meh als die Häl e noch
nich 25 Jah e al . Inwiewei diese e häl nismäßig zahl eiche Nach-
wuchs an jungen Mädchen und F auen au ein gu es Fo kommen ech-
nen kann, bleib aglich.
Von den 460 weiblichen Rech sanwäl en s anden die meis en de
256 selbs ändigen e s im mi le en Lebensal e . Un e den abhängigen,
zu denen bei beiden Geschlech e n die on Anwäl en beschä ig en
Assesso en zählen, wäh end die Ge ich s e e enda e den Rich e n und
S aa sanwäl en zuge echne wo den sind, sind die F auen on wenige
als 25 Jah en mi 27,9 H ih e Gesam hei au ällig s a k e e en.
Ve mu lich wa de männliche Nachwuchs du ch e spä e es S udium
ode K iegsge angenscha 1946 noch gebunden.
Bei de Leh e scha alle G ade beding die länge e Vo bildung,
die sie gemeinhin du chmachen, einen spä en Beginn de eigen lichen
Be u s ä igkei . Eine Ausnahme s ellen in diese Beziehung die den
Volksschulleh e n zuge echne en Schulhel e da , die, um dem Leh e -
mangel nach dem Zusammenb uch abzuhel en, in ku z is igen Ku sen
in ih en Be u einge üh wo den sind. Diese Hil sk ä e beein lussen
das Bild de Al e sgliede ung de Volksschulleh e . In olgedessen sind
die An eile de noch nich 25 Jah e al en Volksschulleh e - und Schul-
hel e innen wesen lich g öße (27,3 H) als die de üb igen Leh e -
scha .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
81] F auenübe schuß und F auena bei 81
Das Wide spiel des spä en Beginns de Be u sausübung is bei allen
Kop a bei e be u en eine o übe Jah zehn e ausgedehn e Ak i i ä .
Die besonde en A bei sbedingungen diese Be u e e hal en ih e Jünge
und Jünge innen iel ach seh lange leis ungs ähig. Das gil jedoch in
wei höhe em Maße on den Männe n als on den F auen. Übe
50 Jah e al wa en z. B. im Jah e 1946: 50,4 H de 403 wissenscha -
lichen Leh e an Höhe en Schulen in selbs ändige und 54,6 H de
20 024 in abhängige S ellung. Von den 195 bzw. 8434 F auen im
gleichen Be u und in nämliche S ellung s anden 41,5 H bzw. 27,3 H
in diesem Al e . Un e den as 99 000 Volksschulleh e innen und
Schulhel e innen a bei e e nu ein Vie el noch jensei s des 50. Lebens-
jah es im Be u . Von den beinahe 20 000 Be u s- und Fachschul-
leh e innen und We kleh e innen in abhängige S ellung wa en 32,7 H
bis un e 35 und 29,9 H 35 bis un e 45 Jah e al . Dennoch is es wohl
nu ein Zu all, daß in diesem Be u die Jah gänge des g oßen F auen-
übe schusses so zahl eich e e en sind. Die nach de S a is ik ela i
lange Ak i i ä sdaue de selbs ändigen Musik- und Gesangleh e innen
(45,9 H on meh als 50 Jah en un e 4700) mag o genug mi wi -
scha liche No e bunden sein.
Fas bei säm lichen Be u en de bildenden und da s ellenden
Küns le lieg de Schwe punk de Tä igkei im mi le en Lebensal e .
Un e den Bildhaue innen und Male innen und ebenso un e den son-
s igen bildenden Küns le innen in abhängigen S ellungen sind dagegen
die An eile de Jugend un e 25 Jah en au allend g oß. Dabei dü e es
sich nich so seh um einen besonde s zahl eichen Nachwuchs handeln,
de sein Leben lang de Kuns eu bleiben wi d, wie iel meh um
K ä e ü ein ache e Hil sa bei en, ü die man auch in diesen Be u en,
zu denen u. a. Modezeichne , Kopie e , Schau ens e deko a eu e und
Thea e iseu e zählen, junge Mädchen und F auen geb audien kann.
Ih e Zahl nach nehmen die 326 selbs ändigen Schauspiele innen
gewiß keine bedeu ende S ellung un e den be u s ä igen F auen ein.
E wa 80 on ihnen sind übe 50 Jah e al . Da un e mögen sich manche
al en Bühnenküns le innen ohne Engagemen be inden, denn in den
deu schen Os gebie en, die heu e un e emde Ve wal ung s ehen,
sind eine Reihe ehemals bedeu ende P o inzbühnen geschlossen
wo den. Von den 7558 Schauspiele innen in abhängige S ellung ha en
12,8 H das 50. Lebensjah übe sch i en, wäh end 55,5 H 25 bis un e
50 Jah e al wa en, da on 24,4 H meh als 35 Jah e. Rei es Können
und Lebense ah ung e hal en die F auen e häl nismäßig lange in
diesem Be u . E s aunliche weise gil das in noch höhe em Maße on
den und 8400 Bühnen- und Konze sänge innen, bei de en be u lichem
Wi ken das na ü liche Ma e ial de S imme en scheidend is . Un e
Schmolle s Jah buch LXXI, 1 6
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
82 He ha Sieme ing [82
den 6070 Tänze innen in abhängige S ellung (haup sächlich gewiß An-
gehö igen des Balle s) inden sich 72,5 H Mädchen und F auen on
noch nich 25 Jah en. 19,2 H sind 25 bis un e 35 Jah e al . Bei den
selbs ändigen Tänze innen, zu denen auch die Tanzleh e innen gehö en,
is die G upe de 25- bis un e 35jäh igen am s ä ks en bese z . Auch
de Be u de weiblichen A is en, in dem e wa 6000 F auen ä ig sind,
is seine Na u nach ein Be u ü junge Menschen, wenn auch nich
ein so ausgep äg e Jugendbe u wie de de Tänze innen. Bei den
Musike innen — Selbs ändigen wie Abhängigen — he schen die mi -
le en Jah gänge o .
Mi diesen skizzenha en Aus üh ungen übe einige F auenbe u e
ode übe A und Um ang de be u liehen Tä igkei weibliche A bei s-
k ä e, sowei solche sich aus dem Lebensal e de E we bspe sonen
und ih e S ellung im Be u ablesen lassen, konn e übe Beziehungen
zwischen F auenübe schuß und F auena bei nu wenig ausgesag we -
den. De Cha ak e des einzelnen Be u s und seine An o de ungen an
die, die ihn ausüben, sind wei hin un e ände lich. Das gil besonde s
auch, wie aus de Al e sgliede ung de E we bspe sonen in den ein-
zelnen Be u en he o geh , ü die be o zug e Ve wendung Jugend-
liche ode äl e e und al e A bei sk ä e.
Die F auen, die nich s gele n ode in ih em al en Be u keine neue
S ellung ge unden haben, das e gib sich gleich alls aus den o ange-
gangenen Aus üh ungen, inden A bei höchs ens au solchen Be ä i-
gungs elde n, au denen meh ode minde jedes weibliche Wesen halb-
wegs b auchba is : als Hausanges ell e, als Wäsche in, als T anspo -
ode als Wa enlage a bei e in ode auch bei den Baus ä ena bei e n
als sogenann e T ümme au und schließlich in dem nich abg enzba en
Wi scha szweig de sogenann en E we bs ä igkei ohne es e S ellung.
Die Haup geschädig en des F auenübe schusses, d. h. die F auen
und Mädchen jene Gebu sjah gänge, die besonde s on ihm be o en
sind, sind ü eine Be u sausbildung inzwischen zu al gewo den, und
die Zei en de Umschulung sind im allgemeinen o übe . Abe de
D uck des F auenübe schusses p lanz sich au die ande en Al e s-
g uppen o . E belas e o allem die zu A bei Un üch igen und
Unlus igen au dem A bei sma k übe haup . In de g oßen A bei s-
losigkei i uns neben de en üb igen U sachen eine höchs une eu-
liche, ein nega i e Beziehung zwischen F auenübe schuß und F auen-
a bei — hie also F auena bei slosigkei — en gegen. Une eulich is
eben alls das Ve sicke n übe zählige F auen in de übe mäßig au ge-
bläh en Be ölke ungsg uppe de selbs ändigen Be u slosen, die on
dem a bei enden Volks eil mi e näh we den muß. Bedenklich is
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15

83] F auenübe schuß und F auena bei 83
schließlich die Beobach ung, daß manchen F auen ein e ewig e Genuß
on E we bslosen ü so ge als Lebensideal e schein .
Auch solchen ha en Ta sachen gegenübe bleib ü unse e Volks-
wi scha wie ü unse e Volksgemeinscha übe haup die Au gabe,
den F auenübe schuß sinn oll un e zub ingen, in ih em ganzen E ns
bes ehen. Man könn e sagen, daß es sich hie bei um einen gesellscha -
lichen Las enausgleich handel . Abe dieses Wo ha be ei s einen
schlech en Klang. Es e inne zu seh an e gebliches Ho en und
Wa en. Die Ve p lich ung, die unse em Volk mi dem F auenübe schuß
au e leg is , is mi ma e iellen Mi eln allein, selbs wenn solche in zu-
eichendem Maße e ügba wä en, nich zu e üllen.
Welche F auen zum Übe schuß gehö en, kann im einzelnen nich
gesag ode ga o ausgesag we den. Wi wissen zwa , daß o z zu-
nehmende Ehehäu igkei de Männe ü die F auen zwischen 15 und
45 Jah en bei wei em nich genug Ehepa ne im Al e on 20 bis un e
50 Jah en o handen sind. Indessen kann niemand p ophezeien, ob
dieses Mädchen sich e hei a en und jenes ledig bleiben wi d. Ganz ab-
gesehen on de En scheidung de F age, ob und wie iel an Lebens-
glück mi de Hei a zu gewinnen wä e, s eh es , daß eine un e allen
Ums änden gesiche e wi scha liche Ve so gung dami höchs ens in
Ausnahme ällen gegeben is . Deshalb soll en Lebensun e hal und o
allem Lebensinhal angesich s de mindes ens in zwei achem Sinne un-
gewissen Hei a saussich en ü das weibliche Geschlech zunächs au
ande en Wegen gesuch we den. Hie is die sinn olle Ve bindung zwi-
schen F auenübe schuß und F auena bei he zus ellen, d. h. es soll e
e such we den — und dami wä e o z alle Schwie igkei en solchen
Beginnens dennoch ein S ückdien Planung zu o de n — die Ube zahl
de weiblichen Be ölke ung in den Reihen de E we bspe sonen un e -
zub ingen. Es is alle dings mißlich, im Daseinskamp unse es geschla-
genen Va e landes nach besonde en Hil smaßnahmen ü die F auen
und nach Bescha ung on A bei ge ade ü sie zu u en. De F auen-
übe schuß wi d dann am bes en on de Volksgemeinscha au gesogen
we den, wenn die F auen meh und meh be ei sind, sich selbs zu
hel en. Es gil also, imme wiede ü A bei se ziehung und Be u saus-
bildung de Mädchen und F auen zu we ben. Als E ziehungsmaßnahme
käme auch ein A bei sdiens in Hauswi scha und Wohl ah sp lege
in F age, so wie e um die Jah hunde wende on Ida . Ko z-
leisch e s eb wu de. Das Be u sleben de F auen is an ielen
S ellen, o allem in den Massenbe u en, noch imme seh e besse-
ungsbedü ig. Bei gu em Willen is es, besonde s was Ane kennung
und Bewe ung de F auena bei und die Behandlung de weiblichen
K ä e inne halb de A bei sgemeinscha anbelang , du chaus e -
6*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15
84 He ha Sieme ing [84
besse ungs ähig. In de Ges al ung ih es pe sönlichen Lebens soll e die
Volksgemeinscha die alleins ehenden we k ä igen F auen un e s ü zen.
Das könn e u. a. im Be eiche des Wohnungs- und Siedlungswesens ge-
schehen. Dabei is z. B. an kleine Hausgemeinscha en be u s ä ige
F auen zu denken, in denen eine, die die üb igen mi e hal en, ü die
Ve so gung on Haushal und Ga en eiges ell wi d.
Abe hin e allen solchen Wünschen s eh die ewige Wah hei , daß
ein wi klich geleb es Leben nu denen geling , die e was da on beg i en
haben, daß das Glück nich an ma e ielle Gü e gebunden is , sonde n
mi A bei en und Dienen as on jedem und jede ge unden we den
kann, auch on den scheinba übe zähligen deu schen F auen.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.71.1.47 | Gene a ed on 2023-04-04 11:06:15