Klo en, No be
A icle
Zyklus und Poli ik: Zu den U sachen de wi scha lichen
S agna ion
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Klo en, No be (1983) : Zyklus und Poli ik: Zu den U sachen de wi scha lichen
S agna ion, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 16, Iss. 1, pp. 1-15,
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Zyklus und Poli ik: Zu den U sachen
de wi scha lichen S agna ion*
Von No be Klo en, S u ga und Tübingen
I.
Fü jeden, de die Szene in de Bundes epublik beobach e e, wa de
übe aus asche und auch übe aschende Wechsel on op imis ischen E wa -
ungen zu eine ie pessimis ischen Einschä zung de Zukun im Ve lau
dieses Jah es mi Händen zu g ei en. Zu Jah esbeginn wu de allgemein
e wa e , daß die Phase de S agna ion spä es ens in de zwei en Häl e des
Jah es 1982 übe wunden sei, also ein konjunk u elle Au schwung an e po -
as s ehe, ge agen on eine sich e s ä kenden Nach age nach In es i-
ionsgü e n. In den le z en Mona en hö man, on Woche zu Woche sich
e s ä kend, pessimis ische e U eile. E wa e wi d nich meh eine eale
Wachs ums a e on e wa 1 . H. ode meh , sonde n in e wa Null-Wachs um
ode wenige . Be ü ch e wi d, daß die ezessi en Tendenzen an S ä ke
gewinnen könn en und die allgemeinen ökonomischen Ak i i ä en noch
wei e zu ückgehen. Die S immungslage is heu e ged ück wie sel en zu o .
Dabei konn e sich die eupho ische G undhal ung in den e s en Mona en des
Jah es au eine eno me Expansion de Auslandsnach age, o allem im
Jah e 1981, abe au das Jah 1982 übe g ei end, s ü zen; de Ausgleich de
Leis ungsbilanz schien gesiche . Es wa zudem gelungen, den P eisau ieb
zu dämp en; zwa ha e sich die In la ions a e nich seh ausgep äg
zu ückgebilde , abe die Tendenz wa un e kennba . Schließlich sp achen
maß olle Lohnabschlüsse ü eine ühlba e Kos enen las ung und ü e -
besse e E äge im Un e nehmenssek o . Dadu ch und auch sons schien
die Bundesbank meh geldpoli ischen Spiel aum zu ückgewonnen zu
haben, nich zule z ü Zinssenkungen.
Die Rahmenbedingungen ü einen neuen Au schwung schienen e üll ,
das Ansp ingen de In es i ions ä igkei nu noch eine F age de Zei zu
* Übe a bei e e Fassung eines Re e a s anläßlich des 7. Symposiums übe Ope a-
ions Resea ch de Gesellscha ü Ma hema ik, Ökonomie und Ope a ions Resea ch
e.V. in S . Gallen am 19. Augus 1982.
1 K edi und Kapi al 1/1983
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2 No be Klo en
sein. Allen halben wu de en sp echend „in Op imismus gemach ", um das
S immungsbild au zuhellen und die E wa ungen güns ig zu beein lussen.
We sich dagegen wand e, gal als Pessimis . Doch de E olg blieb aus.
Wa um? Obe lächlich gesehen lag es da an, daß die expansi en Nach age-
impulse om Ausland he nich au die Inlandsnach age übe g i en. Im
Gegen eil: Die Inlandsnach age ging bis zule z zu ück. Das wa ühe
ande s. In e gleichba e Konjunk u lage ha eine expandie ende Aus-
landsnach age imme auch die Inlandsnach age beleb und einen Au -
schwung eingelei e . Diesmal is es nich so. Die P oduk ion is je z schon
sei ach Qua alen du ch S agna ion gekennzeichne ; die Ausb ingung im
p oduzie enden Gewe be lag bis zule z knapp 5 . H. un e dem im F üh-
jah 1980 e eich en Ni eau. Nach anhal end schwache Inlandsnach age
zeig sei einigen Mona en auch die Auslandsnach age un e kennba e
Schwäche endenzen. Vo allem abe läß die In es i ionsgü e nach age -
de eigen liche Mo o de konjunk u ellen En wicklung - keine lei Tenden-
zen nach oben e kennen. Wiede um im Gegen eil: Die Inlandsnach age
nach E zeugnissen de In es i ionsgü e he s elle geh sei F ühjah 1980
un e Schwankungen zu ück, 1981 e wa um 3 . H., 1982 wohl mindes ens
um 5 . H.
Das ausgep äg ged ück e In es i ionsklima e klä , wa um die Schwä-
chephase so lang und o ensich lich so schwe zu übe winden is . Abe was
bes imm nun die anhal ende In es i ionsunlus ? Wa um se z die Wi -
scha schon sei einigen Jah en so wenig au Expansion? Die F age is
zunächs und o allem eine He aus o de ung an die Wi scha spoli ik; sie
is es abe nich minde ü die Wi scha s heo ie. Denn wenn gleiches in
e gleichba en konjunk u ellen Phasen noch nich zu beobach en wa ,
wenn also die wi scha liche En wicklung ande s e lie , als sie allgemein
p ognos izie wu de, dann zeug dies on P ognosei üme n übe Disposi-
ionen im p i a en Sek o , o allem übe In es i ionsen scheidungen, die
ih e Na u nach allemal zukun so ien ie , also e wa ungsabhängig sind.
Demnach is zu agen, was denn die E wa ungen de p i a en Wi scha s-
ak eu e bes imm e. Und zu agen is zudem, welchen Ein luß die E wa -
ungen au das a sächliche Ve hal en gehab haben. Konk e e : Spiegel e
die E wa ungsbildung o wiegend die Fak en de Ve gangenhei und
dami Ve lau s o s ellungen übe den konjunk u ellen P ozeß wide ode
wu de die E wa ungsbildung o wiegend du ch das U eil übe die wah -
scheinlichen E gebnisse de Wi scha spoli ik, de en E izienz ode Ine i-
zienz, bes imm ? Im le z en Falle sind E wa ungen endogene G ößen eines
Sys ems de poli ischen Willensbildung. Beide G undposi ionen lassen sich
mi den Beg i en „Zyklushypo hese" eine sei s und „Poli ikhypo hese"
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Zu den U sachen de wi scha lichen S agna ion 3
ande e sei s au je eine Ku z o mel b ingen. Dem P oblem widme sich
un e ande em ein Teil de neue en geld heo e ischen Li e a u ; die E geb-
nisse sind o enba on e heblichem Gewich ü die p ak ische No enbank-
poli ik1, speziell ü die Wi ksamkei o angekündig e Geldmengenziele.
n.
Nach de zykluso ien ie en E klä ung, die in le z e Zei e meh
Anhänge inde , be inden wi uns im Tie punk eines Jugla -Zyklus, de in
e wa mi dem Tie punk eine langen, eine Kond a ie -Welle, zumindes
mi einem Punk schon wei au dem ab allenden As de Ku e, zusammen-
äll 2. De analy ische Ansa z en sp ich wei gehend demjenigen on
Schumpe e bei de E klä ung de K ise An ang de 30e Jah e. Wegen de
meh ode wenige mechanis ischen Be ach ung wi d die ezessi e En -
wicklung de le z en Jah e so zu einem wei gehend unen innba en Schick-
sal; abe de a wi d auch in Aussich ges ell , daß sich die Lage ohne iel
eigenes Zu un e besse n wi d - nämlich in dem Maße, in dem sich die Kon-
d a ie -Welle wiede au schwing und die Tie punk e des Jugla -Zyklus
mi nach oben zieh .
De poli iko ien ie e E klä ungsansa z sieh demgegenübe in de gegen-
wä ig schlech en Ve assung de Wi scha o allem eine sys ema ische
Reak ion des p i a en Sek o s au die Wi scha spoli ik; e basie au de
Vo s ellung, daß die Disposi ionen de P i a en, insbesonde e de Un e -
nehmen, au Schwankungen de Gesam nach age zu ö de s on ih em
U eil übe die s aa liche Wi scha spoli ik bes imm we den. Ve sag de
S aa in de S abilisie ungspoli ik, komm es also zu Fehlen scheidungen,
die Fehlen wicklungen ini iie en, und wiede hol sich dies, dann komm es
auch zu einem Ve lus an Ve auen in den S aa übe die konjunk u ellen
Zyklen hinweg. De Ve auens e lus läß sich als eine A T endphänomen
in e p e ie en. E is besonde s ie g ei end, wenn es zu schwe en s uk u-
ellen Ve we ungen gekommen is und sich schon e hä e e E wa ungen,
e wa In la ionse wa ungen, noch wei e e es igen, wenn also die P o-
bleme o enba nu du ch ein konsequen es s aa liches s abilisie ungspoli-
isches Handeln übe Jah e hinweg zu lösen sind. Denn dann is eine P o-
blemlösung allein du ch den zyklischen Ablau nich meh wah scheinlich.
1 u.a. Ba o (1976), Lucas (1972), Lucas (1977), McCallum (1977), Sa gen (1973),
Tobin (1979), Tobin (1981), gl. auch die Übe sich bei Hi schlei e , Riley (1979).
2 Eine Diskussion dieses Ansa zes inde sich un e ande em bei Mensch (1976),
Nullau (1976) und Weins ock (1976), gl. auch In e na ional Cu ency Re iew (1978).
l
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4 No be Klo en
Dessen wa en sich e wa Gisca d d'Es aing und Ba e bei ih em s abilisie-
ungspoli ischen P og amm bewuß ; sie un e schä z en dennoch die
Schwe e de Au gabe und den Zei beda ü ih e Lösung. Dies gil , jeden-
alls im G undsa z, auch ü den Ve such Ma g e Tha che s, das Tempo de
Gelden we ung in G oßb i annien zu d osseln und zugleich die We be-
we bs ähigkei de englischen Indus ie wiede he zus ellen. Daß auch die
„Reagonomics" dispa a e P og ammelemen e en hiel en, o allem den
unabdingba de la ionä en D uck eine s ingen en s abilisie enden Poli ik
au P oduk ion und Beschä igung un e schä z en, is eben alls mi le weile
e iden gewo den.
Wo um es bei dem poli iko ien ie en E klä ungsansa z geh , ha Ma in
Baily in einem illus a i en Beispiel mi de Wi kung de Einlagensiche ung
im Bankwesen e glichen3. Un e s ell , Einlagensiche ungs onds und
Ga an ie e bunde gewäh leis e en eine Vielzahl on Einlege n die Siche -
hei ih e Gelde , die sie bei den Banken deponie haben, dann en äll
o enba de Anlaß zu einem „Run" au die Banken, wenn eine Bank ins
Ge ede ge ä , so wie das zule z in unse em Lande anläßlich des Fallisse-
men s de Kölne He s a bank im Jah 1974 zu beobach en wa . Die Exi-
s enz eine Einlagensiche ung bewi k also schon ü sich, daß die Fälle, in
denen sie in Ansp uch genommen wi d, ga nich e s au e en.
Au die S abilisie ungspoli ik übe agen, heiß das mu a is mu andis:
Haben die p i a en Wi scha sak eu e das Ve auen, die am liche Wi -
scha spoli ik we de eine ie e Rezession ode eine sich beschleunigende
In la ion e hinde n, wi d also meh ode wenige mi eine Ve s e igung
de gesam wi scha lichen En wicklung ge echne , dann wi d das allein
schon bewi ken, daß die P i a en ih e Disposi ionen nich au diese E en ual-
älle aus ich en. Ein Rückgang de Gesam nach age wi d wegen des im
ganzen o he schenden Ve auens in die E izienz de s aa lichen S abili-
sie ungspoli ik nu als o übe gehend angesehen; de Nach ageschwund
üh somi auch nich zu d as ischen Einsch änkungen de In es i ions-
budge s; die s aa liche Wi scha spoli ik wi d du ch die Reak ion de P i-
a en un e s ü z . Manches sp ich da ü , daß dies im Janua und He bs
1967 in de Bundes epublik so wa . Komm es abe zu eine E osion des Ve -
auens in den S aa , dann s oßen s aa liche, s abilisie end gedach e Maß-
nahmen ins Lee e, weil die P i a en ande s eagie en, als dies die poli i-
schen Ak eu e e wa e haben, ode weil sich soga als Folge on Le np o-
zessen bei den P i a en de en Ve hal ensweisen - meh ode wenige ausge-
p äg - geände haben. Welche de beiden E klä ungsansä ze kann heu e
3 Baily (1978) 13 .
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Zu den U sachen de wi scha lichen S agna ion 5
ü sich beansp uchen, übe legen zu sein? Fü beide sp ich o enba je ein
spezi isches P o und Con a. Und wie imme s ell sich in beiden Fällen die
F age de Ve i ika ion und de Falsi ika ion, dami de U eilsk i e ien.
Dabei soll e es nich übe aschen, wenn Phänomene, die p ima is a ü
einen de E klä ungsansä ze sp echen, bei nähe em Hinsehen auch als Beleg
ü die zwei e Hypo hese he angezogen we den können.
Ve e e de Poli ikhypo hese e weisen e wa au olgenden Sach e hal :
Regis ie ein Un e nehmen, daß die Nach age nach seinen P oduk en im
Ge olge eine allgemeinen Nach ageschwäche zu ückgeh , dann ha es d ei
Möglichkei en, sich anzupassen:
- Es p oduzie e meh au Lage ; ein Lage au bau üll die Lücke zwi-
schen Nach age und P oduk ion;
- es e kü z die A bei szei de Beschä ig en; Übe s unden we den abge-
bau und Ku za bei wi d einge üh ;
- es en läß A bei sk ä e.
Die A de Reak ion des Un e nehmens häng da on ab, ob mi eine Ve -
es igung de Nach ageschwäche ode mi de en Au lösung in nahe
Zukun , also mi eine e neu en Expansion de gesam wi scha lichen
Nach age ge echne wi d. Is das le z e e de Fall, dann wi d nu wenig zu
En lassungen geg i en; es bes eh die Be ei scha zu einem Lage au bau,
und als un e meidba e ach e e P oduk ionseinsch änkungen we den mi
eine Zunahme de Ku za bei e bunden sein. Alles das sind o enba
Implika ionen, die empi ische Beobach ung zugänglich sind.
Ein Blick au die Lage am deu schen A bei sma k s ü z die Ve mu ung,
daß die Ve hal ensweisen de Un e nehmen in de gegenwä igen Rezession
ande s sind als in de Rezession de Jah e 1974/75. Im Du chschni des Jah-
es 1975 wa en e was meh als 1 Mill. Menschen a bei slos, und 775 000
wa en damals on Ku za bei be o en; das Ve häl nis on A bei slosen zu
Ku za bei e n be ug e wa 1,3 :1 - eine e gleichsweise güns ige Rela ion,
die iel Ve auen in die S abilisie ungspoli ik o enba e. In de Jah es-
mi e 1982 ha en wi dagegen - saisonbe einig - meh als 1,8 Mill. A bei s-
lose; die Zahl de Ku za bei e lag nu bei und 430 000. Diesmal sind also
4mal so iel Menschen a bei slos wie A bei nehme ku za bei en. In Baden-
Wü embe g, dem Land, das au g und seine S uk u besonde s sensibel
au Konjunk u schwankungen eagie , be ug die Zahl de A bei slosen
1975 und 130 000, wäh end die Zahl de on Ku za bei be o enen Men-
schen mi und 185 000 wei höhe lag. Gegenwä ig ha sich die Rela ion
umged eh ; e was meh als 160 000 A bei nehme sind a bei slos, die Zahl
de Kü za bei e be äg nu und 90 000.
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6 No be Klo en
Diese Da en legen den Schluß nahe, daß die Un e nehmen die de zei ige
Nach ageschwäche nich nu als o übe gehend be ach en, sonde n als
noch einige Zei anhal end. Das belegen auch die Lage disposi ionen de
Un e nehmen, die diesmal eben alls ande s e lau en, als in de Rezession
1974/75. Von He bs 1979 an bis Ende 1980 wu den, den Angaben des I o-
Ins i u s zu olge, die Läge wiede au gebau ; on da ab kam de Lage au -
bau zum S ills and, und zwa schon au einem Ni eau, das den We des
Jah es 1975 um einiges un e sch i . T o zdem we den sei e wa Mi e 1981
en gegen de u sp ünglichen Annahme de P ognos ike die Fe igwa en-
läge wei e abgebau .
Alles in allem e gib sich ein Bild, das ü die Rich igkei de Poli ikhypo-
hese zu sp echen schein . Das mag auch so sein, doch dü e sich au dem
ab allenden As eine Kond a ie -Welle, also in eine S ockungsphase, in
de die konjunk u ellen Abschwünge in ensi e e lau en und länge anhal-
en als die konjunk u ellen Au schwünge, eine ganz ähnliche Lage e geben.
Auch hie dü e es als Folge - je z zyklusbeding - imme wiede en -
äusch e E wa ungen zu Ni eau e schiebungen bei de Nach age und
en sp echend in de P oduk ion kommen; die Wachs umse wa ungen
gehen dann endmäßig zu ück; die un e nehme ischen Disposi ionen s el-
len sich da au ein.
Wenn abe in einem Land die ezessi e G und endenz, wenn insbesonde e
die ge inge In es i ionsneigung hie zyklusbeding sein soll e, dann müß e
sich in den ande en Indus ies aa en in e wa ähnliches zeigen. Das gil auch
ü den Fall, daß man sich nich on de Vo s ellung eines wel wei en Kon-
junk u gleichsch i es lei en läß . De in e na ionale Konjunk u e bund
is heu e so eng, daß sich kein Land on eine endmäßigen Ve langsamung
de wi scha lichen En wicklung abkoppeln könn e.
Nun is in de Ta gegenwä ig allen halben eine ausgep äg e Dämp ung
des wi scha lichen Wachs ums zu beobach en; selbs Japan is da on nich
ausgenommen. Bei sei einige Zei schon ehe zu ückhal enden Vo aus-
schä zungen is heu e mi eine wei e en Ko ek u nach un en zu echnen.
Übe all sind die noch o ku zem meh ode wenige op imis ischen P og-
nosen mi le weile obsole gewo den, nich zule z in den Ve einig en
S aa en. In den Da en könn e man also auch einen zwingenden Beleg ü die
Zyklushypo hese sehen.
Doch dagegen is wiede um einzuwenden, daß es sei Ende de 60e Jah e
in as allen Lände n wei meh als zu o zu undamen alen s abilisie ungs-
poli ischen Fehle n gekommen is :
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Zu den U sachen de wi scha lichen S agna ion 7
- Ich e weise o allem au den wel wei en in la o ischen P eisau ieb.
Das In la ionsp oblem wu de in den 70e Jah en wel wei zum dominan-
en endmäßigen Phänomen. E s ab Mi e 1974 se z e sich - un e dem
Schock des e s en Ölp eisdik a es und seine Folgen - die Einsich du ch,
daß das e eich e In la ions empo zu eine De ou ie ung de Volkswi -
scha en und auch zu poli ischen Des abilisie ung de Gesellscha en
üh en müsse. Sei dem ha das Ringen um eine Wiede he s ellung de
Geldwe s abili ä im Sinne „ ole able " In la ions a en in den meis en
Indus ies aa en P io i ä . Fas übe all, au ela i nied igem Ni eau
selbs in Japan, de Bundes epublik und selbs in de Schweiz, kam es
inzwischen zu an iin la ionspoli ischen Kampagnen, die indes in ielen
unse e Pa ne lände n jeweils mi eine meh ode wenige deu lichen
Kapi ula ion ende en. Das Resul a wa en dann wei e e es ig e In la-
ionse wa ungen bei gleichzei ig hohen In la ions a en und hohen Nomi-
nalzinsni eaus. Daß un e diesen Bedingungen s abilisie ungspoli ische
E olge nu bei gleichzei ige Hinnahme eines ausgep äg en D ucks au
P oduk ion und Beschä igung zu e zielen sind, muß en einige Lände
e s un e Schme zen le nen. Dazu gehö en un e ande em F ank eich,
sodann G oßb i annien und gegenwä ig insbesonde e die Ve einig en
S aa en. E s e E olge zeichnen sich hie ab; doch ein daue ha e E olg
is noch keineswegs gesiche .
- Sodann e weise ich au die Mise e de Finanzpoli ik de wei aus g oßen
Meh hei de S aa en; in ihnen kam es o allem in de zwei en Häl e de
70e Jah e bis heu e anhal end zu eine eno men Neu e schuldung bei
gleichzei ige Zunahme des An eils des ö en lichen Sek o s am Sozial-
p oduk , nich zule z übe die Pa a isci. Nach Jaques de La osiè e, dem
Managing Di ec o de In e na ionalen Wäh ungs onds, ha "o e he
pas decade he iscal de ici as a pe cen age o GNP oughly doubled o
he wo ld as a whole" ... "Fo some indus ial coun ies, he inc ease is
much mo e d ama ic4." Die eigen liche U sache ü die " iscal imbalan-
ces" sieh de La osiè e "... in he changing a i udes is-à- is he p ope
ole o he go e nmen and in he esponse on he pa o policy make s o
hose changing a i udes5". Dies ha den Spiel aum de Finanzpoli ik
bed ohlich eingeeng mi de Folge: "The eedom o go e nmen s o use
iscal policy in a coun e cyclical sense has i ually disappea ed6." Die
poli ische Quin essenz lieg au de Hand: Zu de Bü de, den P eisau -
4 de La osiè e (1982) 1.
5 de La osiè e op. ci .
6 de La osiè e (1982) 4.
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8 No be Klo en
ieb daue ha zu dämp en, a eine ande e, ehe noch schwe e zu a-
gende hinzu, nämlich diejenige, die ö en lichen Haushal e in eine ezes-
si en Phase zu konsolidie en. Doch konsequen o de de La osi& e on
den be o enen Lände n: "They should a emp o egain ha eedom by
pu suing policies ha educe iscal de ici s7." Beides, die an iin la ions-
poli ische und die konsolidie ungspoli ische Au gabe zusammen, s ell
die mode nen Gesellscha en o as unlösba e P obleme. Sie o zdem
ene gisch anzugehen, heiß - auch wegen mögliche Selbs e s ä kungs-
p ozesse im Wel maßs ab in Ve bindung mi de zunehmenden Ne osi ä
an den in e na ionalen Geld- und Kapi almä k en und mi Ve hal ens-
ände ungen po en ielle Anlege - k isenha e Zuspi zungen zu iskie en.
- Wei e e weise ich au die Kon lik e, die sich aus dem heu igen
Ansp uchs e hal en gesellscha liche G uppen und dem ak uellen Ve -
eilungsgeschehen ü eine Volkswi scha e geben. Einkommenspoli-
isch ehl e es in den le z en Jah en an eine adäqua en Anpassung an die
neuen wel wi scha lichen Bedingungen. Bei uns wie in ielen ande en
Lände n ielen die Lohnabschlüsse zwa wesen lich nied ige aus als in
de Ve gangenhei , doch dami be inden sie sich noch imme nich im
Einklang mi den neuen gesam wi scha lichen Da en. Das E gebnis wa
ein ie gehende p o i -squeeze. In de Bundes epublik nahmen die
Gewinne zwischen 1979 und 1981 eal um ca. ein Vie el ab; das muß e
sich au das In es i ions e hal en im p i a en Sek o auswi ken. Abe
wich ige is wohl, daß sich bis zu S unde in Wes deu schland wie in ie-
len ande en Lände n kaum eine E holung de In es i ionsbe ei scha
abzeichne - doch das is eben nich allein dem einkommenspoli ischen
Geschehen zuzu echnen.
- Schließlich e weise ich au OPEC I und OPEC II. Als exogene Schocks
sind sie Ausd uck eines a bi ä en poli ischen Handelns. Indem du ch sie
wesen liche Bedingungen in den wel wi scha lichen Beziehungen geän-
de wu den, s ell en sie eine auße o den liche He aus o de ung an die
ölimpo ie enden Lände da . Zumeis wu de abe alsch eagie . Die
Bundes epublik wie auch die Schweiz schneiden noch ela i gu ab bei
OPEC I; bei OPEC II lag die Bundes epublik schon wei hin e Japan, das
sich as wie im Leh buch au die neue Lage eins ell e. Bei uns wa es o
allem inanz- und einkommenspoli isch nich gelungen, dem e neu en
Zug i de Ölexpo eu e au das inländische Sozialp oduk zu en sp e-
7 de La osiè e op. ci .
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Zu den U sachen de wi scha lichen S agna ion 15
e idence a e e alua ed. S a is ical ac s suppo he iew ha o some ex en expec-
a ions a e guided by es ima es o he e iciency o economic policy. Thus he de ec s
o economic policy in he se en ies o e a plausible explana ion why p i a e
economic beha iou has changed and is less s abilizing han in p e ious pe iods.
Résumé
Cycle e poli ique: à p opos des causes de la s agna ion économique
L'a icle ai e de p oblèmes ac uels du sys ème de ma ché dans les pays in-
dus ialisés e s'in é esse plus pa iculiè emen aux an icipa ions des agen s écono-
miques p i és e à leu in luence su l'ac i i é économique globale ainsi que su la
p opension à in es i . Deux hypo hèses son élabo ées ela i emen à la o ma ion
des an icipa ions e à leu é idence empi ique. La s a is ique é aie l'a is que jusqu'à
un ce ain deg é, les an icipa ions son emp ein es de l'é alua ion des capaci és
p oduc i es de la poli ique économique. C'es pou quoi les e eu s de la poli ique
économique des années 70 o en une explica ion plausible de la modi ica ion du
compo emen de l'économie p i ée e d'une moind e con ibu ion à la s abilisa ion
qu'au cou s des pé iodes an é ieu es.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.16.1.1 | Gene a ed on 2023-01-16 12:48:35