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Zehn Jahre "Wir schaffen das": Lehren aus und über Migrationsforschung

Author: Heidland, Tobias
Publisher: Warsaw: Sciendo
Year: 2025
DOI: 10.2478/wd-2025-0162
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/330846/1/10.2478_wd-2025-0162.pdf
Heidland, Tobias
A icle
Zehn Jah e "Wi scha en das": Leh en aus und übe
Mig a ions o schung
Wi scha sdiens
Sugges ed Ci a ion: Heidland, Tobias (2025) : Zehn Jah e "Wi scha en das": Leh en aus und übe
Mig a ions o schung, Wi scha sdiens , ISSN 1613-978X, Sciendo, Wa saw, Vol. 105, Iss. 9, pp.
628-631,
h ps://doi.o g/10.2478/wd-2025-0162
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/330846
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Wi scha sdiens 2025 | 9
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© De /die Au o :in 2025. Open Access: Diese A ikel wi d un e de
C ea i e Commons Namensnennung 4.0 In e na ional Lizenz e ö -
en lich (c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de).
Open Access wi d du ch die ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um
Wi scha ge ö de .
DOI: 10.2478/wd-2025-0162
Wi scha sdiens , 2025, 105(9), 628-631
JEL: F22, J68, O15
Tobias Heidland
Zehn Jah e „Wi scha en das“: Leh en aus und
übe Mig a ions o schung
Wie wi ksam is Mig a ionspoli ik in de S eue ung on Mig a ionss ömen? Die neue e
Fo schung zeig , dass Poli ik Mig a ionsp ozesse beein lussen, sie abe nich olls ändig
s eue n kann. Maßnahmen, die ehe symbolische Na u im Zielland sind, en al en
beg enz e Wi kung au Mig a ionsen scheidungen. Diese we den he e ogen ge o en.
Neben ökonomischen E wägungen p ägen Ne zwe ke, No men, Siche hei , Geschlech und
Bildung die En scheidung zu gehen und die Wahl des Ziellandes. Push-Fak o en wie Kon lik e
ode Ve olgung bleiben zen ale T eibe , die sich poli isch nu beg enz du ch das Zielland
beein lussen lassen. Diese sind o wich ige als Pull-Fak o en, um die sich die poli ische
Deba e in Deu schland o wiegend d eh .
P o . D . Tobias Heidland is Di ek o des
Fo schungszen ums In e na ionale En wicklung
am I W in Kiel.
Als Angela Me kel im Sep embe 2015 den Sa z „Wi
scha en das“ p äg e, s and Deu schland im Zen um ei-
ne his o ischen Mig a ionsbewegung. Inne halb wenige
Mona e kamen Hunde ausende Ge lüch e e aus Sy ien,
A ghanis an und ande en K isen egionen. De Sa z wu de
zu einem Symbol und wi d noch imme im Zusammen-
hang mi In eg a ion genu z – o mi nega i e Konno-
a ion.
Regelmäßige Hil e u e de Kommunen zeigen, dass übe
allem die F age schweb : Wie iele Menschen kommen ei-
gen lich in Deu schland im Kon ex Asyl und Fluch an?
Im Ve gleich zu dominie enden Deba e übe Fluch und
Asyl wi d wenige übe A bei s- und Bildungsmig an en
gesp ochen, obwohl Einigkei bes eh , dass Deu schland
hie zusä zliche Zuwande ung b auch . In diesem Bei ag
geh es wenige um das Thema Fachk ä egewinnung,
sonde n o allem um i egulä e Mig a ion – also jene Pe -
sonen, die ohne gül iges Visum bei uns ankommen und
dann o Asyl bean agen.
Zehn Jah e nach Me kels „Wi scha en das“ is es ein
gu e Zei punk , Bilanz zu ziehen, was wi sei he gele n
haben. Wie e en Menschen Mig a ionsen scheidungen,
welche Rolle spiel Poli ik ü die S eue ung on Mig a ion
und welche Leh en e geben sich da aus ü die Deba e
um Push- und Pull-Fak o en?
Poli ik und ih e Wi kung au Mig a ion
Ein e s e wich ige Be und de le z en Dekade is , dass
Poli ik mäch ig is . In eine o ku zem e schienenen
S udie haben Jaspe Tjaden und ich un e such , ob die
O enhei signalisie ende Poli ik de Bundes epublik im
Sep embe 2015 zu lang is ig meh i egulä e Mig a-
ion ge üh ha (Tjaden & Heidland, 2024). Wi kamen
zum E gebnis: Es gab keinen lang is igen Pull-E ek , de
Deu schland a ak i e gemach hä e und so die Zahl
de Ge lüch e en nach Deu schland signi ikan e höh
hä e. Symbolische Maßnahmen, wie das be ühm e Sel ie
de Kanzle in, die ku z is ig in Mediena ikeln und Poli ik
als wi kmäch ige Pull-Fak o disku ie wu den, wu den
o enba du ch gegenläu ige Poli ikmaßnahmen gekon-
e . Ein zen ales Beispiel wa das EU-Tü kei-Abkommen
on 2016. Dieses Abkommen so g e ü einen d as ischen
Rückgang i egulä e Ankün e übe die Ägäis, indem es
die E olgswah scheinlichkei ü Mig an en senk e.
Nich sdes o o z gib es ande e Lang is e ek e eine o -
enen Poli ik, z. B. Ne zwe ke ek e: Wenn beispielsweise
Familienmi gliede ode schlich eine g öße e Diaspo a
o O sind, äll die In eg a ion leich e und man mig ie
ehe in das en sp echende Land (McKenzie & Rapopo ,
2007).
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 629
Zei gesp äch
Ak uell is das Thema de Sozialleis ungen ü
Asylbewe be :innen poli isch hoch im Ku s. Ein ge ne zi-
ie es Beispiel is das dänische: Age snap e al. (2020)
legen nahe, dass igide Poli iken einen absch eckenden
E ek haben. Abe diese E ek wi k ehe umlei end. Die
dänische Poli ik, Sozialleis ungen ü Asylbewe be :innen
zu kü zen, ha e kaum Ein luss au das „Ob“ de Mig a-
ion, sonde n e ände e o allem die Ve eilung inne -
halb Eu opas. Zugleich wu de die In eg a ion e schwe
(A end e al., 2022). Auch ak uelle expe imen elle S udien
(Bebe e al., 2024) legen nahe, dass sich wenig an den
g undlegenden Mig a ionsabsich en ände , wenn man
den Zugang zu Sozialleis ungen kü z . Die Leh e aus die-
sem poli isch wich igen Beispiel is eindeu ig: Poli ik kann
Mig a ionsbewegungen beein lussen. Es schein abe
nich so simpel zu sein, dass Menschen ein ach im He -
kun sland bleiben.
Wie Menschen Mig a ionsen scheidungen e en
Um besse zu e s ehen, wie Poli ik wi ken kann, lohn
es sich, einen Blick da au zu we en, wie Menschen Mi-
g a ionsen scheidungen e en. Hie ha die Fo schung
in den le z en Jah en g oße Fo sch i e gemach . Die
ökonomische Mig a ions o schung ha me hodisch und
inhal lich eno m an Tie e gewonnen. Klassische ökono-
mische Modelle, wie sie on Sjaas ad (1962), Ha is und
Toda o (1970) und auch Bo jas (1987) en wickel wu den,
be ach e en Mig a ion zunächs als a ionalen Ak de
Nu zenmaximie ung des Indi iduums und okussie en
dabei au die mone ä e Dimension: Pe sonen e gleichen
ih e wa e es Einkommen am Zielo mi den Kos en de
Mig a ion und en scheiden dann, ob sich die Mig a ion
lohn . Spä e e A bei en, e wa die New Economics o La-
bo Mig a ion (S a k & Bloom, 1985), wei e en diesen Blick
und be on en die Rolle on Haushal en, die Mig a ion
als S a egie zu Risikodi e si izie ung und zum Zugang
zu K edi en einse zen. Viele Haushal e nu zen Mig a ion
nich p imä als Suche nach höhe em Einkommen, son-
de n als Ve siche ung gegen Einkommensaus älle ode
Schocks (Mo en, 2019; Meghi e al., 2022). Hinzu kamen
Einsich en übe die Bedeu ung on Ne zwe ken, die Kos-
en senken und Chancen e ö nen (McKenzie & Rapopo ,
2007), sowie die Rolle indi iduelle P ä e enzen wie Risi-
koa e sion ode Zei p ä e enz (Jaege e al., 2010).
Doch auch diese Ansä ze blieben o au eine ehe homo-
gene Logik besch änk . Sie un e s ellen, dass alle po en-
ziellen Mig an :innen ih e En scheidungen au die gleiche
Weise e en. Jünge e Fo schung zeig jedoch, dass
dies ein Ze bild is . Labo expe imen e on Ba is a und
McKenzie (2023) e deu lichen e wa, dass ein Teil de Be-
ag en in Kenia nich p imä Einkommensmaximie ung,
sonde n Kos enminimie ung (e wa ü die Reise) be eib .
Auch eigene, seh ak uelle Un e suchungen aus Ke-
nia und Nige ia (De le sen e al., 2025a; De le sen e al.,
2025b) zeigen Ähnliches, nämlich dass sich indi iduelle
En scheidungslogiken deu lich un e scheiden. Manche
Indi iduen olgen eine um assenden Nu zenmaximie-
ung, bei de iele Fak o en in die Abwägung ein ließen.
Ande e konzen ie en sich au den einen mone ä en
Ne oe ag, wiede ande e minimie en s ik Risiken wie
die Wah scheinlichkei zu s e ben ode zu ückgeschick
zu we den. Eine ie e G uppe okussie sich konse-
quen au Kos enminimie ung. Schließlich gib es auch
Menschen, die unabhängig on allen A ibu en imme
ode nie mig ie en wü den. Diese Un e schiede sind kei-
neswegs zu ällig. Höhe gebilde e und geduldige e Men-
schen legen s ä ke es Gewich au lang is ige Siche hei
und legale Au en hal sop ionen. F auen eagie en in un-
se em Expe imen besonde s sensibel au die gesell-
scha liche Au nahme im Zielland (die be ühm e „Willkom-
menskul u “).
Da übe hinaus p ägen unse en E gebnissen zu Folge
soziale No men und Na a i e das En scheidungskalkül.
Wenn unse e Teilnehmenden be ich en, dass in ih e Um-
gebung Mig a ion als Zeichen on Eh geiz und E olg gil ,
sind Menschen isikobe ei e . Wo Rückkeh e :innen s ig-
ma isie we den, s eig die Be ei scha , hohe Risiken in
Kau zu nehmen – man muss es i gendwie scha en, um
nich das Gesich zu e lie en. Umgekeh dämp en es-
ik i e No men – e wa gegen die Mig a ion on F auen
– die Mig a ionsneigung. Auch E wa ungen übe die Zu-
kun spielen eine zen ale Rolle: We pessimis isch au
die wi scha liche En wicklung im He kun sland blick ,
sieh Mig a ion ehe als einzige Op ion, selbs wenn die
objek i en Fak en nich ande s sind als bei den Mi bü -
ge n. Ve ze e In o ma ionen übe A bei smöglichkei en
ode ech liche Zugänge im Ausland beein lussen diese
Wah nehmungen zusä zlich.
Mig a ions o schung wächs zusammen
Die ökonomische Mig a ions o schung is zunehmend
on ande en Sozialwissenscha en beein luss und p o-
i ie on de Zusammena bei auch mi quali a i Fo -
schenden in G oßp ojek en. Gene ell kann man sagen,
dass die Mig a ions o schung imme s ä ke zusammen-
wächs . Sozialwissenscha liche Ansä ze e gänzen und
be eiche n heu e die ökonomischen Pe spek i en. Die
empi ischen Ansä ze gleichen sich an. Und auch konzep-
ionell beweg man sich langsam au einande zu. Ein bei-
spielha e B ückenbaue is das „Aspi a ion/Capabili y“-
Modell: Mig a ion häng in diesem Ansa z sowohl om
Willen, also de Aspi a ion, als auch on den ealen Mög-
lichkei en, also de Abili y, ab (Ca ling, 2002; de Haas,
2021). Das is ga nich wei on den ökonomischen S an-
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Zei gesp äch
da dmodellen weg, e laub abe meh Tie e, da es auch
die F age s ell , we übe haup eine Aspi a ion en wickel
zu mig ie en und wa um.
Mig a ionsen scheidungen sind also nich ein mone ä
ge ieben. Ökonomische Mo i e können eine Rolle spielen,
ge ade bei Menschen, die liehen, s ehen jedoch Push-
Fak o en wie Kon lik e, Gewal ode Umwel ka as ophen
im Vo de g und (Neumaye , 2005; Giménez-Gómez e al.,
2019). Bei wei em nich jede und jede will gehen (Schewel,
2020). Viele, die wollen, können nich – sei es aus inanzi-
ellen G ünden ode weil sie nich be ei sind, ohne legalen
S a us zu mig ie en (De le sen e al., 2022). Wohin es dann
konk e geh , häng on den Möglichkei en (Capabili ies)
ab und auch diese En scheidung is komplex. Beine e al.
(2025) zeigen beispielsweise, dass Mig an :innen nich ein-
ach zwischen zwei Al e na i en abwägen, sonde n in kom-
plexen Subs i u ionsmus e n handeln. Solche E kenn nis-
se sind besonde s wich ig ü die eu opäische Poli ik, weil
sie zu e klä en hel en, wa um es ik i e e Asylgese ze in
einem Land nich au oma isch zu eine p opo ionalen Um-
lei ung in Nachba lände üh en.
Me hodisch gib es in den le z en Jah en zwei wich ige
Neue ungen: Zum einen we den Da en zu Mig a ionsas-
pi a ionen in de Ökonomik b ei e akzep ie . Ähnlich wie
in Teilen de Mak oökonomik we den Um ageda en zu
Wah nehmungen und P ä e enzen s ä ke be ücksich ig .
Me hodisch ha sich die Mig a ions o schung in den le z-
en Jah en s a k wei e en wickel . Conjoin -Expe imen e
haben das Repe oi e e wei e , weil sie e lauben, den
Ein luss einzelne A ibu e au die P ä e enzen oneinan-
de zu ennen. Dami lassen sich Mechanismen iden i i-
zie en, die in klassischen Um agen ode Mak oanalysen
unsich ba bleiben. Gleichzei ig bleiben diese e ablie en
Ansä ze un e zich ba , um ein olls ändiges Bild zu e -
hal en. Die Me hoden en wickeln sich lau end wei e . Di-
gi ale E hebungen übe soziale Medien, mi denen man
Menschen in schwie ig zu e eichenden Gebie en kos en-
güns ig auch mi expe imen ellen S udien be agen kann
(De le sen e al., 2025a), we den e mu lich ein wich ige
Teil de kün igen Mig a ions o schung.
Zusammenge ass e gib sich im Jah 2025 ein nuancie -
e es Bild de Mig a ionsen scheidungen, als es noch o
zehn Jah en in de Ökonomik o he sch e: Menschen
un e scheiden sich g undlegend da in, welche Logik sie
anwenden – ob sie Einkommen maximie en, Risiken mi-
nimie en ode Kos en eduzie en. Diese En scheidungs-
egeln sind gep äg on Un e schieden in Bildung, Ge-
schlech , No men, Na a i en und subjek i en Wah neh-
mungen. Mig a ion is dami ein ielschich ige P ozess,
de ökonomische, soziale und kul u elle Dimensionen mi -
einande e binde . Fü die Fo schung bedeu e das, dass
wi uns on „one-size- i s-all“-Modellen e abschieden
müssen. Fü die Poli ik olg da aus, dass Maßnahmen,
die Mig a ion beein lussen wollen, diese Viel al be ück-
sich igen soll en. Nich imme b auch es di e enzie e
Poli iken, abe man soll e die Komplexi ä beim Design
on Poli ikmaßnahmen im Blick behal en. Auch soll e man
sich bewuss sein, dass Push-Fak o en wie Kon lik e, Ge-
wal , s aa liche Ve olgung, demog a ische En wicklun-
gen ode de Klimawandel die dominan en T eibe sind,
die on de Poli ik in einem Zielland wie Deu schland nu
schwe zu beein lussen sind.
Push- und Pull-Fak o en ande s denken
Push- und Pull-Fak o en sind in de poli ischen Deba e in
Deu schland s a k p äsen . Auch ich habe diese Beg i e
in diesem Tex genu z , denn sie sind seh in ui i e Kon-
zep e, die as allen einleuch en. Im Lich e de Komple-
xi ä on Mig a ionsen scheidungen, die ich besch ieben
habe, s ell sich abe die F age, was on ihnen bleib . Ei-
ne zen ale E kenn nis soll e sein, dass bei wei em nich
jede und jede au einen Push- ode Pull-Fak o eagie .
Ein solche Fak o beein luss also häu ig die Selbs -
selek ion in die Mig a ion und bei de Ziellandwahl und
beein luss neben de Zahl de Mig an :innen de en Zu-
sammense zung au eine o komplexe Weise. Nehmen
wi das Beispiel de Sozialleis ungen in Deu schland: We
wi d seine ma ginale En scheidung au g und eine Ve -
ände ung de Sozialleis ungen um einige Eu o im Mona
e ände n? Nich die Pe son, die in jedem Fall ih Land
e lassen woll e. Ve mu lich auch nich die Pe son, de-
en Familienmi gliede in Deu schland leben. De ma gi-
nale E ek solche Maßnahmen is dahe alle E wa ung
nach ge ing. G öße is mögliche weise das Signal, das
on einem Po olio solche Maßnahmen gesende wi d.
De deu sche S aa übe schä z jedoch meine subjek i-
en Einschä zung nach seine S ahlk a und das Wissen
um ech liche Feinhei en: Bei e schiedenen Reisen und
Be agungen in a ikanischen Lände n habe ich beispiels-
weise noch nie eine Pe son ge o en, die om Un e -
schied zwischen Asylbewe be leis ungsgese z und Bü -
ge geld ode Rech sk eiswechseln gehö ha .
Ein deu lich en scheidende e Punk sind die Hü den ü
Mig a ion. We ha ealis ische Ho nung au ein Visum,
welche Quali ika ionen we den ane kann und gib es le-
gale A bei swege? Hie ha Poli ik unmi elba e Hebel.
S udien zeigen, dass i egulä e Mig a ion e olg eich edu-
zie we den kann, wenn man legale Mig a ionswege mi
e schä em G enzschu z koppel (Clemens e al., 2018).
De G enzschu z de EU allein ha eine neuen S udie zu-
olge jedoch nu limi ie e E ek e (Fasani & F a ini, 2025).
Auch En wicklungszusammena bei spiel eine Rolle. Sie
is kein Allheilmi el, abe sie kann Push-Fak o en beein-
ZBW – Leibniz-In o ma ionszen um Wi scha 631
Zei gesp äch
Ti le: Ten yea s o ‘We can do i ’: Lessons om and abou mig a ion esea ch
Abs ac : How e ec i e is mig a ion policy in con olling mig a ion lows? Recen esea ch shows ha policy can in luence mig a ion
p ocesses, bu canno con ol hem comple ely. Measu es ha a e mo e symbolic in na u e in he des ina ion coun y ha e a limi ed e -
ec on mig a ion decisions. Mig a ion decisions a e made on a he e ogeneous basis. In addi ion o economic conside a ions, ne wo ks,
no ms, secu i y, gende and educa ion shape he decision o lea e and he choice o des ina ion coun y. Push ac o s such as con lic
o pe secu ion emain key d i e s ha can ha dly be in luenced by he des ina ion coun y. These a e o en mo e impo an han pull ac-
o s, which a e he main ocus o he poli ical deba e in Ge many.
lussen, wenn sie klug ges al e is . Empi isch zeig sich,
dass gu design e P ojek e in de En wicklungszusam-
mena bei Fluch u sachen eduzie en können (D ehe e
al., 2019; Fuchs e al., 2024). Einen ak uellen Übe blick
zum „Wie“ lie e n wi in Heidland e al. (2025).
Fazi
Aus de S udienlage e geben sich wich ige Leh en. E -
s ens: Poli ik kann Mig a ion nich olls ändig kon ollie en,
abe sie se z die Rahmenbedingungen. Symbolische Sig-
nale wie Deba en übe Sozialleis ungen wi ken o allem
innenpoli isch, wi soll en da on ausgehen, dass sie im
Ausland kaum eine Rolle spielen. Wich ige is , unk ionie-
ende S uk u en zu scha en: in e na ionale Mig a ions-
abkommen, legale Kanäle, schnelle e En scheidungen.
Zwei ens sind Mig a ionsen scheidungen he e ogen. Viele
ach en au ökonomische Chancen, ande e au Ne zwe ke
ode gesellscha liche Akzep anz. Poli ik kann nich jede
Subg uppe geziel s eue n, soll e abe die Viel al e ns
nehmen und Fehldesigns e meiden, um nich alsche
E wa ungen übe die Wi ksamkei on Maßnahmen zu
wecken. D i ens g ei die Fixie ung au Pull-Fak o en zu
ku z. Empi isch en scheidende sind Push-Fak o en wie
Kon lik e, Ve olgung und Chancenlosigkei im He kun s-
land. En wicklungszusammena bei kann sie abmilde n,
soll e abe au lang is ige Pe spek i en abzielen, s a eng
an de Mig a ionskon olle ausge ich e zu sein.
In alle Kü ze: Mig a ion is wede unkon ollie ba noch
komple s eue ba , wede nu Bed ohung noch nu Chan-
ce. Sie is ein komplexes Phänomen, das di e enzie e An -
wo en e o de . Die zen ale Leh e zehn Jah e nach „Wi
scha en das“: Poli ik wi k , abe o ande s als gedach .
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