Sonnenholzne , Johannes
Book
Fo men und Folgen de So wa eges al ung:
Digi ale T ans o ma ion am Beispiel de deu schen
Ene giewi scha
A bei und O ganisa ion, No. 19
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WZB Be lin Social Science Cen e
Sugges ed Ci a ion: Sonnenholzne , Johannes (2025) : Fo men und Folgen de So wa eges al ung:
Digi ale T ans o ma ion am Beispiel de deu schen Ene giewi scha , A bei und O ganisa ion, No.
19, ISBN 978-3-8394-7688-8, ansc ip Ve lag, Biele eld,
h ps://doi.o g/10.14361/9783839476888 ,
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Johannes Sonnenholzne
Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Digi ale T ans o ma ion am Beispiel de deu schen Ene giewi scha
Disse a ion zu E langung des G ades eines Dok o s de Philosophie de Fakul ä ü
Geis es- und Sozialwissenscha en de Helmu -Schmid -Uni e si ä /Uni e si ä de
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Hambu g 2024.
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Zwei gu ach e in: P o . D . Ka ha ina Liebsch
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2025 © Johannes Sonnenholzne
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Ko ek o a : Ane e Nagel, CONTEXTA Lek o a
D uck: Elande s Waiblingen GmbH, Waiblingen
P in -ISBN: 978-3-8376-7688-4
PDF-ISBN: 978-3-8394-7688-8
Buch eihen-ISSN: 2702-7910
Buch eihen-eISSN: 2703-0326
Ged uck au al e ungsbes ändigem Papie mi chlo ei gebleich em Zells o .
Inhal
Abbildungs e zeichnis .........................................................................9
Tabellen e zeichnis ........................................................................... 11
Abkü zungen ..................................................................................13
Danksagung ...................................................................................15
1. Einlei ung: So wa eges al ung als Kind on Bü ok a ie und Ra ionalismus ..............17
2. Un e suchungsgegens and und Gliede ung ...............................................21
2.1. Fo schungsgegens and und - agen: Fo men und Folgen on So wa eges al ung .............21
2.2. Vo gehen: empi ische, quali a i -explo a i e Un e suchung de Ene giewi scha ........... 24
2.3. Zusammenhang on F ages ellung, Technologie, P axis und Theo ie ......................... 26
2.4. Übe blick übe Kapi el und A gumen a ion ..................................................31
3. Fo schungsdesign und -me hode ........................................................ 33
3.1. Me hode ................................................................................. 33
3.1.1. Quali a i e Sozial o schung: Expe :innenin e iews ü Falls udien .................. 33
3.1.2. Bezug zu Fo schungss and und Theo ieen wicklung ................................. 35
3.1.3. Selbs -Posi ionie ung .............................................................. 36
3.2. Fo schungs e lau ........................................................................ 36
3.2.1. Feldzugang und Sampling .......................................................... 36
3.2.2. Ausgangs o schungs agen und le z endliche Lei agen ............................ 38
3.2.3. Wei e e Fo schungs e lau und du chge üh e In e iews ........................... 39
3.3. Kodie ung, Ka ego isie ung und Fall e gleich .............................................. 40
3.4. G enzen de Un e suchung ................................................................ 42
3.5. Fo schungse hik und Da enschu z ......................................................... 43
4. So wa eges al ung als Teil de Digi alisie ung
Vom We kzeug de Fo schung zum P ima de So wa een wicklung
bei Nich -IT-Un e nehmen ................................................................ 45
4.1. P ima de So wa een wicklung in Nich -IT-B anchen und -Be ieben ....................... 45
4.2. Die zwei Ke np obleme de So wa eges al ung ............................................ 49
4.2.1. So wa e echnische In e disziplina i ä ............................................. 49
4.2.2. So wa e echnische Ges al ungsmöglichkei en .......................................51
5. So wa eges al ung basie au Wissen und Kommunika ion .............................57
5.1. Technische G undlagen: So wa e als E gebnis menschliche Tex a bei ..................... 58
5.1.1. Ve a bei en und e s ehen: A bei s eilung zwischen Menschen und Maschinen ....... 58
5.1.2. Konk e und abs ak : meh e e Schich en, sp achliche S uk u ie ung ............... 60
5.1.3. Zwischen Tex und Blackbox: G enzen de Ges al ung und des Ve s ehens ............ 62
5.2. So wa een wicklung: om einsamen Ne d zum kollek i en Kommunika ionsp ozess ......... 64
5.2.1. Vom schnellen Repa ie en zum i e a i en, kollek i en Kommunika ionsp ozess ....... 65
5.2.2. Kommunika ionskompe enz und -ke n: An o de ungsmanagemen ....................67
5.2.3. Kommunika ion und Wissen o ganisie en: Local P ac ice s a Bes P ac ice ......... 69
5.3. Zwischen azi : So wa eges al ung als soziologisches P oblem ............................. 73
6. So wa eges al ung – konzep ionelle G undlagen
Sozio echnische Ne zwe ka bei und sozio echnische A bei sges al ung
zwischen Anwendung und P og ammie ung .................................................77
6.1. So wa eges al ung als A bei sp ozess: Die Lösung des T ans o ma ionsp oblems
du ch sozio echnische Ne zwe ka bei .....................................................81
6.2. Wede Ma k noch Hie a chie: Ne zwe ke als analy ische G undlage ........................ 82
6.2.1. Theo e isch: Ne zwe ke in Abg enzung zu Ma k und Hie a chie ...................... 83
6.2.2. O ganisa o isch: Ne zwe ke aus und in O ganisa ionen .............................. 84
6.2.3. Technisch: digi ale Ne zwe ke ..................................................... 85
6.3. Ein Beispiel ü sozio echnische Ne zwe ka bei : IT-P ojek e in Ma ixo ganisa ionen ........ 86
6.4. Sozio echnische Ne zwe ka bei : die Ebenen Beziehungen, So wa e
und Wissensa bei ende ................................................................... 88
6.4.1. O ganisa ionale und in e pe sonelle Beziehungen ................................... 89
6.4.2. So wa e kon ollie und s uk u ie das Ne zwe k ................................. 93
6.4.3. So wa eges al ende: A bei en zwischen Anwendung und P og ammie ung ...........100
6.4.4. Flexibili ä bei de Kommunika ion und beim Wissensaus ausch ......................111
6.5. Folgen de So wa eges al ung: Sozio echnische A bei sges al ung de So wa eanwendung
du ch die So wa eges al ung ............................................................. 112
6.5.1. So wa eges al ung – eine Fo m de Ra ionalisie ung de So wa eanwendung? ....... 113
6.5.2. Un e schied zu In o ma isie ung und In o ma ions aum ............................. 114
6.5.3. So wa eges al ung: ink emen ell meh So wa e in di e sen Anwendungsbe eichen .. 116
6.5.4. Folgen on S anda dso wa e ü die A bei sges al ung de So wa eanwendung ...... 117
6.6. Zwischen azi : So wa eges al ung als sozio echnische Ne zwe ka bei
und sozio echnische A bei sges al ung .................................................... 119
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung in de Ene giewi scha .........125
7.1. Indus ies uk u en de Ene giewi scha und ih Ve häl nis zu Digi alisie ung .............125
7.1.1. Ansa z de Indus ie-Go e nance ...................................................125
7.1.2. Co po a e Go e nance: Zwischen Daseins o so ge und We bewe b ..................127
7.1.3. P oduk ma k -Go e nance: s aa liche Regulie ung und Digi alisie ung ............... 133
7.1.4. P ozess-Go e nance: Sys ems abili ä und egulie e Da enaus ausch ..............137
7.1.5. Go e nance indus ielle Beziehungen: Be iebs ä e und Akademisie ung .............140
7.2. Folgen de Indus ies uk u en ü die So wa een wicklung ................................143
7.2.1. Digi alisie ungss a egien zwischen Anwendung und En wicklung ....................143
7.2.2. Wechselspiel on Regulie ung und So wa een wicklung .............................149
7.2.3. So wa eges al ende: ges eige e In e disziplina i ä und In e en ion Be iebs a ...152
7.3. Fazi : So wa e und So wa een wicklung als Baus eine de Indus ie-Go e nance ...........152
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung – die Empi ie
Da s ellung und Ve gleich de Falls udien ..................................................155
8.1. Ein üh ung: Vo gehen und Ku z o s ellung de sieben Falls udien ...........................155
8.1.1. Ku z o s ellung de Falls udien: Wie sie die Ke np obleme de so wa e echnischen
Ges al ungsmöglichkei en und In e disziplina i ä lösen .............................158
8.1.2. Un e schiedliche Möglichkei en de So wa eges al ung: zwischen S anda d- ode
Indi idualso wa e und Übe blick übe die Falls udien ...............................167
8.1.3. De Analyse ahmen ...............................................................169
8.1.4. Was sind g oße, mi le e und kleine EVU? ........................................... 171
8.2. Sozio echnische Kons ella ion als Ausgangssi ua ion de So wa eges al ung ...............172
8.2.1. Da s ellung de Falls udien ........................................................172
8.2.2. Zusammen assung ................................................................ 181
8.3. Fo men des sozio echnischen A bei sp ozesses de So wa eges al ung ....................187
8.3.1. A bei sp ozess de So wa eges al ung: zwischen zen al und dezen al ..............187
8.3.2. Da s ellung de Falls udien .........................................................189
8.3.3. Zusammen assung ............................................................... 226
8.4. Folgen ü die A bei de Beschä ig eng uppe de So wa eges al enden .................. 236
8.4.1. So wa eges al ende: zwischen Ma ix- und eine Ne zwe ko ganisa ion ............ 237
8.4.2. Da s ellung de Falls udien ....................................................... 238
8.4.3. Zusammen assung ................................................................251
8.5. Folgen ü die sozio echnische A bei sges al ung de So wa eanwendung in den EVU .......261
8.5.1. Sozio echnische A bei sges al ung: zwischen Abhängigkei und Unabhängigkei ..... 262
8.5.2. Da s ellung de Falls udien ....................................................... 264
8.5.3. Zusammen assung ............................................................... 279
8.6. Syn hese, Zusammen assung und Diskussion des Fall e gleichs ........................... 287
8.6.1. Syn hese: Typen sozio echnische Ne zwe ka bei
und sozio echnische A bei sges al ung ........................................... 288
8.6.2. Zusammen assung je Teil des Analyse ahmens .................................... 295
8.6.3. Syn hese: Ra ionalisie ungs yp de echniken wicklungsbezogenen
Ra ionalisie ung ................................................................. 307
8.6.4. Neue Konku enz ü das Managemen du ch die So wa eges al enden? .............310
8.6.5. Face en eine indus iespezi ischen So wa eges al ung ...........................312
9. Ziel de Un e suchung, wesen liche Be unde und wei e üh ende F ages ellungen ......315
9.1. So wa eges al ung: ein wenig e o sch e A bei sp ozess de Digi alisie ung ...............315
9.2. E s e Deba enbei ag: So wa eges al ung als sozio echnische Ne zwe ka bei ............317
9.2.1. Typische Un e schiede in de sozio echnischen Ne zwe ka bei .....................319
9.2.2. Gemeinsame Ka ego ien de sozio echnischen Ne zwe ka bei ..................... 320
9.2.3. Bei ag zu Deba e übe die Kon olle on Wissensa bei ........................... 325
9.3. Zwei e Deba enbei ag: So wa eges al ung als A bei an de digi alen T ans o ma ion .... 330
9.3.1. Teil de digi alen T ans o ma ion: sozio echnische A bei sges al ung
de So wa eanwendung du ch die So wa eges al ung ............................. 330
9.3.2. Zwischen unabhängige und abhängige sozio echnische A bei sges al ung .........331
9.3.3. Bei ag zu Deba e übe die digi ale T ans o ma ion .............................. 332
9.4. Me hodische G enzen und wei e üh ende F ages ellungen ................................ 343
Li e a u .................................................................................... 347
Anhang ...................................................................................... 367
Übe sich In e iews .......................................................................... 367
Lei aden ü In e iews ...................................................................... 369
Abbildungs e zeichnis
Abbildung 1: D ei A bei sp ozesse digi ale A bei ........................................... 22
Abbildung 2: Kon e genz zweie B anchen? ................................................. 26
Abbildung 3: Analyse ahmen ü die Da s ellung und den Ve gleich de Falls udien ............ 29
Abbildung 4: Übe sich übe Ke nbes and eile de Un e suchung ............................ 30
Abbildung 5: Übe sich Falls udien ......................................................... 37
Abbildung 6: Vie Fo schungsbe eiche, die konzep ionelle Bezüge ü sozio echnische
Ne zwe ka bei zwischen Anwendung und P og ammie ung lie e n sollen, und
zugleich die ie Ebenen, au denen die Kon olle zu T ans o ma ion de
A bei sk a bei sozio echnische Ne zwe ka bei basie . ...................... 80
Abbildung 7: Anzahl Elek izi ä sun e nehmen 2018 ......................................... 131
Abbildung 8: Koope a ionsg ad und -häu igkei je We schöp ungsbe eich ...................139
Abbildung 9: Koope a ionsg ad nach We schöp ungsbe eich und Un e nehmensg öße .......140
Abbildung 10: Vo he (1995) und nachhe (2005) bei den indus iespezi ischen So wa epake en
de EVU ......................................................................144
Abbildung 11: Analyse ahmen ü die Fo men und Folgen de So wa eges al ung –
sozio echnische Ne zwe ka bei und sozio echnische A bei sges al ung ......... 171
Abbildung 12: Schema eine au So wa eges al ung ausge ich e en so wa e echnischen
P ozesso ganisa ion ......................................................... 286
Abbildung 13: Ma ix A bei sp ozess (dezen al – zen al) und A bei sbedingungen de
So wa eges al enden (Ma ixo ganisa ion – eine Ne zwe ko ganisa ion) und die
ie Ideal ypen de sozio echnischen Ne zwe ka bei .......................... 289
Abbildung 14: Ma ix so wa e echnische Zuschni (S anda d – indi iduell) und
o ganisa o ische Aus ich ung (Anwendung – En wicklung) und die ie Ideal ypen
de sozio echnischen A bei sges al ung (als Ve häl nis on So wa eges al ung
zu -anwendung) ............................................................. 292
1. Einlei ung: So wa eges al ung als Kind
onBü ok a ieundRa ionalismus
»Die [So wa e] is › a ionalen‹ Cha ak e s: Regel, Zweck, Mi el, ›sachliche‹ Unpe sön-
lichkei behe schen ih Geba en. Ih e En s ehung und Ausb ei ung ha dahe übe all
in jenem besonde en, noch zu besp echenden Sinne › e olu ionä ‹ gewi k , wie dies
de Vo ma sch des Ra ionalismus übe haup au allen Gebie en zu un p leg . Sie e -
nich e dabei S uk u o men de He scha , welche einen, in diesem Sinn, a ionalen
Cha ak e nich ha en.« (Webe 1980: 578 .)
In diesem manipulie en Zi a aus Max Webe s »Wi scha und Gesellscha « on
1921/22 s eh »So wa e« ans elle on Webe s Beg i »Bü ok a ie«. Denn wie die Bü o-
k a ie e üll auch So wa e die Fo de ung nach eine »beschleunig en, dabei p äzisen,
eindeu igen, kon inuie lichen E ledigung on Am sgeschä en« (Webe 1980: 562). Sie
agie »en menschlich « (ebd.): leidenscha slos, be echnend; igno ie alle »i a io-
nalen, dem Kalkül sich en ziehenden Emp indungselemen e aus de E ledigung de
Am sgeschä e« (ebd.). Sie is – wie die »lebende Maschine« (Webe 1988: 835) de
Bü ok a ie und die »leblose Maschine« (ebd.) in de Fab ik – »ge onnene Geis « (ebd.).
Die Bü ok a ie wi d hie zum Ve gleich he angezogen, weil Webe sie als T äge in
des Ra ionalismus sieh . In ebendiesem Sinne e ledigen heu zu age So wa e einse zen-
de O ganisa ionen Au gaben e izien e als eine ein au Mi a bei enden basie ende O -
ganisa ion. Aus ein menschlichen Appa a en sind sozio echnische O ganisa ionen ge-
wo den. Sie e d ängen O ganisa ionen, welche die uni e selle Maschine Compu e we-
nige e izien zu nu zen wissen. So e gib sich eine in ensi ie e Ra ionalisie ung, bei
de nich meh allein die Leis ung des Menschen im Fokus s eh , sonde n die jeweils e i-
zien es e So wa e ü die Da en e a bei ung ode – je nach Indus ie – die e izien es e
Kombina ion aus Mensch, digi ale und mechanische Maschine.
Die Bü ok a ie dien als Eins ieg, weil sie im Zei al e de So wa e wei e hin eine
Rolle spiel . Es b auch imme noch eine O ganisa ion on Mi a bei enden, es b auch
menschliche A bei sk a – ob So wa e anwendend ode en wickelnd. Fü Webe ( gl.
Webe 1980: 125 .) is die Bü ok a ie eine O ganisa ion u.a. mi en sp echendem Pe -
sonal (dazugehö ige Pe sönlichkei ss uk u und en sp echendem Fachwissen) sowie
18 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
de inie en Au gabenbe eichen und A bei sweisen (A bei en nach Regeln, ak enmäßige
bzw. sch i liche Au gabene üllung).
Die im Folgenden un e such en O ganisa ionen aus de Ene giewi scha un e -
scheiden sich on de Bü ok a ie bei Webe na ü lich inso e n, als So wa e bei Webe
noch ga keine Rolle gespiel ha . Manche diese O ganisa ionen wenden So wa e nich
nu an. Sie en wickeln selbs So wa e ode sind zumindes Teil jene Phase de So -
wa een wicklung, in de den P og ammie enden gesag wi d, was die ges al e e So -
wa e können soll. Diese Phase bezeichne die o liegende Un e suchung als So wa e-
ges al ung. Um So wa e ges al en zu können, muss es eine in e disziplinä e Zusam-
mena bei zwischen Fachleu en de ene giewi scha lichen Anwendungsbe eiche und
de So wa een wicklung geben. Es geh imme um dieselbe F age: Was sind die b an-
chenspezi ischen Beda e und wie können da ü die so wa e echnischen Möglichkei en
genu z we den? Es gil , das jeweils (zu spezi izie ende) Nü zliche ü einen b anchen-
spezi ischen Anwendungsbe eich zu p og ammie en.
Diese A bei zwischen Anwendung und P og ammie ung b auch – wie die Bü ok a-
ie bei Webe – Pe sonal, Wissen, Au gaben e eilung und Regeln, nach denen gea bei-
e wi d. Die Be iebe müssen sie o ganisie en. Ande s als bei Webe wiede um is das,
was sich zwischen So wa eanwendung und -p og ammie ung abspiel , ein wich iges
Ra ionalisie ungs eld. Das zeig sich z.B. in s a egischen F agen wie jene , ob Fi men
We bewe bs o eile du ch eine indi iduell ges al e e ode du ch eine S anda dso wa e
gewinnen können.
In de hie un e such en Ene giewi scha gib es zum einen O ganisa ionen, die
eine S anda dso wa e einse zen, an die sie sich anpassen müssen. Fü solche So -
wa elösungen exis ie en selbs ü indus iespezi ische P ozesse wie die E s ellung on
S om- und Gas echnungen ode den Handel mi Ene gie meh e e so wa eanbie ende
Un e nehmen. Zum ande en exis ie en O ganisa ionen, die eigens eine indi iduelle
So wa e ges al en. So zum Beispiel in de Ne zins andhal ung, um egionale Beson-
de hei en ode spezi ische Ge ah enlagen on Mon eu :innen zu be ücksich igen.
Die sieben Falls udien de o liegenden Un e suchung liegen zwischen diesen
Polen: Ene gie e so gungsun e nehmen (EVU), die sich au eine indus iespezi ische
S anda dso wa e e lassen und diese höchs ens noch eins ellen, abe selbs ga nich
p og ammie en. EVU, die eine S anda dso wa e mi eigenen P og ammie e n e wei-
e n, ode solche, die dies in Koope a ion mi ande en EVU un. Un e such wu de auch
ein ene giewi scha liches S a -up, das on An ang an da au ausge ich e is , eine
eigene, indi iduelle So wa e ü seine Diens leis ung zu en wickeln und Teile da on als
S anda dlösung ande en O ganisa ionen zu e kau en. So bewegen sich die Falls udien
zwischen ein anwendenden EVU und solchen, die le z endlich So wa een wicklungs-
i men sind – auch wenn sie ih Geld nich p imä mi dem Ve kau on So wa e,
sonde n in de We schöp ungske e de Ene giewi scha e dienen.
Mi den sieben Fallbeispielen aus de Ene giewi scha zeig die Un e suchung, wie
indus iespezi ische So wa eges al ung in e schiedenen Kons ella ionen aussieh und
was sie oneinande un e scheide . Die B anche eigne sich ü diese F ages ellung be-
sonde s gu , weil sich du ch Ene giewende und Libe alisie ung iel e ände ha und
imme noch e ände und weil die Ene giewi scha eine s a ken Regulie ung un-
e wo en is , wo ü Fi men »Pa ag aphen-Au oma en« (Webe 1988: 322) in Fo m on
1. Einlei ung: So wa eges al ung als Kind onBü ok a ieundRa ionalismus 19
(S anda d-)So wa e en wickeln. Es gib sowohl O ganisa ionen in ö en liche als auch
in p i a e Hand und au g und de ielen EVU einen g oßen Ma k ü indus iespezi-
ische So wa elösungen. Eine O ganisa ion ganz ohne So wa e gib es auch in de En-
e giewi scha schon lange nich meh . Solche so wa ebasie en O ganisa ionen und
die So wa eges al ung selbs lassen sich nich meh mi dem Bü ok a ie-Konzep on
Webe besch eiben. Deshalb e a bei e die Un e suchung neue Beg i e und Konzep e
unabhängig on Webe .
2. Un e suchungsgegens and und Gliede ung
Wie be ei s die e s en Sei en zeigen, beweg sich die o liegende Un e suchung zwi-
schen allgemeinen, abs ak e en Beg i en und de konk e en Empi ie de Ene giewi -
scha . Es geh um beides. Zum einen um eine allgemeine P oblems ellung, die alle In-
dus ien be i : indus iespezi ische So wa eges al ung und welche Konzep e nü zlich
sind, um diese zu analysie en. Zum ande en um konk e e, indus iespezi ische Anwen-
dungsbe eiche on So wa e in de Ene giewi scha , wie die Fi men de B anche So -
wa e ges al en und was die Besonde hei en de B anche sind, die sich in de So wa ege-
s al ung niede schlagen. Sowohl allgemeine als auch spezi isch ene giewi scha liche
So wa eges al ung sind Fo schungslücken und Gegens and de Un e suchung.
2.1. Fo schungsgegens and und - agen: Fo men und Folgen
onSo wa eges al ung
Ganz allgemein is eine zen ale Eigenscha on Compu e n, dass sie als uni e sale Ma-
schine p og ammie we den können (und müssen). Alles Mögliche kann als Quellcode
en wickel we den: kleine Apps ü Sma phones, S anda dpake e zu Tex e a bei-
ung, P og amme ü den au oma isie en Bö senhandel ode S eue ungsp og amme
ü A omk a we ke. Die Folgen de Anwendung on So wa e au A bei sind iel äl ig
un e such (meis in Ve bindung mi eine jeweils spezi ischen Ha dwa e): ob zu den
So wa elösungen de Gig-Ökonomie ( gl. Wood e al. 2019, Wu e al. 2019), C owd-
wo king ( gl. Ge be /K zywdzinski 2019), ERP-Sys emen ( gl. Hohlmann 2007, Walke
2016, Howc o /Richa dson 2012) ode in Call-Cen e n ( gl. Longen 2015). Auch zu
O ganisa ion on So wa een wicklung bzw. de A bei de P og ammie enden gib es
iel Fo schung ( gl. F iedman/Co n o d 1993, Ba e 2005, Upadhya 2009, Feue s ein
2013).
Beide Fo schungsbe eiche de Digi alisie ung sind in Abbildung 1 schema isch da -
ges ell : de A bei sp ozess de Anwendung eine So wa e (A) und jene ih e P og am-
mie ung (C). Die o liegende A bei un e such (B), die A bei zwischen Anwendung
und P og ammie ung und wie sie o ganisie is . De A bei sp ozess heiß So wa e-
ges al ung. Wie be ei s in de Einlei ung angesp ochen, e ah en hie die P og ammie-
22 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
enden, was zu p og ammie en is . Diese d ei in Abbildung 1 da ges ell en Pe spek i en
au die Digi alisie ung soll en – so die These diese A bei – oneinande un e schieden
we den.
Abbildung 1: D ei A bei sp ozesse digi ale A bei
So wa eges al ung is die Phase de Konzep ion (bzw. Spezi ika ion ode An o -
de ungsau nahme) de So wa een wicklung. Abhängig om Fall spiel dabei auch die
Phase de Tes s eine Rolle, weil in diese die Anwendenden bzw. Tes enden du ch ih e
Rückmeldungen Inpu ü die Ges al ung geben. F agen de Bedienobe läche (Design)
ode de A chi ek u , die Teil de Ges al ung on So wa e sein können, gehö en hie
nich zum Ke n des A bei sp ozesses. Die So wa ea chi ek u is meis eine be ei s en -
schiedene Ausgangsbedingung: z.B. welche Schni s ellen o handen sind, welche Ein-
s ellungsmöglichkei en eine So wa e ha ode welche E wei e ungsmöglichkei en eine
S anda dso wa e bie e . Das So wa e-Design in Sinne on z.B. anwendungs eund-
lichen Obe lächen is in den un e such en Falls udien kein gesonde e A bei ssch i
mi den en sp echenden Spezialis :innen da ü .
Dami s eh ü die hie o liegende Un e suchung im Mi elpunk , dass So wa e
eine ges al ungso ene Technologie is , die je nach Umse zung bspw. zu Fo malisie ung,
S anda disie ung, Übe wachung ode Au oma isie ung üh . Das heiß , das Ra ionali-
sie ungsziel des So wa eeinsa zes is nich pe se die Fo malisie ung ode die Samm-
lung möglichs iele Da en. Vielmeh geh es da um, ü einen Anwendungsbe eich die
En wicklungsmöglichkei en de Technologie auszu eizen.
Eine besonde e Rele anz ha de A bei sp ozess zwischen Anwendung und P og am-
mie ung bei indus iespezi ische So wa e. Ande s als bspw. bei S anda dso wa epa-
ke en wie Lib eO ice ode MS O ice is de Wissens ans e zwischen Indus ie achleu-
en en scheidend. O ganisa ionen übe p ü en egelmäßig En scheidungen übe Make-
o -Buy und müssen die So wa elösungen kon inuie lich anpassen, weil sich die Regu-
lie ungen du ch den S aa ände n ode um sich im We bewe b zu behaup en. Die Fo -
schungsa bei zeig , dass de Ablau indus iespezi ische So wa eges al ung ein eigen-
s ändige , zen ale A bei sp ozess de Digi alisie ung is und die A bei on Beschä -
ig en de jeweiligen Indus ie (hie : de Ene giewi scha ) p äg . Die These is , dass
2. Un e suchungsgegens and und Gliede ung 23
ü das Ve s ändnis on heu ige E we bsa bei das Ve s ändnis de So wa eges al ung
neben ande en Ein lüssen ele an is : ob Finanzmä k e und de Sha eholde Value ( gl.
Windol 2005, Vi ols 2002, Dö e 2001, Höpne , 2003), de Posi ion in de We schöp-
ungske e ( gl. Ge e i e al. 2005, Flecke /Meil, 2010, Meziho ak 2018), bes imm e Ma-
nagemen - ode O ganisa ionsp ak iken ( gl. Ge s 2006, Boes e al. 2018) ode P oduk-
ionsmodelle ( gl. Ke n/Schumann 1984, He igel 2010).
Die So wa een wicklung als Ganzes is Teil jede B anche gewo den. Jedes Un e -
nehmen muss sich agen, au welche Sei e de Wissensg enze zwischen Anwendung
und En wicklung es s eh und an welchen Phasen des En wicklungsp ozesses – be-
s ehend aus Spezi ika ion/Konzep ion, P og ammie ung, Tes , Suppo und Be ieb –
es be eilig sein will. Gleichzei ig is ü einen g oßen Teil de Nich -So wa eun e -
nehmen und ih e indus iespezi ischen Fachab eilungen die So wa een wicklung mi
ih en We kzeugen und Me hoden zunächs einmal e was F emdes. Wie die Falls udien
zeigen we den, bedeu e b anchenspezi ische So wa e zu en wickeln eine Abkeh on
de Fixie ung au eine nach Ab eilungen gegliede e hie a chische O ganisa ion und
ein ma k basie e Beziehungen zu IT-Zulie e e n wie IT-Diens leis ungsun e nehmen
(IT-DL) ode So wa e i men. In e n müssen Teams und Ab eilungen (bspw. du ch
IT-P ojek e) und ex e n un e schiedliche O ganisa ionen koope ie en (bspw. bei de
Zusammena bei mi S a -ups). Wenn ge ag wi d: »Welche Ebene is bes immend
ü die A bei un e Bedingungen de In o ma isie ung: de Be ieb, das Un e nehmen,
das P ojek , das Ne zwe k?« (Bauk owi z 2006: 82), so is hie die An wo : keine Ebene
alleine, sonde n die So wa eges al ung, die sich übe meh e e Ebenen e s ecken kann.
Es geh um die Kons ella ionen, in denen angewende e So wa e en s eh und wel-
che Folgen das ü die Anwendung ha : ob sie eine So wa e i ma en wickel , ein eigenes
Team an P og ammie enden, eine Koope a ion meh e e Fi men; ob ein EVU eine S an-
da dso wa e einse z , anpass ode eine indi iduelle Lösung ges al e . Es s ehen zwei
Ke n agen im Mi elpunk de Analyse indus iespezi ische So wa eges al ung:
1. Kon olle de So wa eges al ung
• Wie kon ollie en O ganisa ionen in un e schiedlichen Kons ella ionen den A -
bei sp ozess de So wa eges al ung? (Fo men)
• Welche Auswi kungen ha die jeweilige Kons ella ion und Fo m de So wa ege-
s al ung ü die A bei de So wa eges al enden? (Folgen)
2. Ve häl nis zu So wa eanwendung
• Welche Auswi kungen ha die jeweilige Kons ella ion und Fo m de So wa ege-
s al ung ü die A bei sges al ung de So wa eanwendung? (Folgen)
Analy isch gesehen müssen, um die beiden F agen nach den Fo men und den Folgen un-
e suchen zu können, a) Technikges al ung, b) A bei sges al ung und c) de Kon ex bei-
de gemeinsam un e such we den. Die eine Anwendung de So wa e is nu inso e n
ele an , als sie diese Zusammenhänge e hell . Das Me hodenkapi el s ell un e 3.2.2
die zu den Ke n agen gehö enden Lei agen ü die Expe :innenin e iews o .
24 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
So wa eges al ung is dabei wede p imä eine Fo m on Inno a ion noch Teil ei-
ne Reo ganisa ion. Auch wenn So wa eges al ung inno a i im Sinn on ›e was Neues
machen‹ is , so lieg doch de Fokus au den Gemeinsamkei en mi ande en A bei sp o-
zessen. In de P axis nehmen Beschä ig e den Be eich nich als gesonde en Inno a i-
onsbe eich wah : P og ammie ende, An o de ungsmanagende ode IT-P ojek lei ende
sind in den un e such en Fällen nich allesam in eine Inno a ions- ode F&E-Ab eilung
angesiedel (höchs ens einzelne Be eilig e). Auch wenn So wa eges al ung mi o gani-
sa o ischen Ve ände ungen einhe gehen kann, is dies in den un e such en Fällen nich
de p imä e Zweck de So wa e. Genauso wenig wie Inno a ionen nich das p imä e
Ziel sind und in den un e such en Fällen die So wa eges al ung nich pe se als »inno-
a i « gil – ehe die e wende en Me hoden wie z.B. Sc um. So wa e is eine schlich e
No wendigkei , um das Tagesgeschä (auch in Zukun ) e izien zu bewäl igen.
Die analy ische Pe spek i e au den A bei sp ozess okussie die F age, womi Fi -
men und ih e Beschä ig en kon on ie sind, wenn sie So wa e ges al en. Eine sei s
will das Managemen die E izienz s eige n, ande e sei s müssen sich Beschä ig e au
neue Me hoden wie Sc um einlassen und un e schiedliche Ab eilungen und O ganisa-
ionen mi einande koope ie en. Un e suchungsgegens and sind dabei einzelne Ges al-
ungsp ozesse on So wa e(pake en) und nich eine gesam e IT-Landscha (aus eine
Vielzahl an So wa epake en). Zudem geh es beim A bei sp ozess um die kleinen, i e-
a i en Sch i e, zu denen egelmäßige T e en gehö en, um An o de ungen au zuneh-
men, ode auch da um, den Anwendenden egelmäßige Upda es de So wa e zu Ve -
ügung zu s ellen. Das Ziel is , die Un e schiede und Gemeinsamkei en de Fo men de
So wa eges al ung in den un e schiedlichen Falls udien inklusi e de jeweiligen Folgen
he auszua bei en.
2.2. Vo gehen: empi ische, quali a i -explo a i e Un e suchung
de Ene giewi scha
Die oben genann en F agen we den quali a i -explo a i e o sch (Nähe es dazu im
Me hodenkapi el). Als empi ische Gegens and ungie die Ene giewi scha und die
do be iebene indus iespezi ische So wa eges al ung. Diese B anche is nich nu
deshalb on In e esse, weil sie in de Soziologie kaum e o sch is , sonde n auch wegen
ih e jünge en Libe alisie ungsgeschich e, ih e egulie en und un egulie en Be eiche:
Die Falls udien zeigen, dass das Folgen ü die So wa eges al ung ha , denn z.B. is es
im egulie en Ne zbe eich ü die Un e nehmen ein ache , sich au einen S anda d zu
einigen. Im un egulie en Be eich de Ene gielie e ung, in dem We bewe b he sch ,
ges al en EVU häu ige indi iduelle So wa e, z.B. um ih e Kundscha besonde e An-
gebo e machen zu können. Du ch die ielen und iel äl igen p i a en, ö en lichen, g o-
ßen und kleinen Un e nehmen in de Ene giewi scha gib es eine sei s einen g oßen
Ma k ü S anda dso wa e und ande e sei s Möglichkei en de Koope a ion zwischen
den EVU. Da de Ene giesek o insgesam nich zu den Vo ei e n de Digi alisie ung
gehö , p allen digi al na i es und digi al immig an s besonde s he ig und e sich lich au -
einande . So wa e inne halb de EVU zu ges al en, is in so eine Kons ella ion eine be-
2. Un e suchungsgegens and und Gliede ung 25
sonde e He aus o de ung. Zule z dien die Ene giewi scha als Un e suchungs eld,
weil de Ve asse selbs als IT-Be a e in de B anche ä ig wa .
Die iel äl igen und komplexen Anwendungsbe eiche on So wa e in diese B anche
s ellen eine He aus o de ung ü die So wa eges al ung da . Um ang eiche Wissensbe-
s ände müssen in So wa e übe se z we den.
• Sei es echnisches Wissen übe K a we ke ode Ne ze: um sie zu s eue n, zu übe -
wachen ode zu wa en. Will ein EVU bspw. seine Ne z-Mon eu :innen mi mobilen
Apps und D ohnen auss a en, is ein in ensi e Wissensaus ausch mi ihnen übe
de en A bei sweise und die echnischen Spezi ika de Ne zwa ung no wendig, da-
mi die P og ammie enden wissen, was sie zu un haben.
• Sei es egula o isches Wissen übe Gese ze und Ve o dnungen, welche den au oma-
isie en Da enaus ausch zwischen den Ma k eilnehmenden egeln, dami bspw.
die S omkundscha ein ach pe In e ne das s omanbie ende Un e nehmen wech-
seln kann. Jede: kann einen Blick au die eigene S om echnung we en, um zu se-
hen, was do alles an Da en s ehen muss: Abgaben, Umlagen, S eue n, echnische
Angaben, de S ommix e c. Ode jene Gese ze und Ve o dnung, welche egeln, wie
E neue ba e-Ene gie-Anlagen abge echne we den. Da kann es sein, dass Ju is :in-
nen bei de So wa eges al ung mi a bei en, dami die So wa e auch das Rich ige
mach und nich s alsch ab echne .
• Sei es die Regulie ung zu neuen Themen wie dem Emissionshandel, de in So wa e
übe se z we den muss, dami ihn die B anche e izien be ieben kann.
• Sei es le z endlich Wissen übe Ma ke ing, Kund:innense ice ode Rechnungss el-
lung, die, auch wenn sie in ande en B anchen exis ie en, ih e Indus iespezi ika ha-
ben und ü die deswegen eigene So wa elösungen en wickel ode zumindes S an-
da dso wa epake e angepass we den müssen.
Empi isch is de A bei sp ozess de So wa eges al ung ein Teil de Kon e genz
zweie Indus ien. Es e en zwei We schöp ungske en au einande (So wa e- und
Ene giewi scha ), die sich e sch änken und meis au e schiedene O ganisa io-
nen e eil sind. In Abbildung 2 sind die beiden We schöp ungske en da ges ell .
Jene de Ene giewi scha se z sich aus Ene giee zeugung, Handel, Ve eilung ia
(S om-/Gas-)Ne ze und Ve ieb zusammen. In de So wa ewi scha bes eh sie aus
de Spezi ika ion, de P og ammie ung, den Tes s, de Implemen ie ung, Wa ung,
dem Be ieb bis zum Ve ieb on So wa e. Beide We schöp ungske en a bei en
an bzw. mi de Anwendungsso wa e. Aus Sich de Ene giewi scha is So wa e
zen al ü die Da enhal ung, - e a bei ung und die Leis ungse b ingung. Dazu ge-
hö en T ansak ionen zwischen Fi men und Kundscha (B2C, Business o Cus ome )
wie auch zwischen Fi men (B2B, Business o Business). In de Ene giewi scha is
das zu einem g oßen Teil mi einem hohen G ad an Au oma isie ung e bunden, weil
die ielen un e schiedlichen Ma k eilnehmenden iele Massenda en (S ommengen,
Geldbe äge e c.) un e einande aus auschen müssen. Kapi el 7 geh nähe au die
indus iespezi ischen Aspek e de So wa eges al ung ein. Es e lek ie die Bedeu ung
de Indus ies uk u en ü die So wa eges al ung und gib Hin e g undwissen zum
besse en Ve s ändnis de Falls udien.
26 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Abbildung 2: Kon e genz zweie B anchen?
Die Falls udien beleuch en e schiedene Kons ella ionen de So wa eges al ung
und e gleichen sie anschließend (koope a i - i menübe g ei end, in e n, du ch So -
wa e i men, in einem S a -up e c.). Die Fi men sind jeweils au un e schiedliche Weise
Teil de We schöp ung de So wa ewi scha und agen jeweils un e schiedlich zu
So wa eges al ung bei.
2.3. Zusammenhang on F ages ellung, Technologie, P axis und Theo ie
In dem quali a i en Fo schungsp ozess haben sich aus einem i e a i en P ozess de Re-
lexion on Theo ie und Empi ie e s im Lau e de Zei die Ke n agen, zen alen P o-
bleme de P axis, konzep ionelle Aus ich ung und heo e ischen Einsich en e geben.
Ausgehend on de F ages ellung zu den Fo men und Folgen des A bei sp ozesses de
indus iespezi ischen So wa eges al ung e geben sich die ele an en echnologischen
G undlagen: de Quell ex , die un e schiedlichen echnischen Schich en und sp achli-
chen S uk u ie ungen, mi denen die Be eilig en au So wa e blicken, wo au sie sich
in ih e A bei beziehen und welche sie ü die Kommunika ion nu zen (Quell ex , Be-
dienobe läche, Eins ellungsmöglichkei en, Schni s ellen, Modelle, Algo i hmen e c.).
F ages ellung und Technologie we en in de Empi ie bzw. den Falls udien den Blick au
zen ale Mi el de A bei sp axis de So wa eges al ung und ypische P obleme.
Sowohl die So wa e selbs als auch ih Anwendungsbe eich kann seh komplex sein
und die Be eilig en müssen sich o zdem au eine Ges al ung einigen, weswegen Wissen
und Kommunika ion un e einande die zen alen A bei smi el sind.
Als ypische p ak ische Ke np obleme ü den A bei sp ozess de So wa eges al-
ung ha die empi ische Analyse die so wa e echnische In e disziplina i ä und die
so wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei en iden i izie . Die Falls udien sind
un e schiedliche Beispiele da ü , wie O ganisa ionen diese beiden P obleme lösen.
Allgemein s ellen sich beide P obleme unabhängig om Kon ex – egal ob ein S a -up
ode ein sei Jah zehn en exis ie ende Indus iekonze n So wa e ges al e . Fü die
so wa e echnische In e disziplina i ä müssen die Agie enden das Wissen übe die
Po enziale de So wa eges al ung mi dem Wissen übe die achlichen Beda e zusam-
menb ingen. E s de Dialog de Wissensdomänen (IT und Ene giewi scha ) schöp
die Möglichkei en de So wa een wicklung aus und übe winde Wissensg enzen. Rol-
3. Fo schungsdesign und -me hode
3.1. Me hode
3.1.1. Quali a i e Sozial o schung: Expe :innenin e iews ü Falls udien
Die Fo schungs age an sich is bis au einzelne Themen in de Soziologie (Ene giewi -
scha , o ganisa ionsübe g ei ende A bei sp ozesse, So wa eges al ung) noch nich un-
e such wo den und auch im Zusammenspiel nu spä lich e o sch . Dahe ha die Un-
e suchung einen quali a i -explo a i en Ansa z gewähl . Die Teilbe eiche de A bei s-,
O ganisa ions- und Techniksoziologie sollen zusammen be ach e und die da ü no -
wendigen Beg i lichkei en en wickel we den.
De quali a i e Ansa z e laub es, mi de no wendigen O enhei an die F agen he -
anzugehen und dabei zugleich die un e schiedlichen, be ei s exis ie enden E kenn nis-
se zu be ücksich igen. Wie in quali a i en Un e suchungen üblich, wi d die Komplexi ä
e s spä e im Fo schungsp ozess eduzie , was eine seh um assende Be ach ung des
Feldes e möglich . D ei Ve ah en wu den angewende , nämlich Falls udien, Expe :in-
nenin e iews und G ounded Theo y. Das Expe :innenin e iew bie e zwei Vo eile,
indem es Themen bündel und Da en e ozie . Im Aus ausch wäh end des Gesp ächs
kann de Ve asse seinen eigenen Expe ens a us als ehemalige So wa ep og ammie-
e und IT-Be a e uch ba machen. Die G ounded Theo y bie e sich besonde s in Be-
eichen an, zu denen bishe wenig Fo schung du chge üh wu de – eines de Me kmale
des hie au gespann en Feldes. Falls udien e lauben es, Einzel älle in ih e Komplexi ä
zu un e suchen. Dazu gehö de Kon ex übe die be ag en Indi iduen hinaus inklusi-
e de B anche.
Die Expe :innenin e iews wu den en sp echend de inhal lichen Aus ich ung
de A bei als Un e suchungsme hode gewähl . Es geh dabei nich um »die Gesam -
pe son […], d.h. die Pe son mi ih en O ien ie ungen und Eins ellungen im Kon ex
des indi iduellen ode kollek i en Lebenszusammenhangs« (Meuse /Nagel 2002: 71).
Nich Biog a ie ode Deu ungsmus e eines Indi iduums sind im Fokus, sonde n die
Handlungen on Menschen in einem konk e en A bei skon ex , also de en »Kenn nisse
übe Sach e hal e und […] Einschä zungen« (Klemm/Liebold 2017: 309). De Expe :in-
nens a us en sp ich eine Rolle, die jede Pe son einnimm , wenn sie ih e A bei
34 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
nachgeh . Es geh um achspezi isches Wissen bzw. »Be iebswissen« (Meuse /Nagel
2002). Auch Sachbea bei ende sind in ih em Feld und ü ih e Fi ma Spezialis :innen
bzw. Fachmenschen und gel en im Sinne diese A bei als Expe :innen. Expe :innenin-
e iews komplemen ie en zudem Falls udien, weil die Ve gleichba kei de In e iews
gewäh leis e wi d du ch den »ge eil e[n] ins i u ionell-o ganisa o ische[n] Kon ex de
Expe Innen« (Meuse /Nagel 2002: 81) und »du ch die lei adeno ien ie e In e iew-
üh ung« (ebd.). Bei diese Me hode kann ein Nu zen da aus gezogen we den, dass de
Au o selbs als IT-Fachk a in de B anche gea bei e ha und somi den Expe :innen
au Augenhöhe begegnen kann: In so einem Fall soll sich de Fo schende nach Bogne /
Menz (2002: 67), ande s als in ande en In e iewme hoden, nich ein passi e hal en.
In e ak ionse ek e sollen ielmeh als p oduk i e Komponen en des In e iew e lau s
beg i en we den. Schä z de In e iew e die Fo schenden als Co-Expe :in ein, ha das
Vo eile, wenn sachdienliche In o ma ionen und Au klä ung übe Sach e hal e e hoben
we den sollen.
»Wenn de Fo sche sein achlich-inhal liches In e esse beweis , sein eigenes Wissen
einb ing und engagie disku ie , is auch de Be ag e zu en sp echendem Enga-
gemen be ei und gib In o ma ionen und Wissen p eis, das bei ande en Rollenein-
schä zungen und Kompe enzzusch eibungen kaum zugänglich wü de« (Bogne /Menz
2002: 51).
Ein hohes achliches Ni eau im Gesp äch on Co-Expe :innen e zeug Da en, die dann
»gewinnb ingend ü de aillie e Sachanalysen« (Bogne /Menz 2002: 52) sind.
Zu Analyse solche Da en is die G ounded-Theo y-Me hode (GTM) besonde s ge-
eigne . Sie zähl nich nu analy ische Ka ego ien und okussie sich nich au sp ach-
liche Feinhei en wie e wa die objek i e He meneu ik ( gl. Ley 2010). K use (2015) häl
es bei quali a i en In e iewauswe ungen ü wich ig, eine »um assende[…] gesp ächs-
bzw. ex linguis ische[…] Besch eibung de konk e en Ve sp achlichungen« (K use 2015:
374) o zunehmen. E be ücksich ig in seinem ekons uk i -he meneu ischen Ve ah-
en die »A und Weise de Ve sp achlichung on Wi klichkei « (K use 2015: 375). Diesem
»(mik o-)sp achliche[n] Analyseansa z« (K use 2015: 376) olg die GTM nich :
»Beim Kodie en geh es nich um das He aus inden des wah en Sinns, de wah en
Be-/Deu ung im Einzel all […]. Das he auszu inden is nich Ziel und Ansp uch de
Kodie ungsp ozedu in de GTM […]. Die Da en eines Un e suchungs eilnehme s we -
den ielmeh dazu benu z , um Vo s ellungen übe G undkonzep e, Komponen en,
Dimensionen, Bedingungsge üge, Ve lau smus e o.Ä. zu en wickeln« (B eue /Die is/
Le au 2009: 78 .).
Wenn sich die In e p e a ion in de Fallbesch eibung – bes ehend aus un e schiedlichen
Be ag en-Pe spek i en – bewäh , genüg das. Sie muss nich den indi iduellen Sinn
des Be ag en wide spiegeln. Dadu ch eduzie sich de A bei sau wand ü die Ana-
lyse eines In e iews, wodu ch die Me hode e möglich , g öße e Tex mengen in einem
gegebenen Zei aum zu analysie en. Das Kodie en hil dabei, Tex e sowohl zu s uk-
u ie en als auch zu pa aph asie en und zusammenzu assen. Zudem is die G ounded
3. Fo schungsdesign und -me hode 35
Theo y de In o ma ik nich emd, wie die Ve wendung im In o ma ion Sys ems Resea ch
zeig ( gl. Wiesche e al. 2017)1. Das läss sie ü die o liegende Un e suchung besonde s
uch ba e scheinen.
3.1.2. Bezug zu Fo schungss and und Theo ieen wicklung
Die GTM e möglich es, den um ang eichen Fo schungss and au g und de iel äl igen
Fo schungs elde wie IT-Ou sou cing, So wa een wicklung ode Folgen on IT ü O -
ganisa ionen und A bei zu be ücksich ig en, ohne au die O enhei on quali a i e So-
zial o schung e zich en zu müssen.
Die G ounded Theo y kenn un e schiedliche Vo s ellungen da übe , ob mi heo e-
ischen Vo annahmen ins Feld gegangen we den soll e. Meh e e Quellen e e en die
Ansich , dass es nich ziel üh end sei, komple ohne Theo ie an Da en he anzu e en
( gl. B eue e al.: 2009: 58 .). Man sp ich hie on »in o med g ounded heo y« (Tho n-
be g 2012). De Reku s au den Fo schungss and is no wendig und sinn oll, um nich
be ei s gemach e E kenn nisse zu igno ie en. Ande en alls könn e eine E kenn nis e-
dundan sein, »wi hou knowing whe he i had al eady been done, wha we e he main
indings, and wha emaining heo e ical puzzles and empi ical gaps needed o be ad-
d essed« (De e ding/Wa e s 2021: 714). Wich ig is , dass de Fokus au den Da en bleib
und nich au de Li e a u und dass »concep o heo e ical idea he o she cons uc s
mus be g ounded in da a« (Tho nbe g 2012: 54). O enhei soll so lange wie möglich au -
ech e hal en we den: Die Da en sollen au zeigen, wie sie analysie we den wollen, und
en sp echend da die S uk u ie ung nich zu s a k sein. K use sp ich on »schielende
He meneu ik«, weil mi dem einen »Auge so o en wie möglich geschau we den muss,
mi dem ande en Auge zugleich abe s e s heo e isch e sie beobach e we den muss«
(K use 2015: 363). Eine igide Anwendung eines heo e ischen Rahmens wü de die Un-
e suchung s a k einsch änken ( gl. Collins/S ock on 2018: 9).
In de o liegenden A bei wi d on konzep ionellen E gebnissen gesp ochen und
nich on Theo iebildung. Theo ie wi d dabei e s anden als ein Zusammenhang on
Ideen, de e klä , wa um Fak o en au e en und wa um sie mi einande im Beziehung
s ehen ( gl. Gläse /Laudel 2006: 275).
»Theo y is abou he connec ions among phenomena, a s o y abou why ac s, e en s,
s uc u e, and hough s occu « (Su on/S aw 1995: 378).
De e a bei e e Analyse ahmen s ell zwa die Ve bindung zwischen den beobach e en
Handlungen und S uk u en he . Alle dings kann au g und de Vielzahl de un e schied-
lichen Kons ella ionen, in denen So wa eges al ung s a inde , nich da on ausgegan-
gen we den, dass du ch sieben Falls udien in eine B anche eine Theo ie de So wa e-
1 Wenn auch nich imme in de o gesehenen Tie e: Von 43 un e such en S udien nu zen die GT
23%, um eine Theo ie zu en wickeln, und bei den ande en we den Modelle ode dich e Besch ei-
bungen ange e ig . Das Memoing wi d selbs bei den Theo iea bei en nu bei jede zwei en e -
wende . G undsä zlich wenden die Theo iea bei en abe meh Me hoden an ( o allem o enes
Kodie en, axiales Kodie en und heo e isches Kodie en) ( gl. Wiesche e al. 2017).
36 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
ges al ung en wickel we den kann. De hypo he ische Cha ak e de S udiene gebnisse
soll du ch die Ve wendung des Beg i s des Konzep s kla ges ell we den.
3.1.3. Selbs -Posi ionie ung
Die e wende en Me hoden müssen es zulassen, dass Vo wissen eingeb ach we den
kann, denn de Au o wa selbe in de So wa eges al ung ä ig. Wie be ei s e wähn ,
lassen dies alle d ei Me hoden zu. Zudem wu de beach e , was als Posi ionie ung in de
Li e a u bezeichne wi d: »Als Fo schende posi ionie e ich mich und we de posi io-
nie ; ich beobach e und we de beobach e .« (B eue e al. 2009: 30) Am Beginn eines
jeden In e iews ha sich de Ve asse als Wissenscha le posi ionie , de nich nu
eine Fo schungsa bei zu Digi alisie ung in de Ene giewi scha du ch üh , sonde n
auch als ehemalige IT-Be a e in de B anche gea bei e ha .
De Ve asse wa on Janua 2011 bis Juli 2018 als IT-Be a e ä ig. Zunächs ha e
als T ainee die G undlagen de B anche und die B anchenlösung on SAP ü die Ve so -
gungsindus ie kennengele n . Im Anschluss wa e mi de Be euung und En wicklung
on So wa e be au und im Rahmen e schiedene P ojek e bei EVU ä ig. Le z e e wa-
en in zwei Fällen auch länge is ig, d.h., e ha zweimal as zwei Jah e lang mi den
Anges ell en im Bü o o O gea bei e . Somi wa es kaum möglich, an das Thema un-
o eingenommen he anzugehen. Themenwahl, Auswahl de In e iews, In e iew üh-
ung und Analyse sind du ch seine E ah ungen beein luss . Im Fo schungs e lau and
eine s ändige Kon as ie ung de gemach en E ah ungen, de eigenen All ags heo ien,
des soziologischen Zugangs, de Fo schungsli e a u , de Aussagen de be ag en Pe -
sonen und de me hodischen Auswe ung s a . Als Ma e ial sind die E ah ungen des
Ve asse s jedoch nich in die Falls udien einge lossen.
3.2. Fo schungs e lau
3.2.1. Feldzugang und Sampling
Es wu de e such , Fälle zu e o schen, die e schiedene Fo men de So wa eges al ung
abbilden. Wie diese bescha en sein soll en und welche O ganisa ionen da ü in F age
käme, wu de ausgehend on de eigenen B anchene ah ung, egelmäßigem Lesen de
Zei ung ü kommunale Wi scha (Z K) und de Fo schungsli e a u zu IT-Ou sou -
cing und So wa een wicklung es geleg . Obwohl de Feldzugang schwie ig wa , konn-
en e schiedene Fälle abgedeck we den: in e ne En wicklung in einem Konze n, ko-
ope a i e En wicklung meh e e EVU, die En wicklung du ch eine So wa e i ma, die
En wicklung in einem S a -up, g oße (>5000 Mi a bei ende) und kleine (≤800 Mi -
a bei ende) EVU. Le z endlich lassen sich die Fälle danach so ie en, wie sich die So -
wa een wicklung e eil : ob sie du ch meh e e O ganisa ionen wie So wa e i ma ode
IT-Diens leis ungsun e nehmen (IT-DL), auße halb ode inne halb de EVU s a in-
de .
In de olgenden Abbildung 5 sind die Bezeichnungen de Falls udien o ma kie .
INTERN1 und INTERN2 sind Falls udien, bei denen einen Teil de angewende en So -
3. Fo schungsdesign und -me hode 37
wa e eine So wa e i ma en wickel ha (SAP). Einen ande en Teil en wickeln die anwen-
denden EVU, weshalb in de Spal e »EVU« die Käs chen »E« ü En wicklung und »A« ü
Anwendung pla zie sind. Ein Käs chen mi »E« is helle , weil diese So wa een wick-
lung (bei SAP) nich Teil de Analyse is . Die g üne Linie s eh ü den Aus ausch zwischen
O ganisa ionen ode Teams bzw. Ab eilungen. Bei KOOP1, KOOP2 und KOOP3 en wi-
ckeln sowohl eine So wa e i ma als auch ein IT-DL und einige EVU. Dabei is nu im
Fall KOOP3 auch die En wicklung in de So wa e i ma Teil de Falls udie is . Bei PAKET
en wickel die So wa e i ma und die EVU wenden die So wa e nu an. Bei STARTUP
inden Anwendung und En wicklung in eine O ganisa ion s a und Ab eilungsg enzen
exis ie en nich .
Abbildung 5: Übe sich Falls udien
Fü die Ansp ache on Fi men und po enziellen In e iewpa ne :innen wu de ein
Handze el en wo en und an e sende e Nach ich en angehäng . Zusä zlich wu de sei
Mi e 2020 imme noch ein A ikel mi e sende . Diesen ha de Ve asse ü die Zei-
ung ü kommunale Wi scha (Z K) gesch ieben ( gl. Sonnenholzne 2020). Das Ziel
des A ikels wa , Au me ksamkei zu e egen. Alle dings ha sich nu ein Be a e ge-
melde , mi dem es zu keinem In e iew kam. Übe den Ve band kommunale Un e -
nehmen (VKU) e gab sich zwa die Teilnahme an einem T e en mi IT-Ab eilungslei-
enden aus EVU – abe eben alls keine In e iews. Auch übe die Gewe kscha en Ve -
di und IGBCE konn en zwa E s gesp äche mi Pe sonal o s änden a angie we den,
abe leide keine wei e gehenden In e iews. E olg eiche wa die Ve mi lung on Ve -
di an einen Be iebs a eines g öße en EVU, die zu meh e en In e iews üh e. D eimal
wa ich au Kong essen: Bundes e band de Ene giema k diens leis ungsun e nehmen
38 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
(BEMD), Bundes e band In o ma ionswi scha , Telekommunika ion und neue Medi-
en (bi kom) und eines kommunalen IT-DL. Es e gaben sich nu ku ze Gesp äche – abe
keine In e iews.
Au g und des zähen E olges übe Gewe kscha en und Ne zwe kpa ne :innen
wu de pa allel und e s ä k o allem ab 2020 eine In e ne eche che zu Fi men
du chge üh . Zue s ha de Ve asse einzelne Fi men (S ad we ke g öße e S äd e,
bekann e So wa ezulie e i men) pe E-Mail angesch ieben. Da aus e gaben sich zwa
Kennenle ngesp äche, abe keine In e iews. Mi de Zei wu den massi die sozialen
be u lichen Ne zwe ke (Xing und Linkedin2) genu z . Zwa ha nu ein ge inge An eil
au Kon ak an agen eagie , doch kam es dadu ch zu ielen In e iews.
Die Sampling-S a egie bes and g undsä zlich da in, möglichs iele In e iews zu
einem Fall aus e schiedenen Pe spek i en au die So wa een wicklung zu bekommen
(Anwendende, P og ammie ende, Ges al ende, Füh ungsk ä e). De Fokus lag au den
Handelnden zwischen Anwendung und En wicklung, die So wa eges al ung be eiben
(bspw. IT-P ojek lei ung, Sc um Mas e , P oduc Owne , An o de ungsmanagemen ).
Dadu ch wu de de Fo schungsgegens and » ace en eich e ass « (Me kens 2012: 291):
sowohl in Bezug au die Fo men de So wa eges al ung als auch au die Pe spek i en
au den jeweiligen A bei sp ozess. Teilweise kamen die In e iewkon ak e übe die
»Schneeballme hode« (ebd. 293) zus ande und es en s anden »geklump e S ichp oben«
(ebd.) du ch die pe sönlichen Ne zwe ke in eine O ganisa ion. Gleichzei ig wu den
In e iews auße halb diese Ne zwe ke ge üh , weil übe die sozialen be u lichen
Ne zwe ke Kon ak e zus ande kamen.
3.2.2. Ausgangs o schungs agen und le z endliche Lei agen
Die Ausgangs age des Disse a ionsp ojek es wa jene nach digi alen We schöp ungs-
ne zwe ken in de Ene giewi scha . De A bei s i el lau e e »Go e nance und A bei in
den O ganisa ionsne zwe ken de digi alen Ene giewi scha «. Ausgehend on Un e -
suchungen zu den Folgen on A bei s e lage ungen on Meziho ak (2018) und Flecke /
Haidinge /Schönaue (2013) s ell en sich olgende Fo schungs agen hinsich lich de di-
gi alen, ne z ö migen We schöp ungske en de Ene giewi scha :
1. Welche Fo men on Go e nance sind do zu inden?
2. Wie e o e sich in ih welche A de A bei mi IT-Sys emen?
3. Wie e ände sich de A bei sp ozess in ih ?
Nach Gläse /Laudel (2006) wu den ü diese Lei agen Un e agen en wickel . E s e e
agen nach »Beziehungen und Vo gängen im Un e suchungs eld, nach Me kmalen on
Indi iduen, G uppen, O ganisa ionen usw.« (Gläse /Laudel 2006: 89). De Fo schungs-
s and konzen ie e sich zunächs nu au Ene giewi scha und Ne zwe ka bei , wu de
im Ve lau dann abe meh und meh au IT und So wa e ausgewei e , was dann auch
2 Die beiden Ne zwe ke wu den auch ange ag , ob es die Möglichkei gäbe, die Da en ü Reche -
chen bzw. Auswe ungen zu nu zen, was abe beide ablehn en.
3. Fo schungsdesign und -me hode 39
ande e Fäche einschloss (bspw. In o ma ion Science, Wi scha sin o ma ik, An o de-
ungsmanagemen ). Im spä e en Ve lau de Fo schung e schob sich das Thema imme
meh in Rich ung So wa een wicklung. Das lag zum einen am Feldzugang (siehe oben).
Zudem iel im Lau de Zei au , dass eine Fo schungslücke dahingehend bes eh , wie
e schiedene Fo men de So wa eges al ung die A bei sges al ung p ägen und wie jene
Wissensa bei e :innen a bei en, die eine agende Rolle dabei spielen. Als zen ale Lei -
agen s ell en sich le z endlich olgende he aus, die eilweise auch den Ka ego ien des
Analyse ahmens en sp echen:
• Welche Rolle spiel die O ganisa ion on Anwendung und P og ammie ung ü die
So wa eges al ung? (A bei s eilung, Koo dina ions o men)
• Welche Rolle spielen die So wa ea chi ek u und de Anwendungsbe eich de So -
wa e ü de en Ges al ung?
• Wie wi d in e schiedenen Kons ella ionen ein A bei sp ozess de So wa eges al-
ung zwischen Anwendung und P og ammie ung e ablie ? (Wissensg enzen übe -
winden: Rollen, Ablau , Kommunika ion, We kzeuge)
• Welche Folgen ha die So wa eges al ung ü die A bei sges al ung? (Um ang de
Digi alisie ung, Kon olle, Beschä igungssys em e c.)
• We da wie mi ges al en an de en s ehenden So wa e? Welche Rolle spiel das
Managemen ? (Pa izipa ion)
• Inwie e n sind bei de Ges al ung indus iespezi ische Mus e zu e kennen? (am
Beispiel de Ene giewi scha )
3.2.3. Wei e e Fo schungs e lau und du chge üh e In e iews
Es wu den Expe :innenin e iews mi Lei äden du chge üh . De Lei aden wu de
meh mals angepass : 1. au g und des Fo sch i s de Un e suchung und 2. ü jedes Ge-
sp äch abhängig on de Rolle des Gegenübe s im A bei sp ozess, den o enen Punk en
bzw. Unkla hei en aus o he gehenden In e iews eines Falles, de In e iewdaue e c.
De im Anhang be indliche Lei aden s ell somi eine Sammlung on F agen da . Es wu -
de e such , aus üh liche e An wo en zu e ozie en du ch Fo mulie ungen wie »Könn-
en Sie das bi e noch einmal e klä en?«, »Es schein mi , ande e sagen…« ( gl. Ma in
2017: 88). Abs ak e F agen und Zusammenhänge wu den e mieden ( gl. ebd. 91).
Das e s e In e iew wu de am 20.01.2019 ge üh und das le z e am 17.02.2023
(Schwe punk e wa en Mi e 2019, An ang und Mi e 2020 und Mi e 2021). Die Länge
de In e iews wa mi 90 Minu en e anschlag , wobei sich einige In e iewpa ne :in-
nen nich so iel Zei nehmen konn en. Insgesam wu den 137 In e iews ge üh , ü
128 da on konn en Au nahmen gemach we den. Le z endlich konn en ü die Falls u-
dien nu 62 e wende we den. Wie oben zum Thema Sampling besch ieben, wa das
Ziel, meh e e (mindes ens d ei) In e iews zu einem Fall zu sammeln. Das is in sieben
Fällen geglück . Die es lichen In e iews sind Einzel älle (maximal zwei In e iews)
zum A bei sp ozess de So wa eges al ung.
40 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Tabelle 1: Anzahl und Zei aum ge üh e In e iews je Fall
Fall Anzahl w m E s es Le z es
INTERN1 6 1 5 14.07.2020 16.05.2022
INTERN2 8 1 7 02.07.2020 03.12.2021
KOOP1 17 3 14 17.03.2020 20.05.2022
KOOP2 12 4 8 21.04.2020 01.03.2022
PAKET 12 3 9 01.04.2020 15.07.2022
KOOP3 4 0 4 30.03.2020 22.10.2021
STARTUP 3 1 2 04.10.2022 17.02.2023
Summe 62 13 49
Von den 62 In e iews wu de eines pe E-Mail ge üh . Die ande en 61 wu den au -
genommen und ansk ibie . Nu zwei In e iews anden pe sönlich s a – de Res
ele onisch ode pe Video-Kon e enz. Aus me hodische Sich können E-Mails bei Lei -
adenin e iews soga Vo eile bie en ( gl. Schiek 2022), ebenso wie ele onische gegen-
übe solchen on Angesich zu Angesich ( gl. Schulz & Rudda 2012). Es gab nu einen
Fall, in dem die be ag e Pe son me klich zu ückhal end wa und nu seh allgemein ge-
sp ochen und wenig Konk e es übe die eigene A bei gesag ha . Die Fallbesch eibungen
zu INTERN1 und STARTUP wu de jeweils on eine be ag en Pe son gelesen und ohne
Ko ek u en als zu e end eingeschä z . Dieses Ve ah en, um die Gü e de quali a i-
en Sozial o schung zu s eige n, wi d »kommunika i e Validie ung« (S einke 2012: 320)
genann .
Ab Feb ua 2020 wu de ein Fo schungs agebuch ge üh , wo ich sowohl heo e i-
sche als auch empi ische No izen (Übe legungen, Beobach ungen e c.) gesammel habe.
Ebenso wu den die In e iew-Si ua ionen p o okollie und in eine Da ei es gehal en
(inkl. Au älligkei en und o ene F agen).
3.3. Kodie ung, Ka ego isie ung und Fall e gleich
Es wu de mi e schiedenen Kodie ungs o men expe imen ie . Ganz zu Beginn wu de
line-by-line Coding ( gl. Cha maz 2014: 343) p obie , was zu iele Ka ego ien he o -
b ach e.
F iese (2016) weis da au hin, dass es Co bin und S auss da um ging, dass Codes
nich nu Dinge besch eiben sollen, sonde n eine In e p e a ion und G uppie ung au
höhe e Ebene da s ellen ( gl. ebd. 487). Dadu ch en s ehen nich so iele Ka ego ien.
Sie mein zudem, s a »kodie en« wä e » aggen« als Beg i besse , weil es meh um E i-
ke ie en ode Iden i izie en geh ( gl. ebd. 490). Zen ale Teil is neben dem »Taggen«
e schiedene In e iews ellen ü sie das analy ische Sch eiben ( gl. ebd.). Das is in de
o liegenden A bei beim Tex ü die Falls udien angewende wo den.
Dabei is die Besonde hei on Expe :innenin e iews zu beach en:
3. Fo schungsdesign und -me hode 41
»Ande s als bei de einzel allin e essie en In e p e a ion o ien ie sich die Auswe -
ung on Expe Innenin e iews an hema ischen Einhei en, an inhal lich zusammen-
gehö igen, übe die Tex e e s eu en Passagen – nich an de Sequenziali ä on Äu-
ße ungen je In e iew« (Meuse /Nagel 2002: 81).
Es wu de das e such , was die G ounded Theo y ausmach : o en zu bleiben, nahe an
den Da en zu bleiben, Codes ein ach, p äzise und ku z zu hal en, Handlungen in den
Fokus de Codes zu nehmen, Da en un e einande zu e gleichen ( gl. Cha maz 2014:
120). Aus de Codie ung en s and ein Ka ego ienbaum in MAXQDA. E bes eh aus ün
übe geo dne en Ka ego ien:
• »Ve eil e Kompe enzen und Funk ionen/A bei s eilung/Spezialisie ung«
• »Ve handlung gene isch/indi iduell, in eg ie /seg egie «
• »Koope a ion du ch gemeinsames Wissen + e ablie e Kommunika ion«
• »Rahmen zu In eg a ion on So wa e(-en wicklung)«
• »Subjek i ie ung (Möglichkei en und E wa ungen des Einzelnen)«
Die Un e ka ego ien und -codes dien en dazu, ü jeden Fall die zugeo dne en Tex ab-
schni e in Excel zu expo ie en, do zu pa aph asie en und en sp echend den (übe -
geo dne en) Ka ego ien in eine Tex da ei ü die Fallbesch eibung zu kopie en. Le z -
endlich wu den die Ka ego ien, wie sie nun im Analyse ahmen es gehal en sind, e s
ausgea bei e du ch die Pa aph asie ung alle als wich ig e ach e en In e iews ellen,
de en Zusammen üh ung in einen Fall und du ch die das im Fall en wickel e allspezi i-
sche Na a i .
»In eading each case, he esea che will de elop an idea o he impo an concep s
and hei linkages in he da a— p o isional answe s o he ›how‹ and ›why‹ ques ions
a he cen e o he esea ch.« (De e ding/Wa e s 2021: 727)
Es wa ein P ozess, in dem imme wiede zwischen den Ka ego ien in MAXQDA, einzel-
nen Falls udien und Theo ien gedanklich hin und he gesp ungen wu de.
»When passing h ough mul iple cases in he i s ound o eading and coding, we
ecommend compiling a lis o concep s and ela ionships be ween hem ha appea
o desc ibe mul iple cases and begin desc ibing he con ou s o ela ionships in he-
ma ic memos.« (Ebd.)
Das wu de ü meh e e Falls udien du chge üh . Peu à peu wu den übe den Ve gleich
e schiedene Falls udien die Re lexion de Theo ie und un e Be ücksich igung de F a-
ges ellung die Ka ego ien wei e en wickel . E gebnis dieses P ozesses sind d ei Obe -
ka ego ien (sozio echnische Kons ella ion, A bei sp ozess So wa eges al ung, Folgen)
mi den jeweiligen Un e ka ego ien und de Analyse ahmen in seine je zigen Fo m. Au
diese Weise konn e ein Rahmen gewonnen we den, um die Falls udien zu s uk u ie en
und den A bei sp ozess de So wa eges al ung on seinen Ausgangspunk en und sei-
nen Folgen kla analy isch un e scheiden zu können.
42 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Als E s es wu de ü INTERN2 und KOOP1 e such , einen möglichs kohä en en
Au bau de Fälle zu e s ellen. Dann kamen die ande en Fälle, wobei auch INTERN2 und
KOOP1 imme wiede leich angepass wu den. Zule z wu de STARTUP ange e ig . Ab-
schließend wu de wei e an den jeweiligen Besonde hei en de Fälle gea bei e . Im wei-
e en Ve lau (Übe a bei ung de einzelnen Kapi el de Disse a ion, wiede hol es Lesen
de Falls udien) kam nich s meh zum Vo schein, was gegen den Analyse ahmen gesp o-
chen hä e. Zule z wu den die Un e schiede zwischen den Fällen he ausgea bei e und
aus diesen Ideal ypen kons uie . Im Sinne Webe s bezieh sich ein Ideal yp zwa »au
empi ische Phänomene, besch eib sich abe nich ein ach, sonde n übe s eige einige
ih e Me kmale, um zu einem Modell soziale Wi klichkei zu gelangen.« (Kelle/Kluge
2010: 83)
3.4. G enzen de Un e suchung
E s ens kann nich ausgeschlossen we den, dass es ein Bias hinsich lich unk ionie en-
de und aus de Pe spek i e de Beschä ig en posi i e A bei sbedingungen gib . Im
Lau e de Feld o schung iel au , dass sich o allem jene Pe sonen und O ganisa ionen
zu Ve ügung s ell en, bei denen die So wa een wicklung und de So wa eeinsa z po-
si i wah genommen we den. Nu e einzel gab es Gesp äche, bei denen übe IT-P o-
jek e gesp ochen wu de, die schie gelau en sind. Es blieb in diesen Fällen dann bei Ein-
zelin e iews. Da iele Falls udien übe einzelne Pe sonen gewonnen wu den, wa es on
de en O enhei und Be ei scha abhängig, sich Zei ü In e iews zu nehmen (nu bei
INTERN1 und INTERN2 kamen die Kon ak e inne halb de O ganisa ion übe den Be-
iebs a zus ande). De Ve dach bes eh , dass dami imme auch ehe o ene pe sönli-
che Ne zwe ke genu z wu den. Womöglich sind dadu ch A bei sum elde mi schlech-
e en A bei sbedingungen ausso ie wo den. Das heiß abe nich , dass die Be ag en
nich einzelne Aspek e ih e A bei k i isie hä en (bspw. die Zusammena bei mi den
IT-DL ode So wa e i men).
Zwei ens kann die P o essionali ä de So wa een wicklung nich gemessen we -
den. Es we den zwa in einzelnen Falls udien ak uelle Me hoden wie Sc um angewende
ode soga spezi ische En wicklungsme hoden wie Domain-d i en Design3. Gleichwohl
wu de nich de Quellcode gep ü , wie die An o de ungen gesch ieben sind, ob sie kla
und e s ändlich sind, ob saube dokumen ie wu de ode inwie e n objek o ien ie
p og ammie wu de.
D i ens wu de das Wissen de Be ag en nich di e enzie e ass . Es is imme
noch eine o ene Fo schungs age, welche Wissensbes ände en scheidend ü die so -
wa e echnische In e disziplina i ä sind. Nich in allen Fällen wu de genau e hoben, o
allem wegen de ge ingen Anzahl de Be ag en, we wie iel on welchem Wissen ha .
Meis wu de das Ve häl nis on IT- zu Fachwissen abge ag , welche Schulungen besuch
3 Dabei wi d die Wissensdomäne des Anwendungsbe eichs in de P og ammie ung be ücksich ig ,
z.B. indem Fachbeg i e aus dem Anwendungsbe eich in den Quellcode ein ließen. Dadu ch wi d
die Kommunika ion zwischen P og ammie enden und Anwendenden ein ache , weil sie die glei-
chen Beg i e e wenden.
4. So wa eges al ung als Teil de Digi alisie ung 49
G unds uk u aus eine Zei o Compu e und In e ne . So is die O ganisa ion au die
P oduk ion on Au os ode die Wa ung on S omne zen ausgeleg . Die IT-Ab eilung
is eine neben ande en indi ek en Be eichen wie Pe sonal ode Buchhal ung.
Die Falls udien we den un e schiedliche Wege zeigen, wie O ganisa ionen, die nich
p imä au die So wa een wicklung ausge ich e sind, sich mal meh und mal wenige
au dem Weg machen, selbs So wa e zu p og ammie en.
4.2. Die zwei Ke np obleme de So wa eges al ung
T adi ionelle Nich -IT-Un e nehmen können nich ein ach S a -ups we den und we -
den es auch nich . Sie müssen abe ü sich die F age bean wo en, wie sie mi ih en be-
s ehenden S uk u en umgehen. Die Un e suchung de Falls udien im 8. Kapi el und die
Au a bei ung des Fo schungss andes e gaben zwei Ke np obleme de So wa eges al-
ung – egal ob die O ganisa ionen ih e bes ehenden sozialen S uk u en (ob z.B. zu Be-
a bei ung on Kund:innen echnungen ode An ägen au Bau ö de ung) abbilden, e -
ände n ode ganz neu ges al en: die so wa e echnische In e disziplina i ä und die so -
wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei en. Die beiden P obleme sind deshalb ele an ,
weil sie die Besonde hei des A bei sp ozesses de So wa eges al ung ausmachen und
die hie o liegende Un e suchung da um k eis , wie O ganisa ionen diese beiden P o-
bleme in un e schiedlichen Kon ex en lösen und was das ü Folgen ha .
4.2.1. So wa e echnische In e disziplina i ä
Um So wa e ü eine bes imm e Indus ie zu en wickeln, is Wissen übe die en sp e-
chende Indus ie no wendig. SAP (bekann ü indus iespezi ische S anda dso wa e)
is sei de G ündung 1972 g oß gewo den dami , in gemeinsamen P ojek en mi Indus-
ie i men das indus iespezi ische Wissen in Konzep e und in So wa e umzuse zen
( gl. Siegele/Zepelin 2009: 24, 52 .). Wissen aus dem jeweiligen b anchenspezi ischen
(zukün igen) Anwendungsbe eich de So wa e und so wa e echnisches Know-how
müssen zusammen gedach we den, um die Möglichkei en de Technologie auszu-
schöp en. Vom allgemeinen B anchen achwissen übe einzelne indus iespezi ische
P ozesse, übe Fi menwissen zu i menin e nen Abläu en bis hin zum indi iduellen An-
wendungswissen eines A bei spla zes mi seinen spezi ischen Besonde hei en, an dem
Spezialis :innen a bei en: Die P og ammie enden müssen wissen, was sie zu p og am-
mie en haben. We e an wo lich ü die In e disziplina i ä is , d.h. ob die Fe igkei en
de So wa een wickelnden e gänz we den ( gl. Bauk owi z/Boes/Eckha d 1994) ode
ande e Fäche am Zug sind (Managemen , Beha io al Science, VWL) ( gl. Boehm 2006:
25), is eine F age, welche die Falls udien e hellen we den: Es geh nich nu um das
Wissen Einzelne , sonde n o allem da um, du ch den A bei sp ozess de So wa e-
ges al ung die e schiedenen Wissens äge :innen zusammenzub ingen. So ode so
nimm die He aus o de ung mi de Spezialisie ung de So wa elandscha zu: was die
Vielzahl an Anwendungen, abe auch de en Um ang anbelang . Die imme komplexe
we denden So wa epake e haben ih e eigene Biog a ie und P adabhängigkei en ( gl.
Pollock/Williams 2009: 80 .), de en Kenn nis o mals Vo ausse zung is , um sie wei e -
50 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
en wickeln zu können. Um all dieses Wissen ü die So wa eges al ung zu mobilisie en,
können un e schiedlichs e soziale Einhei en zusammena bei en: So wa e i ma und
Ve wal ung, IT-Ab eilung und Fachbe eich, S a -up und Indus iekonze n, Sc um-
En wicklungs-Team und ein Team ü S omhandel. Fü iele Nich -IT-Fi men is das
eine He aus o de ung, weil de o ene, kommunika i e Aus ausch ebenso wenig zum
O ganisa ions- und A bei s epe oi e gehö wie die So wa een wicklung.
Wegen imme komplizie e e So wa elandscha en und -lösungen und imme
komplexe e Indus iep ozesse gib es imme meh Spezialis :innen, on denen eine
Abhängigkei bes eh und au de en Pa izipa ion man angewiesen is (das Hee an
SAP-Be a enden is nu ein Beispiel). Auch wenn schon üh in de Fo schung da au
hingewiesen wu de, wie wich ig Pa izipa ion bei de Ein üh ung on IT-Sys emen is
( gl. Mann/Williams 1960: 225 .), zeigen die Falls udien diese A bei , dass in den Un-
e nehmen wenige de Wille ausschlagend is , die Beschä ig en an de Ges al ung zu
be eiligen. Vielmeh geh es da um, an das ü die Ges al ung de So wa e no wendige
Wissen bes imm e Beschä ig e zu gelangen. De Ges al ungsp ozess e eil sich
au all diejenigen, die zwischen Anwendenden und P og ammie enden An o de un-
gen au nehmen, So wa epak e anpassen, Ve handlungen übe neue Fea u es üh en.
Hohlmann (2007) sp ich in ih e Un e suchung on Ne zwe ken de Ges al ung, die
übe das, wie sie es nenn , In eg a ionswissen aus O ganisa ions-, P ozess- und Tech-
nologiewissen e ügen. Ande e Au o en sp echen on einem »ins i u ionalisie en
In o ma ionsb uch« (Reme 2008: 162) zwischen IT- und Fachab eilung, den es zu übe -
winden gil . Du ch die Konzen a ion de IT-Fachk ä e und -Kompe enzen in eine
Ab eilung bes eh eine Wissensg enze zu den ande en. Mi dem IT-Alignmen gib es
eine eigene Disziplin in de (Wi scha s-)In o ma ik, die e o sch , wie IT- und Fachab-
eilung besse zusammena bei en können (da au geh 6.4.1.1 genaue ein). Dabei geh
es z.B. um das IT-P ojek managemen , das au g und de achlichen und echnischen
Unsiche hei en in P ojek en am bes en sowohl übe achliches als auch übe echnisches
Wissen e ügen soll e. Ge ag is die ode de »hyb id IT PM wi h one oo in he IT
domain and he o he oo in he business domain« (Ko/Ki sch 2017: 316).
Zen al ü die Un e suchung is , wie in un e schiedlichen Kon ex en diese Wissens-
g enzen übe wunden we den. Die da ü zus ändigen Beschä ig en und A bei sabläu e
de Ges al ung s ehen dabei im Mi elpunk . Es handel sich um eine neue So e on Wis-
sensa bei zwischen Anwendung und P og ammie ung. Die Wissensa bei enden e ü-
gen übe spezi ische Quali ika ionen, A bei sme hoden und Rollen. Sie so gen ü die
kon inuie liche Wei e en wicklung de So wa e. Sie so gen ü die Konzep ionslogis ik,
dass P og ammie ende imme wiede neue Konzep e bekommen, die zu p og ammie-
en sind. Die Falls udien machen deu lich, dass diese in e disziplinä e Wissensa bei im
Kon ex de Konku enz au de Ebene on Indi iduen und O ganisa ionen geschieh .
Wi scha liche Indika o en bes immen En scheidungen übe Einsa z und En wicklung
on So wa e. Das ha u.a. die Folge, dass es nich ohne wei e es möglich is , sich ei on
jeglichen Zwängen übe die op imale So wa e auszu auschen. Koope a i es Ve hal en
und dami eine Basis ü einen o enen Wissensaus ausch is zwischen und inne halb
on Fi men nich selbs e s ändlich.
4. So wa eges al ung als Teil de Digi alisie ung 51
4.2.2. So wa e echnische Ges al ungsmöglichkei en
Ein zwei es zen ales und ypisches P oblem ü den A bei sp ozess de So wa ege-
s al ung is jenes de so wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei en2. Wo in lieg das
P oblem? O ganisa ionen müssen zwei wesen liche En scheidungen e en und den
A bei sp ozess de So wa eges al ung en sp echend o ganisie en:
A) Ges al ung de So wa e: Ein Quellcode kann nu au einem Compu e exis ie en
ode au einem e ne z en Se e , au den die ganze Wel Zug i ha . E kann Teil
eines S anda ds sein, den iele O ganisa ionen nu zen, ode ein indi iduell und es
nu z ihn nu eine O ganisa ion. Die So wa eges al ung s eh nun o dem P oblem,
den jeweiligen so wa e echnischen Zuschni zu e a bei en: Soll sie e was indi idu-
ell ode als S anda d ges al en? Soll sie eine S anda dso wa e e wei e n ode anpas-
sen?
B) Ges al ung on A bei und O ganisa ion: Die anwendende O ganisa ion kann die
So wa e selbs ges al en ode du ch ande e wie IT-Diens leis ungsun e nehmen
(IT-DL) ode So wa e i men ges al en lassen. Beim P ima de So wa een wick-
lung ha sich eine O ganisa ion da ü en schieden, sich o ganisa o isch au die
So wa een wicklung auszu ich en. Das P oblem, sich o ganisa o isch au die An-
wendung eine (S anda d-)So wa e ode au die So wa eges al ung auszu ich en,
wi d hie als so wa e echnische Aus ich ung eine O ganisa ion bezeichne .
Die Falls udien des 8. Kapi els zeigen konk e , dass es ü die So wa eges al ung
en scheidend is , welche so wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei en in punc o
Zuschni (S anda d ode indi iduell) und o ganisa o ische Aus ich ung (Anwendung
ode Ges al ung) die O ganisa ionen nu zen.
Theo e isch könn e A) bedeu en, dass man wel wei nu noch eine (So wa ebau-
s ein-)Biblio hek mi allen möglichen Funk ionali ä en b auch . Dadu ch wä e die
So wa eges al ung deu lich wenige au wendig. Ta sächlich gib es solche Biblio heken
mi indus ieunspezi ischen, g undlegenden So wa ebaus einen3. Auch eine S an-
da dso wa e wie SAP kann als Ve such gesehen we den, bes imm e Funk ionali ä en
(bspw. A bei sabläu e ode Da en e a bei ungsp ozesse) du ch iden ischen Quell-
code ü alle O ganisa ionen gleich abzubilden – selbs die indus iespezi ischen. De
so wa e echnische Zuschni kann sich aus un e schiedlichen U sachen e geben:
• Syne gien: Du ch gene ische Teile eine So wa e ode S anda dbaus eine ü meh-
e e Anwendungsbe eiche ( e schiedene Ab eilungen, Fi men e c.) ode P og am-
mie ungen (einzelne Baus eine) sollen Syne gien gehoben we den.
2 Es gib Ähnlichkei en zu »Bezugsebene« des In o ma ions aums ( gl. Boes e al., 2016: 34). Auch
wenn die Fi men diese Bezugsebene nu zen, um die so wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei-
en zu e wi klichen: De Beg i de Bezugsebene allein wü de nich e deu lichen, um welche
spezi ischen Eigenscha en on So wa een wicklung es geh , die ü die So wa eges al ung be-
sonde s ele an sind.
3 Zum Beispiel Ja a Class Lib a y, C++ S anda d Lib a y, Reac .js, Node.js.
52 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
• Ins i u ionell: Die So wa e wi d au S anda ds ausge ich e (bspw. echnische ode
egula o ische).
• Abg enzung on We bewe be n: Die indi iduelle So wa e soll es e möglichen, sich
on de Konku enz abzuheben – ob du ch meh E izienz ode indi iduelle Ange-
bo e ü die Kundscha .
• Anwendungspe spek i e: Die So wa e soll au die indi iduelle Pe spek i e de an-
wendenden O ganisa ion zugeschni en we den, bspw. du ch die E wei e ung eine
S anda dso wa e.
• P io i ä en: Die So wa e bilde nu die wich igs en Funk ionali ä en ab. Das kann
bedeu en, dass eine S anda dso wa e nu einen bes imm en Um ang ha . Die an-
wendenden Un e nehmen müssen diese dann noch indi iduell e wei e n, um ih e
i menin e nen P ozesse da übe hinaus mi So wa e aba bei en zu können.
Egal wie de Zuschni zus ande komm : Sobald eine A bei s eilung exis ie und je meh
O ganisa ionen mi ges al en, des o höhe wi d de Koo dina ions- und Kommunika i-
onsau wand, um bspw. es zulegen, was in einen S anda d hineinkomm ode ob und
wie Syne gien gehoben we den ode nich . Eine Möglichkei , diesen Au wand zu um-
gehen, is , sich ein ach eine S anda dso wa e un e zuo dnen und seine O ganisa i-
on und die A bei jedes Einzelnen au diese auszu ich en. Das bedeu e abe , po enzi-
elle Möglichkei en de indi iduellen So wa eges al ung und un e Ums änden We be-
we bs o eile auszuschlagen.
Solche Syne gien du ch S anda dbaus eine scha en im Fall on ERP-Sys emen
So wa e i men. Sie haben es übe nommen, gene ische, ü einen S anda d ele an e
A bei ssch i e und P ozesse zu en decken und da aus eine S anda dso wa e zu en -
wickeln – was eine au wendige Ve handlungsa bei is ( gl. Pollock/Williams/D’Adde io
2007). Lau Mo mann (2016) be ö de n So wa ehe s elle den Glauben, dass O ga-
nisa ionen iel gemeinsam haben, o allem wenn sie S anda dso wa e e kau en
wollen ( gl. ebd.: 110). Es bes ünde eine »Gleichhei sun e s ellung« on SAP und den
SAP-Be a enden: P ozesse in e schiedenen Indus ien un e scheiden sich nich ( gl.
ebd.: 158). Eine S anda dso wa e will die So wa e i ma möglichs o e kau en (»eco-
nomies o scale«). Wie ein Fall in de Un e suchung hie zeig (KOOP1), gib es abe
auch die Möglichkei , dass meh e e O ganisa ionen sich in koope a i en P ojek en die
F age s ellen, was sie denn gemeinsam haben, um dann zusammen eine So wa e zu
en wickeln. Da aus kann eine um assende S anda dlösung en s ehen ode einzelne
Funk ionali ä en, die übe die Cloud ab u ba sind. Auch in e n können O ganisa ionen
ü P ozesse S anda dso wa ebaus eine en wickeln, die meh e e Ab eilungen mi den
gleichen A bei ssch i en be e en.
Nich nu So wa e i men ode Nich -IT-Fi men un sich schwe , solche Syne gien
zu e kennen. Auch au B anchenebene is es schwie ig: Ein Beispiel da ü is das E -
neue ba e-Ene gien-Gese z (EEG). Nachdem es die Bundes egie ung e abschiede ha ,
haben sich übe die Jah e hinweg egelmäßig die Einspeise e gü ungen ü E neue ba-
e-Ene gie-Anlagen geände . Viele un e schiedliche Ene gie e so ge , So wa e i men
und IT-Be a ungen haben e s eigene Lösungen en wickel , um diese Anlagen abzu ech-
nen, und diese dann imme wiede angepass , ans a zen al eine Lösung zu p og am-
mie en. Im Lau e de Zei s ell en einzelne So wa e i men S anda dlösungen zu Ve -
4. So wa eges al ung als Teil de Digi alisie ung 53
ügung. Abe ob de Weg übe den Ma k de e izien es e ü die B anche wa , is ag-
wü dig.
Das zwei e p ak ische P oblem de so wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei en
B) be i die Ges al ung on A bei und O ganisa ion: wie sich O ganisa ionen dazu
e hal en, dass sie sich so ges al en könn en, wie es op imal aus Sich de So wa een -
wicklung is , und nich so, wie es z.B. EVU gewohn sind: nach Fachab eilungen ge enn
ü Ins andhal ung, Ab echnung, Einkau , IT-Ab eilung, S omhandel e c. Sich zusam-
men mi ielen ande en Ab eilungen au eine So wa e einigen ode eigens ändig eine
auswählen? Die IT-Landscha on de bes ehenden O ganisa ion aus ges al en ode die
bes ehende O ganisa ion als so wa ebasie e O ganisa ion be ach en und da on aus-
gehend nach Op imie ungen ode Syne gien au O ganisa ionsebene suchen? Sich an
eine S anda dso wa e aus ich en ode diese anpassen? Wenn Amazon seine Logis ik-
so wa e auch ande en Fi men anbie e , se z sich dann nich nu eine zen ale So wa e-
lösung, sonde n auch eine S anda do ganisa ion und -a bei du ch?
Selbs bei eine S anda dso wa e s ehen die Un e nehmen o de F age, ob sie sich
ein au die Anwendung konzen ie en ode in e n selbs indi iduelle Anpassungen und
E wei e ungen an de S anda dso wa e o nehmen: De Beda an be iebsindi iduel-
len Anpassungen is g oß. Die Anzahl an koope ie enden Fi men de S anda dso wa e-
i ma SAP, die un e die Ka ego ien »Solu ion Building« und »Consul ing Se ices« al-
len, be äg 457 in Deu schland und 2796 wel wei 4. Das is möglich, weil SAP sich ü
eine So wa ea chi ek u en schieden ha , die neben indi iduellen Eins ellungen auch
Ve ände ungen am Quellcode und das P og ammie en on E wei e ungen zuläss .
In ielen Fi men exis ie die Mischung aus S anda dso wa e und selbs en wickel-
en E wei e ungen ode Anpassungen. Wie es zu diese Mischung komm und sie kon-
k e aussieh , wä e eine wei e e F age. Es mögen P adabhängigkei en sein ode s a egi-
sche En scheidungen, die So wa eges al ung in e schiedene Bes and eile au zu eilen:
einen Teil ü Tä igkei sbe eiche de Fi men, in denen du ch indi iduelle So wa een -
wicklung ein Vo eil gegenübe konku ie enden Fi men e ziel we den kann, und einen
ande en Teil, bei dem das nich de Fall is und dahe eine S anda dso wa e aus eich ,
die iele ande e auch e wenden (es bleib die Möglichkei , du ch eine e izien e e An-
wendung We bewe bs o eile zu e zielen). Es is eine wich ige s a egische F age, wel-
che in e nen P ozesse sich an eine S anda dso wa e aus ich en (können) und dadu ch
»das Di e enzie ungsme kmal de O ganisa ion gegenübe möglichen Konku en en
am Ma k e lo en geh « (Masak 2006: 245). G undsä zlich IT nich als s a egisch ele-
an und aus auschba wie Bü os ühle zu e ach en, schein da wenig plausibel.5
Die He aus o de ungen de so wa e echnischen Ges al ungsmöglichkei en und
In e disziplina i ä sind ge inge bei S a -ups bzw. bei Fi men, die on An ang an
au So wa een wicklung als Basis ih e Leis ungse b ingung zu ückg ei en. Wenn de
4 Abge u en on www.sap.com/pa ne s/ ind.h ml am 26.04.2023
5 2003 ha Nicholas Ca den A ikel »IT Doesn’ Ma e « gesch ieben, in dem e a gumen ie , dass
IT den Un e nehmen keine s a egischen Vo eile b äch e. Sie endie e dazu, eine aus auschba e
S anda dwa e (»Commodi y«) wie bspw. Sei e zu sein. Dies wä e dann de Fall, wenn die So wa e
ein ach zu bedienen is , ohne g oße o ganisa o ische Ve ände ungen ausge ausch we den kann
und kein Lock-in-E ek bes eh ( gl. ZDNe S a 2004).
54 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
oben e wähn e P ima de So wa een wicklung gil , is die O ganisa ion be ei s au
de en An o de ungen ausge ich e . Die indus iespezi ischen P ozesse we den den
so wa e echnischen En wicklungsp ozessen un e geo dne und dami die A bei sge-
s al ung komple selbs in die Hand genommen.
Die beiden Ke np obleme e deu lichen, wie wich ig es is , e schiedene Kons ella-
ionen de So wa eges al ung zu un e suchen. Die Fi men de Falls udien des Empi ie-
Kapi els wählen un e schiedliche So wa ea chi ek u en ode Möglichkei en on Syne -
gien, Wissensg enzen e lau en jeweils ande s und haben en sp echend Auswi kungen
au A bei und O ganisa ion. Genauso wi d sich zeigen, dass es eine besonde en Fo m
de Kon olle de So wa eges al ung beda , um diese beiden Ke np obleme de So -
wa eges al ung zu ad essie en.
Exku s: En wicklungspla o m on SAP
Die e s en ie Falls udien (INTERN1, INTERN2, KOOP1, KOOP2) des Empi ie-Kapi els
e wenden die En wicklungspla o m on SAP. Es handel sich um jene de ERP-Ve si-
on R/3, die SAP in den 90e n en wickel ha . Fü die En wicklungspla o m is SAP Ne -
Wea e die echnische Basis. Sie is als o ene Pla o m konzipie , d.h. nich nu ü den
SAP-Konze n in e n, sonde n auch ü koope ie ende Fi men und die Kundscha ( gl.
Siegele/Zepelin 2009: 191). Teil des SAP Ne Wea e is eine eigene, SAP-spezi ische P o-
g ammie sp ache (ABAP) und We kzeuge, um selbs Ände ungen und E wei e ung am
S anda d o zunehmen: En wicklungsumgebung (inkl. Debugge ), Ticke sys em (Solu-
ion Manage ) und T anspo wesen, um zwischen En wicklungs-, Tes - und P oduk i -
sys em So wa eände ungen zu anspo ie en ( gl. F ede ick/Zie au 2011: 29 .). Die A -
chi ek u de ERP-So wa e ha Folgen ü die A bei s eilung: Auße halb de ERP-Fi ma
p og ammie en EVU und IT-DL selbs . Zu be ieblichen Reali ä de EVU gehö deshalb
nich nu die angewende e So wa e, sonde n eine Tes - und En wicklungsumgebung.
Eine sei s müssen sich die EVU und IT-DL an die Möglichkei en hal en, die ihnen SAP
bie e , und es sich gu übe legen, wie wei gehend sie Anpassungen o nehmen, weil
das ü sie meh Au wand bedeu e . Ande e sei s e ö ne es Spiel äume ü die in e ne
IT-Ab eilung und ex e ne IT-DL, die So wa e zu e gänzen und ih e eigenen So wa elö-
sungen an das SAP-Sys em anzudocken.
Weil O ganisa ionen un e schiedlichs e B anchen SAP anwenden, anpassen und
e wei e n, ha sich ein SAP-Ökosys em aus koope ie enden Fi men und SAP-Be a en-
den en wickel . Fü die Ve so gungswi scha (zu de die Ene giewi scha gehö ) gib
es insgesam 202 koope ie ende Fi men in Deu schland (siehe Abbildung un en). 150
da on bie en »Consul ing Se ices« an, zu denen die P og ammie ung gehö . Zusä z-
liche Lösungen, die dann übe Schni s ellen mi dem ERP-Sys em on SAP e bunden
we den, bie en 104 koope ie ende Fi men an (»Solu ion Building«).
Zu dem SAP-Ökosys em gehö en u.a. um ang eiche Hil e-Sei en und Communi ies
im In e ne zu ABAP-En wicklung (z.B. h ps://communi y.sap.com/ opics/abap).
4. So wa eges al ung als Teil de Digi alisie ung 55
Tabelle 2: Anzahl koope ie ende Fi men SAP allgemein und Ve so gungswi scha
Ka ego ie Anzahl
Koope ie ende Fi men mi SAP ü die Ve so gungswi scha in Deu schland 202
- Solu ion Sales: SAP p oduc and echnology ad iso y and suppo se ices 84
- Solu ion Building: Build solu ions on op o , o in eg a e wi h, SAP echnology 104
- Consul ing Se ices: SAP solu ion design, de elopmen , implemen a ion, and in eg a ion
guidance
150
- Ou sou ced Solu ion Managemen : Hos ing, managing, and unning you SAP solu ions
and IT in as uc u e
34
- Global Technology; Global endo s o ha dwa e, da abases, s o age sys ems, ne wo ks, and
mobile compu ing echnology
2
- Educa ion: Lea ning needs assessmen and enablemen se ices 10
(Quelle: SAP h ps://www.sap.com/pa ne s/ ind.h ml, abge u en am 28.04.2023)
5. So wa eges al ung basie au Wissen
undKommunika ion
Um die beiden Fo schungs agen de Fo men und Folgen on indus iespezi ische So -
wa eges al ung zu bean wo en, sind nich nu die beiden oben genann en Ke np oble-
me de So wa eges al ung en scheidend (so wa e echnische In e disziplina i ä und
Ges al ungsmöglichkei en). Genauso wich ig ü die P axis sind Kommunika ion und
Wissen: So wa e bes eh om Quellcode übe die So wa ea chi ek u , ih en Eins el-
lungsmöglichkei en bis zu Bedienobe läche aus meh e en Schich en. Weil ü die be-
eilig en Menschen eine diese Ebenen de p imä e A bei sgegens and is (z.B. ü die
P og ammie enden de Quellcode, ü die Anwendenden die Bedienobe lächen), müs-
sen sie sich übe ih e un e schiedlichen Pe spek i en e s ändigen und ih Wissen ein-
b ingen. Das Wissen übe die komplexe Wel aus Algo i hmen, Da en, Eins ellungsmög-
lichkei en, Schni s ellen, achlichen P ozessen e c. o und hin e de So wa eobe lä-
che eich abe nich aus. Die Be eilig en müssen sich im Zuge de So wa eges al ung
kommunika i aus auschen können. Fü die So wa eges al ung is neben de e balen
Kommunika ion non e bale Kommunika ion als wissensbasie e Tex a bei in Fo m on
A bei an Quell ex , Spezi ika ionen, An o de ungen, Konzep en ode Dokumen a io-
nen no wendig. Wie das Kapi el zeig , wu de So wa een wicklung selbs im Lau e ih e
Geschich e in Fo schung und be iebliche P axis meh und meh als Kommunika ions-
p ozess e s anden. Somi is nich nu die Anwendung on So wa e sozial beding . Ih
gesam e Ges al ungsp ozess is es. Das Kapi el e läu e die P ämisse de o liegenden
A bei , dass ande s als bei ande en sozialwissenscha lichen Ansä zen zum Ve häl nis
on Mensch und Technik eine A bei s eilung zwischen Mensch und So wa e(en wick-
lung) bes eh : De Mensch e üg übe das Wissen, kann kommunizie en und dami
So wa e ges al en. So wa eges al ung is e was genuin Menschliches, weil da ü ein
sinnha e Bezug zu Objek en no wendig is . Dami leg dieses Kapi el die Basis ü die
da au olgenden Aus üh ungen, auch um zu e s ehen, wa um Wissen und Kommuni-
ka ion zwei zen ale Beg i e und Elemen e de So wa eges al ung sind. Es geh um die
ma e ielle Basis des A bei sp ozesses.
58 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
5.1. Technische G undlagen: So wa e als E gebnis menschliche Tex a bei
5.1.1. Ve a bei en und e s ehen: A bei s eilung zwischen Menschen
undMaschinen
Was die heo e ische Sich au Technik anbelang , geh diese A bei on eine kla en A -
bei s eilung zwischen Menschen und Compu e n aus: 1. Nu de Mensch kann in o -
mie sein, e was wissen und kommunizie en. 2. De Mensch is das soziale Wesen und
3. en wickel die So wa e. De Compu e weiß wede e was, noch is e in o mie , noch
s ell e soziale Beziehungen he ode sch eib au onom indus iespezi ische So wa e.
Zu 1.: Fü die Pe son, die Da en eingib , sind die Da en In o ma ionen und sie
b auch ein bes imm es Wissen, um die Eingabe ko ek auszu üh en. In o ma ionen
sind imme soziale In e p e a ionen on Da en, sie haben eine Bedeu ung, sie haben
Sinn. Wobei aus In o ma ionen Wissen wi d, wenn sie in einen bes imm en E ah ungs-
kon ex eingebunden sind ( gl. Willke 1998: 162). Das is e was, dass ein Compu e nich
kann, weil in e p e ie en nu Menschen können. Wie on B ödne (2014) analysie ,
is de In e p e a ionsmomen he o zuheben, de zwischen maschinell ausge üh en
Ope a ionen und sozialen Handlungen eingebe e is , zwischen zu in e p e ie enden
Da en und maschinellen Ve a bei ungen (Algo i hmen). Wenn Maschinen Da en lie e n
und diese dann zu S eue ung und Kon olle diese Maschinen dienen, dann müssen
diese Da en on den Beschä ig en in e p e ie we den (wie bspw. on Zubo 1988
aus üh lich besch ieben).
De Beg i des Wissens ma kie den Übe gang zum Handeln. Mi Wissen können
Menschen P obleme lösen. Mi Wissen können sie in einem bes imm en Kon ex han-
deln und en scheiden. Somi is es i e üh end, da on zu eden, dass Compu e handeln,
en scheiden ode e was wissen. Das können nu Menschen, die einem Zeichen eine Be-
deu ung beimessen können (s.o.) und dann de Bedeu ung gemäß handeln.
»Wissen als E klä ungszusammenhang ü In o ma ionen, als eine mi E ah ung,
Kon ex , In e p e a ion und Re lexion ange eiche e Fo m de In o ma ion, geeigne ,
A bei shandeln und En scheidungen anzulei en« (Jü gens 1999 nach Wilkesmann 2005:
56).
Also: Wenn ein Mensch Da en Sinn geben kann, sind es In o ma ionen. E s wenn
diese Mensch da aus Handlungen und En scheidungen ablei en kann, wi d es zu Wis-
sen. Genau diese P ozess, den eine Au o in als De- und Rekon ex ualisie ung besch eib
( gl. Degele 2000: 69), passie äglich in den so wa eges ü z en O ganisa ionen. So z.B.
wenn jemand o eine Eingabemaske s eh , die e nich e s eh , weil ihm das Wissen
ehl , ode wenn de Rechnungsbeleg alle no wendigen In o ma ionen en häl , die/de
neue Sachbea bei ende abe nich genau weiß, wa um die Rechnung nun so und nich
ande s au gebau is . Fü die O ganisa ion is es wich ig, dass die So wa e das ich i-
ge Rechnungs o mula e zeug . Womöglich is die Umse zung auch dokumen ie . Fü
neue Sachbea bei ende wä e es je z wich ig zu wissen, wo sie diese Dokumen e inden
ode we ihnen sagen kann, wa um e was wie au dem Rechnungs o mula ges al e is .
Selbs bei p og ammie em Quellcode is es wich ig zu wissen, wa um e was wie en -
wickel wu de. Die Bedeu ung is sons nich e sich lich. Selbs eine um ang eiche Do-
kumen a ion eich o nich aus, um das gesam e Wissen zu hin e legen ( gl. D’Adde io
5. So wa eges al ung basie au Wissen undKommunika ion 65
zu e möglichen, solange sie die zen ale Rolle on Wissen und Kommunika ion ü den
A bei sp ozess be ücksich igen.
5.2.1. Vom schnellen Repa ie en zum i e a i en, kollek i en
Kommunika ionsp ozess
Eine sei s wü de man aus dem bishe Gesag en e mu en, dass Kommunika ion wich-
ig in de So wa een wicklung is . Ande e sei s is nich e wunde lich, dass es bei
eine neuen Technologie, die aus de Ingenieu s- und Ma hema ik-T adi ion komm ,
e s einmal um de en E o schung und En wicklung ging. Da ü wa en komplexe
Kommunika ionsp ozesse und kommunika i e Fe igkei en nich en scheidend. Fü
die P og ammie e hieß es in den 50e n noch »Enginee so wa e like you enginee
ha dwa e.« (Boehm 2006: 13) O mals and IT-A bei damals noch in Fo schungs-
und En wicklungsab eilungen s a , wo die Technike :innen un e sich wa en. Un e
seines/ih esgleichen sind die Wissensg enzen ge inge . Als einen ex emen Typus
sieh Weizenbaum die zwangha P og ammie enden an, ü die P og ammie en ein
Selbs zweck is . Ihnen geh es o allem da um, mi de Maschine zu in e agie en ( gl.
Weizenbaum 1978: 161). Sollen sie dann So wa e sch eiben, die in ande en Kon ex en
als de We ks a ode dem Labo unk ionie en soll, ände n sich die An o de ungen.
Die E ah ung de Behe schba kei de Maschine du ch E eilen eindeu ige Be ehle
ia P og ammie sp ache wi d un e lek ie au soziale Zusammenhänge übe agen,
in de diese So wa e en s eh ode in de sie wi ken soll ( gl. Klischewski 1996: 78). Die
Wide s ändigkei des Sozialen and e s übe die Jah zehn e hinweg in den Me hoden
de So wa een wicklung meh und meh Be ücksich igung.
Hieß es in den 60e n »code-and- ix«, also ein ach zu p og ammie en, schauen, ob
es unk ionie , und dann zu e besse n ( gl. Boehm 2006: 14), wu den in den 70e n
die ge enn en Au gabensch i e de An o de ungsanalyse und des Designs einge üh
(siehe auch F iedman/Co n o d 1989). Das u sp ünglich en wickel e Wasse allmodell
sah die e s mi Sc um wei e b ei e en Mechanismen de I e a ionen, P o o ypen und
Feedbacks zwischen den En wicklungssch i en o . In de P axis wu de das Wasse all-
modell abe e s einmal als ein sequenzielle P ozess ausgeleg ( gl. Boehm 2006: 15).
So wa een wicklung wu de zum A bei s o gang, in dem s eng abge enn e Phasen de
Spezi ika ion, P og ammie ung, Tes s und Implemen ie ung au einande olgen. K i-
isch wi d diese s ik e T ennung o allem, weil bei komplexen An o de ungen ehle -
eies A bei en unmöglich is . Eine olls ändige Konzep ion ode Spezi ika ion is nich
möglich, weil sich u.a. die An o de ungen de Anwendenden im P ojek e lau ände n.
Das kann an einem e ände en Um eld liegen (Konku enzd uck, Ma k e ände sich)
ode da an, dass echnische Möglichkei en e s bewuss we den, dass es Kommunika i-
onsp obleme gab ode dass e s in de Anwendung neue Ideen au auchen ( gl. Funken
2001: 30). In einem bekann en A ikel on 1980 sch eib Lehman, dass ein P og amm nie
ko ek sein kann, weil es die Umwel nich komple besch eiben kann. So wa e is im-
me nu ein Modell de Wel . Fü ihn kann es bei So wa e deshalb nich um absolu e
Ko ek hei gehen (was eine ma hema ische He angehensweise bedeu en wü de), son-
de n um die Rele anz de E gebnisse ode die Anwendungs eundlichkei ( gl. Lehman
1980: 1064). E üh auch eine Un e scheidung e schiedene P og amm ypen ein. Das
66 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
is inso e n wich ig, weil es da au hinweis , dass es jensei s de hie behandel en indus-
iespezi ischen So wa een wicklung selbs e s ändlich wei e hin P og amme gib , die
einige wenige ode soga eine p og ammie ende Pe son allein nach eine kla en Spezi i-
ka ion en wickeln kann (bspw. ein:e Physike :in, die eine So wa e ü ein physikalisches
Expe imen p og ammie ).
Lau Lehman kann P og ammie ung zudem keine Fließbanda bei sein, weil u.a. die
En wicklung nich be ei s im Vo hinein in ein ach e bundene Un e einhei en ze eil
we den kann, ohne dass sie sich gegensei ig bei de Umse zung beein lussen ( gl. Leh-
man 1980: 1065). Das lieg auch an de Abs immung zwischen de achlichen Domäne,
in de die So wa e lau en soll, und den P og ammie enden. Um die Nu zendenpa izi-
pa ion und dami die Kommunika ion zu P og ammie ung zu e besse n, wu de sei
Mi e de 70e die Me hode des P o o yping en wickel . Sie en las e die An o de ungs-
au nahme, weil das anschauliche E gebnis als Kommunika ionsg undlage ungie und
Nu zende di ek an de Spezi ika ion be eilig sind ( gl. Funken 2001: 32 .). Wie wei ge-
hend sich das in de P axis mi de Zei du chgese z ha , wä e zu un e suchen.
In den 80e n s ell en Floyd/Keil eine Me hode o , die eine i e a i -ink emen elle
Vo gehensweise und eine kon inuie liche Kommunika ion zwischen p og ammie en-
den und anwendenden Beschä ig en o sieh . Vo eilha is dabei auch die ge eil e Ve -
an wo ung ü die Wei e en wicklung – ans a dass sie nu bei den P og ammie en-
den lieg , die ga nich wissen, was die Anwendenden b auchen ( gl. Funken 2001: 36).
Die/de P og ammie e :in soll nich meh ein ach He s ellende: sein, sonde n
»Be a e [:in] in In o ma ionsangelegenhei en, welche Mul ipe spek i i ä ane kenn
und umse z , Viel al und Rückkopplung such und zu Re isionen be ei is « (Floyd/
Keil 1983: 36 zi ie nach ebd. 37).
Das Agile Mani es o on 2001 (Sc um is eine de agilen Me hoden) üh e diesen Ansa z
wei e und s ell e ie Ke n o de ungen au :
• »Indi iduals and in e ac ions o e p ocesses and ools.
• Wo king so wa e o e comp ehensi e documen a ion.
• Cus ome collabo a ion o e con ac nego ia ion
• Responding o change o e ollowing a plan.« (Beck e al. 2001)
Le z endlich leg das Mani es einen kla en Fokus au einen i e a i en A bei sp ozess
mi di ek em, egelmäßigem Feedback. Das Wasse allmodell se z e sich auch deswegen
nich ollum änglich du ch, weil de D uck wuchs, So wa e möglichs schnell au den
Ma k zu b ingen, und es imme meh So wa e gab, bei de die Benu zendenin e ak ion
im Vo de g und s and. An o de ungen wa en schwe e im Vo hinein es zus ellen. Sie
wu den eme gen und olg en dem IKIWISI-Synd om – I know i when I see i : Die an-
wendende Pe son konn e e s sagen, ob die So wa e den An o de ungen genüg , wenn
sie das P og amm selbs gesehen ha und es en konn e ( gl. Boehm 2006: 18). Deshalb
wa schon die Ve wendung on P o o ypen ein Fo sch i . Die agilen Me hoden bewe k-
s ellig en das, indem in ku zen Zyklen (bspw. mona lich) aus üh ba e So wa e e s ell
5. So wa eges al ung basie au Wissen undKommunika ion 67
wi d, die dann die zukün igen Nu zenden ode die Fachleu e es en und dazu Feedback
geben können.
5.2.2. Kommunika ionskompe enz und -ke n: An o de ungsmanagemen
Ohne au alle agilen Ansä ze5, geschweige denn alle ande en Me hoden eingehen zu kön-
nen, soll de obige ku ze Ab iss andeu en, dass die So wa een wicklung sich selbs e s
mi de Zei me hodisch mi ih e sozialen Einbe ung be ass ha . Um ang eiche Feld-
s udien in den 80e n haben es ges ell , dass nich ehlende echnische Fe igkei en das
P oblem wa en und sind. Die So wa ep oduk i i ä und -quali ä beein luss o allem
»zu ge inge und zu wenig e b ei e e Kenn nisse de En wickle übe das Anwen-
dungsgebie , sich e ände nde und wide sp üchliche An o de ungen an das So wa e-
Design und Kommunika ions- und Koope a ionsp obleme zwischen En wickle und
Kunden« (Funken 2001: 46).
Es wu de abge ück da on, sich allein au echnische Fe igkei en zu konzen ie en:
»So wa e-En wicklung und -ges al ung muß also […] in wesen lichen Teilen als ein
Le n-, Kommunika ions- und Aushandlungsp ozeß e s anden we den, de hohe Ko-
ope a ions- und Kommunika ionsan o de ungen – mi hin soziale Kompe enzen – an
die En wickle s ell .« (Funken 2001: 48)
Meh e e Au o :innen weisen in den 80e n und 90e n d au hin, dass das auch in de Aus-
bildung on In o ma ike :innen be ücksich ig we den soll e ( gl. Funken 2001: 46 .,
Bauk owi z/Boes/Eckha d 1994).
»[D] ei Vie el ih e A bei szei benö igen So wa e-En wickle ü die Kommunika i-
on mi e schiedenen Pa ne n: Au aggebe n, Benu ze n, Kollegen, Managemen ,
Ve ieb usw.« (Funken 2001: 48)
Ch is iane Floyd sp ach 1992 on »so wa e de elopmen as an insigh -building p o-
cess in e ms o mul ipe spec i i y, sel -o ganiza ion and dialogue« (Floyd 1992: 86)
und eben nich da on, dass An o de ungen ix auszumachen sind wie echnische Ei-
genscha en eine Maschine ode in einem kon ollie ba en, expe imen ellen Se ing.
Ande s als bspw. bei einem Labo -Expe imen is de En wicklungsp ozess nich du ch
inne echnische Ra ionali ä o gegeben, sonde n is ein Ges al ungsp ozess, bei dem
nich nu ein echnisches Sys em, sonde n auch »die sozialen Zusammenhänge seine
Ve wendung modellie we den müssen« (Schulz-Schae e 1996: 8).
De kommunika ionsin ensi s e Teil de So wa een wicklung, das Requi emen s
Enginee ing (au Deu sch meis : An o de ungsmanagemen ), en wickel sich sei den
70e n zu einem eigens ändigen Fo schungs eld ( gl. Funken 2001: 52). Es s ell die ko -
ek e und objek i e Da s ellung on An o de ungen in F age. Es plädie da ü , un e -
schiedliche Meinungen, Pe spek i en und Sich en zu be ücksich igen. Un e ande em
5 Wie Ex eme P og amming, Kanban, Sc um e c.
68 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
sollen auch po enziell kon lik äch ige Pe spek i en au genommen we den ( gl. Fun-
ken 2001: 56 .). Das Sch eiben on An o de ungen, die dann die P og ammie enden um-
se zen, ha e was on eine Sozial o schung: We mi wem wie in e agie und wie die
A bei sabläu e sind, muss e ag und beobach e we den. Die An o de ungsau nahme
kann Me hoden wie In e iews, E hnog a ie, Pe spek i enübe nahme ode disku si e
An o de ungsanalyse e wenden. Die An o de ungss uk u ie ung nu z Skizzen, Use
Cases, Diag amme e c. ( gl. Kaminski 2012: 112 .). Im P ozess de An o de ungsau -
nahme e en IT-Fachk ä e als Kommunika ions- und Übe se zungsexpe :innen au ,
wobei die P og ammie sp ache einen Eindeu igkei sd uck au die Kommunika ion des
An o de ungsmanagemen s ausüb ( gl. Kaminski 2012: 89). Es muss Übe se zungsa -
bei au dem Weg zum Quellcode geleis e we den, weil Anwendende, Au aggebende
und P og ammie ende un e schiedliche Sp achen sp echen ( gl. Kaminski 2012: 91). So
en scheidend is die Sp ache dabei, dass selbs sp achliches F aming ele an is , um
zu e s ehen, wie En wicklungsp ozesse ablau en und Expe :innen Au o i ä gewinnen
( gl. Al a ez 2002: 103).
Die Kommunika ion muss es den Sys em achleu en e möglichen, sich mi dem ach-
lichen Kon ex e au zu machen, und den achlichen Kon ex expe :innen, sich mi
de Sys emsp ache e au zu machen. Nu so kann de Fo malisie ungs- und Sys em-
bildungsp ozess unk ionie en ( gl. Kaminski 2012: 121). An o de ungen au zunehmen
is ü einige Fo schende o allem ein Meinungsbildungs- und Ve balisie ungsp ozess:
»Based on his ision, much o wha occu s du ing he equi emen s p ocess should
be abou opinion and will o ma ion ha is, he de elopmen o an unde s anding
o , and he c ea ion o meaning – abou he o ganiza ion and i s goals and p ocesses
o achie ing hese goals, suppo ed by new sys ems« (Ross/Chiasson 2011: 134).
»[R]equi emen s elici a ion akes on he o m o a ›con essional‹ ac whe e he indi-
idual e balizes hough s, in en ions and consciousness« (Al a ez 2002: 85).
»The RE p ocess is a socio- echnical ac i i y. I equi es in ensi e communica ion
among s akeholde s who ha e di e en backg ounds, skills, cul u e, knowledge, and
beha io « (Alsanoosy e al. 2020: 356).
E olg eiche Wissens ans e , gegensei iges Ve s ändnis (gemeinsame Kon en ionen
und Sp ache) und Kommunika ion sind wesen liche Fak o en ü eine e olg eiche So -
wa een wicklung ( gl. Co e a Cha a e al. 2013: 117).
Das gil ebenso bei de Implemen ie ung eine S anda dso wa e. Es geh da um,
inwie e n diese anzupassen ode wie sie einzus ellen is . Auch hie müssen die An o de-
ungen de Kundscha e s au gedeck we den, weil sie ü Be a ende und Kundscha
nich so kla au de Hand liegen ( gl. Mo mann 2016: 169). Dabei haben es die Be a-
enden in de Hand, welche Möglichkei en de So wa e sie p eisgeben ode bspw. aus
Kos eng ünden die Ges al ungsmöglichkei en einsch änken ( gl. Mo mann 2016: 186).
Wie be ei s oben au gezeig , sind Beg i e wie Funk ionen, A chi ek u en, Modelle
ode Schni s ellen Hil smi el, um übe So wa e zu eden. Dabei können im P ozess
des An o de ungsmanagemen s nich nu einzelne Funk ionali ä en eine Rolle spielen,
sonde n auch wie die So wa e au gebau is . Modelle dienen dazu, um übe So wa e zu
disku ie en und sie zu dokumen ie en. Sie spielen in un e schiedlichen En wicklungs-
5. So wa eges al ung basie au Wissen undKommunika ion 69
me hoden jedoch eine un e schiedliche Rolle. Manche Me hoden6 be ach en Modelle
on o nhe ein als o läu ig und als o lau end anzupassen ( gl. Mah 2009: 245). Agi-
le So wa een wicklung e wi den »Geb auch on Modellen zuguns en unmi elba e
P og ammie ung« (Mah 2009: 246). Folglich wi d das P og amm selbs zu Re e enz,
um übe die gedach en Modelle zu eden und sie anzupassen. Abhängig on de Me-
hode un e scheide sich dann die Kommunika ion im An o de ungsmanagemen und
dami de So wa eges al ung.
5.2.3. Kommunika ion und Wissen o ganisie en: Local P ac ice s a Bes P ac ice
Um die So wa een wicklung so zu o ganisie en, dami sie » he igh hing« (F iedman/
Co n o d 1989: 204) u , ha die P ü ung de Fo schungsli e a u keine Bes P ac ice zu-
age ge ö de . Vielmeh exis ie en lokale P ak iken und wide sp üchliche Vo gehens-
weisen. Da aus e geben sich Ansä ze, abe noch keine Konzep e ü die Besch eibung
dessen, was bei indus iespezi ische So wa een wicklung in de Phase de So wa e-
ges al ung in un e schiedlichen Kon ex en zwischen Anwendung und P og ammie ung
passie .
Unabhängig on einzelnen Me hoden wie Sc um ode dem An o de ungsmanage-
men be ach en die Au o :innen de »gene al heo y o so wa e enginee ing« (Wohlin
e al. 2015) bei de So wa een wicklung Wissen und Kommunika ion als zen al. Den
Ke n de Theo ie bilde das in ellek uelle Kapi al, welches aus dem Wissen de O ga-
nisa ion (o ganisa ionales Kapi al wie Dokumen a ionen, Anlei ungen ode de Quell-
code selbs ), de Fähigkei on Indi iduen (Humankapi al) und den Beziehungen zu den
Kund:innen und Anwendenden bes eh (soziales Kapi al). Wobei soziales Kapi al hil ,
die zwei Kapi also en (Human, o ganisa ional) mi einande zu e binden (u.a. um im-
plizi es Wissen – » aci knowledge« – auszu auschen und oneinande zu le nen). Zen-
al is ü die Au o enscha le z endlich die Kommunika ion:
»So wa e sys em de elopmen is mo e o a communica ion p oblem han a echnical
p oblem« (Wohlin/Smi e/Moe 2015: 231)
Wie eine En wicklungsau gabe umgese z wi d, häng om in ellek uellen Kapi al und
dem anges eb en Pe o mance-Ziel ab. Das heiß , die Theo ie sieh du chaus o , dass
bspw. das in ellek uelle Kapi al nich aus eich , um die Au gabe umzuse zen. Au gabe
des Managemen s is es dann, die Ziele zu ückzusch auben. Eine Bes P ac ice ode spe-
zi ische Me hode schlagen die Au o :innen nich o . Sie haben ein si ua i es Ve s ändnis
on So wa een wicklung, wobei Wissen, die Kompe enzen de Mi a bei enden, Kom-
munika ion und gu e Beziehungen eine zen ale Rolle spielen. Diese Abkeh on ein-
zelnen Me hoden und die Hinwendung zu abs ak e en Zusammenhängen ollzieh be-
ei s äl e e Li e a u . In Bezug au Managemen s a egien zu So wa een wicklung sei-
en keine eindeu igen Bes P ac ices au indba :
6 In diesem Fall RUP (Ra ional Uni ied P ocess).
70 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
»Policies [o managemen s a egies] pu sued depended on he pa icula ask a
hand, and on he pa icula skills, expe ience le els and e en pe sonali ies o he
s a in ol ed« (F iedman/Co n o d 1989: 358).
Die Au o en lehnen bspw. Aussagen on ande en Fo schenden ab, die Dequali izie ung
(»deskilling«) und di ek e Kon olle ode eine Mischung on »Slack« und di ek e Kon-
olle allgemein als bes e S a egie ansehen ( gl. ebd. 356). Ande e Fo sche s ellen ebenso
die
»lokale P axis eine ink emen ellen Anpassung on Vo gaben, Zielen und Vo gehens-
sch i en an sich wandelnde ode e s spä e kennba e E o de nisse« (Schulz-Schae -
e 1996: 1)
es . Ein ande e Au o sp ich bei So wa een wicklung on »Zonen i e a i e und kom-
munika i e Ve s ändigungsp ozesse« (Pe e 1993: 423), weil nich o weg geplan es -
geleg we den kann, wann we übe was kommunizie . T o zdem seien En wicklungs-
me hoden nich übe lüssig. Sie haben einen We ü den P ozess, weil sie Siche hei
e zeugen. Sie hel en, den Planungsp ozess e s einmal in Gang zu se zen und den Be ei-
lig en eine gewisse Handlungssiche hei zu geben ( gl. Schulz-Schae e 1996: 15).
Es gib Fälle, die bes imm en Managemen s a egien kla e G enzen au zeigen.
Eine S udie zeig , wie bei ausgelage e So wa een wicklung au o i ä e Kon olle
e hinde , dass sich ein gemeinsames Ve s ändnis en wickel und eine aus eichende
Kommunika ion s a inde . Beides wi d e s wiede du ch e auens olle Beziehun-
gen möglich ( gl. G ego y/Beck/Keil 2013: 1226). Auch ühe Au o en a gumen ie en,
dass nich ein ach meh A bei sk ä e p oduk i e sind, sonde n dass Kommunika ion
en scheidend is und dass e s übe diese nachgedach we den soll e ( gl. Conway 1968:
31). Bei eine Un e suchung on So wa ep ojek en s ell die Au o in es , dass Demok a-
isie ung die P oduk i i ä eine indi idualisie en, wissensspezialisie en Belegscha
s eige n kann ( gl. Mülle 2010: 52 .). Koope a i es A bei en sei iel e sp echende – ob
du ch koope a i e Planung, Eigenini ia i e e c. (ebd. 281 .). Eine S udie zu globalen So -
wa ep ojek en komm zu dem Schluss, dass nich meh das Managemen das Wissen
zen alisie ode e wal e , sonde n die eingese z en »[K]oo dina ionsmechanismen
zu Wissensmanagemen ins umen en« (Ko la sky/Van Fenema/Willcocks 2008: 99)
we den. Wenn die Fachleu e de Anwendungsbe eiche und de P og ammie ung eine
So wa e zusammena bei en sollen, sind s a eine e ikalen In eg a ion ode Mä k-
en Ne zwe ke die op imale O ganisa ions o m. Das zeig eine S udie zu En wicklung
eines digi alen Kon ollsys ems ü Flugzeug iebwe ke ( gl. B usoni/P encipe/Pa i
2001: 610). Se z sich also das agile A bei en mi seinen Ke n o de ungen du ch?
»The mos e icien and e ec i e me hod o con eying in o ma ion o and wi hin a
de elopmen eam is ace- o- ace con e sa ion. […] The bes a chi ec u es, equi e-
men s, and designs eme ge om sel -o ganizing eams.« (Beck e al. 2001)
Empi isch exis ie ein gemisch es Bild, was die O ganisa ion de So wa een wicklung
anbelang . Selbs o ganisa ion und di ek e und o ene Kommunika ion sind in e izienz-
5. So wa eges al ung basie au Wissen undKommunika ion 71
ge iebenen O ganisa ionen nich imme o zu inden: Au o en sehen Fälle, in denen
So wa een wicklung so s uk u ie und o ganisie we den kann, dass sie »dem Ide-
al eines s ik o geplan -a bei s eiligen A bei s- und P oduk ionsp ozesses ech na-
hekomm « (Schulz-Schae e /Bo el 2018: 102). Zugleich äumen sie ein, dass das nich
imme so is und So wa een wicklung auch in eam ö migen Abs immungsp ozessen à
la Sc um s a inden kann ( gl. ebd.). Ande e Un e suchungen zeigen, dass Sc um nich
au oma isch zu Selbs o ganisa ion üh ( gl. P ei e /Saue /Ri e 2014, gl. Boes e al.
2018). Un e schiedliche O ganisa ions o men sind auch bei in e na ionale So wa e-
en wicklung zu inden: Zwei Falls udien s ellen einmal eine Indus ialisie ung und a-
b ikmäßige A bei es und einmal eine wenig o malisie e, au eigen e an wo liche
Kommunika ion se zende A bei sweise. Beides sind somi Beispiele ü einmal di ek e
und einmal pe missi e Kon olle in de So wa een wicklung ( gl. Feue s ein 2012). Bei
eine ande en Falls udie ha e allein die Ve lage ung de So wa een wicklung inne -
halb Deu schlands »ausgep äg e Tendenzen de Spezialisie ung, Abscho ung, Ve lus
an Au gaben iel al und Zuname de Dokumen a ions- und Kon olla bei en« (Flecke /
Hol g ewe 2008: 321) zu Folge. Die ge inge Fo malisie ung de geog a isch e eil en
A bei wu de zum P oblem. Sie wu de dann s ä ke s anda disie ( gl. ebd.). Ganz zu
schweigen da on, dass es un e schiedliche Ve ags e häl nissen ü P og ammie en-
de inkl. Selbs s ändige gab ( gl. ebd. 316 .). Daneben wi ken sich die P ojek phase ode
die Teamg öße au die A bei in de So wa een wicklung aus: Spä e e Phasen in einem
P ojek sind s uk u ie e (Heiden eich/Ki ch/Ma es 2008: 13) und bei g öße en Teams
we den o male O ganisa ion und Dokumen a ion wich ig ( gl. Ralph 2015: 35). Allein
de Typ de So wa e kann wei eichende Folgen ü ih e En s ehung haben, wie eine
Gegenübe s ellung on Ca mel und Sawye (1998) zeig : Ob eine So wa e i ma en wi-
ckel ode in e n in eine Fi ma selbs : Lau den Au o en bes eh in e n eine Ma ixo -
ganisa ion und es läu bü ok a ische ab. Die So wa e i ma a bei e dahingehend u.a.
selbs o ganisie e und die P ozesse haben eine ge inge e Rei e. Zudem is die Reali ä
iele So wa een wickelnde, dass sie bes ehende S anda dso wa e anpassen und des-
halb iel Zei dami e b ingen, diese zu beu eilen, zu e ände n und ande e Lösungen
zu in eg ie en ( gl. Boehm 2006: 21).
Womi wi wiede am An ang dieses Absa zes angekommen sind: De Ansa z on
Wohlin e al. (2015) is inso e n ziel üh end, weil e nich au es e Me hoden ode Ma-
nagemen s a egien wie S anda disie ung ode Selbs o ganisa ion se z , wenn es um
die Analyse on So wa een wicklung geh . Zudem geh es bei de A bei hie um jene
Phase de So wa een wicklung, bei de die e schiedenen Kon ex e eine noch g öße-
e Rolle spielen dü en und ein Wissensaus ausch schwie ige zu s anda disie en und
kon ollie en is . Um in de Sc um-Beg i lichkei zu sp echen, geh es hie um die Rolle
P oduc Owne . Sie is ü das Sch eiben on An o de ungen zus ändig und wie sie an
ih e In os übe die Anwendung (in un e schiedlichen Indus ien, Fi men ode Ab eilun-
gen) komm . Sie inde sich in un e schiedlichs en Kon ex en wiede .
Die Spezi ika ion eine So wa e kann au un e schiedlichen Wegen gelingen. Aus-
ausch on Wissen und Kommunika ion sind lexibel. Ein Mee ing, eine gu o mulie e
E-Mail, ein klä endes, pe sönliches Gesp äch ode kla e Abläu e ia Ticke sys em sind al-
lesam Wege, An o de ungen zu spezi izie en (meh dazu siehe un e 6.4.4). Es bleib die
Spannung zwischen o enem und di ek em Wissensaus ausch und E izienz und We -
72 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
bewe b, wie sie allgemein ü Wissensa bei ypisch is . Bei ih basie E izienz da au ,
»Wissen und Expe ise als Rohs o umzu o men« (Willke 1998: 166). Das Konzep des so-
zio echnischen Ne zwe kes im nächs en Kapi el zeig , wie O ganisa ionen den A bei s-
p ozess de So wa eges al ung o zdem kon ollie en können.
Exku s: Was sind die Bes and eile on Sc um?
Sc um is eine Me hode zu So wa een wicklung, bei de i e a i Konzep e an P og am-
mie ende übe geben und on diesen abgea bei e we den. De Sc um-P ozess bes eh
aus Rollen, A e ak en und Mee ings ( gl. Gloge 2009: 11 .):
Sc um-P ozess Besch eibung
Rollen
P oduc Owne :in ü die So wa elösung (das P oduk ) e an wo lich; p leg An o de ungen
(I ems) in eine Lis e (P oduc Backlog) und p io isie sie ü die P og ammie-
enden
Sc um Team Pe sonen, die no wendig sind, um An o de ungen in So wa e zu e wandeln;
manag sich selbs (inkl. A bei smenge); den S anda ds und P ozessen on
Sc um e p lich e ; ü die Quali ä e an wo lich
Sc um Mas e :in besei ig Schwie igkei en, Blockaden und P obleme, die das Team au hal en;
nich weisungsbe ug , so g ü Einhal ung Sc um-P ozess; schul Teilnehmen-
de in ih en Rollen
Managemen ü Ressou cen und Rich linien zus ändig, se z Rahmen des Sc um-P ozesses,
lös on Sc um Mas e :in iden i izie e P obleme
A e ak e
P oduc Backlog Lis e mi An o de ungen (I ems), je An o de ung schä z das Team den Au wand
Sp in ein Zyklus (z.B. 2 Wochen), in dem Team I ems aba bei e
Sp in Backlog Lis e mi abzua bei enden Au gaben ü einen Sp in , wi d äglich übe a bei e
und ak ualisie
Mee ings
Daily Sc um Mee ing (ca. 15 Minu en) im Team, bei dem Pe sonen sagen: Was habe ich sei
dem le z en Daily Sc um e eich ? Was will ich bis zum nächs en Daily Sc um
e eichen? Welche Impedimen s (Hinde nisse) s ehen mi dabei im Weg?
Sp in Plannings T e en ü ans ehenden Sp in , übe An o de ungen und Ziele des im Sp in
en wickel en So wa e eils; wie wi d So wa e au gebau und welche A chi ek-
u soll sie haben?
Sp in Re iew T e en, bei dem das Team Funk ionali ä am Ende des Sp in s p äsen ie ; Fo -
sch i wi d anhand on »usable So wa e« demons ie
Re ospek i e T e en, in dem das Team die eigenen A bei sp ozesse op imie
5. So wa eges al ung basie au Wissen undKommunika ion 73
5.3. Zwischen azi : So wa eges al ung als soziologisches P oblem
Fü die Un e suchung de Fo men und Folgen on indus iespezi ische So wa eges al-
ung ha Kapi el 4 da ges ell , wa um So wa eges al ung zum Ke n de Digi alisie ung
on Wi scha und Gesellscha gehö . Dies gil auch ü on So wa e du chd ungene
O ganisa ionen, die nich mi So wa e ih Geld e dienen. So wa eges al ung kann in
un e schiedlichen Kon ex en s a inden, die auch im wei e en Ve lau de A bei noch
eine Rolle spielen we den: du ch So wa e i men, in digi alen S a -ups, du ch IT-DL,
in den EVU selbs e c. Zudem ha Kapi el 4 ü die wei e e Analyse g undlegende Beg i -
e anhand eigene Übe legungen einge üh , die ü das hie e e ene sozio echnische
Ve s ändnis mode ne O ganisa ionen s ehen: so wa e echnische In e disziplina i ä
und so wa e echnische Ges al ungsmöglichkei en (bes ehend aus so wa e echnische
Aus ich ung und Zuschni ). Eine Va ian e de Le z e en is de P ima de So wa e-
en wicklung, bei dem eine O ganisa ion on An ang an au die So wa eges al ung aus-
ge ich e is (so wa e echnische Aus ich ung) und ü sich eine indi iduelle So wa e
ges al e (so wa e echnische Zuschni ). Eine ande e Va ian e is , dass sich eine O ga-
nisa ion au die Anwendung eine S anda dso wa e konzen ie .
Um beg i lich zu klä en, was bei de So wa een wicklung de Mensch mach und
was die Maschine, ha Kapi el 5 zwischen den Beg i en Da en, In o ma ionen, Wissen
und Kommunika ionen un e schieden. In Abg enzung zu ande en Theo ien übe das
Ve häl nis on Menschen und Technik olg die Un e suchung dem k i isch- ealis ischen
Ansa z on Minge s/Willcocks (2014). Demnach un e scheiden sich die d ei Wel en on
Pe son, Sozialem und Technik on ologisch und epis emologisch oneinande und zwi-
schen Mensch und Technik bes eh eine A bei s eilung: De Mensch e s eh , in e p e-
ie und e mi el zwischen So wa e und Umwel und is dabei in eine soziale Wel
eingebunden. Kommunika ion und Wissen sind seine Domänen.
Um die So wa eges al ung als A bei sp ozess zu e s ehen, ha Kapi el 5 gezeig ,
dass sie und wa um sie wesen lich au Wissen und Kommunika ion basie . Das
ha echnologische (u.a. zeichenbasie e Technologie, meh e e echnische Schich en,
sp achliche S uk u ie ung u.a. du ch Beg i e) und o ganisa o ische G ünde (u.a.
e s ä k e Einbindung on Anwendenden). Es zeig sich am his o ischen Wandel de
So wa een wicklung und ih e Me hoden übe die Jah zehn e hin zu einem in ielen
Kon ex en wei e zweig en, e ne z en, kollek i en Kommunika ionsp ozess.
Die Mi a bei enden an de So wa eges al ung machen das, was de Compu e
nich kann: Sie agen ih Wissen bei und kommunizie en. Das müssen sie un, wenn
sie die no wendige so wa e echnische In e disziplina i ä he s ellen wollen. IT-Fach-
leu e wie P og ammie ende und achliche Expe :innen wie Anwendende müssen sich
aus auschen. Dabei sind sie dami kon on ie , dass So wa e un e schiedliche Schich-
en ha : Beispielsweise kennen die P og ammie enden in e s e Linie den Quellcode,
wäh end die Anwendenden die Bedienungsobe läche de So wa e aus ih e äglichen
A bei kennen. Nich jede: ha die gleiche Pe spek i e au die So wa e-Obe lächen
bzw. spiel die So wa e die gleiche Rolle im A bei sall ag. Die Be eilig en de So -
wa eges al ung haben un e schiedlichen Einblick in die Algo i hmen, e s ehen nich
alle P og ammie sp achen ode das Gleiche un e so wa e echnischen Beg i en wie
So wa ea chi ek u , Schni s elle ode Modell. In de So wa eges al ung kann es dazu
74 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
kommen, dass es ü jede Pe spek i e eigene Spezialis :innen gib : ü die P og ammie-
ung, So wa ea chi ek u , Da enbanken, den Anwendungsbe eich P ozess eil A de zu
ges al enden So wa e und jenen on P ozess eil B usw.
Im Zuge de So wa eges al ung kann So wa e eine sei s keine Blackbox bleiben
und ande e sei s kann sich nich jede in ensi mi ih em Innenleben beschä igen. Bei-
des wi k sich au Kommunika ion und Wissen in de So wa eges al ung aus. So kön-
nen Be ech igungss uk u en, die den Zugang zu gesam en So wa e ode einzelne ih-
e Funk ionali ä en egeln, es e schwe en, an das no wendige Wissen zu kommen, was
in de So wa e s eck . Dann muss mögliche weise de /die Expe :in de So wa e i ma
ode ein:e IT-Be a e :in hinzugezogen we den. Zudem haben Be eilig e nich imme die
Möglichkei , sich säm liches Wissen übe die So wa e und ih e Anwendung anzueig-
nen, wenn sich die So wa e s e ig e ände , de gewohn e A bei skon ex sich du ch
eine neue So wa e ode ein So wa eupda e e ände ha ode die So wa e im Lau e
de Zei imme komplexe gewo den is . So wa e ände sich o mals s e ig. Das Wissen
übe sie kann schnell e al en. Das lieg auch da an, dass eine S anda dso wa e einen
Lebenszyklus ha . Die anbie ende So wa e i ma lös al e Ve sionen ab, ohne au die Zu-
s immung säm liche Anwendenden zu wa en. All das ha Folgen ü den kommunika i-
en Aus ausch und Wissens ans e : die e schiedenen Pe spek i en und Wissenss ände
de S akeholde :innen eine So wa e, welche Ve ände ungen du ch wen übe haup an
de So wa e ode an de O ganisa ion möglich sind, s e ige Ände ungen an de So wa e
ode ga die Ablösung eine So wa e du ch eine neue Ve sion.
His o isch be ach e wu de es übe die Jah zehn e imme wich ige zu be ück-
sich igen, dass So wa een wicklung kein ein echnisches P oblem is ( gl. F iedman/
Co n o d 1989, Funken 2001, Boehm 2006). S a sie wie Fließbanda bei zu s uk u-
ie en, haben die Au o en des agilen Mani es s 2001 einen Gegenen wu zu diese
A bei so ganisa ion e ö en lich ( gl. Beck e al. 2001). Das Fo schungs eld des An-
o de ungsmanagemen s de In o ma ik zeig , dass Koope a ion, Kommunika ion
und soziale Kompe enzen wich ig ü die So wa een wicklung sind. Sp ache, Übe -
se zungs ähigkei zwischen IT- und ene giewi scha lichen Fachleu en, in ensi e
Kommunika ion und ga die Anwendung sozialwissenscha liche Me hoden zu An-
o de ungsau nahme s ehen im Vo de g und ( gl. Al a ez 2002, Ross/Chiasson 2011,
Kaminski 2012, Co e a Cha a /Rosenk anz/Hol en 2013, Alsanoosy/Spichko a/Ha land
2020). Diese E gebnisse s ellen eine e s e G undlage ü den A bei sp ozess de So -
wa eges al ung da . Doch be ücksich igen sie keine a bei s- und o ganisa ionssoziolo-
gische Li e a u , die So wa een wicklung in un e schiedlichen Kon ex en un e such .
Eine ku ze Au a bei ung diese Li e a u konn e zeigen, dass es nich die bes e Me hode
ode O ganisa ions o m ü alle Fälle gib . S a dessen exis ie en lokale P ak iken und
die Empi ie zeig un e schiedliche O ganisa ions o men de So wa een wicklung. Ein
allgemeines Konzep , um die So wa eges al ung a bei ssoziologisch zu analysie en,
wä e abe hil eich. Die allgemeine Theo ie de So wa een wicklung is de Ve such,
ein solches allgemeines Konzep au zus ellen ( gl. Wohlin/Šmi e/Moe 2015). Sie be ück-
sich ig die Kon ex abhängigkei on So wa een wicklung und leg sich nich au be-
s imm e O ganisa ionss uk u en, Abläu e ode Managemen me hoden es . Indem sie
abe o ganisa ionssoziologische und a bei ssoziologische E kenn nisse un e schläg ,
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 81
e n es sich bei de So wa eges al ung um eine besonde e Fo m de Ra ionalisie ung
de So wa eanwendung handel . Zugleich g enz es diesen Ansa z on ande en ab, die
das Ve häl nis on IT und A bei besch eiben (z.B. jenen de In o ma isie ung). Die Fo -
schung zu den Folgen on S anda d-ERP-So wa e ü die So wa eanwendung ezipie
de le z e Abschni . Alle dings lassen sich iele diese Folgen en wede au die Funk io-
nali ä de So wa e zu ück üh en ode da au , dass es sich um eine e ige S anda d-
so wa e handel und wenige au den Ges al ungsp ozess.
Das Kapi el zeig zunächs Fo schungslücken au und wie sich die o liegende A -
bei an die Diskussion übe die Kon olle on Wissensa bei anschließ . Es un e mau-
e , dass sich de Ne zwe kbeg i besse eigne als jene on Ma k ode Hie a chie, um
zu besch eiben, wie de A bei sp ozess de So wa eges al ung die A bei sk a ans o -
mie . Dann üh ein Abschni Fo schungsa bei en zu IT-P ojek en an, denn IT-P ojek-
e sind Beispiele ü sozio echnische Ne zwe ka bei , und auch sie e möglichen au den
ie Ebenen die T ans o ma ion de A bei sk a . Danach be en meh e e Fo schungsa -
bei en konzep ionell ein, wie die Ebenen de o ganisa ionalen und in e pe sonalen Be-
ziehungen, die Ebene de So wa e und de So wa eges al enden die Kon olle on So -
wa eges al ungsa bei e möglichen. Zule z geh es um das Ve häl nis on So wa ean-
wendung und So wa eges al ung.
6.1. So wa eges al ung als A bei sp ozess: Die Lösung
desT ans o ma ionsp oblems du chsozio echnische Ne zwe ka bei
Die F age nach Kon oll o men, welche zu eine koope a i en Wissensa bei wie de
So wa eges al ung passen, is Gegens and eine um ang eichen Diskussion in de
Fo schung. Lau Kalkowski/Mickle s oßen Hie a chien und o male S uk u en bei
de T ans o ma ion on A bei sk a bei koope a i en P ojek en an ih e G enzen,
weil sie zu wenig Handlungsspiel aum zulassen ( gl. Kalkowski/Mickle 2015: 38). Um
So wa eges al ung zu o ganisie en, is eine ande e Fo m de Kon olle no wendig:
»[A] shi om beha iou con ol owa d knowledge con ol; he goal o he la e is o
elici as much knowledge as possible om knowledgeable wo ke s« (Renns am 2012:
1072).
Ob Adle /Bo ys (1996) Rede eine be ähigenden (»enabling«) Fo malisie ung, F iedmans
(1977) e an wo liche Au onomie ode die Diskussion übe die Subjek i ie ung on A -
bei : In allen d ei Fällen geh es da um, dass bes imm e Fo men on A bei so zu o ga-
nisie en sind, dass o z F ei äumen die Beschä ig en zum O ganisa ionszweck bei a-
gen. Ande s als in Bü ok a ien e wa e die So wa eges al ung s uk u beding on den
Wissensa bei enden – in diesem Fall den So wa eges al enden –, dass sie ih e Subjek-
i i ä einb ingen. Subjek i i ä is kein S ö ak o meh wie im Taylo ismus ( gl. Mins-
sen 2017: 303). Be iebe haben »e höh en unk ionalen Beda an Subjek i i ä « (Mins-
sen 2011: 119). Sie is ele an gewo den ü die Ra ionalisie ung ( gl. ebd. 118). So wa e-
ges al ende wa en nich au de aillie e Anweisungen du ch die Fo gese z en, sonde n
we den zu »›Mi ä e n‹ de Kon oll egime« (Schaupp 2021: 114).
82 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Ne zwe k o men wie P ojek e ode Koope a ionen zwischen Fi men zeichnen sich
dadu ch aus, dass sie diesen Raum ü Subjek i ie ung bei gleichzei ige Handlungs-
s uk u ie ung nu zen. In ihnen koexis ie en e schiedene Kon oll o men nebenein-
ande . Sie sind Beispiele da ü ,
»how hese coe ci e and dominan o ms o con ol coexis and in e ac wi h he mo e
enabling and knowledge-elici ing o m[s]« (Renns am 2012: 1086).
Was eine besonde e He aus o de ung bei de So wa eges al ung is : Es geh um Wis-
sensa bei in eam-, ab eilungs- und o ganisa ionsübe g ei enden Kons ella ionen. Die
Fo schung benenn die Ve bindung on A bei sp ozess und o ganisa ionalen Ne zwe -
ken in und zwischen Un e nehmen als eine Fo schungslücke:
»In consequence, we do no only need mo e di e en ia ed heo e ical amewo ks
o igina ing om he wo k o Ge e i4 and o he s bu much mo e empi ical s udies
ha connec he le el o he wo k p ocess wi h he o ganiza ional le el o co po a e
o in e -co po a e ela ions.« (Sydow/Hel en 2020: 225)
Zudem gib es noch ein wei e es Fo schungsde izi in diesem Be eich:
»Insgesam handel es sich bei diesen Zusammenhängen zwischen p ak ische
Koope a ion, Ne zwe k o men, Nu zung on IuK-Techniken, Wissens ans e und
A bei jedoch um ein wenig un e such es Gebie , d.h. es bes eh ein ausgep äg es
Fo schungsde izi .« (Schmiede 2006: 466)
Das Konzep de sozio echnischen Ne zwe ka bei kann einen Bei ag dazu leis en, die-
se Fo schungslücken konzep ionell zu schließen, wie die nächs en Kapi el zeigen.
6.2. Wede Ma k noch Hie a chie: Ne zwe ke als analy ische G undlage
De Ne zwe kbeg i eigne sich besonde s gu , um die iel äl igen empi ischen Bege-
benhei en de So wa eges al ung in den Falls udien zu besch eiben: Sie inde mal in
Ma ixo ganisa ionen s a , mal in einen Ne zwe ko ganisa ionen; mal dezen al in ei-
nem Team und mal zen alisie in einem IT-DL, de mi meh e en EVU zusammena -
bei e . De Ne zwe kbeg i is zudem anschluss ähig an die Fo schung de le z en Jah -
zehn e. Diese nu z den Beg i , um Ve ände ungen in de A bei swel zu besch eiben.
De Beg i de Ve ma k lichung is hie ungeeigne , da e ein ande es Ke nphänomen
ad essie , nämlich dass Fi men Ma k mechanismen in ih e O ganisa ion nu zen ( gl.
Saue 2018). De Beg i de In o ma isie ung besch eib eine allgemeine En wicklung
und wenige , wie und wa um A bei au eine bes imm e A und Weise o ganisie is ,
um Technik zu ges al en ( gl. Schmiede 2017).
4 Bekann ü seine Go e nance-Typen ü We schöp ungske en: ma ke , modula , ela ional, cap-
i e, hie a chy ( gl. Ge e i/Humph ey/S u geon 2005).
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 83
Die Fo schung zeig , dass es un e schiedliche G ünde gib , wa um de Ne zwe k-
beg i nü zlich ü die Analyse de So wa eges al ung is : Es sind 1. heo e ische (we-
de Ma k noch Hie a chie), 2. o ganisa o ische ( e ikale Desin eg a ion, Wissensg en-
zen, P ojek a bei ) und 3. Technische G ünde (Ve bindung zwischen IT und o ganisa o-
ischen Ne zwe ken).
6.2.1. Theo e isch: Ne zwe ke in Abg enzung zu Ma k und Hie a chie
Sei meh als 30 Jah en besch eiben Fo schende eine sich on Mä k en und Hie a chien
un e scheidende O ganisa ions o m (z.B. Williamson 1985, Powell 1990, siehe dazu Win-
dele /Wi h 2010). Allgemein wi d eine K ise de e ikalen, bü ok a ischen O ganisa i-
on und abgeschwäch en Fi meng enzen kons a ie ( gl. Ah ne/B unsson 2011). Theo e-
isch bes eh ein wei eichende Konsens, dass mi Ka ego ien wie Ma k ode Hie a -
chie allein nich meh säm liche O ganisa ions o men besch ieben we den können. Was
nun genau dieses ehlende D i e sein soll, is ums i en. Das äng bei beg i lichen F a-
gen an: Zu Diskussion s ehen u.a. die Beg i e Koope a ion, Gemeinscha , Clans, Ne z-
we ke, lang is ige Beziehungen. Auch da übe , wie diese Beg i e inhal lich ge üll we -
den sollen, bes eh eine ege Diskussion. Bei Au o :innen wie Lamo eaux/Ra /Temin
(2003), B adach/Eccles (1989) ode Wiesen hal (2000) können die d ei O ganisa ions o -
men kombinie we den (und we den empi isch auch kombinie ). De Ne zwe k-Be-
g i en häl ü Ah ne/B unsson (2011) keine o ganisa o ischen Elemen e: Es is lexi-
bel und spon an ( gl. ebd. 97). Die Beziehungen in Ne zwe ken sind nich hie a chisch,
sonde n basie en au Rezip ozi ä , Ve auen und sozialem Kapi al ( gl. ebd. 88). Es gib
zudem keinen einhei lichen heo e ischen Ansa z. Meh e e Fo schungsa bei en nu zen
die S uk u a ions heo ie on Giddens ( gl. Windele /Wi h 2010: 580 ., Longen 2015).
Williamson (1985) e wende die ökonomische T ansak ionskos en heo ie.
Beg i lich ha sich die o liegende A bei be ei s ü das »Ne zwe k« als d i e
Ka ego ie en schieden. Konzep ionell olg diese A bei Powell (1990), Kalkowski/Micke
(2015) und Sydow/Windele (2000), die on Ne zwe ken als eigens ändigen O ganisa-
ions o men ausgehen. Dabei sind Ne zwe ke nich s Eindimensionales. Fü Sydow/
Windele (2000), Api zsch (2006) ode Kalkowski/Mickle (2015) bes ehen Ne zwe ke
aus meh e en Ebenen und Dimensionen. Wie in de Ma ixo ganisa ion können sich
e schiedene Kon oll o men mischen. Fü Api zsch sind un e schiedliche Beziehungs-
eigenscha en au in e pe sonelle , o ganisa ionale und in e o ganisa ionale Ebene
kombinie ba . Was an Inhal en ausge ausch wi d (bspw. In o ma ionen), muss nich
mi eine bes imm en Beziehungsa (bspw. s a ke Fo malisie ung), Beziehungsbasis
(bspw. Ve auen) ode In ensi ä (bspw. s abil und länge is ig) einhe gehen ( gl.
Api zsch 2006: 21 .). Bei Kalkowski/Mickle sind au den Ebenen de o ganisa ions-
übe g ei enden Koope a ionss uk u , de P ojek o ganisa ion und des Koope a i-
ons e hal ens auch e schiedene Kombina ionen möglich, bspw. ein hie a chische
Koope a ions yp, eine schwach o malisie e P ojek s uk u und egelmäßige In e ak-
ionen ( gl. Kalkowski/Mickle 2015: 88).
Bei de genaue en konzep ionellen Besch eibung de un e schiedlichen Ebenen des
Ne zwe ks se z die o liegende Un e suchung au eigene Ka ego ien. Denn ande e An-
sä ze sind (noch) allgemein(e ) und ih e Beg i lichkei en hel en nich , die Besonde hei-
84 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
en de So wa eges al ung zu e assen. Es gib siche lich Anknüp ungspunk e mi dem
oben genann en s uk u a ions heo e ischen Ansa z on Giddens ode jenem allgemei-
nen Koope a ionsbeg i on Kalkowski/Mickle (2015). Wie Giddens beg ei Sydow und
auch die o liegende A bei S uk u und Handeln als eku si en Zusammenhang. Alle -
dings is de beg i liche Appa a ( gl. Giddens 1988, Kalkowski/Mickle 2015: 68 .) nich
au die So wa eges al ung ausge ich e 5. Die in de Einlei ung des Kapi els besch iebe-
nen ie Ebenen de sozio echnischen Ne zwe ka bei eignen sich besse , um die Em-
pi ie des A bei sp ozesses de So wa eges al ung und seine spezi ischen P obleme zu
e assen.6 Zudem spiel Technik bei den genann en Au o en keine wesen liche Rolle ü
die Ne zwe ka bei (nu z.B. zu Kon olle de P ojek a bei , gl. Kalkowski und Mickle
2015: 88). Fe ne äumen sie, ande s als die o liegende A bei , Wissensa bei enden und
de en Rollen analy isch keinen zen alen Pla z in Ne zwe ken ein. Bei Sydow/Windele
(2000) sind Indi iduen zwa eine S eue ungsebene (ebd.: 3 .), abe es bleib unkla , was
de en Bei ag zu den Ne zwe ks uk u en is . Als Rolle is nu om »bounda y spanne 7«
die Rede ( gl. Sydow/Windele 2000: 5, 10; auch Kalkowski/Mickle 2015: 74). Le z end-
lich sind die Ansä ze zu wenig au die So wa eges al ung ausge ich e , bei de Wissens-
a bei ende und IT eine zen ale Rolle spielen.
6.2.2. O ganisa o isch: Ne zwe ke aus und in O ganisa ionen
Die So wa eges al ung inde in einem o ganisa o ischen Kon ex s a , zu dem de
Ne zwe kbeg i pass , wie die nach olgend zi ie e Fo schung zeig : E s ens lage n
imme meh O ganisa ionen (IT-)Tä igkei en aus ( gl. Miozzo/G imshaw 2005: 1421 .,
gl. Flecke /Haidinge /Schönaue 2013, gl. Howc o /Richa dson 2012: 124 ., gl. Pu -
anam/Alexy/Rei zig 2014: 172 .). Dies üh zwei ens dazu, dass s a kla e Hie a chien
ein Spannungs e häl nis zwischen zen ale S eue ung und dezen ale Au onomie
bes eh ( gl. Hi sch-K einsen 1995). Wie die Falls udien des Empi ie-Kapi els zeigen
we den, is das ypisch ü die So wa eges al ung. In O ganisa ionsne zwe ken kann
beides o handen sein: zen ale Vo gaben on Budge s und eine Selbs s eue ung de
5 Bspw. is die Un e scheidung zwischen zweck a ionalem und kommunika i em Handeln (Kalkow-
ski/Mickle 2015: 69) ü die So wa eges al ung schwie ig. Die So wa eges al ung e wende
Kommunika ion ins umen ell und es is agwü dig, ob es wi klich um Wah ha igkei und Ve -
s ändigung geh , wie es ü kommunika i es Handeln gil : »Ra ionali ä smaßs ab sei die Wah -
ha igkei in en ionale Äuße ungen und die Rich igkei on No men« (Vo mbusch 2002: 107).
Ausgiebig mi den G enzen de Theo ie on Habe mas ü die Anwendung au die So wa ege-
s al ung ha sich Andel inge (1997) auseinande gese z (sie wi d o zdem e wende – z.B. Ross
und Chiasson 2011). Abe auch die ande en Beg i e de Theo ien (bspw. Sozialin eg a ion s. Sys-
emin eg a ion bei Giddens) sind zu wei weg om empi ischen Ke n de So wa eges al ung.
6 Wie sich die jeweiligen heo e ischen Ansä ze mi den empi ischen E gebnissen e agen, wä-
e eine eigene S udie we . Dies konn e die hie o liegenden A bei nich leis en – auch weil
die empi ischen E gebnisse nich so ein ach in bes ehende Theo ien in eg ie ba sind bzw. die
So wa eges al ung ih e Eigenhei en ha , die sich nu mi eigenen Schwe punk se zungen in de
konzep ionellen Beg i sbildung e assen lassen.
7 Nach eine De ini ion handel es sich bei »bounda y spanne s« um » i al indi iduals who acili a e
he sha ing o expe ise by linking wo o mo e g oups o people sepa a ed by loca ion, hie a chy,
o unc ion.« (Le ina und Vaas 2005)
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 85
Anwendungsa bei , weil Ne zwe ke den A bei s ollzug unbes imm lassen und es so
e möglichen, dass Beschä ig e einen subjek i en Bei ag leis en ( gl. Schmiede 2006:
4). Abe es kann auch eine »Zen alisie ung und Hie a chisie ung on Un e nehmens-
ne zwe ken […] [und] asymme ische Behe schungs e häl nisse« (Api zsch 2006: 10)
bes ehen, z.B. wenn die So wa e i ma den S anda d se z ode Eins ellungsmöglich-
kei en des S anda ds o gib .
D i ens hel en Ne zwe ke, in e disziplinä e Wissensg enzen zwischen Fi men ode
inne halb on Fi men zu übe winden. Koope a ionen zwischen Fi men sind eine Fo m
da on ( gl. Kalkowski/Mickle 2015). E s in Ne zwe ken können ab eilungs- und i -
menübe g ei ende, in e disziplinä e P axisgemeinscha en en s ehen (»communi ies o
p ac ice« im Sinne on Wenge 1999), die ü den Wissensaus ausch no wendig sind:
»Whe e p ac ice doesn’ p epa e he g ound, knowledge is unlikely o low« (B own/
Duguid 2001: 207).
Ein Beispiel ü solche P axisgemeinscha en sind P ojek e. Sie sind als ie e
Punk , de aus o ganisa o ische Sich ü den Ne zwe kbeg i sp ich , zen al in de
heu igen A bei swel 8. Fü Api zsch (2006) sind P ojek e eine on meh e en Ne zwe k-
o men. Meh e e S udien weisen da au hin, dass imme meh Mi a bei ende auße halb
on Linienau gaben in P ojek en a bei en, und Sc um is eine p ojek o ien ie e A bei s-
o m, die diesen T end e s ä k ( gl. Baudach 2018: 165). Cas ells (2001) sieh P ojek e
zen al ü die Ne wo k Socie y an. Im Buch »De neue Geis des Kapi alismus« haben
Bol anski/Chiapello die Managemen li e a u un e such und he ausgea bei e , dass
P ojek e übe die Jah zehn e eine imme g öße e Rolle spielen. Sie besch eiben be ei s,
was sich bei de Ein üh ung on SAP un e 6.3 zeig : dass bei P ojek en in Fi men »dau-
e ha e Ve bindungen au gebau we den, die anschließend in den Hin e g und e en,
abe wei e e ügba bleiben« (Bol anski/Chiapello 2003: 149). Eine S udie zu Ene -
giewi scha s ell es , dass in den un e such en O ganisa ionen p ojek o ien ie e
und e ne z e, empo ä e Zusammena bei (Ne zwe ko ien ie ung) und O ien ie ung
an de Kundscha und We bewe bs ähigkei (Ma k o ien ie ung) wich ige wi d und
die O ien ie ung an Indus ie (u.a. echnische E izienz) und S aa sbü ge lichkei (u.a.
Kollek i in e esse) abnimm ( gl. Jacobsen/Blazejewski/G a 2017).
6.2.3. Technisch: digi ale Ne zwe ke
Neben diesen heo e ischen und o ganisa o ischen G ünden e binden einige Au-
o en mi dem Ne zwe kbeg i eine zen ale S ellung de IT in de A bei swel . Die
Einlei ung des Kapi els ha be ei s K use als Beispiel da ü genann , de bei IT-A bei
8 P ojek a bei is in de mode nen A bei swel wei e b ei e . Wie wei , dazu konn e de Ve asse
leide keine genaue en S a is iken zu du chge üh en P ojek en in Fi men ode B anchen inden.
An agen an p i a wi scha liche Fi men, die Ze i ika e wie IPMA, PRINCE2 ode PMP anbie en,
blieben e olglos. Alle dings inden sich online In o ma ionen: In Deu schland haben 16.982 Pe -
sonen ein gül iges Ze i ika P ojec Managemen P o essional (PMP) (Quelle: h ps://www.pmi.
o g/ce i ica ions/ce i ica ion- esou ces/ egis y, S and: 04.01.2024).Ein Ze i ika de IPMA (In-
e na ional P ojec Managemen Associa ion) de Ka ego ien A bis D haben on 1995 bis 2020
jäh lich im Schni 14.456 Pe sonen wel wei gemach (Quelle:h ps://www. zpm.ch/ ileadmin/d
okumen e/downloads/Deu sch/IPMA_Yea book_2020.pd , he un e geladen am 04.01.2024).
86 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
on Ne zwe ka bei sp ich . Cas ells ha be ei s 19969 in seinem Buch eine globale
Ne zwe kgesellscha besch ieben, die au In o ma ions echnologien be uh . In e -
o ganisa ionale IT-Sys eme e ein achen ab den 1990e Jah en die Kommunika ion
zwischen den O ganisa ionen, zen alisie en Kon olle, machen T anspa enz, Wissens-
aus ausch und En scheidungsdelega ion (Dezen alisie ung) echnisch umse zba ( gl.
Bjø n-Ande sen/Raymond 2014: 190). IT mach das Auslage n bes imm e Tä igkei en
möglich ( gl. G imshaw e al. 2002: 188, Robe son/Ve ona 2006: 90, Sahaym/S eensma/
Schilling 2007, Zammu o e al. 2007: 754 .). Longen sieh einen Zusammenhang zwi-
schen Fi men-Ne zwe ken de Call-Cen e -A bei und de e wende en IT (Longen
2015). Auch beim Ansa z de sys emischen Ra ionalisie ung aus de Indus ie- und
A bei ssoziologie spiel die IT eine zen ale Rolle in O ganisa ionsne zwe ken. Sie so g
ü die »Op imie ung des gesam be ieblichen P ozesses, die O ganisie ung on Ma k -
und Aus auschp ozessen und die Ges al ung de Beziehungen zwischen Be ieben und
Un e nehmen« (Saue 2017: 286). Manche Au o en sehen ga Fi men als übe lüssig an,
weil po enziell jede dank IT indi iduellen Zugang zu allen ele an en In o ma ionen
ha und jede mi jedem kommunizie en kann ( gl. Symon 2000: 393).
6.3. Ein Beispiel ü sozio echnische Ne zwe ka bei :
IT-P ojek einMa ixo ganisa ionen
Den Weg zu einem allgemeinen Konzep de sozio echnischen Ne zwe ka bei , das zu
säm lichen Falls udien pass , weis IT-P ojek ea bei . IT-P ojek e sind auch deshalb e-
le an ü die Un e suchung, weil sie Fi men bei de ERP-Ein üh ungen einse zen und
es meh e e Fo schungsa bei en dazu gib . Solche P ojek e und die aus ihnen esul ie-
enden Ges al ungsne zwe ke nach ERP-Ein üh ung weisen die ie Ebenen sozio ech-
nische Ne zwe ka bei au .
Allgemein zeigen sich in P ojek en die ie Ebenen wie olg :
1. Ablau – zwischen s a ke und schwache Fo malisie ung: P ojek e schwanken zwi-
schen zu s a ke und zu schwache Fo malisie ung ( gl. Heidling 2018: 224). Du ch
Handbüche ü Au bau- und Ablau o ganisa ion eines P ojek es, en sp echendes
Managemen und en sp echende Kennzahlen kann eine Fo malisie ung s a inden
( gl. Kalkowski und Mickle 2005: 59). T o zdem lassen sie ü einzelne Beschä ig-
e Spiel äume, um selbs s ändig achliche En scheidungen zu e en und sich bspw.
mi Kund:innen abs immen zu können ( gl. Kalkowski/Mickle 2005: 59).
2. Beziehungen – dank P ojek zwischen O ganisa ionseinhei en und Einzelpe so-
nen
•O ganisa ionale Beziehungen – Ab eilungsg enzen und Hie a chien übe b ü-
cken: P ojek e übe b ücken G enzen aus Fachab eilung, Teams und Hie a chien
in O ganisa ionen, dami un e schiedliche »Spezialdisziplinen, Domänen, Wis-
sensbe eiche, Einzelpe sonen« (Heidling 2018: 211) zusammenkommen können.
9 Au Deu sch 2001.
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 87
Sie e möglichen einen e besse en In o ma ions luss und Spezialis :innen
können bspw. du ch Mi a bei an meh e en P ojek en ausgelas e we den ( gl.
Fo d/Randolph 1992: 273). Die A bei s eilung ha in de Ma ixo ganisa ion mi -
hin zwei Ebenen: die A bei s eilung zwischen den Fachab eilungen und ih en
Hie a chien (Ablau - und Au bauo ganisa ion) und die A bei s eilung im P ojek
selbs .
• In e pe sonelle Beziehungen – auszuhandeln zwischen Füh ungsk ä en und
Mi a bei enden (ho izon al und e ikal): Es gib eine ge eil e Au o i ä zwi-
schen de Hie a chie de O ganisa ion, in de das P ojek s a inde , und dem
P ojek selbs ( gl. Fo d/Randolph 1992: 271). Es gib Kon lik e um Ressou -
cen, um P io i ä en, es gib Rollenkon lik e zwischen P ojek -Rolle und Rolle
in de Ab eilung/im Team ( gl. Fo d/Randolph 1992: 275). Die P ojek lei ung
ha o mals keine Weisungsbe ugnis, diese lieg ielmeh bei de Team- ode
Ab eilungslei ung. Bei un e nehmensübe g ei enden P ojek en inde ein In e -
essenausgleich und -abgleich du ch Mi a bei ende und P ojek lei ung s a und
ein g oße Teil de P ojek s eue ung e olg si ua i au ope a i e Ebene ( gl.
Heidling 2018: 226). Komp omiss ähigkei , Ve handlungskompe enz, belas ba e
Ve auensbeziehungen und pe sonengebundene Aus ausch sind ge ag ( gl.
ebd.: 227).
3. So wa e: Bei IT-P ojek en sp echen Au o en on » echnisch-bü ok a ische Um-
klamme ung de P ojek a bei « (Kalkowski/Mickle 2005) du ch e schiedene So -
wa e-We kzeuge wie P ojek managemen -Tools.
4. Wissensa bei ende – E wa ung, Handlungso ien ie ungen zu kombinie en: In
P ojek en is Handeln s ä ke au Koope a ion und Kommunika ion ausgeleg , bei
gleichzei ige ökonomische und un e nehme ische O ien ie ung ( gl. Heidling
2018: 213 .). Es e sch änken sich planmäßig a ionales Handeln mi e ah ungsge-
lei e -subjek i em ( gl. ebd. 222).
Konk e e zeigen sich die ie Ebenen de So wa eges al ung bei P ojek en de Ein üh-
ung on ERP-S anda dso wa e. Do passen O ganisa ionen im Zuge de Implemen-
ie ung den S anda d an, nehmen Eins ellungen o ode e wei e n ihn. Es inde So -
wa eges al ung s a . Es gib einige Fo schungsa bei en, die IT-P ojek e zu Ein üh ung
on ERP-So wa e un e suchen (bspw. Ligh /Wagne 2006, S ej ig/Jensen 2013, Con ad
2017). Auch sons spielen IT-P ojek e in de IT-A bei eine Rolle: so beim Thema In e ne
o Things (IoT) ( gl. Ziegle 2020: 225, 259) ode bei Fi menkoope a ionen ( gl. Kalkow-
ski/Mickle 2015: 221 .).
Hohlmann geh ie e gehend da au ein, wie die So wa eges al ung des ERP-S an-
da ds on SAP übe das Implemen ie ungsp ojek hinaus o ganisie is :
1. Ablau : Zum einen bes imm das IT-P ojek zu Ein üh ung de ERP-So wa e selbs
den Ablau . Zum ande en sind die wäh end und danach exis ie enden Ges al ungs-
ne zwe ke die Basis des Ablau s, um ab eilungsübe g ei end zusammenzua bei en
und die S anda dso wa e anzupassen, einzus ellen, zu e wei e n ( gl. Hohlmann
2007: 353).
88 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
2. Beziehungen jensei s bes ehende Hie a chien und ab eilungsübe g ei end: Die Ge-
s al ungsne zwe ke en s ehen aus dem P ojek eam de SAP-Ein üh ung inne halb
de Fi men und un e g aben al e Hie a chien. Es en s ehen neue in e diszipli-
nä e Ne zwe ke, wobei ü de en Mach Wissen und Expe ise en scheidend sind
( gl. ebd. 359 .). Die in e disziplinä en Wissensbes ände be e en die anwenden-
de O ganisa ion, die achlichen P ozesse und die ERP-So wa e selbs . E s die
d ei Wissensbe eiche zusammengenommen10 e möglichen eine Anpassung de
So wa e ( gl. ebd.: 55).
3. So wa e: Insgesam sieh Hohlmann eine enge Kopplung (ebd. 34 .) on So wa e
und O ganisa ion. Sie sp ich on einem eng gekoppel en sozio echnischen Gesam -
sys em (ebd. 368), weil nich nu das ERP-Sys em ü die A bei in den O ganisa io-
nen zen al wi d, sonde n weil IT- und Fachwissen nun Hand in Hand gehen und
die anwendenden O ganisa ionen neue, so wa ebezogene Rollen wie Key Use :in-
nen e ablie en müssen (s.u.).
4. Wissensa bei ende: Die neue Quali ika ion, zwischen Sys em und Fachab eilung zu
e mi eln, e kö pe exempla isch die Rolle Key Use :in, die sich dadu ch on an-
de en Anwendenden abheb ( gl. ebd. 348). Sie wende eine So wa e nich nu an.
Sie nimm da übe hinaus Eins ellungen an ih o , gib neue An o de ungen ü
die So wa e au ode a bei e di ek mi P og ammie enden zusammen. Gleich-
zei ig kenn sie sich achlich in Bezug au einen konk e en Anwendungsbe eich gu
aus und a bei e eng mi den Anwendenden zusammen. Key Use :innen agie en als
Übe se ze :innen, und indem sie an de So wa eges al ung mi wi ken, hal en sie
die So wa e auch bei e ände en An o de ungen du ch die Umwel de O ganisa-
ion ode de Anwendenden einsa z ähig und die O ganisa ion e izien ( gl. ebd.
340, 357, 370).
Le z endlich zeig sich, dass O ganisa ionen mi einem ERP-Sys em nich nu ein neues
We kzeug in Be ieb nehmen. Lang is ig ände sich ih e in e ne O ganisa ion, um die-
se So wa e zu ges al en. Dami besch eib Hohlmann sowohl die E ablie ung ( ia P o-
jek ) als auch die Folgen on So wa eges al ung: und zwa nich nu ü die Anwenden-
den, sonde n auch jene Folge, dass in den anwendenden O ganisa ionen neue Rollen,
Ges al ungsne zwe ke und Wissensbes ände en s ehen.
Um diese ie Ebenen allgemeine zu assen, e a bei e de nächs e Abschni eine
konzep ionelle Besch eibung des Ne zwe kes unabhängig on Ma ixo ganisa ion und
P ojek a bei , um so den un e schiedlichen Kons ella ionen zu en sp echen, in denen
die So wa eges al ung in den Falls udien s a inde .
6.4. Sozio echnische Ne zwe ka bei : die Ebenen Beziehungen, So wa e
undWissensa bei ende
Die Ma ixo ganisa ion und IT-P ojek e sind lediglich eine un e meh e en Möglich-
kei en, So wa eges al ung zu o ganisie en. Fü einen allgemeinen konzep ionellen
10 Sie nenn die Kombina ion In eg a ionswissen.
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 89
Rahmen, de ü alle Falls udien gleiche maßen gil , schläg dieses Kapi el das Konzep
de sozio echnischen Ne zwe ka bei o . Da ü a bei e de Abschni im Folgenden
anhand on Fo schungse gebnissen ü die Ne zwe kebenen Beziehung, So wa e und
So wa eges al ende he aus, wie sie zu T ans o ma ion de A bei sk a du ch die
Ve mi lung on Handlung und S uk u und dami zu Kon olle on A bei bei agen.
Abschließend olg eine Analyse eine spezi ischen Eigenscha on Ne zwe ka bei :
dass die un e schiedlichen Ebenen lexibel und je Kon ex un e schiedlich zu T ans o -
ma ion de A bei sk a bei agen.
Fü die konzep ionelle Ausa bei ung de Ebene Ablau konn en keine nü zlichen Be-
züge in de Fo schung ge unden we den.
6.4.1. O ganisa ionale und in e pe sonelle Beziehungen
Indus iespezi ische So wa eges al ung inde zwischen Einzelpe sonen, inne halb
ode zwischen O ganisa ionseinhei en s a . Fü die sozio echnische Ne zwe ka bei
sind diese in e pe sonellen und o ganisa ionalen Beziehungen zen al. Eine sei s se z
die sozio echnischen Ne zwe ka bei o aus, dass ein bes imm e G ad an Koope a ion
in den in e pe sonalen und o ganisa ionalen Beziehungen o handen is . Ande e sei s
is es Teil de sozio echnischen Ne zwe ka bei , koope a i e Beziehungen zu e hal-
en. Wann o ganisa ions- und ab eilungsübe g ei end koope a i e Zusammena bei
geling , was Vo ausse zungen und Hinde nisse sind, zeigen Fo schungsa bei en zu
koope a i en Zusammena bei anhand on d ei Punk en11:
1. Wenn IT-Ab eilungen (ob in- ode ou gesou ced) mi den Fachab eilungen koope a-
i zusammena bei en (6.4.1.1).
2. Wenn o z un e schiedliche In e essen und Wissen zwischen IT-DL, IT-Ab eilung
und anwendenden O ganisa ionen S uk u en zu koope a i en Zusammena bei
bes ehen (6.4.1.2).
3. Wenn übe o male Ne zwe ks uk u en wie P ojek e hinaus in e pe sonale Bezie-
hungen bes ehen, die au Ve auen, Rezip ozi ä und Koope a ion basie en, und
zwa sowohl ü gemeinsame s a egische En scheidungen als auch ü die ope a-
i e Zusammena bei (6.4.1.3).
6.4.1.1. A bei s eilung zwischen Anwendung und En wicklung – die IT-Ab eilung
Wenn IT-P ojek e in Un e nehmen s a inden, is en wede eine IT-Ab eilung ode ein
IT-DL in ol ie . In den Falls udien des Empi ie-Kapi els is das imme de Fall. Die
Fo schung weis da au hin, dass eine IT-Ab eilung nich au oma isch koope a i mi
11 Phänomene, die eine Besonde hei de We schöp ungske e de So wa een wicklung da s el-
len, abe au die de in de Empi ie un e such en So wa eges al ungsp ozess keine di ek e Aus-
wi kung ha e, läss die Un e suchung außen o : so wie z.B. den Lock-in-E ek du ch die Im-
plemen ie ung eine S anda dso wa e, d.h. eine s a ke Abhängigkei om so wa eanbie enden
Un e nehmen ( gl. Hohlmann 2007: 334), abe auch den Lebenszyklus eine So wa e, de eine
Abhängigkei de Anwende o ganisa ion on de wei e en Wa ung, on Upda es und de Wei-
e en wicklung du ch die So wa e i ma e zeug .
90 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
den Fachbe eichen zusammena bei e . Es gib un e schiedliche O ganisa ions o men
de IT-Ab eilung – mal wenige und mal meh hie a chisch ode ma k ö mig.
Das Fo schungsgebie , das die Beziehung zwischen IT- und Fachbe eich un e such ,
nenn sich IT-Alignmen . Dabei geh es nich nu um die En wicklung eine einzelnen
Lösung, sonde n um die O ganisa ion eine ganzen IT-Landscha , d.h. eine Vielzahl an
So wa epake en und Ha dwa e. Du ch das IT-Alignmen soll e hinde we den, dass
IT-Lösungen »no e ec i ely suppo o ganiza ional ac i i ies and a e mo e p one o
miss business inno a ion oppo uni ies p o ided by new in o ma ion echnologies« (Val-
o in a 2011: 47) – ob in e n ode ausgelage . Auch in de Fo schung zum IT-Alignmen
sind es nich Mä k e ode Hie a chien, welche die in e disziplinä e Zusammena bei
zwischen IT und Fachbe eichen dominie en soll en. Vielmeh sind ü eine koope a i e
Zusammena bei ein egelmäßige Aus ausch zwischen IT und Fachbe eichen, Co-Loka-
ion, gemeinsame Planung, gemeinsame P ojek e und Bildung on sozialem Kapi al hil -
eich ( gl. Reich/Benbasa 2000, Chan/Reich 2007, Masak 2006 Schlosse e al. 2015).12
Dazu gehö , dass Füh ungsk ä e wie Chie In o ma ion O ice (CIO) sowohl an P ak i-
ken de eigenen IT-Einhei als auch an jenen de Fachbe eiche eilnehmen ( gl. Valo in a
2011: 50). IT-P ojek managende sind ein in e disziplinä es Bindeglied und es is wich ig
ü den E olg on P ojek en, dass sie übe IT- und Fachwissen e ügen. Es is om hy-
b iden IT-P ojek managemen die Rede:
»[A] hyb id IT PM whose expe ise includes echnologies and echniques used on
he p ojec and who also possesses ele an knowledge o o ganiza ional ope a ions,
in-dep h knowledge o he unc ioning o use depa men s, o expe ise in he
speci ic applica ion a ea o he sys em« (Ko/Ki sch 2017: 318).
Un e suchungen zeigen Fälle, in denen IT-Ab eilungen die Koope a ion e schwe en
ode nich au Koope a ion ausge ich e sind. Guilleme e & Pa è (2012) machen ün
e schiedene Typen aus, die un e schiedlich eng mi den Fachab eilung zusammena -
bei en. S a au lang is ige Beziehungen zu se zen, die ö de lich ü den Wissens-
aus ausch wä en, en scheiden manche Fi men, ih e IT ma k ö mig zu o ganisie en.
IT-Sou cing-Ab eilungen p ü en dann s e ig, was Fi men ex e n an IT-A bei einkau en
und was sie selbe machen. Das be eiben die Fi men so in ensi , dass ga die Rede on
de »Indus ialisie ung des IT Sou cings« ( on Jouanne-Died ich e al. 2005) is . Dabei
gib es Fo schung, die zeig , dass, wenn Fi men komplexe IT-Wissensa bei auslage n,
sie dann in die in e ne IT-O ganisa ion in es ie en müssen, dami die Zusammena -
bei unk ionie en kann ( gl. Tiwana/Kim 2016). E schwe en können die Koope a ion
auch zen alisie e IT-Ab eilungen, die zen al Koope a ionen s eue n wollen und so
dezen alen Ini ia i en in O ganisa ionen en gegens ehen. Al e na i en dazu sind de-
zen alisie ode öde al o ganisie e IT-Ab eilungen ( gl. Sesay/Rami ez 2016). Lau
Masak is die IT in Fi men meis öde al o ganisie ( gl. Masak 2006: 209) und somi
12 Eine S udie ha he ausge unden, dass es eine Klu zwischen » alk« und »ac ion« bei IT-P ojek en
gib , was die Kommunika ionsp ozesse zwischen IT und ande en Ab eilungen anbelang . Auch
wenn sie on de P ojek me hode o gesehen wa en und P ojek lei ende sich ö en lich hin e
die o gesehenen Kommunika ionsp ozesse s ellen, wu den sie nich eingehal en ( gl. Mon ei o
de Ca alho 2013).
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 97
Ande s als am Fließband gib die Technik keinen es en Tak o . Wenn sie es u , dann
du ch soziale O ganisa ions o men wie Sc um, in denen es Sp in s gib , de en Zei äu-
men du ch Menschen es geleg we den. Ab olge und Tempo sind dann abe nich du ch
Technik o gegeben, o allem nich , wie lange man ü einen A bei ssch i (z.B. die P o-
g ammie ung eine Me hode) b auch . Die Menschen müssen p io isie en, Ände ungen
am Quellcode ode Tes s eigeben. In zwei Falls udien, die Ba e in ih e Un e su-
chung e o sch ha , haben die P og ammie enden ih e Zei selbs in de Hand und nu
die Deadline wa di ek om Managemen kon ollie ( gl. Ba e 2005: 89).
S a wie ein Fließband sch änk 2. So wa e die A bei de So wa eges al enden an-
de s ein: du ch a) Vo gaben machen, b) Abläu e in eg ie en, c) soziale S uk u en so -
wa e echnisch zu s ü zen und d) A bei zu übe wachen.
Zu a): So wa e kon ollie , indem sie o gib , wie ein Bei ag und welche Bei ag
zu leis en is . Allgemein müssen Anwendende (auch on We kzeugen ü die So wa e-
ges al ung) die P og ammlogik nach ollziehen und sich mi den on de So wa e e -
wa e en Ve hal ensweisen auseinande se zen ( gl. Degele 2000: 67 .). Sie müssen sich
an die in So wa e ixie en Regeln hal en ( gl. Heiden eich/Ki ch/Ma es 2008: 7). Dabei
kann So wa e zu eine e höh en Rigidi ä de Fo malisie ung üh en, indem sie A bei s-
sch i e als al e na i los o gib , sie de aillie e und um assende e egel , o s uk u-
ie und sys ema isie ( gl. Schae e /Funken 2008: 13 .). So gib sie z.B. übe Eingabe-
masken o , was Anwendende in ein Ticke sys em eingeben können, welche Mi a bei-
ende es bea bei en und an welche Teams in de IT-Ab eilung die Ticke s wei e gelei e
we den können.
Zu b): Ganz allgemein e möglich IT eine P ozesso ien ie ung sowohl im Un e neh-
mensne zwe k als auch in eine e ma k lich en O ganisa ion ( gl. Saue 2018: 196). De
ode die Einzelne und sein Inpu in die So wa e sind in einen digi alen P ozess ein-
gebunden. Das muss abe nich mi eine du chge ak e en, o malisie en Anwendung
einhe gehen. Bei komplexen Au gaben o malisie en Un e nehmen Zielpa ame e und
e wa en on den Anwendenden P oblemlösungen und s uk u ie ende A bei , mi de
sie die Lücke im digi alen P ozess üllen ( gl. Kleemann/Ma uschek 2008).
Neben de Vo gabe du ch So wa e, wie Beschä ig e einen Bei ag und welchen Bei-
ag sie leis en können, mach IT (Ha dwa e und So wa e) c) im Allgemeinen sozia-
le S uk u en s a e ( gl. Mu ch 2010). So ixie en die Benu zenden ollen in de So -
wa e die sozialen Rollen ode de P og ammablau on ERP-So wa e die A bei s ou i-
nen so wa e echnisch. Das heiß , soziale O ganisa ionselemen e wie Rollen ode Rou-
inen bekommen (so wa e-)ma e ielle Bes and eile ( gl. Volko e al. 2007: 840 .). Rou-
inen und Rollen we den sozio echnisch: Sie exis ie en in de So wa e und de sozialen
O ganisa ion. Bei eine angepass en ERP-S anda dso wa e ü eine anwendende O -
ganisa ion sp ich Hohlmann on eine engen Kopplung (ebd. 34 .) on So wa e und
O ganisa ion und B ödne da on, dass diese wie » lüssige Be on« (B ödne 2002 nach
Reme 2008: 42) in de O ganisa ion aushä e .
So wa e gib nich nu o , wie Beschä ig e einen Bei ag leis en können, ode e -
wandel soziale S uk u en wie Rollen in sozio echnische. Sie d) übe wach auch A bei .
Be ei s Zubo (1988) ha om »elec ic panop icum« gesp ochen: Kon olle k a T ans-
pa enz. Die IT gil sei länge em als G undlage ü G uppen, Cos - und P o i cen e e c.
Sie e möglich die Dezen alisie ung du ch Planungs-, Budge - und Kennzi e nsys e-
98 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
me und die Kon olle du ch Rückmeldung ( gl. Kocyba 1999: 102 .). IT-Sys eme können
ü das Managemen in Bezug au Kon olle das Ge ühl eine kleinen Fi ma bewah en,
indem sie eine zen ale Da enbank ü die i menwei e Auswe ung zu Ve ügung s el-
len ( gl. Sahaym/S eensma/Schilling 2007: 867). Das gil u.a. ü die P oduk ion, weil
die IT de en zen ale S eue ung möglich mach ( gl. Sil a 2005: 50), wie auch ü einen
spanischen Ene gie e so ge ( gl. Tsamenyi/Cullen/González 2006). Übe Kennzahlen
können O ganisa ionen Teams kon ollie en und selbs s ändiges A bei en e möglichen.
Sie können
»zu eine o ien ie enden und s eue nden Ins anz auch im P ozess de Selbs o ganisa-
ion de Teams we den. Gleichzei ig e mi eln sie – im Sinne de sys emischen In e-
g a ion des gesam en Un e nehmens – zwischen de Selbs o ganisa ion in den Teams
und de Ebene des (hie a chischen) Managemen s« (Boes e al. 2018: 186).
De S udie on Boes e al. (2018) komm hie eine besonde e Bedeu ung zu, weil sie auch
den Einsa z on Sc um be ücksich ig und zwei ih e Falls udien im Be eich So wa e-
en wicklung liegen. Die Übe wachung du ch Kennzahlen e möglich dabei die Selbs -
kon olle des Teams und des Einzelnen.
6.4.2.2. P äg die O ganisa ion: die So wa ea chi ek u
So wa e is nich nu wich ig ü die Kon olle de So wa eges al ung. Sie p äg du ch
ih e A chi ek u die O ganisa ionss uk u und dami die T ans o ma ion de A bei s-
k a . Es gib eine be ei s jah zehn eal e Diskussion übe das Ve häl nis on O ganisa i-
on und So wa ea chi ek u . Am bekann es en is Conways Law. In dem Au sa z aus dem
Jah 1968 e i Conway, de sich allgemein mi »sys em design« on Technik beschä -
ig , die olgende These:
»The basic hesis o his a icle is ha o ganiza ions which design sys ems (in he
b oad sense used he e) a e cons ained o p oduce designs which a e copies o he
communica ion s uc u es o hese o ganiza ions.« (Conway 1968: 31)
Bezogen au die So wa een wicklung bedeu e das, dass man »in den S uk u en des
So wa esys ems die S uk u en de jeweiligen En wicklungso ganisa ion« (Masak
2006: 232) wiede inde .
Neue e Fo schung zeig , dass Conways Law bei de So wa een wicklung nich im-
me zu i . Zudem is da ü , we mi wem in ensi kommunizie , nich nu die Au ei-
lung de So wa e in Module ode Baus eine ele an wie bei Conways Law. Es geh auch
um Abhängigkei en, die en s ehen, wenn Fi men ode Ab eilungen gemeinsam S an-
da dbaus eine bzw. -module en wickeln.
Inwie e n wi k Conways Law bei So wa een wicklung nich imme ? Unabhängig
on Conway wi d das Thema beg i lich un e schiedlich ge ass : das eine Mal als Modu-
la isie ung, ein ande es Mal als Spiegelung. Unabhängig da on, ob es sich um So wa e,
Au os ode ande e Maschinen handel , s ell eine Me analyse aus dem Jah 2016 es :
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 99
»O e wo- hi ds (70%) o he desc ip i e s udies p o ide s ong e idence o mi o -
ing, 22% p o ide pa ial suppo , while only 8% do no suppo he hypo hesis.« (Col-
e /Baldwin 2016: 710)
Das heiß also, dass sich bei 70% die echnische A chi ek u in de A bei s eilung spie-
gel . Das lieg da an, weil jene, die sich mi einem echnischen Teil auskennen und Ve -
an wo ung da ü haben, sich i gendwie mi ande en absp echen müssen, um ih e A -
bei zu koo dinie en (ebd. 712).
»[O] ganiza ional ies will be dense wi hin modules o he sys em whe e echnical
dependencies a e dense and spa se ac oss modules whe e echnical dependencies by
de ini ion a e spa se.« (ebd. 713)
Die Au o en anden abe auch he aus, dass o ene, kollabo a i e P ojek e im IT-Be eich
die ge ings e Un e s ü zung ü die Spiegelungshypo hese au weisen (ebd. 726). Sie üh-
en d ei G ünde au , die alle da au zu ückzu üh en sind, dass So wa e digi al und da-
mi leich e ia Ve ne zung und en sp echende En wicklungsumgebung zu o ganisie-
en is .
Auch ande e Un e suchungen s ellen es , dass es bei de So wa een wicklung zu
Spiegelung kommen kann, abe nich muss. In eine Falls udie zeig e sich am An ang
noch Conways Law: Eine Fi ma ha e Teile ih e So wa een wicklung ausgelage . Weil
die Kommunika ion inne halb de Teams besse wa als zwischen den Teams, gab es
je Team einen Quellcode, um den sich das Team gekümme ha . So en wickel en sich
en sp echend d ei oneinande geschiedene Sys eme (Insellösungen) he aus. Doch die
Fi ma woll e dies un e binden und es gelang ih auch: Sie üh e einhei liche agile En -
wicklungsme hoden18 ein und es gab ägliche Videokon e enzen. So übe wand die Fi -
ma die Ba ie en in de Kommunika ion zwischen den Teams, was sich dann auch in de
So wa ea chi ek u niede schlug. Auch wenn die Kommunika ion inne halb de Teams
wei e hin in ensi e wa , konn e die Fi ma die Folgen da on au die A chi ek u (Insellö-
sungen) du ch ak i e In e en ion und E ablie ung in o melle Kommunika ion un e -
binden ( gl. H a um/Kelly 2005: 3 .). In einem ande en Fall (de auch nich Teil de Col-
e /Baldwin-S udie is ) gelang dies nich und es en s anden Insellösungen ( gl. Swan/
Sca b ough 2005: 932). Le z endlich zeig dies, dass So wa e sich ande s e häl als an-
de e Technologien und bei ih de Spiel aum g öße is , zu in e enie en und die Spie-
gelung on A chi ek u und Kommunika ionss uk u en de So wa een wicklung zu
un e binden. Zwei Au o :innen sp echen deshalb on Conways o ce ( gl. H a um/Kelly
2005), weil es wenige ein Gese z als eine K a is , welche das Ve häl nis on So wa e-
en wicklung und -a chi ek u in eine bes imm e Rich ung endie en läss , es abe nich
de e minie .
Bei de A chi ek u spiel ü die o liegende A bei abe nich nu die Au eilung
eine So wa e in un e schiedliche Baus eine bzw. Module und en sp echende Schni -
s ellen eine Rolle. Es geh auch da um, ob O ganisa ionen e was indi iduell ode als
18 In diesem Fall: Ex eme P og amming. Eine i e a i e Me hode de So wa een wicklung, bei de
es wich ige is , eine An o de ung umzuse zen, als einem o malisie en Vo gehen zu olgen.
100 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
S anda d ges al en. Ges al en meh e e O ganisa ionen ode O ganisa ionseinhei en
wie Ab eilungen gemeinsam einen S anda dso wa ebaus ein, en s ehen Abhängigkei-
en. Wenn alle mi ges al en wollen, muss ein Aus ausch da übe s a inden, was de
S anda d können soll.
In seine Disse a ion un e such Reme die Ums ellung eine So wa ea chi ek u :
S a eines g oßen, monoli hischen Sys ems will die O ganisa ion iele kleine, übe de-
inie e Schni s ellen lexibel au u ba e Baus eine p og ammie en19. Reme s ell es ,
dass solche A chi ek u inno a ionen Ände ungen an eingespiel en sozialen Beziehun-
gen e langen. So kann e zeigen, dass die Fi ma ein neues G emium ein ich en muss.
Dies is no wendig, weil An o de ungen an einen Baus ein mi den un e schiedlichen
S akeholde n, die diesen Baus ein nu zen, abzus immen sind. Das is eine Folge de A -
chi ek u : Die Fachbe eiche de Fi ma können nich meh allein übe ih e So wa e( eile)
en scheiden ( gl. ebd. 145). Die Ein üh ung eine au lexible Baus eine se zenden So -
wa ea chi ek u ha somi ih e Risiken, weil es zu komplexen o ganisa ionalen und ech-
nischen Abhängigkei en kommen kann und es schwie ige wi d, übe diese den Übe -
blick zu behal en ( gl. ebd. 168). Das heiß , hie spiegeln sich zwa eine sei s die Kom-
munika ionss uk u en, weil bes imm e Teams ü einen Baus ein zus ändig sind und
sie p og ammie en. Ande e sei s gib es auch keine Spiegelung, weil sich die Kommu-
nika ion ü die Abs immungen und um sich au die Ges al ung eines (S anda d-)Bau-
s eins zu einigen, nich in de So wa ea chi ek u niede schläg und z.B. de en modu-
la e Au eilung ände
So s ehen die O ganisa ionen bei de So wa eges al ung eines S anda ds o de
Wahl: S a ü Abs immungen au wendige Kommunika ionss uk u en zu e ablie en,
lassen sich Abhängigkei en eduzie en und eine lexible A chi ek u in Fo m eine »Lego-
Logik« ( gl. Schmie l/P ei e 2005) e möglichen, wenn sich alle Be eilig en einem S an-
da d-»Lego«-Baus ein und seinen Schni s ellen un e o dnen und säm liche Kommuni-
ka ion und säm liches Wissen ü diesen inne halb eines Teams exis ie . Eine gewisse
Flexibili ä im Zusammenspiel on o ganisa ionsspezi ische P axis und so wa e ech-
nischen Funk ionen kann e hal en blieben, indem bspw. indi iduelle Eins ellungen an
einem S anda dso wa e-Baus ein möglich sind ( gl. Wol e al. 1999: 303), wie es z.B. ü
ERP-Sys eme ypisch is . Dann bes eh keine Abhängigkei , weil sich ü die indi iduel-
len Eins ellungen die anwendende O ganisa ion nich mi ande en abs immen muss.
Ob Conways Law bewuss zu un e binden ode Abhängigkei en bei S anda dbaus ei-
nen zu managen: Fü die sozio echnische Ne zwe ka bei is die So wa ea chi ek u
en scheidend, weil sie die O ganisa ion de So wa eges al ung p äg (wie die Falls u-
dien zeigen we den).
6.4.3. So wa eges al ende: A bei en zwischen Anwendung und P og ammie ung
Ein wei e es zen ales Elemen de sozio echnischen Ne zwe ka bei sind die Wissens-
a bei enden selbs . Sie sind en scheidend ü das Ve s ändnis de Falls udien. Fü die
A bei und wie de Analyse ahmen zeig (siehe 8.1.3), ungie das Konzep de Rolle all-
gemein als heo e isches Bindeglied zwischen Indi iduum und O ganisa ion. Bei de so-
19 Die Fi ma ha au Mic o Se ices als Teil eine Se ice O ien ed A chi ec u e (SOA) umges ell .
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 101
zio echnischen Ne zwe ka bei sind Rollen d ei ach s uk u gebend: als Rollen im he -
kömmlich soziologischen Sinne, als Rollen speziell, um Ne zwe ke zu e ablie en, und
als spezi ische Rollene wa ungen de So wa eges al ung. Be o de Abschni dies an-
hand on Fo schungsli e a u zeig , e o e de nächs e Punk die So wa eges al en-
den zwischen Anwendung und P og ammie ung in die allgemeine Diskussion zu Wis-
sensa bei und lie e einige Zahlen zu diese Be u sg uppe. Die Fo schung zu Rolle de
P oduk managenden in eine So wa e i ma e deu lich , wie So wa eges al ende a -
bei en und welche E wa ungen an sie bes ehen.
6.4.3.1. Wissensa bei So wa eges al ung: Ve mi eln zwischen Anwendung
undP og ammie ung
So wa eges al ung is als Wissensa bei eine Fo m on Diens leis ungsa bei . 2021 a -
bei e en in Deu schland 33,66 Mio. Beschä ig e im Diens leis ungssek o , da on 1,07
Mio. in de IT-B anche. Zudem beschä ig en 2020 19% alle Un e nehmen in Deu sch-
land IT-Fachk ä e.20
Die Zahlen zu einzelnen IT-Beschä ig eng uppen sind leide nich
so de aillie . Fü die So wa eges al enden sind nu wenige o handen21.
Tabelle 3: Ve ände ung de IT-Beschä ig en in d ei Ka ego ien zwischen 2013 und 2022.
Be u sg uppen IT 31.12.2012 30.06.2022 Di e enz in%
In o ma ik 201.678 291.905 90.227 +45%
IT-Sys emanalyse, Anwendungsbe a ung,
IT-Ve ieb
135.194 218.601 83.407 +62%
– ERP-Be a ung 96.486 k.A.
IT-Ne zwe k echnik, IT-Koo dina ion, IT-Ad-
minis a ion, IT-O ganisa ion
138.139 198.914 60.775 +44%
– IT-P ojek lei ung 22.734 k.A.
So wa een wicklung und P og ammie ung 152.274 304.005 151.731 +100%
Summe 627.285 1.013.425 386.140 +62%
(Quelle: h ps://s a is ik.a bei sagen u .de, abge u en Feb ua 2023 und Zahlen on 2012 ü ERP-
Be a ung und IT-P ojek lei ung on h ps://job- u u oma .iab.de, abge u en Feb ua 2023)
Fü IT-P ojek lei ung und ERP-Be a ung gib es nu Da en ü 2012. Es zeig sich au
jeden Fall, dass sich in den le z en zehn Jah en die Anzahl de P og ammie enden e -
doppel ha . Dass es übe 100.000 ERP-Be a ende, übe 22.000 IT-P ojek lei ende und
meh als 300.000 P og ammie ende gib , beleg , dass O ganisa ionen pe manen ih e
20 Vgl. h ps://www.des a is.de, abge u en am 16.11.2022.
21 Es gib zwa auch Ka ego ien wie »43413-102 – ERP-Anwendungsen wickle /in« in de S a is ik
de A bei sagen u . Alle dings ehlen dazu die Zahlen. Die Da en ü die ERP-Be a e :innen und
IT-P ojek lei e :innen ü das Jah 2012 wu den on de Websei e h ps://job- u u oma .iab.de
des IAB kopie .
102 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
So wa elandscha en e ände n. Diese Zahlen sind alle dings lediglich g obe Rich we -
e, weil sich bspw. IT-P ojek lei ende nich alle mi de So wa een wicklung/-ges al ung
beschä igen. Zudem ehlen Rollen wie P oduc Owne :in, Sc um Mas e :in, An o de-
ungsmanagende, Anwendungs- ode Applika ionsbe euende ode Key Use :in. Es is
auch wenig übe de en Quali ika ionsp o ile, Ka ie e e läu e ode A bei sbedingungen
bekann (ob quali a i ode quan i a i ). Fes s eh jedoch, dass sie, wenn sie in Nich -
IT-Un e nehmen ä ig sind, zu den indi ek en Be eichen de Un e nehmen gehö en und
somi die P oduk ion ode die E b ingung on Diens leis ungen un e s ü zen. Do gil
es den echnischen Fo sch i zu s eue n und zu bewe en und Inno a ionen anzus o-
ßen. Sie gehö en zu s eigenden Anzahl an Akademike :innen in den O ganisa ionen
( gl. S ulik 2017: 322). Als Höhe quali izie e is de en zunehmende Zahl Teil de Pola-
isie ung de Quali ika ionss uk u im Diens leis ungsbe eich und Teil des T ends zu
Höhe quali izie ung in mi le en und höhe en Diens leis ungsjobs ( gl. O e beck 2017:
103 .).
Was zeichne diese Wissensa bei g undsä zlich aus? A bei mi So wa e is e s ens
A bei mi Wissen, In o ma ionen und Da en ( ü die Un e scheidung siehe De ini ion
un e 3.1.1). Zwei ens geh es da um, zwischen de eigenen A bei und ih em Kon ex
wie O ganisa ionsne zwe k, Finanzzahlen bzw. IT-Budge und So wa e zu e mi eln.
D i ens spielen die E wa ungen und de Umgang mi E wa ungen eine wich ige Rolle
( gl. Schmiede 2015: 49 ., Boes und Kämp 2017: 184, Baudach 2018: 71).
Diese d ei Elemen e und noch ü die So wa eges al ung spezi ische e inden sich
bei de Rolle P oduk manage :in. Sie is eine de wenigen so wa eges al enden Rol-
len, zu denen es quali a i e Fo schungsa bei en gib . Es zeig sich, was O ganisa ionen
on So wa eges al enden e wa en: in e disziplinä , koope a i und kommunika i a -
bei en, Beziehung au bauen und e schiedene Handlungso ien ie ungen kombinie en
(wie es auch ypisch ü P ojek a bei is , siehe 4.2). Wie ü A bei in Ne zwe ken y-
pisch, agie en P oduk managende »als Gleiche un e Gleichen; sie können in ih e Tä-
igkei nich au Anweisungen zu ückg ei en, sonde n müssen P obleme im Disku s lö-
sen« (Bol e 2017a: 483). Die Rolle is au die Koope a ion ande e Be eilig e angewiesen
und die meis e A bei szei e b ing sie mi Kommunika ion ( gl. Bol e 2017b: 488). Sie
ha iel äl ige ex e ne und in e ne Beziehungen: mi de Kundscha , koope ie enden
Un e nehmen, Ab eilungen des eigenen Un e nehmens wie Se ice, Ve ieb e c. ( gl.
Bol e 2017a: 484). Zen al is dabei de Aus ausch mi de Kundscha und den P og am-
mie enden ( gl. ebd. 489).
P oduk managende sind Media o :innen, »die B ücke[n] zwischen den beiden Wel en
schlagen und Übe se zungsleis ungen on de einen Wel in die ande en e b ingen«
(Weishaup /Hösl 2017: 505).
Es handel sich um In e ak ionsa bei mi eine dialogisch-explo a i en Vo gehens-
weise und eine gegens ands- und handlungs e mi el en Kommunika ion ( gl. Bol e
2017b: 490). Dami is das A bei shandeln e ah ungsgelei e -subjek i ie end und nich
nu planmäßig- a ional ( gl. Weishaup /Hösl 2017: 494).
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 103
Es geh um »wi kliches Ve s ehen des P oblems du ch Nach ollziehen, Hinein e se -
zen in die Posi ion des Ande en und eine ane kennende, pa ne scha liche und em-
pa hische Beziehung zum Gegenübe « (Weishaup /Hösl 2017: 505).
Indem P oduk managende die Ak i i ä en meh e e Ab eilungen koo dinie en, nehmen
sie Planungs- und Managemen au gaben wah ( gl. Bol e 2017b: 487). Zusä zlich dazu
b auchen sie undie es achliches Wissen übe Inhal e und Möglichkei en de So wa e-
en wicklung, Kenn nisse des eigenen P oduk s und übe die Anwendungssi ua ion ( gl.
Weishaup /Hösl 2017: 501).
Die Besch eibung de Rolle P oduk manage :in zeig , wie zen al eine einzige Pe son
ü die So wa eges al ung is , indem sie Beziehungen knüp und au ech e häl ; Wis-
sen aneigne und einb ing ; An o de ungen an die So wa e e s ell . Sie gewinn und e -
a bei e nich nu Wissen, sonde n is E zeuge :in und T äge :in on sozio echnischen
Ne zwe ks uk u en.
Eine ande e S udie geh au die G undlagen de Handlungs egula ion on IT-P o-
jek lei enden, Be a enden und Cus omize :innen in einem ERP-Ein üh ungsp ojek
ein. Sie bes ä ig und e gänz , was be ei s oben zu so wa eges al enden Wissensa bei-
enden und P oduk managenden gesch ieben wu de: Sie müssen komplexe Au gaben
bea bei en und g oße In o ma ionsmengen sammeln, deu en und in eg ie en. Es wi d
Selbs managemen und die Be ei scha und Fähigkei zu e ek i e koope a i e A bei
e wa e ( gl. Bläsche/Lappe 2006: 307).
6.4.3.2. Rollen de So wa eges al enden: e wa ungsgelei e es Handeln
Analy isch gesehen e binden sich in de Rolle P oduk manage :in d ei s uk u geben-
de Elemen e on sozio echnische Ne zwe ka bei : Es is eine Rolle im he kömmlichen
Sinne, eine Rolle, speziell um Ne zwe ke zu e ablie en, und in ih zeigen sich Rollen-
e wa ungen, die ü sozio echnische Ne zwe ka bei ypisch sind. Dami is das heo-
e ische Konzep de Rolle Teil de Kon oll o m sozio echnische Ne zwe ka bei . Weil
Rollen in de A bei ssoziologie bei de Kon olle on A bei nich im Fokus s ehen, soll
diese Absa z ku z e deu lichen, wie Kon olle du ch Rolle unk ionie .
So wa eges al ung als e wa e e Subjek i i ä : Rollen, Subjek i ie ung
undsubjek i ie endesA bei shandeln
Was is eine Rolle? Sie wi d als Bündel an E wa ungen an die T äge eine Posi ion de-
inie , die on Einzelnen unabhängig, sozials uk u ell e anke , on No men ge egel
und on Sank ionen beein luss sind ( gl. G iese 2002: 458). Dah endo ha Handeln-
de, die nich dem Nu zenkalkül olgen, sonde n gemäß eine Rolle handeln, als Homo
sociologicus bezeichne . Als solche agie jemand abe nich au oma isch. Die Rollen-
e wa ungen sind nich imme kla , ih e Einhal ung wi d nich imme übe wach . Es
muss e s gele n we den, wie die Rolle auszu üllen is . Manchmal s eh , was die soziale
No m e lang , im Wide sp uch zu dem, was die ode de Einzelne on sich aus un will
( gl. Schimank 2010: 171). So muss zwischen dem (komplika ionslosen) ole- aking und
de ak i en, in e p e ie enden Auseinande se zung mi eine Rolle im ole-making un-
e schieden we den ( gl. Schimank 2010: 67). Wie be ei s un e 6.3 beim Thema IT-P o-
jek a bei e wähn , is das Konzep de Rollenkon lik e ü die Ne zwe ka bei ele an .
104 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Denn in de Ma ixo ganisa ion kann eine Pe son meh e e Rollen haben: eine im P o-
jek und eine in seinem Team. Beide können mi einande in Kon lik ge a en und de
Einzelne muss diese Kon lik e lösen (bspw. Zei ü das Team s. Zei ü das P ojek ).
Wa um sind Rollen in de So wa eges al ung wich ig? Das kann ausgehend on de
Fo schung zu A bei in de Filmb anche gezeig we den. Do e lassen sich am Film-
se ab dem e s en Momen die P ojek mi gliede »on ole expec a ions o guide ela i-
onships and asks« (Bechky 2006: 14). Die Rolle (ob Regisseu , Kame amann e c.) is auch
deshalb so zen al, weil, ande s als in einem echnischen Kon ex (z.B. am Fließband),
de Bei ag de Technik zu o ganisa o ischen S abili ä ge ing is . Es is meh die e -
höh e Sich ba kei des Einzelnen am Se , welche den Einzelnen un e D uck se z , die
Rollene wa ungen zu e üllen ( gl. ebd.: 15). Was die Falls udien im 8. Kapi el zeigen:
Rollen sind imme angepass an den jeweiligen Kon ex und in Bezug zu den jeweiligen
Kolleg:innen. Das zeigen auch die Rollen am Filmse , obwohl sie seh kla und lang is ig
ins i u ionalisie sind. Es inde ein ole-making s a : Sie we den gele n , ausgea bei-
e , ih e Umse zung mi ande en e handel ( gl. ebd. 16 .).
Wenn die E wa ungen an die Rollen bekann sind (z.B. an Sc um Mas e :innen), e -
wa e jede be eilig e Pe son de en Einhal ung. Is eine Rolle wie das oben besch iebene
P oduk managemen e s einmal e ablie , geh sie ih e A bei selbs s ändig nach. Eine
Fo schung zu So wa een wicklung s ü z diese Sich wei e: Es is wich ig, Ve an wo -
ung kla zuzuo dnen, passende Fachleu e einzubeziehen ode die einzelne Pe son ü
un e s ü zende und hel ende Rollen i zu machen, s a zusä zlich echnisches Wissen
zu le nen ( gl. Wa e son e al. 1997: 96 .).
Neben diesen kla en, einzelnen Rollen sind ü die A bei in sozio echnischen Ne z-
we ken ollenunabhängige E wa ungen ü die Handlungso ien ie ung wich ig. Wie
be ei s bei de De ini ion on Wissensa bei und de Besch eibung de P oduk mana-
ge :in gezeig , bes immen die A bei 1. allgemeine E wa ungen an Wissensa bei ende
(Subjek i i ä ), 2. E wa ungen speziell ü die So wa eges al enden und 3. E wa un-
gen, die sich si ua i e geben.
Es bes ehen 1. unabhängig on de konk e en Rolle im Ne zwe k allgemeine E wa -
ungen an die So wa eges al enden, on de en E üllung die e olg eiche T ans o ma-
ion de A bei sk a abhäng . Allgemein is Wissensa bei Teil de Subjek i ie ung de
A bei swel . S a sich on den Eigenscha en einzelne Beschä ig e möglichs unab-
hängig zu machen wie im Taylo ismus, we den bei de Subjek i ie ung »spezi ische sub-
jek i e Eigenscha en und Fähigkei en« (Minssen 2011: 120) im A bei sp ozess genu z .
Es bes eh die »E wa ung on Un e nehmen, dass diese Fähigkei en a sächlich einge-
b ach we den« (ebd.: 119). In de Wissensa bei wi d nich nu planmäßig- a ionales
Handeln e wa e . Gehandel we den soll si ua i , e ah ungsgelei e -subjek i ie end,
dialogisch-in e ak i , en deckend-explo a i und koope a i . Technik soll als e was »Le-
bendiges« be ach e we den, wie Subjek e, au die man sich eins ellen kann ( gl. Böhle
2010: 160 .).
Es bes ehen 2. neben diesen allgemeinen E wa ungen an Wissensa bei ende auch
spezi ische an jene, die So wa e ges al en. Kapi el 4 und 5 haben gezeig , dass sie mi ei-
ne zeichenbasie en Technologie aus meh e en echnischen Ebenen kon on ie sind,
au die Anwendende und En wickelnde un e schiedliche Pe spek i en haben. In e diszi-
plinä es A bei en wi d e wa e , bei dem Kommunika ion und Wissen die wesen lichen
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 105
A bei smi el sind. Kapi el 6 ha nun auch noch gezeig , dass du ch die g oße Bedeu-
ung on Beziehungen, die übe Hie a chien und Mä k e hinausgehen, und de Technik
selbs E wa ungen bes ehen: sei es, Beziehungen he zus ellen und zu p legen ode sich
au die zu ges al ende So wa e einzulassen.
Le z e es is wich ig ü die Analyse sozio echnische Ne zwe ka bei , weil E wa -
ungen 3. e s si ua i e kann und abgeklä we den müssen und die einzelne Pe son
en scheiden muss, ob die E wa ungen Teil des eigenen Rollen-Se s we den. Das be i
o allem die echnischen E wa ungen, wie sich mi de So wa e auseinande zuse zen
und sich au sie einzulassen. Im echnischen Um eld wi d bspw. IT-A ini ä e wünsch .
Abe wie wei diese geh , ob jemand Fehle analysie ode sich selbs s ändig mi hil e de
So wa e und de en Dokumen a ion eina bei e , häng om A bei skon ex und den do
o handenen Sank ionen, de Sozialisa ion und dem in insischen Wollen de einzelnen
Pe son ab.
So wa eges al ung als E üllen mul iple E wa ungen
Es gib ün E wa ungen, die die Fo schung iel ach un e such und hema isie ha
und in denen sich die no ma i e Handlungso ien ie ung in Bezug au die sozio echni-
sche Ne zwe ka bei zeig : koope a i sein, selbs s ändig a bei en, sich ( ie e gehende )
au So wa e einlassen, mi Nich -Wissen umgehen le nen und sich in den o ganisa-
ionalen Ne zwe ken bewegen. Diese E wa ungen sind e gleichba mi unkonk e en
Au gaben, die zu e ledigen sind. De en konk e e Inhal und die Umse zung müssen die
Beschä ig en als Rollen äge selbs si ua ionsabhängig bewe ks elligen.
Ne zwe kspezi ische E wa ungen: G enzen zu übe b ücken und koope a i zu sein
Eine iel ach in de Li e a u zu indende Rolle is jene des Bounda y Spanne s, de Be-
ziehungen s i e (siehe auch Bol e 2017: 473 ., Williams 2002, Le ina/Vaas 2005). Sie
we den auch »b oke s« genann und sollen e schiedene G uppen mi einande e bin-
den ( gl. Swan/Sca b ough 2005: 932 .). Sie agie en in einem doppel en Handlungs-
ahmen aus Ne zwe k eine sei s und Un e nehmen ande e sei s ( gl. Sydow/Windele
2000: 5, auch Kalkowski/Mickle 2015: 74). Die Rolle des Bounda y Spanne s kann du ch
Ou sou cing en s ehen, um als Teil »neue[ ] Ve bindungs- und Koo dina ions unk io-
nen und en sp echende[ ] A bei s ollen« (Flecke /Hol g ewe 2008: 322) ü die o gani-
sa ionsübe g ei ende Zusammena bei zu so gen.
De Bounda y Spanne ha die Au gaben, das Un e nehmensne zwe k zu s abi-
lisie en, Ve auen zwischen koope ie enden Un e nehmen o z Abhängigkei und
Konku enz zu e hal en ( gl. Hi sch-K einsen 2002: 116) ode die A bei Einzelne zu
einem Ganzen zu koo dinie en ( gl. Hecksche 2015: 246 .). Weil de di ek e Ein luss
de Hie a chie ehl , agie en sie mi els Konsens, Beein lussung, Ve handeln, Media ion
e c., um Deals mi un e schiedlichen Pa eien zu machen ( gl. Williams 2002: 117).
Sie gewinnen ih e Mach dadu ch, dass sie bes imm e Ressou cen übe ih e Ne zwe ke
ak i ie en können. Im Zuge dessen we den auch Bedeu ungen gene ie und ge eil ( gl.
Swan/Sca b ough 2005: 935). Hil eich sind dabei in e o ganisa ionale E ah ungen,
ansdisziplinä es Wissen und kogni i e Fähigkei en ( gl. ebd. 119). Es können im Sinne
de In e disziplina i ä Leu e sein, die zwischen IT und Geschä smodell e mi eln
106 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
( gl. Miozzo und G imshaw 2005: 1434). An oben genann e P oduk managende ode
auch an IT-P ojek lei ende we den solche E wa ungen ges ell .
Wissensa bei sspezi ische E wa ung: selbs o ganisie zu a bei en
Teil de A bei in Ne zwe ken is zudem, dass Füh ungsk ä e eine ande e Rolle spielen.
Füh ungsk ä e nehmen die Rolle on Un e s ü zenden de Wissensa bei enden ein und
we den »nahezu olls ändig on ih e klassischen hie a chischen Koo dina ions-, S eue-
ungs- und Kon oll unk ion en bunden« (Ko ge/Buck/S olze (2016) nach Baudach 2018:
170). Du ch O ganisa ions o men wie emdo ganisie e Selbs o ganisa ion ( gl. Pon-
g a z/Voß 1997: 212), Dezen alisie ung ( gl. Hi sch-K einsen 1995) ode »ma k ges eu-
e e Dezen alisie ung« (Saue 2018) we den nich nu Au gaben delegie , sonde n die
E wa ung gescha en, dass Mi a bei ende selbs o ganisie a bei en. Dami gib es Ge-
meinsamkei en zwischen de Ve ma k lichung inne halb on O ganisa ionen und den
(Ma k -)Beziehungen zwischen Fi men im Ne zwe k ( gl. Saue 2018: 193). Dabei is je
nach Posi ion un e schiedlich, was dezen al das Team ode einzelne Mi a bei ende en -
scheiden: die Aus üh ung de A bei , ih e Übe wachung, Design de A bei , Zuo dnung
on Ressou cen, Leis ungsmanagemen , Fi mens a egie ( gl. Lee/Edmondson 2017: 13)
ode ökonomische Ziele ( gl. Hi sch-K einsen 1995: 425). Das be i speziell die Anwen-
dung on So wa e, weil do »meh En scheidungsspiel äume und Ve an wo lichkei-
en au de aus üh enden Ebene« (Schulz-Schae e /Funken 2008: 20) exis ie en.
Zu E wa ung, selbs o ganisie zu a bei en, gehö , sich mi ande en abzus im-
men, sich selbs managen zu können und die Fe igkei en seine Kolleg:innen zu kennen.
Das zeig das Beispiel de G uppena bei . Sie mach Hie a chien unwich ige , dezen a-
lisie Kompe enzen und binde inne be iebliche Posi ionen an indi iduelle Fähigkei en
und indi idualisie sie dadu ch ( gl. Minssen 1999: 207). Es bes ehen E wa ungen, die
auch sons bei de Zusammena bei on Fachleu en bes ehen: Kommunika ion als Teil
de A bei zu sehen und seine Kollegenscha gu genug zu kennen, dami die Koo dinie-
ung in de G uppe mi els Disku s und Kommunika ion e olgen kann und nich du ch
Bü ok a ie und Hie a chie ( gl. ebd.: 211). We was weiß und mi wem wie kommuni-
zie , is wich ig zu wissen, weil keine es en, bü ok a ischen Ve ah ensweisen meh
o handen sind ( gl. Ko la sky/Van Fenema/Willcocks 2008: 4). E s mi diesem Wissen
kann eine Selbs o ganisa ion/-koo dina ion s a inden.
»Team membe s mus be amilia enough wi h each o he ’s expe iences, skills,
and specialized knowledge o acili a e he eme gence o expe ise coo dina ion
p ocesses« (Fa aj/Sp oull 2000: 1564).
Fü einige A bei ende wa die Ums ellung au G uppena bei schwie ig, weil es nich
zum Selbs e s ändnis pass , Kommunika ion als Teil de A bei zu sehen, und G uppen-
a bei ehe e was is , was man Anges ell en zusch eib ( gl. Minssen 1999: 215). Fü die
einzelnen Teammi gliede bedeu e das e ek i es Selbs managemen und dami einen
höhe en Le el an »psychological de elopmen and in e pe sonal skills« (Lee/Edmondson
2017: 18).
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 113
6.5.1. So wa eges al ung – eine Fo m de Ra ionalisie ung
de So wa eanwendung?
Es gib eine Diskussion übe die un e schiedlichen Fo men de Ra ionalisie ung. Was
zwischen Anwendung und P og ammie ung passie , is nich Teil diese Diskussion.
Die o liegende A bei a gumen ie , dass das abe ele an ü die E izienz und die
Kon olle de A bei de Anwendenden is . S a eines Techniken wicklungsde e minis-
mus (ode So wa eges al ung als Blackbox) geh die o liegende Un e suchung da on
aus, dass zwischen Anwendung und P og ammie ung eine Ra ionalisie ung eigens än-
digen Typs s a inde . Sie e i eine ande e Au assung als Bae hge (1996):
»De Weg de Ra ionalisie ung in den Diens leis ungsbe eichen wa nie und is auch
heu e nach dem Siegeszug de Mik oelek onik in den Bü os und Ve wal ungen nich
[He . i.O.] in e s e Linie eine F age on Technikeinsa z und Technikges al ung [He .
i.O.], sonde n on O ganisa ion und Kommunika ion [He . i.O.]. Dies haben wi mi de
Ka ego ie de ›sys emischen Ra ionalisie ung‹ zu kennzeichnen e such . Es wi d in
ähnliche Weise on Rock/Ul ich/Wi (1990) mi ih em Beg i de ›kommunika i en
Ra ionalisie ung‹ angeziel .« (ebd. 20)
Im Ke n de Un e suchung s eh eine echnikzen ie e Fo m de Ra ionalisie ung de
Diens leis ungsa bei in den Fi men de Ene giewi scha . Dabei is die Technikge-
s al ung ein wesen liches Elemen de Ra ionalisie ung, ü die Kommunika ion das
zen ale Mi el is ( o allem ü den Wissensaus ausch zwischen ene giewi scha li-
chen Domänenexpe :innen und P og ammie enden). Diese Kommunika ionsp ozesse
selbs sind a ionalisie ba – wie auch die Falls udien im 8. Kapi el zeigen. Sie we den
zu dem Zweck a ionalisie , die So wa eges al ung zu e besse n.
Die hie o ges ell e Ra ionalisie ung du ch Technik s ell eine E gänzung zu de on
Menz/Nies/Saue (2019, alle olgenden Zi a e S.189) au ges ell en Un e scheidung d eie
Fo men de Techniknu zung da :
• A bei sk a bezogene S a egien, »die di ek au die A bei sk a und das sogenann-
e T ans o ma ionsp oblem zielen«.
• Inne be iebliche und be iebsübe g ei ende P ozess a ionalisie ung (sys emische
Ra ionalisie ung), bei denen »P ozesszusammenhänge, F ik ionen an den Schni -
s ellen, die Koo dina ion in e zweig en We schöp ungske en e c.« im Fokus s e-
hen.
• »[R]a ionalisie ungsunabhängige S a egien des Technikeinsa zes, insbesonde e
S a egien de Kundenbindung und des Ma ke ings, die i.d.R. nu mi elba au die
S eue ung on A bei und die Au onomie de Beschä ig en wi ken.«
So wa e kann ü all diese Maßnahmen en wickel , eingese z und bes ehende So wa e
en sp echend angepass we den. Die Ges al ung on So wa e s ell eine ie e Fo m da .
Es is eine echniken wicklungsbezogene S a egie, die au die Ra ionalisie ung du ch
Technikges al ung abziel , und zwa de sozio echnischen A bei sges al ung du ch So -
wa eges al ung.
114 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Die sieben Falls udien besch eiben un e schiedliche Va ian en diese Fo m de Ra-
ionalisie ung. Dabei be ücksich igen die Falls udien, dass es om Anwendungsbe eich
abhäng , wie g oß die Po enziale de so wa ebasie en Ra ionalisie ung sind. Wo die
Ke na bei au eine Da en e a bei ung basie (Ab echnung, Handel e c.), gib es meh
Möglichkei en de Au oma isie ung ode P ozessin eg a ion du ch So wa e (siehe Ka-
pi el 8).
Ziel diese Ra ionalisie ung du ch So wa eges al ung is es, je nach Anwendungs-
kon ex die Möglichkei en de So wa e echnik zwischen S anda d- und indi iduelle
So wa e op imal zu nu zen. Die A bei s eilung in O ganisa ionen und We schöp ungs-
ke en e läu aus diese Pe spek i e nich meh nach Hand- und Kop a bei , sonde n in
den Ka ego ien on So wa ep og ammie ung, -ges al ung und -anwendung. Das Ve -
häl nis de beiden A bei sp ozesse eich dabei on einem e olu ionä en Wandel on an-
wendende O ganisa ion und S anda dso wa e ( gl. Hohlmann 2007: 342 .) bis hin zu
Dis up ion du ch S a -ups in bes imm en B anchen, die on An ang an so wa een wi-
ckelnde O ganisa ionen sind. Le z e es s ell ein besonde es Ve häl nis beide A bei s-
p ozesse zueinande da : den P ima de So wa een wicklung. Eine O ganisa ion ge-
s al e eine So wa e ü einen Anwendungsbe eich, um diesen möglichs e izien zu
bewi scha en. So is sie au den Techniken wicklungsp ozess de So wa een wicklung
hin a ionalisie . Üb ig bleib die A bei ü So wa eanwendende, welche So wa e nich
e ledigen kann (ode soll).
6.5.2. Un e schied zu In o ma isie ung und In o ma ions aum
So wa eges al ung in ih em Ve häl nis zu So wa eanwendung zu be ach en, un e -
scheide sich on ande en Ansä zen wie jene on In o ma isie ung und In o ma ions-
aum. Es geh um die In o ma ions e a bei ung und nich um allgemeine Folgen de
Digi alisie ung. Es geh um die Folgen des Ve häl nisses de A bei sp ozesse on So -
wa eges al ung und So wa eanwendung.
Bei de In o ma isie ung geh es um einen »soziale[n] P ozess de sys ema ischen
E zeugung und Nu zung on In o ma ionen, um da aus wei e e In o ma ionen e zeu-
gen zu können« (Boes/P ei e 2006: 22). Bei de sozio echnischen A bei sges al ung de
So wa eanwendung du ch So wa eges al ung s eh hingegen die In o ma ions e a -
bei ung im Vo de g und. So wa eges al ung is die E zeugung on in o ma ions e a -
bei ende So wa e.
Dabei hängen die Möglichkei en de So wa een wicklung da on ab, die abzubilden-
den P ozesse o malisie en zu können:
»Die De ails eue ung und Kon olle de A bei hängen nich nu on den echnischen
Möglichkei en, sonde n auch on de inhal lichen, achlichen und o ganisa o ischen
Ges al de A bei s- und P oduk ionsp ozesse ab. Die Fo malisie ung de A bei sab-
läu e is nich Konsequenz, sonde n Vo ausse zung digi ale Du chs eue ung und
Kon olle.« (Nies/Menz/Saue 2019: 187)
De Quell ex eine So wa e kann nu abbilden, was o mal besch eibba is und die P o-
g ammie enden umse zen können. Doch wie die Falls udien zeigen we den, mach de
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 115
Fokus au das Ve häl nis on So wa eges al ung und So wa eanwendung kla , dass es
nich nu um die Folgen de Fo malisie ung on Abläu en ü eine so wa eanwendende
O ganisa ion geh .
E s ens mach es ü anwendende O ganisa ionen einen Un e schied, ob sie sich
den o malen Abläu en eine S anda dso wa e un e o dnen ode ih e eigenen Abläu e
o malisie en und in eine indi iduelle So wa e umse zen. Zwei ens kann im Zuge de
So wa eges al ung eine So wa e en s ehen, die keine o malisie en Abläu e ode eine
De ails eue ung de So wa eanwendung e lang . Es exis ie keine Pa alleli ä on
so wa e echnisch- o male Abbildung und o ganisa o isch- o malen A bei sabläu en
in de Anwendung. Fo sch ei ende So wa enu zung in einem Anwendungsbe eich
kann dazu üh en, dass die Anwendenden wenige o malisie a bei en als o he , weil
sie komplexe Fälle lösen müssen, welche die So wa e nich au oma isie e a bei en
kann. Die So wa e p ozessie ausend ach die o malisie en Abläu e im Hin e g und,
ohne dass die Anwendenden eing ei en. D i ens is , wie Hohlmann (2007) zeig , s e ig
So wa eges al ung no wendig, weil die So wa e zu wenig lexibel is , als dass Anwen-
dende mi ih au e ände e An o de ungen eagie en können (seien es neue Wünsche
de Kundscha , Ideen ü e izien e e P ozesse e c.). Da mach es dann einen Un e -
schied, ob die anwendende O ganisa ion selbs ähig is , die So wa e zu ges al en ode
nich . Es mach einen Un e schied, ob sich So wa e und Anwendung wechselsei ig
wei e en wickeln, und dies inne halb eine O ganisa ion ode in Abhängigkei on eine
So wa e i ma.
Die genann en Punk e sollen noch einmal e deu lichen, dass So wa eges al ung
wede ein ein echnologiege iebene (P og ammie ung) noch ein ein anwendungs-
kon ex ge iebene (Fo malisie ung on A bei sabläu en) P ozess is . So wa eges al-
ung is de s e ige P ozess, Beda e eines indus iespezi ischen Anwendungsbe eichs
mi den Möglichkei en de So wa een wicklung abzugleichen. Viele Möglichkei en
de So wa eges al ung e geben sich e s i e a i im Aus ausch zwischen Anwendung,
Ges al ung und P og ammie ung.
Ande s als beim Konzep des In o ma ions aums on Boes e al. (2006) s eh beim
Ve häl nis de So wa eges al ung zu So wa eanwendung die Dynamik zwischen bei-
den A bei sp ozessen im Fokus. De Anwendungsbe eich is Gegens and de So wa e-
ges al ung und ände sich abhängig on den e wi klich en Möglichkei en de So -
wa een wicklung. De In o ma ions aum hingegen is nich o p og ammie und ein
»o ene Raum, de sich e s du ch das soziale Handeln seine Nu ze kons i uie « (ebd.
24 .). Bei de So wa eges al ung geh es hingegen um die P og ammie ung und welche
Möglichkei en de So wa eges al ung zwischen Indi idual- und S anda dso wa e O -
ganisa ionen ü einen Anwendungsbe eich nu zen. Es geh , ande s als beim In o ma i-
ons aum, um die »p og ammie en und s a en In o ma ionssys eme« (Boes e al. 2020:
313). Die Falls udien we den zeigen, dass So wa e und A bei so ganisa ion, ande s als
im olgenden Zi a , nich als ge enn be ach e we den:
»Insgesam zeig sich sowohl in den mi el- als auch in den höhe quali izie en Be-
eichen, wie die Kombina ion eines digi alen ›Raums de P oduk ion‹ mi Lean und
agilen Me hoden au dem Shop loo die Kop a bei neuen Fo men de Indus ialisie-
ung zugänglich mach .« (Boes e al. 2018: 180).
116 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Vielmeh geh es imme da um, ia digi alen Raum eine So wa e zu ges al en, und wie
das die anwendende O ganisa ion e ände . Be ei s im Kapi el zu So wa een wick-
lung (5.2.3) ha sich gezeig , dass Fi men die Möglichkei en des In e ne s ü die So -
wa een wicklung seh un e schiedlich nü zen. Wenige die Kombina ion on In e ne
und A bei sme hoden s eh im Fokus de o liegenden A bei . Vielmeh is es das Ve -
häl nis on Ges al ung und Anwendung, in dem das In e ne nu eine on ielen Mög-
lichkei en da s ell , die beim Abgleich on ene giewi scha lichen Beda en und ech-
nischen Möglichkei en eine Rolle spielen.
So is mi sozio echnische A bei sges al ung hie gemein , dass sich So wa e, A -
bei und O ganisa ion des Anwendungsbe eichs du ch So wa eges al ung e ände n.
Die olgenden Kapi el a bei en wei e he aus, welche Ve ände ungen sich au die sozio-
echnische A bei sges al ung zu ück üh en lassen und sich on den Folgen de einen
So wa e( unk ionali ä ) un e scheiden.
6.5.3. So wa eges al ung: ink emen ell meh So wa e
indi e senAnwendungsbe eichen
Folg da aus eine allgemeine These ü den Wandel de A bei swel ? In einem A ikel aus
dem Jah 2011 sieh de Ne scape-G ünde und Silicon-Valley-In es o Ma c And eessen
(als Tech-Ne d und du ch IT Reichgewo dene ) eine unau hal same Du chd ingung de
Wi scha mi So wa e.
»So wa e is ea ing he wo ld.« (And eessen 2011)
Indizien sind ü ihn die imme g öße we denden So wa e i men (Amazon, Google,
Facebook, Spo i y, Ne lix, Pixa , LinkedIn) und die imme g öße e Rolle on So wa e
in allen möglichen Indus ien (e nenn die Logis ik-So wa e on Walma und die
Be iebsso wa e on E-Au os). E kons a ie dami einen noch allgemeine en T end,
als ihn die Soziologie ü die Digi alisie ung es s ell : ob op imie e Übe wachung
und Ve hal enss eue ung ( gl. Zubo 2018), ges eige e Bedeu ung de Dis ibu i k a
( gl. P ei e 2021), neue Handlungs äume ( gl. Boes e al. 2016) ode allgegenwä ige
Pla o men ( gl. S nicek 2017, S aab 2019) – um nu eine Auswahl zu nennen.
Die o liegende A bei be ach e a) Digi alisie ung wie ande e Au o en als ink e-
men ellen sozio echnischen Wandel ( gl. Hi sch-K einsen 2020: 40 .). Wobei Dis up-
ionen du ch S a -ups nich ausgeschlossen sind. Sie inden abe auch ink emen ell
s a . Sie sind nu inno a i e , weil sie die Möglichkei en de Technologie ausschöp en,
indem sie dem P ima de So wa een wicklung olgen. Zudem geh es b) um eine neue
A bei s eilung zwischen Anwendung und En wicklung. Die Un e suchung geh on d ei
Sei en eine O ganisa ion und We schöp ung aus: die So wa e selbs , die Anwendung
de So wa e und So wa een wicklung – ob inne halb eine Fi ma ode e eil au meh-
e e O ganisa ionen. Dami geh es c) um die Technok a ie an So wa ep og ammie en-
den und -ges al enden und de en zunehmende (Ges al ungs-)Mach .
Es geh also um sozio echnische A bei sges al ung als ink emen ellen Wandel hin
zu So wa e als Basis on O ganisa ion und A bei , ge agen on eine G uppe an
Fachleu en und un e schiedlichen Fo men des A bei sp ozesses de So wa eges al ung
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 117
als sozio echnische Ne zwe ka bei (und e möglich du ch B ei band-Ve ne zung,
Fo sch i e bei de Chipp oduk ion und mobilen Endge ä en). Dami olg diese A -
bei ande en Fo schenden, welche die Digi alisie ung aus de Pe spek i e de A bei
analysie en, mi ih e je a bei swel spezi ischen Ausp ägung ( gl. Api zsch e al. 2021:
20 .).
Die Ansä ze on Hi sch-K einsen (2020) und Api zsch e al. (2021) disku ie das
Schlusskapi el noch einmal, wenn es um den Bei ag de o liegenden Un e suchung
zum Ve s ändnis de digi alen T ans o ma ion geh .
6.5.4. Folgen on S anda dso wa e ü die A bei sges al ung
de So wa eanwendung
Was sag abe nun die Fo schung konk e zu de F age, welchen Un e schied es mach , ob
O ganisa ionen eine indi iduelle ode eine S anda dso wa e ges al en? Welche Folgen
eine So wa e au die anwendende O ganisa ion und die Anwendenden sind da au zu-
ückzu üh en, dass sie indi iduell ges al e is ? Dazu konn e keine Fo schung ge unden
we den. Dagegen is die Fo schung zu S anda d-ERP-So wa e üppig. Sie zeig zweie -
lei: E s ens gib es Ve ände ung in de So wa eanwendung, die nich au den S anda d-
cha ak e zu ückzu üh en sind. Zwei ens gib es Ve ände ungen, die sich da aus e ge-
ben, dass die So wa eanwendung eine S anda dlösung einse z . Bei diesen Folgen gil
es alle dings in de Meh zahl um jene eine e igen So wa e und nich um die Folgen
eines Ges al ungsp ozesses.
Zu den allgemeinen Folgen de Ein üh ung on S anda d-ERP-Lösungen, die nich
au den S anda dcha ak e zu ückge üh we den können, gehö en eine s ä ke e Au-
oma isie ung, s anda disie e A bei und die Subs i u ion on ge ing Quali izie en
du ch höhe Quali izie e ( gl. Howc o /Richa dson 2012: 120). ERP-Sys eme wi ken
allgemein disziplinie end au A bei : du ch In ensi ie ung, A bei spla zabbau ode
In eg a ion jedes A bei spla zes in ein IT-Sys em ( gl. De y e al. 2006: 207 .). Nach
ih e Ein üh ung en s ehen neue Tä igkei s elde , Be u s elde und Ab eilungen, die ü
die Koo dina ion de Da eneingabe und -p lege zwischen allen in ol ie en Ab eilungen
wie IT, Logis ik ode Einkau zus ändig sind ( gl. Walke 2016: 83 .). Die Zen alisie ung
des Managemen s du ch ERP-So wa e kann das P oblem mi sich b ingen, dass z.B.
dezen ale Mi a bei ende eine O ganisa ion keine Lösungen e a bei en können, weil
das IT-Sys em da ü zu un lexibel is ( gl. Schwa z/B ock 1998: 76). Zu den im Absa z
genann en E ek en kann abe auch eine indi iduell ü eine O ganisa ion en wickel e
ERP-So wa e üh en.
Es gib abe einige Folgen, die sich au den S anda dcha ak e zu ück üh en lassen,
auch wenn das Ve häl nis zwischen So wa e und O ganisa ion on Fall zu Fall un e -
schiedlich is . S anda dso wa epake e wie die on SAP, die iele Eins ellungs- und An-
passungsmöglichkei en bie en, we den ü Mo mann zum Bezugspunk de A bei sge-
s al ung.:
»Die s anda disie e So wa e ungie als Re e enzobjek , mi dessen Hil e sowohl
übe die Anpassung de So wa e als auch übe die Anpassung de O ganisa ion e was
ausgesag we den soll.« (Mo mann 2016: 150)
118 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Lau ih e-modellie en anwendende O ganisa ionen de S anda dso wa e ih e A bei s-
abläu e. Nu bei g öße en un e nehme ischen Kon lik en passen die O ganisa ionen die
So wa e s ä ke an. So geschehen in einem Fall, bei dem Beschä ig e e hinde ha-
ben, dass S ando e in punc o Kennzahlen ein ach e glichen we den können ( gl. Mo -
mann 2016: 222). Eine ande e Au o in komm zu dem Schluss, dass S anda dso wa e da-
zu dienen kann, Reo ganisa ion in de anwendenden O ganisa ion du chzuse zen ( gl.
Hohlmann 2007: 333). Eine wei e e Un e suchung zeig , dass meh e e P ojek zyklen no -
wendig wa en, um die bei de e s en Ein üh ung be ei s umgese z en, g oßzügigen An-
passungen am S anda d zu eduzie en und nähe an den S anda d de So wa e zu ü-
cken (in diesem Fall geh es um das ERP-Sys em on O acle). Die ERP-Implemen ie ung
e schein als wiede keh ende, andaue nde Aushandlung ( gl. S ej ig/Jensen 2013). Die
Anpassung de O ganisa ion an den S anda d schläg sich in de Pa izipa ion de An-
wendenden niede . Bei eine SAP-Ein üh ung nahmen wäh end des Ein üh ungsp o-
jek s die Mi a bei enden lediglich am T aining eil und du en die Anwendung es en.
Ges al en du en sie nich ( gl. Tsamenyi e al. 2006: 425 .). Ande e S udien sp echen
on »ma ginalizing he use s« im Ve lau eine ERP-Implemen ie ung ( gl. Lyy inen und
Newman 2015). In ande en Fällen is die Anpassung geschei e . Die Fi men haben die
Implemen ie ung abgeb ochen, weil die So wa e wich ige An o de ungen nich e ül-
len konn e. Das Fazi de Au o en d eie Falls udien is , dass Fi men E izienzen nu ge-
hoben haben, wenn ih e bes ehenden P ak iken zu So wa e pass en ( gl. G an e al.
2006: 13). In einem ande en P ojek bedeu e e die Implemen ie ung eine S anda dso -
wa e, dass die Implemen ie ung die o he schon bes ehende ehlende In eg a ion on
Ab eilungen o gesch ieben ha . Dami ha die O ganisa ion Ziele wie eine zen ale Ko-
o dina ion du ch die ERP-So wa e nich e eich ( gl. Elbanna 2007). Ande e Au o en
und Au o innen sehen, sobald die ERP-So wa e implemen ie is , die Möglichkei en
eines s a ken Wandels on So wa e und O ganisa ion als beg enz an. Sie sp echen on
» lüssige[m] Be on« (B ödne 2002 nach Reme 2008: 42) ode »enge Kopplung« (Hohl-
mann 2007: 34 .). Ein gelie e e S anda d gil au g und des Lock-in-E ek s als inno a i-
onshemmend, weil e e schwe , die So wa ezulie e i ma zu wechseln ( gl. Hohlmann
2007: 334, Zhu und Zhou 2012). Haben sich iele O ganisa ionen an eine S anda dso -
wa e angepass , is eine Ve lage ung on A bei zwischen diesen leich e . Das is eine
wei e e Ve ände ung in de Anwendung, au welche die Fo schung hinweis : Au g und
on S anda disie ung on Au gaben und Fe igkei en du ch die S anda dso wa e sind
diese ein ache on einem lokalen Kon ex zu lösen und zu e lage n ( gl. Howc o /
Richa dson 2012: 124). We SAP in Fi ma X angewende ha , kann es auch in Fi ma Y
un.
Neben den F agen de Anpassung und de Flexibili ä on O ganisa ionen bei
und nach Ein üh ung eine S anda d-ERP-So wa e geh es um die Ve ände ungen
inne halb de anwendenden O ganisa ion, die nich s mi de einen aus üh enden
Anwendung zu un haben. Hohlmann (2007) s ell es , dass nach de Ein üh ung on
SAP Ges al ungsne zwe ke inne halb on O ganisa ionen en s ehen. Sie sind da ü da,
den S anda d anpassen zu können (siehe 6.3).
Le z endlich ha die Fo schung o allem un e such , ob und wie sich eine O gani-
sa ion einem e igen S anda dp oduk un e o dne . Nu Hohlmann geh aus üh lich
au S uk u en ein, die da ü da sind, So wa e übe die Implemen ie ung hinaus zu ge-
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 119
s al en. Um solche S uk u en geh es auch beim Ve häl nis on So wa eges al ung und
So wa eanwendung. Es geh um den A bei sp ozess de So wa eges al ung und weni-
ge um dessen P oduk und wie es au A bei und O ganisa ion wi k . Wenn es in den
Falls udien um F agen on Pa izipa ion, Reo ganisa ion und Anpassba kei on So -
wa e geh , dann imme in Bezug au eine noch zu ges al ende Indi idual- ode S an-
da dso wa e. Es geh um den A bei sp ozess de So wa eges al ung und sein Ve häl -
nis zum A bei sp ozess de So wa eanwendung. Das kann dann auch einzelne Anwen-
dungsbe eiche in einem EVU be e en und nich gleich eine gesam e O ganisa ion, wie
dies bei de Ein üh ung eines ERP-Sys ems wie jenem on SAP de Fall is .
6.6. Zwischen azi : So wa eges al ung als sozio echnische Ne zwe ka bei
undsozio echnischeA bei sges al ung
Das Kapi el ha Fo schungsli e a u he angezogen, um die beiden Ke n agen de A bei
konzep ionell einzube en. Die e s e Ke n age nach de Kon olle de So wa eges al-
ung in un e schiedlichen Kons ella ionen ad essie das Konzep de sozio echnischen
Ne zwe ka bei . Es s ell die konzep ionelle Lösung des T ans o ma ionsp oblems im
A bei sp ozess de So wa eges al ung da . Fü die zwei e Ke n age nach den Folgen
de So wa eges al ung ü die So wa eanwendung konn e die Li e a u nu d eie lei
zeigen: (1.) Wie sich de Ansa z, die Folgen de So wa eges al ung in ih em Ve häl nis
zu So wa eanwendung zu un e suchen, on jenem de In o ma isie ung und des In-
o ma ions aums un e scheide . (2.) Das Ve häl nis on So wa eges al ung und So -
wa eanwendung is eines de Ra ionalisie ung. (3.) Welche Folgen ü die So wa ean-
wendung sich au den S anda dcha ak e on So wa e zu ück üh en lassen.
Die analy ische G undlage ü die sozio echnische Ne zwe ka bei sind wede
Ma k noch Hie a chie, sonde n das Ne zwe k. Mi ihm lassen sich au e schiedene
O ganisa ionen, Teams ode Ab eilungen e eil e A bei sp ozesse besse analysie en,
bei denen Wissen, Koope a ion und So wa e zen al sind. De hie e wende e Ne z-
we kbeg i olg Ansä zen on Sydow/Windele (2000), Api zsch (2006) und Kalkowski/
Mickle (2015), die Ne zwe ke als aus meh e en Ebenen bes ehend au assen.
(IT-)P ojek e sind Beispiele ü sozio echnische Ne zwe ka bei , weil auch bei ihnen
die ie Ebenen aus Ablau , Beziehungen, So wa e und Wissensa bei enden ü die Kon-
olle de A bei so gen (Heidling 2018, Fo d/Randolph 1992, Kalkowski/Mickle 2005).
Hohlmann (2007) zeig , wie nach ERP-Ein üh ungsp ojek en Ges al ungsne zwe ke in-
ne halb de anwendenden O ganisa ionen en s ehen. Es exis ie en Abläu e, um wei e
ab eilungsübe g ei end zusammenzua bei en und die S anda dso wa e anzupassen,
einzus ellen und zu e wei e n. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Be eilig en des
Ges al ungsne zwe ks un e g aben al e Hie a chien und sind in e disziplinä . Die So -
wa e in Fo m des ERP-Sys ems wi d ü die A bei in den O ganisa ionen zen al und
das Wissen übe die So wa e geh nun Hand in Hand mi dem jeweiligen b anchen-
und o ganisa ionsspezi ischen Fachwissen. Die So wa eges al enden e mi eln zwi-
schen So wa e und Fachab eilung. So wenden z.B. Key Use :innen So wa e nich nu
an, sonde n nehmen da übe hinaus Eins ellungen an ih o .
120 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
So wa eges al ung inde abe nich imme inne halb on O ganisa ion s a und
es geh nich imme da um, eine S anda dso wa e anzupassen. Zudem wi d nich im-
me P ojek a bei als Me hode eingese z (mi le weile wei e b ei e : Sc um). Deshalb
ging es im wei e en Ve lau des Kapi els da um, allgemein no wendige Bedingungen de
Kon olle on So wa eges al ung ü d ei de ie Ebenen de sozio echnischen Ne z-
we ka bei he auszua bei en: Beziehungen, So wa e und So wa eges al ende. Fü die
Ebene des Ablau s wu den neben de Li e a u zu IT-P ojek a bei keine heo e ischen,
passenden Bezüge ge unden.
Sozio echnische Ne zwe ka bei basie unabhängig on de jeweiligen Kons ella i-
on au koope a i en Beziehungen, die abe u.a. au g und on Ma k beziehungen, Hie -
a chien und Ab eilungsg enzen nich selbs e s ändlich sind. Die Fo schung zeig , dass
eine IT-Ab eilung nich au oma isch koope a i mi den Fachbe eichen zusammena -
bei e . Regelmäßige Koope a ion, Kommunika ion und in e disziplinä es Wissen au
beiden Sei en sind Vo ausse zungen da ü ( gl. Reich/Benbasa 2000, Chan/Reich 2007,
Masak 2006, Schlosse e al. 2015, Valo in a 2011, Ko/Ki sch 2017). Je nach O ganisa ions-
o men de IT-Ab eilung a bei e diese meh ode wenige eng mi den Fachab eilungen
zusammen ( gl. Guilleme e & Pa è: 2012), is sie mal meh und mal wenige hie a chisch
und zen alisie ( gl. Sesay/Rami ez 2016, gl. Masak 2006: 209) ode ma k ö mig ( on
Jouanne-Died ich e al. 2005) o ganisie . Dabei gib es Fo schung, die zeig , dass Un-
e nehmen, die komplexe IT-Wissensa bei auslage n, dennoch in die in e ne IT-O ga-
nisa ion in es ie en müssen, dami die Zusammena bei unk ionie ( gl. Tiwana/Kim
2016).
Die sozio echnische Ne zwe ka bei muss mi un e schiedlichen In e essen und un-
gleiche Wissens e eilung und den da aus esul ie enden Kon lik en zu ech kommen.
Ungleichgewich e en s ehen u.a. dadu ch, weil es bei de Auslage ung on IT-A bei
in de auslage nden O ganisa ion zu Kompe enz e lus , Kon oll e lus , einem Abbau
des o ganisa ionalen Le nens ode de Inno a ionskapazi ä en komm ( gl. Miozzo/
G imshaw 2005: 1424). Es komm zu Mach e schiebung zu IT-DL ( gl. Peled 2001,
Flecke /Hol g ewe 2008: 314). Es kann zu Mach kämp en zwischen IT-Diens leis enden
und den Au aggebenden bzw. de Konze nzen ale kommen ( gl. Meziho ak 2018:
825 .). Auch dann, wenn sie übe wenige Wissen e ügen, müssen anwendende Un-
e nehmen Wege inden, ex e ne IT-O ganisa ionen zu kon ollie en ( gl. Kaniadakis
2012: 270). Auch au g und de un e schiedlichen Kons ella ionen und Kon lik e kann
es ü die Zusammena bei e on O ganisa ionen un e schiedliche S eue ungs o -
men geben ( gl. Hel en/Wi h 2020: 14 .). Die Fo schung weis da au hin, dass sie
du ch Le np ozesse en s ehen, wo ü Kapazi ä en zum Wissensaus ausch zwischen
Fi men no wendig sind ( gl. Mola e al. 2017: 1293, gl. an Fenema/Kee s/Zijm 2014:
205). Auch inne halb on Fi men kann es zu Mach kämp en zwischen in e ne IT und
Fachab eilungen kommen ( gl. Symon 2000: 400 .). Dabei ha die IT-Ab eilung eigene
Mach quellen ( gl. Sil a 2005: 56). Abe le z endlich bie e die Ein üh ung und En wick-
lung on So wa e ü alle Be eilig en Möglichkei en zu Mik opoli ik ( gl. O mann e
al. 1990).
Nich nu die Beziehungen zwischen O ganisa ionen sind Teil de sozio echnischen
Ne zwe ka bei . Auch jene zwischen Pe sonen sind es. Sie sind en scheidend, weil ü die
koope a i e Zusammena bei in einem Ne zwe k z.B. P ojek s uk u en allein nich aus-
6. So wa eges al ung– konzep ionelle G undlagen 121
eichen. Koope a ionsbe ei scha , Sozialkompe enz, b ei e anke e Ve an wo ungs-
be ei scha und e ände es Füh ungsselbs e s ändnis/- e hal en müssen o handen
sein ( gl. Rüegg-S ü m/Young 2001). Bol e und Po schen nennen Me hoden, um in o -
melle S uk u en de Koope a ionen im A bei sall ag zu e ablie en: Job Ro a ion, Hospi-
a ion, P omo o en ode T ainee-P og amme ü Eins eige :innen ( gl. Bol e/Po schen
2007). Zudem is es wich ig, dass lang is ige Beziehungen bes ehen, weil Ve auen e s
mi de Zei aus ezip oken Beziehungen und du ch ge eil e In e essen en s eh ( gl.
Powell 1990, Uzzi 1997). Dabei is das in Koope a ionsne zwe ken schwie ig: Denn es be-
s eh in ihnen gene ell ein ge inges Ve auen und eine ge inge Loyali ä ( gl. G imshaw
e al. 2002: 200, B inkmann/Dö e 2006: 139, Howc o /Richa dson 2012: 122, Hol g ewe
2014: 17 .). Schnell en s eh Miss auen und Wissen wi d nich meh ge eil ( gl. Hi sch-
eld 2000: 277, 268) – insbesonde e bei ma k ö migen Beziehungen ( gl. Felin/Zenge /
Tomsik 2009: 557).
So wa e besch änk ih e Kon olle in de sozio echnischen Ne zwe ka bei nich
au S anda disie ung, Fo malisie ung und Übe wachung. Vielmeh is bei de So wa e-
ges al ung ih e koo dinie ende, koope a ionse möglichende und wissensak i ie ende
Funk ion cha ak e is isch. So wa e e lang on den Anwendenden wissense ozie en-
des Engagemen und In e ak ion ( gl. Da 2019, Renns am 2012). Zudem koo dinie sie
als gemeinsam ges al ba es, ex basie es Bezugsobjek die Wissensa bei ( gl. Nicolini/
Mengis/Swan 2012, gl. Ba e /Obo n 2010, Ca uga i e al. 2018, Pon e/Rossi/Zama ian
2009, Bolici/Howison/C ows on 2009, 2016). Technische Kon olle im Sinne Edwa ds
(1981) is bei de So wa eges al ung sekundä . Li e a u zu So wa een wicklung zeig ,
was auch ü die So wa eges al ung gil : Menschliche In e en ionen machen den digi-
alen A bei sp ozess aus ( gl. And ews e al. 2005, Ba e 2005). Gleichzei ig sch änk
So wa e die Handlungsmöglichkei en ein. Anwendende müssen de P og ammlogik
olgen ( gl. Degele 2000: 67 .) und sich an die in de So wa e ixie en Regeln hal en ( gl.
Heiden eich/Ki ch/Ma es 2008: 7). Sie kann A bei ssch i e als al e na i los e geben,
sie de aillie e und um assende e egeln, o s uk u ie en und sys ema isie en ( gl.
Schae e /Funken 2008: 13 .). Zudem e es ig So wa e soziale S uk u en wie Rollen
ode Rou inen sozio echnisch, indem sie diese in So wa e abbilde ( gl. Mu ch 2010,
Volko e al. 2007). Sie gliede den Einzelnen in einen P ozess ein ( gl. Saue 2018: 196).
Wobei es dann nich imme nu um ein achen Inpu gehen muss, sonde n auch da um,
komplexe e Au gaben zu e ledigen ( gl. Kleemann/Ma uschek 2008). Zule z kon ol-
lie So wa e du ch T anspa enz: ob du ch Zubo s »elec ic panop icum« (1988), die
o ganisa ionale Dezen alisie ung du ch die zen ale S eue ung dezen ale Einhei en
ia Kennzi e n ( gl. Kocyba 1999) ode die Teams eue ung übe Kennzahlen ( gl. Boes
e al. 2018).
So wa e is abe nich nu au g und ih e Bedeu ung ü die Kon olle eine de ie
Ebenen de sozio echnischen Ne zwe ka bei . Zusä zlich p äg die So wa e die Kom-
munika ion. Theo e ische Ausgangspunk dabei is Conways Law (1968), lau dem sich
o ganisa ionale Kommunika ionss uk u en in de So wa e spiegeln. Neue Li e a u
weis da au hin, dass es bei de So wa eges al ung umgangen we den kann und o z-
dem noch p ägend is ( gl. Col e /Baldwin 2016, H a um/Kelly 2005). Das be i jedoch
die Au eilung eine So wa e z.B. in Module. Abgesehen da on können Abhängigkei en,
die du ch den so wa e echnischen Zuschni en s ehen, die Kommunika ion p ägen.
122 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Wenn z.B. meh e e Teams mi einem gemeinsam genu z en (S anda d-)So wa ebau-
s ein a bei en, müssen sie sich ü die Ges al ung dieses Baus eins abs immen ( gl. Re-
me 2008).
Die ie e Ebene des Ne zwe ks sind die So wa eges al enden, die zwischen
Anwendung und P og ammie ung ä ig sind. Als Wissensa bei ende sind die So -
wa eges al enden Teil de zunehmenden Zahl an höhe quali izie en Diens leis ungs-
a bei enden in mi le en und höhe en Diens leis ungsjobs, die zu Pola isie ung de
Quali ika ionss uk u bei agen ( gl. O e beck 2017). Sie sind T äge de sozio ech-
nischen Ne zwe ka bei , indem sie ollenbasie E wa ungen e üllen ( gl. Bechky
2006, gl. Schimank 2010). Allgemeine E wa ungen unabhängig on spezi ischen
Rollen wie IT-P ojek lei ung ode An o de ungsmanagende sind: koope a i zu sein
( gl. Williams 2002), selbs o ganisie zu a bei en ( gl. Pong a z/Voß 1997, Saue 2018,
Lee/Edmondson 2017, Minssen 1999, Fa aj/Sp oull), ak i mi So wa eobjek en zu in e -
agie en und sich ausgehend on ihnen zu koo dinie en ( gl. Renns am 2012, Koblauch
1996, Zubo 1988, Con ad 2012), mi Nich -Wissen umgehen zu können (Schmiede 2006,
Wilke 1998, Schulz-Schae e 1999) und sich im Ne zwe k zu bewegen ( gl. Hohlmann
2007, Flecke /Hol g ewe 2008, Funken/S oll/Hö lin 2011). Subjek i ie ung ( gl. Minssen
2011) und subjek i ie endes A bei shandeln ( gl. Böhle 2010, Bol e 2017a, Bol e 2017b,
Weishaup /Hösl 2017) sind Ke nbes and eile de Kon olle ih e A bei sk a .
So wa eges al ende sind eine G uppe, die e such , Ein luss in eine O ganisa ion
zu gewinnen. Sie hel en, Ke np obleme des Kapi als (wie z.B. die Kon olle on A bei )
zu lösen, und können deshalb eine bes imm e Posi ion ü sich beansp uchen ( gl. A m-
s ong 1985). Ih e Posi ion e gib sich echnikinduzie , weil sie no wendig sind, um die
So wa e-Technologie einzuse zen, wie bspw. die Rolle on Key Use :innen ( gl. Hohl-
mann 2007). Das empi ische Kapi el wi d zeigen, ob sie und ih e Quali ika ionen a -
sächlich Teil des Managemen s sind, welchen Teil des Managemen s sie e se zen ode
mi welchem Teil des Managemen s sie konku ie en.
Die Ebenen und ih e Dimensionen de sozio echnischen Ne zwe ka bei zu So -
wa eges al ung zwischen Anwendung und P og ammie ung im Übe blick:
Tabelle 4: Ebenen und Dimensionen de sozio echnischen Ne zwe ka bei
Ebene Dimension
Si ua i Ve häl nis on o malen und in o mellen A bei ssch i en e ablie enAblau
Ges al ungsne zwe ke und de en Rollen und in e disziplinä es Wissen einbeziehen
Koope a i e Beziehung zw. IT-Ab eilung/-Diens leis ungs i ma und Fachab eilungen
O ganisa ionsübe g ei ende S eue ungss uk u en und koope a i e Umgang mi
In e essengegensä zen und ungleichen Wissenss änden
Beziehung
In e pe sonale Beziehungen basie end au Ve auen, Rezip ozi ä , Koope a ion
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 129
Ne z und Ve ieb disk iminie ungs ei zugänglich sein müssen (bspw. Zähle s ände).
Rechne isch is ein Un e nehmen en lech e , wenn es die Bilanzen nach Geschä s eld
ge enn au üh (z.B. Ne z und Ve ieb). Bei de ope a ionalen En lech ung geh
es o allem um die pe sonelle T ennung au Lei ungsebene ( gl. B äunig 2012: 426 .).
Die En lech ung kann du ch un e schiedliche O ganisa ionsmodelle wie Holding ode
Toch e -/Mu e gesellscha en umgese z we den ( gl. B äunig 2012: 432). Die En lech-
ungsp lich gil nich ü EVU mi wenige als 100.000 Kund:innen ( gl. §7 Abs.2 EnWG
bzw. §7a Abs.7 EnWG). Dies ha zu Folge, dass kleine S ad we ke in eg ie e Be iebe
bleiben. Als zusä zlich zu en lech ende Ma k ollen kamen 2005 de Messs ellenbe ieb
und mi dem Digi alisie ungsgese z on 2016 de Sma Me e Ga eway Adminis a o
dazu (de das Zähle -Da enmanagemen übe nimm ).
Die o ganisa o ische Besonde hei kommunale Un e nehmen is , dass es sich o
um Que e bundun e nehmen handel . 2009 bewi scha e en 42% de VKU-Un e neh-
men neben S om mindes ens noch eine wei e e Spa e wie Wasse , Gas, Wä me ode
En so gung. S om allein bie en nu 16 on 1369 VKU-Mi gliede n an ( gl. Go schalk
2012: 58). Das alleins ehende S omlie e un e nehmen ode de alleins ehende Ne zbe-
ieb sind also sel en.
Das mi elg oße S ad we k on Heidelbe g ha zum Beispiel neun Gesellscha en
im Konze n: S ad we ke Heidelbe g Bäde , S ad we ke Heidelbe g Ene gie, S ad we -
ke Heidelbe g Ga agen, S ad we ke Heidelbe g Ne ze, S ad we ke Heidelbe g Techni-
sche Diens e, S ad we ke Heidelbe g Umwel , S ad we ke Necka gemünd, S omne z
Necka gemünd, Heidelbe ge S aßen- und Be gbahn3. Einzelne EVU wie die S ad we -
ke München übe sch ei en na ionale G enzen und haben Windpa ks in No wegen ode
F ank eich ( gl. S ad we ke München GmbH 2023: 33 .).
7.1.2.3. Eigen üme s uk u und Un e nehmensziele
Mi de Libe alisie ung ging eine P i a isie ung ö en lichen Ve mögens einhe . Kom-
ple p i a isie wu de abe nu ein kleine e Teil de S om e so gung. In seinem Da-
ensa z on 820 kommunalen Un e nehmen (o mals S om und Gas gemisch ) konn e
Sande e mi eln, dass meh als die Häl e (430 Un e nehmen) noch zu 100% in kom-
munalem Besi z wa en. Von den e bleibenden 390 Un e nehmen blieben 63 in kom-
munale Hand, wobei en wede wenige als 25% de An eile e kau wu den ode ein
ande es kommunales Un e nehmen An eile übe 25% e wa b ( gl. Sande 2009: 10 .).
Von den g oßen Konze nen is de Eigen üme s amm bei E.ON und RWE4 ges eu ,
EnBW gehö dem Land Baden-Wü embe g und einigen Kommunen do 5, Va en all
dem schwedischen S aa 6 und Unipe gehö sei Dezembe 2022 de Bundes epublik
Deu schland.
Schwin owski mach als wesen lichen Un e schied zwischen p i a en und ö en li-
chen Un e nehmen aus, dass »ö en liche Un e nehmen ypische weise gewinnb ingen-
3 h ps://www.swhd.de/un e nehmen, abge u en am 02.05.2023.
4 Ca. 1/4 de Ak ien on RWE gehö en Kommunen ( gl. Me es 2021).
5 h ps://www.enbw.com/un e nehmen/in es o en/ak ie/#ak ionae ss uk u , abge u en am
02.05.2023.
6 h ps://g oup. a en all.com/who-we-a e/abou -us, abge u en am 02.05.2023.
130 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
de Be eiche mi solchen bündeln [können], die de izi ä wi scha en« (Schwin owski
2012: 330). Bei den Un e nehmenszielen wi d on »ci izen alue« ans elle des »sha e-
holde alue« gesp ochen ( gl. Bäh /E ke 2017: 371). Abe inwie e n ö en liche Eigen-
üme , ö en liche Kon olls uk u en und ö en liche Ziele wi klich zu Realisie ung ö -
en liche Poli ik üh en, is ums i en. So »is empi isch es zus ellen, dass de ö en -
liche Ein luss au die Un e nehmenspoli ik mi zunehmende G öße de Un e nehmen
sink « (Mons ad 2004: 91). Es geh meh um Kos en und P eise und nich meh um
s ö ungs eie Ve so gung. Das Managemen gleich jenem in de P i a wi scha ( gl.
Edeling/S öl ing/Wagne 2004: 155 .). Schä e kons a ie , dass die Daseins o so ge Teil
des allgemeinen We schöp ungsp ozesses wi d und s a Bedü nisbe iedigung und
Nu zens i ung Gewinn und P o i in den Vo de g und ücken ( gl. Schä e 2014: 31).
Un e schiede zwischen g oßen Konze nen und S ad we ken gib es wei e hin, was auch
an de lokalen Ve anke ung Le z e e lieg . Ob wi scha liche Be ä igungen auße halb
des Gemeindegebie s gese zlich zugelassen sind, is je nach Bundesland un e schiedlich
( gl. Pü ne 2012: 144).
»Wäh end kommunale Ene gie e so ge jedoch häu ig au g und on poli ischem
Kalkül und bes ehenden Gemeindeo dnungen in ih en Expansionsbemühungen
besch änk sind, haben ande e egionale und übe egionale Playe den Ma k de
ene gienahen Diens leis ungen längs ü sich en deck und e en als s a ke Kon-
ku enz au .« (Rödl und Pa ne 2017: 59)
Neben diesen äumlichen G enzen wi ken sich die Ve gabe egeln de EU einsch änkend
au die wi scha liche F eihei de kommunalen Un e nehmen aus. Diese läss nich
ohne wei e es zu, eine ü die Leis ungse b ingung geeigne gehal ene O ganisa ion
auszuwählen ( gl. B ede 2012: 308). Gleichzei ig gil die Selbs e wal ungsga an ie de
Gemeinden lau A ikel 28(2) GG ( gl. Helle mann 2000: 350). Sie siche den Kommunen
die Selbs e wal ung zu. Die Selbs egelung lokale Angelegenhei en und dezen ale
poli ische Mach (P inzip de Subsidia i ä ) is ihnen gese zlich ga an ie ( gl. ebd. 21).
Ob echnische Na u (in Fo m de Ne ze ode dezen ale E zeugungsanlagen), im Sin-
ne eine kommunalen Selbs e wal ung (Subsidia i ä ) ( gl. Edeling/S öl ing/Wagne
2004: 20 .) ode du ch Nähe zu Kundscha , Dezen alisie ung de S ome zeugung
und Nachhal igkei ( gl. Doleski 2016: 25 .): Die deu sche Ene giewi scha ha einen
s a ken egionalen Bezug. Eine agg essi e Expansionspoli ik ode ku z is ige Rendi e-
o ien ie ung is nich das Ziel kommunale Un e nehmen. Gleichwohl s ehen egionale
Ve so ge un e D uck, Gewinn zu e wi scha en. Viele Kommunen inanzie en mi
dem Geld ande e Vo haben ih e S ad .
Als Folgen de Libe alisie ung haben sechs Felds udien im Be eich Elek izi ä (Belgi-
en, Ös e eich, Polen, UK) es ges ell , dass de We bewe b on de lokalen Si ua ion ab-
häng und im Ve einig en König eich de in ensi s e We bewe b he sch ( gl. Flecke /
He mann 2011: 526). Die EVU e olgen neue S a egien: Di e si izie ung, meh Geld ü
We bung, meh Call-Cen e und dami eduzie e Be euung o O ( gl. ebd. 527).
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 131
7.1.2.4. Ma k ollen, Geschä s elde und Regulie ung
Die meis en s omwi scha lichen Un e nehmen sind Ne zbe eibe ode S omlie e-
an en. 2018 gab es 913 S omne zbe iebe und und 1300 S omlie e an en in Deu sch-
land ( gl. BDEW 2019).
Abbildung 7: Anzahl Elek izi ä sun e nehmen 2018
(Quelle: BDEW 2019)
Fi men ü Ene giediens leis ungen wie Ene giebe a ung, Ene gie-Con ac ing (An-
lagen zu Ve ügung s ellen und be eiben) und Ene giemanagemen gib es ca. 7400
( gl. B EE 2019: 103). Zusä zlich gib es du ch die e neue ba en Ene gien iele kleine,
p i a e E zeugungsanlagen on Genossenscha en, Landwi :innen ode P i a leu en.
Im Ma k s ammda en egis e 7 de BNe zA wa en zum 28. Ap il 2023 2.593.888 ak i e
Anlagenbe eibende au ge üh .
Die Regulie ung is ü jedes Geschä s eld un e schiedlich. De Ne zbe ieb is iel
s ä ke in seine wi scha lichen Kalkula ion on BNe zA-Ve o dnungen abhängig als
ein S omlie e an , dessen He aus o de ung meh im We bewe b mi ande en Lie e -
un e nehmen lieg .
Bei den Ne zen handel es sich um na ü liche Monopole. Es gib Übe agungsne z-
be iebe (ÜNB) ü die Fe nübe agung, on denen es in Deu schland ie gib (Tenne
TSO, 50He z T ansmission, Amp ion, T ansne BW) und Ve eilne zbe iebe (VNB) ü
die le z en Kilome e bis zu den Ve b auchenden, on denen 913 exis ie en (siehe Ab-
bildung oben) und die un e schiedlich g oß sind. Die Übe agungs- und Ve eilne zbe-
iebe haben jeweils du ch den Gese zgebe zugewiesene Au gaben (bspw. S abilisie ung
des S omsys ems, Ausbau de Ne ze, Anschluss E neue ba e-Ene gie-Anlagen). Um in
dem na ü lichen Monopol An eize ü E izienzs eige ungen zu se zen, wu de 2007 die
An eiz egulie ungs e o dnung e abschiede 8. Von nun an wa en nich meh die Kos-
en Ausgangspunk da ü , die E löse on Ne zbe ieben zu bes immen. Auch de Gewinn
wu de nich meh pauschal au geschlagen. Es wu den nun indi iduelle E izienz o ga-
ben e mi el , on de en E eichung abhäng , wie iel Rendi e ein ne zbe eibendes Un-
e nehmen e wi scha e ( gl. He mann 2012: 289 .). Fü Übe agungs- und Ve eil-
ne zun e nehmen lie e die An eiz egulie ung einen Anspo n, die E izienz zu s eige n
(bspw. du ch Koope a ion mi ande en Ne zbe eibe , E schließung neue Geschä s el-
de , Einsa z mode ne Technologien) ( gl. He mann 2012: 301). Lau eine S udie an-
hand on 109 VNB übe die An eiz egulie ung on 2009 ha e die An eiz egulie ung ei-
7 h ps://www.ma k s ammda en egis e .de, abge u en am 02.05.2023.
8 be eu du ch die Beschlusskamme 8 de BNe zA, Ve o dnung S omNEV.
132 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
nen signi ikan en posi i en E ek au die In es i ions a e de VNB. Es s ell e sich zudem
he aus, dass es keinen Un e schied zwischen Fi men im ö en lichen und p i a en Besi z
gab ( gl. Cullmann e al. 2016).
Zwei Dinge gil es noch zu bedenken: Fü ca. 650 S omne zbe iebe (mi wenige als
30.000 Kund:innen) gib es ein e ein ach es Ve ah en, bei dem die Be echnung de An-
eiz egulie ung wenige au wendig und somi kos engüns ige is ( gl. He mann 2012:
295 .). Zum Zwei en müssen im Un e schied zu den ÜNB die VNB den Zuschlag ü eine
Ne zkonzession e hal en, um wi scha lich ä ig we den zu können. Wenn bspw. ein 20-
jäh ige Konzessions e ag ausläu und de VNB den Zuschlag nich meh e häl , is e
seine Geschä sg undlage be aub und muss den Be ieb eins ellen. Um die Konzession
in Be lin zwischen Va en all und dem Land Be lin gab es ge ich liche Auseinande se -
zungen, bis Va en all nachgab ( gl. Mülle 2021).
Nich nu im Ne zbe eich en s ehen iele un e nehme ische Risiken und wi scha -
liche Unsiche hei en du ch die Regulie ung ode poli ische En scheidungen. Auch ü
den Messs ellenbe ieb (den ak uell meis ens das ne zbe eibende Un e nehmen übe -
nimm ) gib die BNe zA die Au gaben o : Ins alla ion, Inbe iebnahme, Kon igu a ion,
Adminis a ion, Übe wachung und Wa ung on Zähle n. Zusä zlich wu de im Zuge de
Ein üh ung on Sma Me e ing du ch das Gese z zu Digi alisie ung de Ene giewi -
scha (was die Ins alla ion on Sma Me e n be i ) eine neue Ma k olle bzw. ein neu-
es Geschä s eld gescha en. De Sma Me e Ga eway Adminis a o soll die Kommuni-
ka ionseinhei ü Messda en zu Ve ügung s ellen und dami seine Geschä e machen.
Weil es so au wendig is , ein Ze i ika des Bundesam es ü Siche hei in de In o ma-
ions echnik (BSI) zu e hal en, gib es nich iele Fi men, die diese Ma k olle übe neh-
men. Zudem beg enz die Regulie ung die P eise ü S omzähle ü die Endkundscha
ges a el nach dem S om e b auch ( ü alle Ve b auchss ellen übe 6000 kWh, bei de-
nen de Einbau gese zlich o gesch ieben is ).
Die S omlie e an en sind am s ä ks en am Ma k ausge ich e . Sie gab es o de
Libe alisie ung noch nich . Sie müssen sich um Ma ke ing kümme n, Kund:innenbe-
ziehungen p legen und es gib iel Konku enz (mi le weile auch on b anchen emden
Un e nehmen wie Lidl9, Deu sche Bahn10
ode Volkswagen11).
Sub en ionie ung E neue ba e Ene gien
E neue ba e Ene gie äge wu den o allem zu Beginn du ch ein Umlage e ah en
s aa lich ge ö de – und zwa nich nu ü (g oße) Fi men, sonde n auch ü P i a -
pe sonen. Die ökonomischen An eize in Fo m on Fö de sä zen wu den im Lau e de
Jah e s u enweise abgesenk . Es gab sei 2000 meh e e No ellie ungen des E neue ba e-
Ene gien-Gese zes. Übe die Jah e und da es eine ga an ie e Ve gü ung on 20 Jah en
(EEG §21 (2)) gib , haben sich Tausende on Ve gü ungska ego ien (un e schiedliche
Jah e und Leis ungss u en) ü die e schiedenen Ene gie äge Wasse , Biomasse,
Windene gie, Sola ene gie und Geo he mie angesammel . Fü K a -Wä me-Kopp-
lungs-Anlagen gib es noch einmal gesonde e Ve gü ungska ego ien. Mi le weile gib
9 h ps://www.lidl-s om.de/, abge u en am 12.05.2023.
10 h ps://www.dbs om.de/, abge u en am 12.05.2023.
11 h ps://www.elli.eco/de/ olkswagen/na u s om, abge u en am 12.05.2023.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 133
es Aussch eibungs e ah en und die Di ek e ma k ung wi d ge ö de (bei g oßen
Sola anlagen gib es keine Einspeise e gü ung meh ). Sei 2017 gib es einen »Mie e -
s omzuschlag«, eine Sub en ion ü S om aus Sola anlagen au Wohngebäuden, de
an die Hausbewohne gelie e wi d.
7.1.3. P oduk ma k -Go e nance: s aa liche Regulie ung und Digi alisie ung
Unabhängig on ih e Rech s o m ode ih e Ma k olle inden sich die Un e nehmen
mi No men und Regelungen kon on ie , welche »die P oduk eigenscha en und Nu -
zungsmöglichkei en sowie We bewe bss uk u en de Indus ie be e en« (Jü gens
2007: 128). Diese P oduk ma k -Go e nance wi d gep äg du ch S aa , Ve bände und
einzelne Fi men.
Eckpunk e ü die Koo dinie ung und S eue ung du ch den S aa sind die Ha moni-
sie ung de Kommunika ionss uk u en, die Du chse zung des We bewe bsp inzips,
das Se zen on S anda ds ode die Regionalisie ung de Käu e mä k e ( gl. Jü gens
2007: 129 .). Das zen ale Ziel is es, S uk u en zu scha en, die einen Ma k mi We -
bewe bsmechanismen e ablie en. Einen g oßen An eil nimm in de S omwi scha
die P oduk ges al ung ein.
7.1.3.1. Wechsel S omlie e an , Ene gie echnung und S omhandel
Kund:innen konn en zwa schon ab 1998 heo e isch ih en S omlie e an en wechseln.
Abe e s 2007 gab es kla e Vo gaben ü den Wechsel des Lie e un e nehmens. Im Zuge
de Libe alisie ung wu de die S ombö se einge üh und Social Media is wie ü Fi -
men ande e B anchen ein wich ige Kommunika ionskanal ü EVU gewo den.
Um de Kundscha ein iel äl ige es Angebo bie en zu können, den S omp eis
anspa en zu machen und in o mie e Kau en scheidungen zu e möglichen, müs-
sen säm liche Abgaben, de Ene giemix und die He kun des gekau en S oms au
de Rechnung anged uck we den. Die Zusammense zung des P eises muss gemäß
EnWG §40 Abs.2 ü die Le z e b auchenden anspa en sein, d.h. au de Rechnung
au ge üh we den. §42 des Ene giewi scha sgese zes (EnWG) e p lich e S om-
lie e an en, ih e Kundscha die Zusammense zung de Ene gie äge des gelie e en
S oms (bspw. Kohle, Gas ode e neue ba e Ene gien) anzugeben. Sei dem §66 Abs.9
EEG und §118 Abs.5 EnWG am 1. Janua 2013 in K a ge e en sind, gib es das He -
kun snachweis egis e (HKNR), welches du ch das Umwel bundesam ge üh wi d.
In dem Regis e sind säm liche e neue ba en Ene giequellen au gelis e . Ziel is es,
dem »gemisch en« S om aus de S eckdose genau eine Ene giequelle zuo dnen zu
können, dami die Ve b auchenden siche gehen können, dass sie »g ünen« S om
bekommen. De He kun snachweis ü S om aus E neue ba en-Ene gie-Anlagen is
in analoge Fo m nich umse zba – das be i auch das Abbilden des S ommix au
de S om echnung, um so de Kundscha anspa en zu machen, welchen S om sie
134 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
bezieh .12 Fü den He kun snachweis und den S ommix muss en En wickle :innen
die en sp echende So wa e p og ammie en.
Fü einzelne S omkund:innen wa zwa du ch die Regulie ung de Wechsel des
s omlie e nden Un e nehmens möglich gewo den. Es ehl e abe de O , wo sie die
un e schiedlichen Angebo e e gleichen konn en. Was in ande en Mä k en du ch ein
neues P oduk im Wa en egal geschehen kann, geschieh in de S omwi scha übe
digi ale P ozesse. Da ü be eiben einige Fi men In e ne sei en, au denen die Ve b au-
che :innen ü ih en Wohno die P eise de S omlie e an en e gleichen und auch
gleich einen Wechselp ozess s a en können (z.B. Ve i ox ode Check24).
Abe nich nu au den Ve gleichspo alen müssen die EVU ak i sein. Sei es So-
cial Media, Apps, Online-Kund:innenpo ale ode Sma Home: Die E wa ung de s än-
digen E eichba kei und jene de Selbs da s ellung und Au me ksamkei sgene ie ung
ha Einzug gehal en in die EW. Manche EVU ich en Ab eilungen ü die Facebook-,
Twi e , Ins ag am und Wha s-App-Be euung ein. Dabei e misch sich Kund:innen-
se ice, PR und Ve iebsa bei , wenn übe Facebook nich nu Beschwe den eingehen,
sonde n auch P oduk e e wo ben we den und übe neue Ak ionen in de Kommune des
S ad we kes in o mie wi d.
Exku s zu Ne zen gel en13
Die S om echnung soll die Kundscha nich nu da übe in o mie en, wie de S om
p oduzie wi d, sonde n auch, wie sich de S omp eis zusammense z . Neben den
S eue n und Abgaben o de das EnWG, die Ne zen gel e au de Rechnung auszuwei-
sen. Au de S om echnung mag das nu ein De ail sein, das den meis en Ve b auchen-
den nie au ge allen is . Anhand dieses Beispiels kann abe exempla isch die Ve sch än-
kung aus ju is ische Regulie ung und digi ale Abbildung au gezeig we den. Auch hie
kann on eine un olls ändigen Regulie ung gesp ochen we den. Es bleib nämlich o -
en, wie bspw. die Ne zen gel e au die Rechnung kommen. Es gib an die 1000 Ne zbe-
iebe (VNB) und ü ein S omlie e un e nehmen bedeu e das, dass es, je nachdem,
in welches Ne z es lie e n will, ande e Ne zen gel e au de S om echnung auswei-
sen muss. Eine Möglichkei is , die Be äge aus de Rechnung, die das ne zbe eiben-
de Un e nehmen an das ene gielie e nde Un e nehmen ü die Nu zung seines Ne zes
schick , ein ach au de Rechnung an die Endkundscha auszuweisen. De Zahlungs-
luss is nämlich so, dass das Lie e un e nehmen das Geld de Kundscha einzieh und
dies dann an den VNB wei e lei e . Da ü schick de VNB dem Lie e un e nehmen ei-
ne Rechnung. Nach 1998 und be o die Ma k kommunika ion (s.u.) unk ionie e, ge-
schah dies pe Pos . Folglich muss en Wäschekö be mi Ne z echnungen in die IT-Sys-
eme einge ipp we den. Mi le weile passie das digi al und au oma isie . Wie kann
nun das Lie e un e nehmen siche sein, dass die Rechnung s imm ? Und was passie ,
12 Aus de S eckdose komm imme de gleiche S om. Die Zuo dnung des eigenen S oms zu be-
s imm en Ene giequellen is physikalisch nich möglich. Dazu müss en die Ve b auchenden Teil
eines Inselne zes sein, in das bspw. nu S om aus e neue ba en Ene giequellen eingespeis wi d.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 135
wenn de Rechnungszei aum des VNB mi jenem om Lie e un e nehmen nich übe -
eins imm ? Soll das Lie e un e nehmen imme au die Rechnung des VNB wa en, bis
es die Rechnung an die Kundscha schicken kann? Wenn das Lie e un e nehmen nich
wa en will, muss es die Ne zen gel e de jeweiligen VNB kennen. Die BNe zA e p lich-
e zwa die VNB, die Ne zen gel e zu publizie en. Diese Ve ö en lichung e olg alle -
dings nich zen al in eine Da enbank, sonde n au den Websei en de VNB. Die Zen-
alisie ung de Da en haben zwei Un e nehmen übe nommen (ene’ GmbH und GET
AG). Sie haben eine Da enbank mi säm lichen Ne zen gel en angeleg und bie en diese
den Lie e un e nehmen zum Ve kau an. Dami bie en sie dem Ve ieb eine G undlage,
P eiskalkula ionen ü die un e schiedlichen Ne zgebie e o nehmen zu können. Ohne
die Ne zen gel e je Ne zgebie kann das EVU seine S omkundscha nämlich ga kein
du chkalkulie es Angebo machen. Die Al e na i e sind om Ne zgebie unabhängige
P eise. Dann muss de Ve ieb abe dami leben, dass e in dem einen Gebie meh und
in dem ande en Gebie wenige Ma ge ha . Die s ellenweise sich in eine S aße ände n-
den Ne zgebie e in o ma ions echnisch zu in eg ie en und in jede Ab echnung zu be-
ücksich igen, is eno m au wendig. Sei Jah en gib es eine Diskussion, ob nich de VNB
seine P eise dem Lie e un e nehmen übe die Ma k kommunika ion (mi els eines EDI-
FACT Da en o ma s) zusende , dami diese dann eigene Kalkula ionen machen kann.
Genauso gu könn e die BNe zA auch eine zen ale Da enbank mi säm lichen P eisen
o hal en und diese zu Ve ügung s ellen ode einen Web Se ice anbie en, de einem
die P eise zu einem Ne zgebie zu ücklie e . So gab und gib es unzählige IT-Fachk ä e,
die sich dami beschä igen, die Ne zen gel e au die Rechnung de Ve b auchenden zu
b ingen.
Im Zuge de Libe alisie ung wu de eine S ombö se einge üh . Indizien, dass do Ma-
nipula ionen s a ge unden haben, gib es iele ( gl. Becke 2010: 143 .). Es muss en
zusä zliche Regulie ungen he . Die Bundesne zagen u übe wach mi le weile zusam-
men mi de bei ih angesiedel en na ionalen Ma k anspa enzs elle ü den G oßhan-
del on S om und Gas das Ve bo on Inside handel und Ma k manipula ion. Die da ü
gel ende eu opäische Ve o dnung übe die In eg i ä und T anspa enz des Ene gieg oß-
handelsma k s (ku z: REMIT) is sei 2011 wi ksam. Zu den Au gaben de Bundesne z-
agen u zählen die Regis ie ung on Ma k eilnehmenden, die Du chse zung on Da-
enmeldep lich en sowie die Ve olgung on Ve s ößen. Neben de REMIT gib es noch
Ve o dnungen wie MiFID14
I, MiFID II, MiFIR15, EMIR16. Ih Ziel »is die Siche s ellung
on ai em We bewe b, e izien e en Mä k en und o allem, das e lo ene Ve auen
de S akeholde in die Mä k e zu ückzugewinnen.« (Kolloch/Golke 2016: 45) Ein nach
REMIT meldep lich ige Ma k eilnehme is dazu e p lich e , sich bei de jeweiligen
na ionalen Behö de zu egis ie en. In Deu schland wi d diese Funk ion du ch die Bun-
desne zagen u (BNe zA) übe nommen.
13 Basie end au E ah ungen des Ve asse s als IT-Be a e in de Ene giewi scha .
14 »Ma ke s in Financial Ins umen s Di ec i e«
15 »Ma ke s in Financial Ins umen s Regula ion«
16 »Eu opean Ma ke In as uc u e Regula ion«
136 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
7.1.3.2. Zen ale Sys ems eue ung, IT-Siche hei und S anda ds
Zen al gesammel e Da en übe das gesam e S omsys em, Vo gaben zu IT-Siche hei
und echnische S anda ds kennzeichnen die P oduk ma k -Go e nance de EW.
Eine de Au gaben de BNe zA is es, zen al Da en zu sammeln. Sie üh eine K a -
we kslis e sys em ele an e K a we ke und das be ei s e wähn e Ma k s ammda en-
egis e . Die Ma k s ammda en egis e e o dnung (MaS RV) e p lich e dazu, säm li-
che o s es e S omspeiche unabhängig on ih em Inbe iebnahme-Da um im Ma k -
s ammda en egis e zu egis ie en. Es soll de Übe blick behal en we den. Mi le weile
s ell die BNe zA eine Ladesäulenka e17 ü E-Mobili ä zu Ve ügung. Übe die Jah e
we den imme meh Da en gesammel und au be ei e und die zu sammelnden Da en
we den komplexe .
Mi de s eigenden Bedeu ung de IT muss de S aa sich um die Siche hei küm-
me n. Es gib eine ganze Reihe on Gese zen und Ve o dnungen, die ü die IT-Siche -
hei so gen sollen: Im IT-Siche hei sgese z, das zum 25. Juli 2015 in K a ge e en is ,
geh es schwe punk mäßig um k i ische In as uk u en. Du ch das BSI-Gese z wi d
das BSI zu zen alen Meldes elle ü die IT-Siche hei . De §11 des EnWG e mäch ig
die BNe zA, einen Ka alog on Siche hei san o de ungen o zulegen. Dazu gehö u.a.
die Ein üh ung eines In o ma ionssiche hei s-Managemen sys ems (ISMS) ode , dass
jedes Un e nehmen Ansp echpe sonen ü IT-Siche hei benennen muss. Wie wei e
oben be ei s e wähn (7.1.2.4), zeig die Ein üh ung des Sma Me e Ga eway Adminis-
a o , dass Siche hei s o keh ungen Inno a ionen e schwe en und Ba ie en ü die
Ma k eilnahme e ich en. Die Ze i izie ung zu IT-Siche hei is seh au wendig.
Es gib in de S omwi scha unzählige S anda ds und mi de Digi alisie ung
we den es imme meh . Die Deu sche Ene gie-Agen u GmbH (dena) ha in eine S udie
on 2018 Schni s ellen und S anda ds ü die Digi alisie ung ü Sma G ids, Vi uelle
K a we ke (Nähe es siehe 7.2.2.3), Sma Me e , Sma Home und Elek omobili ä
au gelis e ( gl. Limbache /Richa d 2018). Im Rahmen des o enen Indus ie o ums
VHP eady e.V., eine Ini ia i e ü die In eg a ion und S anda disie ung on de-
zen alen Ene giesys emen, wu de ein o ene Indus ies anda d zu S eue ung on
dezen alen S ome zeugungsanlagen, Ve b auche n und Ene giespeiche n e a bei-
e 18. Mi le weile we den in on de Eu opäischen Union ge ö de en P ojek en wie z.B.
DISPOWER, FENIX und MICROGRIDS eben alls S anda ds ü eine einhei liche In-
o ma ions- und Kommunika ions echnologie im Be eich dezen ale Ene giesys eme
en wickel . Mi diesen S anda ds wi d u.a. sowohl die in e ne basie e S eue ung eines
i uellen K a we kes möglich als auch de au oma isie e Handel mi S om. Vi uelle
K a we ke un e liegen mi le weile den IT-Siche hei ss anda ds des BSI, weil sie Teil
de k i ischen In as uk u sind. De BDEW lis e ach Sma -Home-Funk ionss an-
da ds und zu jedem da on mindes ens zwei un e schiedliche p oduk anbie ende Fi men
au ( gl. BDEW 2016: 65). Dann gib es noch Ini ia i en wie die In e essengemeinscha
17 h ps://www.bundesne zagen u .de/DE/Sachgebie e/Elek izi ae undGas/Un e nehmen_Ins
i u ionen/HandelundVe ieb/Ladesaeulenka e/Ladesaeulenka e_node.h ml, abge u en am
16.05.2023.
18 h ps://www.sma g ids.a /VHPReady.h ml, abge u en am 16.05.2023.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 137
Geschä sobjek e Ene giewi scha e.V., die S anda ds ü Ene giediens leis ungen
und die dami zusammenhängenden digi alen P ozesse e ablie en will19.
7.1.4. P ozess-Go e nance: Sys ems abili ä und egulie e Da enaus ausch
In diese A ena de Go e nance geh es um die »Ausges al ung de in e o ganisa ionalen
Beziehungen in den We schöp ungske en« (Jü gens 2007: 132). Typisch ü die S om-
wi scha is die in e o ganisa ionale P ozessges al ung du ch die BNe zA, die iel äl-
igen Koope a ionen und Be eiligungen.
7.1.4.1. Regulie e Da enaus ausch en lang de We schöp ungske e
Die BNe zA lie e e 2007 die e s en P ozessbesch eibungen ü den Da enaus ausch zwi-
schen den Un e nehmen. Dami die einzelnen Ma k eilnehmenden ih e Rolle im Sys-
em e üllen können, is genau de inie , welche Da en sie on wem in welche F is zu
e hal en haben. Das leg die Beschlusskamme 6 de BNe zA20
in den olgenden P ozes-
sen es :
• Geschä sp ozesse zu Belie e ung de Kundscha mi Elek izi ä (GPKE)
• Wechselp ozesse im Messwesen S om (WiM S om)
• Ma k p ozesse ü e zeugende Ma k loka ionen (S om) (MPES)
• Ma k egeln ü die Du ch üh ung de Bilanzk eisab echnung S om (MaBiS)
De Da enaus ausch zwischen den Fi men ü einen eibungslosen Ablau de in e o -
ganisa ionalen P ozesse basie au dem EDIFACT-Fo ma (Elec onic Da a In e change
o Adminis a ion, Comme ce and T anspo ), das wiede um au EDI (Elec onic Da-
a In e change) basie . Da ü gib es je Vo gang un e schiedliche Fo ma e (bspw. ü
S ammda enaus ausch das Da en o ma UTILMD, ü den Aus ausch on Zähle s än-
den MSCONS), die übe eine Websei e einsehba sind21. Es e scheinen zweimal im Jah
neue EDI-Fo ma e ü die Ma k kommunika ion22. Den ech lichen Rahmen zwischen
Ma k eilnehmenden egeln Ve äge.
Wie be ei s oben e wähn , is de Übe agungsne zbe eibe (ÜNB) ü die Ne z-
s abili ä zus ändig. Maßs ab is hie ü die Ne z equenz on 50 He z. Diese F equenz
da nu minimal übe - ode un e sch i en we den, weil säm liche echnischen An-
lagen (ob Indus ie ode Haushal ) da au einges ell sind. ÜNBs können meh e e
Maßnahmen e g ei en, um diese einzuhal en: K a we ke abschal en (Redispa ch),
e b auchende Ein ich ungen abschal en (abschal ba e Las en) und au Regelene gie
zu ückg ei en, um un o he gesehene Leis ungsschwankungen in ih en S omne zen
19 h ps://www.bo4e.de/, abge u en am 16.05.2023.
20 h ps://www.bundesne zagen u .de/DE/Beschlusskamme n/BK06/BK6.h ml, abge u en am
16.05.2023.
21 h ps://www.edi-ene gy.de/, abge u en am 16.05.2023.
22 Au de Websei e h ps://www.edi-ene gy.de is das A chi einsehba . Bspw. beginn es ü das
Da en o ma UTILMD (Übe mi lung Da en de Kundscha ) be ei s 2007. Bis 2022 gib es da ü
26 Ve sionen. Jede neue Ve sion mach eine So wa eanpassung no wendig.
138 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
auszugleichen. Mi hil e des Einspeisemanagemen s kann de e an wo liche Ne zbe-
ieb (VNB) un e besonde en Vo ausse zungen die Einspeisung aus EE- und KWK-
Anlagen o übe gehend ab egeln (§13 Abs.2, 3 EnWG).
Um diese physikalischen Vo ausse zungen zu gewäh leis en, ließ neben S om
Geld. Am 1. Juni 2010 a en die Ma k egeln ü die Du ch üh ung de Bilanzk eisab-
echnung S om (MaBiS) in K a . Sie egulie en die Bilanzie ung de in einem Mona
im S omne z e eil en Ene giemengen und die Ab echnung de Bilanzk eise. Dami
egel die MaBiS den kau männischen Ausgleich zwischen S omlie e an en und VNB.
De Hin e g und is , dass das Lie e un e nehmen ü seine Kundscha den Ve b auch
p ognos izie en muss, dami de en sp echende S om geo de we den kann. Die
Abweichungen zwischen diese P ognose und dem a sächlichen Ve b auch we den
inanziell ausgeglichen. So is das Lie e un e nehmen zu eine möglichs genauen
P ognose angehal en.
Zu Du chse zung ih e En scheidungen s ehen de BNe zA um ang eiche Mi el
zu Ve ügung. Die Au sich um ass u.a. die o dnungsgemäße Abwicklung de Zahlun-
gen on den VNB an die Be eibenden on E neue ba en-Ene gie-Anlagen ode Maß-
nahmen ü die Sys emsiche hei wie bspw. Redispa ch-Maßnahmen, du ch die E zeu-
gungsanlagen abgeschal e we den.
7.1.4.2. Typisch ü die B anche: Koope a ionen und Be eiligungen
Die ech lichen Besonde hei en kommunalen Wi scha ens üh en zu iel äl igen übe -
kommunalen Koope a ionen. Bon up und Ma qua d sehen ü die kommunalen Un e -
nehmen keine ande e Möglichkei : »Koope a ion ode Aus e kau « (Bon up/Ma qua d
2010: 362). Die Thüga Holding GmbH & Co. KGaA ha 90 gesellscha ende Un e nehmen
aus de kommunalen Ene gie- und Wasse wi scha 23. Zu ih gehö das IT-Diens leis-
ungsun e nehmen (IT-DL) Thüga Sma Se ices. Es bie e IT-Diens leis ungen ü übe
250 O ganisa ionen an24. Südwes s om ha 59 gesellscha ende EVU25. Ein IT-DL de
B anche wie ku.i ha 19 kommunale An eilsinhabende26 und die i ems GmbH neun27.
T ianel, als E zeugungskoope a ion ges a e , bie e mi le weile digi ale Handelspla -
o men an und ha 57 Gesellscha ende ( gl. T ianel GmbH 2022).
Typische Fo men on Koope a ionen sind Sha ed Se ice Cen e wie jene de Thü-
ga Sma Se ice, ku.i , i ems ode T ianel. Sie bie en IT-Ou sou cing an und be euen
ERP-Sys eme (zum übe wiegenden Teil on SAP) ü S ad we ke.
Eine Un e suchung ha 65 Inno a ionskoope a ionen on S ad we ken un e die Lu-
pe genommen. Die Au o en s ellen es , dass nich nu die g oßen EVU, sonde n o al-
lem mi elg oße ü Inno a ionen koope ie en. Von den 65 un e such en Koope a ionen
inden 57 zwischen Fi men mi wenige als 250 Mi a bei enden s a ( gl. Lü jen e al.
2014).
23 h ps:// huega-cdn-copy.s3.eu-cen al-1.amazonaws.com/Thuega/documen s/Th%C3%BCga-G
uppe-Feb-2023.pd , abge u en am 28.04.2023
24 h ps://sma se ice.de/ huega-sma -se ice/da en-und- ak en/, abge u en am 28.04.2023.
25 h ps://www.suedwes s om.de/gesellscha e /, abge u en am 28.04.2023.
26 h ps:// ku-i .de/uebe -uns/p o il/gesellscha e , abge u en am 28.04.2023.
27 h ps://i emsne .de/uebe -uns/, abge u en am 28.04.2023.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 145
Fü die Ablösung al e So wa e gib es iel äl ige Al e na i en. Weil es keine ande en
Da en gib , s eh hie die Zulie e indus ie ü S anda d-Ab echnungsso wa e31
im Fo-
kus. Eine Übe sich des Bundes e bandes de Ene giema k diens leis e (BEMD) sieh
die indus iespezialisie en So wa e i men on Schleupen, SIV und IS-So o ne, was
die G öße ih e Kundscha anbelang (gemeinsam 912 EVU). Tabelle 6 zeig , dass die
So wa e i men ü die indus iespezi ische So wa e o allem ab den 90e Jah en ak-
i gewo den sind. Was au äll , is , dass o z de Komplexi ä de B anchenp ozesse
und de iel äl igen Anwendungs elde die IS-So mi nu 21 P og ammie enden 255
EVU mi ih e So wa e belie e n kann. Alle dings gehö keines de belie e en Un e -
nehmen zu den g oßen mi meh als 200.000 Ma k loka ionen bzw. Ve b auchenden32.
Neben IS-So zeichne sich Schleupen du ch seine Spezialisie ung au kleine EVU aus.
Bei den g oßen EVU liegen SIV und SAP o ne. Die Tabelle zeig , dass sich jünge e So -
wa e i men wie Powe cloud, IQone ode Quan o schwe un, den Ma k zu e obe n.
Tabelle 7: Fi men Ab echnungsso wa e S and 2023
So wa e i -
ma
Ma k -
ein i
Mi a bei ende
ü P oduk
En wi-
ckelnde ü
P oduk
EVU bis 20.000
MaLo*
20.000-
200.000
ab
200.001
MaLo
Schleupen 1977 376 189 357 173 7 4
SIV 1992 399 121 300 90 83 37
IS-So 1996 82 21 255 190 65 0
Wilken Neu-
aso 2000 208
95
207 107 100
0
MSU 2003 90 40 181 130 50 1
Wilken
ENER:GY 1999 208
95
128 35 90
3
SAP 1988 k. A. k. A. 84 10 47 27
SDK 1994 34 30 69 32 33 4
Rhenag 1998 85 70 52 18 30 4
Somen ec 1995 78 27 46 35 11 0
Kla ka&Hinz 2000 115 50 41 30 10 1
obo on 1999 325 120 40 19 15 6
31 Mi Ab echnungsso wa e is gemein , dass eine So wa e Zähle da en e a bei en und eine
Rechnung an die Ve b auchenden e senden kann. Bei de BEMD-S udie de olgenden Sei e is
on »Me e o Cash« die Rede. Die So wa epake e de Fi men haben meis abe auch noch ande-
e Funk ionali ä en wie Fo de ungsmanagemen ode Finanzbuchhal ung mi dabei und s ellen
olls ändige ERP-Sys eme da .
32 Von »g oßen« EVUs wi d hie gesp ochen, wenn ein EVU meh als 200.001 Kund:innen ha ode ,
wie es in de Tabelle heiß : MaLo – siehe die Besch i ung de le z en beiden Spal en de Tabelle 7.
Die Abkü zung s eh ü Ma k loka ionen und is e ein ach gesag eine echnische Bezeichnung
ü Kund:innen de EVUs.
146 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
So wa e i -
ma
Ma k -
ein i
Mi a bei ende
ü P oduk
En wi-
ckelnde ü
P oduk
EVU bis 20.000
MaLo*
20.000-
200.000
ab
200.001
MaLo
Powe cloud 2012 60 45 35 10 21 4
AKTIF 2001 33 19 28 24 4 0
Iqone 2014 8 7 5 4 1 0
Quan o 2018 30 20 5 5 0 0
(Quelle: BEMD h ps://www.bemd.de/download/BEMD-ITLM2C_Anbie e ma ix_Ab echnungsso
wa e_2020.pd , zule z abge u en am 2. Mai 2023)
* Ma k loka ion bezeichne en eine eindeu ige ID ü S omabnehme ode -einspeise . Ve ein ach
könn e man sagen: Kund:innen de EVUs. Die Messloka ion is ein S omzähle .
SAP begann 1995 die En wicklung des b anchenspezi ischen Moduls IS-U mi dem
Ziel, eine in e na ional einse zba e S anda dlösung zu p og ammie en ( gl. F ede ick/
Zie au 2011: 15 .). Die Anpassungen an den deu schen Ma k konn en sich ehe g öße e
EVU leis en. Die Besonde hei wa und is imme noch, dass SAP eine En wicklungs-
pla o m bie e , dami EVU selbs ode IT-DL P og ammie ungen am S anda d o neh-
men können. Wie be ei s un e 4.3 gesch ieben, gib es allein ü die Ve so gungswi -
scha übe 200 Fi men, die mi SAP koope ie en. Diese g oße Anzahl is ein Indiz da ü ,
wie um ang eich die A bei wa und is , um SAP IS-U zu implemen ie en und anzupas-
sen.
Es is unkla , welche Rolle ande e En wicklungspla o men spielen und wie häu ig
sie die EVU nu zen. Zum Beispiel gib es noch ande e, kleine e b anchenspezi ische
En wicklungspla o men wie eine Open-Sou ce-Da enpla o m ü Sma -Ci y-An-
wendungen ü S ad we ke ( gl. Z K, 02.07.2022). Die En wicklungspla o men AWS
on Amazon33 ode Azu e on Mic oso 34 nu zen O ganisa ionen de B anche auch.
Alle dings bie en die zwei Un e nehmen keine indus iespezi ischen Baus eine an.
7.2.1.2. Un e scheiden sich g oße und kleine EVU?
Auch wenn g öße e EVU meh Geld ü So wa e ausgeben, heiß das nich , dass nich
ebenso kleine EVU agile Teams e ablie en und selbs So wa e en wickeln. Un e suchun-
gen zu Digi alisie ung in g oßen und kleinen EVU zeichnen ein unscha es Bild und
zeigen eine He e ogeni ä an Digi alisie ungss a egien. Ob g oß ode klein: Auch beim
Thema Digi alisie ung koope ie en die EVU.
Die S udien om Ve band BDEW, A. T. Kea ney und IMP³P o e (2018 und 2019) konn-
en Un e schiede in de Digi alisie ung zwischen g oßen und kleinen Ve so ge n35 nu
33 h ps://aws.amazon.com/de/de elope / ools/, abge u en am 4. Mai 2023.
34 h ps://azu e.mic oso .com/de-de/p oduc s/ isual-s udio/, abge u en am 4. Mai 2023.
35 »Die insgesam 80 eilnehmenden EVU aus dem Jah 2018 um assen S om-, Gas- und Wasse -
ne zbe eibe wie auch Que e bundun e nehmen, da un e kleine und seh g oße Un e neh-
men, Ne zbe eibe und Ve iebsun e nehmen. In ih e Gesam hei bilden sie alle We schöp-
ungss u en und Un e nehmensg ößen de B anche ab und lassen dahe Rückschlüsse au den
gene ellen Digi alisie ungss and in de Ene giewi scha zu.« (BDEW e al. 2019: 6)
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 147
ü ein Jah es s ellen. In eine S udie e mi el en sie einen Digi alisie ungsindex je
Fi ma, de sich aus sieben Analysebe eichen zusammense z (u.a. Digi alisie ungss a-
egie, Kos ene spa nis du ch digi ale In e ak ion mi de Kundscha , ob agile Me ho-
den genu z we den, Koope a ionen mi Pla o men ode IT-Fachk ä en). 2018 konn-
en zwischen g oßen und kleinen EVU noch keine Un e schiede es ges ell we den. Es
gab sowohl bei kleinen als auch g oßen »Top-Digi alisie e « wie Nachzügle . In de S u-
die on 2019 wa dann ein leich e Zusammenhang auszumachen: je höhe de Umsa z,
umso wei e in de Digi alisie ung. Zu einem ähnlichen E gebnis komm die Kanzlei
Rödl & Pa ne . Sie messen den IT-Rei eg ad36
( gl. Rödl/Pa ne 2017: 42).
Un e schiede gib es zwischen neuen und e ablie en EVU. Bei eine Be agung on
el kommunalen Ve so ge n muss en sich die Fo schenden einges ehen, dass die »klassi-
schen Digi alisie ungs hemen e ablie e Ene gie e so ge mögliche weise nich gänz-
lich au S ad we ke-Neug ündungen zu übe agen sind« (Be lo e al. 2018: 32). Sie wä-
gen Risiken und Nu zen de neuen Technologien s ä ke ab und se zen sie seh spezi isch
o allem zum Au - und Ausbau on Flexibilisie ungsop ionen ein: lexibles Einspeise-
managemen , Kon olle on Las e schiebungen, Be ei s ellung on Speiche kapazi ä ,
E wei e ung on i uellen K a we ken ( gl. Be lo e al. 2018: 31 .).
Die ypische Koope a ionsbe ei scha de B anche zeig sich auch bei de Digi ali-
sie ung. EVU koope ie en: mi S a -ups (23%), mi Mi els ändle n/G oßun e nehmen
(36%), ande en koope ie enden Un e nehmen (Be a ungsun e nehmen, So wa ehäu-
se ) (36%), mi Uni e si ä en ode Fo schungsein ich ungen (35%) ( gl. BDEW/A.T.
Kea ney, IMP³P o e 2019: 23).
7.2.1.3. So wa e als Geschä s eld de EVU
Eine IT-S a egie, die sich in de B anche du chse z , is nich zu e kennen. Au jeden
Fall gib es EVU, die mi So wa e Geld e dienen.
Manche Un e nehmen bie en die S anda dso wa epake e als Anwendungspla o -
men an. Da un e is zu e s ehen, dass ein IT-DL ode ein EVU eine S anda dso wa e
implemen ie und dann ande en zu Ve ügung s ell . Die kommunale Koope a ion
Thüga will bis 2024 30 Un e nehmen ü ih e Ab echnungspla o m gewinnen ( gl. Z K,
17.06.2022). De Ene giekonze n EnBW s ell eine Anwendungspla o m ü S omlie-
e an en zu Ve ügung, au de sie ih e P ozesse abwickeln können ( gl. Z K, 25.02.
2019). A a o Sys ems (Teil des Be elsmann-Konze ns) bie e eine Anwendungspla -
o m (einzelne Module und Applika ionen) als Pay-Pe -Use-Se ice an37.
Eine Sonde o m on Anwendungspla o men is Whi e-Label-So wa e. Was is
das? Eine O ganisa ion en wickel eine So wa e, s ell sie zu Ve ügung (ob ia Cloud
ode On-P emises38) und e sieh sie in de Da s ellung nach außen mi de en sp e-
36 De wie olg gemessen wi d: Es gib eine IT-S a egie. Mi a bei ende sind an die IT-In as uk u
angebunden. Wie zu ieden Mi a bei ende mi IT-DL bzw. de IT-Ab eilung sind und wie Kos en-
Nu zen-Ve häl nis de Un e nehmens-IT eingeschä z wi d.
37 h ps://www.a a o-sys ems.de/b anchen/b anchen-im-uebe blick/ene gie- e so gungswi sch
a /aep, abge u en am 4. Mai 2023.
38 Lizenzmodell, bei dem ein Un e nehmen eine So wa elizenz e wi b und diese au eigenem Se -
e be eib .
148 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
chenden Au machung des anwendenden EVU (bspw. Logo und Name S ad we k). De
Endkundscha äll nich au , dass es eine S anda dso wa e eine ande en Fi ma is .
Solche Whi e-Label-Lösungen gib es ü Kund:innenpo ale de Wohnungswi scha ,
mi de Anwendende Zähle s ände e assen können ( gl. Z K, 01.02.2022). Va en all
und EnBW koope ie en ü eine Whi e-Label-So wa e ü den Sma -Home-Be eich
( gl. Z K, 25.02.2019). Auch So wa e i men wie die oben genann e SIV bie en bspw.
Whi e-Label-Apps ü Sma phones an39.
EVU sind (auch) So wa e i men, wie es Doleski (2016) ü eine zunehmende Anzahl
on ihnen p ognos izie . Die S ad we ke Schwäbisch Hall haben die So wa e i ma So-
men ec40, das S ad we k Ene ci y aus Hanno e Lynq ech41. EVU sind Gesellscha ende
on IT-Diens leis ungsun e nehmen, die selbs p og ammie en und So wa e ges al en
(bspw. Thüga Sma se ice GmbH, ku.i GmbH ode i ems GmbH).
Leide ehlen genaue Da en: We pass wie s a k S anda dpake e an? We nu z einen
So wa es anda d ohne Anpassung? Welche EVU bie en Whi e-Label-So wa e an ode
nu zen sie? Wie iel Geld e dienen EVU mi So wa een wicklung ode mi dem Anbie-
en on Ab echnungspla o men? Es gib auch keine Übe sich übe säm liche Zulie e -
i men ü indus iespezi ische So wa e.
S a dass sich in de Ene giewi scha so wa een wickelnde Fi men du chse zen
wie in ande en B anchen, gib es sowohl So wa e i men ü S anda dso wa e als auch
EVU, die ü einzelne, indus iespezi ische Anwendungsbe eiche So wa e ü ande e
en wickeln ode be eiben. Bei den ielen EVU is eine zu B anchens uk u passende
S a egie, diese EVU zu belie e n ode mi ihnen zu koope ie en.
Au jeden Fall gib es kein dis up i es Un e nehmen wie Amazon, das Ma k üh e
in de B anche gewo den is und gleichzei ig iel Geld mi So wa e ode IT-Diens leis-
ungen e dien . Vielmeh koexis ie en die S a egien: Eine sei s e ablie en sich neue
S omlie e an en mi iel We bung am Ma k wie Yello S om on EnBW (sei 1999). An-
de e sei s gewinn Oc opus Ene gy (sei 2015) Ma k an eile: eine Fi ma, die nich nu
S om, sonde n auch So wa e(diens leis ungen)42
anbie e .
39 h ps://www.si .de/de/ e e enzen/ e e enzen-ene gielie e an en/ eam-ene gie-gmbh-co-kg/,
abge u en am 4. Mai 2023.
40 h ps://www.somen ec.de/uebe -somen ec/un e nehmen/, abge u en am 4. Mai 2023
41 h ps://www.ene ci y.de/p esse/p essemi eilungen/2020/Lynq ech, abge u en am 4. Mai 2023.
42 eigene So wa elösung h ps://k aken. ech/, abge u en am 4. Mai 2023.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 149
7.2.2. Wechselspiel on Regulie ung und So wa een wicklung
7.2.2.1. Ma k -Go e nance dank So wa e: Wechsel Lie e i ma, T anspa enz
undDa enaus ausch
Auch wenn de S aa So wa e nich selbs en wickel , ha e du ch die Regulie ung ei-
nen maßgeblichen An eil an de s e igen So wa eges al ung in de B anche. Die Regu-
lie ung ü den We bewe b und die P oduk ges al ung gib de S aa o . Die da ü no -
wendige digi ale Technik en wickel jemand ande es.
Ein Ziel de Libe alisie ung wa , dass die P i a kundscha das s omanbie ende Un-
e nehmen möglichs ein ach wechseln kann. Au g und on En lech ung, Au lösung de
Gebie smonopole und um solche Wechsel zu e möglichen, müssen die Un e nehmen
iel äl ige Da en aus auschen (bspw. übe Kundscha ode Zähle ). Die BNe zA übe -
nimm die Regulie ung de Kommunika ionss uk u en. In diesem als Ma k kommu-
nika ion bezeichne en Sys em ha jedes EVU und jedes zählende Ge ä eine ID (siehe
oben 7.1.4.1). Die o gesch iebenen Ma k p ozesse können bei de Koo dina ion so iele
Ma k ak eu :innen nu e izien sein, wenn sie au oma isie ablau en. Müss en S om-
e so ge lang is ig eine Vielzahl an Sachbea bei enden eins ellen, um die Ma k p o-
zesse abzubilden: Wie wä e es um die Legi imi ä de Regulie ung dann bes ell ?
Vo allem ü die We schöp ungss u en Ve ieb und Ne ze müssen Un e nehmen
Da en zu Zahlungen, S ombilanzie ung, Anlagen und Pe sonen aus auschen. Das is
kos enin ensi ( gl. Seelige e al. 2019), bi g Risiken, mach die Indus ies uk u en
komplexe und e höh den Koo dina ions- und In o ma ionsbeda . Roh ache komm
zu dem Schluss, dass » ansak ionskos en heo e ische Analysen au die Kos en und
Impe ek ionen des E sa zes e ikale Ne zin eg a ion du ch P eissignale« (Roh ache
2007: 144) hinweisen. Ande e Au o en s ellen es , dass de »be iebene Au wand e mu-
en läss , dass ein e ikal in eg ie es Ene gie e so gungsun e nehmen in ö en liche
T äge scha und mi Gebie smonopol soga e izien e und e ek i e wi scha en«
(B äunig 2012: 435) kann. Rena e Mayn z kons a ie , dass allgemein die Libe alisie-
ung on Telekommunika ion, Bahn, Elek izi ä zu seh komplexen S uk u en und
komplexen Abhängigkei en zwischen Handelnden, P ozessen und Sys em üh . Es
komm dann nich nu zu Kon lik en zwischen Regulie e und Regulie en, sonde n
auch zwischen den un e schiedlichen Zielen de Regulie ung ( gl. Mayn z 2009: 139).
Die Regulie ung soll schließlich nich nu einen Ma k e möglichen. Sie soll zudem e i-
zien sein und eine hohe IT- und Sys em-Siche hei ga an ie en, was bei zunehmende
Komplexi ä imme schwie ige wi d.
»Die Komplexi ä de Koo dina ion, die e üll we den muss, um Sys ems abili ä zu
gewäh leis en, is in allen Sek o en ein wich ige Ansa zpunk de Gegne de Libe a-
lisie ung« (Voß/Bauknech 2007: 121).
Indem die Koo dina ion an die IT-Sys eme delegie wi d, en las e sie das Handeln
de Ma k eilnehmenden wie z.B. einzelne Händle :innen am Ene giema k ode de
S omkundscha (die beide pe Mausklick handeln können) und belas e die IT-Sys-
embe eibenden.
150 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Dass So wa e einen Ma k e möglich , is auch in wenige s a k egulie en B an-
chen zu beobach en. In ih e his o ischen Da s ellung de Li e a u zum Fo schungs eld
In o ma ion Sys ems sehen Bjö n-Ande sen und Raymond die Funk ion de IT ab den
2000e n da in, P eis anspa enz he zus ellen und es neuen Fi men zu e leich e n, in
bes ehende Mä k e o zud ingen ( gl. Bjø n-Ande sen/Raymond 2014: 190). C ows on
und Mye s zeigen dies in ih e Un e suchung de Immobilienwi scha ( gl. C ows on/
Mye s 2004: 16 .). Do mach es die IT de Kundscha ein ache , sich zu in o mie en.
Dadu ch kann eine anspa en e, ma k ö mige Ve mi lung s a inden und auch Neu-
linge in de B anche haben eine Chance.
7.2.2.2. So wa een wicklung ü den S omhandel: Ma k e möglichen, Geld
e dienen und neue Risiken
Am S omhandel zeig sich, wie So wa e Ma k e möglich , Regulie ung So wa e-In-
no a ionen e zwing und gleichzei ig ü neue Risiken du ch Manipula ionsmöglichkei-
en und IT-Siche hei so g .
Eine neue Ins i u ion, welche die Libe alisie ung einge üh ha und die au digi a-
le Technologie basie , is die (eu opäische) Ene giebö se. De in o ma ions echnische
Au wand ü die P eisbildung do is seh hoch. Dami de ägliche Handel gewäh leis-
e is , muss ein hohe Da en e keh mi en sp echende IT-Siche hei e möglich we -
den. Die einzelnen Ma k ak eu :innen müssen am gleichen IT-Sys em angeschlossen
sein. Fü die So wa e de Ene giebö se in G oßb i annien wu den 1,5 M d. Eu o aus-
gegeben ( gl. Roh ache 2007: 144). Fü die Regulie ung des Handels du ch die REMIT-
Ve o dnung de BNe zA on 2005 wi d ein hohe Digi alisie ungsg ad a es ie , weil
de Da en e keh eine hohe Quan i ä und Va ianz au weis ( gl. Kolloch/Golke 2016:
45). Ande e sei s bie en die du ch die Regulie ung e zwungenen echnischen Inno a-
ionen in Fo m on So wa e Fi men die Chance, die on ihnen en wickel en Lösungen
ande en anzubie en.
»Dies kann besonde s o dem Hin e g und des schwindenden Ke ngeschä s, de Be-
lie e ung on Endkunden mi den Medien S om und Gas, on immanen e Bedeu ung
ü die wi scha liche Zukun de EVU sein. De Wandel om einen Medien e ieb
zum in eg ie en Medien- und Diens leis ungs e ieb wi d eine de en scheidenden
Fak o en sein, die übe das Übe leben de EVU au dem (Ene gie-)Ma k en scheiden.«
(Kolloch/Golke 2016: 53)
Es gib eine ganze Reihe digi ale Handelssys eme und Bescha ungspla o men wie
EnPo al43
(sei 2007) ode Enmacc44
(geg ünde 2016), die den Handel an de Bö se ode
O e he Coun e (di ek zwischen zwei Pa eien, nich ia Bö se) anbie en. Sie e ö nen
ü kleine S ad we ke und Ene gielie e i men nich nu Einnahmequellen, sonde n die
Möglichkei , an de Bö se eilzunehmen.
Beim S omhandel kann es zu Manipula ionen und e höh em Risiko kommen. Zum
einen wegen echnische Fehle : An de eu opäischen S ombö se kam es schon einmal
43 h ps://www.enpo al.de/, abge u en am 4. Mai 2023.
44 h ps://enmacc.com/, abge u en am 4. Mai 2023.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 151
zu einem Aus all, weil Da enpake e ehle ha wa en ( gl. Pä gen/Spe ling 2019). Ne-
ben de Bö se ü Lie e un e nehmen gib es noch einen Regelene giema k ü den no -
wendigen Las enausgleich im S omne z. Do wi d de S om gehandel , de eingese z
wi d, um die Ne z equenz s abil zu hal en. 2019 iel die Ne z equenz schlaga ig au
49,8 Hz, was einem Blackou nahekomm . Es wi d e mu e , dass eine ehle ha e Da-
enübe agung und die da au olgende Reak ion eine ollau oma ischen Regelein ich-
ung de G und wa en. Au jeden Fall s iegen die P eise ü Regelene gie sp ungha an
( gl. Spe ling 2019).
Als G und ü die Ins abili ä en des S omsys ems mach Weye In e essengegen-
sä ze aus:
»Fe ne kann die F age nach de Siche hei und Zu e lässigkei komplexe echnische
Sys eme ges ell we den, die un e den Bedingungen e schä en We bewe bs ope-
ie en müssen und zudem on un e schiedlichen Handlungslogiken gep äg we den.
Fü einen S omhändle beispielsweise ha die S abili ä des Sys ems nich obe s e
P io i ä , so dass seine T ansak ionen das Ene giene z zusä zlich belas en können.«
(Weye 2010: 844)
Ne ze bekommen so einen p ekä en und iskan e en S a us, ande s als das bei den
»High-Reliabili y-O ganisa ionen de 1980e Jah e de Fall wa « (ebd.).
Das Beispiel soll e deu lichen, dass es ein langwie ige Regulie ungsp ozess is , um
ein s abiles Sys em he zus ellen, bei dem auch die So wa een wickelnden ge ag sind
und die Regulie ung nich mi dem E lassen eine Ve o dnung e ledig is . Ins i u ionen
und Technologien en wickeln sich wechselsei ig in einem P ozess de Koe olu ion ( gl.
Roh ache 2007: 148). Wobei die IT selbs ins i u ionalisie und »Pa o he Fu ni u e«
(Sil a/Backhouse 1997) de Ene giewi scha wi d.
7.2.2.3. Dezen ale E zeugungsanlagen gebündel e ma k en:
i uelleK a we ke
Mi de Ene giewende wu de die Dezen alisie ung de S om e so gung wiede zum
Thema. Einige Au o en haben die Ho nung, dass mi hil e on IT und wenige kapi al-
in ensi en E zeugungsanlagen eine we bewe bliche O ganisa ion de S omwi scha
möglich is ( gl. Voß/Bauknech 2007: 119). Weil es den Regelene giema k gib und die
Möglichkei , meh e e E zeugungsanlangen zusammen do zu e ma k en, wu de da-
ü eine in o ma ions echnische Lösung ge unden: i uelle K a we ke.
Mi le weile haben schon einige EVU (bspw. RheinEne gie45 aus Köln ode die
S ad we ke Rosenheim46) solche K a we ke au gebau . Lich blick (1999 geg ünde ) wa
eine de e s en Fi men, die solch ein i uelles K a we k gescha en haben. Da un e
e s eh man die S eue ung meh e e dezen ale Anlagen, als wä en sie ein einziges
K a we k (im Falle on Lich blick Gasmo o en, die S om und Wä me p oduzie en
– sogenann e Mik o-Blockheizk a we ke/-BHKWs, Ba e ien und PV-Anlagen). Die
45 h ps://www. heinene gie- ading.com/de/p oduk e_2/se ices_s om/ i uellesk a we k.h ml,
abge u en am 13.07.2023.
46 h ps://www.sw o.de/de/diens leis ungen/ene gie e ma k ung, abge u en am 13.07.2023.
152 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
S eue ung des K a we kpools, zu dem auch die ielen kleinen, in den Kelle n on P i a -
pe sonen s ehenden Mini-BHKWS gehö en, übe nimm die on Lich blick en wickel e
So wa e »Schwa mDi igen « ( gl. on Pe e sdo 2013). Es gib mi le weile einen ech-
nischen S anda d ü i uelle K a we ke (siehe 7.1.3.2) und wei e e So wa ep oduk e
(bspw. on Nex K a we ke47), mi denen EVU un e schiedliche E zeugungsanlagen
zusammengeschal en können.
7.2.3. So wa eges al ende: ges eige e In e disziplina i ä
undIn e en ionBe iebs a
Die Ene giewi scha e lang on So wa eges al enden im besonde en Maße, in e -
disziplinä zu a bei en, und de O ganisa ionsg ad de B anche, dass sie sich mi Be-
iebs ä en a angie en.
De An eil de Akademike :innen s eig und es muss in ensi in e disziplinä ge-
a bei e we den. Neben den komplizie en ene gie echnischen Anlagen (Ne ze, K a -
we ke e c.) so gen die s ändigen Ände ungen de Regulie ung da ü . Bei de en Übe se -
zung in Algo i hmen müssen ju is ische Tex e in e p e ie we den, ene giewi scha -
liches Wissen und Kompe enzen in de So wa een wicklung o handen sein. Wie kom-
plizie die Umse zung de Regulie ung is , zeig sich da an, dass die Ve bände ü g ö-
ße e Gese ze und Ve o dnungen imme Anwendungshil en he ausgeben48. Obwohl die
EVU selbs Fachleu e haben, um zwischen gese zliche Regulie ung und So wa e zu
übe se zen, ziehen sie und So wa e i men ü die P og ammie ung bei Beda zusä z-
lich Ju is :innen zu a e, wo ü es spezialisie e Rech sanwal skanzleien gib (bspw. Be-
cke Bü ne Held). So spa en sie Zei , weil nich imme das Know-how o handen is ,
um ju is ische Tex e zu e s ehen, und sie gehen siche , nich s alsch zu machen.
Wenn auch de hohe O ganisa ionsg ad nich den Pe sonalabbau und Res uk u ie-
ung e hinde n konn e (wie oben besch ieben), is doch de Be iebs a en scheidend
da ü , eine mögliche digi ale indi iduelle Leis ungs- und Ve hal enskon olle zu e hin-
de n:
»Inwie e n die Möglichkei en de zunehmenden T anspa enz ü eine Leis ungs- und
Ve hal enskon olle genu z we den, häng s a k da on ab, ob es im Un e nehmen
einen Be iebs a gib .« (Ro h 2018: 76)
7.3. Fazi : So wa e und So wa een wicklung als Baus eine
de Indus ie-Go e nance
In de S omwi scha gib es ü So wa e iel äl ige Anwendungsbe eiche in den We -
schöp ungss u en Ve ieb, Ne z, Handel und E zeugung. Die Besonde hei en des So -
wa eeinsa zes sind, dass So wa e agend ü die Regulie ung is (bspw. Ma k kommu-
nika ion), aus sys ems abilisie enden No wendigkei en esul ie (bspw. S ommengen-
47 h ps://www.nex -k a we ke.de/un e nehmen/ echnologie, abge u en am 13.07.2023.
48 h ps://www.bdew.de/se ice/anwendungshil en/, abge u en am 13.07.2023.
7. Indus iespezi ische Aspek e de So wa eges al ung inde Ene giewi scha 153
bilanzie ung) ode die Ma k in eg a ion on dezen alen E zeugungslangen e möglich
(bspw. i uelle K a we ke).
De Ansa z de Indus ie-Go e nance zeig , dass die So wa eges al ung ü alle A e-
nen ele an is : Die Un e nehmen müssen sich eine S a egie übe legen. Dabei s eh die
eine Anwendung eine S anda dso wa e ü iele EVU im Mi elpunk . Es s ehen iele
Fi men zu Ve ügung, die da ü So wa elösungen anbie en. Die EVU sind dann on
den Lebenszyklen de So wa epake e abhängig. Gleichzei ig p o i ie en sie on so -
wa e echnischen Inno a ionen. Einige machen sich au , selbs So wa e zu ges al en und
zu p og ammie en – ü sich und ü ande e. Genaue Zahlen dazu gib es nich . Fü die
A enen de P oduk ma k - und P ozess-Go e nance is So wa e en scheidend, um die-
se in de Fo m, wie sie die Regulie ung o gib , umzuse zen: sei es ü den Da enaus-
ausch zwischen Fi men, den aus Sich de Ve b auchenden unkomplizie en Wechsel
des S omlie e an en, die S ommengenbilanzie ung, neue Geschä s elde wie i uel-
le K a we ke ode die Ve ma k ung on Ökos om. Fü die Beschä ig en bedeu e de
zunehmende So wa eeinsa z zunehmende Akademisie ung und u die Be iebs ä e
au den Plan, zumindes bei de indi iduellen Ve hal enskon olle einzusch ei en. O
is die Umse zung ohne Anwendende und allein mi Expe :innen möglich – ob ü Re-
gulie ung ode Ene gie echnik (bspw. i uelle K a we ke).
So wa e hil , exis ie ende S uk u en zu e hal en. Dabei gib es sowohl in de So -
wa e- als auch de S omindus ie keine Anzeichen ü eine Monopolisie ung: In de
ene giewi scha lichen So wa eindus ie gib es eine sei s noch iele Anbie ende on
So wa e und neue Ve diens möglichkei en o allem ü g oße EVU und die g oßen,
koope a i en IT-DL du ch So wa een wicklung und den Be ieb on Anwendungspla -
o men. Ande e sei s gib es iele kleine e So wa e i men und auch kleine e EVU p o-
g ammie en selbs ode haben ga eigene So wa eun e nehmen. In de S omindus-
ie bleiben die ielen kleinen Un e nehmen e hal en und dami auch die kommuna-
len S uk u en, weil sich S anda dp ozesse und die um ang eiche Regulie ung digi al
du ch S anda dso wa epake e und Anwendungspla o men abwickeln lassen. Um die
genann en Thesen au soliden empi ischen Boden zu s ellen, ehlen alle dings die quan-
i a i en Zahlen.
Unkla bleib , welche Rolle die Spannung zwischen P o i o ien ie ung und kommu-
nale Daseins o so ge beim So wa eeinsa z spiel . Es sei o weggenommen, dass auch
die Falls udien das nich au klä en können.
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung– dieEmpi ie 257
e A bei Kommunika ion und Koope a ion eine g öße e Rolle. Ih e A bei is wenige
du ch die So wa e o gegeben (z.B. bea bei en sie nich nu Res älle). Fü sie is So -
wa e meh ein Hil smi el. Sie sind in e disziplinä zwischen Anwendung und En wick-
lung ä ig. Meh e e Be ag e geben explizi an, dass sie ih e A bei ge n machen. Ih e A -
bei is un e schiedlich s a k o malisie (z.B. wie genau de Ablau des An o de ungs-
managemen s o gegeben is ). Sie sind eine quali a i en In ensi ie ung ausgese z . E s-
ens sind sie das, weil sie in ielen Fällen IT-, ene giewi scha liches und Me hodenwis-
sen kombinie en (Key Use :innen, IT-Be a ende, Anwendungsbe euende) ode zumin-
des mi den jeweiligen Expe :innen kommunizie en können müssen (An o de ungs-
managende, IT-P ojek managende). Zwei ens a bei en sie ö e s gleichzei ig in meh e-
en P ojek en und müssen meh e e P ozessabschni e de Da en e a bei ung übe bli-
cken und die ges al e e So wa e is nich ih alleinige A bei sgegens and. Die quan i a-
i e In ensi ie ung is bei den Ges al enden schwe zu beu eilen. Meh e e sp echen da-
on, dass es phasenweise mal meh und mal wenige zu un gib und sie selbs G enzen
se zen müssen (du ch P io isie ung ode »Nein« sagen können). Die meis en sp echen
on eine ge egel en A bei szei . Zudem sind die Kon ex e seh un e schiedlich: ob sie
ü meh e e Kund:innen und in meh e en P ojek en ä ig sind ode nich .
Die A bei de P og ammie enden wi d du ch die Tes s ande e und/ode du ch
Code-Re iews on Kolleg:innen gep ü . Es is du ch die Ticke sys eme anspa en , was
sie abgea bei e haben, und alls es egelmäßige T e en wie Daily bei Sc um gib , müs-
sen sie den Teammi gliede n Rede und An wo s ehen. Ih e Spezialisie ung und die
meis schwie ige Abschä zung des A bei sau wandes geh mi eine ehlenden de ail-
lie en Kon olle on außen einhe . Eine quali a i e In ensi ie ung exis ie bei den be-
ag en P og ammie enden, weil sie achliches mi IT-Wissen kombinie en und in e -
schiedenen P ojek en, Rollen ode ü meh e e Kund:innen ä ig sind. Sie spi z sich bei
P og ammie enden wie im Fall eines Be ag en on KOOP2 zu, de ü meh e e, un e -
schiedliche ene giewi scha liche Fachbe eiche en wickeln muss und dadu ch en sp e-
chend meh Wissen b auch . Zudem müssen au g und indi iduelle Anpassungen ü
einzelne EVU bei KOOP1 und KOOP2 die P og ammie enden den Übe blick übe diese
indi iduellen Umse zungen behal en. Einige P og ammie ende besch eiben es als po-
si i , wenn sie sich auch mal in neue Technologien einle nen müssen. Wie bei den Ge-
s al enden is es bei den P og ammie enden schwie ig, pauschal on eine quan i a i en
In ensi ie ung zu sp echen. Sie a bei en in den un e such en Fällen meis P og ammie -
au gaben ab, ü die P io i ä en o gegeben sind. Das läss Spiel aum, um eigene G en-
zen zu se zen:
»Ich könn e mich ge ne übe las en, abe ich u’s nich .« (P og ammie e KOOP1)
Eine In ensi ie ung is abe nich ausgeschlossen, wenn z.B. eine ixe Deadline exis ie :
wenn zu einem S ich ag meh e e um ang eiche Umse zungen, z.B. au g und eine neu-
en Regulie ung, abgeschlossen we den müssen. Zwa a bei en die P og ammie enden
in einigen Fällen ü meh e e EVU gleichzei ig (bei KOOP1, KOOP2, KOOP3 und PAKET).
Doch ha dies nich zwangsweise eine quan i a i e In ensi ie ung zu Folge. Eine P o-
g ammie ung kann ü iele EVU gleichzei ig gel en (bspw. bei eine S anda dso wa e),
d.h., eine Fehle ko ek u kann gleich meh e e An agen on EVU zu iedens ellen.
258 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Die Anwendenden sind hie a chisch und on de Bezahlung P og ammie enden
und Ges al enden un e geo dne . Die Anwendenden sind meis passi und eagie end:
Sie müssen sich au Ände ungen eins ellen ode e ah en e s nach Fe igs ellung, was
sich geände ha . Ih e A bei is das Objek de Ges al ung und nu wenige ges al en
mi . Vo allem wenn die So wa eges al ung in e n s a inde , können Anwendende
eigene Wünsche äuße n und de Be iebs a die Mi ges al ung ein o de n. Ih e A bei
is in den meis en Fällen das, was die So wa e nich e ledigen kann bzw. noch nich
in diese abgebilde is . Das bedeu e auch, dass sie ehle ha e ode nich ausge ei e
So wa e kompensie en müssen. Sie ungie en als Pu e ü mangelha e So wa een -
wicklung. In einem Fall is die Cloud langsam (so ein Be ag e on KOOP2), im ande en
sind in den So wa eupda es Fehle , welche die A bei de Anwendenden belas en (PA-
KET), ode die P ozessin eg a ion leis e de Anwendende manuell (INTERN2). Sie
müssen mi den Reak ionszei en leben, die sich du ch die Zusammena bei mi einem
IT-DL ode So wa eun e nehmen e geben. Diese Pu e -Posi ion kann übe F agen
de So wa eges al ung hinausgehen und die Anwendenden können zu allgemeinen,
ope a i en Pu e n we den. Ein be ag e G uppenlei e , de auch ope a i e So wa e
anwende , ha e Bu nou . Diesen ha e e o allem, weil zu wenig Pe sonal o handen
wa , und wegen de s ändigen egula o ischen Ände ungen und des Te mind ucks im
Be eich de Ene giemengenbilanzie ung, in de e ä ig is . Bei de Ene giemengenbi-
lanzie ung müssen zu einem S ich ag nich nu Da en, sonde n o allem Geld ließen.
Ande en Anwendenden wie de be ag en Sachbea bei e in wa die Res allbea bei-
ung zu iel Rou inea bei , weswegen sie die S elle gewechsel ha . Zudem sind die
Anwendenden di ek im Kon ak mi de Kundscha . De be ag e Mon eu mein , e
bekomm die Agg essionen de Kundscha ab, wenn e bspw. wegen eine Baus elle
den S om bei jemandem abs ellen muss. Fü einen Teil de Anwendenden inde eine
quali a i e In ensi ie ung s a , weil sie e meh in P ozesszusammenhängen denken
müssen (Sachbea bei ende), meh e e Fachgebie e (Key Use :innen) ode meh e e Ne z-
gebie e und Spa en kennen müssen (Mon eu :innen). A bei en Anwendende im BPO-
Be eich, a bei en sie ü eine g öße e Kundscha und es is mi eine quan i a i en In en-
si ie ung zu echnen. Wobei in einigen EVU diese auch unabhängig da on au g und on
Pe sonalmangel ode phasenweise du ch IT-P ojek e en s eh .
Wissens e eilung – P axisgemeinscha und in So wa e ma e ialisie es Wissen
Es lassen sich g undsä zlich d ei Wissensg uppen un e scheiden: P og ammie ung, An-
wendung und Ges al ung. Dabei äll in den Falls udien au , dass es ü die So wa ege-
s al enden wenige da um geh , iel Wissen anzusammeln. Sie sind ielmeh dazu da,
um Wissen in So wa e(quellcode) zu übe üh en. P imä geh es da um, an das no wen-
dige in e disziplinä e Wissen he anzukommen und le nbe ei zu sein. Wissen selbs zu
haben is zwei angig, wenngleich nü zlich und in den meis en Fällen o handen. Das
Wissen on So wa eges al enden kann um assend sein: Wissen übe die Möglichkei en
de So wa eges al ung und indi iduelle Beda e de EVU ode allgemeine de B anche
zu haben. Me hoden wie Sc um ode IT-P ojek managemen zu behe schen. Manche
se zen So wa eges al ung selbs um, wenn sie p og ammie en ode Eins ellungen an
eine S anda dso wa e o nehmen. De Ex em all sind IT-Be a ende, die sich ene gie-
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung– dieEmpi ie 259
wi scha lich auskennen, An o de ungen sch eiben, selbs p og ammie en und Eins el-
lungen an eine S anda dso wa e o nehmen. Doch auch sie müssen sich mi Anwen-
denden ode ande en Be eilig en wie IT-DL ode So wa e i ma absp echen. Die P axis
is deshalb so en scheidend, weil die So wa e sich s e ig e ände , ebenso wie die O ga-
nisa ionen und die B anche. Es muss imme wiede neu e s anden we den, was ene -
giewi scha lich no wendig und was so wa e echnisch möglich is . D ei Thesen s ehen
im Mi elpunk de Zusammen assung zu Ka ego ie Wissens e eilung:
1. Die So wa eges al ung is eine P axisgemeinscha , in de die So wa eges al enden
a bei en.
2. Fü das Ve s ändnis de Wissens e eilung is das in So wa e ma e ialisie e Wissen
en scheidend.
3. Das Managemen e üg nu sel en übe Wissen zu So wa eges al ung.
E s ens s ell sich de A bei sp ozess de So wa eges al ung in den Falls udien als eine
P axisgemeinscha da . Sie e üg übe das Wissen zu Me hoden de So wa eges al-
ung, und wenn sie schon selbs kein ie e gehendes Wissen übe ene giewi scha liche
Regulie ung, S anda dso wa elösungen ode P og ammie ung ha , scha sie zumin-
des die Möglichkei , sich da übe auszu auschen – ob länge is ig ode empo ä in
P ojek en. Dass die P axis wich ige is , als Wissen zu besi zen, zeig sich an d ei Aspek-
en: an a) dem kon inuie lichen Aus ausch zu So wa eges al ung, de s a inde und
zu An o de ungen üh ( on dem bes imm e G uppen ausgeschlossen sind), dass b) un-
e schiedliche P axis- und dami Le nbiog a ien en s ehen und c) EVU es s ellen, dass
sie nu dann So wa e ges al en können, wenn sie Teil diese P axis sind.
Zu a) In de So wa eges al ung a bei en Beschä ig e zwischen Anwendung und
P og ammie ung zusammen. Auch einzelne Anwendende wie Key Use :innen sind Teil
da on. Die Ges al enden haben Kon ak e, kennen die O ganisa ion und einzelne Umse -
zungen und Me hoden wie Sc um. Es bes eh ein kon inuie liche Aus ausch zwischen
einem Ke n an Mi a bei enden in den Fällen INTERN1, INTERN2, KOOP3, STARTUP,
genauso wie bei PAKET in e n in de So wa e i ma. Bei KOOP1 und KOOP2 sind es
länge e Beziehungen zwischen den Fi men und iele T e en, welche eine gemeinsame
P axis he s ellen. Abe auch inne halb des IT-DL und eilweise in den EVU a bei en
die e schiedenen G uppen kon inuie lich zusammen. Bes imm e Be u sg uppen wie
IT-Be a ende e ah en einen kon inuie lichen in e disziplinä en Wissense we b. Sie
machen nich nu in e schiedenen P ojek en mi , sonde n sind sowohl achlich nah an
den Anwendungsbe eichen als auch so wa e echnisch nah an de So wa e d an. Die
P og ammie enden e ügen in allen Fällen übe ene giewi scha liches Wissen, um
die indus iespezi ischen An o de ungen umzuse zen.
Zu b) Dabei bes imm die P axis, was die ode de Einzelne weiß. Es en s ehen du ch
indi iduelle, in e disziplinä e P axisbiog a ien indi iduelle Le nbiog a ien, weil je nach
So wa eges al ung die So wa eges al enden an un e schiedlichen So wa elösungen,
an un e schiedlichen An o de ungen, P ojek en, ene giewi scha lichen Themengebie-
en und mi un e schiedlichen EVU zusammena bei en. We mi gemach ha bei de Ge-
s al ung, weiß meh da übe . Die klassische Le nbiog a ie on Ausbildung, dann Sach-
bea bei e ä igkei , Wechsel in ein ande es Team ode Au s ieg zu Teamlei ung gib es
260 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
imme noch. Diese wi d jedoch nun du ch neue Möglichkei en e gänz . Vo allem die
be ag en Ges al enden und P og ammie enden haben meh in e disziplinä es Wissen
und Einkommen im Lau e de Zei gewonnen, ohne dadu ch hie a chisch au ges iegen
zu sein.
Zu c) Dass die P axisgemeinscha den Zugang zu Wissen siche , zeig sich da an,
dass das Wissen, das übe An o de ungen in de So wa e einge lossen is ode doku-
men ie wu de, allein nich aus eich . Es mach einen Un e schied, ob man Teil de P a-
xis wa bzw. is ode nich . Das zeigen o allem Ma k beziehungen, die zu eine Abhän-
gigkei üh en und Hü den ü eine gemeinsame P axis da s ellen. Bei KOOP2 e lage
ein EVU die Anwendung de So wa e zu ück in das Un e nehmen, um in e n Wissen zu
haben und die So wa eges al ung selbs machen zu können. Zudem bauen einige EVU
in e n IT-P ojek managemen -Kompe enz au . Inne halb des IT-DL on KOOP1 a bei-
en die P og ammie enden eng mi ene giewi scha lichen Fachleu en zusammen, wo-
du ch ein s e ige Wissensaus ausch bes eh . Ein Klien des IT-DL on KOOP1 ha das
Wissen, was das IT-DL übe die Jah e übe das EVU gesammel ha , un e schä z . E
ha den Wechsel zu einem ande en IT-DL be eu . Bei PAKET sind kleine e EVU abhän-
gig on ex e nem Suppo de So wa e i ma (z.B. du ch IT-Be a ende), weil sie in e n
keine ERP-Fachleu e haben. Bei KOOP3 schick das IT-DL Newsle e übe So wa eup-
da es, die sich die EVU du chlesen können. Die eine Anwendung, die nich an de So -
wa eges al ung eilnimm , is aus de Wissensgemeinscha So wa eges al ung ausge-
schlossen. Das is in allen Falls udien so.
Zwei ens p äg die Wissens e eilung die A bei de So wa eges al enden dahinge-
hend, dass de zen ale O des Wissens die So wa e selbs is : ob Quellcode de ges al e-
en So wa e ode die e wende en So wa ewe kzeuge wie Ticke sys eme. Imme meh
Wissen, ob übe ene giewi scha liche Regulie ung, Geschä sp ozesse, A bei sabläu e,
So wa eände ung e c., wande in So wa e. Dabei müssen die So wa eges al enden
alles, was sie ges al e haben, nich meh ak i wissen – auch nich , wie es die P og am-
mie enden umgese z haben. Das zeigen alle Falls udien: Peu à peu wächs du ch An o -
de ungen die So wa e. In ERP-Sys emen wie jenem aus de Falls udie PAKET s eck al-
les, was zum ope a i en Be ieb de ene giewi scha lichen Da en e a bei ung no wen-
dig is . Dabei inde die So wa eges al ung in einem echnischen Um eld aus lesba en
Objek en s a . So wa eges al ende dokumen ie en in den so wa ebasie en We kzeu-
gen wie Ticke sys em, Dokumen a ionsso wa e20, MS Sha epoin ode E-Mails (inkl.
Newsle e übe Upda es), P og ammie ende im Quell ex de So wa e selbs .
Was alle Be ag en egal welche G uppe sagen, is , dass Lea ning by Doing ü sie
wich ig is – ob aus Dokumen en ode mi de So wa e selbs . Auch wenn iel Wissen
lesba ode du ch Ausp obie en und Mi machen e le nba is , sieh ein Be ag e So -
wa e als p imä es Wissensquelle und -lage k i isch: Ein Be iebs a inde , dass sein
EVU zu seh au Lea ning by Doing im So wa egeb auch se z . Es soll en wiede meh
Schulungen s a inden. Ein be ag e P og ammie e häl eine A Füh e schein ü An-
wendende ü hil eich, weil sie in de all äglichen Anwendung nich alles le nen (bspw.
die Zusammenhänge und Eins ellungsmöglichkei en in de So wa e). Bei PAKET sagen
20 Eine wei e b ei e e So wa elösung da ü , die auch STARTUP einse z , is Con luence de Fi ma
A lassian.
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung– dieEmpi ie 261
meh e e be ag e Pe sonen, dass die Anwendenden eine unk ionie ende So wa e wol-
len, sich nich eigens ändig mi den möglichen Eins ellungen be assen möch en und in
ih em A bei sall ag nich genug dazu le nen.
D i ens e üg das Managemen wie Team-, Ab eilungs-, Be eichs- ode IT-Lei-
ung nu in wenigen Fällen übe So wa eges al ungswissen. G öß en eils nimm es
nich di ek an de So wa eges al ung eil und in e enie eilweise nu bei de Auswahl
de An o de ungen. D ei be ag e Team- bzw. G uppenlei ende wi ken bei de So wa e-
ges al ung mi . Wobei es dabei imme um eine S anda dso wa e geh , die nu du ch
Eins ellungen on den EVU e ände we den kann. So wa eges al ungskompe enzen
haben nu wenige FK (wie z.B. Schulungen in Sc um ode IT-P ojek managemen ). Das
Managemen se z den Rahmen z.B. du ch das IT-Budge ode kann in Ma ixo gani-
sa ionen ein wich ige Sponso ü So wa eges al ungsp ojek e sein, indem es z.B. die
Zusammena bei mi ande en Ab eilungen du ch die Füh ungsk ä e do o an eib .
KOOP1, KOOP2 und PAKET nu zen Ma k mechanismen und kau en die So wa e(ge-
s al ung) ein. De Nach eil is , dass das Wissen dann nich di ek im Zug i des EVU-
Managemen s is . Wie auch allgemein ü Anwendung und En wicklung ha das alles
zu Folge, dass das Managemen bzw. die Füh ungsk ä e keine di ek en, konk e en
Anweisungen meh geben können, weil ihnen das Wissen dazu ehl . In dem Fall, in
dem A bei sanweisungen gemach we den, e s ellen dies die Key Use :innen (PAKET,
EVU5). In ande en Anwendungsbe eichen we den keine e wende (Sachbea bei ende
KOOP2 EVU1, Teamlei ung EVU2 KOOP2, Anwendende KOOP1 EVU3, Anwendende
EVU1 KOOP1). Die Sachbea bei enden on EVU2, KOOP2 haben nu ein Schema, wie
sie o gehen sollen, weil die Fälle zu indi iduell sind.
Allgemein wi d das Wissen imme um ang eiche und eine O ganisa ion allein kann
nich meh da übe e ügen. Zum Beispiel sind bei INTERN1 und INTERN2 einige p o-
g ammie ende Ex e ne. Bei KOOP1, KOOP2, KOOP3 e eil sich das Wissen au meh e-
e O ganisa ionen. Die achliche Spezialisie ung de Mi a bei enden nimm zu und da-
mi das Wissen, was ih e Füh ungsk ä e nich haben: u.a. du ch Au oma isie ung, kom-
plexe e Regulie ung, ges iegene Bedeu ung on IT, höhe e Ansp üche de Kundscha ,
P oduk iel al .
8.5. Folgen ü die sozio echnische A bei sges al ung
de So wa eanwendung in den EVU
Ein Teil de A bei sges al ung de So wa eanwendung in den EVU häng an de So -
wa eges al ung. De Abschni nimm diesen Teil in den Blick, de sich aus dem Ve -
häl nis de A bei sp ozesse on So wa eges al ung und So wa eanwendung e gib . E
läss sich mi hil e de Ka ego ien Ein luss und Kon lik analysie en. Ande s als im le z en
Punk 8.4. geh es dabei nich um einzelne G uppen on Beschä ig en. Es geh um das
Ve häl nis zweie A bei sp ozesse zueinande , übe das nich nu die ope a i So wa e-
ges al enden ode -anwendenden en scheiden, sonde n in den Fällen, wo Hie a chien
o liegen, das Managemen s a egische En scheidungen äll , Ziele o gib , Ressou cen
zu Ve ügung s ell und eigene An o de ungen einb ing .
De Ein luss beide A bei sp ozesse au einande be i ie Aspek e:
262 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
• Kon oll e häl nis: Wi d de A bei sp ozess de So wa eanwendung jenem de
So wa eges al ung un e geo dne ? We den So wa eanwendung und -ges al ung
z.B. ge enn in zwei e schiedenen O ganisa ionen kon ollie ?
• Reo ganisa ion: Wi d de A bei sp ozess de So wa eanwendung zum Zwecke de
So wa eges al ung eo ganisie ?
• Ziele: Wie e hal en sich die jeweiligen Ziele on So wa eanwendung und -ges al-
ung zueinande und we kann sie es legen (z.B. indi iduell e was ü einen An-
wendungsbe eich zu en wickeln ode eine skalie ba e S anda dso wa e; die Anwen-
dungso ganisa ion zu eo ganisie en ode nich )?
• Pa izipa ion: We ges al e wie mi ? We aus de So wa eanwendung ha Zugang
zu So wa eges al ung? Welche Rollen nehmen Expe :innen ein und wie e hal en
sich Anwendenden- und Un e nehmens- bzw. Managemen an o de ungen zuein-
ande ?
Fü zwei de genann en Aspek e des Ein lusses de So wa eges al ung au die So wa e-
anwendung disku ie de Abschni olgende Thesen:
1. Fü die Reo ganisa ion deu e sich in einigen EVU an, dass sie sich au eine bes imm-
e Fo m de O ganisa ion zubewegen: eine au die So wa eges al ung ausge ich e e
so wa e echnische P ozesso ganisa ion. Eine solche O ganisa ion bedeu e nich s
ande es, als dass die So wa eges al ung die So wa e und die O ganisa ionen eines
End- o-end-P ozesses übe g ei end und ohne die Behinde ung du ch Fachbe eichs-
g enzen ände n kann.
2. Hinsich lich de Pa izipa ion s ell sich die F age, inwiewei die Anwendenden an
de Ges al ung de So wa e be eilig sind und ob sich die Fälle Pa izipa ions ypen
zuo dnen lassen.
Die Kon lik e zwischen Ges al ung und Anwendung sind en wede inne halb (wie je-
ne zwischen Managemen - und Anwendendenan o de ungen) ode auße halb de EVU
(wie z.B. zwischen indi iduellen Alleingängen einzelne EVU und koope a i em S an-
da d meh e e EVU). Dabei zeigen die Falls udien, dass Be iebs ä e inne halb de EVU
bei de sozio echnischen A bei sges al ung inso e n mi bes immen, indem sie in e e-
nie en, abe nich ak i ges al end sind. Sie spielen bei F agen de Pa izipa ion inso e n
eine Rolle, als sie bei Rahmenbedingen mi en scheiden und wenige bei de inhal lichen
Ges al ung de So wa e (z.B. wenn ein Be iebs a ein o de , dass die So wa eges al-
ung An o de ungen de Anwendenden be ücksich ig ).
Diese Abschni geh in den olgenden Punk en au die Un e schiede zwischen den
Falls udien ein, s ell die Fälle mi hil e de Ka ego ien Ein luss und Kon lik einzeln da
und ass die E gebnisse zusammen.
8.5.1. Sozio echnische A bei sges al ung: zwischen Abhängigkei
undUnabhängigkei
Die Fälle lassen sich dahingehend un e scheiden, ob die EVU unabhängig ode abhängig
on IT-DL ode So wa e i men die A bei de So wa eanwendung ges al en können.
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung– dieEmpi ie 263
Welche Typ in einem Fall o lieg , e gib sich aus de sozio echnischen Kons ella ion
und dem A bei sp ozess de So wa eges al ung.
Bei de unabhängigen sozio echnischen A bei sges al ung is au g und de A bei s-
eilung die So wa eges al ung Teil de anwendenden O ganisa ion (EVU) und de Ein-
luss au die sozio echnische A bei sges al ung du ch die So wa eges al ung um ass
nich nu die So wa e, sonde n auch den anzuwendenden A bei sp ozess. Die Kon lik-
e bei de A bei sges al ung sind ein in e n. Je nach G undkoo dina ion bes ehen dann
diese in e nen Kon lik e in Hie a chien, Mä k en ode Ne zwe ken.
Bei eine sozio echnischen A bei sges al ung om Ideal yp abhängig eduzie sich
de Ein luss de So wa eges al ung au die angewende e So wa e und is nu übe Ex-
e ne möglich (IT-DL, So wa e i men). Das lieg an de A bei s eilung, bei de sich die
EVU ausschließlich au die So wa eanwendung konzen ie en. Die Kon lik e in de A -
bei sges al ung du ch So wa eges al ung exis ie en en sp echend o allem mi den ex-
e nen So wa eges al enden. Je nach G undkoo dina ion bes ehen dann diese Kon lik e
in Hie a chien, Mä k en ode in Ne zwe ken.
Tabelle 25: Ideal ypen unabhängige und abhängige sozio echnische A bei sges al ung
Typ Ein luss de So wa eges al ung Kon lik e
unabhängig in e n: So wa e und O ganisa ion in e n
abhängig ex e n: nu au So wa e ex e n
Anhand on ie Un e ka ego ien läss sich de Ein luss zwischen So wa eanwen-
dung und -ges al ung nähe besch eiben: Kon oll e häl nis, Reo ganisa ion, Ziele und
Pa izipa ion.
Was das Ve häl nis de A bei sp ozesse de So wa eanwendung und So wa ege-
s al ung zueinande be i , is bei eine unabhängigen A bei sges al ung das Kon oll-
e häl nis beide so, dass die So wa eges al ung die So wa eanwendung kon ollie-
en kann, was sich z.B. da in niede schläg , dass So wa eanwendende ode de en Füh-
ungsk ä e Ve ände ungen au g und de So wa eges al ung nich e hinde n können.
Zudem is eine wechselsei ige Reo ganisa ion on So wa eges al ung, So wa e und
So wa eanwendung möglich. Bei den Zielen kann das EVU sowohl übe jene de So -
wa eanwendung als auch de -ges al ung en scheiden. Ebenso kann bei de Pa izipa i-
on das EVU en scheiden, we an de So wa eges al ung eilnimm , und es is ein di ek-
e Einbezug de Anwendenden möglich.
Was das Ve häl nis de A bei sp ozesse de So wa eanwendung und So wa ege-
s al ung zueinande be i , is bei eine abhängigen A bei sges al ung das Kon oll e -
häl nis beide so, dass sie sich nich gegensei ig kon ollie en. Die So wa eges al ung
kann bei de -anwendung keine Ve ände ungen du chse zen. Auch eine Reo ganisa ion
on So wa eanwendung und -ges al ung is nu ge enn möglich. Die Ziele beide A -
bei sp ozesse sind ge enn : Jene des A bei sp ozesses So wa eges al ung sind au den
So wa ep oduzen en (IT-DL ode So wa e i ma) ausge ich e und die om A bei sp o-
264 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
zess de So wa eanwendung au das EVU. Die Pa izipa ion konzen ie sich au Fach-
expe :innen und nich au Anwendende bzw. en scheide nich das EVU da übe , we
mi ges al e .
Tabelle 26: Ideal ypen unabhängige und abhängige sozio echnische A bei sges al ung – Un e ka-
ego ien
Typ
Kon oll e häl nis
So wa eanwendung
(SA) – So wa eges al-
ung (SG)
Reo ganisa ion
SA – SG
Ziele
SA – SG
Pa izipa ion SA an
SG
unabhängig Kon olle SA du ch SG
möglich
So wa e, SG und
SA im Wechsel-
spiel möglich
beides au
EVU-Nu zen
ausge ich e
di ek e Einbezug
Anwendende möglich
abhängig Kon olle SA – SG: nu
ge enn möglich
nu ge enn
möglich
Ziel SG en -
scheide So -
wa e i ma ode
IT-DL
(B anchen-)Fachleu e,
anwendende O gani-
sa ion en scheide
nich
Sind nun die einzelnen Fälle Beispiele ü eine unabhängige ode abhängige sozio-
echnische A bei sges al ung de So wa eanwendung? An wo da au geben die Fall-
da s ellungen und die Zusammen assung am Schluss dieses Abschni s.
8.5.2. Da s ellung de Falls udien
Das Ve häl nis de A bei sp ozesse on Anwendung und Ges al ung s ell diese Ab-
schni ü die sieben Falls udien jeweils anhand de Ka ego ien Ein luss (inkl. ih e ie
Un e ka ego ien) und Kon lik da .
8.5.2.1. INTERN1: i e a i e sozio echnische Wandel
einesFachbe eichs,unabhängig
Es ha Folgen ü die sozio echnische A bei sges al ung des Anwendungsbe eichs de
So wa e, dass das EVU in de Falls udie die Möglichkei en de indi iduellen So wa e-
ges al ung dezen al ü den Fachbe eich Ins andhal ung nu z : Dadu ch kann das EVU
unabhängig A bei ia So wa e ges al en, d.h. den A bei sp ozess de So wa eanwen-
dung e ände n. Das zeig sich e s ens am Ein luss. Denn das EVU ha sowohl Ein luss
au die Ges al ung de So wa e als auch au die anwendende O ganisa ion. Zudem kann
das EVU eigens ändig übe die Ziele sowohl on So wa eges al ung als auch So wa e-
anwendung en scheiden. De Ein luss e laub zule z eine di ek e Pa izipa ion de An-
wendenden – wenn auch beg enz . Zwei ens e lau en die Kon lik e zwischen den bei-
den A bei sp ozessen inne halb des EVU (zwischen Fachbe eich und IT-Ab eilung), wo-
du ch es diese eigens ändig lösen kann. Alle dings muss sie diese Kon lik e inne halb
bes ehende Hie a chien lösen, in denen das Managemen das Sagen ha .
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung– dieEmpi ie 265
Die unabhängige A bei sges al ung zeig sich beim Ein luss au ie ache Weise. E s-
ens zeig sie sich am Kon oll e häl nis: Die So wa eges al ung ha die Kon olle übe
die ene giewi scha lichen P ozesse, weil die Anwendenden zwa die Möglichkei ha-
ben, an de Ges al ung mi zuwi ken, abe nich , diese au zuhal en, und weil sie g und-
legende Vo gaben (wie die A bei ss eue ung übe mobile Endge ä e) nich ände n kön-
nen. Das zeig sich auch da an, dass die ie P oduc Owne :innen, die jeweils u.a. ü
un e schiedliche Funk ionali ä en de Ins andhal ungsso wa e zus ändig sind, die be-
s ehenden Hie a chien aus Fachbe eichen und IT nich be ücksich igen müssen, was zu-
dem den En scheidungsau wand e inge :
»Unse e POs, die können Dinge en scheiden. Man muss nich wegen jedem blöden
Knop zu d ei Che s ennen und sagen: Is de je z g ün ode blau? Rela i um ang-
eiche Dinge en scheiden wi ein ach selbs und machen das und das geh auch ganz
gu .« (P og ammie e )
Zwei ens ges al e das EVU nich nu eine indi iduelle So wa e, sonde n eo ganisie
die A bei in de So wa eanwendung. Zum einen u es das, weil das Ges al ungs-
ne zwe k aus An o de ungsmanagenden und Key Use :innen Teil de Fachbe eiche
gewo den is . Zum ande en ände de A bei sp ozess de So wa eges al ung i e a i
den A bei sp ozess de anwendenden Ins andhal e :innen und Dispa che :innen, in-
dem e diesen nich nu abbilde , sonde n in F age s ell und ände . So gib es z.B. die
Posi ion des Meis e s nich meh . Wechselsei ig en s ehen eine indi iduelle So wa e
und eine e ände e anwendende O ganisa ion. Mi le weile ha sich du ch das i e a i e
Vo gehen eine Sä igung an möglichen An o de ungen o allem bei de zen alen App
ü die A bei ss eue ung de Mon eu :innen einges ell , weswegen neue Be eiche wie
die A bei de Dispa che :innen in den Blick genommen we den.
D i ens ha sich das EVU zum Ziel gese z , die So wa e ausgehend om eigenen,
al he geb ach en S a us quo de So wa eanwendung zu ges al en. Das heiß , das EVU
ha als Ziel, die Anwendung ink emen ell zu e ände n. Es dock dabei zwa an das S an-
da dpake on SAP an, kann dabei abe seine eigenen Ziele e olgen, weil es die indi i-
duelle E wei e ung unabhängig on SAP ges al e .
Zule z zeig sich die unabhängige sozio echnische A bei sges al ung du ch die So -
wa eges al ung an de Pa izipa ion. Denn das EVU kann selbs en scheiden, we mi -
ges al e . Ausschließlich eigene Mi a bei ende ges al en mi . Anwendende können mo-
de ie übe An o de ungsmanagende ode P oduc Owne :innen An o de ungen au -
geben. Das heiß nich , dass die in e nen Hie a chien nich meh gel en. Die Managem-
en ziele bleiben unange as e . Die Be eilig en weichen nich on Zielen wie de Kos en-
op imie ung ab. Die Pa izipa ion du ch Anwendende und de en An o de ung sind o
allem nü zlich und s eige n die Akzep anz, ohne die Ziele des Managemen s in F age
zu s ellen. Die Pa izipa ion wa om Be iebs a gewünsch , abe auch Teil eines be-
wuss en Change Managemen s, wodu ch das Managemen Kon lik e mi Beschä ig en
e meiden woll e und auch e mieden ha .
De kon inuie liche Fo sch i bei de En wicklung häng da on ab, dass die So -
wa eanwendung und -ges al ung du ch die bes ehende Kons ella ion en s ehende Kon-
lik e lös . Diese sind in dem Fall ein in e n und so kann das EVU sie eigens ändig lösen.
266 Johannes Sonnenholzne : Fo men und Folgen de So wa eges al ung
Sie zeigen sich zum einen an de zwiespäl igen Lage on P oduc Owne :innen und An-
o de ungsmanagenden, weil E s e e in de IT-Ab eilung, Le z e e im Fachbe eich an-
gesiedel sind, E s e e An o de ungen des Managemen s au nehmen und Le z e e jene
aus dem Fachbe eich. Zum ande en zeigen sich die Kon lik e in de Zusammena bei
mi dem Be iebs a .
Die Fachab eilung Ins andhal ung is nu Au aggebe und nich s eue nd. De
Haup -P oduc -Owne aus de IT-Ab eilung en scheide übe Ressou cen wie Budge
und P io isie ung. Weil nun das obe e Managemen übe den Haup -P oduc -Owne
An o de ungen einb ing und un e schiedliche Vo s ellungen übe die P io isie ung
g öße e Themen bes ehen, komm es zu Kon lik en. Die An o de ungsmanage in aus
dem Fachbe eich ha es schwe :
»Also, so wie wi heu e die Hie a chien haben und leben, könn e ich das nie und nim-
me du chse zen, wenn ich je z da eine ande e Vo s ellung hä e.« (An o de ungs-
manage in)
Bei diesem Kon lik zwischen Un e nehmens- und Anwendendensich ha das le z e
Wo de Haup -P oduc -Owne . Nu au g und gu e Kon ak e kann de Fachbe eich
seine Vo s ellungen einb ingen, o z bes ehende Hie a chien zwischen den P o-
duc Owne :innen aus de IT-Ab eilung und dem Fachbe eich. Le z endlich hä e de
Fachbe eich ge n die allgemeine En scheidungshohei (übe P io isie ung, Budge ,
Au gaben e eilung). Es is abe noch o en, ob e diese in Zukun bekommen wi d.
Fü den Be iebs a bie e die unabhängige A bei sges al ung du ch die in e ne
So wa eges al ung meh e e Vo eile. Seine Fo de ung nach s ä ke e Pa izipa ion
de Mon eu :innen wu de umgese z . E kann be ei s im Lau de En wicklung da au
ach en, dass keine indi iduelle Leis ungskon olle möglich wi d. Einige de Be ag en
(P og ammie e , A chi ek ) be ücksich igen deswegen be ei s bei de Konzep ion, dass
sie au die In e essen des BR eingehen. Zudem is e gu in o mie , weil e in den
en sp echenden T e en wie ande e S akeholde de So wa een wicklung dabei is .
Ande e sei s ges eh e ein, dass e au bes imm e En scheidungen, die do ge o en
we den, keinen Ein luss ha . De Spiel aum des BR, was die Ges al ung anbelang , is
auch bei diese in e nen So wa eges al ung besch änk .
8.5.2.2. INTERN2: achbe eichsübe g ei ende So wa eges al ung, unabhängig
Wie bei INTERN1 kann auch in diesem Fall das EVU unabhängig die So wa e und dami
den eigenen A bei sp ozess de So wa eanwendung ges al en. Jedoch is de Ein luss
de So wa eges al ung au die So wa eanwendung ge inge . Zum einen lieg das da -
an, weil sie nu eine de So wa elösungen, welche die Anwendenden e wende , ges al-
e . Zum ande en is allein die So wa e im Fokus und wenige die Anwendungso gani-
sa ion insgesam . Das lieg o allem da an, dass die So wa eges al ung die O ganisa-
ion meh e e Fachbe eiche e ände n müss e – ande s als bei INTERN2. Es gib abe
die Idee, die Team- und Ab eilungssilos au zulösen und ein in eg ie es P ozess eam ü
die So wa eges al ung zu scha en (siehe dazu die Diskussion zu so wa eges al enden
P ozesso ganisa ion 8.5.3.4). In diesem Fall e lau en die Kon lik e o allem zwischen
8. Fo men und Folgen de So wa eges al ung– dieEmpi ie 273
können nich unabhängig on diesen Hie a chien (und Ab eilungsg enzen) die So wa e
und dami einen Teil ih e A bei ges al en. So besp ich die Teamlei ung de Ma k kom-
munika ion mi de So wa e i ma die An o de ungen, ode IT-Koo dina o :innen sam-
meln An o de ungen aus den Fachbe eichen ein.
Eine kla e Abhängigkei in de A bei sges al ung e leb de be ag e Sachbea bei e
on EVU1. E muss sich eine neuen, on SAP en wickel en Cloud-Lösung ü Ma k kom-
munika ion un e we en. Weil es eines seine zen alen We kzeuge ü die A bei is , is
e komple on de So wa e i ma SAP, die sie zu Ve ügung s ell , abhängig. Meh als
Fehle au nehmen und wa en, bis sie die So wa e i ma behoben ha , kann e nich .
In dem Fall e lau en die Kon lik e sowohl zwischen IT-DL und EVU als auch inne -
halb de EVU, weil diese selbs So wa e ges al en. Die Kon lik e zwischen IT-DL und
EVU sind wenige inhal liche Na u als ielmeh Beziehungskon lik e, die au un e -
schiedlichen E wa ungen be uhen. Die Kon lik e zeigen sich o allem da an, dass sich
die be eilig en EVU und das IT-DL nich au eine zen ale Ges al ung einigen konn en.
Diese Kon lik e üh en zum Auss ieg einzelne EVU aus de koope a i en So wa ege-
s al ung ode zu sukzessi en Rück e lage ung de So wa eges al ung in die EVU.
T o zdem sind die EVU noch om IT-DL abhängig, abe wenige inhal lich und meh
in de Umse zung. Ein Thema is die P io isie ung on An o de ungen beim IT-DL. Ein
Be ag e ha den Ve dach , dass seine Ticke s om IT-DL langsame bea bei e wu -
den, weil sein EVU eine Pauschale bezahl und ein ande es EVU p o Ticke , wodu ch de
An eiz ü das IT-DL höhe sei, Le z e en schnelle zu bedienen. Ein ande e Be ag e
is de Ansich , dass das IT-DL den Pe sonal-Wünschen seine gesellscha enden EVU21
en gegenkomm (z.B. bekommen diese EVU ih e Wunschkandida en ü P ojek e). Ein
Be ag e des IT-DL sag , e behandel alle EVU gleich, egal ob gesellscha endes EVU
ode nich . Ande e Kon lik punk e sind, dass die EVU meinen, dem IT-DL ehle die Sich
seine Kundscha , es sei nich lösungso ien ie , wü de Ticke s zu langsam bea bei en
und hä e zu wenige Mi a bei ende.
Inne halb de EVU äll au , dass sie zwa die Möglichkei hä en, die Kon lik e zwi-
schen Ges al ung und Anwendung eigens ändig zu lösen. Jedoch zeig sich, dass de Ein-
luss de Fachbe eiche au die IT-Ab eilung ode de IT-Koo dinie enden au die Fach-
be eiche ge ing is . Dies is womöglich auch ein G und, wa um keine o ganisa o ischen
Ände ungen s a inden und sich manche be ag e So wa eges al ende zwa unzu ie-
den mi den bes ehenden S uk u en zeigen, mi diesen abe leben müssen ode das Un-
e nehmen e lassen (wie das zwei Be ag e einige Mona e nach den In e iews ge an
haben).
De Be iebs a is , wie in den o he gehenden Falls udien auch, in e enie end ä-
ig und ha die Möglichkei mi zuges al en, weil die So wa eges al ung wiede s ä ke
in e n s a inde . De BR on EVU2 ha eine Be iebs e einba ung IT gemach . Diese
egel , dass IT-P ojek an äge du ch den BR genehmig we den müssen. Zudem ach e
de BR da au , dass keine p i a en Da en de Mi a bei enden zugänglich we den und
du ch Da enauswe ungen des IT-Sys ems nich au einzelne Mi a bei ende und de en
A bei geschlossen we den kann. Au g und de imme iel äl ige en IT-Landscha wü -
de dem BR meh IT-Wissen bei de A bei hel en.
21 EVUs, die Gesellscha ende, d.h. de en Eigen um die IT-DL sind.
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