Hü el, Silke; Mußho , Oli e
A icle
Nachhal ige En wicklung de Landwi scha : Fö de ung
on Biodi e si ä und Klimaneu ali ä
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Hü el, Silke; Mußho , Oli e (2024) : Nachhal ige En wicklung de
Landwi scha : Fö de ung on Biodi e si ä und Klimaneu ali ä , Wi scha sdiens , ISSN
1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 104, Iss. 3, pp. 165-169,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2024-0048
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/297717
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 165
Zei gesp äch
len aus dem Jah 2019 gewähl (Sei e e al., 2023). Es
wi d deu lich, dass bei einem ge ingen Un e schied im
An eil landwi scha liche Nu z läche an de Gesam lä-
che (80 % links e sus 70 % ech s), die Viel äl igkei eine
Landscha seh un e schiedlich sein kann.
Dabei spiel die Ve siegelung du ch bauliche Maßnahmen,
insbesonde e S ad en wicklung und In as uk u , eine
wei e e wich ige Rolle. Au e siegel en Flächen inden
keine Ökosys emdiens leis ungen, wie e wa Lebens aum-
be ei s ellung ode Wasse k eislau , s a (Habel e al.,
2023). In Deu schland is die landwi scha liche Nu z lä-
che on 16,704 Mio. ha im Jah 2010 au 16,595 Mio. ha
im Jah 2020 zu ückgegangen (BMEL, 2023, 81). Gegen-
wä ig gehen – o z alle Bemühungen, den sogenann en
Flächen aß zu s oppen – imme noch e wa 55 ha land-
wi scha liche Nu z läche p o Tag e lo en.
Wie de S uk u wandel in de Landwi scha die
Landscha p äg
In de deu schen Landwi scha is ein s a ke S uk-
u wandel mi einem T end hin zu g öße en Bewi scha -
ungseinhei en zu beobach en: In den e gangenen zehn
Jah en is die Zahl de Be iebe in Deu schland um e wa
3 % p. a. gesunken. Dabei is die Zahl de kleinen Be ie-
be s a k gesunken und die de g oßen Be iebe ha zu-
genommen. Die du chschni liche Be iebsg öße is on
28,8 ha im Jah 1993 au 63,2 ha im Jah 2020 anges ie-
gen. Landwi scha in Deu schland is on einem No d-
Süd- sowie Os -Wes ge älle gep äg : die du chschni -
liche Be iebsg öße in B andenbu g belie sich 2020 au
242 ha, in Niede sachsen au 73 ha und in Baye n au
37 ha (BMEL, 2023, 13). Alle Regionen eilen jedoch den
T end zu g öße en Bewi scha ungseinhei en.
Dass die Menschhei o de He aus o de ung s eh , Land-
wi scha nachhal ige zu ges al en, is unums i en. De
Rückgang de A en iel al und Klimawandel we den mi -
un e au die bishe o wiegend in ensi e Landwi scha ,
un e ande em beding du ch eine s eigende Wel be öl-
ke ung sowie Konsumgewohnhei en, zu ückge üh . Vo
diesem Hin e g und s eh die Landwi scha in Deu sch-
land sowie global o de He aus o de ung, eine s eigende
Nach age nach Lebensmi eln sowie nachwachsenden
Roh- und Be iebss o en ü eine zi kulä e K eislau wi -
scha zu bedienen und dabei sowohl wi scha lich als
auch ökologisch-nachhal ig sowie klimaneu al zu p odu-
zie en. Ziel dieses Bei ags is es, zu disku ie en, wie Bio-
di e si ä und Klimaschu z ge ö de we den können, und
wie dabei eine hohe P oduk i i ä und Wi scha lichkei in
de Landwi scha gewäh leis e we den können.
Wie sieh eine Landwi scha aus, die Biodi e si ä
und Klimaschu z ö de ?
Zu Fö de ung on Biodi e si ä und Klimaschu z is ein
Landscha sbild unabdingba , welches du ch iel äl ige
Landnu zungsa en und Landscha selemen e, wie e wa
Hecken ode Blühs ei en, gep äg is (Foley e al., 2011;
Ramanku y, 2023). Höhe e Biodi e si ä wi d un e ande-
em dadu ch e eich , dass du ch di e se Wald-, Acke -,
G ünland- und B ach lächen sowie Hecken ein e ne z-
e Lebens aum ü Lebensa en gescha en wi d. Dieses
„Meh “ an Viel al kann da übe hinaus zu eine höhe en
Funk ionali ä des na ü lichen Ökosys ems üh en, was
z. B. zu eine höhe en Boden uch ba kei und Wasse -
e ügba kei ü P lanzen üh und ü eine hochp oduk-
i e Landwi scha wich ig is . Neben Viel al in de Land-
scha , is Viel al au den Felde n sowie eine Reduk ion
des Einsa zes on syn he ischem P lanzenschu z und Mi-
ne aldünge n ü ein „Meh “ an Biodi e si ä und Klima-
schu z on Bedeu ung (He e o e al., 2020).
Zu Illus a ion inden sich in Abbildung 1 eine ehe homo-
gene Landscha (links) sowie eine Landscha , die du ch
meh Viel al gep äg is ( ech s). Exempla isch wu den
hie zwei Landscha sausschni e ü No d hein-Wes a-
DOI: 10.2478/wd-2024-0048
Wi scha sdiens , 2024 104(3), 165-169
JEL: Q10, Q18, Q24, Q57, R14
Silke Hü el, Oli e Mußho
Nachhal ige En wicklung de Landwi scha : Fö de ung on
Biodi e si ä und Klimaneu ali ä
© De /die Au o :in 2024. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz e ö -
en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
P o . D . Silke Hü el is P o esso in am Depa men ü
Ag a ökonomie und Ru ale En wicklung an de Geo g-
Augus -Uni e si ä Gö ingen.
P o . D . Oli e Mußho is P o esso am Depa men
ü Ag a ökonomie und Ru ale En wicklung an de
Geo g-Augus -Uni e si ä Gö ingen.
Wi scha sdiens 2024 | 3
166
Zei gesp äch
Die Kapi alin ensi ä in de Landwi scha is insgesam
seh hoch: in deu schen landwi scha lichen Haup e -
we bsbe ieben wu den im Wi scha sjah 2021/2022
du chschni lich und 775 Eu o/ha in es ie (BMEL, 2022,
15). Fü einen Du chschni sbe ieb mi 63,2 ha Fläche
sind dies e wa 50.000 Eu o p o Jah . Au g und de ela-
i en P eis e häl nisse on A bei und Kapi al, dem Fach-
pe sonalmangel und des asan en echnologischen Fo -
sch i s mi dem Einsa z on Küns liche In elligenz (KI)
we den landwi scha liche Be iebe zukün ig noch meh
Geld ü daue ha e P oduk ionsmi el ausgeben. Dabei
wi d e wa e , dass de T end, A bei gegen Kapi al zu
subs i uie en, sowie de Kos end uck zu Auslas ung de
Maschinen bes ehen bleiben.
Ein wei e e Aspek is de Rückgang on Be ieben mi
Tie en und de T end zu meh Tie en je Be ieb sowie eine
imme s ä ke maisbe on e Fü e ung. Dami einhe geh ein
Rückgang im Anbau on biologisch we ollen Gemengen
z. B. aus Weizen und Acke bohnen. Hinzu kommen poli i-
sche An eize: so ha beispielsweise die Fö de ung on Bio-
gas im Rahmen des E neue ba e-Ene gien-Gese zes (EEG)
einen wi scha lichen An eiz e u sach , imme meh Flä-
chen mi Mais zu Ve s omung du ch Biogas zu kul i ie en.
Sowohl bei ie hal enden Be ieben als auch bei Biogasan-
lagen spielen Skalene ek e bei de wi scha lichen Fu e -
bzw. Subs a gewinnung eine e hebliche Rolle.
Anhand diese Beispiele zeig sich, dass dynamische
echnische Fo sch i , Kos end uck und wi scha liche
sowie poli ische An eize zu einem Rückgang de Zahl
landwi scha liche Be iebe hin zu g öße en Bewi -
scha ungseinhei en ge üh haben. Als Folge dessen
wi d wenige Viel al im Be eich de be ieblichen S uk-
Wesen liche T eibe des S uk u wandels sind Skalene -
ek e. Wi d beispielsweise eine mode ne P lanzenschu z-
sp i ze ü 100 ha Fläche im Jah genu z , is sie „un e be-
schä ig “. Wü de man sie s ä ke (z. B. mi 200 ha Fläche)
nu zen, könn e man ih e Kos en au eine g öße e P oduk -
menge umlegen („Beschä igungsdeg ession“). Hinzu
komm die „Ve ah ensdeg ession“: die du chschni lichen
Bewi scha ungskos en sinken mi de genu z en Fläche
und e möglichen dadu ch einen Übe gang zu neue en Ve -
ah ens echnologien. Dies kann ü das Beispiel de P lan-
zenschu zsp i ze eine au oma ische senso basie e S eue-
ung sein, die insgesam den P lanzenschu zmi eleinsa z
e inge n kann. Alle dings is diese Technologie nu bei
g öße em Flächeneinsa z und bei g öße e A bei sb ei e,
also g oßen Bewi scha ungseinhei en, en abel. Ähnliches
gil ü in elligen e P ecision-Fa ming-Technologien ode o -
ganisa o isch- echnischem Fo sch i zu Be iebsplanung
und -op imie ung, die wei e e Einspa ungen un e ande em
du ch e besse es Düngemanagemen e möglichen.
Maschinen sind in de Regel mi hohen In es i ions- und
Eina bei ungskos en e bunden, die alle dings nich eil-
ba sind. In kleine en Be ieben is dahe da on auszuge-
hen, dass mi eine ge inge en Auslas ung de Maschine
zu echnen is und demnach die In es i ion nich en a-
bel is . Ande s sieh es bei Pa izipa ion bei biologisch-
echnischem Fo sch i aus, z. B. Züch ungs o sch i
bei Saa gu , on welchem g oße wie kleine Be iebe p o-
i ie en können. P oduk ionsmi el, wie e wa Saa gu , sind
auch in kleinen Einhei en zu e we ben. Alle dings is Saa -
gu e meh ung ebenso on Skalene ek en gep äg und
o mals sind Mengen aba e im Einkau möglich, wodu ch
wiede wi scha liche An eize ü g öße e Bewi scha -
ungseinhei en gescha en we den.
Abbildung 1
Landscha sausschni e No d hein-Wes alen
Quelle: Sei e e al. (2023).
Acke
G ünland
Hecken e c.
Ausschni aus dem Rheinischen Re ie ,
80% landwi scha liche Nu z läche
Ausschni aus dem Müns e land,
70% landwi scha liche Nu z läche
1 2
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 167
Zei gesp äch
eine deu lichen Reduk ion diese und dami e bundenen
posi i en Umwel e ek en bei agen kann (Finge , 2023).
Neue digi ale Ag o-Technologien e möglichen da übe
hinaus eine an na ü liche Bodens uk u en und an das lo-
kale Klima angepass e Landbewi scha ung, die ü die
E eichung on Biodi e si ä szielen wich ig is . De Einsa z
diese neuen Technologien e möglich „neue“ Fo men de
Bewi scha ung, z. B. in s ei en- ode schachb e ö mi-
gen Mus e n, die du ch eine au oma ische S eue ung e -
ein ach we den, sodass ein „Meh “ an Di e si ä bei ehe
als mode a einzus u enden Kos en en s ehen kann (Ewe
e al., 2023). Auch Ag o o s sys eme, die Baum eihen und
Feld üch e au dem Acke ode G ünland kombinie en und
dami Viel al scha en, s ellen eine wei e e Möglichkei da .
Un e dem S ichwo „Spo -Fa ming“ können au Basis on
Senso en und Robo ik geziel Wald- sowie di e se Acke -
und G ünlandnu zungen an die lokalen klima ischen Bedin-
gungen angepass we den. Die Bodenbea bei ung und E n-
e können du ch den Einsa z on KI und Robo ik klein äumig
und indi iduell e olgen. Hie du ch kann die A en iel al
geziel ge ö de we den, un e ande em weil neben Viel al
di ek Lebens äume gescha en we den (Ba á y e al., 2011).
Was die Ums ellung au eine nachhal ige e
Landwi scha hemm
De zei wi d eine spü ba e Zu ückhal ung beobach e , Fo -
men de nachhal ige en Landbewi scha ung umzuse zen.
Diese Zu ückhal ung läss sich un e ande em dami e klä-
en, dass sich iele landwi scha liche Un e nehmen dami
kon on ie sehen, eine sei s ökologisch-nachhal ige zu
wi scha en, ande e sei s un e einem s eigenden Kos en-
d uck und zunehmenden Risiko sowie Unsiche hei en au -
g und on Klimawandel lang is ig en abel zu wi scha en.
Posi i e E ek e on F uch olgen z. B. ü die Biodi e si ä
liegen meis in de Zukun und sind zudem mi Risiko be-
ha e , was eine Zu ückhal ung wei e hin e klä en kann.
Nach eile au g und des Biodi e si ä s ückgangs sind ehe
lang is ige Na u und nich unbeding unmi elba spü ba
ü einzelne Be iebe. Hie du ch können En scheidungen
ge ieben du ch ökonomische K i e ien in den Vo de g und
ge a en. Fe ne können Ve hal ens ak o en und Nachba -
scha se ek e bei agen: un e ande em spielen hie bei
T adi ionen ode Skepsis gegenübe neuen Technologien,
die jede aus All agsen scheidungen kenn , eine Rolle. Kli-
mawandel b ing zudem nich nu spü ba e Nach eile mi
sich. So kann eine adap ie e Vege a ionspe iode ü die
landwi scha liche E zeugung o eilha sein, da un e an-
de em höhe e E äge möglich sind (Minoli e al., 2022).
Ums ellungen in de Bewi scha ung gehen in de Regel
mi zusä zlichen Kos en einhe , z. B. digi ale Technologi-
en, die zum einen kapi alin ensi sind, und zum ande en
mi einem ela i hohen E s au wand, wie e wa die E as-
u au dem Acke und in de Region beobach e . Dem-
gegenübe s eh eine immense P oduk i i ä ss eige ung:
Im Ve gleich de 10-Jah eszei äume 1950 bis 1959 und
2011 bis 2020 konn e beispielsweise eine S eige ung
de du chschni lichen Hek a e äge bei Win e weizen
um 165 % e eich we den. Ande s ausged ück : in den
1950e Jah en ha ein:e Landwi :in e wa zehn Menschen
e näh , gegenwä ig sind es e wa 140.
Ein „Meh “ an Biodi e si ä und Klimaschu z ohne
dabei die P oduk i i ä zu ge äh den
Naheliegend e schein zunächs die Ums ellung au biologi-
sche Landwi scha . Uns i ig is , dass biologische Land-
wi scha im Ve gleich zu kon en ionelle Bewi scha ung
zu wenige Biodi e si ä s e lus en p o Flächeneinhei üh ,
un e ande em da au syn he ischen P lanzenschu z kom-
ple e zich e wi d. Alle dings sind Na u ale äge o deu -
lich ge inge und eine ökologische Bewi scha ung in g o-
ßen Felde n kann gleiche maßen zu eine homogenen Land-
scha üh en. Hinzu komm , dass in biologische Landwi -
scha E äge meis wenige s abil sind (Knapp und an de
Heijden, 2018). Demnach kann biologische Landwi scha
einen Bei ag zu Fö de ung de A en iel al leis en, wi d
jedoch alleine nich aus eichen, um eine wachsende Wel -
be ölke ung zu e näh en und den Biodi e si ä s ückgang
au zuhal en. Dabei is auch zu bedenken, dass o z s e ige
Züch ungs o sch i e wei e hin mi ge inge en und ins abi-
le en E ägen bei eine ökologischen Bewi scha ung zu
echnen is (Meemken und Qaim, 2018). De Wissenscha -
liche Bei a ü Ag a poli ik, E näh ung und gesundhei lichen
Ve b auche schu z weis in seinem Klimaschu zgu ach en
zudem da au hin, dass in de ökologischen Landwi scha
zwa die T eibhausgas- (THG-) Emissionen je Flächeneinhei
in de Reihe ge inge sind als in de kon en ionellen Land-
wi scha , abe „Fü die Klimawi kung […] die p oduk be-
zogenen Emissionen ele an “ (WBAEV, 2016, 192) sind,
wodu ch die ökologische Bewi scha ung mi Blick au die
THG-Emissionen je E agseinhei schlech e abschneide .
Ein „Meh “ an Viel al und eduzie e syn he ische P lan-
zenschu z bei hohe P oduk i i ä kann du ch Züch ungs-
o sch i kombinie mi eine angepass en Bewi scha -
ung e eich we den. Un e ande em können iel äl ige e
F uch olgen dazu bei agen, Beik au wachs um zu un-
e d ücken, wodu ch de Beda an P lanzenschu zmaß-
nahmen eduzie we den kann – mi posi i en wi scha -
lichen als auch ökologischen E ek en (Guine e al., 2023;
Redwi z und Ge owi , 2018).
De Einsa z on digi alen Technologien au Basis on Sen-
so en, Robo e n und KI e möglich be ei s je z schon einen
beda sge ech en und punk uellen Einsa z on syn he i-
schen Dünge- und P lanzenschu zmaßnahmen, was zu
Wi scha sdiens 2024 | 3
168
Zei gesp äch
Bei äge sowie de en En lohnung sinn oll, da Fö de maß-
nahmen de Poli ik geziel da au ausge ich e we den kön-
nen und dies Chancen au eine b ei e Akzep anz e höh .
Um Biodi e si ä und Klimaschu z bei hohe P oduk i i ä in
de Landwi scha zu ö de n, können geziel e An eize zu
Ums ellung au nachhal ige e Bewi scha ungssys eme
hel en. Hie bei is zu beach en, dass das, was eine nach-
hal ige Landwi scha ausmach , lokal seh un e schiedlich
sein kann. In die Ziel o mulie ung und in den s a egischen
P ozess de Poli ikausges al ung kann dahe ein pa izipa i-
e P ozess un e Einbeziehung lokale Be eilig e ö de lich
sein. Da die Landscha sges al ung on ielen Be eilig en
abhäng , sind koope a i e Ansä ze de Fö de ung de indi-
iduellen Fö de ung o zuziehen. Wei e hin können e gebni-
so ien ie e Fö de maßnahmen im Ve gleich zu eine s a en
P ozess egulie ung zu meh E olg in de Biodi e si ä s- und
Klimaschu z ö de ung bei agen, insbesonde e dann, wenn
meh e e Dimensionen on Nachhal igkei be ücksich ig
we den, also die Ve einba kei on ökonomischen und ökolo-
gischen Zielen. Das Risiko wäh end Anpassungs- und Le n-
phasen bei de Ums ellung de Bewi scha ung zu eilen und
Poli iksiche hei zu gewäh leis en, we den ebenso als e -
olgs ö de nd einges u . Ab up e Ände ungen de Rahmen-
bedingungen du ch die Poli ik wi ken dabei nich ö de lich,
ielmeh angeb ach e schein ein lang is ige „Fah plan“ ü
Ve ände ungen de Rahmenbedingungen zu en wickeln. Bei
Anpassungen an das Un e meidba e wie den Klimawandel
b auch die Landwi scha nich auch noch zusä zlich ab-
up e ins i u ionelle Ände ungen, die zudem Ve mögens e -
lus e und olkswi scha liche Schäden e u sachen.
E gänzend eigenen sich Maßnahmen, die den geleis e en
ökologischen Meh we du ch eine angepass e Bewi scha -
ung ü die Gesellscha sich ba machen, was zum einen
die Basis ü eine En lohnung da s ellen kann, und zum
ande en die Be ei scha , meh Fläche nachhal ige zu be-
wi scha en, posi i beein lussen kann. Dem Ziel wei e hin
zu äglich kann eine Beein lussung on gesellscha lichen
No men und We en sein, sodass z. B. ein We eine „unau -
ge äum en“ Landscha ü die Biodi e si ä wah genommen
wi d. So können geziel e In o ma ionskampagnen zum öko-
logischen Meh we und Klimaschu z en lang des gesam en
ag a ischen We schöp ungsp ozesses einen wei e en Weg
da s ellen. Neue e S udien zeigen zudem, dass geziel e In-
o ma ion z. B. du ch Schockbilde ein wei e es Ins umen
da s ellen kann, insbesonde e zu Reduk ion on syn he i-
schem P lanzenschu z (Buchholz und Mussho , 2021).
Ag a - und E näh ungssys eme nachhal ige ges al en
Die Ho nung au Ve ände ung zu meh Biodi e si ä und
Klimaschu z kann nich alleinig in einen Sek o p ojizie
we den. Landwi scha is Teil eines komplexen sozial-
sung de Na u äume e bunden sind. Den In es i ionen
s eh das Risiko gegenübe , dass die Ums ellung nich zu
den gewünsch en E olgen, wie Einspa ung on A bei s-
zei , Dünge n ode P lanzenschu z, bei Beibehal ung de
P oduk i i ä üh . Dieses zusä zliche Risiko komm zum
ohnehin schon hohen P oduk ions isiko hinzu: un e an-
de em üh en Hi ze- und Dü epe ioden ode S a k egen-
e eignisse du ch den Klimawandel zu imme meh E -
agsaus ällen und e höhen den Kos end uck ü landwi -
scha liche Un e nehmen (Schmi e al., 2022).
Gleichzei ig gib es gesellscha liche E wa ungen an die
Landscha sowie die Landbewi scha ung, wie e wa die
au ge äum e, abe ökologisch nach eilige Landscha ,
z. B. mi gemäh en Acke ands ei en und gemulch en
Blühs ei en, unabhängig da on, dass ein Blühs ei en
nach de Haup blü e gleiche maßen ökologisch o eil-
ha is . Ge ade solche E wa ungen können ein wei e es
Hemmnis zu Ums ellung de Bewi scha ung sein (Des-
sa e al., 2019; Hü el e al., 2022).
Wie kann eine Ums ellung au eine nachhal ige e
Landwi scha gelingen?
Um Biodi e si ä zu ö de n, e schein es ziel üh end,
o handene, insbesonde e poli ische An eizsys eme zu
übe denken. Beispielsweise we den Ände ungen im An-
bau o mals au g und ge ä ig e In es i ionen z. B. in Bio-
gas nich umgese z . De Schwe punk im Acke bau sol-
che Be iebe lieg au dem Anbau wi scha lichen Bio-
gassubs a s. Ge ade bei knappen und eu en Flächen
bie e Mais eine e gleichsweise kos engüns ige Op ion.
Es wi d iel ach de Wunsch geäuße , dass die Land-
wi scha ausschließlich aus Familienbe ieben bes ehen
soll e, weil diese kleine sind und somi zu meh Nach-
hal igkei bei agen. Auch wi d disku ie , den Einsa z on
digi alen Ag o-Technologien poli isch zu ö de n. Hie is
zu beach en, dass au onome Fah zeuge, KI und Robo e
ebenso in g oßen Felde n schnelle und e izien e a -
bei en und somi kos engüns ige sind. Somi kann eine
s aa liche Fö de ung des Einsa zes on solchen Tech-
nologien ehe kon ap oduk i sein und soga Landwi -
scha in g oßem Maßs ab mi g oßen Bewi scha ungs-
einhei en wei e be ö de n (Glikson und Woolley, 2020).
Un e Beach ung de zu e wa enden hohen gesellscha li-
chen Kos en bei Nich -Anpassung an den Klimawandel, e -
schein eine Fö de ung on Biodi e si ä und Klimaschu z
e e ba (Pindyck, 2022). Ziel üh end is dabei, on Vo -
s ellungen, dass eine Be iebsg öße, eine bes imm e Tech-
nologie ode ein Bewi scha ungs e ah en ge ö de we -
den soll, abzuweichen. Wenn gesellscha liche Bei äge
zu Biodi e si ä und Klimaschu z on de Landwi scha
e b ach we den sollen, dann sind kla de inie e Ziele und
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 169
Zei gesp äch
Dessa , F. J., J. Ba ei o-Hu lé und R. an Ba el (2019), Beha iou al ac-
o s a ec ing he adop ion o sus ainable a ming p ac ices: a policy-
o ien ed e iew, Eu opean Re iew o Ag icul u al Economics, 46(3),
417-471.
Ewe , F., R. Baa z und R. Finge (2023), Ag oecology o a Sus ainable
Ag icul u e and Food Sys em: F om Local Solu ions o La ge-Scale
Adop ion, Annual Re iew o Resou ce Economics, 15(1).
Finge , R. (2023), Digi al inno a ions o sus ainable and esilien ag icul u al
sys ems, Eu opean Re iew o Ag icul u al Economics, 50(4), 1277-1309.
Foley, J. A., N. Ramanku y, K. A. B auman, E. S. Cassidy, J. S. Ge be , M.
Johns on, N. D. Muelle , C. O’Connell, D. K. Ray und P. C. Wes (2011),
Solu ions o a cul i a ed plane , Na u e, 478(7369), 337.
Glikson, E. und A. W. Woolley (2020), Human T us in A i icial In elli-
gence: Re iew o Empi ical Resea ch, Academy o Managemen An-
nals, 14(2), 627-660.
Guine , M., G. Adeux, S. Co deau, E. Cou son, R. Nandillon, Y. Zhang und
N. Munie -Jolain (2023), Fos e ing empo al c op di e si ica ion o e-
duce pes icide use, Na u e communica ions, 14(1), 7416.
Habel, J. C., T. Schmi , W. Ul ich, P. G os, B. Salche und M. Teuche
(2023), Landscape homogenisa ion and simpli ied bu e ly commu-
ni y s uc u e go on pa ac oss No he n Aus ia, Landscape Ecology,
38(12), 3237-3248.
He e o, M. e al. (2020), Inno a ion can accele a e he ansi ion owa ds
a sus ainable ood sys em, Na u e Food, 1(5), 266-272.
Hü el, S., M.-T. Leuch en und M. Leye (2022), The Impo ance o Social
No m on Adop ing Sus ainable Digi al Fe ilisa ion Me hods, O gani-
za ion & En i onmen , 35(1), 79-102.
Knapp, S. und M. G. A. an de Heijden (2018), A global me a-analysis o
yield s abili y in o ganic and conse a ion ag icul u e, Na u e commu-
nica ions, 9(1), 3632.
Meemken, E.-M. und M. Qaim (2018), O ganic Ag icul u e, Food Secu i y, and
he En i onmen , Annual Re iew o Resou ce Economics, 10(1), 39-63.
Minoli, S., J. Jäge mey , S. Asseng, A. U els und C. Mülle (2022), Global
c op yields can be li ed by imely adap a ion o g owing pe iods o
clima e change, Na u e communica ions, 13(1), 7079.
Pe‘e , G., A. Bonn, H. B uelheide, P. Dieke , N. Eisenhaue , P. H. Feind
e al. (2020): Ac ion needed o he EU Common Ag icul u al Policy o
add ess sus ainabili y challenges, People and na u e, 2(2), 305-316.
DOI: 10.1002/pan3.10080.
Pindyck, R. S. (2022), Clima e u u e: A e ing and adap ing o clima e
change, Ox o d Uni e si y P ess.
Ramanku y, N. (2023), Bo h echnological inno a ions and cul u al
change a e key o a sus ainabili y ansi ion, PLoS biology, 21(9),
e3002298.
Redwi z, C. on und B. Ge owi (2018), Maize‐domina ed c op sequen-
ces in no he n Ge many: Reac ion o he weed species communi ies,
Applied Vege a ion Science, 21(3), 431-441.
Schmi , J., F. O e mann, M. Söde , C. F ühau und R. Finge (2022), Ex-
eme wea he e en s cause signi ican c op yield losses a he a m
le el in Ge man ag icul u e, Food Policy, 112, 102359.
Sei e , S., S. Wol und S. Hü el (2023), Eco-e iciency o Ag icul u al
Landscapes – Insigh s om No h Rhine-Wes phalia, Ge many, P e-
sen a ion a he XVII EAAE Cong ess 2023, Rennes, F ance.
WBAEV – Wissenscha liche Bei a ü Ag a poli ik, E näh ung und ge-
sundhei lichen Ve b auche schu z (2016), Klimaschu z in de Land-
und Fo s wi scha sowie den nachgelage en Be eichen E näh ung
und Holz e wendung: Gu ach en des Wissenscha liche Bei a Ag-
a poli ik, E näh ung und gesundhei liche Ve b auche schu z.
Wille , W. e al. (2019), Food in he An h opocene: he EAT-Lance Com-
mission on heal hy die s om sus ainable ood sys ems, Lance (Lon-
don, England), 393(10170), 447-492.
ökologischen Ag a - und E näh ungssys ems. Cha ak e-
is isch sind ielschich ig e ne z e In e ak ionen de ein-
zelnen Ve a bei ungs- und We schöp ungss u en, die be-
s imm we den on de A , wie Pe sonen mi einande und
mi dem na ü lichen und dem echnologischen Ökosys em
sowie mi de Gesellscha in In e ak ion e en. Gesell-
scha liche E näh ungs- und Konsumgewohnhei en sind
ele an e Ein luss ak o en. Um ein insgesam nachhal ige-
es Ag a - und E näh ungssys em zu e eichen, e schein
ein g undlegende kul u elle Wandel wich ig, de alle Be-
eiche des Sys ems sowie die Gesellscha einschließ .
Dazu gehö auch eine gesellscha liche Be ei scha zu
Ve zich und zu einem angepass en Wi scha s- und Le-
benss il (Ramanku y, 2023; He e o e al., 2020). Dabei
we den Poli ikini ia i en, auch zu Fö de ung on Fo -
schung und En wicklung als wei e e Komponen e e ach e
(Pe’e e al., 2020), un e ande em in Züch ungs o sch i
und - iel al , Ag o-Technologien (KI, Robo e ), al e na i e
P o einquellen und Kul u leisch (Wille e al., 2019).
Zusammen assung
Zu Fö de ung on Biodi e si ä is ein iel äl iges Land-
scha sbild no wendig. De S uk u wandel in de Landwi -
scha un e s eigendem Kos end uck, ha zu einem T end
mi wenige Be ieben und g öße en Bewi scha ungsein-
hei en ge üh . Die T endumkeh s ell eine gesam gesell-
scha liche Au gabe mi Be ei scha zu Ve zich da . Fü
den Bei ag de Landwi scha e scheinen neue Techno-
logien mi küns liche In elligenz und „neuen“ Bewi scha -
ungs o men iel e sp echend, sodass eine Landwi scha
mi meh Viel al gleiche maßen wi scha lich is . Eine En -
lohnung des geleis e en ökologischen Meh we s du ch die
Landwi scha e schein ebenso ö de lich.
Li e a u
Ba á y, P., A. Báldi, D. Kleijn und T. Tscha n ke (2011), Landscape-mode-
a ed biodi e si y e ec s o ag i-en i onmen al managemen : a me a-
analysis, P oceedings, Biological sciences, 278(1713), 1894-1902.
BMEL – Bundesminis e ium ü E näh ung und Landwi scha (2022), Die
wi scha liche Lage de landwi scha lichen Be iebe – Buch üh-
ungse gebnisse de Tes be iebe des Wi scha sjah es 2021/2022.
BMEL – Bundesminis e ium ü E näh ung und Landwi scha (2023),
Ag a poli ische Be ich de Bundes egie ung.
Buchholz, M. und O. Mussho (2021), Tax o g een nudge? An expe i-
men al analysis o pes icide policies in Ge many, Eu opean Re iew o
Ag icul u al Economics.
Ti le: Sus ainable De elopmen o Ag icul u e: P omo ing Biodi e si y and Clima e Neu ali y
Abs ac : To p omo e biodi e si y, a di e se landscape is necessa y. S uc u al change in ag icul u e and inc easing cos p essu e
ha e led o he end o ewe a ms and la ge a ming uni s wi h less di e si y. Re e sing his end is a socie al ask ha equi es a
willingness o make sac i ices. Fo ag icul u e, we sugges combining new echnologies and a i icial in elligence o os e “new” ways
o hinking o place-based solu ions. Tha is, land managemen o ien ed owa ds na u al habi a s and mo e di e si y, which is equally
economically iable. I is essen ial o isibly ewa d he ecological added alue.