Tichy, Gun he
A icle
Theo e ische und empi ische Schwie igkei en bei de
Schä zung on Wechselku se ek en
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Tichy, Gun he (1975) : Theo e ische und empi ische Schwie igkei en bei
de Schä zung on Wechselku se ek en, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
(ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 95, Iss. 1, pp. 1-15,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291346
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Theo e ische und empi ische Schwie igkei en
bei de Schä zung on Wechselku se ek en
Von Gun he Tichy
"B e h en, he e is a g ea di icul y;
le us ace i i mly and pass on."
Chene y
Kann in Au - und Abwe ungss udien ans elle de unbekann en Wechsel-
ku selas izi ä die P eiselas izi ä e wende we den? Diskussion des Kon-
zep es de Außenhandelselas izi ä ; Vo ausse zungen ü besse e Au - und
Abwe ungss udien.
Ände ungen de Wechselku se sind in den le z en Jah en zu wich igen
Ins umen en de Zahlungsbilanz- und An i-In la ionspoli ik gewo den.
Die En scheidung übe Au - und Abwe ungen äll na u gemäß im
poli ischen Raum, doch is de Bei ag de Volkswi e auch bei de Be a-
ung beschämend ge ing. Manchmal kann man sich kaum übe die Rich-
ung de Folgen einigen, kaum je übe ih e S ä ke. Da ü gib es zwei
U sachen: e s ens das bedaue liche Nachhinken de Wissenscha hin e
de P axis, und zwei ens (zum Teil selbs U sache ü den e s en G und)
de Mangel an Beobach ungsma e ial. Denn bis o ku zem ehl en
Wechselku sände ungen un e no malen Bedingungen: Die Abwe ungs-
we läu e de d eißige Jah e nach de Wel wi scha sk ise anden siche
nich un e no malen Bedingungen s a , und nach dem Zwei en Wel -
k ieg mach e de Bann des IMF-S a u s — das Wechselku sände ungen
aus Fu ch o neue lichen Abwe ungswe läu en du chaus nich ö -
de e — Pa i ä sände ungen in den Indus ies aa en de wes lichen Wel
zu sel enen Ausnahmen. E s gegen Ende de sechzige Jah e b ach de
Bann1, und wenn man den üblichen decision-lag de na ionalökonomi-
schen Fo schung be ücksich ig , läß sich ü die spä en siebzige und
ühen ach zige Jah e eine Hausse an Au - und Abwe ungss udien
1 Zwischen K iegsende und dem Beginn de siebzige Jah e we e en on
den Indus ies aa en 1949 Dänema k, No wegen, England, Kanada, Holland,
Belgien und Luxembu g ab, 1950 Kanada, 1958 und 1960 F ank eich. (Siehe
dazu V ies, S. 116 .) Mi de deu schen und de holländischen Au we ung
1961 begann eine Phase e was lexible e Wechselku spoli ik, die die Zahl de
Au - und Abwe ungen in den sechzige Jah en au ein knappes Du zend
s eigen ließ. Sie dü e in den ühen siebzige Jah en ih en Höhepunk e -
eich haben.
1 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1975/1
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
2 Gun he Tichy
p ognos izie en. Bis je z gib es „e s " Li e a u übe die Abwe ungs-
welle 1949 sowie übe die deu sche und die holländische Au we ung
19612.
Die wenigen o liegenden case s udies übe Wechselku sände ungen
en äuschen meis ein wenig: Obwohl sie sich ge ne au die leich e zu
un e suchenden Expo e besch änken, bleiben sie, sowei besch eibend,
iel ach unkla , sowei ökonome isch, o insigni ikan . Da ü lassen
sich wah scheinlich ie G ünde an üh en:
E s ens wu den Wechselku se insbesonde e in de „Ve bo szei " bis
gegen Ende de sechzige Jah e nu in e ns en K isensi ua ionen ge-
ände , in denen alle dings die „Maßs absko ek u " de Wechselku s-
ände ung alleine nich genüg e; ob eine Wechselku sände ung e olg eich
wa ode nich , hing damals wei gehend da on ab, ob übe die Pa i ä s-
ände ung hinaus auch die U sachen besei ig wu den, die le z lich zu de
Wechselku sdispa i ä ge üh ha en.
De zwei e G und ü die o wenig kla en Aussagen de case s udies
übe Wechselku sände ungen lieg in de Ve nachlässigung des dynami-
schen Anpassungsp ozesses: Au ku ze Sich eagie de Außenhandel
(we mäßig) meis pe e s, bei eine Abwe ung e wa übe wieg unmi -
elba die nega i e P eis eak ion, e s au länge e Sich beginn die
posi i e Mengen eak ion zu wi ken. Mi eiem Auge sind abe die Folge-
wi kungen in den Zei eihen schwe e kennba , weil sie meis on S uk-
u ände ungen übe lage we den, und die ökonome ischen P obleme
de Schä zung signi ikan e Lags sind allgemein bekann ; ü die ühen
S udien wa en sie unübe windlich.
D i ens gelang es, mangels Da en, kaum eine de case s udies, die
Konku enzlage en sp echend zu un e suchen: De-ju e und de- ac o
Wechselku sände ung sind nich iden isch, wenn meh als ein Land den
Wechselku s ände . Die Zusammengewich ung on Wechselku sen und
Außenhandelsp eisen de einzelnen Lände zu P eisen de Auslandskon-
ku en en wu de abe siche noch nich be iedigend gelös und implizie
in jedem Falle unzu eichende, seh o soga alsche Annahmen übe die
Konku enzlage.
Vie ens schließlich sind die beiden, in case s udies übe Pa i ä sände-
ungen bes un e such en Lände zu wenig ypisch, um die E gebnisse
e allgemeine n zu können: England, das ze allende Wel eich mi
eigenem S il de Men ali ä und de labo ela ions, Deu schland, de
P oduzen a sächlich ode wenigs ens nach Ansich de Käu e une se z-
ba e Quali ä swa en, die um jeden P eis (im Sinne des Wo es) gekau
we den.
2 z. B Flande s (1963), Majo (1969), Bö en e (1961), Ga z (1963), Spi älle
(1970).
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
Schwie igkei en bei de Schä zung on Wechselku se ek en 3
Das Beobach ungsma e ial eich somi nich aus, um sys ema ische
on Sonde ein lüssen zu ennen; das Gese z de g oßen Zahl du ch
Poolung alle Beobach ungen on Wechselku sände ungen auszunu zen,
e bie en jedoch die e heblichen Un e schiede on Fall zu Fall, und g oß
im s a is ischen Sinn kann die Zahl nich we den, wenn man sich sinn-
olle weise au Indus ielände besch änk . Es übe asch dahe wenig,
daß auch Leh büche und Monog a ien übe die Folgen on Wechselku s-
ände ungen bloß beding e Aussagen allgemeine A machen können
(siehe dazu z. B. Kleinewe e s 1968); zwangsläu ig be uhen auch sie bloß
zum Teil au s ingen e Analyse, in den en scheidenden Passagen jedoch
au de subjek i en Einschä zung de en sp echenden Elas izi ä en.
Kann man Wechselku se ek e aus de P eiselas izi ä ablei en?
Da Aussagen übe die Folgen on Wechselku sände ungen du ch
di ek e Beobach ung o enba ech schwie ig zu gewinnen sind, wu den
o P eiselas izi ä en des Außenhandels e wende in de Ho nung,
daß Wechselku selas izi ä und P eiselas izi ä g ößeno dnungsmäßig
gleich sind. Is abe die Reak ion des Außenhandels au eine 5°/oige Au -
we ung wi klich dieselbe wie au eine 5°/oige P eise höhung im Inland?
In de Li e a u wi d diese F age o enba kaum behandel . Manches
schein jedoch da ü zu sp echen, daß die Mengen eak ion au eine Wech-
selku sände ung g öße is als au eine P eisände ung, daß also die Wech-
selku selas izi ä höhe is als die gemessene P eiselas izi ä . Zunächs
zwei E ek e ehe s a is isch-meß echnische Na u ü die Hypo hese
eine ela i höhe en Wechselku selas izi ä :
E s ens is zu e mu en, daß die Un e nehme bei de Übe wälzung
on Kos ens eige ungen au die P eiselas izi ä ih e Nach age ach en,
und P eise höhungen nach P oduk en, Mä k en, Abnehme n usw. in
eine Weise di e enzie en, die die Mengen eak ion au P eise höhungen
minimie ; im Agg ega wi d die P eiselas iz ä dadu ch un e schä z
C„P eisdi e enzie ungse ek ").
Zwei ens spiegeln die Schwankungen de his o ischen P eisindizes in
e s e Linie Schwankungen de Rohwa en- und Nah ungsmi elp eise
spekula i e ode zyklische Na u , also P eisschwankungen on Gü e n
mi gene ell nied ige P eiselas izi ä de Nach age. Die agg egie e
Elas izi ä wi d dadu ch un e schä z („Rohwa ene ek "); das A gumen
gil jedoch nich ü Wechselku sände ungen, bei de die P eisände un-
gen ü alle Wa eng uppen zwangsläu ig gleich g oß sind.
Zwei wei e e G ünde ü eine ela i höhe e Wechselku selas izi ä
basie en au Annahmen übe das Käu e e hal en:
1*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
4 Gun he Tichy
D i ens is anzunehmen, daß die Käu e anläßlich k ä ige P eis-
ände ungen die Kos en on Ums ellungen ehe au sich nehmen, daß die
P eiselas izi ä also ü g oße Ände ungen (wie es Wechselku sände un-
gen meis sind) höhe is als ü kleine („G ößene ek ").
Vie ens is zu e mu en, daß Wechselku sände ungen iel ach als
Schwelle emp unden we den; sie lösen Subs i u ionsp ozesse aus, die
schon o he in de Lu lagen, zu denen abe de en sp echende Ans oß
ehl e (yySchwellene ek "). Dabei is an Subs i u ionsp ozesse im Be eich
de P oduk ion, e wa die Ums ellung au einen ande en Ene gie äge
ode ein ande es P oduk ions e ah en ebenso zu denken wie an Ma k -
s a egien de Un e nehme , e wa Au gabe eines Ma k es, de schon bis-
he keinen Gewinn b ach e, ode umgekeh de Beschluß, einen neuen
Ma k zu bea bei en.
Mindes ens ie G ünde sp echen also da ü , daß die Wechselku s-
elas izi ä höhe is als die mi den üblichen ökonome ischen Me hoden
gemessene P eiselas izi ä . Dagegen lassen sich zwei A gumen e an üh-
en:
E s ens die allsei s bekann e, heo e isch zu e wa ende und empi isch
e hä e e Ta sache, daß wechselku sbeding e P eisände ungen nich oll
au die ausländischen Käu e du chschlagen, sonde n daß zusä zliche
Kos en und Gewinne übliche weise zwischen Käu e und Ve käu e ge-
eil we den („Feilsche ek "). Die den Käu e e ende P eisände ung
is kleine als die Wechselku sände ung, bei gleiche Reak ion wi d de
Mengene ek (bezogen au die Wechselku sände ung) dahe ge inge
sein, als die olle P eiselas izi ä e wa en lassen wü de.
Zwei ens haben die Käu e bei E höhung des gesam en (Auslands-
gü e -)P eisni eaus du ch eine Wechselku sände ung wenige Möglich-
kei en de Subs i u ion als bei de im Einzel all iel s ä ke en E höhung
de P eise einzelne Gü e („Subs i u ionse ek "). Denn um das P eis-
ni eau schlaga ig um 5 °/o s eigen zu lassen (das Mindes ausmaß eine
Wechselku sände ung), müssen einzelne, eagible P eise seh k ä ig
e höh we den, und das lös in ensi e Subs i u ionsbemühungen aus.
Schließlich muß noch ein E ek e wähn we den, de in beide Rich un-
gen wi ken kann. Bekann lich wi d de Wechselku s no male weise nu
dann geände , wenn e du ch länge e Zei on de Kau k a pa i ä ( ü
in e na ional gehandel e Gü e o mulie ) e heblich abgewichen is .
Dann abe lieg eine Ungleichgewich ssi ua ion o , in de die Be iebe
— e wa im Fall de Un e bewe ung eine Wäh ung — en wede eine
Scheinblü e de Expo e e leb en, weil sie nu du ch den alschen Wech-
selku s konku enz ähig wu den, ode abe — wenn sie schon o he
konku enz ähig wa en — e glichen zu Konku enz übe höh e Ge-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
Schwie igkei en bei de Schä zung on Wechselku se ek en 5
winne machen und dami Gewinnpols e anlegen konn en. Im Falle de
Scheinblü e is die Mengen eak ion und dami die Wechselku selas izi ä
wah scheinlich seh g oß: De Expo des Be iebes b ich öllig zusam-
men. Im Fall des Gewinnpols e s wi d die Mengen eak ion e mu lich
ausbleiben, bloß die Gewinne we den wiede au das no male Maß
eduzie .
So wich ig es jedoch is , die heo e ischen Un e schiede zwischen Wech-
selku s« und P eiselas izi ä kla he auszua bei en, so kann die heo-
e ische Diskussion doch bes en alls die Rich ung de einzelnen Abwei-
chungen angeben; wie wei die ie Übe schä zungs endenzen und die
beiden Un e schä zungse ek e einande kompensie en, läß sich aus
heo e ischen Übe legungen allein nich ablei en. Empi ische A bei en
zu diesem Thema abe liegen kaum o . Selbs im güns igs en Fall g ö-
ßeno dnungsmäßig gleiche Wechselku s- und P eiselas izi ä en — wo ü
zwa nich die heo e ischen Übe legungen, wohl abe empi ische E geb-
nisse on Junz und Rhombe g (1973) sp echen3 — äg de Umweg übe
die P eiselas izi ä wenig zu besse en Schä zung de Folgen on Wech-
selku sände ungen bei. Denn s a wenigs ens halbwegs unums i ene
Schä zwe e ü P eiselas izi ä en des Außenhandels gib es die be ühm e
Kon o e se zwischen Elas izi ä sop imis en und Elas izi ä spessimis en;
beide G uppen können heo e ische A gumen e und empi ische Schä zun-
gen o legen, die nu deswegen in dem „engen" Rahmen zwischen 0
und —4 bleiben, weil Schä zungen posi i e P eiskoe izien en in de
Li e a u meis nich ange üh we den (siehe dazu Hang Sheng Cheng
1957).
Zum Konzep de Außenhandelselas izi ä
Die wich igs e U sache diese e wi enden Si ua ion dü e da in zu
suchen sein, daß das Konzep de P eiselas izi ä des Außenhandels, wie
es e wa die ein ache Ma shall-Le ne - ode die um Angebo se ek e e -
wei e e Robinson-Bedingung e wende , ü heo e ische Übe legungen
besse geeigne is als ü empi ische A bei en4. Dieses Konzep s ell
bekann lich die mengenmäßige p ozen uale Ände ung de Impo e bzw.
de Expo e de p ozen ualen Ände ung des P eises gegenübe . Dami
en s eh die F age nach dem Cha ak e dieses Elas izi ä skonzep es: Nach
de üblichen Te minologie un e scheide die Theo ie nämlich zwischen
3 Diese E gebnisse dü en nich übe schä z we den, da die A bei — wie
noch gezeig wi d — ein ganz ande es Ziel im Auge ha und die Reg essions-
koe izien en seh klein sind.
4 Ein iel ein ache e G und ü die un e schiedlichen Schä zwe e, de
zwa e wähn we den muß, jedoch in diesem Zusammenhang nich in e es-
sie , lieg da in, daß zum Teil globale Elas izi ä en, zum Teil solche nu ü
Indus iep oduk e, zum Teil nu ü einzelne Lände geschä z wu den. Wei-
e s lassen sich eale und nominelle sowie e schiedene A en on Subs i u-
ionselas izi ä en un e scheiden.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
6 Gun he Tichy
d ei Elas izi ä skonzep en: de no malen P eiselas izi ä , de K euzp eis-
elas izi ä und de Subs i u ionselas izi ä 5: Die no male (pa ielle) P eis-
elas izi ä de Nach age nach einem Gu im Sinne Ma shalls will die
mengenmäßige Ände ung de Nach age nach einem Gu als Folge de
Ände ung des P eises dieses Gu es da s ellen, also:
3 (log Qi)
3
(log
Px)
Die K euzp eiselas izi ä hingegen miß die Ände ung de Nach age
nach einem zwei en Gu als Folge eine Ände ung des P eises des e s en,
3 log Q2
also —. Un e Subs i u ionselas izi ä schließlich, einem Konzep ,
d
log Pj
das aus de P oduk ions heo ie komm , e s eh man übliche weise
3 log (Qi / Q2)
3 log (P / P.) ' ^e Ände ung de Mengen ela ion zwischen zwei Gü e n
als Folge de Ände ung ih e P eis ela ion (siehe dazu S e n and Zupnick
1962).
Alle diese Konzep e haben mik oökonomischen Cha ak e und schlie-
ßen du ch die üblichen klassischen Annahmen alle Rückwi kungen (übe
ande e P eise, übe die Budge es ik ion) aus. Agg egie man jedoch
die Nach age, in unse em Fall übe alle Expo e ode Impo e, ände
sich de Cha ak e de Elas izi ä : Im Zen um des In e esses s eh nich
meh die Nach age nach einem Gu in Abhängigkei on seinem P eis,
bes imm du ch physiologische G egebenhei en und Subs i u ionsmög-
lichkei en übe eine Unzahl on ande en A ikeln, sonde n die Abhän-
gigkei eines wechselnden Bündels on Expo wa en om Expo p eis
bzw. on Impo wa en om Impo p eis; ü die P eiselas izi ä jede
einzelnen diese Wa en, e wa eines Schmiedehamme s, is jedoch e s in
zwei e Linie die P eiselas izi ä de Nach age nach Schmiedehämme n
an sich maßgebend, o allem abe die zahlenmäßig iel g öße e Subs i-
u ionselas izi ä zwischen ös e eichischen, deu schen, i alienischen und
sons igen Schmiedehämme n. Die P eiselas izi ä des Außenhandels is
also ehe eine Agg ega ion on bila e alen und mul ila e alen Subs i u-
ionselas izi ä en, K euzp eiselas izi ä en und Angebo selas izi ä en als
das, was die Theo ie un e de P eiselas izi ä de Nach age eigen lich
e s eh .
Nich nu in bezug au die Reinhei des Elas izi ä skonzep es, auch in
bezug au die ü die Mengenände ung ele an e P eisände ung wi
die Außenhandelselas izi ä P obleme au , und zwa heo e ische wie
s a is isch-p ak ische: In de Theo ie ände sich ein P eis, alles ande e
5 Siehe dazu jedes Leh buch de Mik oÖkonomie, e wa He de son und
Quand (1973), S. 23 ., 55 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
Schwie igkei en bei de Schä zung on Wechselku se ek en 7
wi d als kons an angenommen. In de Reali ä gib es (bes en alls)
Außenhandelsp eisindizes, und die ände n sich in eine Wel s eigende
Binnen- und Auslandsp eise. Dami en s and das Konzep de Abhängig-
kei de Mengenände ung des Außenhandels on de ela i en P eis-
ände ung und das P oblem de Gewich ung de P eisindizes (bzw. de
Wechselku sindizes in dem hie eigen lich in e essie enden Fall); jedes
Land ha ja nich nu einen, sonde n meh e e Außenhandelspa ne .
Ve schiedene P eisindizes müssen dahe zusammengewich e we den,
und welche Gewich e und welche P eisindizes dazu he angezogen we den,
implizie schwe wiegende Annahmen übe die Konku enzlage: G oß-
handelsp eise de Lände , in die impo ie wi d, implizie en Konku enz
ausschließlich zwischen Expo en und den heimischen P oduk en de Im-
po lände , Impo p eise de Impo lände schließen eben diese Kon-
ku enz aus, und lassen nu Auslandsgü e au den jeweiligen Mä k en
mi einande konku ie en. Dazu komm als s a is ische Aspek diese
F age, daß es as keine Lände gib , die ech e Außenhandelsp eisindizes
e heben. E aß we den meis nu sogenann e uni - alues, implizi e
P eisindizes mi wechselnde Gewich ung ( gl. dazu Schebeck, Suppanz
und Tichy 1974).
Die Un e schä zungs endenz de Elas izi ä smessung
Das Konzep de P eiselas izi ä des Außenhandels im Sinn de Ma -
shall-Le ne -Bedingung e lie somi beim Ve such de p ak ischen
Anwendung seine heo e ische Kla hei . Ein gu e Teil de Elas izi ä s-
Kon o e se, de un e schiedlichen Annahmen übe die Höhe de Elas i-
zi ä en und dami de Eignung on Au - und Abwe ungen als Ins u-
men de Leis ungsbilanzpoli ik dü e au un e schiedliche empi ische
Umwege um diese konzep uellen Schwie igkei en zu ückzu üh en sein.
De his o ische Ausgangspunk de Elas izi ä s-Kon o e se wa en ja
auch die seh nied igen Außenhandelselas izi ä en, die in de Zei un-
mi elba nach dem Zwei en Wel k ieg gemessen wu den; sie lagen o
so nied ig, daß Abwe ungen zu eine Ve schlech e ung s a zu eine
Ve besse ung de Handelsbilanz ge üh hä en. Das wide sp ach zwa
allen E wa ungen de Theo ie, kam abe den Vo u eilen de „P ak-
ike " nahe, die in den Mona en nach den Abwe ungen 1949 (und auch
sei he unmi elba nach jede Wechselku sände ung) die Außenhandels-
s öme und die Leis ungsbilanz analysie en und — nich zule z , da sie
nu die nominellen S öme be ach e en — meis keine unmi elba e
Reak ion in de ich igen Rich ung es s ellen konn en. Schon 1950 ha
jedoch O cu eine Reihe on G ünden ü die Un e schä zungs endenz
de aus Zei eihen geschä z en Elas izi ä en zusammenges ell , die ü
die F age nach den Folgen on Wechselku sände ungen äuße o den lich
wich ig sind; denn wenn die ökonome isch geschä z e P eiselas izi ä
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
8 Gun he Tichy
nied ige is als die wah e, und diese ( ielleich ) nied ige als die Wechsel-
ku selas izi ä , dann kumulie die hie un e such e Schä zme hode un e
Ums änden zwei Fehle in dieselbe Rich ung und un e schä z die Wech-
selku selas izi ä mögliche weise be äch lich.
O cu (1950) üh als U sachen de Un e schä zung de ech en P eis-
elas izi ä du ch die in empi ischen S udien gemessene ün G ünde an.
Zwei da on wu den hie schon als U sachen ü die Abweichungen zwi-
schen P eis- und Wechselku selas izi ä e wähn : de Rohwa ene ek
(in de Ve gangenhei schwank en die P eise de Gü e mi ge inge
P eiselas izi ä s ä ke und dominie en in den Reg essionsschä zungen)
und de G ößene ek (Mengen eak ion au g oße P eisände ungen
g öße als au kleine; S. 125 Punk E). Ein wei e e Un e schä zungsg und
sind nach O cu (1950, S. 122 Punk A und Appendix 2) Ve schiebungen
de Nach ageku e: Selbs wenn sich Angebo s- und Nach ageku e
ein zu ällig e schieben, um so meh , wenn sie sich un e dem Eind uck
e wa eines K ieges zugleich e schieben, wi d die Reg essionslinie zu
s eil und die P eiselas izi ä zu nied ig geschä z , so e n die S ö ung mi
dem Einkommen nich ko elie is . Gegen diese Annahme wende
H a be ge (1953) ein, daß Nach age Ve schiebungen und P eis Ve schie-
bungen s e s Hand in Hand gehen.
Es bleiben zwei wei e e on O cu s G ünden, de en Bedeu ung nich
genug be on we den kann: de Ein luß de Reak ionspe iode und sys e-
ma ische Schä z ehle . Die Annahme eine zu ku zen Reak ionspe iode,
ein Punk , den O cu (1950, S. 125 und Appendix 3) meines E ach ens
zu wenig be on , übe sieh , daß Mengenände ungen aus e schiedenen
G ünden ela i lange b auchen, um sich du chzuse zen; die P eiselas i-
zi ä de selben Pe iode e aß bei Ve wendung on Jah esda en du ch-
schni lich bloß ein halbes Jah Reak ionszei , bei Qua alsda en ga nu
eineinhalb Mona e, und kann dahe wohl nu e s e Reak ionen einschlie-
ßen; sie muß die Mengenände ung d as isch un e schä zen. Junz und
Rhombe g (1973, S. 416) e mu en au G und on Tes echnungen, daß
de Höhepunk de Anpassung e s nach d ei Jah en e eich wi d;
B anson (1972) nimm eineinhalb bis zwei Jah e an, wenn die wechsel-
ku sbeding en P eisände ungen so o wei e gegeben we den, sons meh
als zwei Jah e; jüngs e englische, ame ikanische und deu sche E ah-
ungen wide sp echen den langen lags zumindes ens nich 6. Da in as
allen empi ischen S udien jedoch bishe nu de unmi elba e ode ganz
ku z is ig e zöge e Ein luß de P eise au die Mengen gemessen
wu de, dü en die Elas izi ä en s a k un e schä z wo den sein; Junz
6 Als kleines Beispiel ü lange Ve zöge ungen seien die P eise de US-
Au os in Ös e eich ange üh , die o z de k ä igen Abwe ung des Dolla s
ab Dezembe
1971
e s im He bs
1973
gesenk wu den.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19
Schwie igkei en bei de Schä zung on Wechselku se ek en 15
Ha be ge , A. C. (1957), Some E idence on he In e na ional P ice Mechanism,
Jou nal o Poli ical Economy 65 (1957), S. 506 - 521.
Hende son, J. M. und R. E. Quand (1973), Mik oökonomische Theo ie, München
1973.
Holmes, R. A. (1973), The Inadequancy o Uni -Values as P oxies o Canadian
Indus ial Selling P ice-Indices, Re iew o Income and Weal h 19 (1973),
S. 271 - 277.
Hou hakke , H. S. and S. P. Magee (1969), Income and P ice Elas ici ies in
Wo ld T ade, Re iew o Economics and S a is ics 51 (1969), S. Ill - 125.
Junz, H. W. and R. R. Rhombe g (1973), P ice Compe i i eness in Expo T ade
Among Indus ial Coun ies, Ame ican Economic Re iew 63 (1973), No. 2:
Pape s and P oceedings, S. 412 - 418.
Kleinewe e s, H. (1968), Theo ie und Poli ik de Abwe ung, Basel, Tübingen
1968.
K a is, I. B. and R. E. Lipsey (1971), P ice Compe i i eness in Wo ld T ade,
Na ional Bu eau o Economic Resea ch, New Yo k 1971.
Kunz, N. (1968), P eisni eau und Außenhandel, Tübingen 1968.
Mac-Dougall, D. (1951), B i ish and Ame ican Expo s: A S udy Sugges ed by
he Theo y o Compa a i e Cos s, Economic Jou nal 61 (1951), S. 697 - 724.
Magee, S . P. (1973), Cu ency Con ac s, Pass-Th ough and De alua ion,
B ookings Pape s on Economic Ac i i y 1973, S. 303 - 325.
Majo , R. L. (1969), The Compe i i eness o B i ish Expo s since De alua ion,
Na ional Ins i u e Economic Re iew, May 1969, S. 31 - 39.
Mo iguchi, C. (1973), Fo ecas ing and Simula ion Analysis o he Wo ld Eco-
nomy, Ame ican Economic Re iew 63 (1973), No. 2, Pape s and P oceedings,
S. 402 - 409.
Mo ise , I. (1953), Some Recen Uses o he Elas ici ies o Subs i u ion: A
Su ey, Econome ica 21 (1953), S. 41 - 62.
OECD (1973), Economic Ou look 14 (Decembe 1973).
O cu , G. (1950), Measu emen o P ice Elas ici ies in In e na ional T ade,
Re iew o Economics and S a is ics 32 (1950), S. 117 - 132.
Samuelson, L. (1973), A New Model o Wo ld T ade, OECD Economic Ou look,
Occasional S udies, Decembe 1973.
Schebeck, F., H. Suppanz und G. Tichy (1974), P eis- und Wechselku sindizes ü
den Expo ös e eichische Halb- und Fe igwa en, Empi ica 2/1974.
Spi älle , E. (1970), The 1961-Re alua ions and Expo s o Manu ac u es, IMF-
S a Pape s 17 (1970), S. 110 - 124.
S e n, R. M. and E. Zupnick (1962), The Theo y and Measu emen o he
Elas ici y o Subs i u ion in In e na ional T ade, Kyklos 15 (1962), S. 580
bis 593.
de V ies, M. G., Exchange Ra e Adjus men s, in: K. Ho se ild (H sg.), The
In e na ional Mone a y Fund 1945 - 1965, Vol. II, S. 90 - 122.
Zelde , R. E. (1958), Es ima es o he Elas ici y o Demand o Expo s o he
UK and he US, 1921 - 1938, The Manches e School o Economic and Social
S udies 26 (1958), S. 33 - 47.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.1.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:52:19