Siebel, Wigand
A icle
T ak a übe k i ische Ve nun Zu dem gleichnamigen
Buch on Hans Albe
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Siebel, Wigand (1970) : T ak a übe k i ische Ve nun Zu dem gleichnamigen
Buch on Hans Albe , Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN
0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 90, Iss. 1, pp. 67-74,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.90.1.67
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Li e a u
T ak a übe k i ische Ve nun
Zu dem gleichnamigen Buch on Hans Albe *
Das Engagemen ü „ a ionales Denken" und „k i ische Ve nun "
und speziell ü die Philosophie Ka l
Poppe s
kennzeichne alle Sch i -
en Hans Albe s. Gegenübe ühe en Ve ö en lichungen is jedoch
es zus ellen, daß dieses Buch nich nu eine Anwendung de
Poppe -
sehen Thesen au die e schiedens en F ages ellungen beinhal e , son-
de n auch eine A zusammen assende Da legung und Absiche ung
de eigenen Posi ion is , wenn man will, eine A philosophische
Selbs da s ellung. De „polemische Akzen ", den de Au o , wie es
heiß , „keineswegs zu e be gen such " (S. 6), und mi ihm de Ideolo-
gie e dach gegenübe dem bekämp en Gegne kommen wenige , als
man bei Albe bishe gewöhn wa , zum Ausd uck. Dahe e mag die
Redlichkei de A gumen a ion meh als ühe zu übe zeugen.
Nach de Da s ellung de eigenen Posi ion se z sich de Au o nach-
einande mi dem Ideologiep oblem, mi de mode nen (p o es an i-
schen, eils auch ka holischen) Theologie, mi de he meneu ischen
und analy ischen Philosophie und mi de Theo ie de Poli ik ausein-
ande . Ansa z und Du ch üh ung de K i ik sind in jedem Falle on
de Zielse zung bes imm , die Unhal ba kei gegne ische Posi ionen
dadu ch nachzuweisen, daß sie das „P inzip de k i ischen P ü ung"
nich adikal e wende haben.
Die K i ik gegenübe de nich aus Poppe schem Denken e wachse-
nen Philosophie und de Theologie läß sich nach Albe in dem on
ihm sogenann en „Münchhausen-T ilemma" (S. 13) zusammen assen.
Vo ausse zung is , daß das klassische P inzip de zu eichenden Beg ün-
dung als gel end angesehen wi d. Nach Albe e lang dieses P inzip
nich nu eine zu eichende, sonde n eine pe ek e Beg ündung ü
jede wissenscha liche Aussage. Wenn dem so is , so ha man nich nu
eine Beg ündung ü die o ge agenen wissenscha lichen E kenn -
nisse zu lie e n, sonde n auch die Beg ündungen selbs müssen ih e -
* Hans Albe : T ak a übe k i ische Ve nun . Tübingen 1968. J. C. B. Moh
(Paul Siebeck). X, 190 S.
5«
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68 Li e a u
sei s wiede beg ünde we den. Das üh zu eine Si ua ion mi d ei
Al e na i en, die alle d ei unakzep abel sind. Man ha die Wahl zwi-
schen
1. einem unendlichen Reg eß, de , indem man imme wei e zu-
ückgehend Beg ündungen ü Beg ündungen anhäu , p ak isch nich
du chzu üh en is ;
2. einem logischen Zi kel, de dadu ch en s eh , daß man au Aus-
sagen zu ückgeh , die o he schon als beg ündungsbedü ig ange-
sehen wu den, und de olglich logisch ehle ha is , und
3. einem Abb uch des Ve ah ens an einem bes imm en Punk , de
eine Suspendie ung des P inzips bedeu e . Die le z e Al e na i e üh
zu „Dogmen", de en Wah hei , wie behaup e wi d, gewiß is und die
dahe nich de Beg ündung bedü en.
Aus diesem „T ilemma" gelang man nu he aus, indem man sich
ü die Me hode de k i ischen P ü ung en scheide . Diese neue Kon-
zep ion di e ie o allem inso e n gegenübe de „klassischen Leh e",
als sie keinen Reku s au i gendwelche Dogmen no wendig mach .
Dami wi d zugleich auch jede Un ehlba kei sansp uch ü i gend-
eine Ins anz „zuguns en eines konsequen en Fallibilismus zu ückge-
wiesen" (S.36). Die Me hode is dabei „nich s ande es als eine un-
damen ale Technologie ü das P oblemlösungs e hal en, die sich an
bes imm en We gesich spunk en o ien ie " (S.40). Wich ige Be-
s and eil is de „ heo e ische Plu alismus" (S.49). Es lohn sich näm-
lich s e s, nach „Al e na i en" zu suchen, weil man niemals siche
sein kann, daß eine bes imm e Theo ie wah is . Ans elle on Dogmen
sind je z P oblemlösungen zu e eichen, die ü mögliche K i ik o -
enbleiben, dahe dem Wide s and de Reali ä und dem Wide s and
ande e Mi gliede de Gesellscha ausgese z sind und sich dabei „be-
wäh en ode schei e n können" (S. 73). De heo e ische Plu alismus
is also ein Mi el, die Dogma isie ung on heo e ischen Au assun-
gen zu e hinde n (S. 53). Da mi diese Me hode des „Denkens in
Al e na i en" (S. 51) kein a chimedische Punk gesuch wi d, is das
Münchhausen-T ilemma e mieden wo den.
In de Mo alphilosophie üh das Beg ündungspos ula zu den glei-
chen Schwie igkei en wie im Be eich de E kenn nis heo ie. We ü
konk e e We u eile und dami auch ü mo alische En scheidungen
eine zu eichende Beg ündung such , de wi d „ganz in de Weise, die
on Max Webe o geschlagen wu de" au le z e We e eku ie en
müssen, die keine wei e en Beg ündung meh ähig sind (S.72). Die
F age is jedoch, ob man die le z en We axiome und dami auch die
einzelnen We u eile als Dogmen e s ehen muß. Wenn man sie ein-
ach als Hypo hesen behandeln wü de, dann müß e es „zulassig sein,
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Li e a u 69
Al e na i en in E wägung zu ziehen und neue Pe spek i en zu
en we en, aus denen sich ande e Lösungen e hische P obleme e ge-
ben als die bishe üblichen" (S. 75). Dieses E gebnis wü de jedoch wenig
nü zen, wenn es nich gelänge, eine Ve bindung zum Be eich de E -
kenn nis he zus ellen. Die g undsä zlich zu akzep ie ende scha e
T ennung on Sachaussagen und We u eilen geh nämlich nich so
wei , daß die E kenn nis ü die K i ik des e hischen Denkens i ele-
an wä e. Das läß sich an „B ücken-P inzipien" (S. 76) e weisen,
wozu de Sa z „Sollen implizie Können" zu zählen is . Ein wei e es
solches P inzip, das „Kong uenz-Pos ula " (S.77), o de , daß no -
ma i e Behaup ungen, „um sinn oll zu sein", nich die Exis enz on
Fak o en in ol ie en dü en, die ü die E kenn nis nich in Be ach
kommen. Dahe können sich bes imm e We u eile „du chaus im
Lich e eine e idie en sachlichen Übe zeugung als mi bes imm en
We übe zeugungen, die wi bishe ha en, un e einba e weisen. Die
k i ische Ve wendung de e wähn en B ücken-P inzipien is ein Mi el,
solche Un e einba kei en au zudecken" (S. 78). Eine wei e e Fo m
on K i ik kann sich da aus e geben, daß „neue mo alische Ideen e -
unden we den, on denen aus bishe ige Lösungen mo alische P o-
bleme agwü dig e scheinen". „De K i izismus, de uns diese Mög-
lichkei e scha , ha im üb igen selbs mo alischen Gehal . We ihn
übe nimm , en scheide sich dami ... ü eine Lebensweise" (S.79).
Die skizzie e wissenscha s heo e ische Eins ellung wi d in den ol-
genden Abschni en au eine Anzahl on Einzel agen angewand . In
Kapi el IV (Geis und Gesellscha ) e gib sich ü das Ideologiep o-
blem, daß de jenige, de on de klassischen Me hodologie ausgeh ,
„keine Möglichkei ha , in übe zeugende Weise zwischen Ideologie
und E kenn nis zu un e scheiden" (S. 87). Als Al e na i e bie e sich
nu die Me hode de k i ischen P ü ung an, die „den ypisch ideolo-
gischen Denks il e se zen kann" (S. 88).
In Kapi el V (Glaube und Wissen) se z sich Albe au eine unkon-
en ionelle Weise mi heologischen F agen auseinande . Die schein-
ba k i ische Fo mel de En my hologisie ung (Bul mann) e weis sich
in de p o es an ischen Theologie als „nich s ande es als ein he me-
neu isches Immunisie ungs e ah en ü den Teil des ch is lichen
Glaubens, den mode ne Theologen ... un e allen Ums änden e en
möch en" (S. 113). Die Baga ellisie ung ode ga Eliminie ung des
P oblems de Exis enz Go es is „keineswegs ein Symp om da ü , daß
man eine höhe e und wenige g obe Fo m des Go esglaubens be o -
zug , sonde n ein Zeichen da ü , daß man sich en wede übe wich ige
Konsequenzen de eigenen Wel au assung im unkla en, ode abe daß
man de ac o zum A heismus übe gegangen is , abe mi els eine he-
is ischen Sp ache die al e Fassade au ech e hal en möch e" (S. 119).
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70 Li e a u
„Angesich s diese Theologie is man geneig , die F age zu s ellen, ob
da nich ielleich soga de ziemlich un e schleie e Dogma ismus
des ka holischen Denkens o zuziehen is " (S. 120), bei dem sich in
neue e Zei alle dings auch „Au weichungse scheinungen" (S. 125)
zeigen.
Im VI. Kapi el (Sinn und Wi klichkei ) wi d gegen analy ische und
he meneu ische Philosophie gel end gemach , daß sie einen „me hodo-
logischen Sepa a ismus" (S. 149) e ä en, de eine Aussonde ung de
menschlichen Wel aus de Na u e lange. Da übe hinaus e hiel en
sie sich an i a ionalis isch, da sie eine K i ik de e s ehend zu e -
assenden Sinngegebenhei en „im wesen lichen ausschließen wollen".
Eine Lösung de Sinnp oblema ik im Rahmen des K i izismus üh zu
Übe legungen, die nich die Nü zlichkei de Ka ego ie „sinn olles
Handeln" bes ei en, abe doch ein übe das Ye s ehensp oblem hin-
ausgehendes E klä ungsp oblem mi els soziale Gese ze („nomolo-
gische Deu ung") demons ie en. Dazu is eine b auchba e, e klä ende
Theo ie des Ve hal ens zu suchen und e ne sind die No mie ungen
des Ve hal ens in einem k i ischen Kon ex zu analysie en (S. 152 .).
Im abschließenden VII. Kapi el (Das P oblem eine a ionalen Po-
li ik) sp ich sich Albe ü einen sozialen und poli ischen Plu alismus
aus, um den heo e ischen Plu alismus du ch üh en zu können. Die
„k i ische Me hode" „muß ins i u ionell ges ü z " (S. 174) we den.
Eine a ionale Sozialk i ik leis e inso e n einen Bei ag zu Lösung
p ak ische P obleme, als sie un e Be ücksich igung de Realisie ba -
kei Al e na i en des Handelns o schläg . Von ih he is das Rech -
e igungsdenken de poli ischen Theologie ebenso zu e we en wie
das de demok a ischen Ideologie (S. 179). Die Al e na i -Analyse e -
häl so gesehen in gewissem Um ang die Fo m eine „ a ionalen Dis-
kussion zwischen Ve ech e n e schiedene Au assungen", die Poli-
ik den Cha ak e „ a ionalen sozialen Expe imen ie ens".
Die du ch das ganze Buch konsequen hindu chgezogene Idee de
„k i ischen P ü ung" is in den e s eb en In en ionen iel ach übe -
zeugend, und auch manche Teilaspek e mag unmi elba einzuleuch-
en. Das zug unde liegende wissenscha s heo e ische Konzep o de
jedoch zum Wide sp uch he aus. Eine P ü ung, zumal eine k i ische,
kann nu dann on E olg sein, wenn o Beginn de P ü ung das K i-
e ium es ges ell wu de, au das hin gep ü we den soll. Ande s ge-
sag — man muß einen Maßs ab besi zen, au dem man die einzelnen
P ü ungsgegens ände nach ih em We ano dnen kann. Wo lieg nun
dieses K i e ium bei dem on Albe e e enen „ a ionalen Den-
ken"? Die Ra ionali ä kann es nich sein, denn sie lieg ja in de Idee
de k i ischen P ü ung selbs . Nach ausd ückliche Fes s ellung (S. 65)
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Li e a u 71
on Albe is die Annahme ode Ablehnung on Theo ien, Hypo he-
sen, Fo schungs echniken ebenso wie die Wahl zwischen dem Beg ün-
dungs- und P ü ungsp inzip eine Sache de „En scheidung", d.h. sie
können wissenscha lich nich beg ünde we den. Albe will dami
abe siche nich die Annahme eines blinden Dezisionismus o schlagen.
Vielmeh ha e eine Vielzahl on G ünden (z. B. im Müchhausen-
T ilemma) beigeb ach , die ü die Übe nahme des K i izismus sp e-
chen sollen.
Es wä e also die F age zu s ellen, was denn das K i e ium ü die
P ü ung eine ode meh e e Theo ien sein kann. Da au gib es nu
eine An wo : Das K i e ium lieg da in, ob die zu p ü ende Theo-
ie mi dem Sach e hal übe eins imm , den sie da zus ellen o -
gib . Dieses K i e ium is das K i e ium de Wah hei . Eine P ü ung
on Theo ien und Aussagen kann also g undsä zlich nu un e Vo aus-
se zung de E eichba kei de Wah hei (in diesem Sinne) gelingen.
Ge ade diese E eichba kei wi d abe on de k i ischen Theo ie be-
zwei el . Die k i ische Ablehnung on alschen Theo ien (die g und-
sä zlich unendlich zahl eich sind) e mag jeden alls nich zu eine An-
nähe ung an die Wah hei zu üh en. Es is übe dies aglich, ob eine
solche Ablehnung übe haup ohne Hinblick au die Wah hei e olgen
kann.
Wü de abe Albe ausd ücklich ein K i e ium ü eine P ü ung be-
s immen — nebenbei e wähn we den z.B. „E klä ungsk a " (S.49),
„Leis ungs ähigkei " (S. 54), „Bezugnahme au o liegende P oblem-
si ua ion" (S. 75) —, so wä e e sogleich dem Münchhausen-T ilem-
ma ausgese z . Denn z. B. die g öße e Leis ungs ähigkei is zwei ellos
zu beg ünden, die Beg ündung is wiede um zu beg ünden usw. Einem
konsequen en, d.h. das T ilemma e meidenden K i izismus, bleib
dahe nich s ande es üb ig, als den Weg des Dezisionismus zu gehen
und somi übe die G ünde seine En scheidungen S illschweigen zu
bewah en.
Die on Albe e e ene Theo ie o de abe auch an ande e
S elle zu Einwänden he aus. Nimm man an, die Al e na i en un e -
lägen nich de Beg ündungsp lich , so könn e es scheinen, als bes ehe
ein Zusammenhang zwischen dem k i ischen Fo sche und den o ge-
agenen Al e na i en nu inso e n, als diese jene zu sammeln habe.
Das wü de jedoch eine objek i is ischen E kenn nis heo ie en sp echen,
die glaub , das E kenn nisobjek om E kennenden isolie be ach en
zu können. Ta sächlich geh abe de gesam e S andpunk des Fo -
sche s (und dami allle seine E ah ungen) in den E kenn nisp ozeß
ein. Nu au dem Hin e g und seine säm lichen gewonnenen Einsich-
en (und d. h. möglichen G ünde) wi d e zu diese E kenn nis bzw.
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72 Li e a u
diesen E kenn nissen gelangen. Das Beg ündungsp oblem is also auch
an diese S elle nich auszuschal en. Man kann diesen Sach e hal auch
du ch die Fes s ellung ausd ücken, daß wissenscha liche K i ik ohne
einen (in wissenscha liche Au a bei ung de — eigenen und de
übe mi el en emden — E ah ungen gewonnenen) S andpunk übe -
haup ausgeschlossen is . Albe e kenn zwa an de „Seinsgebunden-
hei des Denkens" scha die ideologische Komponen e, nich abe die
bedeu ungs olle e wissenscha s heo e ische.
Audi de Rückgang au Poppe selbs e gib hie keine Ve besse-
ung de Lage ü die Idee de k i ischen P ü ung. Das gil sowohl ü
die ühe e Fassung de Theo ie in „Logik de Fo schung" als auch
ü die spä e e, seh e allgemeine e Fassung, wie sie e wa in „Con-
jec u es and Re u a ions" o mulie wu de. An die le z e e Fassung
lehn sich Albe o allem an. Poppe ha wede au den Vo wu ,
diaß seine Konzep ion den Ausbau eine sachgemäßen sys ema ischen
Theo ie nich zulasse, da g undsä zlich alles zu alsi izie en is , noch
au den Vo wu , daß e das P oblem de Beg i sbildung undamen-
al mißach e, übe zeugend zu an wo en gewuß . Sein Wiene Vo ag
(Ak en des 14. in e na ionalen Philosophiekong esses, 1968) als eine
de le z en Ve ö en lichungen läß diesen Mangel seh deu lich e -
kennen.
Heiß das abe schließlich nich s ande es, als daß wi eben zusam-
men mi Albe dem Münchhausen-T ilemma ausgelie e seien und
ein Ausweg sich nich zeige? Keines alls. Die Konsequenz bes eh iel-
meh da in, daß eine i gendwie gea e e Isolie ung im E kenn nisp o-
zeß nich du ch üh ba is . Wede gib es einen a chimedischen Punk ,
noch gib es einen auße halb de Wel s ehenden Fo sche , noch ha
es einen Sinn, eine wissenscha liche Al e na i e isolie on Beg ün-
dungszusiammenhängen au zus ellen. Wissenscha liche Beg ündung
und dami wissenscha liche K i ik können sich also no wendig nu so
abspielen, daß die ganze de E ah ung zugängliche Wel in ih en
S uk u en in den Beg ündungszusammenhang po en iell hineingenom-
men wi d. Eine Me hodologie, die den Beg ündungszusammenhang ü
eine Theo ie igno ie , nimm eine Ve kü zung de Wel o und muß
sich den Vo wu de mangelnden Sachbezogenhei und dami eine
spezi ischen I a ionali ä ge allen lassen. De gemein e Zusammen-
hang wi d in de he meneu ischen Philosophie kla gesehen und als
„he meneu isdie Zi kel" bezeichne . In Annähe ung en sp ich diese
dem in Punk zwei des Münchhausen-T ilemmas ausgesp ochenen Sach-
e hal . Alle dings is die he meneu ische E kenn nisweise keines alls,
wie meis behaup e wi d, au die Geis eswissenscha en besch änk .
Sie gil , wenn man die S uk u age in den Vo de g und s ell , ebenso
ü die Na u wissenscha en.
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Li e a u 73
Inso e n is die K i ik Albe s am „me hodologischen Sepa a ismus"
oll be ech ig . Da aus is jedoch nich zu olge n, daß sich dami das
„Ve s ehen" als dem om Gese zesdenken bes imm en Beg i de
„E klä ung" un e legen e weise. Da es wede im Be eich de Na u -
wissenscha en, noch im Be eich de Sozialwissenscha en „Gese ze"
im nomologischen Sinne gib , sonde n nu S uk u en und on dahe
bes imm e Rela ionseigenscha en und s a is ische Zusammenhänge,
kann E klä ung nich s ande es bedeu en als Eino dnung eines Phäno-
mens in einen S uk u zusammenhang ode — was dasselbe bedeu e
— beg i lich-sys ema ische E läu e ung. Genau das Gleiche kann abe
sinn olle weise das „Ve s ehen" leis en. Daß die im Ve s ehen zu
bewäl igende E assung on „Sinn" in de sys ema ischen En wick-
lung eines S uk u zusammenhanges au geh , wi d auch du ch die on
Adam Scha (In oduc ion o seman ics, 1962) übe zeugend da ge-
leg e These ges ü z , daß „Sinn" nich s ande es als „Beg i " bedeu e .
Dami wi d zugleich ausged ück , daß ein Beg i in de Regel No -
men en häl . Diese bes immen den Beg i als quali a i ges u es Kon-
inuum, aus dem ein Maßs ab gewonnen we den kann.
Dami is de Ansa z zu K i ik de mo al-philosophischen Posi-
ion on Albe gegeben. Wenn wi klich ein Abg und Sein und Sollen
enn , so e mögen die „B ücken-P inzipien", die genann we den,
wohl kaum eine übe zeugende Ve bindung he zus ellen. Die Beg ün-
dung ü die Nich en hal samkei in We u eilen is jeden alls nich
gelungen. Abe Albe ha ech , wenn e da au bes eh , daß mo ali-
sche Posi ionen k i isch analysie und „ e besse " (S. 75) we den
können. Dazu is jedoch de Max Webe sche S andpunk au zugeben,
wie übe haup die Annahme, daß Sollenssä ze nich aus Seinssä zen
abzulei en seien, mi de Reali ä in g o eskem Wide sp uch s eh .
Jede Messung, gleich au welchem Maßs ab — ob Gewich , In elli-
genz, B auchba kei ü eine bes imm e Funk ion — s ell eine Bewe -
ung des gemessenen Gegens andes da . De Maßs ab e gib sich aus
dem zug unde liegenden Beg i bzw. s uk u ie en Sys em. Je s ä -
ke die S ellung eines Gegens andes in einem Sys em he ausgea bei e
wi d, des o deu liche e gib sich dessen Rang, We , Bedeu ung ode
wie imme man die S ellung au eine zum Maßs ab gewo denen Qua-
li ä sdimension bezeichnen mag. Diese Bewe ung is zen ale Au gabe,
um nich zu sagen einzige Au gabe de Wissenscha . De we ei u -
eilende Wissenscha le is eine in jede Hinsich unb auchba e Fik-
ion. Es sei denn, man habe un e we ei zu e s ehen, daß de Wis-
senscha le unbeg ünde es pe sönliches Meinen zu un e lassen habe.
Diese Fo de ung bes eh zu Rech , d. h. Wissenscha eiben e lang
s e s, den gesam en ele an en Beg ündungszusammenhang zu be ück-
sich igen.
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74 Li e a u
Wenn on dahe die G enzen zwischen Poli ik und Wissenscha in
manche Hinsich ließend we den, so bleib doch aglich, ob man die
„Kons uk ion sozial echnisch du chgea bei e e al e na i e Lösungs-
o schläge als Me hode poli ischen Denkens auszuzeichnen" (S. 179)
ha . Denn poli isches Handeln bedeu e zunächs No mse zung und
No m e deu lichung im Hinblick au die allgemeins en Ziele de poli-
ischen Einhei , auch wenn sie sich als „plu alis isch" e s eh .
E s un e diesen No men is die He anziehung on Be a e n gebo en,
die Wege zu E eichung de ges eck en Ziele au weisen. Solche No -
men e geben sich aus de T adi ion sowie de Au ech e hal ung de
Exis enz und F eihei des poli ischen Gemeinwesens, dem man sich
e p lich e weiß. Wä e diese Zusammenhang on G uppenbewuß -
sein, Au o i ä , Mo al, T adi ion und Symbol nich nu nega i als
no wendiges Übel und als po en ielle Gegens and de K i ik gesehen,
sonde n soziologisch sys ema isch analysie wo den, so wü de die e-
la i e Enge des wissenscha s heo e ischen Ansa zes schnelle e kann
wo den sein. Vielleich üh de Weg des Au o s einmal s ä ke in
diese Rich ung. Je z kann man seinen Kamp , den e aus seine Sich
gegen den Un e s and üh , mi Sympa hie und Respek be ach en,
auch wenn man die zug unde liegende S a egie nich zu akzep ie en
e mag.
Wigand Siebel, Saa b ücken
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