scieee Science in your language
[ge] (orig)

Die Geldpolitik der Deutschen Bundesbank 1967 - 1977

Abstract

EconStor is a publication server for scholarly economic literature, provided as a non-commercial public service by the ZBW.

Read accessible full text

Die Geldpolitik der Deutschen Bundesbank 1967 - 1977

Author: Schlesinger, Helmut
Publisher: Berlin: Duncker & Humblot
Year: 1978
DOI: 10.3790/ccm.11.1.3
Source: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/292806/1/ccm.11.1.003.pdf
Schlesinge , Helmu
A icle
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977
K edi und Kapi al
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Schlesinge , Helmu (1978) : Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 -
1977, K edi und Kapi al, ISSN 0023-4591, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 11, Iss. 1, pp. 3-29,
h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3
This Ve sion is a ailable a :
h ps://hdl.handle.ne /10419/292806
S anda d-Nu zungsbedingungen:
Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen
Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den.
Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle
Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich
machen, e eiben ode ande wei ig nu zen.
So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen
(insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en,
gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do
genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e.
Te ms o use:
Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal
and schola ly pu poses.
You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o
exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he
in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public.
I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en
Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise
u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence.
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank
1967-1977
Von Helmu Schlesinge , F ank u am Main
De Zei aum on 1967 bis zu Gegenwa b ach e nich allein ü die
Geldpoli ik, sonde n ü die gesam e wi scha liche En wicklung in de
Bundes epublik in manche lei Hinsich g oße Ve ände ungen und z. T.
eine Abkeh on den Bedingungen, die bis dahin gegol en ha en. We-
nige ausgep äg gil dies ü die e s en ün Jah e — 1967 bis 1971 —,
obgleich sich damals be ei s manches anbahn e, was in de zwei en Häl e
dieses Zei aums dann zum Du chb uch kam. Einige diese Ände ungen
wa en ü die Geldpoli ik zwa nu sekundä , abe gleichwohl on e heb-
liche Bedeu ung, denn es be üh na ü lich auch die Geldpoli ik, wenn
sich die wi scha liche Umwel z. T. ie g ei end ände , die Ö en lich-
kei und die poli ische Meinungsbildung dies abe nu zöge nd zu
Kenn nis nehmen und ih e Ziel o s ellungen aus eine Pe iode ablei en,
de en Bedingungen zumindes ü absehba e Zei nich wiede keh en
dü en. P imä wu de die Poli ik de Bundesbank on einigen Ve än-
de ungen de mone ä en Rahmenbedingungen nachhal ig beein luß , ins-
besonde e on de Ände ung des Wechselku ssys ems.
Die Ände ungen de wi scha lichen „Umwel bedingungen" wu den
o allem in de Abschwächung des wi scha lichen Wachs ums deu -
lich. Wäh end das eale Sozialp oduk on 1967 bis 1971 jah esdu ch-
schni lich um d. 4 1/2 °/o wuchs, nahm es in den Jah en on 1972 bis
1977 nu um 2 1/2
%>
p o Jah zu. Die Jah e bis 1971 e scheinen in die-
se Hinsich noch de Pe iode des his o isch gesehen auße o den lich
hohen Wachs ums de Nachk iegszei zugehö ig, die da au olgenden
Jah e dagegen nich meh . In ähnliche Weise gil dies ü die Beschä -
igung. In dem Jah ün bis 1971 nahm die Zahl de Beschä ig en
p o Jah noch leich — um gu 1/2 ®/o — zu, in den Jah en on 1972
bis 1977 abe ging sie um as 1
%>
p o Jah zu ück. Diese Sch ump ung
ha e meh e e U sachen. Sie hing zum einen mi de leich en Ab-
nahme de Be ölke ungszahl zusammen, zum ande en mi dem Rück-
gang des An eils de E we bs ä igen an de Be ölke ung, schließlich
l*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
4 Helmu Schlesinge
abe auch mi de Zunahme de A bei slosigkei , ein Vo gang, de
seine sei s seh komplex wa und nich nu konjunk u elle, sonde n
auch s uk u elle U sachen ha e. Die höhe e A bei slosigkei wa on
de Geldpoli ik en sp echend ins Kalkül zu ziehen. De Schwe punk
de wi scha lichen Fehlen wicklung in den le z en sechs Jah en
muß e jedoch, jeden alls om S andpunk de Bundesbank aus, in de
e s ä k en Geldwe e schlech e ung gesehen we den. Die In la ions-
a e, die 1967 bis 1971 imme hin schon 2,8
%>
p o Jah be agen ha e,
belie sich in den da au olgenden Jah en im Du chschni au 5,6 %>,
wa also doppel so hoch. Das In la ionsp oblem wa eilich wel wei e
Na u , ähnlich wie die Wachs ums- und Beschä igungsp obleme, die
auch eine in e na ionale Komponen e ha en und ü die es auch in e -
na ional gewisse, eilich nich so ausgep äg e Pa allelen gab. Die Geld-
poli ik de Bundesbank und ebenso die Wi scha spoli ik de Bundes-
egie ung wa en du ch die Ve s ä kung des P eisans iegs in besonde e
Weise he ausge o de . En scheidende Sch i e hie gegen wa en: die
Au gabe des Sys ems es e Wechselku se, eine s ä ke quan i a i e
O ien ie ung de Geldpoli ik und zei weilig ein g öße e Einsa z de Fis-
kalpoli ik zu In la ionsbekämp ung.
I. Die Geldpoli ik in de Pe iode es e Wechselku se
Die E olgsbedingungen de Geldpoli ik e schienen zu Beginn des
Beobach ungszei aumes 1967/68 nich ungüns ig. Zwa wa en ü sie die
„goldenen Jah e" de Nachk iegszei (S ucken) mi dem Ube gang zu
Kon e ibili ä 1958 und dem Ende de Dolla knapphei schon lange
o he zu Ende gegangen, und die impo ie e In la ion wa längs zu
einem geläu igen Beg i gewo den. Gleichwohl ha e es sei de Au -
we ung im Jah e 1961 bis 1967 keinen e ns ha en Kon lik meh zwi-
schen den binnenwi scha lichen und den außenwi scha lichen Zielse -
zungen gegeben, denen sich die Bundesbank in dem gel enden Wäh ungs -
sys em in gleiche Weise e p lich e ühlen muß e1. Die Bundes epublik
be and sich außenwi scha lich wei gehend im Gleichgewich und hiel
sich bei eine Gelden we ung on 2 1/2-3
%>
p o Jah im Gleichsch i
mi den ande en Indus ielände n. Hinzu kam, daß die Geldpoli ik on
dem im Juni 1967 e lassenen Gese z zu Fö de ung de S abili ä und
des Wachs ums de Wi scha — das die ö en lichen Haushal e e -
p lich e , mi ih e Finanzpoli ik zu Siche ung des gesam wi scha li-
1 Vgl. Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank ü das Jah 1967, S. 29.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
Die Geldpoli ik
de
Deu schen Bundesbank 1967
-
1977
5
Oi
b-
CO
o>
•B
I
W
o
•8
e
•8
"5
Außen-
bei ag
in
%
des
BSP
w
« ci n ei ei m ^ ei ei ei
00
OJ
ei
ei
Lohnquo e
in
%
66.4
64,8
66,1
67,8
69.1
69.5
70.7
72.6
72.8
71.2
72,1
67,0
71,6
A bei s-
losen-
quo e
in
%
H
in 05
!>0)THCOCO >COlO
ei
i-T © © ©
»-T
»h ci
Tj?
p" jT
eq
*-H
i-H
CO
Auslas ung
des
Po en ials^)
in
%
im
Jah
96,5
98
101
101,5
100
99,5
101
99
94,5
97
97
im Du chschni
de Jah e
99,4
98,0
Abhängig
Beschä ig e
Ve ände ung gegen Vo jah
in %
im
Jah
CO COI>COOO H<DOOlOl O
ooo'cieioooi-Teooo
1
+ + + + + + 1 I 1 +
im Du chschni
de Jah e
+
0,6
-0,9
P eisindex
ü die
Lebens-
hal ung
Ve ände ung gegen Vo jah
in %
im
Jah
i>cqo)^,coino)©oinoji
h
h h n in o © > o n
+
+ + + + + + + + + +
im Du chschni
de Jah e
CO
CO
ci
in
+
+
B u o-
sozial-
p oduk a)
Ve ände ung gegen Vo jah
in %
im
Jah
H
in OJ OJ M (D OJ ^ in 1>
o
cd > in ci n o ei io ei
1
+ + + + + + + | + +
im Du chschni
de Jah e
ei
+
+
3
w
2
^
SS
O
o ö
i-i
<U
Q.
4-»
W
O
Ve ände ung gegen Vo jah
in %
im
Jah
in
in in in^
'i
in in in ^ n i n ci co
+
+ + + + + + + + + +
im Du chschni
de Jah e
00
Oi
TjT
CST
+
+
1967
1968
1969
1970
1971
1972
1973
1974
1975P)
1976P)
1977P)
1967
-1971
1972
-1977
.y
«H
od
T3
0
>
a
1
c
«
W)
•ö
ö
*o
Ö
«
g
P
b
-o
g
uo
Ö
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
6 Helmu Schlesinge
chen Gleichgewich s beizu agen — ü die Zukun eine En las ung
du ch die s aa liche Finanzpoli ik e wa en konn e.
1. Rasche Übe windung de Rezession
1967
Die e s e Bewäh ungsp obe ü das Zusammenwi ken on Geld-
poli ik und Fiskalpoli ik begann mi de Rezession on 1967. Die Bun-
desbank ha e ih en Ku s im Somme 1966 geände , wenn auch zu-
nächs nu g aduell, indem sie die Au locke ung de Bankenliquidi ä
du ch außenwi scha liche Ein lüsse zuließ. Als schließlich wäh end
de zwei en Häl e on 1966 die S abilisie ung on P eisen und Kos en,
die bis dahin ih e Poli ik s a k bes imm ha e, wei gehend e eich
wa , ging sie zu eine ak i en expansi en Poli ik übe . In meh e en
S u en wu den ab Dezembe 1966 die Mindes ese en (insgesam um
61/2 M d. DM) gesenk , zinspoli ische Maßnahmen olg en jeweils ode
wu den pa allel dazu o genommen. De Diskon sa z wu de on Janua
bis Mai 1967 in meh e en Sch i en on 5°/o au 3% he abgese z ; de
Lomba dsa z wu de bis Augus u sp ünglich on 6 1/4 °/o au 3 1/2 °/o zu-
ückgenommen. Die Ma k zinsen olg en den No enbankzinsen nu seh
zöge nd. Dies wa o allem au die ela i hohen Geldma k sä ze im Aus-
land zu ückzu üh en, da jeweils in s a kem Maße Liquidi ä ins Ausland
ab loß, wenn sich das Zinsge älle au g und des Zins ückgangs im Inland
e g öße e. Die k edi poli ische Au locke ung s ieß dami Mi e des
Jah es an eine G enze, die sich du ch die he kömmliche Zins- und Liqui-
di ä spoli ik nich ohne wei e es hinausschieben ließ. Die Bundesbank
se z e ih e Au locke ungspoli ik deshalb mi o enma k poli ischen Maß-
nahmen o . Zum einen bezog sie Kassenobliga ionen des Bundes, de
Bundesbahn, de Bundespos sowie de Lände mi eine Res lau zei
on 18 Mona en und wenige in die Geldma k egulie ung ein, was den
Liquidi ä sg ad diese Papie e e höh e und dami die Finanzie ung des
s aa lichen de ici -spending e leich e e. Zum ande en en schloß sie sich
im Augus zu O enma k käu en am Ren enma k — bis Ende des Jah-
es nahm sie ü 1,3 M d. DM Anleihen on Bund, Bahn und Pos aus
dem Ma k —, um au diese Weise eine wei e en Zinssenkung zum
Du chb uch zu e hel en. Die eien Liquidi ä s ese en de Banken,
die Mi e 1966 knapp 11 M d. DM ode d. 6% des Einlagen olumens
be agen ha en, s iegen bis zum He bs 1967 au 31 M d. DM bzw. 14 °/o
des Einlagen olumens an. Den Banken s and dami ein be äch liches
Expansionspo en ial zu Ve ügung.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48

Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 7
Am schnells en und au älligs en eagie en die We papie käu e de
Banken au die expansi e Geldpoli ik. Die p i a e K edi nach age blieb
demgegenübe in de e s en Jah eshäl e ausgesp ochen schwach. Es zeig-
e sich e neu , daß in de Dep ession wenige inanzielle Übe legungen
ü die In es i ionsen scheidungen ausschlaggebend sind als ielmeh die
Absa z- und Gewinnaussich en. Die Poli ik des leich en Geldes s ell e
au de ande en Sei e jedoch siche , daß das de ici -spending de ö en -
lichen Hand eibungslos inanzie we den konn e. Das Kassende izi de
ö en lichen Haushal e belie sich 1967 au d. 16 M d. DM, e glichen
mi 7,5 M d. DM ein Jah zu o . De expansi e „Swing" be ug demnach
also 8,5 M d. DM ode 1 3/4 % des B u osozialp oduk s. Diese Meh -
nach age de ö en lichen Hand eich e zusammen mi de on den bei-
den Konjunk u p og ammen induzie en p i a en Nach age sowie de
Ak i ie ung de Leis ungsbilanz — de en Ak i saldo s ieg on 0,5 M d.
DM 1966 au 10 M d. DM 1967 — aus, um den Nach ageaus all bei den
p i a en In es i ionen auszugleichen und die gesam wi scha liche Nach-
age wiede zu beleben. Be ei s im zwei en Halbjah 1967 s ä k e sich
abe auch die In es i ionsneigung, die konjunk u elle E holung wa da-
mi gesiche , auch wenn dies zunächs nich so eindeu ig wa . De Bun-
deswi scha sminis e en ilie e damals noch zusä zliche Konjunk u -
ö de ungsmaßnahmen ü das Jah 1968, doch wu den sie, un e ande-
em au An a en de Bundesbank, nich meh in Ang i genommen.
1968 beschleunig e sich das Wachs um de Wi scha k ä ig, gleich-
zei ig blieben die P eise, wie o dem zu Beginn eine Au schwung-
phase, wei gehend s abil. De Übe schuß de Leis ungsbilanz bilde e
sich jedoch en gegen de „klassischen" Reak ion im Konjunk u au -
schwung nich zu ück, sonde n nahm wei e — au 12 M d. DM — zu.
Die Bundesbank wu de in ih e Poli ik nun übe wiegend on den Zah-
lungsbilanzp oblemen bes imm . Sie ließ die mi dem De isenankau
e bundene Ve lüssigung on Banken und Wi scha zu, um so das sich
abzeichnende außenwi scha liche Ungleichgewich zu e minde n. Dies
gelang inso e n, als nun hohe lang is ige Kapi alexpo e möglich wu -
den, die den Ube schuß de Leis ungsbilanz kompensie en. Dieses Gleich-
gewich de „G undbilanz" wa eilich seh labil. Zum einen konn en
so hohe lang is ige Kapi alexpo e nich als daue ha angesehen we -
den, zumal sich im ku z is igen Be eich wäh end des Jah es 1968 de
Umschwung on Kapi alexpo en zu Kapi alimpo en be ei s ollzogen
ha e. Zum ande en ha e sich sei de Konjunk u be uhigung 1966 zwi-
schen de Bundes epublik und dem Ausland ein wachsendes P eis- und
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
8 Helmu Schlesinge
Kos enge älle he ausgebilde , au g und dessen die D-Ma k zunehmend
au we ungs e däch ig wu de.
2. Das Ringen um die D-Ma k-Au we ung 1968/69
Als in de zwei en Jah eshäl e die konjunk u ellen Spannungen im
Inland zunahmen, ge ie die zahlungsbilanzo ien ie e Poli ik zusehends
in Kon lik mi den binnenwi scha lichen E o de nissen. Wäh end die
Bundesbank2 — wie auch de Sach e s ändigen a — ü eine Wechsel-
ku sände ung plädie e, wähl e die Bundes egie ung im No embe 1968
eine s eue liche „E sa zau we ung" in Fo m eine Sonde umsa zs eue
ü Expo e on in de Regel 4 % und eine ebenso hohen S eue e leich-
e ung ü Impo e. Vo angegangen wa eine An i-Au we ungskam-
pagne, die ge adezu plebiszi ä e Fo men angenommen ha e3, sowie eine
De isenk ise, wäh end de in den e s en d ei Wochen des No embe
De isen im Gegenwe on übe 9 M d. DM zuge lossen wa en. Eine
Wäh ungskon e enz de Zehne g uppen-Lände , die e s e und einzige,
die bishe in Bonn s a ge unden ha , ände e an den g undlegenden
P oblemen nich s.
Die Bundesbank wa wäh end de sich e s ä kenden Wäh ungsspe-
kula ion bemüh , den Zus om an Auslandsgeld möglichs zu un e bin-
den ode ü einen baldigen Rück luß de zuge lossenen Gelde zu
so gen. Le z e em dien e eine Reak i ie ung ih e Swapsa zpoli ik. Die
Bundesbank bo den Banken im F ühjah und He bs 1968 die Ku s-
siche ung ku z is ige Dolla anlagen zu Vo zugssä zen an. Liquidi ä s-
poli isch wu de mi de Swappoli ik zwa nu eine Ve lage ung de
Liquidi ä shal ung de Banken on inländischen au ausländische Ak i a
e eich , da im damaligen Wäh ungssys em die ku z is igen Auslands-
o de ungen de K edi ins i u e ebenso schnell in No enbankgeld umge-
wandel we den konn en wie z. B. ih e ediskon ie ba en Wechsel. Das
Geldangebo im Inland wu de dami gleichwohl e was e minde , was
sich u. a. in einem leich en Ans ieg de deu schen Geldma k zinsen
zeig e, ohne daß es bei zunächs un e ände em Te minabschlag ü den
2 „Im Sep embe 1968 schlug das Di ek o ium de Bundesbank dem Bun-
deswi scha sminis e als dem zus ändigen Resso minis e eine Abschi -
mung du ch Au we ung o ." O. Emminge , Deu sche Geld- und Wäh ungs-
poli ik im Spannungs eld zwischen inne em und äuße em Gleichgewich
1948 - 1975, in: Deu sche Bundesbank, Wäh ung und Wi scha in Deu schland
1876
- 1975, S. 517.
8 Vgl. J. Schöllho n, Außenwi scha liche Absiche ung de S abili ä spoli-
ik in de Bundes epublik Deu schland, in: H. Kö ne u. a. (H sg.), Wi -
scha spoli ik — Wissenscha und poli ische Au gabe, Fes sch i zum 65. Ge-
bu s ag on K. Schille , Be n und S u ga 1976, S. 413.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 9
Dolla zu einem s ä ke en Geldzus om in die Bundes epublik kam. Die
Ein üh ung eine 100°/oigen Zuwachs ese e ü Auslands Ve bindlich-
kei en ab 1. Dezembe 1968 soll e die He einnahme on Auslandsgelde n
ü die Banken on o nhe ein unin e essan machen. Die Bundesbank
un e s ü z e insowei die on de Bundes egie ung gleichzei ig beschlos-
sene Genehmigungsp lich ü Auslandseinlagen und K edi au nahmen
im Ausland.
Die „E sa zau we ung" e moch e wede die P eissche e zum Ausland
zu schließen noch die Spekula ion au eine „ech e" Au we ung zu en -
mu igen, im Gegen eil, sie wu de ehe als eine Ankündigung eines sol-
chen Sch i es e s anden. Be ei s Ende Ap il/An ang Mai 1969 muß e
die Bundesbank wiede De isen im Gegenwe on 17 M d. DM au -
nehmen. De Zinsau ieb im Ausland gab ih zwa einen gewissen
Spiel aum ü eine es ik i e Poli ik. Sie nu z e ihn auch, indem sie den
Diskon sa z om F ühjah bis zum Sep embe 1969 in meh e en Sch i en
on 3 °/o au 6 % und den Lomba dsa z on 3 1/2 °/o au 7 1/2 °/o he au -
se z e. Gleichzei ig schöp e sie du ch Kü zung de Rediskon kon in-
gen e, Mindes ese ee höhungen und o enma k poli ische Maßnah-
men Liquidi ä ab. Dies eich e eilich nich aus, um de Ube s eige ung
de inne en Nach age mi k edi poli ischen Mi eln nachhal ig He zu
we den, zumal die Au we ungsspekula ion imme wiede neue Nah-
ung e hiel . Die Bundes egie ung de „G oßen Koali ion", in sich ie
gespal en in diese F age, ha e sich im Mai 1969 e neu gegen eine
Au we ung de D-Ma k en schieden.
Eine wesen liche Ände ung de mone ä en Si ua ion a e s ein,
nachdem die D-Ma k am 24. Ok obe 1969 um 9,3
%>
au gewe e wu de.
Vo angegangen wa ein ku zes In e mezzo eines ei schwankenden
Wechselku ses in dem In e egnum zwischen de al en und de nun on
de „Soziallibe alen Koali ion" gebilde en neuen Bundes egie ung. Nach
de Au we ung se z e ein s a ke De isen ücks om ins Ausland ein; den
Banken wu de du ch Auslands ansak ionen inne halb on d ei Mona-
en Liquidi ä in Höhe on 21 M d. DM en zogen. Diesen Mi elab luß
glich die Bundesbank du ch Locke ungen de Mindes ese ebes im-
mungen nu zu einem kleinen Teil aus. Die Liquidi ä squo e de Banken
— das Ve häl nis de eien Liquidi ä ese en zu den gesam en Bank-
einlagen — ging in den le z en d ei Mona en on 12 % au 7 % und im
Mä z 1970 au 5,3 °/o zu ück. Die da on ausgehenden Zinsau iebs en-
denzen e s ä k e die Bundesbank du ch eine k ä ige Ve eue ung des
No enbankk edi s. Sie se z e im Dezembe den Lomba dsa z on 7 1/2 %
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
10 Helmu Schlesinge
au 9 % he au , im Mä z 1970 den Diskon sa z on 6 % au 7 1/2 °/o und
den Lomba dsa z wei e au 9 1/2
%>.
Am Geldma k und am Kapi al-
ma k s ieg das Zinsni eau au den bis dahin höchs en S and sei de
Wäh ungs e o m. Die mone ä e Expansion, die o dem in la ions äch ig
s a k gewesen wa , schwäch e sich deu lich ab.
Mi de Au we ung om He bs 1969 wa eilich „nich meh zu e -
hinde n, daß das, was als Anpassungsin la ion begonnen ha e, nun als
^ausgemach e' In la ion wei e lie "4. Zum Zei punk de Au we ung
im He bs 1969 wa die binnenwi scha liche Lohn- und Kos en welle
be ei s ange oll . De Au schwung wa mi hohen Gewinns eige ungen
einhe gegangen, nich zule z , weil die Lohns eige ungen, insbesonde e
1968, an de o angegangenen Rezession o ien ie gewesen wa en. Nach
dem Ausb uch „wilde " S eiks en lud sich diese neue Ve eilungskon-
lik noch o de Au we ung in Lohns eige ungs a en, die alle ühe en
in den Scha en s ell en. Die E ek iwe diens e s iegen 1969 im Du ch-
schni um gu 9 °/o und 1970 um 14 1/2
%>.
De „Gewinnexplosion" olg e
nun die „Lohnexplosion", und de P eisans ieg beschleunig e sich im
Ve lau des Jah es 1970; on de mone ä en Res ik ionspoli ik konn e
e zunächs nich meh geb ems we den.
3. Res ik i e Geldpoli ik und in e na ionales Zinsge älle
Die Schonzei , die die Au we ung on 1969 de Geldpoli ik geb ach
ha e, wa nu on ku ze Daue . Als Folge eine in den USA sei An-
ang 1970 aus binnenwi scha lichen G ünden be iebenen Poli ik des
billigen Geldes sanken do und an den in e na ionalen K edi mä k en
die Zinsen, das Zinsge älle zu den eu opäischen Lände n, die wie die
Bundes epublik wei e an hohen Zinssä zen zu In la ionsbekämp ung
es hiel en, keh e sich um. Die Folge wa en zinsinduzie e Kapi alim-
po e zunächs de Banken, dann de Wi scha , die 1970 d. ein Fün el
ih es Ne ok edi beda s im Ausland deck e und sich insowei dem hohen
inländischen Zinsni eau en zog. Spekula i e Geldzu lüsse kamen hinzu.
Be ei s im Mai 1970 e eich e de US-Dolla e s mals nach de Au we -
ung om Ok obe 1969 wiede den un e en In e en ionspunk . Die k e-
di poli ischen Mi el de Res ik ionspoli ik e wiesen sich als ein zwei-
schneidiges Schwe . Eine ande e Rollen e eilung de S abili ä spoli ik
mi s ä ke e Be onung de Finanzpoli ik hä e den s abili ä spoli ischen
4 Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen En -
wicklung, Jah esgu ach en 1970/71, Tz. 193.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 17
In la ionsgleichsch i mi den üb igen Lände n des Wel wäh ungssy-
s ems eduzie . De s abili ä spoli ische Eh geiz einzelne Lände e -
moch e die Beschleunigung de wel wei en In la ion allen alls zu b em-
sen, die Tendenz eine s ändigen Beschleunigung selbs abe nich zu
e hinde n. Fü die Bundes epublik po enzie en sich die Nach eile des
Fes ku ssys ems, da sie au g und de ölligen Libe alisie ung des Kapi-
al e keh s in besonde em Maße — o allem sei 1970 — zum Magne
ü heiße Gelde wu de. Dadu ch kam es zu eine wei gehenden Pola i-
sie ung zwischen de ame ikanischen und de deu schen Zahlungsbi-
lanz. Die zu Abweh diese S ö ungen du ch zins- und e auensbe-
ding e Kapi alzu lüsse e g i enen Maßnahmen wi k en meis nu ü
eine beg enz e Zei . Ein Ausweg, dem Fes ku ssys em eu zu blei-
ben und sich gleichzei ig om in e na ionalen In la ionsgelei zug abzu-
hängen, schien in häu ige en Wechselku sände ungen zu bes ehen. Pa-
i ä sände ungen e wiesen sich jedoch poli isch als eine schwie ige, zei -
weilig schie unlösba e Au gabe. Übe dies e s ä k en wiede hol e Au -
we ungen eine Wäh ung die Spekula ion gegen diese Wäh ung und
üh en dami au die Daue eine Lage he bei, die mi Au we ungen
nich meh zu meis e n wa .
2. S a jung de Zen albankgeldmengens eue ung
Eine zwei e Leh e, die aus den E ah ungen de Jah e bis An ang 1973
zu ziehen wa , bezog sich au eine gewisse S a ung bei de S eue ung
de Zen albankgeldmenge. Die Bundesbank o ien ie e sich bis An ang
de siebzige Jah e bei ih en k edi poli ischen En scheidungen o nehm-
lich an den eien Liquidi ä s ese en de Banken. Da un e e s eh
sie liquide Ak i a de Banken, die jede zei in Zen albankgeld umge-
wandel we den können, z. B. Geldma k papie e, de en Ankau die Bun-
desbank zugesag ha , Wechsel bis zu Höhe de unausgenu z en Re-
diskon kon ingen e und — bis zu Au gabe des Sys ems es e Wechsel-
ku se — ku z is ige liquide Auslands o de ungen. Die eien Liquidi-
ä s ese en wa en solange ein ope a ionales Ziel de Geldpoli ik, als
die Bundesbank da on ausgehen konn e, daß die Banken au Schwan-
kungen de Liquidi ä squo e mi eine Ände ung ih e Ausleihepoli ik
eagie en. An ang de siebzige Jah e ände e sich jedoch das Liqui-
di ä s e hal en de Banken. Die eien Liquidi ä s ese en wu den
be iebswi scha lich imme wenige als Ins umen de Liquidi-
ä s o so ge angesehen, das die Banken in einem Mindes um ang
zu hal en wünsch en, sonde n als ungenu z es Expansionspo en ial.
2 K edi und Kapi al 1/1978
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48

18 Helmu Schlesinge
Die Banken e ließen sich bei de Liquidi ä s o so ge zusehends au
ih e selbs gescha enen Liquidi ä s ese en, nämlich ih e ku z is i-
gen In e bankak i a. Auch eine ex em nied ige Quo e an eien Liqui-
di ä s ese en, wie 1972 und An ang 1973, wi k e nich meh als B em-
se9. Zu diesem gewandel en Liquidi ä s e hal en dü e neben an-
de en G ünden o allem die E ah ung beige agen haben, daß die
Bundesbank bei eine anhal enden Res ik ionspoli ik du ch zinsindu-
zie e ode spekula i e De isenzu lüsse übe ku z ode lang doch zu
eine He gabe on Zen albankgeld gezwungen sein wü de10.
3. De Bei ag de Geldpoli ik zu P eiss abilisie ung is unabdingba
Eine d i e E ah ung diese Pe iode be i die Rollenzuweisung
on Geld- und Fiskalpoli ik im Rahmen de Globals eue ung. Die hohen
E wa ungen, die an das S abili ä sgese z als „G undgese z de P ozeß-
poli ik" ges ell wu den, e üll en sich An ang de siebzige Jah e nich ,
als es da um ging, de In la ion ene gisch en gegenzu e en. In einem
in la o ischen P ozeß sieh sich de S aa eine seh ungüns igen P eis-
en wicklung ü die on ihm nachge ag en Gü e und Leis ungen
gegenübe , eine Poli ik de Ausgabend osselung wi d dadu ch besonde s
schwe . Hinzu kommen die Schwie igkei en, die Finanzpoli ik de e -
schiedenen Ebenen au einande abzus immen. Insbesonde e mangel e
es An ang de siebzige Jah e wei e hin an de no wendigen Schnellig-
kei es ik i e Maßnahmen11. Als die Geldpoli ik du ch den eilweisen
Übe gang zum Floa en wiede wi ksam wu de, d äng e sich deshalb die
Konsequenz au , die Fiskalpoli ik on de Au gabe de In la ionsbe-
kämp ung zu en las en und diese o nehmlich de Geldpoli ik zuzuwei-
sen12. Sie b ing hie ü ohnehin einen kompa a i en Vo eil mi , denn
In la ion is — nich nu , abe doch p imä — ein mone ä es Phänomen.
Ohne eine en sp echende Auswei ung de Geldbes ände kann au länge e
Sich kein In la ionsp ozeß ablau en. Inso e n se z die Geldpoli ik an
eine no wendigen Bedingung dieses P ozesses an. Niemand ande s kann
ih en Pa in de P eiss abilisie ungspoli ik übe nehmen.
9 Vgl. Geschä sbe ich de Deu schen Bundesbank ü das Jah 1972, S. 23.
10 Vgl. auch Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha -
lichen En wicklung, Jah esgu ach en 1973/74, Tz. 172.
11 Vgl. H. Schlesinge , Beschä igungs- und Konjunk u poli ik in de Bun-
des epublik Deu schland, in: Handwö e buch de Wi scha swissenscha en,
7./8. Lie e ung, S. 507.
12 Vgl. auch N. Klo en, Die Poli ik de Deu schen Bundesbank, in: Deu sche
Bundesbank, Auszüge aus P essea ikeln N . 71,1977, S. 2.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 19
III. Die Geldpoli ik sei dem Übe gang zum pa iellen Floa en
1. Die Res ik ionspoli ik
1973/74
Die Au gabe de In e en ions e p lich ung zuguns en des US-Dolla s
en band die Bundesbank nich on jegliche Rücksich nahme au die
außenwi scha liche Lage. Zum einen wa en nun die Rückwi kungen de
na ionalen Zinspoli ik au den Wechselku s zu beach en, zum ande n
e blieb die In e en ions e p lich ung gegenübe den Wäh ungen des
Eu opäischen Wäh ungs e bundes (de „Schlange"). Ein gewisse Au -
we ungsd uck kam jedoch in de konjunk u ellen Lage on 1973 nich
ungelegen, und die De isenzu lüsse im Rahmen de „Schlange" — die
sich e s mals im Juni/Juli und dann nochmals im Sep embe eins ell en
— e eich en keine G ößeno dnung, die de Geldmengens eue ung un-
übe windliche Schwie igkei en be ei e hä e. Die Ku s eigabe gegen-
übe dem Dolla ha e die Liquidi ä spoli ik insowei e leich e , als
Gu haben und Geldma k anlagen de Banken im Ausland nun nich
meh als po en ielles Zen albankgeld angesehen we den muß en. Im
üb igen wu de die Liquidi ä de Banken, die aus den o angegange-
nen De isenzu lüssen esul ie e, du ch E höhung de Mindes ese e-
sä ze und Kü zung de Inansp uchnahme de Rediskon kon ingen e
au 60% ih e no malen Höhe eduzie . Hinzu kam eine a k ä ige
Un e s ü zung diese Poli ik du ch die Au legung eine e s en T anche
eine S abili ä sanleihe, de en Gegenwe bei de Bundesbank s illge-
leg wu de. Be ei s im F ühjah 1973 wa en die eien Liquidi ä s e-
se en de Banken au g und diese Maßnahmen au nahe Null gesun-
ken, und au diesem Ni eau wu den sie p ak isch bis He bs 1974 ge-
hal en.
Nun bedeu en eie Liquidi ä s ese en on nahe Null nich zwangs-
läu ig eine wi klich es ik i e Poli ik. Bei diesem Zus and wi d lediglich
die S eue unk ion geände . Nich meh die Banken bes immen p imä ,
au welchem de ihnen geö ne en Wege zusä zliches Zen albankgeld
be ei ges ell wi d, sonde n die Bundesbank selbs s ell ku z is ig au
dem einen ode ande en Wege ih e Mi el zu u. U. asch wechselnden
Bedingungen zu Ve ügung. Daß die Bundesbank diese Bedingungen
schnell e schä ha , mach e e s den es ik i en Ku s aus, de nun
eilich die Banken unmi elba a . Die Bundesbank e höh e den
Diskon sa z in zwei E appen au
7 Vo
und den Lomba dsa z au 9 °/o,
auße dem s ell e sie die Gewäh ung on „no malem" Lomba dk edi
ganz ein. Da nun die Banken auch die seh ku z is igen Liquidi ä s-
2*
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
20 Helmu Schlesinge
Schwankungen nich meh on sich aus ausgleichen konn en, muß e die
Bundesbank neue Techniken zu S eue ung diese Schwankungen im
Beda an Zen albankgeld en wickeln. Sie kau e — bei s a ke An-
spannung am Geldma k — zei weise Handelswechsel ü ku ze F is en
zu Ma k sä zen on den Banken an und e kau e im umgekeh en
Fall — wenn eine Geldma k schwemme d oh e — Scha zwechsel mi
Lau zei en on ün ode zehn Tagen. Ab Ende No embe 1973 ging sie
auch dazu übe , äglich kündba en Sonde lomba dk edi zu gewäh en,
dessen Zinssa z wesen lich übe dem no malen Lomba dsa z lag, ande e -
sei s abe übe iebene Ausschläge des Tagesgeldsa zes e meiden hal .
De knappe Einsa z diese Mi el und die dabei es geleg en Zinsen be-
s imm en den G ad de Res ik ion de Geldpoli ik. Die Zinss eige ungen
am Geldma k wa en in de Ta k ä ig, sie se z en sich alsbald bei Zin-
sen ü Te mineinlagen de Banken und schließlich bei den meis en an-
de en Zinsen o . Die Selek ions unk ion des Zinses kam nun wiede
s ä ke zum T agen, Rendi eübe legungen gewannen bei de Geldanlage
und de K edi nach age allmählich wiede das Übe gewich übe die
In la ionse wa ungen, die lange Zei zu eine Fluch in Sachwe e, be-
sonde s in Bau en, ge üh ha en. Sei den Somme mona en 1973
schwäch e sich die K edi expansion deu lich ab, auch das Wachs um de
Geldmenge ging k ä ig zu ück. Die Zen albankgeldmenge, die die Bun-
desbank sei he als p imä en Indika o ih e Poli ik e wende 13, s ieg
on Mai bis zum Jah esende saisonbe einig und au Jah es a e umge-
echne lediglich um 5 1/2 %, nachdem sie in den e s en ie Mona en
des Jah es um 12 1/2 °/o zugenommen ha e.
Wie schon angedeu e , wu de de geldpoli ische S abilisie ungs e -
such du ch ein um ang eiches und konsequen es Res ik ionsp og amm
de Bundes egie ung un e s ü z , das o allem mi s eue lichen Maß-
nahmen die Nach age de P i a en, in e s e Linie die In es i ionsnach-
age, einsch änk e. Gegen Jah esmi e begann sich die konjunk u elle
En spannung du chzuse zen. Schließlich wa auch eine Dämp ung des
P eisans iegs, o allem bei den Baup eisen und den Ve b auche p ei-
sen, zu beobach en. Im He bs 1973 wa die Bundes epublik wiede am
Ende des in e na ionalen In la ionsgelei zuges, nachdem die P eise 1972
im Inland ehe s ä ke als in den üb igen Indus ielände n ges iegen
wa en.
13 Vgl. H. Schlesinge , Neue e E ah ungen de Geldpoli ik in de Bundes-
epublik Deu schland, in: K edi und Kapi al 4/1976, S. 443 .
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 21
Diese e s e S abilisie ungse olg wu de mi de Ölk ise im Ok obe
1973 wiede in F age ges ell . Sie b ach e nich nu einen cos -push on
außen, sonde n heiz e auch die In la ionse wa ungen im Inland wiede
an. Kennzeichnend hie ü wa en die zweis elligen Ta i lohnabschlüsse
ab Jah esbeginn 1974. Die mone ä e Res ik ionspoli ik wu de deshalb
im G undsa z 1974 beibehal en, um eine endgül ige Wende in den P eis-
e wa ungen zu e eichen, wäh end die Finanzpoli ik die Konjunk u
du ch einen gemäßig expansi en Ku s abs ü zen soll e. Um das mone-
ä e Wachs um au dem anges eb en Ku s zu hal en, bedu e es im
ganzen gesehen keine wei e en B emsmaßnahmen meh . Die Sonde -
e inanzie ungssä ze, zu denen die Bundesbank den Spi zenbeda de
K edi ins i u e an Zen albankgeld deck e, wu den ielmeh gesenk ,
und ab An ang Juli 1974 wu de wiede Lomba dk edi zum Lomba d-
sa z gewäh . Die adminis a i en Besch änkungen des in e na ionalen
Kapi al e keh s wu den bis zum He bs wei gehend au gehoben.
Die E ah ungen de Res ik ionspoli ik on 1973/74 beleg en ein-
d ucks oll die Wi ksamkei eine außenwi scha lich abgesiche en
Geldpoli ik, nich nu im mone ä en Be eich, sonde n auch hinsich lich
des „Du chschlagens" au die P eisen wicklung. De T end de In la-
ions a en konn e im Ve lau des Jah es 1974 o z de wid igen Aus-
gangsbedingungen nach un en umgebogen we den. Au de Ve b au-
che s u e s iegen die P eise im le z en Qua al 1974 saisonbe einig und
au Jah es a e umge echne noch um 5 1/2% gegen 11 °/o o Jah es-
is . De Ku sans ieg de D-Ma k an den De isenmä k en, de selbs
mi eine Folge de es ik i en Geldpoli ik wa , ha diesen S abilisie-
ungsp ozeß un e s ü z , wenngleich e ohne eine Aussich au einen
solchen E olg wohl ga nich in diesem Maße zus ande gekommen wä e.
Ab Ende 1974 schwäch e sich die Konjunk u spü ba ab. Die A bei s-
losenzahl e eich e Ende 1974 nahezu die Millioneng enze, eils weil die
Nach age zu ückging, so insbesonde e die Auslandsnach age, eils abe
weil das Angebo an A bei sk ä en du ch s a ke Lohne höhungen, die
nun übe haup nich meh in die wi scha spoli ische Umwel paß en,
zu s a k e eue wo den wa . Die A bei slosigkei wa dahe keine
zwangsläu ige Beglei e scheinung de S abili ä spoli ik. Umgekeh hä e
eine laxe Geldpoli ik die Ge ah en ü die Beschä igung nich e hin-
de n, sonde n allen alls hinauszöge n können. Dies zeig e sich im spä-
e en Ve lau deu lich in ande en Indus ielände n, die zunächs glaub-
en, den aus de Ölk ise esul ie enden Anpassungszwang du ch eine
Poli ik des billigen Geldes und de inne en „Re la ion" milde n zu kön-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
22 Helmu Schlesinge
nen. Diese Lände kamen dami nich nu zu eine d ama ischen Be-
schleunigung des P eisans iegs, sonde n sie handel en sich zusehends Zah-
lungsbilanzschwie igkei en ein und kamen schließlich um es ik i e Ein-
g i e und Beschä igungseinbußen nich he um. Die gesam wi scha -
lichen Kos en des Anpassungsp ozesses wu den du ch seine Ve zöge-
ung nu in die Höhe ge ieben. Die Bundes epublik bewe ks ellig e
jeden alls den un e meidlichen T ans e eale Ressou cen zu den öl-
lände n wesen lich eibungslose , ih S abili ä s o sp ung e möglich e
es übe dies, ühzei ige wiede eine konjunk u elle E holung einzu-
lei en.
2. Sei 1975: ein e künde es Geldmengenziel
Im Dezembe 1974 gab die Bundesbank e s mals ein quan i a i es
Ziel ü ih e Poli ik — ein Wachs um de Zen albankgeldmenge um
8 % im Jah es e lau 1975 — bekann . De Anlaß ü diesen Ve such
wa o allem, Fehlen wicklungen und kos spielige Le np ozesse — wie
1974 — zu e meiden und die Linie de Geldpoli ik e was besse zu e -
anschaulichen. Als die Bundesbank ih Ziel es se z e und bekann gab,
ha e sie ku z zu o ih en geldpoli ischen Ku s mi de Senkung des
Diskon sa zes au 6 1/2 °/o und des Lomba dsa zes au 8 1/2 °/o sowie eine
E höhung de Rediskon kon ingen e be ei s sich ba gelocke . In de
gegebenen Ausgangslage — das Wachs um de Zen albankgeldmenge
lag zu diesem Zei punk bei 6 °/o — konn e und soll e diese Beschluß
als wei e es o sich iges Expansionssignal au ge aß we den. Angesich s
des une wa e scha en Konjunk u einb uchs in de e s en Häl e 1975
und de Schwie igkei en, die mone ä e Expansion au den anges eb en
Wachs umsp ad zu b ingen, ielen die geldpoli ischen Locke ungen dann
ech massi aus: De Diskon sa z wu de on Dezembe 1974 bis Sep-
embe 1975 sechsmal um einen halben P ozen punk au 3 1/2
%>,
de
Lomba dsa z sechsmal um einen und einmal um einen ganzen P ozen -
punk au 4 1/2 °/o gesenk . Du ch E mäßigung de Mindes ese e-
sä ze gab die Bundesbank insgesam 7 1/2 M d. DM ei, die Re-
diskon kon ingen e e höh e sie zunächs empo ä , dann de ini i um
3 M d. DM. Als zu Jah esmi e am Ren enma k de Zins, de zwi-
schen Ok obe 1974 und Juni 1975 on 10,9 % au 8,4 °/o gesunken wa ,
un e dem Eind uck o allem de imme höhe e anschlag en s aa -
lichen Haushal sde izi e wiede zu s eigen begann, en schloß sich die
Bundesbank, wie schon 1967, zu O enma k käu en in Bundesanleihen.
Von Ende Juni bis Ende Ok obe ha sie dadu ch den Banken Liquidi ä
ü d. 7,5 M d. DM zu Ve ügung ges ell . Die Liquidi ä slage de
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48

Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 23
Banken en spann e sich ühlba ; be ei s im Feb ua 1975 ha en sich
wiede eie Liquidi ä s ese en on 9 M d. DM angesammel , bis zum
He bs s iegen sie au knapp
16
M d. DM. Die Bundesbank ha e dami den
Banken wiede hohe eie Liquidi ä s ese en zuges anden, also ela i
g oßzügige Rückg i smöglichkei en au Zen albankgeld. Das eichli-
che e K edi po en ial wu de zunächs o allem on de ö en lichen Hand
genu z , de en Kassende izi sich 1975 au 69 M d. DM ode as 7 %
des B u osozialp oduk s belie . Die p i a e K edi nach age sp ang e s
im He bs 1975 s ä ke an. Die mone ä e Expansion — gemessen an de
En wicklung de Zen albankgeldmenge — beschleunig e sich nach an-
änglich schwache En wicklung in de zwei en Jah eshäl e. Am Jah es-
ende wa die Zen albankgeldmenge um 10 % höhe als ein Jah zu o ,
übe a also das am Jah esan ang gese z e Ziel.
Den koo dinie en Ans engungen on Bundes egie ung und Bundes-
bank blieb de E olg nich e sag , denn die Rezession lie Mi e d. J.
aus; ein „Konjunk u wunde " konn en diese Maßnahmen o dem Hin-
e g und de wel wei en Rezession eilich nich ollb ingen. De da on
ausgehende Nach ageaus all aus dem Ausland wa mi den Mi eln de
Geld- und Fiskalpoli ik, zumal ku z is ig, nich zu kompensie en. Im-
me hin wa en die Aus uh en im e s en Halbjah 1975 dem Volumen
nach um übe 8 % nied ige als o Jah es is , was — wie ökonome-
isch „nachgewiesen" wu de — allein e wa die Häl e des gleichzei igen
Rückgangs des Sozialp oduk s in diesem Zei aum e klä . Im ge-
sam en Jah 1975 sank das eale B u osozialp oduk um 2 1/2%, die
A bei slosenzahl be ug im Jah esdu chschni nahezu 1,1 Mill. Be äch -
liche Fo sch i e wu den demgegenübe in de wei e en Eindämmung
de In la ions endenzen e ziel , und die außenwi scha liche Bilanz wa
nahezu im Gleichgewich .
Die Bundesbank ha das Expe imen mi dem e künde en Geldmen-
genziel in den olgenden Jah en o gese z . Dabei ug sie den E ah-
ungen in den zu ückliegenden Jah en bei de Ziel o mulie ung Rech-
nung; die spä e en Ziel o gaben mi einem Zuwachs on 8 % bezogen
sich nich meh au den Jah es e lau , sonde n au den Jah esdu ch-
schni . Die Bundesbank gab ü 1977 und 1978 auße dem an,
welche „Ve lau s a e" mi dem Du chschni sziel konsis en is . Im Jah
1976 wu de die Ziel o gäbe (8 °/o) bei einem a sächlichen Ans ieg de
Zen albankgeldmenge um 9,2 °/o e neu übe o en. Hie zu ugen ne-
ben eine e s ä k en K edi gewäh ung o allem De isenzu lüsse bei,
die aus In e en ions e p lich ungen im Rahmen des Eu opäischen Wäh-
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
24 Helmu Schlesinge
ungs e bundes esul ie en. Hie du ch loß den Banken im Feb ua /
Mä z und im Augus /Sep embe Liquidi ä im Be age on d. 17 M d.
DM zu. Die Bundesbank besch änk e sich im wesen lichen da au , übe
Mindes ese ee höhungen die en s andenen eien Liquidi ä s ese en
im e s en Halbjah wiede zu eduzie en, so daß sie sich im Juli 1976
au 8 M d. DM belie en, und sie spä e du ch O enma k e käu e
on 1975 e wo benen Ren enwe en in e wa au diesem Ni eau zu hal-
en. Zu wei e gehenden Maßnahmen, insbesonde e eine He au se zung
de Lei zinsen, konn e sich die Bundesbank o z de d ohenden Übe -
sch ei ung des Geldmengenziels nich en schließen. Zum e s en Mal, sei
ein mone ä es Wachs umsziel e künde wu de, wa sie in einen Kon-
lik ge a en zwischen dem, was on den mone ä en Indika o en he ,
und dem, was on de Konjunk u lage he gebo en e schien. Im Ve -
lau des Jah es 1977 s eb en diese Zielse zungen ehe noch wei e aus-
einande . Im Jah esdu chschni übe sch i die Zen albankgeldmenge
das Ni eau des Vo jah es e neu um 9 °/o, s a wie an isie um 8 °/o.
Das eale Wachs um des B u osozialp oduk s blieb jedoch e heblich
hin e den Ziel Vo s ellungen zu ück, denn om F ühjah bis zum He bs
ha e die P oduk ion au dem e eich en S and s agnie , e s dann se z e
sich ih Ans ieg o . In de e s en Häl e on 1977 ha e auch keine
Ve anlassung bes anden, die mone ä e Expansion zu b emsen, denn sie
hiel sich inne halb de Zielma ge. In de zwei en Häl e des Jah es
e s ä k e sich das Wachs um de Geldmenge zunehmend. Dabei a en
s imulie ende Ein lüsse on de De isensei e mi solchen de K edi ge-
wäh ung zusammen. Eine e s e g oße Welle de De isenzu lüsse se z e
im Somme ein, die sich damals eilich meh in de Au we ungs en-
denz de D-Ma k als in De isenkäu en de Bundesbank zeig e. Eine
zwei e Welle olg e in den le z en Mona en on 1977 mi e neu en s a -
ken Wechselku sbewegungen und nun auch k ä igen De isenkäu en de
Bundesbank, die dami de sp ungha en und übe die P eisdisk epan-
zen zum Ausland hinausgehenden Au we ung de D-Ma k en gegen-
wi k e. Da diese Au we ungs endenz mi ela i schwachen Konjunk-
u da en zusammen iel, schien es angezeig , die mone ä e Expansion nich
zu dämp en. Im Gegen eil wu de im Somme 1977 de Lomba dsa z,
de sei länge em bes immend ü die Geldma k zinsen gewo den wa ,
on 4 1/2
®/o
au 4
Vo
und im Dezembe des gleichen Jah es au 3 1/2 °/o
gesenk ; de le z e Sch i e olg e zusammen mi eine Diskon senkung
on 3 1/2 °/o au 3 °/o. Liquidi ä spoli isch wu den nu ela i ge inge
Gegenmaßnahmen un e nommen, so daß die eien Liquidi ä s ese en
ela i hoch blieben (Janua 1978: 10 1/2 M d. DM). Eine unmi elba e
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
Die Geldpoli ik de Deu schen Bundesbank 1967 - 1977 25
Ge ah ü die P eiss abili ä wa dami nich e bunden, denn die s a ke
Au we ung de D-Ma k wi k e als P eisb emse. Wechselku se, beson-
de s wenn sie, wie in diesen Mona en, als übe höh gel en, sind in einem
Sys em lexible Ku se eilich lang is ig kein e läßliche Damm ge-
gen neue P eisau iebs endenzen, denn die Ma k endenzen können
eine Ko ek u diese Ku se b ingen. Deshalb muß e die s a ke mone-
ä e Expansion um die Jah eswende 1977/78 als e ns be ach e we den.
Die Bundesbank sp ach selbs da on, daß sie hie — aus G ünden de
Konjunk u an egung und de Dämp ung de Au we ung de D-Ma k
— bis an „die G enzen des un e länge is igen Gesich spunk en Ve -
e ba en" gegangen sei14.
IV. E s e E ah ungen mi de Geldpoli ik
un e dem Sys em lexible Wechselku se
Im Gegensa z zu den E ah ungen de Geldpoli ik in einem Regime
es e Wechselku se — die p ak isch on 1950 bis 1973 eichen — bezie-
hen sich diejenigen mi dem Regime lexible Wechselku se bishe alle -
dings au einen zu ku zen Zei aum, um schon wi klich zu einem Re-
sümee gelangen zu können. Es komm hinzu, daß in diese Zei — 1973
bis 1977 — das Sys em lexible Ku se nu eilweise e wi klich wa . Die
es en Wechselku se inne halb des Eu opäischen Wäh ungs e bundes
haben zei weilig noch zu ähnlichen, wenn auch quan i a i ge inge en
Zwangsankäu en on De isen ge üh wie ühe gegenübe dem Dolla .
Abe auch de Dolla ku s de D-Ma k konn e nich imme den Ma k -
k ä en übe lassen we den, die aus G ünden, die hie nich nähe un e -
such we den können, dazu endie en, an sich ich ige Ku sbewegungen zu
übe eiben. Sowei abe die Bundesbank eine Ube bewe ung de D-
Ma k en gegenwi k , ha sie sich geldpoli isch mi denselben Konsequen-
zen auseinande zuse zen wie im Regime es e Wechselku se. Quan i a-
i hiel en sich diese P obleme bishe eilich in seh iel enge em Rah-
men. Vom Übe gang zum Floa en im F ühjah 1973 bis Ende 1977 kau e
die Bundesbank ü 18 1/2 M d. DM De isen an und s ell e dami au
diesem Wege knapp die Häl e des Ans iegs de Zen albankgeldmenge
in diese Zei zu Ve ügung; in den gu sechs Jah en o he belie sich
de De isenzugang (einschließlich de Zunahme de Geldma k anlagen
de Banken im Ausland) au 81 M d. DM, das wa as das D ei ache des
Ans iegs de Zen albankgeldmenge in diese Zei (was bedeu e , daß
14 Vgl. Mona sbe ich e de Deu schen Bundesbank, 30. Jg., N . 2, Feb ua
1978, S. 8.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48
26 Helmu Schlesinge
Zen albankgeldmenge, Bankenliquidi ä und De isenzu lüsse
Du chschni liche jäh liche Ve ände ung im jeweiligen Zei aum (in M d. DM)
Posi ion
Pe iode es e
Wechselku se
(1967 bis einschl.
l.Vj. 1973)
Pe iode lexible
Wechselku se
(2. Vj.
1973 bis
Ende 1977)
I. Zen albankgeld-
mengea) + 4,6 + 8,9
II. F eie Liquidi ä s-
ese enb) - 1,1 + 2,5
Summe I und II + 3,5 + 11,4
III. Ne o-De isenbe-
s andc) + 12,9 + 3,9
desgl. in % de Ve -
ände ung de
1. Zen albank-
geldmenge 279,6 43,8
2. Zen albank-
geldmenge und
de eien Liqui-
di ä s ese en 364,1 34,2
(Summe I und II)
a) Ba geldumlau und Mindes ese e au Inlands e bindlichkei en in jeweiligen Re-
se esä zen, abe ohne Ände ungen des Mindes ese e-Solls au g und on Neu es -
se zungen de Rese esä ze.
b) Übe schußgu haben, O enma k i el, de en Ankau die Bundesbank zugesag ha ,
unausgenu z e Rediskon kon ingen e und — bis Mä z 1973 einschließlich — Geldma k -
anlagen de Banken im Ausland sowie — on Sep embe 1970 bis Mai 1973 — eie
Lomba dspiel aum.
c) Ne o o de ungen de Bundesbank gegenübe dem Ausland und — bis einschließ-
lich Mä z 1973 — Geldma k anlagen de Banken im Ausland.
de übe schießende Be ag au ande em Wege neu alisie we den
muß e)15. Un e dem Regime loa ende Ku se konn e sich also die Bun-
desbank in ih em Inlandsgeschä wiede au de Sei e de Geldschöp-
ung pos ie en und be and sich nich meh übe wiegend au de Sei e
des Geldabschöp ens.
Auch die E ah ungen mi dem Geldmengenziel sind eigen lich zu ge-
ing, um da aus be ei s Leh en ziehen zu können. Posi i is zwei ellos
zu beme ken, daß die Ö en lichkei dieses Ins umen als Vo auso ien-
ie ung und auch als Meßla e ü die lau ende En wicklung wei gehend
15 Vgl. Tabelle „Zen albankgeldmenge, Bankenliquidi ä und De isenzu-
lüsse" in diesem Au sa z.
OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/
DOI h ps://doi.o g/10.3790/ccm.11.1.3 | Gene a ed on 2023-01-16 12:42:48