Neumann, M.
A icle
In e na ionale P eiszusammenhang bei es en und
lexiblen Wechselku sen: Eine E wide ung
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Neumann, M. (1976) : In e na ionale P eiszusammenhang bei es en und
lexiblen Wechselku sen: Eine E wide ung, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
(ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü
Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 96, Iss. 2, pp. 177-181,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.96.2.177
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In e na ionale P eiszusammenhang
bei es en und lexiblen Wechselku sen:
Eine E wide ung*
Von M. Neumann
1. Aus un e schiedlichen Modellen olgen im allgemeinen un e schied-
liche E gebnisse. Es ha deshalb wenig Sinn, die Resul a e un e schied-
liche Modelle mi einande zu e gleichen, um da aus ein U eil übe
die Rich igkei de Modelle abzulei en. Ein U eil anhand des Ve gleichs
on Implika ionen e schiedene Modelle is nu dann zweckmäßig,
wenn man übe empi ische Beobach ungen e üg , mi denen man die
Modellimplika ionen kon on ie en kann. Beweg man sich au ein
heo e ische Ebene, so lassen sich nu die Modell o ausse zungen dis-
ku ie en. Das soll hie geschehen.
2. Um die Idee des sog. di ek en in e na ionalen P eiszusammenhan-
ges in einem Zwei-Lände -Modell in olle Reinhei da s ellen zu
können, wa ich on de Annahme ausgegangen, daß es au de Wel
nu ein einziges Gu gib . Nu ü den Fall eines homogenen Gu es läß
sich ein di ek e P eiszusammenhang nachweisen. Die Li e a u übe
den di ek en P eiszusammenhang be uh au zwei G undgedanken. Ein-
mal kann es am Wel ma k ü ein homogenes Gu ( on T anspo ko-
s en einmal abgesehen) au die Daue nu einen einhei lichen P eis
geben, bei dessen Gleichgewich swe Wel angebo und -nach age übe -
eins immen, und zwei ens is de P eiszusammenhang di ek , d. h. un-
abhängig on i gendwelchen Übe schußnach agen au i gendwelchen
Mä k en. Wenn ein deu sche Expo eu z. B. es s ell , daß ü ein on
ihm angebo enes Gu im Ausland ein höhe e P eis gezahl wi d als
bishe , so se z e seinen Angebo sp eis he au und zwa einmal im
Ausland, abe ebenso ü den im Inland abgese z en Teil seine P oduk-
ion. Diese Idee de Anpassung an gegebene P eise ha in de Li e a u
eine lange und he ige Diskussion ausgelös und wa ü iele Öko-
nomen schwe beg ei lich. Sie schein abe mi le weile doch wei gehend
akzep ie wo den zu sein.
* He n Kollegen H. Schneide danke ich ü eine Reihe on An egungen.
12 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1976/2
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178 M. Neumann
Die beiden da geleg en G undgedanken soll en in meinen Gleichungen
(1) und (2) (S. 107) zum Ausd uck geb ach we den. Al e na i und e was
aus üh liche könn e man annehmen, daß im Ungleichgewich die Ve -
ände ung de in na ionalen Wäh ungen ausged ück en P eise du ch
P = Wn (Ube schußnach age am Wel ma k ) - W12
{ on —
P)
n = (Ube schußnach age am Wel ma k ) + ig-2 (p ~ wn)
besch ieben wi d, wobei Wa 0 Anpassungsgeschwindigkei en da -
s ellen, die on Land zu Land e schieden hoch sein können. Im Gleich-
gewich muß einmal die Ube schußnach age am Wel ma k Null und
zum ande en P = w n sein.
Demgegenübe geh He be g on de Annahme aus, daß sich die
na ionalen P eise au de G undlage de na ionalen Übe schußnach age
au den Gü e mä k en e ände n. Da aus e gib sich zwa auch ein
in e na ionale P eiszusammenhang, denn im Gleichgewich s ell sich
ein bes imm es P eis e häl nis ein, das bei de Wahl geeigne e Maß-
einhei en zu Te ms o T ade im We e on Eins üh en kann. Die Idee
des di ek en P eiszusammenhanges ha in He be gs Modell jedoch kei-
ne lei Be ücksich igung ge unden. He be g übe nimm ielmeh eine
Modellkons uk ion, die ü den Fall zweckmäßig is , daß sich die zwei
Lände au die P oduk ion on zwei e schiedenen Gü e n olls ändig
spezialisie haben. Aus diesem G unde muß ihm na ü lich die Annahme
eines homogenen Gu es als agwü dig e scheinen. In seinem Modell is
diese Annahme auch ohne Zwei el geküns el . In meinem Modell da-
gegen is sie ü die Analyse des di ek en P eiszusammenhanges we-
sen lich. Hie liegen die undamen alen Un e schiede zwischen den bei-
den Modellen.
3. Be ach en wi nun He be gs Modell e was genaue . He be g ha
ie endogene Va iable, nämlich, (in seine Symbolik) Pi, P2, und R2.
Ih e Ve ände ungen im Ungleichgewich we den du ch die Gleichungen
(14) - (17) besch ieben. Es wä e je z ohne wei e es möglich, au de
G undlage diese Gleichungen eine kompa a i -s a ische Analyse du ch-
zu üh en. Wei e e Gleichungen sind übe haup nich e o de lich. He be g
üh jedoch noch wei e e Gleichungen ein, nämlich Gleichung (18) zu
De ini ion des Wel ma k gleichgewich es, die Gleichungen (19) und (20),
nach denen die Übe schußnach age nach na ionalem Geld jeweils Null
is und die Gleichung (21), nach de die Te ms o T ade gleich Eins sind.
Hie beginnen die P obleme. Be ach e man die Gleichgewich szus ände
de Gleichungen (14) - (17) zusammen mi den Gleichungen (18) - (21), so
e häl man die Gleichungen
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In e na . P eiszusammenhang bei es en u. lexiblen Wechselku sen 179
(14') + B1!Pi = 0
(150 h + A2 - S2 + B2/P2 = 0
(160 Pi (Ii + A - Sx) + wP2 (h + A2 - S2) +
•
(P1 L{ - MO
+ w (P2 L2 - M2) = 0
(17 ) B2 + P2 (I2 + A2 - S2) +
Po
L2 - M 2 = 0
(18) + Ai - Si + I2 + A2 - S2 = 0
(19) P1L1- M1 = 0
(20) P2L2- M2 = 0
(21) P± - wP2 = 0.
S a nun, wie zu e wa en gewesen wä e, ü die kompa a i -s a i-
sche Analyse die Gleichungen (14') - (17') auszuwählen, üh He be g
seine kompa a i -s a ische Analyse mi Hil e de Gleichungen (18 - (21)
du ch. Wa um we den ge ade diese Gleichungen ausgewähl ? Zulässig
wä e das, wenn die üb igen Gleichungen du ch (18) - (21) implizie
wü den. Das is jedoch keineswegs de Fall. Nu (16') olg unmi elba
aus (18) - (21). Die Gleichung (17') dagegen olg aus (20) und (15'). Als
unabhängige Gleichung exis ie also neben (18) - (21) noch (14 ) bzw.
(15') (nu eine da on, denn sie implizie zusammen mi (18) die
ande e). Das is eigen lich auch nich e wunde lich, denn die Glei-
chungen (14') und (15') bilden ja das Ke ns ück des P eisbildungsmecha-
nismus au den na ionalen Gü e mä k en.
He be g ha also als unabhängige Gleichungen (18) - (21) und dazu
(14') bzw. (15'). Das sind insgesam ün Gleichungen zu Bes immung
de Gleichgewich swe e de ie endogenen Va iablen. Es is o en-
sich lich, daß man da aus, on Ausnahmen abgesehen, keine wide -
sp uchs eie Lösung e hal en kann. Man kann deshalb au diese G und-
lage keine ag ähige kompa a i -s a ische Analyse du ch üh en. Au
keinen Fall kann eine kompa a i -s a ische Analyse mi els de Glei-
chungen (18) - (21) mi eine solchen de Gleichungen (14') - (17') gleich-
gese z we den. Daß e was nich s immen kann, hä e He be g da an
sehen können, daß die De e minan e des aus (18) - (21) he o gehenden
Di e en ials öllig e schieden is on de Jacobischen De e minan e
des (14') - (17') zug unde liegenden Di e en ialgleichungssys ems. Die
beiden De e minan en besi zen nich einmal das gleiche Vo zeichen, was
man nach dem Ko espondenzp inzip on Samuelson e wa en müß e.
He be g ha also kompa a i -s a isch ein öllig ande es Sys em un e -
such als das, dessen S abili ä e im Anhang seines Au sa zes übe p ü .
Deshalb kann e wohl auch nich ü sich in Ansp uch nehmen, daß die
S abili ä sanalyse seine kompa a i -s a ischen Resul a e s ü z .
Das Gleichungssys em (18) - (21) is auch nich mi dem Gleichungs-
sys em iden isch, das ich meine Analyse zug unde geleg habe. In mei-
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180 M. Neumann
nem Modell wa nu e lang , daß im Gleichgewich die Wel nach age
nach Geld mi dem Wel angebo übe eins immen muß, nich abe , daß
die Übe schußnach age an den na ionalen Geldmä k en Null sein muß.
He be gs Gleichungen (19) und (20), die das o de n, sind eine Folge de
Gleichungen (14') und (15'), nach denen die Übe schußnach age au den
na ionalen Gü e mä k en im Gleichgewich Null is . Die Gleichungen
(19) und (20) hängen also en scheidend on de g undlegenden Annahme
He be gs übe den P eisbildungsmechanismus ab.
4. Man mag nun einwenden, auch ich hä e (S. 111) angenommen, daß
h + A2 — S2
—
B = 0 lind deshalb PLi = Mi und n
LQ
= M2 sei. Hie
hä e ich den S ellenwe diese Annahme in de Ta e was deu liche
machen sollen. Ta sächlich sind diese Annahmen nich als Gleichge-
wich sbedingungen einge üh wo den, so daß sie als zusä zliche Glei-
chungen des Modells zu e s ehen wä en. Vielmeh sind lediglich die
pa iellen Ablei ungen des Di e en ials ((6) S. 111) ü den Fall be ech-
ne wo den, daß die genann en Gleichungen gel en. Die Allgemein-
gül igkei de kompa a i -s a ischen Analyse wi d dadu ch beein äch-
ig . Man kann ü die Besch änkung de Analyse au den Fall, daß die
genann en Gleichungen gel en, abe gu e G ünde ins Feld üh en. Da
ich Vollbeschä igung o ausgese z habe, is es nu na ü lich anzuneh-
men, daß in den einzelnen Lände n auch Einkommensgleichgewich
he sch . Die genann en Gleichungen sind also eigen lich Implika ionen
de Vollbeschä igungsannahme und spielen deshalb eine öllig ande e
Rolle als die Gleichgewich sbedingungen meines Modells. Bei He be g
eilich sind die Gleichungen (14') und (15') und dami auch (19) und
(20) Gleichgewich sbedingungen.
Es wä e siche be iedigende , wenn man auch den Beschä igungs-
g ad e klä en könn e. Nach meine Vo s ellung is es un e de klas-
sischen Annahme in e na ionale Immobili ä de physischen P oduk-
ions ak o en und öllige F eihei des Gü e handels wohl ich ig an-
zunehmen, daß de Beschä igungsg ad na ional de e minie wi d, also
du ch das Gleichgewich on Spa en und In es ie en plus Außenbei ag
in den einzelnen Lände n, wäh end das P eisni eau und de Zins in e -
na ional bes imm we den. Von diesem Hin e g und he is es zweck-
mäßig, in einem Modell, in dem Vollbeschä igung o ausgese z wi d,
die Einkommensgleichgewich e de einzelnen Lände als Implika ionen
de Vollbeschä igungsannahme au zu assen.
5. Von nu sekundä e Bedeu ung sind die Un e schiede de Modelle
im Hinblick au das Ve hal en on Zins und Wäh ungs ese en. Ich
wü de He be g ohne wei e es zus immen, daß seine Besch eibung de
Ve ände ung des Zinses und de Zahlungsbilanz e nün ig und meine
e ein ach en Ve sion übe legen sind. Be ücksich igen muß man dabei
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In e na . P eiszusammenhang bei es en u. lexiblen Wechselku sen 181
jedoch, daß unse e Kenn nis übe das Ve hal en wi scha liche G ößen
im Ungleichgewich höchs b uchs ückha is . Deshalb sind S abili ä s-
analysen, so no wendig sie zu Absiche ung de kompa a i -s a ischen
Analyse om me hodischen S andpunk aus auch sind, inhal lich on nu
beg enz e Bedeu ung, weil sie au meh ode wenige willkü lichen
Annahmen be uhen. Aus diesen G ünden habe ich mich in meine
Analyse im wesen lichen au die kompa a i e S a ik besch änk und die
S abili ä s age nu am Ende ges ei . Hinzu komm , daß die hin-
eichenden und no wendigen Bedingungen ü die S abili ä , die sich
aus den Rou h-Hu wi z De e minan en e geben, bei g öße en Sys emen
so e wickel we den, daß sich eine einleuch ende ökonomische In e -
p e a ion nich meh geben läß . Das zeig sich üb igens auch bei de
S abili ä sun e suchung He be gs. Wenn man nich übe nume ische
Schä zungen de Pa ame e e üg und nich o ensich liche no wen-
dige S abili ä sbedingungen e le z sind, kann man ebensogu on
o nhe ein o ausse zen, daß S abili ä gegeben is .
6. Meine on He be g k i isie e Annahme, daß das Geldangebo
eines Landes im Fall lexible Wechselku se mi dem We des De isen-
bes andes, also auch mi dem Wechselku s schwank , schein mi keines-
wegs absu d zu sein. In de Ta muß ja die ech e Sei e de Bilanz eine
Zen albank mi de linken Sei e übe eins immen. Wenn sich de We
de De isen ese en ände , muß sich deshalb wohl auch die emi ie e
Geldmenge ände n, es sei denn, daß zu Kompensa ion de We schwan-
kungen die Fo de ungen de Zen albank an den S aa e ände we -
den. Die an sich ein e enden E ek e de Geldschöp ung ode Geld e -
nich ung we den dann du ch eine Va ia ion de S aa sschuld ausge-
glichen.
Li e a u
Neumann, M., In e na ionale P eiszusammenhang bei es en und lexiblen
Wechselku sen, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1974,
S. 105—122.
He be g, H., In e na ionale P eiszusammenhang bei es en und exiblen
Wechselku sen. Beme kungen zu einem Au sa z gleichen Ti els on Man-
ed Neumann, in diesem He S. 161—175.
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