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Aktuelle wirtschafts- und gesellschaftspolitische Probleme in sozialistischen und freiheitlichen Wirtschaftsordnungen

Abstract

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Aktuelle wirtschafts- und gesellschaftspolitische Probleme in sozialistischen und freiheitlichen Wirtschaftsordnungen

Author: Fäßler, Klaus
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1968
DOI: 10.3790/schm.88.5.599
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/291176/1/schm.088.5.599.pdf
Fäßle , Klaus
A icle
Ak uelle wi scha s- und gesellscha spoli ische P obleme
in sozialis ischen und eihei lichen Wi scha so dnungen
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Fäßle , Klaus (1968) : Ak uelle wi scha s- und gesellscha spoli ische P obleme
in sozialis ischen und eihei lichen Wi scha so dnungen, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s-
und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 88, Iss. 5, pp. 599-606,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.88.5.599
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/291176
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Be ich e
Ak uelle wi scha e- und gesellscha s-
poli ische P obleme in sozialis ischen und
eihei lichen Wi scha so dnungen
Ein Be ich übe das P o esso en-Kolloquium
de Adol -Webe -S i ung am 31. Mai 1968 in F ank u /Main
Die Adol -Webe -S i ung ha e als Re e en en zu ih em adi io-
nellen P o esso enkolloquium Hans Raupach, München (Thema: Kapi-
aldisposi ion und Wi scha so dnung in sozialis ischen Volkswi -
scha en) und Edmund Heinen, München (Thema: Kapi aldisposi ion
und Mi bes immung) eingeladen. Im Mi elpunk de Re e a e s an-
den ak uelle wi scha s- und gesellscha spoli ische Aspek e sozialis i-
sche und ma k wi scha liche Wi scha so dnungen: Die Kapi al-
disposi ionen in beiden Wi scha ssys emen e ah en einmal du ch
die Libe alisie ungs endenzen in einigen sozialis ischen Lände n des
Os blocks und zum ande en du ch die Fo de ungen nach E wei e ung
de quali izie en Mi bes immung in de Bundes epublik — soll en
diese Fo de ungen Reali ä we den — eine bedeu same Ums uk-
u ie ung, de en Konsequenzen in wi scha s- und gesellscha spoli i-
sche Hinsich on en scheidende Bedeu ung ü die be e enden
Wi scha ssys eme sind bzw. sein könn en.
Edmund Heinen s ell e den Aus üh ungen on Hans Raupach übe
die Dezen alisie ungs endenzen in den planwi scha lichen Sys emen
(das Re e a on Raupach is au S. 513 . wiede gegeben) in seinem
Vo ag die be iebswi scha liche P oblema ik de quali izie en
Mi bes immung (Mon anmi bes immung) gegenübe . Dabei analysie e
e insbesonde e mögliche Auswi kungen eine E wei e ung diese be-
ieblichen Mi bes immungs o m au die un e nehme ischen Kapi al-
en scheidungen. Anlaß bilde en die gewe kscha lichen Fo de ungen,
die Mon anmi bes immung au die üb igen Be eiche de Gesam wi -
scha (G oßun e nehmungen alle Wi scha szweige) auszudehnen.
In de eien Ma k - und Un e nehme wi scha seien die Kapi al-
disposi ionen — En scheidungen übe die Bescha ung und Ve wen-
dung on Geldkapi al — den einzelnen Un e nehmungen übe an wo -
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600 Be ich e
e . Dies sei ein Ausd uck ü den im Ve gleich zu planwi scha -
lichen Sys emen hohen, de eihei lichen Wi scha so dnung imma-
nen en Dezen alisie ungsg ad. Rich ige Kapi aldisposi ionen seien
on ausschlaggebende Bedeu ung ü das Leben und Wachs um ein-
zelwi scha liche Gebilde. Sie zei igen da übe hinaus wei eichende
Konsequenzen ü die Einkommensbildung: und -Ve eilung in de
Gesam wi scha . Ih e T agwei e en sp echend handele es sich um
ech e Fiih ungsen scheidungen, denen die hochen wickel e Indus ie-
wi scha mi de Dynamik des echnischen Fo sch i s und den iel-
ges al igen Ve lech ungen au de Ma k sei e ein besonde es Ge-
p äge e liehen habe. Hie sah Heinen den zen alen Ausgangspunk
de an ihn ge ich e en F ages ellung.
Die be iebliche Mi bes immung; als ein wi scha s- und sozialwis-
senscha liches P oblem e s en Ranges be üh e die Ve assung;, die
legi imie e He scha s- und En scheidungsgewal in den einzelnen
Un e nehmungen ebenso wie die Funk ionsweise de eihei lichen
Wi scha s- und Gesellscha so dnung. Im Zusammenhang mi dem
P oblem de Kapi aldisposi ion s elle sich in eine eien Ma k wi -
scha so dnung o allem die F age nach den Auswi kungen de be-
ieblichen Mi bes immung au ech e un e nehme ische Füh ungs-
en scheidungen.
In Un e nehmungso ganisa ionen als g undsä zlich dezen alen Ge-
bilden seien alle Mi gliede in i gendeine Fo m am Vo gang de
Willensbildung; be eilig . Aus diesem G unde müsse die Mi ^es im-
mungsp oblema ik in die g öße en Zusammenhänge des poli ischen
S s ems de Un e nehmung eingeo dne we den. Je nach den zu
Willensbildung au o isie en In e esseng uppen seien un e schiedliche
Fin lüsse au den un e nehme ischen En scheidungsp ozeß es s ellba .
Die p i ilegie e G uppe on Pe sonen, die übe die g öß e Ein luß-
nahme au die obe s e Willensbildung; e üg , s elle die Ke ng uppe
des poli ischen Sys ems de Un e nehmung; da . Eine Besch änkung
ih e Mach e äh diese G uppe neben den Gese zmäßigkei en des
Ma k es in e s e Linie du ch die Exis enz on sogenann en Sa elli en-
g unpen. Diese um assen die In e esseng uppen, die zwa nich un-
mi elba an de Geschä s üh ung be eilig sind, jedoch am Schicksal
de Un e nehmung ein i ales In e esse haben, wie z. B. die Beleg-
scha , K edi gebe , An eilseigne , s aa liche O gane usw.
Im Mi elpunk de Diskussion um die Mi bes immung s ehen die
gese zlich ixie en Teilnahme ech e de A bei nehme , insbesonde e
die e s ä k e In eg a ion de Belegscha in die Ke ng uppe de
Un e nehmung du ch o mal ech liche Koop a ion. Fü eine be iebs-
wi scha liche Beu eilung s elle sich die F age nach de Bewäh ung
hzw. de No wendigkei eine Neuo dnung de bes ehenden Mi be-
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Be ich e 601
s immungsgese ze. U eile diese A hä en o allem au die spezi-
ischen Zielse zungen de Kapi aldisposi ionen und die Umwel -
bedingungen de Un e nehmung Bezug zu nehmen. Eine in ensi e e
Mi bes immung de A bei nehme und o allem de Gewe kscha en
we de mi Siche hei deu liche Konsequenzen ü das un e nehme-
ische Zielsys em zei igen. Im Rahmen de D inglichkei so dnung
un e nehme ische Ziele wü de beispielsweise den Zielen „E leich e-
ung de A bei sbedingungen" ode „E neue ungen im sozialen Be-
eich" bei In es i ionsen scheidungen ein e gleichsweise höhe es Ge-
wich als bishe zugeo dne we den. Die Alloka ion knappe liquide
Mi el we de en sp echend de Rango dnung diese Ziele eine modi-
izie e Rich ung e hal en. Fe ne wies Heinen au die No wendigkei
hin, den Ein luß eine e ände en Mi bes immungso dnung au die
Leis ungswi ksamkei de Un e nehmungso ganisa ionen, die P oduk-
i i ä , die Au ech e hal ung de We bewe bs ähigkei , die Disposi-
ionselas izi ä und die Flexibili ä de Un e nehmung zu un e suchen.
Übe diese be iebswi scha lichen K i e ien hinaus könn en jedoch
die Vo schläge zu Neuo dnung de Mi bes immungsgese ze nu un e
Bezugnahme de Auswi kungen au Ma k gese ze, Leis ungswe be-
we b, Kapi alma k e häl nisse und Un e nehme ini ia i e um as-
send beu eil we den.
Heinen wa n e in e s e Linie o eine Lösung des Mi bes im-
mungsp oblems, die dem Managemen nich den nö igen Handlungs-
spiel aum ü seine En scheidungen im Kapi albe eich gewäh leis e .
Das Managemen als T äge un e nehme ische Füh ungsen scheidun-
gen müsse in einem bes imm en Maße be ei sein sowohl om Di i-
dendenhunge de An eilseigne als auch om be iebsin e nen sozia-
len D uck de A bei nehme sei e.
Nach den Dankeswo en on Rudol Gunze , dem Geschä s üh e
de Adol -Webe -S i ung, an die beiden Re e en en e ö ne e
And eas P edöhl die Diskussion — als e s es übe den Vo ag on
Hans Raupach.
Raupach ha e in seinen Aus üh ungen als einen wesen lichen
Aspek he ausges ell , daß die Dezen alisie ungsbes ebungen in den
sozialis ischen Volkswi scha en die Ra ionali ä de Kapi aldisposi-
ionen nu seh beg enz gewäh leis e en. In de Diskussion wu den
die F agwü digkei eine S eige ung de Leis ungs ähigkei diese
Wi scha ssys eme sowie die G enzen eines Annähe ungsp ozesses an
ma k wi scha liche Sys eme e neu be on . Es wu de da o gewa n ,
o eilig au G und de Libe alisie ungsmaßnahmen, wie sie o allem
in Jugoslawien und de Tschechoslowakei es zus ellen sind, den
Schluß zu ziehen, daß diese Wi scha so dnungen sich ela i schnell
au die ma k wi scha liche Wi scha so dnung hin bewegen. So wies
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602 Be ich e
Rudol Meimbe g (Mainz) da au hin, daß die Ke n agen eines An-
nähe ungsp ozesses ehe im auße ökonomischen, ideologisch-poli i-
schen Be eich lägen, de nu beding om ökonomischen he beein-
luß we de. E gab seinen Zwei eln da übe Ausd uck, daß de An-
nähe ungsp ozeß übe ein bes imm es, eilich schwe bes immba es
Maß hinaus ollziehba is . Solange eine Einpa eienhe scha in
diesen Lände n o liege, sei lau De ini ion des poli ischen Sys ems
ein eminen es Maß an Zen alisie ung on En scheidungen zu e wa -
en, das sich auch au die ökonomische Zielse zung und dami au
die Kapi aldisposi ionen auswi ken we de. Solange es Gemeineigen-
um an P oduk ionsmi eln gebe, übe hie le z en Endes de S aa —
wenn auch in delegie e Fo m — die Funk ionen des Eigen üme s
aus. Dadu ch sei ein seh hohes Maß an zen alisie en En scheidun-
gen übe In es i ionen gegeben.
Von eine ande en Rich ung he , jedoch zu einem ähnlichen E geb-
nis kommend, a gumen ie e Hellmu h Seiden us (Müns e ), de
Zwei el hinsich lich de Fähigkei en de e an wo lichen En schei-
dungs äge ü un e nehme ische Disposi ionen äuße e. Die En al-
ung ech e Un e nehme unk ionen — schöp e ische Ein alls eich-
um und die nö ige Risikobe ei scha — sei on eine Reihe on Be-
dingungen abhängig, die o z alle Re o men nich e üll seien.
So sei de F eihei sspiel aum ü die En scheidungen im Un e -
nehmen imme noch auße o den lich besch änk . Auch s elle e in
F age, ob die sowje ischen Manage be ei s die Fähigkei zu En al-
ung de un e nehme ischen Tugenden besi zen. Vo allem jedoch
sehe e in diesen Wi scha ssys emen keinen ech en Zwang zu
a ionalen En scheidung, wie diese in unse em Wi scha ssys em
du ch die G ößen und Medianismen on Gewinn und Ve lus nach-
d ücklich gegeben sei. E e e e die Meinung, daß die sozialis ischen
Volkswi scha en nach wie o nich übe ökonomische Kennzi e n
e ügen. Zwa we de on Gewinn und Ren abili ä gesp ochen, abe
diese Zi e n wü den au de G undlage on G ößen kalkulie , die
nich s mi ealen Aus ausch ela ionen und Knapphei sp eisen zu un
hä en. Die P obleme zeig en sich in e s e Linie in de Ve meidung
on Kapi al ehllei ungen und de ech zei igen Umlei ung des Kapi al-
einsa zes in die olkswi scha lich „ ich igen" Ve wendungszwecke.
Dahe sei im Zusammenhang mi de F age eine leis ungs ähigen
Kapi aldisposi ion de Hinweis au die öllige Au gabe des plan-
wi scha lichen Sys ems du chaus be ech ig .
Au die Bedeu ung des P i a eigen ums ü das Funk ionie en des
Kapi alma k es und dami au die U sache des Nich unk ionie ens
des op imalen Kapi aleinsa zes in sozialis ischen Volkswi scha en
wies Wol gang Eichle (Bundes e einigung de Deu schen A bei -
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Be i A e 603
gebe e bände) hin. Nu mi Hil e de Ins i u ion des P i a eigen-
ums an P oduk ionsmi eln ließe sich ein unk ions ähige Kapi al-
ma k bilden. Ein wie auch imme zen al gelenk es Kapi al könne die
Vo züge des ma k wi scha lichen Ve eilungsp ozesses on Kapi al
nich e se zen. Die G enzlinie zwischen sozialis ischen und ma k wi -
scha lichen Wi scha so dnungen wü de le z en Endes gescha en
du ch das S aa seigen um eine sei s und das P i a eigen um ande e -
sei s, so un e s ich e neu Raupach den cha ak e is ischen Un e -
schied zwischen den beiden Typen on Wi scha so dnungen. E be-
zeichne e jedoch die Bemühungen o allem in de Tschechoslowakei
und Jugoslawien als e ns zu nehmende Expe imen e, du ch Dezen-
alisie ungsmaßnahmen eine S eige ung in de Ra ionali ä de Wi -
scha sp ozesse zu e eichen.
Ma hias Schmi (AEG F ank u ) e lieh seine Übe zeugung
Ausd uck, daß zwischen den beiden Wi scha ssys emen eine unübe -
b ückba e An inomie, eine „pola e Gegensä zlichkei " bes eh . Bishe
habe man in Rußland und ande en Os blocks aa en nu p oduzie ,
und das, was p oduzie wo den sei, habe man e eil . Nich de P o-
duzen selbs habe es e eil , sonde n die s aa lichen Ve eilungs-
o ganisa ionen. De P oduzen b auch e keine Übe legungen anzus el-
len, ob die P oduk e mi ökonomisch sinn ollen Me hoden he ges ell
wo den seien. Je z müsse man jedoch in diesen Lände n an angen zu
e kau en, d. h. das, was man p oduzie e, müsse man in einem all-
mählich en s ehenden We bewe b in einem Ma k e abse zen, wenn
man nämlich mi kapi alis ischen Lände n übe die G enzen hinweg
zu ech kommen wolle.
In de Beu eilung de Leis ungs ähigkei de sozialis ischen Volks-
wi scha en bes and in de Diskussions unde keine Einhei lichkei .
Rol Funck (Ka ls uhe) be on e in diesem Zusammenhans;, daß es
übe aus schwie ig sei, in bes imm en S adien die ich ige Wi scha s-
o dnung ü eine Volkswi scha zu bes immen. Man könne nich
da übe hinwegsehen, daß die Me hoden de eindeu igen s aa lichen
Lenkung sowie de eindeu igen ma k wi scha lichen Lenkung aus-
eichend gewesen zu sein scheinen, um den echnologischen Rücks and
de eu opäischen Lände und auch de Sowje union gegenübe den
Ve einig en S aa en nahezu au zuholen und den echnischen Fo -
sch i zu übe nehmen und zu ealisie en. Wenn ein Rücks and de
A bei sp oduk i i ä in de Sowje union gegenübe den Ve einig en
S aa en es ges ell we den kann, so könne dies nich ohne wei e es,
so mein e Funck, dem Wi scha ssys em als solchem zuge edine
we den.
Einhei liche Meinung bes and jedoch da übe , daß sich au de
G undlage on S aa seigen um auch du ch Dezen alisie ungsmaßnah-
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604 Be ich e
men, wie sie in den Os blocks aa en p ak izie we den, nich de
G ad an E izienz des Kapi aleinsa zes e zielen läß , wie e ü
Ma k wi scha so dnungen cha ak e is isch is . Kapi alismus ohne
Kapi alis en — de T aum de Re o me in den sozialis ischen Volks-
wi scha en — den kann es nich geben" (Schmi ).
Wie so häu ig in Diskussionen übe das Mi bes immungsp oblem,
besann die Auseinande se zung im Anschluß an die Thema ik des
Re e a s on Edmund Heinen am Be i des P i a eigen ums. Emil
Küng (S . Gallen) s ell e zunächs die Un e scheidung zwischen P i a -
eigen um am E we bs e mögen und P i a eigen um am Konsum e -
mögen he aus. Eigen um am Konsum e mögen gebe es auch in den
Os blocks aa en. Wo um es jedoch en scheidend in de Mi bes im-
mungsdiskussion gehe, seien die En scheidungs ech e, die sich aus dem
P i a eigen um am E we bs e mögen ablei e en. Im Rahmen diese
Eigen ums o m wies Küng o allem au die Di e enzie ung zwischen
dem pe sonenbezogenen Eieen um (Ve mögenss and in eine Einzel-
i ma) und Mi eisen um (Eigen ums e häl nisse z. B. in eine Publi-
kumsak iengesellscha ) hin. Im le z en Falle sei Ve mösensmi eigen-
um ak isch Mi bes immungs ech . Bei de Auseinande se zuno; um
die Einsch änkung de Mi bes immungs ech e aus dem P i a eigen um
müsse man die übe aus bedeu samen Funk ionen beach en, die de
Ins i u ion des P i a eigen ums in de Ma k wi scha zuzuo dnen
seien (Mach unk ion, P es ige unk ion, E ags unk ion und Siche-
ungs unk ion des Eigen ums).
P i a eigen um, so üh e O o Kunze (Deu sche Gewe kscha s-
bund) aus, sei in keine Weise be iedigend im deu schen Rech de i-
nie und gel e als ein wenig; zweckmäßiges Un e scheidungsme kmal
zwischen sozialis ischen und ma k wi scha lichen Wi scha ssys e-
men. Das En scheidende sei nich die Innehabuns des Eigen ums un e
den Ve mögens ech en, sonde n die en scheidende F as-e sei, we die
Ve möj ensdisposi ion besi ze, d. h. we die Be ugnis habe, übe das
Ve mögen zu e ügen. Von diese F age aus komme man au eine
einige maßen gu cha ak e isie e Un e scheidung zwischen dem
S s em de Os blocks aa en und unse em Sys em. Es komme bei de
Un e scheidung wischen den beiden Sys em ypen au den meh ode
wenige g oßen G ad de Dezen alisie ung an.
In de F age, we denjenigen legi imie e, de die Funk ion de?
Un e nehmungslei e s inneha , gip ele das Mi bes immuns sp oblem.
Hie sei scha zwischen dem T äge des Un e nehmens e mögens und
dem T äge de Lei ungs unk ion zu di e enzie en. Kunze wand e
sich gegen die Anschauung, daß de T äge des Un e nehmungs e -
mögens nich nu die Be ugnis habe, übe das Un e nehmungs e mö-
gen, sonde n übe das Un e nehmen schlech hin zu e ügen. E
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Be ich e 605
eile ganz die Au assung on Edmund Heinen, daß das Un e neh-
men eine plu alis ische We schöp ungs e ans al ung is , an de meh-
e e In e esseng uppen be eilig sind, und daß an de Spi ze de
Un e nehmung als wich igs e Ins i u ion das Managemen s eh . Indes,
das s a e Ve ha en da au , daß die Legi ima ion des Managemen s
nu aus dem Eigen um abgelei e wi d, we de dem Bewuß sein des
mode nen Menschen unse e Zei nich meh ge ech . Es könn en
keine Zwei el da übe bes ehen, daß die Lei ung g oße Un e neh-
men auße o den liche Rücksich en au Wünsche und S immung ih e
Belegscha legen müß e. Es d ehe sich nu da um, ob man dieses
soziologische Fak um, das on niemand e ns lich bes i en we de,
nun du ch neue Mi bes immungsgese ze legalisie en solle. Die Plu a-
lis ik de In e essen in eine Un e nehmung sei wi klich da, es age
sich nu , ob man das a ikulie end ane kennen müsse ode ob man
da übe mi ie em S illschweigen hinweggehen dü e. E sp eche dem
Eigen üme an den P oduk ionsmi eln nich alle Legi ima ionsk a
ab, sp eche ihm abe nu eine pa ielle, keine o ale, zu.
Gegen diese Au assung on Kunze wand e sich eine Reihe on
Diskussions eilnehme n. So mein e Eichle , man habe in unse em
Wi scha ssys em sei Jah zehn en den Anhal spunk ü die Legi i-
ma ion eine Un e nehmungslei ung im Eigen um ge unden, weil das
Kapi al imme noch die zweckmäßigs e Hai ungsmöglichkei da s elle.
Man habe sich in unse e Gesellscha so dnung da au geeinig , daß
diese e bindliche Wu zel am bes en jeden alls im Kapi aleigen um
ga an ie sei und da on he gelei e we de, on B e enbu g-Go ssle
(Hambu g) un e s ü z e diese Anschauung. E wa n e da o , dem
Eigen um nu noch eilweise die Legi ima ions unk ion zuzue kennen.
E wa de Meinung, daß das gesam e Sys em unse e Wi scha in
dem Augenblick en scheidend beein äch ig we de, wenn zu de Legi-
ima ion aus dem Eigen um an P oduk ionsmi eln eine ande e Legi-
ima ionsg undlage in E scheinung e e.
Heinen wa die F age au , in welche Phase de indus iellen
Re olu ion man sich gegenwä ig be ände. Reiche die bes ehende ge-
se zliche Regelung de Willensbildung im Un e nehmen aus, um den
wi scha lichen, sozialen und poli ischen An o de ungen de mode -
nen Indus iegesellscha ge ech zu we den? Eine Ve ände ung de
Un e nehmungs e assung s oße au gesellscha spoli ische P obleme
e s en Ranges, die sich eine ein wi scha swissenscha lichen Ana-
lyse en ziehen wü den. Aus seine Sich als Be iebswi scha le
müsse e au die Ge ah e minde e Un e nehme ini ia i e hinwei-
sen, soll e die quali izie e Mi bes immung auch au Mi el- und Klein-
be iebe ausgedehn we den. E be ü ch e dann eine Aushöhlung de
O dnungs unk ion des Eigen ums in diesen Wi scha sbe eichen. Die
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mi dem Eigen ums ech e bundenen En scheidungsspiel äume de
Kapi aldisposi ionen wü den mi g oße Wah scheinlichkei emp ind-
lich eingeeng we den. An Kunze ge ich e , äuße e Heinen die An-
sich , daß im Managemen keine p i ilegie e Schich e ablie sei. Es
seien doch Pe sonen, die eine Be iebs üh ungsquali ika ion e b ach
haben. Soziologisch be ach e s amm en diese Pe sonen aus Beam en-
amilien, Un e nehme amilien ebenso wie aus A bei e amilien.
Au die gesellscha spoli ische Bedeu ung de Mi bes immungs-
p oblema ik ging auch Geo g S ick od (Da ms ad ) ein. Insbeson-
de e gab e seinem Bedaue n da übe Ausd uck, daß man bislang zu-
gelassen habe — e mein e dami den S aa sbü ge und einige Wissen-
scha le —, daß die Diskussionen o nehmlich zwischen den Sozial-
pa ne n — Gewe kscha en und A bei gebe o ganisa ionen — ge-
üh wo den seien. Die Mi bes immung sei nu ein Vo beg i des-
sen, was als Un e nehmungs e assung kommen müsse. Hie müsse
eine s aa sbü ge liche An wo gegeben we den.
In seinen Schlußwo en gab Rudol Gunze seine Übe zeugung
Ausd uck, daß du ch die Auseinande se zung in Re e a en und Dis-
kussion e was dazu beige agen wo den is , o ene F agen eine wis-
senscha lichen Analyse — e n de Ideologie de Tagespoli ik — zu
un e ziehen. Einmal meh zeig e sich das P o esso en-Kolloquium de
Adol -Webe -S i ung als ein wü diges Fo um wissenscha lichen Ge-
dankenaus ausches übe ak uelle wi scha s- und gesellscha spoli-
ische F agen.
Klaus Fäßle , München
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